Mittwoch, 2l. Januar 1931
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 17 Zweites Blatt
n Hnfer lieber Darnowsky hat mich gemalt. DaS
Nachdruck verboten
24 Fortsetzung
tüf
im Neben
Bild ist dort, in Partentcrchen, fertig geworden. Es sieht ganz famos aus! Nicht wahr, Doktor
i Knüppel = 11 rin, Reisig ■ ? ichle: Stangen L bis 3. St
Die Bewegungsvorgänge auf dem Arbeitsmarkt waren im Dezember 1930 außerordentlich stark. ' m e der Arbeits-
Peter Leisetritt trottete resigniert wieder m das Gastzimmer zurück und brummte nur:
„Noble Herrschaften! Hätte gar nicht gedacht,^ daß der Herr Wördehosf so feine Bekanntschaften hat." t t
„Ned' mch so dumm, Peter! Paß lieber aüf die andern Gäste auf. Da — der Herr Forstrat hat schon wieder sein Glas leer. Dem kann man auch gleich 'ne Tonne Vorgehen."
3a — so war Frau Leisetritt---
Wördehofs erzählte, Und während er sprach, überlegte er, daß er Norma überreden mußte, schon in einigen Tagen abzureisen. Er selbst wollte mitfahren, denn allein würde fie es nicht tun. Er konnte sich ja als vollständig ->erholt hinstellen und wünschen, daß man „Geschäftliches" lieber in Berlin mit Hollmann gemeinsam besprechen könnte. Dann war Norma wenigstens aus Nicolettes Nähe. 3n Der.m aber konnte er offen zu ihr sprechen. Auch die Krankheit Kinnns war ja ein vernünftiger Borwand für ihn, endlich das Schloß zu verfassen.
Noch aber lieh er nichts darüber verlauten. Er wollte erst mit Dr. Windthorst sprechen. _
Der lief ihnen an einer Waldschneise förmlich in die Arme. Er hatte seinen Abendspaziergang gemacht und wollte noch im „Braunen Hirsch seinen Schoppen trinken. Nun traf er die kleme Gesellschaft, kniff, feiner Gewohnheit gemäß, das rechte Nuge zu und erkannte Wordehoff.
Der begrüßte ihn sofort:
„Hallo - Doktor — auch wieder im Wald gewesen? Denken Sie nur — die Ueberraschung
Einen Augenblick lang hingen die Dritte der beiden ineinander. Dr. Windthorst erriet jetzt, wer diese elegante mondäne Dame war.
„Meine Frau ist zu Besuch gekommen! Darf ich vorstellen?" _
Dr Windthorst fand sich mit Gewandtheit in die Situation. „
„Unb hier — Dr. Römer, der Gestalter meiner Stücke auf der Bühne — Herr Barnowlky, der Maler der Zukunft, unzertrennlicher Begleiter meiner Frau —“
Klang wirklich etwas Ironie aus diesen Worten? Jedenfalls lachte Norma auf und legte ostentativ ihre Hand e.iger in Darnowskys 21rm.
Dr Windthorst ^cwies sich als Weltmann und sicherer Plauderer. Lind im stillen, während nun alle zusammen einen anderen Waldweg entlang gingen, beobachtete er Norma Nelson.
Ja — sie war der Typ der mondänen Schauspielerin. Wördehosf hatte ihm ein richtiges Bild
Römer?" , . ,
Darnowsky blickte sie sekundenschnÄl heiß an und Norma erwiderte diefen Blick.
„Ah — da bin ich neugierig", sagte Wörde- hoff. Aber es klang nicht besonders interesfiert. —
Als man wieder die Chaussee erreichte, war es bereits ganz dunkel geworden. Windthorst und Wördehosf verabschiedeten sich vor dem „Braunen Hirsch" von den andern.
„Wann läßt du dich morgest sehen. Hubert?« fragte Norma.
„Nach dem Tisch, nicht wahr?" antwortete er. „Du wirst ja den Vormittag über mit dir zu tun haben", fügte er lächelnd hinzu, „und dich ausschlafen wollen. Also, gute Nacht, Norma. Gute Nacht, meine Herren."
16.
Die beiden nächsten Tage vergingen Wörde- hoff in einem Zustand dauernder innerer öt>an- nung. Immer war die Besorgnis in ihm. das; Nicolette dennoch, trotzdem sie den Schloßberg nicht verlieh, von Normas Aufenthalt und ihrem Verhältnis zu ihm etwas erfahren könnte. Darum hielt er cs für richtig, so viel wie möglich mit Norma und ihren Freunden zusammen zu sein, um so am ehesten ihre Schritte zu überwachen. —
Dr. Windthorst hatte nun offen bekannt, dah er für Kinna hier nichts mehr tun könne, es wäre ratsam, wenn er in das Genfer Sanatorium des ihm von seiner Universitätszeit her und durch seine späteren wissenschaftlichen Erfolge gut bekannten Professor Legrel gebracht würde.
Nicolette war über diese Eröffnung ganz verstört.
Wördehosf aber tröstete sie.
„Es ist das Beste so, Lieb. Wir müssen uns klar fein, dah der Zustand deines Vaters äußerst bedenklich i|t. Da gibt s kein Versuchen mehr. Man muh nun eben alles versuchen, jede Möglichkeit, die zu einer Besserung führen kann, cm ateifen. Sei mein starkes Mädel, Nicolette meine Gedanken werden immer bei dir sein —
Sie schluchzte auf.
„3a — ja — ich sehe es ja ein. es toira schon besser sein, wenn Papa wegkommt. Ganz in sachgemäße Pflege. Aber — ach, Hubert mir ist so bange. Um Papa — um mich um dich —“
„Närrchen du! Denk' an unsere Liebel DaS wird dich immer aufrechterhalten."
Da bl.ckte sie ihn mit feuchtschimmcrnden Augen dankbar an.
3a Hubert. Liebster, wenn ich dich nicht hätte!"
(Fortsetzung folgt.)
allein auf Beendigung von Dauarbeiten zu rück - zuführen, sondern auch auf Beendigung von Holzhauerarbeiten, zu denen eine große Anzahl Bauarbeiter zugewiefen worden warem Die Arbeitsuchendenzahl betrug 2568 gegenüber 1802 des Vormonats und 2850 des Vorjahres.
©aff- unb Schankwirffchaftsgewerbe.
Der Beschäftigungsgrad in diesem Gewerbe hat sehr nachgelassen. Es wird im allgemeinen über den schlechten Reiseverkehr geklagt Die steuerlichen Maßnahmen wirken sich auch im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe aus. 'Die Zahl des Fachpersonals, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, beträgt 123 gegenüber 119 des Vormonats und 108 des Vorjahres.
verkehr sgewcrbe.
Der Zugang an Arbeitsuchenden in dieser Berufsgruppe hat ebenfalls zugenommen, und zwar ist dies auf Entlassungen seitens der Reichsbahn und der Reichspost zuräckzusühren Weiterhin kommt hinzu, daß städttfche Betriebe Arbeitskräfte entlassen haben. Am Stichtag waren 405 Personen arbeitslos gegenüber 317 des Vormonats und 330 des Vorjahres.
Lohnarbeit wechselnder Arl.
Die sprunghafte Steigerung der Arbeitslosen- zifser in dieser Berufsgruppe ist hauptsächlich auf Beendigung der Auhenarbciten zurückzuführen. Es wurden am Stichtag 1973 Personen gezählt gegenüber 1343 des Vormonats und 2505 des Vorjahres.
Angeflelllenberufe.
Die Marttlage für Angestellte aller Art ist nach wie vor unverändert ungünftig. Vor Weihnachten konnten einige Aushilfsvermittlungen von Verlaufspersonal getätigt werden. Stellenlos sind zur Zeit 698 Personen gegenüber 670 des Vormonats und 311 des Vorjahres.
Berufsberatung.
Die Abteilung Berufsberatung wurde im Monat Dezember von 165 (96 männlichen, 69 weiblichen) Ratsuchenden 284mal (74mal von männlichen wiederholt und 45mal von weiblichen) in Anspruch genommen. 38 Ratsuchende (29 männliche, 9 weibliche) kamen aus höheren Lehranstalten, darunter waren 25 Abiturienten.
20 Knaben und 7 Mädchen wurden einer psychologischen Eignungsuntersuchung unterzogen und 3 Knaben und 6 Mädchen wegen gesundheitlicher Bedenken für den gewünschten Berus noch besonders ärztlich untersucht. 3m Auftrage des Fachunterausschusses für das Lehrlingswesrnx im Duchdruckgewerbe in der Provinz Oberhessen haben wir 23 Derufsanwärter für dieses Gewerbe noch besonders geprüft. Auf ausdrücklichenWunsch von Arbeitgebern haben wir 5 Knaben und 3 Mädchen auf ihre wahrscheinliche Derusseig-
von ihr gezeichnet. Jede ihrer Bewegungen, ihre Haltung, die Art zu sprechen, zu lachen, alles verriet die geschulte, bis in die Fingerspitzen routinierte Bühnenkünstlerin und Dame des Salons. die jede Wirkung ihres Wesens auf andre im vorhinaus genau kannte, wenn nicht bar berechnete.
„Sie sind doch der Ar§t des Professors Kmna? fragte Norma nun plöhttch.
„3a — allerdings. Sie kennen den Professor auch?"
„Aber gewiß. Doch — was ich sagen wollte — ist es denn wirllich so schimtix mit ihm bestellt? Hubert erzählle, er wäre todkrank —“
Dr. Windthorst schwieg eine Weile, bevor er antwortete: ....
„3a — es steht sehr schlimm mit ihm. gnädige Frau. Wer weih, ob er den Herbst noch erleben wird. Wenn sein Zustand sich nicht bald offen- sichtlich ändert, muh er nach der Schweiz, m das Sanatorium von Professor Legrel —"
Wördehosf war selber überrascht. Windthorst hatte chpi gegenüber noch nichts von solchem Plan erwähnt.
„Wirllich?" . . _ ...
„Es bleibt nichts anderes übrig. Legrel hat seine besondere, anerkannte und in den meijten Fällen bewährte Methode. Vielleicht dah er Besseres erreichen kann, als ich —"
Er nickte Wördehosf ernst zu.
„Wir kam dieser Gedanke heute nachmittag nach der Visite. Es wäre mir lieb, wenn auch Sie schon so einiges davon Fräulein Kmna gegenüber andeuten würden. 3e eher die lleber- siedlung nach dort stattsinden kann, um so besser. Allerdings — ich muh noch eine Weile den Zustand des Patienten genau beobachten. Eine solche Reise ist für ihn immerhin ein Risiko."
Wördehofs blickte starr vor sich hin.'
„3ch werde daran denken, Herr Doktor. Sie werden ja auch recht haben, Professor Kmna muh fort —“ , „ .,
„Und das kleine Fräulein? fragte Norma mit Empfindung. „Was soll die wohl allem hier —
„Sie würde natürlich mitfahren, soweit ich sie kenne, gnädige Frau."
„Dann — ist ja dein Urlaub auch bald zu Ende", meinte Norma zu ihrem Gatten und tat fast verwundert. „Oder —“
Ein festes, listiges Blinzeln der Augen, das Wördehosf nicht entging.
Gewiß. Ich wäre sowieso in emtgen Tagen abgereift", sagte er. „Nun macht sich das so von selbst. Es war ja wohl auch Zeit."
Und dabei dachte et mit einer gewissen Erleichterung: Es ist gut so. Wenn Kmna und Nicolette von hier fort sind — monate.ang — dann kann ich mit Norma einig werden Dann — kann Nicolette nicht vom Zufall m Diele ganze nichts weniger als angenehme Angelegen-
nung begutachtet.
In den oberen Schulklassen der höheren Lehranstalten und Volksschulen fanden weiter Klassen- besprechungen über die Berufswahl statt.
Zur Anmeldung kamen 17 neue Lehrstellen, und zwar 13 für Knaben und 4 für Mädchen: 13 Knaben und 3 Mädchen konnten in geeignete Lehrstellen vermittelt werden. Wegen der tröst- losen und unsicheren Wirttchaftsaussichten halten viele Arbeitgeber mit Anmeldung neuer Lehrstellen noch zurück. Vielfach kommen solche zur Anmeldung mit dem Vorbehalt, daß eine Besetzung beweiben nur bei besserem Geschäftsgang erfolgen kann. Von einem Lehrlingsmangel kann trotz der sehr verminderten Zahl von Schulabgängern keine Rede fein. — Bei den schlechten Wirtfchastsverhältnissen ist auch die DerusSnot der Abiturienten sehr groß geworden. Ein sehr hoher Prozentsatz derselben kann aus finanziellen
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Gründen nicht studieren und ist auf Berufsmög- möglichkeiten ohne Hochschulstudium angewiesen. Reich. Staat und Gemeinden stellen aber kaum Beamtenanwärter ein und die sonstigen mittleren) und höheren Berufsmvglichkeiten sind sehr bc- f^3nnltDen ArbeitSamtsnebenstellen (Friedberg, Büdingen. Alsfeld. Lauterbach und Schotten) fanden 91 Beratungen statt, davon 66 erstmalige (41 für Knaben, 25 für Mädchen) und 25 wiederholte (16 für Knaben, 9 für Mädchen), sowie 2 Lehr- ftcIIcnDermitflungen für Knaben.
Meine Strafkammer Gießen.
* ® iefoen, 16. Ian. Ein auswärtiger Arbeiter ist beschuldigt, sich bei dem Besuch einer Wirtschaft mehrere Notenrollen für das dort stehende elektrische Klavier ungeeignet zu haben. Das Gericht erster Instanz verurteilte ihn deswegen zu zwei Wochen Gefängnis. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Berufung em mit dem Antrag auf Freisprechung. Die heutige Beweisaufnahme ergab, daß seine Verteidigung, er habe nur einen Scherz machen wollen, nicht stichhaltig ist. Er hat die Rollen unter feinem Rock verborgen und sie später, wie durch unbeteiligte Zeugen behmßet wurde, einem anderen Wirt zum Kauf angeboten. Auch hat er dem Eigentümer die Rollen nicht zurüctgebracht, trotzdem er später wieder in dessen Wirtschaft verkehrte. Unter diesen Umständen mußte die Strafkammer zur Verwerfung der Berufung kommen und Derur- teiltc den Angeklagten an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zehn Tagen zu einer Geldstrafe von 50 Mark. ^^ Berufungsgericht berücksichtigte die Jugend und dia Unbeftrastheit des Angeklagten und war deshalb der Meinung, daß auch mit einer Geldstrafe der Strafzweck erreicht werde.
In einer anderen, größeren Strafsache gegen mehrere Angeklagte wegen Widerstands gegen Die Staatsgewalt und Hausfriedensbruchs muhte Aussetzung eintreten, Da ein Zeuge erkrankt war und ein anderer seinen Wohnsitz gewechselt hatte. Das Gericht ordnete die kommissarische^ Vernehmung des letzteren an.
Oer Mord in Frankfurt.
Zahl der Prozent Arbeit- Prozent
Einwohner z. Gesamt- suchende zur Ein- ~ ' am wohner-
Um 31. Dezember 1930 standen 13741 Personen dem Urbeilsmarkt zur Verfügung, gegenüber 13 050 Personen am 28. Februar 1930 und 12 923 Personen am 28. Jcbruac 1929. (Höchststand der Vorjahre.)
Aus den Mitteln der Arbeitslosenoersiche- r u n g wurden im Berichtsmonat 9181 Personen unterstützt, gegenüber 6164 des Vormonats und 5576 des Vorjahres. Krisenunter st ützung erhielten 1200 Arbeitsuchende, gegenüber 1152 Des Vormonats und 232 des Vorjahres. An Abgängen waren zu verzeichnen 1638, gegenüber 1841 des Vormonats und 1780 des Vorjahres. Die Z u - gonge beliefen sich im Monat Seymber 1930 aus 8112^gegenüber 5818 Des Vormonats unD 6146 Des Vorjahres. Vermittelt wurDen in der Berichtszeit 1945 Arbeitsuchende.
Wie sehr Das Arbeitsamt mit seinen Nebenstellen durch Das schnelle Ansteigen Der ArbeitsuchenDen- zahl belastet mürbe, zeigt folgende Aufstellung. Darin sind Die Nebenstellen unb bie Einwohnerzahl in bem Nebenstellenbezirk ber Zahl ber Arbeitsuche nben gegenübergestellt. Von ber Gesamtbevölkerung bes Deutschen Reiches sinb 5,7 v H. Arbeit- suchenbe.
3m Bereich des Urbeilsamt» Giehen macht die Urbeitfuchendenzahl 4,5 v. h. der Vevölkerung
aus.
Norma nickte Wördehoff launig zu.
„Wirklich — ja, es war Zeit. Man kann ja nicht immer in einem romantischen Schloß wohnen, Hubert. Du gehörst ja auch noch der großen Welt an, meine ich. Es freut mich, zu hören, daß du wieder Sehnsucht danach hast."
„Es war vorauszusehen", sagte Dr. Römer liebenswürdig. „Der Winter — Der neue Kunst- Winter erfordert Ihre Anwesenheit. Ein Dichter muh immer im vollen Leben stehen, noch dazu einer, der von den Brettern, die die Welt bedeuten, zur Menge sprechen will."
Es klang ein bißchen schmeichlerisch und zu betont. Unb Wörbehoff konnte sich nicht ent- halten, zu erwidern:
„Da irren Sie. Das volle Leben — das liegt hinter mir. Wenigstens in dem Sinne, wie Sie es eben andeuteten. Das volle Leben — das trägt man in sich! Und ich glaube beinahe — man braucht nicht gerade Komödien zu schreiben als Dichter, um die große Wenge zu packen —"
„Nanu? Schreiben Sie etwa einen Roman? Wördehosf zuckte die Schultern.
„Ich werde ifjn vielleicht schreiben. Aber reden wir doch nicht vom Fach."
„Hm — deswegen bin ich ja eigentluf) her» gekommen —“ lächelte Dr. Römer, „wie Sie sich denken können. Ihre Frau Gemahlin deutete es schon an.“ . ...
„Können wir tun, wenn wir tn Berlin sind, Römer. Hier hab ich keine Lust dazu, damit Sie's gleich wissen."
„Na — Sie sind aber ehrlich! Gott — am Ende haben Sie nicht einmal unrecht. Die paar Tage hier —“
Rorma, die mit Barnowsky wieder voranschritt, wandte sich um und zeigte lachend ihre Zähne.
„Hubert — mir scheint, es hat dir autzer- ordenttich gut gefallen."
Aber er antwortete nicht Darauf.
'Darnowsky sorgte Dafür, dah Das Gespräch schnell eine anDere Wendung nahm, die ihm zudem viel unterhaltsamer schien. Bald plätscherte er im Fahrwasser Der Partenkirchener Erinnerungen, und Norma assistierte ihm eifrig. Es war eben stilvoll gewesen — wie immer. Wan hatte sich vortrefflich amüsiert, und Die Illustrierte Zeitung hatte Normas Dlld a.8 „Som- merfrischlerin" gebracht. Also?
„Und denke Dir, Hubert, in Der Winteraus- stellung werDe ich gleichfalls «im Bilde" prangen«
Wenn auch bie Zunahi
(ofigteit zum großen Teil auf Schließung von soisonmähigen Betrieben zurückzuführen ist, so kam in biescm Jahr noch Die S t i 11 e g u n g D e r T a - bakinbustrie infolge ber Tabakzollerhohung hinzu Wie sehr gerade bie Tabakinbustrie für unser Gebiet von Bebeutung ist, zeigt, bah ber winterliche Höchststand an Arbeitslosen ber Jahre 1929 unb 1930 bereits überschritten ist.
Hoch mehr Arbeilslose in Oberhessen
Oer Dezember Bericht des Arbeitsamts Gießen.
fteit hineingezogen werden. Und Die wenigen Tage noch, Die ich hier bin — sie werden vergehen. Nicolette soll nichts von Norma erfahren, bevor nicht alles wieder klar und rein ist.
Unwillkürlich begegnete sein Blick dem Des Arztes. Und es war ein stilles, heimliches Grüßen in Windchorsts Augen: „Nur ruhig — ich helfe Dir schon, Wördehosf. Wir stehen beide vor Nicolette unb bewachen ihre Seelenruhe."
Sie kleine Aicolelie
Vornan von Paul Lain
tl 130 Stück, Knüppel 31 L (lang eingelegt) 234 nn. , ben 20. yanuar 1931. K ?r ßemtinbeoorfiel/er.
ich ver iolort wm Petzer banbentn ■tfxiDatlunbftboft ~ er ■yiaxftnxmt SUfftc um? hxlichei Lhrvuax nlS renverteilei ine VerdienitMg'.ichkeli. L es erlorderiilbe Mlermi u Henüfliind und »ew^ien i' Unitritii8UM.2iesie.Ut w Jahren unb ist umianitt.
Man bereits oorbaaseo. > n nut Merbnts- oder »erf
WM-Vkß
'N tonUnenüoS Wh
Land- und Forstwirtschaft.
In der Landwirtschaft herrscht winterliche Ruhe. Die noch zu Anfang des Monats beschäftigten Hilfskräfte kamen gegen Mitte des Monats zum größten Teil zur Entlassung. Das Stammpersonal erledigt bie noch vorkommenben Arbeiten. Vereinzelt würben lanbwirtschaftliche Arbeitskräfte in Dauerstellungen ongeforbert. Auch bie Nachfrage nach weiblichem Personal, bie sonst groß war, hat nachgelassen.
Die Forstwirtschaft zeigte sich im Anfang ber Berichtszeit noch aufnahmefähig, so baß wir 874 Per sonen in ben Holzwalb vermitteln konnten. Gegen Enbe bes Monats Dezember 1930 würbe ein großer Teil ber von uns vermittelten Walbarbeiter wegen Beenbigung ber Holzhauerarbeiten wieber zur Entlastung gebracht.
In ber Berufsgruppe Lanb- unb Forstwirtschaft zählten wir am Ende ber Berichtszeit 1514 Arbeitsuchende gegenüber 316 des Vormonats.
Industrie der Steine und Erden.
Die Marktlage hat in der Berichtszeit eine weitere Verschlechterung erfahren, die hauptsächlictz auf bas Darnieberliegen bes Baumarktes zurückzuführen ist. Vorab bürste mit einer Besserung ber Marktlage nicht zu rechnen sein. Dem Arbeitsmarkt standen am Enbe bes Monats Dezember 1930 = 1657 Ar- beitfuchenbe zur Verfügung gegenüber 1110 bes Vormonats unb 1184 bes Vorjahres.
Metallindustrie.
Eine Belebung ber Metallinbustrie ist im Monat Dezember 1930 nicht eingetreten, vielmehr hat sich bie Lage weiter verschlechtert. Die Inbustrien unb auch bie hanbwerklichen Betriebe klagen größtenteils über Auftragsmangel. Es stehen zur Zeit bem Arbeitsmarkt 2155 Metallarbeiter zur Verfügung gegenüber 1918 bes Vormonats unb 755 Des Vorlahres.
Holz- und Schnihstoffgewerbe.
Die Verschlechterung der Marktlage ist hauptsächlich auf Den Absahmangel der Sägewerks» industrien zurückzuführeix. Allerdings klagm auch die Schreinereien und insbesondere die Mobel» schreinereien über Auftragsmangel. Wir zählten 884 Arbeitsuchende gegen 605 des Vormonate und 586 des Vorjahres.
Nahrungs- unb (Benuftmittetgeroerbe.
Die Marktlage verschlechterte sich in verstärk- tem Maße durch Die Stillegung der Tabakfabriken. Der Zugang an weiblichen Arbeitsuchenden in dieser Berufsgruppe belief sich auf 1347 Tabak- arbeiterinnen. Wann eine Besserung der Marktlage eintreten wird, kann vorerst nicht vorausgesagt werden. Weiter ist es fraglich, ob bei Wiedereröffnung Der Betriebe Die entlassenen Tabakarbeiter unD -arbeitcrinnen restlos wieder eingestellt werden. Die Arbeitsuchendenzahl betrug 1621 gegenüber 239 des Vormonats und 137 des Vorjahres.
Bekleidungsgewerbe.
Das Bekleidungsgewerbe, und hauptsächlich hier Die Schneidereibetriebe, klagt sehr über Auftragsmangel. Das erhoffte Weihnachtsgeschäft brachte nicht Den gewünschten Erfolg wie in früheren Jahren. Geldknappheit scheint eine gewisse Rolle zu spielen. Dem Arbeitsmarkt standen 356 Fachkräfte zur Verfügung gegenüber 250 des Vormonats und 216 des Vorjahres.
Baugewerbe.
Die Lage auf dem Daumartt verschlechterte sich weiterhin. Diese Verschlechterung ist nicht
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Aus den einzelnen Berufsgruppen ist wie folgt zu berichten:
Damen
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MM
1) 250; SL5^: Fch :rGi^maqnernf!?nR -1 ü>ng)
j) 20. verholz: ssih 'funft:930Ui)t5b,
WSN. Frankfurt a. M., 20. Ian. Es steht nunmehr einwandfrei fest, dah der ermordete Mehgermeister Kappes am Samstag gegen 18,45 Uhr das Tor zum Wagenplatz aufgeschlossen! und nach seinem Hundezwinger gegangen ist. Bevor er den Wagenplah betrat, sind dort Stimmen gehört worden: auch haben die Hunde gebellt. Einige Minuten nach dem Betreten des Wagenplayes durch Kappes schlugen die Hunde sehr laut an. Es ist hieraus zu schließen, daß sich bereits eine oder mehrere Personen auf dem Wagenplatze und wahrscheinlich m Der Nähe des Zwingers befanden, bevor KappeS den Wagenplah betrat. Nach Mitteilungen aus dem Publikum ist zur Tatzeit ein Mann mit einem Rucksack gesehen worden, der in Der Nähe des Tatortes über freies Feld lies. Außerdem will eine Frau auf dem Wagenplatz z w er Gestalten beobachtet haben, als die Hunde laut bellten. Da es sehr dunkel war, konnte sie nähere Angaben über die Personen nicht machen. Ferner ist zur Tatzeit auf dem Strahlenbergerweg ein eltoa 1,80 Meter großer Wann gesehen worden. Die Frankfurter Kriminalpolizei fahndet jetzt nach diesen Männern._________________
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.
stellen-
im AA.-
31. Dez.
zahl Der
Bezirk
Bezirk
1930
Nebenstelle
Alsfeld
14 747
4,8
788
5,3
Altenschlirf
7 002
2,3
101
1,4
Altenstadt
12 014
4,0
722
6,0
B.-Nauheim
18 701
6,2
687
3,6
Büdingen
10 926
3,6
436
3,9
Butzbach
19 805
6,5
870
4,3
Eulersdorf
2 383
0,7
115
4,8
Friedberg
24 565
8,1
1099
4,4
Gedern —10 642
3,5
372
3,4
Gießen
60 089
19,8
3857
6,4
Grünberg
20 521
6,8
689
3,3
Homberg
9 235
3,0
369
3,9
Köddingen
10 191
3.4
291
2,8
Lauterbach
11 717
3,9
413
3,5
Lich
15 297
5,0
681
4,4
Londorf
7 570
2,5
492
6,5
Nidda
22 487
7,4
712
3,1
Okarben
10 955
3,6
616
5,6
Ruhlkirchen
2 435
0,8
79
3,2
Salz
3125
1,0
74
2,3
Schotten
9 310
3,1
278
2,9


