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Nr. 91 Zweites Blatt
Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Montag, 20. April 1951
Dom Rande der Weltpolitik.
Außenpolitische Umschau.
Don Or. Otto Hoetzsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin.
Wir haben keine Veranlassung, die außenpolitische Situation für Deutschland schwächer zu malen als nötig ist. Aber schwierig genug ist sie in jedem Fall. Aus dem Zusammentreffen der Flottenpaktsverhandlungen drüben und all dem, was sich um den sog. Wiener Pakt abgespielt hat, ist eine eigentümliche „Verhärtung" der Gesamtsituation eingetreten, die der deutsche Außenminister spüren wird, wenn er in drei Wochen in Genf zu verhandeln hat, noch dazu als Vorsitzender. Die auffällige Rede, die der französische Präsident kurz vor Ablauf seiner Amts- B in Rizza gehalten hat, bestätigt, daß die
iehungen zwischen Deutschland und Frankreich t gespannt geworden sind, und richtet an die englische Adresse, an Henderson, einen ganz unmißverständlichen Wink in bezug auf die Abrüstungsfrage, den man nach allen Erfahrungen in London sofort versteht und der nun wieder -Englands Verhältnis zu Deutschland auch etwas verhärtet.
Der-Blick sei von diesen eigentümlichen „Verschlingungen" europäischer Fragen einmal wieder nach dem Rande gerichtet. Australien ist in einer trostlosen Wirtschaftslage, in einer schweren eigenen Krise, die durch die Weltkrise noch verstärkt wird. Der Sturz der Rohstoffpveise (Wolle und Weizen!) traf das Land besonders. Die Starrheit des Lohnsystems als Folge einer weitgehenden, beinahe sozialistischen Arbeiterpvlitik verschärfte die Lage. Die Finanzkrise kommt hinzu, und hat zu sonderbaren Erscheinungen geführt, so zu der Weigerung des Staates Reusüdwales, den Zinsendienst für die Anleihen in England zu erfüllen. Die Bundesregierung hat das zu vermeiden gewußt und sich statt desien entschieden zur — Inflation. Man schafft den Zwang zur Golddeckung ab, will den Goldbestand, wenn nötig, nach London verkaufen. Man ist also in einem verschleierten Staatsbankerott und glaubt wirklich mit der Inflation aus den Schwierigkeiten herauszukommen. An der Erkenntnis, daß man, an die Weltwirtschaftskrise gefesselt, nur in der Zusammenarbeit mit den anderen Staaten aus den Schwierigkeiten herauskommen konnte, fehlt es in diesem Lande, das sich bewußt absperrt, durchaus.
Unmittelbar ist die Sorge in London für ein anderes Reichsproblem, das indische, das vor der letzten entscheidenden Wendung steht. Bewundernswert ist die Klugheit und Mäßigung der beiden Führenden, des englischen Vizekönigs Lord Irwin, der damit seine Tätigkeit beschließt, und Gandhis, in dem die gemäßigte Richtung Iung-Indiens verkörpert ist und noch das Feld behauptet. Der indische Kongreß hat den Pakt von Reu-Delhi mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Jetzt will Gandhi nach England gehen an der Spitze der indischen Vertretung, mit freier Hand, die ihm sein Kongreß (gegeben hat. Auf einer neuen Konferenz am „runden Tisch" in London soll im Herbst die Frage weitergeführt werden, unter Teilnahme also diesmal der Gandhi-Bewegung und von Mitgliedern des indischen Rationalkongresses selbst. Im englischen Parlament hat der konservative Führer erneut bestätigt, daß die Zusammenarbeit zwischen den drei Parteien Englands in der indischen Frage ungebrochen weiterbestünde. Das Entscheidende liegt nun darin, daß wohl die Engländer — abgesehen von den unbelehrbaren Politikern, die im alten Stil und mit den alten Methoden weiter wirtschaften wollen — sich einig sind, Indien eine möglichst elastische, freie, zentrale Bundesregierung zu geben, jedoch mit den wesentlichen und notwendigen Sicherheiten für England, daß aber das Endziel des Rationalkongresses die volle Unabhängigkeit Indiens ist und bleibt, das Gandhi vorläufig nur
IV. Tag im Kammerspiel-Zyklus.
Hans-Lachs-Spiele.
„Wacht auf! Es nahet gen dem Tag!"
Die vierte und letzte Morgenfeier des vom Stadttheater gemeinschaftlich mit dem Goethe- Bund veranstalteten Kammerspiel-Zyklus brachte zum fröhlichen und beschaulichen Beschluß die Aufführung dreier Fastnachtsspiele des weiland nürnbergischen Schuhmachers und Poeten Hans Sachs.
Der Dramaturg Dr. Ritter hatte aus dem reichen Schatz drei Stücke ausgewählt: „Die junge Wittfrau Franziska", „Das heiß Eisen" und „Sankt Peter vergnügt sich mit seinen Frerknden unten a u f E r d e n".
Dr. Ritter cab zuvor eine knappe Einführung in Werk und Wesen des Renaissancemeisters, charakterisierte kurz Umwelt, Stil und Tendenz der Stücke und umriß sein Regieprogramm, wonach die drei kleinen Einakter pausenlos und ohne Dorhangfall gegeben wurden als Dokumente einer kulturellen Einheit, dreifach lebendiges Bild der Zeit mit ihren markanten ständischen Vertretern: Rittern, Bürgern und Dauern.
In der „Wittfrau Franziska" wird die Satire durch einen mit viel breitem Witz in Szene gesetzten, nächtlichen Kirchhofsspuk gemildert: dieses Stück ist ein glückliches Beispiel sowohl für die ganz primitive Dramaturgie Hans Sachsens als auch für seinen gesunden theatralischen Instinkt, der seiner Wirkung auf ein — im guten Sinn — naives Publikum auch heute noch sicher ist.
„Das heiß Eisen", in der Fabel typisch für das Schau-Spiel jener Zeit, ist ein kräftiger und drastisch komischer Ehe- und Ehebruchs-Schwank unter Dauern, wobei wider Erwarten nicht das Weib, sondern der Mann das letzte Wort behält und die Feuerprobe der ehelichen Treue nicht nur mit List besteht, sondern sogar mit handgreiflichem Erfolg den Spieß umdreht.
„St. Peter auf Erden" endlich ist ein Stück, welches auf eine nur dem Stil der Reformationszeit mögliche Weise die Mitte hält zwischen ausgelassenem Fastnachtsscherz und Legendenspiel:
verschleiert und daß auch er die volle wirtschaftliche Freiheit für Indien, also crüch das Recht zu wirtschaftlichen Ausnahmebestimmungen gegen England, heute schon unbedingt fordert. Der Kongreß selbst aber wünschte überhaupt gleich volle Verfügung über das Heer, volle Freiheit in Finanzen, Steuern und Wirtschaftsbeziehungen zum Ausland, eigene Bestimmung der Außenpolitik. Ein ungeheuer interessantes und ein für England außerordentlich schwerwiegendes Problem, das nun auch k>er Labourpartei zur Losung zugefallen ist!
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In Rumänien ist mit Ti t u le sc u, den wir aus seiner vielfachen Tättgkett in Genf kennen, ein Mann an die Spitze getreten, der zunächst ein erhebliches außenpolitisches Prestige mitbringt und sehr bestimmte Ansichten in der Außenpolitik, der nicht Parteipolitiker war und ist und darum fähig, die vom König geforderte Regierung der Konzentration aus allen Parteien aufzubauen. Gelingt das, indem vor allem die großen Parteien, die Rationale Bauernpartei und die Liberalen, mitmachen, würde die Aera der reinen Parteiregierung, in der Rumänien jahrelang gefeffett gewesen ist, zu Ende sein. Es wird eine posittve Gesundungspolitik möglich werden, ohne Diktatur, im Arbeiten mit allen Parteien und mit einer Außenpolitik, die auch Frankreich gegenüber ihre Selbständigkeit wahrt. So kann Rumänien in der großen Politik aktiver werden, und das ist im Hinblick auf den Wiener Pakt auch für uns nicht gleichgültig.
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Der Vorstoß des Gouverneurs der Bank von England, Montagu R o r m a n, in Washington, ist eine auffallende Parallele zu Hendersons Vorstoß in der Abrüstungsfrage. Der Führer der Dank von England verfolgt schon lange das Problem, die Weltwirtschaft durch internationale Kredite großzügig zu finanzieren, die natürlich in erster Linie von Frankreich und Amerika gegeben werden mühten. Anscheinend scheut er auch nicht vor der unerbittlich damit zusammenhängenden Konsequenz zurück, daß auf
dem Schuldengebiet etwas geschehen muß. Ror- man war vom 6. bis 9. April in Washington. Was er dort besprochen hat, ist amtlich nicht bekanntgeworden. Daß er seine Auffassung von der Rotwendigkeit amerikanisch er Kreditgewährung an das Ausland vertreten hat, ist klar. Sehr positiv aber ist dazu berichtet worden, daß er auch die politische Seite berührt hat, also die Rotwendigkeit einer politischen Reuregelung der Schuldenfrage, ehe das amerikanische Privatkapital wieder stärker an Europa Herangehen könne. Er habe die Möglichkeit einer Erleichterung der deutschen und österreichischen Reparationsverpflichtungen erörtert und angedeutet, daß die Schuldnerstaaten von dem zweijährigen Moratorium Gebrauch machen konnten. Dazu kam die Meldung, daß diese Frage auch bei der Zusammenkunft von Chequers zwischen Macdonald und den deutschen Ministern erörtert werden würde.
Es würde also England wie auf dem Abrüstungsgebiet auch hier in der Krieesschulden- frage Vorkämpfer. An sich durchaus zu begrüßen! Aber wird dadurch eine deutsche Initiative etwa überflüssig? Durchaus nicht! Das englische Interesse in der Frage deckt sich keineswegs absolut mit dem deutschen, und Deutschland kann sich nicht einfach in eine Situation gewissermaßen hereinführen lassen, die die anderen schon fertiggestellt habest. Darum kann man nun auch nicht in majestätischer Ruhe feststellen, jene Besprechungen Rorrnans formten Auftakt zu weiteren Unterhaltungen sein, die bis in den Kern des Problems hinein Vordringen, und daß auch im besten Fall noch Monate verstreichen würden, bevor eine wohlvorbereitete internationale Konferenz in dieser Frage unter Leitung der Vereinigten Staaten zusammentreten könnte. Werden diese — wenigen! — Monate nun aber auch von unserer Seite wirklich benutzt? Und ist die internationale Lage, wie sie eingangs gezeichnet wurde, gerade unter diesen Gesichtspunkten in der Zentralfrage der Tributrevision für Deutschland günstig?
Kundgebung der hessischen Kriegsopfer.
WSN. Frankfurt a.9JL 19. April. Die Gaue Hessen und Hessen-Nassau im Reichsbund der Kriegs« beschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter« bliebenen veranstalteten heute in Frankfurt eine Kundgebunggegendendrohe ndenRen. tenabbau. Der Andrang war so stark, daß der große Saal des Schumanntheaters nicht alle fassen konnte und eine Parallelversammlung im Hippodrom abgehalten werden mußte. Der 2. Vorsitzende des Bundes, Noa (Berlin), betonte in seiner Rede u. a., die Versorgung der Kriegsbeschädigten sei noch nie zufriedenstellend gewesen. Besonders die Hinterbliebenenfürsorge habe niemals den Wünschen des Reichsbundes entsprochen. Heute sei die Hinterbliebenenfürsorge auf ein solches Niveau gesunken, daß selbst die Richtsätze für die allgemeine Wohlfahrtspflege in den größeren Städten höher liegen, als die Renten der Hinterbliebenen. Trotz aller Dementis habe der Reichsbund sichere Informationen erhalten, daß man in den nächsten Monaten in einer neuen Notverordnung auch die Kriegsbeschädigtenrenten antasten wolle. Dagegen gelte es zu protestieren.
Einstimmig wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Kriegsopfer verkennen keineswegs die Rotwendigkeit der endgültigen Beseitigung des Defizits im Reichshaushalt und die Schwierigkeit der Bekämpfung der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise. Sie weifen aber rhrerseids darauf hin, daß sie es waren, die das' Vaterland durch Hingabe des Ernährers, oder der Gesundheit vor feindlicher Invasion und vor den Schrecken des Krieges bewahrt haben. Die Kriegsopfer betrachten daher ihre bisherigen Ansprüche als „mit Blut erkaustund wohlerwvrbe n". Trotz dieser der Allgemeinheit dargebrachten Opfer, trotz der
Erklärungen früherer Reichstage und Reichsregierungen, die Versorgungsgesehgebung könne nicht als abgeschlossen betrachtet werden, es sei vielmehr noch eine große Zahl von Härten zu beseitigen, haben Rolverordnungen und darüber hinaus Sparmaßnahmen der Ministerien die Versorgungsleistungen in stärkstem, kaum noch zu ertragendem Maße reduziert und di« Einheitlichkeit der Versorgung bedroht. Weitere Abbaumaß nahmen sind für die Krte^opfer unerträglich. Deshalb rufen sie das öffentliche Gewissen wach und betonen, daß es des deutschen Volkes unwürdig ift, den Haushalt des Deutschen Reiches auf Kosten der Hinterbliebenen seiner gefallenen Sohne, der kranken, verwundeten, siechen und verstümmelten Kriegsbeschädigten zu sanieren. Richt von sozialen Lasten, die der Vollsgesamtheit erwachsen, sondern nur von sozialen Pflichten gegenüber den Kriegsopfern kann gesprochen werden. Der Reichs'bund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen fordert daher die Allgemeinheit auf, seinen Kampf gegen jedweden Abbau von Dersorgungs- lei st ungen an die Kriegsopfer zu unterstützen und gerade jetzt ihm zu helfen an der Verwirklichung des im Kriege geprägten Wortes: „Der Dank des Vaterlandes ist euch gewiß!"
Die Parallelversammlung im Hippodrom stand unter der Leitung des Gauvorsitzenden Seibert (Freistaat Hessen). Die Hauptrede hielt hier Gauleiter Meinhold (Wiesbaden) vom Gau Rassau. _
ein Stück, welches ganz ungezwungen Himmel und Erde, durch eine Leiter verbunden, zur Szene macht, die Heiligen und die Irdischen miteinander auftreten läßt, und übrigens a ich ein treffendes Beispiel gibt für die lehrhafte und moralisierende Art des Poeten, der seine Gedichte und Spiele mit Vorliebe in einer schönen Ruhanweirdung und frommen Lehre ausklingen ließ.
So hier mit der Schilderung von guter und dürrer Zeit, von göttlicher Milde und himmlischem Zorn, vom Undank der Menschen und der uralten Volksweisheit des Sprichwortes „Rot lehrt beten". (Es ist freilich dem heutigen Theaterbesucher schwer klarzumachen, wieviel unmittelbarer, eindringlicher und nachhaltiger dergleichen auf den naiven Zuschauer damaliger Zeiten gewirkt haben muh.)
Im Sinne der von Dr. Ritter geleiteten Inszenierung hatte der Bühnenbildner Löffler einen einheitlichen Schauplatz für alte drei Stücke geschaffen, der in sehr hübschen und stilvollen Dekorationen Patrizierhaus, Schenke, Friedhof und Wolkenhimmel in eins zusammenschloh und so di« innere Zusammengehörigkeit der szenischen Vorgänge sinnfällig verdeutlichte.
Im einzelnen war die Aufführung mit Musik (von Fr. Cuj6) wirksam begleitet und mit allerlei belebenden Regieeinfällen ausgestattet: auch waren Teile aus ernsten und fröhlichen Gedichten zwanglos eingefügt („Schlauraffenland". „Wasser und Wein", „Wittenbergisch Rachtigall") und insbesondere schien es ein guter Gedanke, die drei Stücke durch den abschließenden geistlichen Chorgesang mit einer zugleich ernsthaften und volksmäßigen Gebärde zufammenzufassen.
Cs spielten: Lonh Leutholf die schalkhafte Wittfrau, Elisabeth W i e l a n d e r sehr drollig di« freche Dienstmagd Huld, während S ch e l ch e t und Hauer (dieser leider durch übertriebenes Stottern nur halb verständlich) die ritterlichen Liebhaber machten: Fassott war der „Ansager", — ein früher Vorläufer des modernen Conferenciers.
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Mit prallem Humor wirkten Hub und Luis« Schubert-Jüngling c^s Bauernpaar, dieweil Herr Zingel sich als Gevatterin lustig vermummt hatte.
Hub und L i n k m a n n waren auch die irdischen Vettern St. Petri, als welcher Bo l ck märchenhaft behäbig und bieder die Himmelsleiter herabgestiegen kam, sich mit seinen Freunden auf Erden zu vergnügen. Bäuerle sprach würdig und klangvoll die Worte des Herrn. —
Freundlicher Beifall rief zuletzt den Regisseur mit den Spielern an die Rampe. hth.
Neues von den Indianern.
Das weite Urwald-Gebiet im nordöstlichen Bolivien gehört zu den noch unerfo:schtesten Gegenden der Erde, aber auch dort vollziehen sich geschichtliche Veränderungen, die die Aufmerksamkeit der Forscher erregen. Die Siriono- Indianer, die in kleinen Horden diese Alr- wälder durchzogen und kaum je von Weißen gesehen worden sind, wurden von andern I d anern, den aus der Wildnis des Gran Chaco gekommenen Banayguas, verdrängt und haben mit den Weihen Frieden geschlossen. Wenn man jetzt durch diese Urwälder zu den Missionsstationen in Guarayos reitet, läuft man nicht mehr Gefahr, durch die bis zu drei Meter langen Pfeile der Siriono getötet zu werden, sondern muß sich vor den kurzen Pfeilen und den schweren Streitkeulen der Banayguas in Acht nehmen. Die Missionare, die zu den Sirionos in Beziehung getreten sind, haben wertvolle Berichte über sie gegeben, aus denen Baron Erland Rorden- s k i ö l d in einer Schilderung dieses merkwürdigen Volksstammes in der bei Hugo Dermühler in Berlin erscheinenden Monatsschrift „D e r Erdball" schöpft. Hunger, Grippe und die Furcht vor den Vanayguas hatten zu Anfang des Jahres 1925 einen Teil der Sirionos gezwungen, mit den Weißen am Rio Grande in Beziehung zu treten. Zu den Franziskaner-Missionen von Guarayos kam ein Trupp von Männern, Frauen und Kindern, die alle vollständig nackt waren. Im Haar trugen die Männer klein«, mit Wachs angeklebte Papageienfedern. Der Missionar Pater Lambert H e i z i n g e r ging ihnen entgegen und umarmte den nackten, am ganzen Körper mit Uri I.i rot bemalten Häupt ir.g. Dieser nahm dem Pater die Zigarette aus dem Mund, tat ein paar tiefe Züge und steckte sie hm wieder zwischen die Zähne. Das war di« Friedenspfeife. Als dann di« Mönche nach einem abenteuerlichen
Oberheffen.
Bürgermeisterwahl in Lauterbach.
A Lauterbach, 18. April. Die Gemeinderatsmitglieder von Lauterbach und von Rudlos (einer Nachbargemeinde, die vom Lauterbacher Bürgermeister mitverwaltet wird), beschäftigte sich gestern mit der Frage, ob die Stelle des Bürger- meisters, dessen Amtszeit in diesem Jahre abläuft, zur Neubesetzung ausgeschrieben werden soll. Die Versammlung entschied sich mit 20 Stimmen bei vier Stimmen Enthaltung dafür, die Stelle nicht auszuschreiben Vielmehr wurde dem seitherigen Bürgermeister Walz das Vertrauen in seine Amtsführung dadurch bewiesen, daß er mit dem gleichen Stimmenverhältnis wiedergewählt wurde. Bürgermeister Walz erfreut sich in weitesten Kreisen der Bevölkerung großer Beliebtheit.
Ein praktischer Lehrgang im Kerckhoff Institut.
2$. Dad-Rauheim, 17. April. In der Dor- lesungshalle des Kcrckhoff-Instituts wurde heute in Anwesenheit von Vertretern der Stadt und des Bades der praktische Diät-Kursus eröffnet, der von der hiesigen Aerztevereinigung in Verbindung mit der Hotina (Hotelgewerbe) veranstaltet wird. Heber 250 Teilnehmer hatten sich eingefunden, darunter in größerer Zahl auswärtige Mediziner, die von der Wiesbadener Tagung für Innere Medizin nach hier gekommen sind.
Rach Begrüßung der Teilnehmer durch Dr. Lehr, den Vorsitzenden der Diät-Kommission der hiesigen Aerzte-Dereinigung, sprach zunächst der Oberarzt Dr. Koch (Frankfurt a.M.) über „Allgemeine Gesichtspunkte für die Ernährung von Kreislaufkranken mit besonderer Berücksichtigung der Wirkungsweise und der Indikationen der kochsalzarmen Kost". Prof. Grote (Frankfurt a. M.) referierte über „Säurebasengleichgewicht, vegetarische und Rohkost". Der Rachmittag brachte einen Vortrag von Frau Finni Pfannes, der Geschäftsführerin des Bundes für Volksernährung in Frankfurt a. M., die in di« küchentechnischen Erfordernisse der modernen Ernährungslehre einführte. Küchentechnische Vorträge und Demonstrationen füllen die weiteren Kursustage aus.
Landkreis Gießen.
5. Aus dem Horlofstal, 19. April. Die Landwirte beginnen hier allgemein mit dem Setzen der Frühkartoffeln. Infolgedessen sind die Preise für Saatkartoffeln weiter gestiegen. So wird für den Zentner „Edeltraud", der noch vor 14 Tagen 3,50 Mark kostete, heute 4,50 Mark bezahlt, während im vergangenen Jahre selbst beste Speisesorten nicht über 2,40 Mark tarnen. Die hohen Preise erklären sich dadurch, daß sehr viele Kartoffeln im Winter verfault sind und außerdem der größte Teil infolge der niedrigen Preise im Herbst zur Schweinemast Verwendung gefunden hat. Die Folge davon ist allerdings anderseits das Sinken der F e 11 • schweinepreife. Für das Pfund Lebendgewicht erhält der Produzent nur noch 39 Pf. Die Preise für sechs Wochen alte Ferkel betragen dementsprechend zur Zeit 18 bis 22 Mark.
Spielplan der frankfurter Theater.
Opernhaus. Montag, 20. April, 19.30 bis 22.30 Uhr: Die Jüdin. Dienstag, 21. April, 18.30 bis 23 Uhr: Lohengrin. Mittwoch, 22. April, 19 bis gegen 22.30 Uhr: Viktoria und ihr Husar. Donnerstag, 23. April, 19.30 bis nach 22 Uhr: Wozzeck. Samstag, 25. April, 19.30 bis 22.30 Uhr: Der Zigeunerbaron.
Schauspielhaus. Montag, 20. April, 20 bis gegen 22.30 Mr: Der Diener zweier Herren. Dienstag, 21. April, 20 bis gegen 22.30 Uhr: Der Diener zweier Herren. Mittwoch, 22. April. 20 bis gegen 22.30 Uhr: Alt-Frankfurt. Donnerstag, 23. April, 20 bis gegen 23 Uhr: Phaea. Freitag, 24. April, 20 bis gegen 23 Uhr: Elisabeth von England. Samstag, 25. April, 20 bis gegen 22.30 Uhr: Alt-Frankfurt.
Marsch durch Urwälder und Sümpfe ihren Gegenbesuch machten, wurden sie von den mit Pfeil und Bogen bewaffneten Indianern mit Gesang begrüßt. Der Häuptling bot ihnen einen Zug aus seiner Tonpfeife an, die von Mund zu Mund ging, und dann wurde eine Missionsstation unter ihnen gegründet, die Santa Maria de Lourdes heißt. Die Patres erlernten die Sprache der Siriono-Indianer, die sich als ein« Guarani- Sprach« «rwies, also zu einer der wichtigsten Sprachgruppen in ganz Süd-Amerika gehört. Rach den Schilderungen Pater Heizingers, der der Vorsteher der Siriono-Mission ist, sind es sehr ehrliche und freundliche Menschen, di« ganz nackt gehen. Der Schmuck, den sie antegen, hat magische Bedeutung. Wenn z. B. eine Frau ein Kind geboren hat, zieren sich Vater, Mutter und Geschwister mit Federn, wobei der Vater den schönsten Federkranz auf dem Kopf trägt. Die Siriono leben nicht in der Steinzeit, sondern in der Knochen- und Hvlzzeit. Sie haben Messer aus Bambus und eine Art Meißel aus Ragezähnen: mit scharfen Schneckenschalen hobeln sie ihre Bogen, Grabestöcke und Spindeln: ihr Hausgerät besteht aus einfachen Tongefäßen und Körben. Sie leben hauptsächlich von Jagd und Fischfang, und wenn sie mit einem ihrer bis zu drei Meter langen Pfeile ein Tier angeschossen haben, wird dieses durch die Länge und Schwere des Pfeils an der Flucht gehindert. Ihr« Toten begraben sie nicht, sondern lassen di« Knochen am Boden herumliegen, und diese scheinen eine Zauberwirkung auszuüben, denn einige Indianer brachten zu einer sterbenden Frau «inen Totenschädel, und dieser „sprach" mit ihr. Obwohl di« Siriono kein Musik-Instrument besitzen, sind sie doch musikalisch, und der Gesang spielt in ihrem Leben eine große Rolle. Merkwürdig ist der stille, gleichsam klagende Gesang, den sie fast jeden Morgen früh gegen vier oder fünf Mr anstimmen. Das ist wohl eine religiöse Zeremonie, und ebenso der Brauch, die Arme, besonders die Oberarme, mit einem scharfen Gerät zu verwunden. Die Vanayguas, die die Sirionos aus ihren Jagdgebieten verdrängt haben, werden von diesen nach ihren schweren schwertähnlichen Holzkeulen „Curugua" genannt; sie dürften einem andern eingeborenen Stamm, dem der Tsiratuas, zuzurechnen sein.


