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Montag, 2b September 1951

181. Jahrgang

Nr. 220 Erstes Blatt

üblichen Platz als nicht beunruhig, zeichnet worden sind. Sie amerikanischen G>

end be- lelber, die

t o m der Krankheit, auf deren Gefahren von deutscher Seite immer wieder hingewiesen worden ist. Für England ist jetzt eine ähnlich Situation eingetreten, wie wir sie im Juli durch­gemacht haben. Deutschland hat diese Krise inzwifchcn überwunden und gegen die Wieder­holung eine Garantie durch das Stillhalteabkom­men gewonnen. Daraus leitet man auch die blebergeugung ab, dass die Ereignisse von London ....... " ren Strudel

Oie Meinung -er presse.

Auswärtige Kräfte vertrieben England von der Goldwährung.

einer nervösen Spannung vorge­beugt werden soll.

Die Lage kann vom deutschen Standpunkt auS auch deshalb ruhig beurteilt werden, weil der Reichsbankdiskont ja immer noch r e ch t h o ch ist. Ob es zu einer Verschärfung der Devisenvorschriften kommt, läßt sich heute mittag noch nicht übersehen. Die maßgebenden Stellen warten in aller Ruhe die weitere Entwicklung ab. Ihres Erachtens besteht kein Grund zu irgend­welchen Maßnahmen, die sich später vielleicht als übereilt Herausstellen. Vor allem sind auS den Vorgängen von London zwei Lehren zu ziehen. Das ist einmal die Erkenntnis der Tatsache, daß das gegenwärtige Sy st em der Gold­währungen unhaltbar ist. nachdem der Goldvorrat der Welt eine so abnorme Verschie­bung erfahren hat. Zum zweiten sollte die eng­lische Krise nun auch Frankreich die Augen geöffnet und gezeigt haben, daß es mit großen Worten nicht mehr getan ist, sondern endlich ent­schiedene und gemeinsame Schritte unternommen werden müssen, um die Welt­krise zu bekämpfen.

Was sagt man in Neuyork?

Neuyork, 21.Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter widmen der Aushebung der englischen Gold­währung und den möglichen internationalen Aus­wirkungen dieser Maßnahme mehrere Seiten. Ob­wohl man das Ereignis in informierten Kreisen voraus gesehen hatte, machte doch die endgül- tige Bestätigung einen tiefen Eindruck und veranlaßte eine Anzahl Besprechungen führender Bankiers und von Mitgliedern verschiedener Börsen, wobei die englischen Maßnahmen als n o t w e n d i g und ihre voraussichtlichen Rückwirkungen auf den

Lieberzeugung ab, daß die Erclgi Deutschland nicht in i h hineinziehen können. Wenn trotzdem die Börsen heute auch bei uns geschlossen worden sind, so wird von unterrichteter Seite betont, daß darin nicht ein neues Sturmzeichen für un-, sondern nur eine Schutzmaßnahme zu sehen sei. durch die den Auswirkungen

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Chefredakteur

Dr. Fncdr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyrioi,- für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

England hebt den Goldstandard auf.

Oie Regierung ermächtigt die Bank von England, die Einlösung der Banknoten in Gold einzustellen. - Erhöhung des britischen Diskonts von 4% auf 6 Prozent. - Börsenfeiertag in England. - Auch die deutschen Börsen bleiben geschloffen.

deren europäischen Ländern aufgegeben werde, dann würden die Goldvorräte in den Gewölben der Dank von Frankreich und der Vundesreseve- bank nicht mehr den Platz wert fein, den sie einnehmen. Daily Telegraph (Kons.) betont, der nationale Stolz Englands habe einen unerhörten Schlag erhalten: jetzt fei das Ereig­nis eingetreten, das durch die Bildung eines Kon­zentrationskabinetts gerade hätte vermieden wer­den sollen. Auswärtige Kräfte und Einflüsse hätten den Beschluß der Regierung unvermeidlich gemacht. Hierzu gehörten auch .aufgebauschte Darstellungen" über dieDor- gänae in der Atlantikslotte.

.Time s" sagt: Wenn England nicht jahre­lang Verschwendung getrieben hätte und wenn die Vereinigten Staaten und Frankreich nicht drei Viertel des ganzen Gold­vorrats der Welt in ihrem Besitze hätten, dann würde Großbritannien imstande ge­wesen sein, bei der Goldwährung zu bleiben. .Financial Rews" sagt u. a.: England ist buchstäblich durch das Dorgehen fremder Staatsangehöriger von der Gold­währung vertrieben worden. Die aus­wärtigen Börsen könnten mit dazu beitragen, die Rervosität zu beseitigen, die Dundesreserve- bank und die Bank von Frankreich müßten ihr Aeuherstes tun. um Spekulationen der Baissiers auf das Pfund zu verhindern. Die Engländer würden sicherlich ihre Kaltblütigkeit und ihren guten Humor nicht verlieren. Es braucht nur auf Deutschland hingewiesen zu werden. Dort hat ein verarmtes Volk solche Entschlossenheit und solchen Mut gezeigt, daß eine unendlich ge­fährlichere Lage als die, in der wir uns befinden, mit allem Erfolge behandelt worden ist.

in England angelegt sind, erreichen keine beträcht­liche Höhe, unterrichtete Bankiers schätzen die ame­rikanischen Sterlingsguthaben in den britischen Ban- ken auf weniger als 50 Millionen Dol» I a r. Auch die Reservebanken sollen gegenwärtig kaum Sterlingakzepte besitzen, mit Ausnahme der Akzepte für den zusammen mit der Banque de France gewährten Allgustkred-t. Meldungen, daß amerikanischeSpekulanten Baissevorstöße gegen das Pfund Sterling unternommen hätten,

London, 21. Sept. (TU.) In politischen Kreisen gilt es nunmehr für eine ausgemachte Tatsache, daß Neuwahlen nicht st a t t s l n d e n wer- den. Dies sei die unmittelbare Folge der am Sonn­tagabend von der Regierung herausgegebenen Der- siigung, die allen Parteien den Ernst der Lage in England deutlich vor Augen führt. Allgemein wird die Auffassung vertreten, daß sich das Kabinett end­gültig zur Einführung von Zöllen ent­schlossen habe und sofort Maßnahmen ergreifen werde, um den Weg für diese Politik zu ebnen. Eine Umbildung des Kabinetts, der Snow­den und einige liberale Minister, wie Sir Herbert Samuel zum Opfer fallen würden, gilt als be- vorstebend. Macdonald hofft, daß er hinreichende Unterstützung bei den Liberalen und so eine Paria- mentsmehrheit finden werde, selbst wenn es ihm nicht gelinge, Henderson für die Durchführung des Neuprogramms zu gewinnen. Bemühungen, die Arbeiterpartei für die Zollpolitik zu gewinnen, seien schon seit langem im Gang. Das Programm der neuen Regierung würde dann sein: Strikte Durch­führung der Maßnahmen, die für die Ausbalancie­rung des Budgets notwendig find, Berbesterung der Handelsbilanz durch Einführung eines Schutzzolles auf Fertigwaren, deren Höhe unterschiedlich zwischen 20 und 33z v. H. angegeben wird, Durchführung des Snowden-Planes zur Konvertierung der Kriegsanleihen. Ob das Programm auch die Einführung landwirtschaftlicher Schutzzölle Vorsicht, darüber gehen die An­sichten auseinander. Neuerlich wird diese Forderung In einzelnen Blättern von den Konservativen stark unterstrichen. Garwin schreibt imObseroer", der Niedergang der englischen Landwirtschaft sei der Beginn der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Eng- j lands gewesen. Die Wiederbelebung und Unter­stützung der Landwirtschaft sei die notwendige Bor- aussetzung für die Gesundung der Nation und ihrer weiteren Entwicklung und sei der sicherste Weg, um auf die Dauer eine günstigere Handelsbilanz zu er­zielen.

People" will wissen, daß ein Fünfjahres-

plan zur Rettung der britischen Wirtschaft in Vor­bereitung sei. Ende Oktober oder Anfang November wolle das Kabinett an die Nation appellie­ren, um sich von ihr den Auftrag zur Durchfüh­rung eines solchen Fünsjahresplanes erteilen zu lassen, dessen wichtigster Bestandteil die Schassung von Einfuhrzöllen sein dürfte. Die Männer, die das gegenwärtige Kabinett bilden, beabsichtigen, dabei als die Führer einer neuen Partei der nationalen Einigung vor das Volk zu tre­ten. An erster Stelle der neuen Partei soll Mac­donald figurieren, während Baldwin ihm als wichtigste Stütze zur Seite stehen würde.

Mach das Rennen!"

Die Negierung hofft auf fchnellcBeruhigung

Die Verkündigung der vorübergehenden Außer­kraftsetzung der Goldwährung ist in einer A t- mosphäre völliger Ruhe vor sich gegangen. Die Kabinettsmitglieder Haden bereits Downing Street verlassen,und zwar erhobenen Hauptes". Regierungsbeamte betonten, daß die Aushebung der Goldwährung nur als vorübergehende Maßnahme zu betrachten ist. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Welt sich gegenwärtia i n einem Panikzustand besinde und datz die Lage noch dadurch verschlechtert wurde, daß dos Vertrauen der Länder, die in London Kapital an­gelegt hatten, sich verminderte, auch seien die (en- ationeUen Nachrichten, die über den engli« che n Flottenzwischenfall ins Ausland gekabelt wurden, mitschuld. Der eingefleischte Ge­meinsinn und Patriotismus des britischen Volkes würden jegliche Beunruhigung ober Panik verhindern.M ach' das Ren- n e n", fo wird der Appell der britischen Regierung an das Volk lauten, und wenn bas Volk barauf eingeht, so wirb bie Drbnung halb wieberherge- stellt fein. Der Kapitalexport britischer Untertanen wirb in Zusammenarbeit mit ben Banken überwacht werben.

politische Folgerungen.

Keine Neuwahlen? - Umbildung des Kabinetts. - Schuhzollpläne auch für die Landwirtschaft.

unb ber Rest Anleihen unb firebite, zu verzeichnen gewesen fei. Dem Premierminister wurde mitgeteilt, daß bie Bank von England zu der Feststellung ge­langt sei, daß sie das Pfund Sterling nicht auf seiner Goldbasis schützen könne, daß sie aber noch die Gelegenheit nehmen wollte, die Märkte am oamstag zu sondieren. Man hatte ge­glaubt, daß der Samstag ein ziemlich sicherer Tag sei, da die Börsen nur einen halben lag offen sind und daß, selbst wenn die Operation gegen das Pfund ausfallen würde, der Verlust nicht sehr ernst sein werde. Macdonald erhielt jedoch am Samstag den Bericht, daß an dem halben läge lOMillionenPfundverlorengegangen

London, 21. Sept. (WTB. Funkspruch) Wenn auch die Moroenblätter nicht den Versuch machen, den Ernst der Lage zu leugnen, so behandeln sie doch ohne Unterschiedlichkeit der Parteien die neueste Ent­wicklung der Krise in bemerkenswert zu- versichtlichem Tone. Das Arbeiterblatt .Daily Herold" betont, daß bie Aufgabe bes Goldstandards nichts mehr bebeute als bie Wicbcr- herstellung ber Sage, in ber sich Englanb nach b e m KriegesiebenIahrelangbis 1925 befunden hat. Der Verzicht auf ben (Bolbftanbarb werde nicht nur keine verhängnisvollen Folgen haben, sondern sogar dem britischen Außfuhrhandel entschiedene Vorteile bringen. Der Schritt der Regierung sei klug und heilsam, er hätte etwas früher erfolgen sollen. Der nächste Schritt, ber jchchen muß, ist bie (Einberufung einer inter­nationalen Konferenz zur Behanblung biefes Problems unb ber damit verwandten Pro­bleme.News Chronicle" (liberal) stellt fest, daß jeder Grund für Neuwahlen g e - schwanden sei, ebenso fehle jeder Grund für die Einführung eines Zolltarifs. Das Sinken des Sterlingkurses, das jetzt zu erwarten sei, werde die Wirkung eines weitgehenden Zoll- t q r i f e s haben. Es werde automatisch die Ein- fuhr vermindern, weil es sie verteuere, und werde letzten Endes der britischen Aussuhr zugute kommen. DailyExpreß (kons.) sieht in dem Vor­gang in England em weiteres Argument für eine Zollunion der Mitglieder des bri­tischen Reiches. Was die Goldwährung be­trifft. so wäre es Aufgabe Amerikas und Frank­reichs, sich darum zu kümmern, da sie England gewissermaßen gezwungen hätten, von der Goldwährung abzugehen. Wenn die Goldwäh­rung nicht nur in England, sondern auch in an-

London, 20. Sept. (TU.) Von der Amts­wohnung des Ministerpräsidenten wurde am Sonntagabend folgende Mitteilung ausgegeben:

Die Regierung ist sich nach Zurateziehung der Bank von England darüber klar geworden, daß cs notwendig ist, ab Sonntag, 2 0. Sep­tember, Mitternacht, d i e Goldwäh­rung außer Kraft zu sehen. Lin Gesetz­entwurf, der die Dank von Lngland ermächtigt, die Lintöfung der Banknoten in Gold einzustellen, wird dem p a r l a - ment am Montag zugcleitet und fosort in allen Lesungen erledigt werden.

Die Gründe, die zu dieser Entscheidung ge­führt haben, sind folgende: Seit Mitte Juni find Gelder, die fich auf mehr a I 8 200 Mil­lionen Pfund belaufen, vom Londoner Markt zurückgezogen worden. Diese Ab­züge find teilweise mit Gold und Devisen, die im Besitz der Bank von England waren, teilweise aus den Einnahmen deS Kredite- von 50 Mil­lionen Pfund, den die Dank von England aus Rcuyork und Paris erhalten hat und der in allernächster Zukunft fällig wird und teilweise aus den Einnahmen dcS letzten französischen und amerikanischen 82-Millionen-KreditcS bestritten worden. Während der letztenTage haben sich die Abzüge ausländischer Guthaben so stark vermehrt, daß die englische Regierung sich verpflichtet gefühlt hat, die oben erwähnte Ent­scheidung zu treffen.

Diese Verfügung wird jedoch in keiner Weise die Verpflichtungen der englischen Regierung oder der Bank von England berühren, die i n ausländischer Währung zahlbar sind. Die Goldbestände der Bank von England belaufen fich auf etwa 130 Millionen Pfund. 3m Hinblick auf die dringenden Ver­pflichtungen, die unter Umständen erfüllt werden müssen, ist eS nicht ratsam, eine weitere

waren. Der Premier kehrte darauf sofort nach Doroningftreet zurück und in Verhandlungen zwi­schen dem Kabinett unb führenbcn Bankiers würben sosortigc Schutzmaßnahmen beschlossen. Diese mür­ben besonbcrs bringenb durch die Bedrohung des Pfundes infolge ber zunehmenden Wirt- schaftsfchwierigkeiten auch in Holland, Deutschland, ben Vereinigten Staaten unb baburch, bah bie Spekulation in Wallstreet unb Amsterbam englische Papiere in größerem Aus- maße verkaufte. Macbonalb unb bie Bankiers stimmten darin überein, daß sofort Maßnahmen getroffen werden müssen, um der neuen Gefahr zu begegnen.

He rabs ehung diese r R eservcn zuzu- lassen. DaS lausende Gcschäst der Banken wird | nicht unterbrochen. Die Banken werden wie I Jewöhnlich für ihre Kunden offen fein.

s besteht auch kein Grund. Transaktionen in Sterling in irgendeiner Weise einzuschränken. I

Ls ist Vorsorge getroffen, daß bie Böcfeam Montag nicht geöffnet wirb, an dem läge, an dem bas Parlament die notwendige Gesetzgebung zu erledigen hat. Dies wird jedoch in keiner weise das Geschäst der lausenden Regelungen an der Börse stören, bie wie ge­wöhnlich ausgeführt werden sollen. Die englische Regierung hat keinen Grund zu der Annahme, daß die gegenwärtigen Schwie­rigkeiten zu einem erheblichen Maße auf den Export von Kapital durch englische Staatsangehörige zurückzuführen sind. Zweifellos erfolgte die größte Zahl der Abzüge auf ausländisch es Konto. Die Regie­rung wiederholt jedoch eindringlich ihre War­nung, die vom Schatzkanzler gegeben wurde, daß irgendein englischer Staatsbürger, der den Druck auf die Währung durch den Ankauf von ausländischen Sicherheiten vermehrt ober andere hierbei unterstütz!, die Schwierigkeiten desLandesvermehrl. Die Banken Haden sich zur Zusammenarbeit verpflichtet, um die Ankäufe ausländischer Währung durch englische Staatsangehörige einzuschränken.

Die Regierung ist zu ihrer Entscheidung nur nach großem Zögern gelangt. Aber während der | letzten Tage sind die Finanzmärkte demoralisiert und haben ihre Sterling-Guthaben ohne Rücksicht auf den inneren Wert | liquidiert. Unter diesen Umständen blieb nichts anderes übrig, alS die finanzielle Lage deS Landes durch die einzigen Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, zu schützen. Die Regierung hat das Gleichgewicht des Haushal­tes sichergestellt und die innere Lage dcS Landes ist gesund. Diese Lage muß aufrecht erhalten werden. Es ist etwas anderes, wenn man den Goldstandard bei einem nicht- ausgeglichenen Haushalt und bei einer nicht kon­trollierten Inflation aufgibt, als wenn man diese Maßnahmen ergreift nicht wegen der inneren finanziellen Schwierigkeiten, sondern wegen außergewöhnlicher Abzüge geborg­ten Kapitals. Die Reserven Englands sind ungeheuer und es besteht kein Zweifel, daß die gegenwärtigen Währungsschwierigkeiten sich nur a l s zeitweilig erweisen werden."

Oie Vorgeschichte der Krisis.

Ein schwarzer Samstag für das Pfund.

London, 20.Sept. (WTB.) Macdonald hatte während der ganzen Krise bie engstmögliche Füh­lung mit seinen Beratern. Er war am Freitagnach­mittag von Doroningftreet nach Chequcrs ab­gefahren in ber Annahme, baß bie Dinge normal liefen. In Chequers erhielt Macbonalb jeboch kurz vor 19 Uhr eine telephonische Mitteilung, baß eine Einbuße von 17 bis 17,50 Millionen Pfunb Sterling, davon zwei Millionen Gold

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GichenerAnzeiger

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Das Echo in Deutschland.

I Tic Börsen bleiben beute für jeden Verkehr

geschloffen.

Berlin. 21. Sept (LUV.) Ml» in Berlin am Sonntagabend die Beschlüsse der englischen Regie­rung bekannt wurden, waren die internierten kreise schon zu Beratungen über die ersorderlichcn Maß­nahmen versammelt. Zu diesen gehört in erster Linie eine erneute Schließung auch der deut­schen Börsen. Auch eine Verschärfung der Devisenvorschriften wird sich voraussichtlich als notwendig erweisen. Ob bereits die Diskont­erhöhung der Bank von England eine Diskont­erhöhung auch der Reichsbank zur Folge haben wird, bleibt abzuwarten. Der Berliner Bör- fenvorstand trat um 10 Uhr zusammen. Al» Ergebnis der Beratungen wurde bekanntgemacht: Mit Rück­sicht auf die Schließung der Londoner Börse und anderer europäischer Börsen findet eine 71 oti; von Wertpapieren, Devisen und Metallen an der heutigen Berliner Börse nicht statt. Der reie handel in diesen werten Ist nicht zu­lässig: Devisenkurse werden heute an der Börse nicht f e ft g e ft e 111. Die Börsenoorstände der Frankfurter, Hamburger, Münchner, ftöU ncr, Leipziger und Dresdner Börse haben diesel­ben Beschlüsse gefaßt. Auch Wien, Zürich, Brüsfel, Kopenhagen und Stockholm haben sich dem vorgehen der deutschen Börse angeschlossen. Die Schwedische Reichsbank erhöhte ihren Diskont um 1 o. h. auf 5 v. h. 3n Berlin wird der Zahlungs­und Lieferungsverkehr sowohl für heute als auch für morgen aufrcchterhalten. Bezüglich der Difserenzzah- lungen foll morgen Stellung genommen werden. Ob morgen die Effektenbörse wieder stattfindct, hängt ganz von der Haltung der ausländischen Börsen ab.

3n maßgebenden Berliner Kreisen be­urteilt man die Schwierigkeiten Englands alS ein weiteres und sehr ernstes Symp-