Ausgabe 
21.9.1931
 
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Oie Herbsttagung der OLG.

Darmstadt. 17. Sept. (WSR.) Die heutigen Arbeiten der Herbsttagung der Deutschen Land­wirtschafts-Gesellschaft wurden mit den Beratun­gen der

Ackerbau-Abteilung.

fortgesetzt. Dr. Roemer. Erbesbüdesheim, er­örtert dieMöglichkeiten derVerbesse- rung der Bodenbearbeitung im bäu­erlichen Betrieb". Richtige Berteilung der Pflegearbeiten im Rahmen des jährlichen Ar­beitsbedarfs müsse unter Anwendung geeigneter Geräte, oder durch Koppelung den Fortgang der Bodenbearbeitung während dieser Arbeitsspitze beschleunigen und die Handarbeit durch Gespann­arbeit ersetzen. Die Handarbeit selbst könne durch Benutzung neuzeitlicher Geräte erleichtert und verbessert werden.

LieberStand und Entwicklung des Zuckerrübenbaues in den mittel- und kleinbäuerlichen DetriebenSüd- d e u t s ch l a n d s" berichtete Ministerialrat Dauer, Darmstadt. Der Verband süddeutscher Zuckerrübenpflanzer betrachte es als eine wichtige Ausgabe, die Landwirte mit den erfolgver­sprechenden Förderungsmastnahmcn durch prak­tische Vorführung der Arbeitsverfahren und -ge­rate und durch Feldversuche in den verschiedenen Anbaugebieten vertraut zu machen.

Besondere Beachtung fand die gemeinsame Ver­sammlung der Deutschen Gesellschaftfür Züchtungskunde und der

Allgemeinen Tierzucht-Abteilung.

Ministerialrat Dr. R i k l a s (München) behan­delteDeutschlands Höhenrinderzucht mit besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse". Das Zuchtziel der in Mittel- und Süddeutschland ge­haltenen Rinderschläge sei davon bestimmt, daß das Rind in erster Linie zur Bewältigung der Gespannarbeit verwendet werden muh. Dazu müsse<aber auch auf genügende Fleischleistung und befriedigende Milchleistung gesehen werden. Trotz dieser Schwierigkeiten sei das Kontrollvereins­wesen in erfreulichem Fortschreiten begriffen; 1930 hätte die befriedigende Durchschnittsleistung von 2985 Kilogramm Milch ergeben.

3n der Versammlung der

Betriebs-Abteilung

standen die Fragen im Vordergrund, welche Wirtschafts - und Detriebsänderun» gen die derzeitigen Verhältnisse von den süd- und südwestdeutschen Dauernbetrie- ben erfordern. Don Prof. Dr. Ries (Dar- nim) und von Landesökonomierat Fotz (Lud­wigsburg) wurde der Gedanke vertreten, daß sich durch gemeinsame Benutzung von Maschinen ge­rade der kleinbäuerliche Betrieb0 rentabler ge­stalten lasse. 3m Anschluß an die Vorträge be­sprach Prof. Dr. S e e d o r f aus Göttingen ver­schiedene Einzelfragen und regte u. a. auch eine 2lrt Selbstversorgung auf handwerklichem Ge­biet an.

3n der Versammlung der

Obst- und Weinbau-Abteilung sprach Gutsbesitzer Secretan aus Hohenau über dieSorten wähl im Obstbau von betriebswirtschaftlichen Gesichts­punkten aus". Er kam zu folgenden Richt­linien: Anpassung des Baumes an die klima­tischen Verhältnisse und an den Standort inner­halb des Gutes, d. h. es ist zu berücksichtigen, ob die Bäume in einer feuchten Wiese, auf dem Acker­feld, auf einem Damm, in einer Viesweide, einem Geflügel- oder Schweineauslauf, als Spalier an l einer Wand oder als Alleebäume benutzt werden ^ sollen; 2. Anpassung an die Betriebs- und Ar- ' beitsverhältnisfe bei der Erntezeit (Berücksich­tigung der Heuernte, Hackarbeiten und Getreide­ernte); 3. Anpassung an die Verwertungs- und Absatzmöglichkeiten. Hieraus ergeben sich folgende Wege: Eigener Verbrauch als frisches Obst, Mus. Latwerge, Dörrobst. Most usw., unmittelbare Ver­sorgung der eigenen Kundschaft und der Wochen­märkte, Versteigerung auf dem genossenschaftlichen Obstmarkt und in Obsthallen, Belieferung der Konservenindustrie, Versand durch die Bahn an entfernte Kundschaft und Händler, und endlich Ausfuhr. Für jede dieser Absatzmöglichkeiten mühten besondere Obstsorten gewählt werden.

DieLlmstellung des Weinbaues auf Pfropfreben" in Hessen behandelte Ober­studiendirektor Fuhr von der Weinbaudomäne Oppenheim, der über die Bemühungen in Hessen in den letzten 25 3ähren Bericht erstattete.

Oer Abschluß der Tagung.

WSR. D a r m st a d t. 18. Sept. Die Herbst­tagung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft fand heute ihren Abschluß mit der

118. Hauptversammlung.

Der Vizepräsident für den Gau 7 der Deut­schen Landwirtschaftsgesellschaft, Kammerherr von K e u d e l l - Wolfsbrunnen, eröffnete die Hauptversammlung mit einem Rückblick auf die wohlgelungene diesjährige Wanderausstellung in Hannover. Wenn bisher die Vermehrung der Produktion in den Vordergrund gestellt worden wäre, so könne man getrost versichern, daß jedes etwa noch zu steckende Ziel erreicht werden könne. 3etzt handele es sich vorwiegend um die Absatzförderung. Dabei gehe es nicht mehr ohne verständnisvolle Staatshilfe, in erster Linie Schutz der Veredelungswirtschaft, und ohne Mit­wirkung der Verbraucher. Cs sei heutzutage un­verantwortlich, Auslandware zu kaufen, wenn gleichwertige einheimische Ware preiswürdig vor­handen ist. Würde alles Erforderliche zur Er­haltung der Landwirtschaft getan, so könne sie der Eck- und Grundpfeiler für die künftige Frei­heit des unterdrückten deutschen Volkes werden, von Keudell schloh mit Glückwünschen zum

25jährigen 3ubiläum der Darmstädter Landwirt­schaftskammer.

Der hessische Wirtschaftsminister Korell er­widerte darauf: Er. ein Mann ohne Ar und Halm, wünsche die Förderung und Sicherung der Landwirtschaft als unentbehrliches Reservoir für neue Führer-, Geistes- und Seclenkräste, das die Landwirtschaft bleiben müsse, und das sie immer gebildet habe. Rach Begrüßungsworten des hessischen Kammerpräsidenten Hensel berich­tete Oekonomierat Wiese über die Wanderaus­stellung in Hannover.

Bei den Ergänzungswahlen zum Präsidium wurden Rittergutsbesitzer von Oppen -Dan- ncnwalde und Graf Moy- Bayern zu Vizeprä­sidenten gewählt. Für die Durchführung der nächsten Wanderausstellung wurde beschlossen, die Ausstellung 1 9 3 2 entsprechend den bisheri­gen Vorbereitungen in Mannheim durchzu­fuhren. Die Ausstellung 1 9 33 soll nach Berlin verlegt werden. Die Herbsttagung 1 9 3 2 ist für Danzig in Aussicht genommen worden.

Daran schloß sich ein Vortrag des Generaldirek­tors der Landwirtschaftskammer für Hessen. Oeko­nomierat Dr. Hamann- Darmstadt, über

Stand und Entwicklung der landwirtschaftlichen Verhältnisse in Hessen innerhalb der letzten

25 Jahre".

Der Redner sagte u. a.: Die großen Fort­schritte auf dem Gebiete der Landwirtschaft um die letzte Jahrhundertwende haben auch in der hessischen Landwirtschaft einen fruchtbaren Boden gefunden. Obwohl, der landwirtschaftlich benutzte Grundbesitz vorwiegend in Händen bäuerlicher Be­sitzer liegt, hat die hessische Landwirtschaft in Den letzten 25 3ahren die Forschungsergebnisse der Landwirtschaftswissenschaft und die Erfahrungen der praktischen Landwirtschaft überall dort, wo es möglich war, für ihre 3ntereffen nutzbar ge­macht. Wenn auch die lange Kriegszeit und die Zeit der Rachkriegsjahre eine erhebliche Beein­trächtigung des Kulturzustandes jmb der Er­tragsfähigkeit der Böden hervorrief und die Er­träge nicht bei allen Kulturpflanzen heute wie­der auf derselben Höhe sind wie früher, so ist doch die Steigerung der Erträge in der Zeit nach dem Krieg bis heute in Hessen er*

Fußball der Gießener Mannschaften.

Der gestrige Sonntag brachte auf dem Waldsport­platz eine außerordentlich spannende Begegnung. Die Liga des V f B. hatte die Liga des SC. 03 Kassel im Verbandsspiel zu Gast. Die Kasseler entschieden das Spiel mit 3:1 für sich, nachdem die VfBer bei Halbzeit mit 1:0 führten und bis zur Pause ständig leicht überlegen waren. Erst in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit rückten die Kasseler energischer auf und sicherten sieb den Sieg. Das Ergebnis erscheint in Anbetracht der von den Grün-Weißen gezeigten Leistungen etwas hart. Die Ligareserve fand sich zum Spiel gegen Oberbiel nicht vollzählig ein und blieb zu Hause. Das Spiel der Jugend­mannschaften der beiden Lokalgegner brachte einen spannenden Kampf, in dem u. a. auch sehr schöne Einzelleistungen gezeigt wurden. Die VfBer ent­schieden das Spiel nicht unverdient mit 3:1 für sich.

Die Ligamannschaft der Spieloereinigung 1 9 00 weilte in Wiesenbach und blieb dort mit 5:1 Sieger. Die 2. und die 3. Mannschaft spielten gegen Aßlar bzw. Steinbach und gewannen ebenfalls mit je 5:1. Die 4. Mannschaft gewann gegen Leihgestern mit 2:1. Die 2. Jugend der Spielvereinigung blieb gegen Dutenhofens 1. Jugend mit 8:0 siegreich. Eine schöne Siegesserie!

Die 1. Handballmannschaft verlor gegen die 1. der Turngemeinde Friedberg überraschend hoch mit 3:12. Die 2. Handballelf entschied das Spiel gegen Treis mit 8:6 für sich.

Iußball in Hessen-Hannover.

Der Sonntag brachte in der Oberliga im Bezirk Hessen-Hannover im großen und ganzen die erwar­teten Ergebnisse. Lediglich das Unentschieden, das der Neuling, Germania Marburg, den Kasseler Kur- hessen auf deren Gelände abtrotzte, kommt über» raschend. Man hatte hier mit einem klaren Siege der Kasseler gerechnet.

Die Spiele in der Südgruppe brachten fol­gende Ergebnisse: Kurhessen Kasse! Germania Marburg 2:2 (1:1); VfB. Gießen 03 Kassel 1:3; Germania Fulda Hessen 09 Kassel 1:2; Kurhessen Marburg Ockershausen 2:0.

In der Nordgriipoe spielten: Spielverein Kassel Hermania Kassel 4:2 (2:1); Sport Kassel gegen SV. Göttingen 6:1; Hessen Hersfeld Groß- Almerode 2.0, Göttingen 05 Iura Kassel 1:1; Einbeck 05 Northeim 1:0.

Punktkämpfe in der Gruppe Main.

3n der Gruppe Main blieb diesmal der Ta­bellenführer Eintracht spielfrei. Die bedeutsamste Begegnung stieg an der Festhalle in Frankfurt vor 7000 Zuschauern zwischen Rot-Weih und Union Riederrad. Die Rot-Weihen, die in ihren letzten Spielen eine Formverschlechterung erkennen lassen, tonnten nur mit Glück ein Unentschieden von 1:1 (0:1) herausholen. Eine deutliche Form­verbesserung lieh dagegen der FSV. Frank­furt erkennen, der Griesheim 02 nach Belieben mit 5:0 (3:0) abfertigte. Mit einem 1 ^-Ergeb­nis trennten sich Germania Bieber und VfL. Reu-3senburg. Ein Unentschieden, das ebenso überraschte, wie das 2:2 aus dem Spiel Hanau 93 gegen Germania Frankfurt. Eine noch größere

heblich größer, als im Gesamtdurch­schnitt des Reiches. Auf dem Gebiete der Tierzucht wurde ,nach den außerordentlichen Schädigungen des Krieges an den Viehbeständen durch intensive züchterische Maßnahmen, ferner durch Leistungsprüfungen der Wiederaufbau der hessischen Rindviehzucht durchgeführt. Den heimischen Viehzüchtern gelang es, die Milcher- träge von 3ahr zu 3ahr zu steigern, so daß das hessische Zuchtgebiet heute Spitzenleistungen auf­weist, die hinter denen anderer Zuchtgebiete nicht zurückstehen. Aus dem Gebiete der Pferde­zucht hat trotz der schlechten Preise,» für Fohlen und Pferde der heimische Pferdezüchter erfolg­reiche Aufbauarbeit geleistet. Die in Hessen seit einigen 3ahren durchgeführten Leistungsprüfun­gen in der Schweinezucht bilden eine her­vorragende Grundlage für den Aufbau der Lan­des-Schweinezucht. Die Ziegenzucht, die von Hessen aus ihren Siegeszug durch Deutschland angetreten hat, hatte im Laufe der letzten Jahr­zehnte hervorragende Erfolge zu verzeichnen, und die Ergebnisse der Leistungsprüfungen auf dem Gebiete der Ziegenzucht find ein deutlicher Be­weis für die erfolgreiche züchterische Arbeit der hessischen Ziegenzüchter. Auf dem Gebiete des Ob st- und Gemüsebaues wurde in Hessen schon seit 3ahren durch planmäßige Auswahl der für den Absatz geeignetsten Sorten, durch Schäd­lingsbekämpfung und sonstige Maßnahmen auf eine Standardisierung und auf die Förderung des Absatzes hingewirkt. Auf dem Gebiet des Wein­baues ist die sachgemäße Durchführung der Schädlingsbekämpfung heute Gemeingut aller Winzer geworden, ebenso haben die Bestrebun­gen der staatlichen Anstalten und der Einrich­tungen der Landwirtschaftskammer, die Erträge der Weinberge durch besondere Maßnahmen zu steigern, auch die Kellerbehandlung zu verbessern, große Erfolge aufzuweisen, so daß der hessische Weinbau mit zu den in erster Reihe führenden in Deutschland gehört. Das landwirtschaft­liche Genossenschaftswesen hat eine außerordentliche Entwicklung genommen. Durch die landwirtschaftlichen Bildungsanstalten des Staates, wie der Landwirtschaftskammer wurde die Fachausbildung der männlichen und weib­lichen 3ugend gefördert. Das Gesamtbild über die Entwicklung der hessischen Landwirtschaft zeigt deshalb überall die rege fortschrittliche Tätigkeit der hessischen Landwirte, weshalb die mangelnde Rentabilität doppelt zu beklagen ist.

Lleberraschung war allerdings der 2:l°Sieg von Heusenstamm über die Offenbacher Kickers.

Mainz 05 wieder Tabellenführer.

Auch in der Gruppe Hessen brachten die Spiele des 20. September einige Lieberraschungen. Mit der Möglichkeit eines Sieges von Langen über den Tabellenführer Kastel war, nachdem Mainz 05 bereits am Vorsonntag in Langen verloren hatte, zu rechnen; daß dieser Sieg aber gleich 6:0 (4:0) ausfallen würde, daran hatte wohl niemand gedacht. Mainz 05, das Wiesbaden 4:1 abfer­tigte, ist nun wieder Tabellenführer. Wormatia Worms konnte gegen Darmstadt 98 trotz starker Lleberlegenheit nur 2:1 gewinnen. Alemannia Worms blieb in Urberach 0:1 siegreich, mit dem gleichen Ergebnis siegte Lorsch in Walldorf.

Zwei neue Segelflugrekorde in Hirzenhain.

WäHrend der letzten Tage wurde im Segel­fliegerlager Hirzenhain wieder tüchtig geschult. Besondere Leistungen vollbrachte dabei wieder der Düsseldorfer Flieger Freusberg, der zwei neue Rekorde für Hirzenhain aufstellen konnte. Er vermochte sich mit seiner Maschine 3 Stunden 38 Minuten in der Luft zu halten und damit die Zeitbestleistung nicht unbeträchtlich heraufzu­schrauben. Mit der bei diesem Flug erreichten Höhe von 600 Meter über dem Startplatz gelang ihm gleichzeitig auch ein neuer Höhenrekord. Oie Aufstellung der Heffenriege für den

Heffenkampf in Gießen.

Am 4. Oktober findet in Gießen, wie schon berich­tet, als turnerisches Großereignis zum dritten Male der hessische Prooinzialkampf im Kunstturnen statt. Die Riegen der drei hessischen DT.-Großgaue Rhein- Main, Rheinhessen und Hessen bewerben sich im Mannschaftskampfe um den vom hessischen Staats­präsidenten gestifteten Wanderpreis, den die Rhein­hessen zu verteidigen haben. Die Riege des Gaues Hessen, die bekanntlich bei der ersten Begegnung Sieger geworden war, glaubte man allgemein be­trächtlich geschwächt, nachdem inzwischen Adolf Fink vom T. u. Spo. Marburg und R. Seth vom Tv. Großen-Linden aus dem Gaugebiet ver­zogen sind. Das Turnen im Bad-Nauheimer Kur­baus und der sich am nächsten Morgen entscheidende Ausscheidungskamvf für den Gießener Kampf haben aber angenehm überrascht und die Hessenturner auf erfreulicher Höhe des Könnens gezeigt. In dem Niddaer Eckhardt, der jetzt im To. Bad-Nauheim turnt, ist ein ganz vorzüglicher Ersatz in die Achter- Mannschaft eingetreten. Auch die übrigen Turner haben viel an sich gearbeitet. Vor allem zeigte Karl Reuter, der Kölner Turnfestsieger, wieder eine ganz beachtliche Form. Nach dem Eindruck, den man in Bad-Nauheim gewinnen konnte, ist die Gauriege für den Gießener Kampf in jeder Hinsicht gewapp­net.

Nach den Ergebnissen des Ausscheidungsturnens setzt sich die Hessenriege für den Provinzialkampf in Gießen aus folgenden Turnern zusammen:

Karl Reuter und Karl Schick vom Tv. 1846 Gießen, Aug. Eberspächer und Adolf A h - rensoon der Tgm. Marburg, Paul G ö t f ch und

9Jl.-$port

Walter Fink vom T. u. Spv. Marburg, W. S i n n« well und Alfred Eckhardt vom Tv. 1860 Bad« Nauheim. Ersatzmann ist Heinrich Dechent, Igm« Friedberg.

Oer OFB. in der Klemme.

Wer spielt gegen Dänemark?

Der Leistungsstandard des deutschen Fußball­sportes ist sehr zurückgegangen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, Wien hat ihn geliefert. So kraß trat in den beiden Länder­kämpfen gegen Oesterreich die Tleberlegenheit der Wiener zutage, daß man die Stimmen verstehen kann, die den Oesterreichifchen Verband vor dem Abschluß weiterer Länderspiele warnten. Wenn auch diese Warnungen als Lieberheblichkeiten zu betrachten sind, sie geben doch zu denken, sie sollten vor allem dem Spielausschuß des DFB. die Augen öffnen, daß eine ganz radikale Än­derung bei der Aufstellung der Rationalmann­schaft dringend notwendig ist. Bereits am 27. September hat der deutsche Fuhballsport eme neue schwere Probe zu bestehen, den in Hannover stattsindenden Länderkampf gegen Dänemark. Es darf kein Zweifel darüber be­stehen, daß man eine von Grund Lu^ geänderte Rationalelf zu sehen wünscht. 3unge und schnelle Spieler, vor allem aber Leute, denen die Aus­zeichnung, den Dreß der Rationalmannschaft an­ziehen zu dürfen, etwas bedeutet. Gerade gegen Dänemark ist eine solche Mannschaft am Platze, sind doch die Dänen nicht Fuhballkünstler wie die Wiener. Aber mit Respekt will die Dänenelf immerhin behandelt sein. Man darf nicht ver­gessen, daß in den bisherigen Länderspielen einem deutschen Sieg fünf dänische Siege gegenüber­stehen.

Wie man nun aus gut informierter Quelle erfahren konnte, wurden für die Begegnung mit Dänemark folgende Spieler in Aussicht genom­men: Tor: Kreß (Rotweih Frankfurt) oder 3akob (3ahn Regensburg); Verteidigung: Em- . m e r i ch (Tennisboruffia Berlin), Stubb (Ein­tracht Frankfurt) oder Weber (Kurhessen Kassel); Läuferreihe: Kauer (Tennisboruffia Berlin) oder Leinberger (Spvg. Fürth), 3 an e s (Fortuna Düsseldorf), K n öp f le (FSV. Frankfurt); Sturm: Albrecht (Fortuna Düssel­dorf), Czepan (Schalke 04), Schmitt (1. FC. Rürnberg), Kuzorra (Schalke 04). Für den Posten des Linksaußen ist noch kein Kandidat genannt worden, da der Rürnberger Kund nicht mehr in Frage kommen soll.

Kurze Sportnotizen.

Die finnischen Langstreckenläufer N u r m i und Larva gingen am Samstag in War­schau an den Start. Nurmi siegte über 5000 Meter in 15:08,2 während Larva ein 1500-Meter-Rennen in 4:11,6 Minuten gewann.

D i e Vorrunde um den Handball- Pokal brachte das überraschende Ausscheiden von Berlin, das in Münster vor 3000 Zuschauern durch Westdeutschland eine 8:6- (6:4-) Niederlage erlitt. Norddeutschland siegte über Südostdeutschland nach zweimaliger Verlängerung 10:9, Mitteldeutschland schaltete den Baltenverband mit 8:5 (4:4) aus.

Deutscher Tennismeister der Berufs­spieler wurde der junge Nürnberger Nüßlein mit drei Siegen vor Roman Najuch mit zwei Siegen.

*

Darmstadt 98 wurde durch einen 8:7- (5:3-) Sieg über die Sv. Vg. Furth süddeutscher Handball- meister.

*

Schalke 04 schlug in Köln den VfR. anläßlich der Platzweihe dieses Vereins nach Belieben mit 7:1 (4:0).

*

Im Fußballkampf der Turner-Städtemann­schaften von Leipzig und Berlin siegten die Sachsen mit 9:7 (7:4).

Deutscher Meister in der 3X1000-Meter- Staffel wurde der SC. Charlottenburg in 7:48,1 Minuten vor der Polizeischule Brandenburg.

Rundfunkprogramm.

Dienstag, 22. September.

7.00: Frühkonzert auf Dchallplatten. 12.05t Schallplattenkonzert. 15.00 bis 15.50: Wochen­schau des Frankfurter Hausfrauenvereins e. V. 15.05 bis 16.00: Von München: Stunde der Haus­frau anläßlich der Deutschen Woche, die in allen großen deutschen Städten durchgeführt wird. (Reichsernährungsminister Schiele, Berlin, spricht zu Iden deutschen Hausfrauen.) 17.05: Mannheim: Rachmittagskonzert. 18.40:Reise durch deutsches Land am Viktoria-See (Ost-Afri­ka)", Vortrag von Theodor Heldmann. 19.05t Das Schaffen des Künstlers", Vortrag von Prof. Max Dessoir. 19.45: Wettsingen. 20.30: Mo­ralische Gespräche von Giacomo Leopardi. 21.15: Studien-Konzert. Einsührungsvortrag: Dr. Theo­dor Wiesengrund-Aöorno. 22.15: Zeitbericht.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Im Hinblick auf den kommenden Winter gilt es mehr denn je, zwischen den Ansprüchen an Bequem- lichkeit und Sauberkeit der Heizung und den verfug- baren Mitteln einen zweckmäßigen Ausgleich zu fin­den. Ruhrkohlen werden in bezug auf Arten und Körnungen in einer von keinem anderen Revier erreichten Vielseitigkeit geliefert, daß sowohl für ge­steigerte Ansprüche als auch für einfache Verhältnisse eine passende Ruhrkohle angegeben werden kann. Der Hauptwerk aller Ruhrbrennstoffe liegt in ihrer er­giebigen Heizkraft, so daß schon mit geringen Mengen und daher niedriger Kohlenrechnung eine auch schärf­ster Kälte gewachsene Heizleistung erreicht wird. Bei der Gelegenheit sei auf das der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers beiliegende Werbeblatt über Ruhrkohlen hingewiesen. 5865V

Obstversteigerung.

Mittwoch, den 23. September, und Don­nerstag, den 24. September, von vormit­tags 9 Uhr an, soll das hiesige Gemeinde­obst, bestehend aus Aepfeln Birnen und Zwetschen, versteigert werden. Bemerkt wird, daß gutes Tafelobst in Frage kommt. Anfang am ersten Tage am Ortsausgang nach Lindenstruth, am zweiten Tage am Ortsausgang nach Winnerod. Am zweiten Tage kommt das Obst im Bereiche der Siedlung, Gemarkung Winnerod, zur Ver­steigerung. 6224V

Reiskirchen den 20. September 1931.

Hessische Bürgermeisterei.

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Mittwoch, den 23. September 1931, vor­mittags 9 Ilhc anfangend, versteigert die Gemeinde Saasen das ihr gehörende Obst, bestehend aus Aepfeln und Birnen. Zu­sammenkunft ist im Ort. 6227V

Saasen, den 18. September 1931.

Hessische Bürgermeisterei.

Schmitt.