Ihren Wohnsitz lnS Ausland verlegt haben ober verlegen toetben, bei denen aber feftsteht, bah sie tn Deutschland einen auskömmlichen LebertS- unterhalt finden könnten.
Die Notverordnung sieht für da- letzte Vierteljahr 1931 für diejenigen Gemeinden, deren Real- fteuersätze unter dem LandeSdurchschiMt liegen, die Möglichkeit einer Erhöhung der Sätze bis zum Landesdurchschnitt vor. Diese Lockerung der Realsteuersperre kann angcs chtS der Entwicklung der wirtschaftlichen Lage nur lebhaft bedauert werden.
Eine ernste Mahnung zum inneren Frieden.
Ä 8 In, 19. Dez. (TU.) Die B i s ch ö fe d e r K 8 l - ner Kirchenprovinz, und zwar der Erzbischof von Köln, die Bischöfe von Münster. Osnabrück, Trier. Limburg und Aachen, wenden sich anläß- lich des Weihnachtsfestcs in einem Hirtenschreiben mit einer oberhirtltchen Mahnung an die Diözesanen. Die Diözesanen werden aufgesordert. noch besten Kräften alles zu tun, damit diefurchtbareNot nicht durch inneren Zwist und Kampf er st recht noch ins Unerträgliche ye> steigert werde. Dos Gebot der christlichen Nächstenliebe gelte auch gegenüber dem politischen Gegner: Auch ftine Ehre, fein guter Nome, sein Leben und sein Eigentum mutzten dem Christen stetsheiligundunoerletzltch sein. Wenn diese Forderung des christlichen Sittengcsetzes aus ernster Sorge um das Wohl des Volkes und die Erhaltung seiner christlichen Gesittung in (Erinnerung gebracht werde, dann wolle man nid)L daß diese religiöse Mahnung in den politischen Kampf hineingezogen und von politischen Parteien gegeneinander ausgespielt werde. Das Hirtenwort zum Frieden richte sich vielmehr an alle Gläubigen ohne Ausnahme: sie alle seien ermahnt in der Liebe Christi, sich selbst zu prüfen, ob sie ihr Verhalten gegenüber den Angehörigen anderer politischer Richtung vor unserem i)erm und Heiland verantworten könnten; sie alle seien beschworen, stets eingedenk zu bleiben des unzweideutigen Wortes Jesu Christi: „Ob ihr meine Jünger seid, wird man daran erkennen, daß ihr einander liebet."
Sine Erklärung des Stahlhelms.
Berlin, 19. Dez. (TU.) Rach Abschluß von Besprechungen m.t den Landesführern nehmen die Bundesführer des Stahlhelm B. d. F. zur politischen Lage wie folgt Stellung:
„Dec durch die letzt« Notverordnung geschaffen« Au-nahmezustand kann und darf nicht zum Dauerzustand werden. Wir sind der Ueber- zeugung, dah durch diese Notverordnung weder die Befreiung des deutschen Volkes noch die Rettung der Wirtschaft erreicht wird. Mit tiefem Schmerze hat es uns erfüllt, dah unser Ehrenmitglied, der Herr Reichspräsident, geglaubt hat, auch für diese Notverordnung b_i e Verantwortung überneh men zu müssen. In der Erkenntnis der kommenden schweren Entscheidungen wird der Stahlhelm in alle po- litischrn Kämpfe, insbesondere in den Kampf um Preußen, mit höchster Aktivität eingreifen. Für diese Entscheidungen ist der feste Zusammenhalt der nationalen Opposition notwendiger denn je. Der Stahlhelm ist bereit, mit jedem zusammenzugehen, der ihm ein treuer und aufrechter Bundesgenosse sein will. Gegenseitig« Achtung und Anerkennung der Gleichberechtigung sind indes die selbstverständlichen Voraussetzungen für jede ehrliche Bundcsgenossenschaft. Jeden Angriff auf seine Reihen wird der Stahlhelm mit rücksichtsloser Schärfe zurückweisen. Schicksalsverbuirden fühlen sich Stahlhelm und Deutsches Landvolk in dem gemeinsamen Kamvf des Nähr» und Weh» ftandes zur Rettung des deutschen Brotes als der letzten Waise im Kampf um di« Freiheit. Das vrrüb'rg h'nde Llnisor in verbot darf den Stahlhelm nicht an der Steigerung der Wehrsporttätigkeit der alten und jungen Frontsoldaten h.ndern. Gerade im Hinblick auf die schicksalsschwere Abrüstungskonferenz werden wir auch ohne unser soldatisches Ehrenkleid bi- zum Letzten für die Wiedergewinnung der Wehrbohcit des deutschen Volkes werben und kämpfen."
Ausfall der Betriebsrätewahlen 1932.
Bcrlin, 19. Dez. (WTB. Amtlich.) Auf Grund der letzten Notverordnung hat die Reichsregierung eine Verordnung über Ausfall der B e - triebsräte wählen im Jahre 1932 erlösten. Danach wird die Amtsdauer aller Mitglieder von Betriebsräten und aller Betriebsobmänner, die durch Ablauf der Wahlzeit im Kalenderjahr 1 9 3 2 enden würden, um ein Jahr oer- länger t. Neuwahlen können also nur stattfinden, soweit die Mahlzeit der bestehenden Betriebsvertreter vor dem 1. Januar 1932 abläust. ober soweit aus anberen Gründen das Amt der Betriebsvertreter erlischt. Die Vorschrift findet feine Anwendung, wenn die Neuwahl vor dem 9. Dezember 1931 eingeleitet und vordeml. Januarl932durch- geführt ist.
Oie Lockerung
der Realsteuersperre.
Der Rcichofinanzministcr warnt vor Ueberfvannungeu.
Berlin, 19. Dez. (TU.) Amtlich. Durch die Notverordnung vom 8.12.1931 ist die für das Rech- nungsiahr bestehende Realsteuersperre in der Weise aelockert morden, daß die oberste Landesbchöroe für Gemeinden, deren Realsteuersätze unter dem Landesdurchschnitt liegen, für das letzte Viertel des Rechnungsjahres 1931 eine Erhöhung bi» z u m Landesdurchschnitt zulasten können. Diese Maßnahme war notwendig, weil viele Gemeinden, die bislang mit Rücksicht auf sonstige Einnahmen (z B. aus Forsten, Grundbesitz und dgl.) mit einem außerordentlich niedrigen Realsleuersatz auskommen konnten, nun- mehr aber durch Rückgang oder Wegfall dieser Einnahmen notleidend geworden sind und ohne eine Realsteuererhöhung aus allgemeinen Mitteln hätten u n t e r ft ü 61 werden müssen. In einem au» diesem Anlaß an die Landesregierungen gerichteten Rundschreiben hat der Reichsminister Der Finanzen das dringende Ersuchen an sie gerichtet, bei Entscheidung über Derartige Anträge von Gemeinden auf Erhöhung der Realsteuern bi» zum Landesdurchschnitt einen besonder» ftren- gen Maßstab anzuwenden und die Zulassung von S t euererhöhungen aus da» un bedingt gebotene Maß zu beschranken. Bei Gemeinden, die schon fRealfteuem haben. Die
erhebliche Höhen ergeben, müßte Insbesondere geprüft werden, ob Der Erhöhung Der Realsteuern nicht d i e Einführung noch nicht a u s genügter Steuern oder Erhöhung anderer vorhandener Steuern vorzu zie he n sei. Ganz besonder» gelte dies in den Ländern, in denen nach Landesrecht Die Gemeinderealsteuer, soweit sie einen bestimmten Satt überschreite, a u f bie Mieter umzulegen |ei und daher w i e eine M i e t s e r h ö h u n g wirke. (Eine Miets- erhöhung. auf bie eine solche Steuerumlegung hin- ausläuft, müffe im gegenwärtigen Zeitpunkt — Io- weit irgenb möglich — oermieben werben. In solchen Fällen könne baher nach Ansicht bes Reichs- Ministers der Finanzen bie Genehmigung der Grund- steuererhöhung nur in ganz besonderen Ausnahmen in Betracht kommen.
Protest gegen Notverordnungen der Länder.
Ein Lchriit der jurifti'chen Fakultäten.
Berlin, 21. Dez. (ERB.) Die rechts - und staatswissenschaftlichen Fakultäten aller deutschen Universitäten haben beim Reichsinnenministerium einen Protest gegen die Notverordnungen der Länder erhoben, soweit diese Verordnungen nach Ansicht der Professoren mit der Reichsverfassung nicht vereinbar sind. Die juristischen und staatswissenschaftlichen Fakultäten verweisen auf drei Beispiele, bei denen
nach ihrer Auffassung Notverordnungen der Län- j der verfassungswidrige Maßnahmen verfügt haben:
1. Thüringen hat durch Notverordnung Ausnahmebestimmungen zu ungun- sten der weiblichen Beamten geschaffen, die in der Praxis darauf hinauSlausen, bie weiblichen B«rmten im Wege der Abfindung au» ihren Berufen zu entfernen.
2. Preußen hat Vorschriften über den Be- amtendienst erlassen, durch den ieäer Beamte gezwungen werden lann, auch in einer Stellung niederen Ranges Dienst zu tun, sofern davon sein gesetzliches Gehalt nicht berührt wird.
3. 3n Preußen, aber auch in den anderen Ländern ist durch Notverordnung die Emeritierung der Hochschullehrer abgeschafft worden. Das bedeutet, daß Prozessoren bei Erreichung der Altersgrenze nicht mehr mit vollem Honorar pensioniert werben können, sondern nur mit entsprechender Kürzung der Einnahmen. Die Sonderstellung der Hochschullehrer war aber stets begründet worden mit ihrer Fvrscherarbeit, der kein Alter eine Grenze fetzt.
,Dte deutschen Universitäten fühlen sich", so heißt eS in ihrem Protestschreiben, .in ihrem Gewissen verpflichtet, durch ihre rechts- imb staatswissenschaftlichen Fakultäten nachträglich Einspruch gegen solche Verfassung s- ändernde Maßnahmen zu erheben und fordern vom Reichsinnenministerium Abhilfe."
Führer des he r anna h enb en Per» onenzugeS z u warnen infolge bet bichten Nebels bemerkte er nicht, daß bcr 3 ng bereits heranbrauste und wurde übet- fahren Der Zugführer und der Heizer de» Personenzuges, die im letzten Augenblick de, Güterzug vor sich sahen, retteten sich durch Abspringen Der Zusammenprall war so heftig, daß einer der umgestürzten Wagen vollkommen in Trümmer ging.
Schneestürme in Schweden
In ganz Schweden wüteten schwere Schnee» I stürme, die große Schäden angerichtet haben Telephon-, Telegraphen- und elektrische Leitungen ; sind vielfach gestört worden Die Teleara- phenvetbindung mit Deutschland unb Finnland wurde gänzlich unterbrochen Aus W i s b h auf Gotland wurde eine Windstärke von 35 Lekundenmetern gemeldet. Große Teile von Stockholm liegen da die Elektrizität-. Icitungen teilweise zerstört sind, im Dunkeln i Auch der Eisenbahnverkehr hat viele Störungen ; erfahren.
Ein schwedischer Mototschaner unletgegangen.
Der schweb sche Motorschoner „eitlen* aul Biken (Südschweden) ist auf der Fahrt von Albcrg noch Gdingen untergegangen 2m Mittwoch wurde er in der Nähe von Danz.g gekentert treibend gesehen. Jetzt liegt er mit abgebrochenen Masten kieloben aul Land. Die Besatzung betrug sechs Mann, die zweifellos bei dem Sturm der letzten Tage um- gekommen find. Außer der Le che deS neunzehnjährigen Schiffskochs ist noch eine zweit»
DasSoovemoralorium machtdasRennen
Oie nächste Etappe.
Im Finanzausschuß des Senats angenommen.
Washington, 19.Dez. (WTB.) Der Finanzausschuß des Senats hat das Hoover-Moratorium angenommen. Die Abstimmung im Plenum findet am Montag oder Dienstag statt. Der Finanzausschuß des Senates hat also schnelle Arbeit mit dem Moratorium gemacht trotz der Bemühungen des gegen Hoover und gegen Europa eingenommenen Senators Johnson, durch eingehende Vernehmung zahlreicher Bankiers die Beschlußfassung b i s nach den Festtagen zu verzögern.
Lamont erklärte als Sachverständiger vor dem Finanzausschuß: Wahrscheinlich haben 99 vom Hundert der amerikanischen Bankiers für Tausende von Millionen Dollars Auslandbonds untergebracht, aber die Mehrheit dieser Anlagen befindet sich in den Händen von Privatkundschaft und nicht im Besitz von Banken und Versicherungsgesellschaften. — Der Präsident der National City-Bank, Mitchell, erklärte: Die in den Vereinigten Staaten untergebrachten Auslandbonds beliefen sich Ende 1930 auf 7 836 000 000 Dollars, die sich, meiner Ansicht nach, auf mehr als 1500000 Personen verteilen. Mitchell, der in klarer» schlichter Weise alle Fragen beantwortete und bei der Mehrheit des Ausschusses einen sehr guten Ein- druck machte, erklärte weiter, eines Tages werd« Amerika doch zu dem Entschluß kommen müssen, daß die europäischen Schulden abkommen revidiert werden müßten, denn die in Europa aufwachsende Iugend, die vom Weltkrieg nichts wisse, werde rebellieren, wenn sie den vollen Betrag der Reparationen und Kriegsschulden 50 Iahre lang aufbringen solle. Den Verdienst der National City Dank an ausländischen Emissionen bezifferte Mitchell auf 13 Millionen Dollar für eigene und 11 Millionen Dollar für mit anderen Danken zusammen arrangierte Anleihen während der letzten zwölf Iahre. Dies sei das Bruttogewicht, von dem zahlreiche Spesen und Kommissionen abgingen. Die meisten Anleihen seien für deutsche Industriekonzerne bestimmt gewesen.
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Das Re präsentantenhaus hatte den ganzen Tag über das Moratorium Debattiert. Die Fraktionsführer hielten, um zu einer Abstimmung zu kommen, das Haus von 12 Uhr bis 2 2 Uhr zusammen, so dah die Abgeordneten endlich tr
itt) öpft unb hungrig sich zur Abstimmung bereit- fanden. Diese fiel, wie bereits gemeldet, mit 317 gegen 100<stimmenzugunsten desMo- ratoriums in der vom Ausschuß abgeänderten Form aus. Das Haus stimmte also dem Moratorium als einmaligem, jetzt nicht mehr zu änderndem Schritt Hoovers zu betonte jedoch, daß dies nicht ei n e Blankovollmacht f ü r weitere Moratorien ober für eine Re- vision bcr alliierten Schuldenabkommen bedeute. Die Mehrheit des Repräsentantenhauses, die das Moratorium billigte, setzte sich folgendermaßen zusammen: 196 Republikaner, 120 Demokraten und 1 Farmer. Dagegen stimmten 5 Republikaner unb 95 Demokraten.
Was hat Veutschland an Amerika zurückgezahlt? Neuyork, 18. Dez. (WTB.) Die führenden Wallstreet-Banken haben beschlossen, der Oes- fentl'.chkeit eingehend die Sachlage bezüglich ihrer deutschen kurzfristigen Kredite darzulegen, da ihnen beunruhigende Gerüchte und Hcbcttrci» bungen zugegangen sind. Die Untersuchung des Status der deutschen kurzfristigen Schulden an amerikanische Banken ergab, daß Deutschland 1 5 bis 20 Prozent der sogenannten eingefrorenen Anleihen seit dem Inkrafttreten des Stillhalteabkommen- zurück- gezahlt hat. Der Gesamtbetrag der kurzfristigen Schulden, der sich zur Zeit des Inkrafttretens des Abkommens auf 1230 Millionen Dollar belief, wurde seitdem auf 9 6 0 b i S 10 2 0 Millionen Dollar ermäßigt. Die ut- sprüngliche amerikanische Beteiligung von 600 Millionen Dollar wurde auf 500 bis 515 Millionen ermäßigt. Hauptemvfänger der Rückzahlung dieser etwa 100 Millionen sind di« Chase Nationalbank, di« National City Dank und die .International Acceptance Bank. Es wurde von zuständiger Seite erklärt, daß die Chase Nationalbank mit weniger als 72 Millionen Dollar an den deutschen kurzfristigen Krediten beteiligt ist. Diese Zahl stellt 6 Prozent der Desamtanlei- h c n und Diskonte dieser Bank, die am 29. September 1203 Millionen betrugen, und 3 Prozent ihrer Gesamtaktiven dar, die sich am gleichen Tage auf 2215 Millionen beliefen. Neuvorkcr Bankbeamte erklärten, alle deutschen Kredite seien gesichert, zum größten Teil durch Guthaben und erstllassig« amerikanisch« Wert«.
Aus aller Welt.
(Ein kommunistische» IDaffenlager in Kassel aufgebedt.
In Kassel wurde bei einer Durchsuchung der Wohnung des der K o m m u n i st i s ch e n Partei angehörenden Bauarbeiters Knöchel in der Altstadt ein großes Lager von Waffen, Munition, Sprengmaterial und illegalen Druckschriften ausgefunden und beschlagnahmt. Insgesamt wurden 13 Gewehre, darunter mehrere Militärgewehre, Jagdgewehre unb kleinkalibrige Revolver, die meisten zerlegt, ferner mehrere hun- Dert Schuß 5-Munition unb mehrere hundert Schuß Jagdmunition, eine große Menge Sprengstoff, Patronentaschen usw. gesunden. Knöchel, feine Frau und zwei weitere Personen wurden f e st g e n o m - men. Die Kriminalpolizei nimmt an, daß die Waffen im Auftrage der KPD. versteckt worden sind. Knöchel selbst verweigert jede Aussage, während die mit ihm festgenommenen Personen, u. a. seine Frau, erklären, von dem Sorbanbcnfein der Waffen nichts gewußt zu haben.
Elli Leinhorn in Persien notgelanbet.
Elli 'Beinhorn ist nach zehnstündiger anstrengender Reite über Land in Vuschir (Persien» ringe- troffen. Sie hatte am Donnerstag wegen eines Defektes der Dellcitung eine Notlandung bei 2 ilarn vornehmen müssen.
Neuer Stratosphärenflug.
Wie die Pariser Presie berichtet, will der fron- zasische Chefpilot Coupet bei Der nächsten günstigen Wetterlage vom Flugplatz Toulsus-le-Noble mit dem von ihm selbst entworfenen Stratosphärenflugzeug in eine Hohe von mindesten» 16000 Meter aufsteigen. Der Eindecker verfügt über einen 500-PS-Tlotor. Die zylindrisch gebaute lüft- dichte Kabine besteht vollkommen aus Metall. Da» Flugzeug hat ungeheuere Tragflächen für die dünne und daher wenig tragsähiae Lust der Stratosphäre. Im Innern der Kabine wurden drei Sauerftofftompref- foren ausgestellt, die ebenso wie im Unterseeboot bie Atmung ermöglichen sollen. Der Flieger beruft sich bei feinem Versuch auf die Meinung De» Prof. Piccarb, daß ein Vordringen in bie Stratosphäre mit bem Flugzeug burdjau? möglich sei, wenn bie technische Ausrüstung Der Maschine ge
nügend Sicherheit biete. Auffällig ist, daß gar keine Vcrsuchsflüge durchgeführt worden sind.
Neuer Segelflug-IDellreforb.
Leutnant William Cook« von der amerikanischen Armee stellte beim nationalen Segelflug- Wettbewerb einen neuen Weltrekord auf. Es gelang ihm, mit feinem Flugzeug 21 Stunden 36 Minuten in der C u\ t zu bleiben.
labakschmuggel von Holland nach Hamburg.
Beamten der Hamburger Zollsahndungsstelle gelang es, eine Tabakschmugglerbande unschädlich zu machen. Es wurde veobachtet, dah ein K r a f t w a g e n mit einem rheinischen Er- kcanungs Zeichen in einer Wilhelmsburger Garage untergestellt wurde. Der Wagen hatte 1 2 K i ft c n geladen, die die Ausschrist einer rheinischen Weingrobhandlung trugen. Als am Abend ein Hamburger Krastwagen die Ladung übernehmen wollte, wurde der Führer des Hamburger Wagen- und seine beiden Begleiter fest genommen. Die Untersuchung der Kisten ergab, dah sie 8 4 00 Päckchen geschmuggelten Tabak enthielten. Cin Bierverleger aus Herzogenrath hatte, wie die weiteren Ermittelungen ergaben, die Ladung au- dem Rheinland nach Wilhelmsburg gebracht. Auch er konnte verhaftet werden. Nach den Geftäitdnisscn der Zseftgenommenen sind in sechs Fahrten mit den Kraftwagen mindestens 4000 Pfund Tabak nach Hamburg gebracht und hier den Agenten der Schmuggler verkauft worden.
Die Folgen de» Eisenbahnunglück» In England.
Die Zahl der Verwundeten b«i dem ölten- bahnunMck bei Dagenham beträgt einschliehlich der Leichtverletzten 79 Sechs Vertonen schweben in Lebensgefahr. Das Schicksal deS einen zu Tode gekommenen Fahrgastes ist besonders tra» ?ilch. Er war auS Versehen in den verehrten Zug gestiegen und hatte seine Mitreisenden vor dem Unglück darauf aufmerksam gemacht. Da» zweite Todesopfer, der Schaffner des Güterzuges, eilte, nachdem er bemerkt hatte, daß sich btc vordere Hälfte des ZugeS abgetrennt hatte, die Strecke entlang, um den
Leich« geborgen worden, die aller Wahrscheinlichkeit nach zur Besatzung der „Öliten“ gehört. Ob ein« aufgefunden« Flaschenpost von ben Schiff stammt, ist zweifelhaft, da die Reederei den einen der unterzeichneten Namen nicht lennt Lin 11 000-Ionnrn-Dampfer durch Jener vernichtet.
Auf der Werft in Newport News (Vir- j ginia) ist der 11000 Tonnen grohe Passagier- und Frachtdampfer .Segovia", der für den Panamerikadienst bestimmt war, durch ein, Feuersbrunst vernichtet worden und gesunken. Der Dampfer, dessen Bau vier Millionen Dollar gekostet hat, sollte im Ianuar in Dient ! gestellt werden.
Anklageerhebung im jalle Schultheitz-Paßenhofee.
Die Staatsanwaltschaft I hat gegen die Mitglieder des ehemaligen Generaldirektoriums der Schultheih-Payenhofer AG., Kahenellen- bogen, Penzlin, Dr. Sobernheim. Kuhlmatz uni Funke Anklage wegen Bilanzverschleierung (8 314 Ziffer 1 HGB ) erhob« Sämtlichen Angeschuldigten wird norgetoodet dah sie in der AussichtsratSsihung am 18. Nove» ber 1930 unb in der Generalversammlung oe 3. Ianuar 1931 d i e Stühungskäufe verschwiegen hätten. Zum Teil wird ihnen auch Aur Last gelegt, bah diese StühungSkäuse in bet Bilanz und im Geschäftsbericht der Ostwerke zw» 31. August 1930 nicht ausgenommen feie» und die Forderung der Ostwerke gegen ihre Tochtergesellschaft Nutria in der Bilanz alt Bankguthaben erscheine und daß bie Garantieverpflichtungen in Höhe von über 33 Will. Mark in keiner der Darstellungen bei Generaldirektorium- enthalten sci-n. Außerdem wird Kahenellenbogen beschuldig handelsrechtliche Untreue dadurch be- Sangen zu haben, daß er die Gründung Der ffektenkonsortium-G. m. b. H. benutzt habe, uwt die Ludwig Katzenellenbogen G. m. b. H. von ihren Dankverpflichtungen zu befreien. Ferner hat Die Staatsanwaltschaft, nachdem die Vorunterfuchui^ auch infjtoe.t e gänzt war, cegen Katzenellendozm unb Penzlin Anklage wegen Ausgabe eine» Prospektes mit irreführenden fl n • gaben erhoben. Das Prospektvcrgehen wird darin erblickt, daß im Prospekt Die SOgungvkäuse unD die Garantieverpflichtungen der Wtwerke überhaupt nicht und bie Schulden bcr Esfektenkoi- sortiums-G. m. b. H. nur unvollständig an- gegeben seien.
Feuersbrunst in einem Pariser Vorort.
In einem großen Warenhaus des Pariser Ber- orte» AubervillierS entstand ein Brand. Nt schnell um sich griff. Als die Pariser Feuerwehe ber dem Brande gegenüber machtlos stehende» Ortsfeuerwehr zu Hilfe eilte, waren bereits auhtt bem Waren hause selbst sieben anliegend« Gebäude ein Raub der Flammen gi* worden Der Schaden ist ungeheuer.
Schwerk Wahlniederlage der Arveilerregieruny in Australien.
Ter Nal onalist LvonS bildet das neue Mabmett.
London, 20. Del. (TU.) Die sozialistische V» bciterregierung von Australien hat in den WahlM am Samstag eine schwere Niederlage C* litten. Die Nationalisten und die tianl- Partei haben große Erfolge erzielt, während M« Sozialisten Sitze verloren. Bei Auslösung de» lamenu letzten sich die Parteien wie folgt zuso» men: Sozialisten (Regierung) 35, Radikale So* Ulten (Anhänger de» Ministerpräsidenten von Ne» Südwales Lang) 5, Nationalisten 2-3, Landpartei .2 Bisher haben sich die Nationalisten 37 und tu Canbpartei 15 Sitze gesichert während es die N» gierunassozialisten nur auf 16 Sijje brachten. lü Lana.Sozialisten vermehrten ihre Sitze bisher aui* Da Die Bauernpartei im allgemeinen mit den ?i» tionaliften stimmt, wird das Kabinett 3 c ul • (in gezwungen sein, vor einem Ration«' l i fl e n t a b i n e 11 mit Lyon» an der Spitze, b <i Platz z u räumen. Premierminister e < u 11 n ist bereit» zurückgetreten,-wird aber die Regierun ? gcschafte über Weihnachten weiterführen. — Generalgouverneur hat Lyon», den Führer W Opposition, der bei den Dahlen den Sieg davM trug, gebeten, nach Canberra yu kommen. Von b' 18 freigeworbenen Sitzen in Senat werden L non Mitgliedern der neuen Regierungsparteien ix Drei von bcr Arbeiterpartei, Die sich setzt in W Opposition befindet, besetzt werden. Hierdurch erb»l: die Regierung im Oberhaus 26 unb die Oppositiv 10. Die neue Regierung wird daher ihr Progra«i ohne erhebliche Schwierigkeiten durchführen t r.r.it- Eine der ersten Amts Handlungen der neuen Weg* rung wird fein, einen neuen D b e r f o m tn ‘ far in London au ernennen, für welchen w* ber frühere Ministerpräsident Bruce gena* wird. Der neue Ministerpräsident Lyons erklärv, daß feine Regierung sich für einen umfanareuN8 Ausbau de» System» ber Sorgugebeba n>‘ (ung innerhalb des englischen Welk' reiches einsetzen unb bereitwillig in Unterböte' (ungen eintreten werbe, sobald bie englische Rege' rung mit Ihren Plänen fertig sei.
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