Ausgabe 
21.5.1931
 
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Südwestdeuische Bankbeamtentagung.

2lm vergangenem Sonntag hielt wie man uns berichtet der Gau Südwestdeutsch- land im Deutschen Bankbeamten- Verein in Frankfurt a. M. seine diesjährige Dorstandskonferenz ab. Gauvorsteher D e ck e r, Frankfurt a. M., erstattete den Geschäftsbe­richt. Auch das abgelaufene Geschäftsjahr habe weitere erfreuliche organisatorische und sonstige Fortschritte gebracht. 403 neue Mitglieder konn­ten in der abgelaufenen Berichtsperiode in Süd- Westdeutschland dem DBB. zugeführt werden. Sn den letzten Wochen sind zahlreiche weitere 'Bei­tritte zu verzeichnen, so daß der Deutsche Bank- beamten-Derein in Südwestdeutschland nunmehr nahezu 85 Prozent aller kaufmännischen Bank­angestellten umfaßt. Ende 1930 wurden in 119 südwestdeutschen Dankbetrieben 293 DBB.-Mit­glieder in den Detriebsvertretungen gezählt, wäh­rend andere Verbände nur ganz vereinzelt Mit­glieder in diesen Körperschaften besitzen. Durch den Rechtsschutz, der im Berichtsjahre in sehr aus­gedehnter Weise tätig sein mußte, wurden an Gehaltsnachzahlungen, Abfindungen usw., sei es durch direkte Verhandlungen, oder Snanspruch- nähme der Gerichte, insgesamt rund 112000 Reichsmark erzielt! Die Dildungsarbeit, die in verstärktem Maße durchgeführt wurde, erforderte wiederum große Aufwendungen. Sn der regen Aussprache wurde dem Gauvorstand für seine umfangreiche und erfolgreiche Tätigkeit Dank ausgesprochen. Einmütig erhielt der Gauvorstand Entlastung und ebenso einmütig erfolgte auch dessen Wiederwahl. Unter lebhafter Zustimmung fand folgende Entschließung Annahme:

Die in Frankfurt a. M. abgehaltene, stark be­schickte Vorstandstonferenz des Deutschen Bank- beamten-Dereins, Gau Südwestdeutschland, stellt mit Bedauern fest, daß der vor der Senkung auch der Banlangestelltengehälter versprochene Preis­abbau nicht nur in völlig unzulänglichem Rah­men erfolgte, sondern daß inzwischen sogar eine Verteuerung der Lebenshaltung eingetreten ist. Ramens der südwestdeutschen Dankbeamtenschaft muß die bestimmte Erwartung ausgesprochen wer­den, daß die Reichsregierung die versprochene Preisverbilligung stärkstens fördert und auch durch Senkung der Derbrauchertarife und Mie­ten wirksam unterstützt, da nur dann der unbe­dingt notwendige Ausgleich im Angestellten» Haushalt möglich ist.

Auch zahlreiche Dankangestellte sind stellenlos. Die Versammelten richten daher erneut das drin­gende Ersuchen an die gesetzgebenden Körperschaf­ten, baldigst umfassende Maßnahmen zur Dehe- bung der Arbeitsnot und zur Sicherung des Ar­beitsplatzes zu ergreifen und insonderheit gesetz­liche Bestimmungen zum Schuhe der älteren An­gestellten zu erlassen. Arbeits-Mehranfall in den Dankbetrieben darf nicht durch Ueberarbeit be­wältigt werden, sondern es sind hierfür Aushilfs­kräfte einzustellen.

Die südwestdeutschen Dankangestellten ruft die Dorstandskonferenz auf, das Gebot der Stunde zu erkennen und mit unverminderter Energie an der Stärkung und Vertiefung der nationalen, gei­stigen und sozialen Gedankenfront des Deutschen Bankbeamten-Vereins mitzuarbeiten und so schick­salsverbunden zum Wiederaufstieg Deutschlands beizutragen."

Oberheffen.

Notlandung eines Flugzeuges bei Schotten.

< Wingershausen, 18 Mai. Heute nach­mittag mußte dasFlugzeugl_)2038derAka- .demischen Fliegergruppe Darmstadt, -das inAachenzu einem Fluge nach derWasser- 7k u p p e gestartet war. auf dem Felde nahe bei dem Hofe (und ehemaligen Jagdschlösse) Zwiefalten eine Notlandung vornehmen, lieber dem in dem tiefen Einschnitt des Eicheltals gelegenen Wingers­hausen setzte der Motor aus, so daß das Flugzeug auf dem südlich vorgelagerten Höhenrücken, nieder­gehen mußte. Trotz der Heftigkeit des Aufpralls blie­ben die beidenJnsassenunoersehrt. Auch der Motor, der zur Seite ins Ackerfeld geschleudert wurde, wurde kaum beschädigt. Das Flugzeug jedoch wurde am Fahrgestell, am Rumpf und den Seitenflächen so schwer zertrümmert, daß es abgeschleppt werden mußte.

Landkreis Gießen.

ck. Heuchelheim, 19. Mai. Ein hiesiger jun­ger Mann, der Sohn achtbarer Eltern, war seit drei Wochen spurlos verschwunden. Heute mittag wurde er bei Oberbiel als Leiche aus der Lahn gezogen. Was den bedauernswerten jungen Mann in den Tod getrieben hat, ist unbekannt. An- scheinend ist die Tat in einem Anfall von geistiger Umnachtung geschehen. Gestern mittag erlitt der Landwirt Philipp Becker von hier beim H 0 l z - holen im -Krofdorfer Wald einen Herzschlag, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. >

* Wieseck, 20. Mai. Hier hielt an zwei Tagen Frau Luschnat von den Voß-Werken in den Ausstellungsräumen der Firma Kirch­ner (Wieseck) anschauliche Gasvorträge in Verbindung mit Schaukochen. Deide Vor­träge waren gut besucht, und mit großem Sn» teresse folgten die Wiesecker Hausfrauen den Ausführungen der Rednerin. Während ihres Vortrages, in dem Frau Luschnat u. a. eine Menge Ratschläge erteilte, wie man mit dem wirtschaftlich sowie volkswirtschaftlich wichtigen BrennstoffGas" schmackhafte und nahrhafte Speisen zugleich aber auch sparsam und billig herstellen kann, bereitete sie eine Anzahl Gerichte, die in Form von gut schmeckenden Kostproben zur Verteilung kamen. Die Firma Keßler trug durch Schallplatten-Konzert zur Unterhal­tung bei. Sm Romen des Städtischen Gaswerkes Gießen dankte Dr. Goeres den Veranstaltern und der Vortragenden für die gut gelunaene Veranstaltung.

6 A l l e n d 0 r f a. d. L u m d a , 18. Mai. Gestern nachmittag fand in der GastwirtschaftZur Krone" die diesjährige ordentliche Generalversammlung des hiesigen Spar - und Vorschußvereins e. G. m b. H. statt. In Verhinderung des Aufsichtsratsvor­sitzenden wurde die Versammlung durch den Direktor Lotz geleitet. Der Rechenschaftsbericht sowie die Rechnung und Bilanz für das Geschäftsjahr 1930 wurden ohne Debatte genehmigt. Aus ihnen ging

preisgekrönte Stenographen.

Ergebnisse des Bezirkswettschreibens in Friedberg.

Bei dem Wettschreiben anläßlich des Be­zirkstages der Stenographenvereine im Bezirk Gießen des Hess. »Rass. Kurzsch'rtft» Verbandes in Friedberg wurden folgende Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Preisen ausgezeichnet:

60 Silben.

Se einen 1. Preis und einen Ehrenpreis erhielten: Hennig. Otto, Friedberg: Scheid, Karl, Gießen Ges.: Vöhl, Paul, Friedberg; Wilhelm, Otto, Gießen Ges.

Se einen 1. Preis erhielten: Frutig, August, Hungen; Schenck, Werner, Schmittdiel, Gießen 1861; Frank, Srma, Lollar; Brückmann, Willi, Gießen 1861; Georg, Liesel, Gießen Ges.; Müller, Karl, Gießen 1861; Stern, Hildegard, Büdingen; Emmel, Christian, Gießen Ges.; Bauer, Wilhelm, Butzbach; Hamel, Marie, Gießen Ges.; Biehl, Helmut, Lollar; Stimpel, Berta, Büdingen; Kompf, Otto und Anni, Hermes, Rud., Gorges, Kurt, Gießen 1861; Seibert, Annemarie, Gießen Ges.; Emmerich, Ernst, Kirchhöfer, Heinz, Hun­gen; Seiler, Kurt, Mücke; Medenbach, Heinz, Großen-Linden; Rühl, Heinrich, Mücke; Röhl, Martha, Wieseck.

2. Preis: Paulus, Walter, Salzmann, Her­mann, Gießen 1861; Dietz, Marie, Ulrichstein: Bit­tendorf, Heinrich, Wißmar.

3. Preis: Schneider, Emely, Wieseck: Gei» pold, Wilma, Gießen 1861; Grimmel, Großen- Linden.

80 Silben.

1. Preis und Ehrenpreis: Decker, Wilh., Wißmar: Richter, Karl, Friedberg: Sänger, Kon­rad, Gießen Ges.: Reih, Emma, Mücke; Vetter, Elfriede, Laubach; Schmitz, Adolf, Gießen Ges.; Reicharot, Georg, Dad-Rauheim; Roth, Emmy, Gießen Ges.: Werner, Klara, Hungen.

1. Preis: Schmidt, Adolf, Wieseck; Schmidt, Tilla, Dutzbach; Wack, Otto, Gießen Ges.; Soft, Emil, Gießen, 1861; Marth, Karl, Gießen Ges.; Schäfer, Karl, Hungen; Rausch, Rich., Schotten; Fischer, Friedel, Arnold, Wilh., Gießen Ges.; Fett, Sda, Großen-Linden; Mann, Georg,Bü­bingen; Kopp, Lotte, Gießen 1861; Wahl, Hans, Laubach; Schwalb, Else, Gießen Ges.; Schäfer, Franz, Gießen 1861: Sochem, Friedhelm, Ott, W., Hohmann, Emil, Laubach; Weiß, Luise, Großen- Linden: Meyer, Else, Hungen: Velten, Mariechen, Butzbach; Wissemann, Alfred, Lollar; Westrupp, Hans, Gießen 1861; Lehmann, Slse, Feddeler, R., Gießen Ges.; Zeschky, Helmut, Schotten; Schneller, Käthe, Schlamp, Hch., Gießen 1861: Honig, Otto, Mücke; Konrad, Rud., Schotten; Leyerzapf, S., Butzbach; Werner, Hans, Hällmeher, W, Gie­ßen 1861; Kaiser, Elfriede, Hildebrand, Friedr., Böh, Lina, Wieseck; Kehler, Alb., Honig, Emil, Krauß, Ernst, Mücke; Mäser, Adolf, Büdingen; Reidel Hans, Selig, Srma, Gießen 1861; Kreutzer, Karl, Büdingen.

2. Preis: Reust A., Büdingen; Sung, Rosi, Butzbach; Hock, Walter, Giehen Ges.; Mehreih, Mariechen, Gkesten 1861.

3. Preis: Reitz, H., Laubach; Hammann, Eli­sabeth. Butzbach; Dietrich, Karl, Büdingen; Krä­mer, Hans, Lollar.

100 Silben.

1. Preis und Eh renpreis : Albrecht, Elisabeth, Marburg; Müller, Emma, Butzbach; Günther, Minna, Gießen. Ges.

1. Preis: Stubner, Sohanna, Bad-Rauheim; Döringer, Frieda, Wieseck; Paulus, Wilhelm, Gie­ßen 1861; Hofmann, Wilhelm, Giehen Ges.; Schä­fer, Emmi, Wieseck; Hucke, Lina, Gießen 1861; Sin?, Erna, Gbllar; Honig, Wilhelm, Giehen 1861; Loh, Emma, Wieseck; Reinhardt, Luise, Gießen Ges.; Rapp, Dora, Butzbach; Meß, Erna, Gie­ßen Ges.; Schneider, Albert, Lollar; Derzbach, Maria, Giehen 1861; Decker, Heinz, Giehen 1861; Leinweber, Else, Giehen Ges.; Werner, Elli, Dutzbach; Volk, Heinrich, Giehen 1861; Geihler, Elli, Lollar; Wagner, Klara, Giehen 1861; Schürmeyer, Henni, Wieseck; Dest, Albert, Wiß­mar; Seitz, Anna, Lollar; Saab, Elise, Hungen; Kaiser. Mariechen, Wetzlar.

2. Preis: Volk, Srma, Gießen Ges.; Groß­mann, Friedel, Büdingen; Schnell, Toni, Lollar; Kolb, Anni, Wieseck; Herbert, Ludwig, Rieh, Ro­bert, Gießen 1861.

3. Preis: Dröe, Karl, Gießen Ges.; Klor, Christian, Büdingen; Hartmann, Käthe, Bad- Rauheim; Reiber, Liesel, Schotten; Zimmermann, Minna, Giehen 1861; Brandstetter, Erna, Wetz­lar; Sung, Otti, Giehen 1861; Dörr, Heinrich, Dikomeit, Lilly, Giehen Ges.

120 Silben.

1. Preis und Ehrenpreis: Eckhardt,

Ernst, Strauch, Richard, Großer, Emmi, Giehen 1861; Klinkel, Karl, Lollar.

1. Preis: Goxges, Friedrich, Eckhardt, Hel­mut, Giehen 1861; Seipp, Karl, Großen-Linben; Reistinger, Erna, Gerbig, Minna, Giehen Ges.; Seifferth, Wartha, Giehen 1861; Strauch, Heinz, Büdingen; Depperling, Hans, Moosbach, Hein­rich, Giehen 1861; Schnell, Hans, Bad-Rau- heim; Schön, Ludwig, Giehen 1861; Fisch, El­friede, Dutzbach; Drüchner, Heinrich, Dutzbach; Pohl, Sohanna, Gießen Ges.; Carl, Adam, Schot­ten; Brückel, Karl, Overbeck, Emmi, Gießen Ges.; Schäfer, Otto, Düdingen; Dreitenbach, Carl, Bü­dingen; Fisch, Luise, Dad-Rauheim.

2. Preis: Hof, Karl, Giehen 1861; Volland, Willy, Giehen Ges.; Decker, August, Giehen 1861.

3. Preis: Medenbach, Albert, Lollar; Schardt, Wilhelm, Steinberger, Annemie, Kreye, Herta, Eisenbach, Herta, Gießen Ges.; Döll, Ernst Laubach.

140 Silben.

1. Preis und Ehrenpreis: Reh, Fritz, Gießen 1861.

1. Preis: Ludwig, Fritz, Marburg; Kröcker, Hermann, Katz, Max, Thein, Aenne, Schott, Aug., Gießen, Ges.; Lanio, Anni, Giehen 1861. -

2. Preis: Schmieder, Heinrich, Giehen Ges.; Rickes, Elfriede, Dutzbach; Schönhals, Anton, Ul­richstein.

3. Preis: Fuchs, Karl, Ulrichstein; Dikomeit, Elfe, Gießen 1861.

160 Silben.

1. Preis und Ehrenpreis: Wissebach, Hermann, Marburg; Dachmann, Kurt, Marburg; Buchner, Hermann; Wahl, Otto, Gießen Ges.

1. Preis: Zschunke, Helmut; Kiefer, Lina, Gießen 1861; Spies, Karl, Lang-Göns; Schade, Luise, Giehen 1861; Bormuth, Alfred, Gießen Ges.; Michel, Arthur, Giehen.1861; Becker, Gretel, Giehen Ges.: Kihler, Elfriede, Butzbach: Pfeiffer, Olga, Gießen 1861; Kompp, Arthur, Laubach.

180 Silben.

1. Preis und Ehrenpreis: Wittmann, Georg, Friedberg; Schnell, Luise, Lollar.

2. Preis: Dbrfner, Fritz; Lemmers, Fried­rich v., Giehen Ges.

200 Silben.

1. Preis und Ehrenpreis: Harmann, Gertrud, Marburg; Gahmann, Georg, Marburg; Sommer, Karl, Friedberg.

2. Preis: Hormel, Heinrich, Wetzlar; Rieh, Wilhelm, Giehen 1861.

240 Silben.

1. Preis und Ehrenpreis: Moosdorf, Kurt: Wahl, Georg, Gießen Ges.

2. Preis: Klier, Max, Bad-Rauheim.

Schön- und Richligschreiben. Verkehrsschrift.

1. Preis und Ehrenpreis: Sost, Emil, Gießen 1861.

1. Preis (a. K.): Lemmers, Friedrich v., Gießen 1861.

1. Preis: Strauch, Richard; Gorges, Fried­rich; Kompf, Anni, Giehen 1861; Seitz, Anna, Lollar: Sänger, Konrad, Giehen Ges.; König, Otto, Mücke.

2. Preis: Ott, Wilhelm, Laubach; Breiden­bach, Karl, Büdingen; Katz, Max, Gießen Ges.; Reitz, Heinrich, Laubach: Reh, Fritz, Gießen 1861; Mann, Georg, Büdingen: Schäfer, Emilie, Hun­gen: Reinhardt, Luise, Gießen Ges.: Hohmann, Emil, Laubach: Rühl, Heinrich, Mücke: Frank, Srma, Lollar: Dolk, Heinrich, Giehen 1861; Fink, Erna, Lollar. - '

3. Preis: Geihler, Elli, Goltar; Schäfer, Franz, Giehen 1861; Carl, Adam, Schotten; Wahl, Hans, Gaubach: Wack, Otto, Giehen 1861: Vetter, Elfriede, Gaubach: Hönig, Wilhelm, Gie­ßen 1861; Sochem, Friedhelm, Gaubach: Viehl, Helmuth, Gvllar: Reitz, Emma, Mücke: Klor, Christian, Büdingen; Sung, Otti, Gießen 1861; Schäfer, Karl, Hungen: Medenbach, Albert, Col­lar; Hamel, Marie, Gießen Ges.

Re beschrift.

1. Preis und Ehrenpreis: Strauch, Richard, Giehen 1861.

1. Preis (a. K.) Gemmers, Friedrich v-, Gie» hen Ges.

1. Preis: Gorges, Friedrich, Gießen 1861.

2. Preis: Reinhardt, Guife, Giehen Ges.; Wahl, Hans, Gaubach: Ott, Wilhelm, Gaubaxf); Reitz, Heinrich, Gaubach.

3. Preis: Bieler, Georg, Friedberg; Spieß, Karl, Gang-Göns.

hervor, daß trotz der wirtschaftlich schweren Zeit die Genossenschaft auf ein befriedigendes Ergebnis zurückblicken kann. Die Zahl der Mitglieder betrug am Anfang des Geschäftsjahres 323 und stieg bis Ende des Jahres auf 332. Das Bilanzkapital stieg von 502 111,18 Mark auf 552 516,35 Mark. Der Jahresumsatz erhöhte sich von 5 552 126,16 Mark auf 7 762 209,44 Mark. Die Einlagen erhöhten sich auf 281 358,32 Mark, die sich auf 450 Einlagebücher ver­teilen. Die Zahl der Kontokorrentkonten betrug 401. Die Geschäftsguthaben gingen von 18 126,75 Mark auf 20 237,30 Mark in Die Höhe. Reservefonds und Betriebsrücklagen sind von 8273,36 auf 10 647,22 Mk. angewachsen. Der Reingewinn, der noch einer Divi­dende von 10 v. H. je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage zugeschrieben werden soll, beträgt 5139,45 Mark. Oberrevisor Hartmann von Gießen hielt noch einen sehr lehrreichen Dortraa über das Genossenschaftswesen, insbesondere auch über Kapital- und Geldmarkt.

wn. Weickartshain, 20. Mai Rach lang­jährigen Verhandlungen unter Mitwirkung des Bauamtes Gießen ist nunmehr von der Gemeinde der Reubau einer Kirche in unserem Orte beschlossen worden. Sn dem alten Kirchlein wurde von Pfarrer Diehl (Freienseen) bereits der letzte Gottesdienst gehalten, wobei die Gemeinde in herzlicher Weise von der bisherigen Gottesdienst­stätte Abschied nahm. Ein in der Vorkriegszeit angesammelter Daufonds in Hohe von 23 000 Mk. ist durch die Snflation verloren gegangen, jedoch

ist im Gause der letzten Sahre wieder ein statt­licher Betrag angesammelt worden, durch den die Kosten des Rohbaues ziemlich gedeckt sein werden. Die alte Kirche wurde dem Zimmermeister Kel­ler aus Freienseen zum Abbruch übergeben. Bei günstiger Witterung hofft man, die neue Kirche vis zum Herbst fertigstellen zu können, mindestens aber den Rohbau zu vollenden. Der untere Teil des Kirchenbaues wird aus Bruchsteinen herge­stellt, die von der Gemeinde aus ihrem eigenen Steinbruch geliefert werden. Alles übrige Mate­rial will man durch das Bauamt Gießen auf dem Submissionswege beschaffen.

* Lich, 21. Mai. Am Psingstdienstag findet in Lich der sog. Pfingstmarkt (Ziegen-, Lammer­und Schweinemarkt) statt. Mit dem Markt ist eine Ziegenschau und Prämiierung verbunden. Ölad) den Erfahrungen der Vorjahre ist mit einem starken Auftrieb zu rechnen. Auf die heutige Markt­anzeige sei hingewiesen.

* L i ch, 20. Mai. Gelegentlich einer nationalsozia­listischen Versammlung in Birklar am gestrigen Abend wurde ein Versammlungsteilnehmer aus Bettenhausen der Mitglied dieser Partei ist, von den überwachenden Polizeibeamten dabei betroffen, daß er einen sog. Totschläger (Stahlknüp­pel) bei sich führte. Da er das Versammlungslokal bereits betreten hatte, erfolgte feine sofortige Fest - nähme. Er wurde heute dem Schnellrichter vor- geführt und auf Grund des Gesetzes vom 28. März 1931 wegen verbotenen Waffentragens

zu 200 RM. Geldstrafe, evtl. 20 Tagen Ge­fängnis, verurteilt und aus der Haft entlassen.

Kreis Schotten.

± Groß-Eichen, 20. Mai. Die Bevölkerung sei gewarnt vor einem Kollektanten, der Geld- gaben angeblich für das Evangelishe Schwesternhaus in Gießen sammelt. Wie die Leitung des Schwesternhauses mitteilt, ist zur Zeit niemand mit solcher Sammlung beauftragt. Beim Auftreten diesesSammlers" wende man sich an die Polizei. Man tut überhaupt gut, Liebesgaben nur an solche Personen auszuhändigen, die einen Ausweis des örtlichen Pfarramts oorzeiaen können.

S10 rnfels, 20. Mai. Ein schwerer A n g l ü ck s f a l l. ereignete sich gestern mittag in unserem Ort, wo eben die Vorbereitungen zum Kriegerfest am 7. Suni eifrig im Gange sind, in deren Verfolg auch etliche Häuser instand ge­setzt werden. Dabei tarn ein junger Gehr- I i n g , ein 15jübriger Sunge aus Bingenheim, an einem Haus in der Hauptstraße, wo man mit bem Anstrich begonnen hatte, mit der an dieser Wand in das Haus führenden Freileitung des elektrischen Gichtes in Berührung. Er blieb mit dem Kinn daran bängeji^ariff un­willkürlich mit der Hand zu, um sich au befreien, bie aber ebenfalls hängen blieb, und stürzte gleich darauf, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte, aus zirka 6 bis 7 Meter Höhe tot vom Ge - r ü st. Das Bedauern mit dem armen Sungen ist hier allgemein.

(Sewerkschastsbund der Angestellten.

Wie man uns schreibt, hielt die Ortsgruppe Gießen des Gewerkschaftsbundes der Angestellten am vergangenen Samstag ihre Monatsversammlung ab. Reben verschiedenen in­ternen Angelegenheiten wurden insbesondere die wirtschaftliche Gage, die Vorschläge zur Behebung der Arbeitslosigkeit. Sanierung der Snvaliden- versicherung auf Kosten der Angestelltenversiche­rung und die Forderung auf Erlaß einer allge­meinen Preisabbauvervrdnung besprochen. Die Versammlung faßte nachstehende Entschlie­ßung, bie einstimmig angenommen wurde:

Sn der Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Gießen im Gewerkschaftsbund der Angestellten wurde für das deutsch-österreichische Zollabkom­men eingetreten, das einen Fortschritt auf bem> Gebiete der europäischen Wirtschaftsverständigung barstellt. Der GDA verwahrt sich ebenfalls dagegen, dieses Abkommen auf das politische Ge­biet zu verdrängen. Das Teilgutachten der von der Regierung berufenen Kommission in Sachen Arbeitslosigkeit wurde von der GDA.-Versamm­lung eingehend besprochen. Mit Befriedigung nahm man Kenntnis davon, bah bie im April veröffentlichten Vorschläge in der Frage der Arbeitszeit, der Ueberftunben unb der Doppel­verdiener den Vorschlägen nahekommen. die der GDA. bereits vor Monaten aufgestellt hatte unb der Kommission zur CHliVerarbeitung einreichte. Allerbings sink» die Vorschläge der Kommission nicht weitgehend genug, so daß befürchtet werden muh, dah bie Aktion nur halbe Arbeit leistet unb bie große Zahl der Arbeitslosen nicht ge­nügend verringert wird. Der in verschiedenen Presseorganen veröffentlichte Arbeitgebervor­schlag. das eigentliche Tarifgehalt mit seinem un­abdingbaren Charakter auf bie Höhe ber Arbeits­losenunterstützung herabzusehen unb den übrigen Gehaltsteil dehnbar nach der jeweiligen Konjunk­tur zu gestalten, wurde entschieden abgelehnt. Dieser Arbeitgebervorschlag bedeutet die Auf­hebung ber Tarife überhaupt. Die allgemeinen unb vielfach wiederholten Gehaltskürzungen ha­ben das Monatseinkommen der Angestellten der­art geschwächt, daß aus sozialen Gründen nun endlich das Abbaugerede verstummen muh. Dafür ist die von GDA. geforderte Preisabbauverord- nung stärkstens zu unterstützen, die im Kerne eine Ausdehnung der Markenartikelverördnung ber Regierung auf alle anderen gebunbenen Preise ist unb einen Preisabbau von mindestens 10 Pro­zent mit dem Stichtag des 1. Oktober 1930 ver­langt. Schließlich fordert die GDA.»Versammlung Befreiung ber Kurzarbeiter von ber Bürger­steuer. weil das Einkommen oft auf bie Höhe ber Arbeitslosenunterstützung gesunken ist. Beachtung verdient auch die Versammlv/igsaussprache über die Regierungsnotverordnung betreffend politische Gewalttätigkeiten. Man wehrt sich gegen eine falsche Auslegung, denn es ist bereits vorgekom­men, daß die (Berorbnung gegen gewerkschaft­liche Maßnahmen angewendet wurde. Schärfsten Protest erhoben die Versammlungsteilnehmer gegen die Sanierungsabsichten der Snvalidenver- sicherung auf Kosten der Qlngeftelltenberfid>erung, zumal der Staat keinerlei Zuschüsse zur Ange­stelltenversicherung leistet unb die Einnahmen nur von den Versicherten unb Arbeitgebern auf­gebracht werden."

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsoerkündigungsblatt Nr. 36 Dom 19. Mai enthält: Die Einfuhr von Kirschen nach England. Die Besteuerung der Wanderlager. Die endgültigen Umlagen und die endgültigen Sondergebäudesteuer der Gemeinden, Kreise unb Provinzen im Rechnungsjahr 1930. Gesuch des Heinrich Weinel, Bierverlag in Hungen. Mit­gliederversammlung des Kreisrinderzuchtoereins Gie­ßen für Simmentaler Dieh. Schweinezwischen­zählung. Kinderzeitung der Deutschen Liga für Völkerbund. Katechetenunterricht im Schuljahr 1931/32. 4. Sonderkursus für Pädagogen in Genf. Dienstnachrichten.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Einer ber beliebtesten unb bewährtesten Wagen der mittelschweren Klasse ist der 10/50 PS 2,5 L Sechszylinder Wanderer.

Das neue Modell dieser Type weist eine Reihe wichtiger Verbesserungen auf. Snsbesondere ist das Fahrgestell wesentlich verlängert, ber Mo­tor kräftiger und noch geschmeidiger geworden; vier hydraulische Stoßdämpfer tragen zur Ver­besserung der Straßenlage bet, u. a. m.

Dte neuen Modelle des 10/50 PS Wanderer haben bereits auf der Berliner Automobil-Aus­stellung besonders starken Anklang gefunden. Es ist zu erwarten, dah die neuen schmucken Karos­serien unb die durchgeführten Verbesserungen» dem Kreise der Wandererfahrer neue treue An­hänger gewinnen werden. 2621 V

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