Ausgabe 
20.6.1931
 
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O.Jl.-'fpott

Bruno Steinhaus und Gertrud Runzler verteidigt wird, gelangt auch in diesem Jahre wieder in der Ostsee bei Danzig zum Austrag. Die Strecke führt über 1500 Meter.

Die VezirlSmeiflerschaslen der Leichtathleten in Göttingen.

Gießen nur durch den BfB. vertreten.

Am morgigen Sonntag werden in Göttingen die Leichtathletikmeisterschaften des Bezirks Hessen-Hannover au6getragen. Auch die hiesigen Leichtathleten beteiligen sich hieran, aller- dings nur die des Vereins für Bewegungsspiele. Der VfB. cntfenbet mit guten Aussichten über 400 und 800 Meter den hoffnungsvollen Jäger, über 800 Meter startet außerdem Simon. Grölz wird die 1500 Meter bestreiten und, wenn es sein Gesundheitszustand erlaubt, auch die 5000 Meter laufen. Müller geht mit sehr guten Aussichten für die 100 Meter und die 200 Meter an den Start. 3m Weitsprung versucht er sich ebenfalls und man erhofft von ihm, daß er auch da eine gute Figur macht. Außer diesen Konkurrenzen wird sich der VfB. noch um die 400-Meter-Stafsel bemühen. Es ist nicht zu verkennen, daß diese kleine Expedition nicht das stärkste darstellt, was der VfB. unter Umständen stellen könnte. Viel­mehr bedeutet es für den Verein ein schweres Handicap, daß Mohl, Gugel, Steines und Reih nicht mit von der Partie sein tönnen, sondern am Sonntag bei den HeereSmeisterschasten in Hannover starten. Mit ihnen aber fehlen die besten Kräfte. Man hofft trotzdem auf ein ehren­volles Abschneiden, auf einige Siege und Plätze.

Die Spielvereinigung 1900hat (troh­dem der Verein sieben Brzirksmeisterschaften zu verteidigen hätte) nicht gemeldet. Cs dürften vielleicht wirtschaftliche Gründe mit maßgebend sein, die den Verein abhalten, an den Meister­schaftskämpfen des Bezirks teilzunehmen. Dieser Umstand sollte den Verbandsbehörden au denken geben. Cs ist schließlich auch ein ilnoing, die Bezirksmeisterschaften eines so großen Bezirks ausgerechnet nach dessen äußerster Ecke zu ver­legen und damit die anderen Vereine zu weiten Reisen zu zwingen, die unter den heutigen Ver­hältnissen vermieden werden müßten. Wenn aber der Verein aus Gründen der Opposition gegen diese Ansehung der Meisterschaften in einem so entfernten Ort von einer Meldung abgesehen hat, so ist das durchaus verständlich. Der Bezirk Hessen-Hannover bedürfte darüber ist sich jedermann im Klaren längst einer organisato­rischen Reform.

Oie Deutschen Hochschulmeisterschasten.

Entscheidungen in Marburg.

Die 5or= und Zwischenrundenspiele um die Deut­schen Hochschulmcisterschaften konnten bis auf eine Ausnahme planmäßig zu Ende geführt werden, nur das Zwischenrundenspiel im Fußball der Gruppe Ost muß wiederholt werden. Das Charakteristikum der diesjährigen Hochschulmeisterschasten find die Spielverlängerungen, ein Zeichen dafür, daß die Leistungen immer ausgeglichener geworden find und von eine; Vorherrschaft einzelner Hochschulen nicht gesprochen werden käUn. Das beweisen auch die vielen Ueberraschungen, sind doch schon zwei Titel­verteidiger ausgcschieden. 3m Fußball betrifft dies die Technische Hochschule München, die wohl allgemein im Endspiel erwartet worden war. Sie mußte sich jedoch von den Frankfurtern eine ein­wandfreie und sogar ziemlich hohe Niederlage ge­fallen lassen. Te. Dresden schied vorzeitig aus, weil es die Spieler des DSC. nicht mehr aufstellen konnte. Sehr aut hielten sich die Danziaer.

3m Handball ließen die Ergebnisse der Uni- vci sität Königsberg auchorchen, von der man glaubte, daß sie schon in der Dorrunbe ausscheiden würde. Sie konnte aber sogar den Berlinern in der Zwi­schenrunde ernstlich zu fdjaffen geben. U. Bonn war Titelhalter im Hockey, Darmstadt war stärker.

Mit den Entscheidungsspielen der Gruppe West im Fußball und Handball und Hockey am 23. und 24. in Marburg werden gleichzeitig die letzten Teilnehmer an den Schlußkämpfen um die Deutsche Hochschulmeisterschaft festgestellt. 3m Hockey wird bereits zwischen den Mannschaften der ledr Nischen Hochschule Darmstadt und der Universität Kiel das Endspiel ausgetragen. In der Zwischen­runde im Handball sind die Technische Hochschule Darmstadt und die Universität Köln und im Fuß- ball die Universität Frankfurt unb die Universität Köln die Gegner. Der Endspielpartner der siegrei­chen Mannschaften der Westgruppe im Handball und Fußball ist jedesmal die Universität Berlin.

Aeue OT -Bestleistung.

Bei den Grenzmarkspielen des To. Landau 04 im Südpfälzischen Stadion verbesserte Frl. W ü st (Id. Mundenheim) die bisherige DT.-Bestleistung im Kugelstoßen von Frl. Windsheimer (Tgde. Würz­burg) mit 12,58 Meter auf 12,66. Der deutsche Rekord steht auf 12,85 Meter, den Frl. Heublein- Barmen hält, die auch Inhaberin des Weltrekordes mit 13,26 Meter ist.

Georg Lammers aus der OT. ausgetreten.

Die Turner-Leichtathletik hat einen schweren Ver­lust erlitten, da ihr bester Vertreter, der Sprinter und DT.-Meister Lammers aus der DT. aus­getreten ist. Lammers scheint über einen Streit mit der DT.-Leitung sogar so verbittert zu sein, daß er sich überhaupt vom aktiven Sport zurückziehen will.

Oie DolkSturnmeisterschafien des Mittelrheinkreises der OT.

Am Sonntag treffen sich in Bad Kreuznach die besten Votksturner des Mittelrheinkreises zu den Volksturnmeisterschaften. Mit 200 Teilnehmern ist die Zahl der Meldungen etwas geringer als im Vorjahr. Der Mangel an Quan­tität wird aber bestimmt ausgeglichen durch eine Qualitätssteigerung. Auch unser Heimatgau Hes­sen ist wieder mit guten Kräften am Start. Vorn Mtv. Gießen kommen u. a. die bekannten Tur­nerinnen Dickelhaupt und Alt Haus. Else Bickelhaupt, die im vorigen 3ahr die beste Tur­nerin im Hochsprung war, wird möglicherweise auch dieses Jahr wieder eine Kreisbestleistudg zei­gen können. Tv. 1860 Bad-Rauheim schickt feinen

bekannten 400-Meter-Läufer Kuno May. der zum erstenmal zum 420-Meter-HürLenlaus antre­ten wird. Auch der bekannte Speerwerfer Wie­ner (Dad-Rauheim) wird den Gau Hessen vor­aussichtlich triebet würdig vertreten.

Segelflugrekord HirthS.

Der Segelflieger Wolf Hirth, der sich am Frei­tagvormittag um 11.36 Uhr im BreSlauer Flug­hafen durch eine Schlepprnafchine 700 Meter hoch­bringen lieh und bann einen Sauetf .'jelflug über Breslau auSführte, ist um 14.42 iigr im Bres­lauer Flughafen gelandet. Er war also brei Stun- ben unb sechs Minuten in der Luft unb erreichte babei eine Höhe bis zu 1150 Meter. Hirth lan­dete lediglich, weil es ihm oben zu kalt wurde. Dieser Segelflug über Breslau, der übrigens mit derselben Maschine ausgeführt wurde, mit der Hirth über Aeuyork gesegelt ist, stellt einen Re­kord im Segelflug übet einer deutschen Groß­stadt bar.

1. Deutsche Handball-Meisterschaft.

Die Deutsche Turnerschaft unb die Deutsche Sport- behörbe für Leichtathletik unb Sommerspiele sind nunmehr übereingekommen, die ersten gemeinsamen Endspiele um die Deutsche Hanbball-Meister- fdjaft am 28. 3uni in Leipzig zur Durchführung zu bringen. Um den höchsten Titel im jungen beut- schen Hanbballsport treten an diesem Tage bei den Männern der DT.-Meister Tv. Krefeld-Oppum von 1855 und der DSB.-Meister Polizei-Sport- Verein Berlin an. Schiedsrichter ist Boer- Halle. Der Endkampf der Frauen führt unter Leitung von Lindner- Leipzig die Mannschaften des Tv. Vorwärts Breslau und des SC. Charlottenburg zusammen.

Ruder-ClubHafsia" in Bad Ems.

Der Ruder-Club Hassia wird, wie uns ergän- A?nd mitgeteilt wird, sich an dem Rennen des B-Vierers, des Lahn-Iungmann-Dierers und am Ermunterungs-Vierer beteiligen. Die Rennen werden in der Besetzung W. Müller, L. Dehus, CH. Guttenberger, Gg. Heilmann unb Emil Roll (Steuer) gefahren.

Kurze Sportnotizen.

Die Rudergesellschaft Trier wurde zu der am 19. und 20. Juli stattfindenden Brüsseler Regatta cingeladen und wird dieser Einladung vor­aussichtlich Folge leisten.

Rotweiß Frankfurt hat sich aus Anlaß seines ZOiährigen Bestehens als Iubiläumsgegncr den deutschen Meister Hertha BSC. als Gegner verpflichtet. Das Spiel findet im Rahmen der 3u« biläumsfeierlichkeiten am 28. Juni in Frankfurt statt.

Die Meisterschaft der Deutschen Meere, die von den beiden BerlinerFriesen"

Im Dreistädteachter Berlin-Wien-Budapest werden nach dem Ausschcidungsrennen am Mitt­woch die Berliner Interessen vom Berliner Ruder­klub vertreten, der in der guten Zeit von 6:20,4 den RC. am Wannsee abfertigte.

Der französische Rekordslleaer Pail» l a r b, ein Bruder des französischen Stehermeisters, ist an den Folgen einer Blinddarmoperation im Alter von 35 Jahren verstorben. Paillards Spezia­lität waren Douerrekorde in geschlossener Bahn.

Dom Büchertisch des Sportler.

Rudolf Behsch: ..Gott in ber La­wine". Dcrgver.ag Rother. München. (140) Einen Skisportroman nennt ber Verfasser fein Werk unb tut eS mit Recht. Der Leser (es sei bemerkt, daß es nicht nur ein Buch für ben Sportler ist) wirb hineingeführt in bic Welt ber ..Zünftigen" unb in bie Welt derer, bic vor zwanzig Jahren ben Brettln zum Siege ver­holen haben. Cs ist eine rauhe Sprache, bie in diesem Buche gesprochen wird, aber eS ist auch eine herzliche Soroche, die aus ber Wahrhaftig­keit ber Charaktere kommt. Deshalb ist biefer Roman vom ersten bis zum letzten Wort sym­pathisch. Die Handlung des Romans ist viel- fälttg, sie schildert die Entwicklung des Ski- siports. von der einfachen unb heroischen Form au jener ileberfteigerung ins Rur-Modische, zu Den Auswüchsen unb den damit verbundenen Konflikten, die sich für die alten Skiläufer aus der Betriebsamkeit ber Moderne ergeben. Hinein­gestellt in bi esc Entwicklung find einige Men­schen. deren Geschicke in zwangsläufiger Folge einander verkettet sind, sich teils zur Harmonie unb teils zum Tragischen hin bewegen. Das alles ist gestaltet in flüssiger Form, in feiner Stei­gerung ber Geschehnisse, und ber Leser wirb in ben Bannkreis biefer Welt hineingerissen unb erlebt im Geiste bie Erhabenheit der Dergwelt. sowie bie Schicksalsverbundenheit ber Menschen des Romans unter sich, in allen Fasern mit.

A. Zeplin: Ratürlich-erzieh- kicher Turnunterricht. (154) Der Ver­fasser schuf ein Hilfsbuch, bas auch für ben Richt­fachlehrer einen Ratgeber bebeutet, dessen er nicht gerne en trat. Er fuhrt auf ben Wegen der Praxis an die Grundsätze eines neuzeitlichen Turnunterrichts heran unb fordert ein liebevolles Vertiefen in die Eigenarten des Kindes als die Voraussetzung für den Erfolg. ..Richt was wir betreiben, ist wesentlich, sondern wie es geschieht." Diesen Sah betont ber Verfasser unb spricht ba- mit einen ©ebanfen aus, der beftinrmenb fein sollte für ben Aufbau bei jeder Leibesübung. Das kleine Büchlein ist universell. Ein Stoff­verteilungsplan, der dem Büchlein angegliebert ist, bebeutet bie Quintessenz des Werkes.

Die Vüamine.

Don Dr. Karl Silbereisen, Berlin-Steglitz.

Bis In den Anfang unseres Jahrhunderts galt die Ansicht, daß für die Ernährung ledig­lich die vier Slossgruppen Eiweiß, Fett, Kohle­hydrate und Mineralsalze von Bedeutung seien. Dann abc/r brach sich die Erkenntnis durch, daß in bc.r gebräuchlichen Rahrungssorm noch andere Stosse vrirhanden sein müssen, bie zur Erhaltung des Lebens notwendig sind, unb bciren Mangel bzw. Fehlen in bar Rahrung zu schweren Schädi­gungen des Organismus, ja bis zum Tode fuhren können. So war seinerzeit in Japan unter der ausschließlich von ReiS lebenden Bevölkerung eine Krankheit (Beri-Beri) aufgetreten, die in dem Maße zunahm, als mit bc.r Einführung ber Reisschälmaschine ber ungeschälte Reis durch ben schalen'reien. polierten Reis immer mehr verdrängt wurde. Auf diese Weise entdeckte man in bor Reiskleie einen besonders lebensnotwen- bigen Bestandteil bor Rahrung, ber bie genannte Krankheit sowohl zu heilen, als auch zu verhüten vc.rmag. Derartige Stoffe nannte man Vitamine oder Ergänzungsstoffe. Fehl/ bas eine oder an­dere Vitamine in ber täglichen Rahrung, so tre­ten früher ober später Erkrankungen auf. bie man als Avitaminosen ober Mangelkrankheiten bezeichnet.

Man hat bie Vitamine selbst hinsichtlich ihrer Wirkungsweise burch bie Buchstaben A. B, C usw. unterschieden. Leibet der Körper Mangel an Vitamine A, so hat das meist Stillstand des Wachstums, rapide Gewichtsverluste unb Schwäche zur Folge. Charakteristisch ist babei eine Be­gleiterscheinung, nämlich eine Erkrankung ber Hornhaut des Auges, bie bis zur Erblindung führen kann. Vitamine B ist ebenfalls wachs- tumferbernb, und bei seinem Mangel treten Störungen der Verdauungsfähigkeit, Verände­rungen des Rerveysystems unb Lähmungserschei­nungen auf. Alle diese Symptome vereint ergeben das Bild ber oben erwähnten Beri-Beri-Krank- heit. Auf Vitamine-C-Mangel ist der Skorbut zurückzuführen, eine sehr schwere Erkrankung, die sich in Müdigkeit, Schlafsucht. Abmagerung. Gelenkschmerzen u. a. äußert. Skorbut tritt Na­mentlich dann auf. wenn ausschließlich Konscrven- ernährung vorliegt, wie das bei Expeditions- und Schiffsmannschaften und häufig auch bei un­serer großstädtischen Bevölkerung ber Fall ist. Auch die so oft beobachtete Frühjahrsmüdigkeit kann hiermit ihre Erklärung finden. Eine eben­falls große Bedeutung kommt dem Vitamine D, dem antirachitischen Ergänzungsstoff zu. Die Ra­chitis ober englische Krankheit besteht in einer Erkrankung des Knochensystems, wobei eine Er­weichung Der Knochen infolge mangelhafter Er­nährung an Kalk unb Phosphor eintritt. Das Vitamine D hat hierbei bie Fähigkeit, bie im Blute vorhandenen Kalk-Phosphor-Salze zum Knochenaufbau richtig zu verwerten. Außer ben genannten kennt man heute bereits noch andere Vitamine, doch läßt sich über sie nach ben bis­herigen älntersuchungsergebnissen noch kein ab­schließendes Bild toiebergeben.

Als Ursprung ber Vitaminbildung kann in ben meisten Fällen bie grüne Pflanze gelten: doch ist bai Vorkommen der Vitamine keines­wegs auf diese allein beschränkt. Als reich an Vitaminen gelten heute alle grünen Blattgemüse, alle gefärbten Obstsorten, besonders Apfelsinen und Zitronen, sodann Tomaten, Karotten, Erbsen, sowie Lebertran, Hefe, Malzextrakt. Milch. But­ter. Eigelb. Brot u. a. m. Reuerdings sind auch die meisten Seefische zu den vitaminreichen Rah- rungsmitteln zu rechnen. Das Verhalten der Vitamine gegenüber höheren Temperaturen, wie dies im Zusammenhang mit ber Rohkostfrage von Interesse ist. kann nicht ohne weiteres be­wertet werden. Die einzelnen Vitamine sind ver­schieden empfindlich gegen Erhitzung. Während die Vitamine A unb D durch Kochen wenig ge­schädigt werden, sind B und C höchst sensibel. Be­züglich B ist diese Frage für uns belanglos, da die durch sein Fehlen bedingten Krankheits­symptome bei uns sowieso nicht auftreten. Für C (Rachitis) schwankt die Beeinflussung durch Ko­chen stark nach der Art des Obstes oder Gemüses. Allgemeine Regeln lassen sich darüber nicht auf- stellen.

Von großer Bedeutung für die Vitamin- bildung im Pflanzen- und Tierkörper ist ber Einfluß ber Sonn enft taffen, sowie bes künstlichen ultravioletten Lichtes. Das gilt im befonbeten Maße für das antirachitische Vitamin. Man weih heute, baß unsere Haut eine Vorstufe des Vita­mins D, ein Provitamin enthält, welches burch Einwirkung von ultraviolettem Licht in eine antirachitisch wirksame Form umgewanbelt wird. Dor einigen Jahren ist es denn auch gelungen, in einem Stoff von bekannter chemischer Zusam­mensetzung, nämlich dem Ergosterin, ein solches Provitannn zu isolieren, welches burch Bestrah­lung antirachitische Eigenschaften erhält. Ein ber- artiges Präparat wirb unter bem (Hamen Vi­gantol in ben Handel gebracht. So hat man auch bie Tatsache, daß bie Kuhmilch im Winter ärmer an antirachitischem Vitamin ist. bamit zu er­klären versucht, bah bie Kühe im Sommer burch ben Weidegang mehr den Sonnenstrahlen aus­gesetzt sind, als im Stalle während des Winters. Wenn auch die Versuche, diesem Rachteil durch künstliche Bestrahlung der Kühe abzuhelfen, nicht voll befriedigten, so ist es doch heute gelungen, ohne allzu große Kosten durch direkte Bestrah­lung ber Milch selbst ihren Gehalt an Vita­min D erheblich zu erhöhen. Reuerdings bürste vielleicht der billigste Weg zur Rachittsbekämp- fung in einer Fütterung der Kühe mit ultra» v.olettbestrahlter Hefe gefunden fein. Ist doch die bestrahlte Brauereihe'e eine ber vitamin­reichsten Substanzen, bie wir kennen. Die Ver­suche in biefer Richtung bürsten vielleicht von größter Bedeutung für unsere gesamte Tier- emährung, wenn nicht auch für bie menschliche Ernährung werden.

Der Wert der Vitamine für unsere Ernährung liegt schon allein barm begründet, bah allen

Vorstufen der Mangelkrankheiten gemeinsam ist, die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen In­fektionen jeder Art stark Herabzusehen. So weisen auch bie neuesten Forschungsergebnisse ber Me- bijin darauf hin, daß viele Krankheiten, deren Cn:ftehungsurfache wir heute noch nicht kennen, auf Vitaminmangel zurückzuführen sind.

Troy der vorstehenden Ausführungen muß andrerseits energisch Stellung dagegen genom­men werden, daß das Wort ..Vitamin" heute in so großem Maße ein Reklameschlagwort aewor- den ist. Vielleicht die meisten im Handel befind­lichen, als vi.aminreich angepriesenen Waren ent­halten nur daS Anti-'Dcri-Beri-Vitamln, welches in unserer Rahrung ja am allerwenigsten fehlt. Die übermäßige Sucht nach Vitaminen ist eine Zeiterscheinung und in diesem Maße sicherlich nicht angebracht. Bei vernünftiger Lebensweise und gemischter Kost, die srifches Ob ft, Gemü'e und Salate einschlieht, ist auf diesem Gebiet ber Organismus mit dem Rotwenbigen versorgt.

Sieben Verletzte bei einem Krastwagenunfatt.

F r a n k s u r t a. M., 20. Juni. (TU.) Am Frei- tagabenb fuhr im Stadtteil Sachsenhausen ein mit sieben Personen überlasteter K l e i n t a x i - wagen mit großer Geschwindigkeit gegen einen Daum. Die sechs Fahrgäste unb ber Führer erlitten so schwere Verletzungen, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Während eine Frau und ein Mädchen nach An­legung von Rotverbänden wieder entlassen wer­den konnten, liegen die fünf anderen Personen, darunter ein achtjähriger 3unge, mit Schädel­brüchen darnieder. Rach Angabe deS Krankenhausarztes soll der lebensgefährlich ver­letzte Krastwagenführer Heinrich Steiger- wald angetrunken gewesen fein.

Bücheriisch.

Zeittafel ber deutschen Repa­rationen 1918 bi s 1 930, von Privatdozent Dr. Ernst Meyer, herausgegeben vom Arbeits­ausschuß deutscher Verbände, Verlag Palm und Enke in Erlangen. (603) Das Heft gibt in drei Abschnitten eine ausgezeichnete, kurz gedrängte Uebersicht über die Wandlungen ber Repara­tionspolitik vom Wilson-Programm über ben Versailler Vertrag unb bas Lonboner Ultimatum bis zum Enbe des Ruhrkampfes, über den Dawesplan zum Voungplarr. bie beide in ihren finanziellen Auswirkungen in Vergleich gesetzt sind. Für eine Beurteilung der deutschen Repa­rationspolitik ist bas kleine Heft eine sehr brauch-, bare Grunblage.

Prof. Gerlanb, Jena: Die Pro­blematik ber gegentoä rügen Re­form l a g e bes Rechts st ubiums an ben deutschen Hochschulen. Verlag von C. L. Hirschfelb, Leipzig. 3.00 Mk. Der Ver­fasser sieht ben Grund für bie gegenwärtigen unbefriebigenben Verhältnisse im Rechtsstudium in der durch eine verfehlte Prüfungspolitik be­dingten stofflichen Ueberlastung der Studierenden, ferner in ber durchaus verfehlten Schulpolitik ber Gegenwart, welche bie leidige Ueberfüllung der Universitäten mit ungeeignetem Material erst herbei geführt hat. Die kleine Schrift ist ein wertvoller Deittag zur Universitätsfrage über­haupt.

Herrmann, Walter: Spionen- schicksal. Als Geheimagent in Rußland, Eng­land, Belgien und Frankreich. 163 S. 8". Geh. 2,50, Ganzleinen 3,50 Mk. August Scherl G m. b. H., Berlin SW. (3) Herrmanns Erlebnisse lesen sich wie ein spannender Roman, obwohl er tatsächlich Erlebtes schildert. Die Aufgaben, mit denen er als Agent des militärischen Rach­richtendienstes betraut wurde, z. D. die Be­schaffung deS russischen Aufmarschplanes, belgi­scher Geheimdokumente sowie Pläne von eng­lischen unb französischen Befestigungen, brachten ihn in bie gefährlichsten Situationen. Rach großen Erfolgen wurde er auf Betreiben ber ©egen» spionage vor Ausbruch bes Krieges verhaftet und zu 20 Jahren Zwangsarbeit und Ver­schickung auf bie Teufelsinsel verurteilt. Der abenteuerliche Inhalt macht bas Werk zu einer spannenden Lektüre.

2ene Wenck: Dollar und Gloria. Die Geschichte eines Ausländsdeutschen. Halle (Saale), Heimat-Verlag GmbH. Geheftet 3,75 Mk. (15) Diese sich auf Tatsachen stützende Geschichte handelt von dem Deutsch-Amerikaner Augustus Fahrenhoff unb feiner Tochter Athena, bie ihre reichen Mittel für bie deutsche Wissenschaft atS Rotspenden zur Verfügung stellen, hauptsächlich für archäologische Grabungen in Olympia, wofür Schliemanns Enkelin hinreichend zu begeistern weih: daneben werden hochbegabte Intellektuelle in ber Inflationszeit mit Siedlungshäusern be­schenkt, um als materiell unabhängige Menschen ben Weg zum geistigen Schaffen, zum Ruhen des Staates wie de-s Vaterlandes finden zu können. Ein Buch von gesunden, arbeitsfreudigen Men­schen. das in dieser Zeit der Zersetzung, des Anormalen unb Chaotischen anzieht.

(Schluß des redaklionellen Teils.)

Das istHeufieber"?

Mit Eintritt der wärmeren Jahreszeit werden all­jährlich nicht wenig Menschen von einem Leiden ge­quält, das man alsHeuschnupfen" oderHeufieber" bezeichnet. Der NameHeuschnupfen" hört sich recht unschuldig an, und oft wird jemand, der angibt, an Heuschnupfen zu leiden, noch belächelt. Dabei handelt es sich aber um eine sehr ernste Krankheit, die dem davon Betroffenen die Blütezeit des Jahres regel­mäßig zur Dual macht. DerHeufieberbund" hat es fick, zum Ziel gesetzt, das Wesen des Heufiebers zu erforschen, das Leiden zu bekämpfen und bedürftigen Heufieberleidenden Unterstützung zukommen zu lassen. DerHeufieberbund e. V." gibt in diesem Jahr eine Sammelschrift (Jahresbericht) heraus: ebenso auch ein Merkblatt, in bem alles Wissens­werte über das Leiden in gemeinverständlicher Form angegeben ist. Der Verein hat einen großen Mit­gliederbestand, darunter zahlreiche heufieberkranke Äerzte. Die Geschäftsstelle des Heufieberbundes e. V. befindet sich in Düsseldorf, Harleß-Straße 9. 4120V

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