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Aus öfter Wefi.

Kauft deutfche Automobile.

Der Automobilklub von Deutschland, der Allgemeine deutsche Automobil-Club, der Deutsche TouringClub, der Nationale Deutsche Au­tomobilklub und die Derbraucherschatt Deutscher Kraftfahrzeuge erlassen einen Aufruf, der mit dem Hinweis aus die in Deutschland herrschende Arbeitslosigkeit ihre Mitglieder zur Bevorzugung einheimischer Erzeugnisse auffordert. Als deutsche Erzeugnisse sind nur solche zu betrachten, die i n Deutschland aus deutschem Material und von deutschen Arbeitern gefer­tigt sind Dabei bleibt der Charakter deutscher Herkunft auch dann gewahrt, wenn gewisse Einzel­teile untergeordneter Bedeutung in mäßigem Um­fange aus dem Ausland stammen. Dagegen sind die Erzeugnisse sog. Montagewerkstätten nicht als deutsche Fabrikate anzuschen, da sie die Fahr­gestelle aus vorwiegend aus dem Ausland einge» führten Teilen Zusammenleben und die im Inland zur Fertigstellung aufgewandte Lohnsumme im Ver­hältnis zum Verkaufspreis so gering ist, daß ihr volkswirtschaftliche Bedeutung nicht zukommt.

^harlie Chaplin kommt nach Berlin.

Charlie Chaplin, der zur Uraufführung seines Films Dichter der Stadt" in London ein- getroffen ist äußerte er werde vier Monate in Europa bleiben und bann nach Hollywood zurück- kehren In diesen vier Monaten werde er sein stan- diges Quartier in London haben, aber auch Paris, Madrid und B e r l i n besuchen.

Saldo» Rückkehr nach Italien.

Der Dampfer6onte Rosso", auf dem General Dalbo und die anderen italienischen TranSozean- flieget in die Heimat zurückkehrten, traf, von Kriegsschiffen und zahlreichen Flugzeugen eskor­tiert, im Hafen von Genua ein, wo er vom Sirenengeheul aller dort ankernden Schiffe und den Zurufen der auf dem Quai wartenden Menge begrüßt wurde. Den Fliegern wurde von den Behörden, ihren Familien und führenden Persön­lichkeiten aus allen Teilen Italiens ein begeister­ter Empfang zuteil.

Jlotrufe eines deutschen Dampfer».

Der deutsche DampferAnnie Hugo Stin- nes VI" sandte Donnerstag gegen 22 Ahr S.O.S.-Qiufc au«. Das Schiss war in der Nordsee, 20 Me ilen westlich vom Bor- kum-Feuerschiff, leck gesprungen und bat um Hilfe. Der BergungsdampferOzean" ist von Terfchelling, und der DampferSimson von Dor- kam" abgegangen. Um 23 Uhr teilte dieAnnie Hugo Stinnes VI" mit, daß der Radiotelegra­phist nunmehr die Schiffsstation verlasse. Es wird daher angenommen, daß die Besatzung in den Booten das Schiff verlassen hat.

3m Schnee erfroren.

Als Opfer des kürzlichen starken Schneefalles wurde das Wiener Ehepaar Zimmermann, das zur Zeit des Schneesturmes Verwandte auf dem Lande bei Bruck an der Leitha bc- suchen wollte und seitdem vermißt blieb, auf einem Feldwege unter einer meterhohen Schnee­decke erfroren aufgefunden.

Sech» Kinder bei einem Vrande umgekommen.

3n Hoyos (Spanien) sind sechs Kinder Im Alter von 3 bis 7 Zähren, die von ihren Eltern, die sich auf den Marti begeben hatten, allein im Hause gelassen worden waren, durch eine Feuersbrunst ums Leben ge­kommen. Das Feuer dürfte dadurch entstanden sein, daß eines der Kinder mit Streich­hölzern gespielt hat.

Ueberschwemmungen in Argentinien.

Ueberschwemmungen haben inderProvinz Cordoba großen Schaden angerichtet. Biele Häuser wurden zerstört. Auch sollen zahlreiche Menschen ums Leben gekommen sein.

Starkes Ansteigen der Influenza Todesfälle in England.

Die Zahl der Todesfälle infolge Influenza in London und den Großstädten von England und Wales betrug in der letzten Woche 456. Dies bedeutet eine Zunahme von 125, verglichen mit der Borwoche. Das Iahc 1931 hat bisher in London und den Großstädten von England und Wales 1585 Influenza-Todesopfer gefor­dert gegen 434 im gleichen Zeitraum des letzten Iahres.

Raubüberfall aus einen Untergrundbahnhos.

Ein verwegener Raubüberfall wurde in der ver­gangenen Nacht auf den Berliner Unter- grundbahnhof Onkel Toms Hütte aus- geführt. Eine Bande von 7 Räubern besetzte den Bahnhof und hielt das anwesende Personal mit Revolvern In Schach. Ohne daß jemand in der Lage gewesen wäre Widerstand zu leisten, raubte die Bande die Kasse aus und flüchtete mit der Beute in den Grünewald, in dem sie entkamen. Rach vorläufiger Schätzung sind den Räubern 150 Mark in die Hände gefallen. Jeder der Räuber war bewaffnet; bis auf einen, der außerhalb des Bahnhofs Posten stand, trugen olle schwarze Masken.

Eine französische Großweberei eingeäschert.

In Humesnil bei 2ule wurde eine Groß- Weberei von einem Feuer vollkommen zerstört. Das Feuer breitete sich mit ungeheuerer Ge­schwindigkeit auf sämtliche Abteilungen der We­berei aus und hatte gegen Rachmittag einen Um­fang angenommen, der das Eingreifen des größ­ten Teiles der Silier Feuerwehr notwendig machte. Erst als sämtliche Gebäude buchstäblich unter Wasser gesetzt worden waren, gelang es, den Brand zu löschen, der in den riesigen Dor­räten von Daumwolle und Wolle immer wieder neue Nahrung fand. Der Sachschaden beläuft sich auf über zwei Millionen Franken. _______

Aus her provinzialbauptstadt

Gießen, den 20. Februar 1931.

Das Poesie-Album

Erinnere dich des schönen, oft in Leder gebun­denen Buches, das du mit zitternden Händen deiner Lehrerin gabst, auf daß sie ein paar Worte ür das Leben einschreiben sollte!

Die erste Seite war meistens den Eltern Vor­behalten. Und später kamen dann die Freundinnen an die Reihe:

Roch gehst Du unter lichten Blüten.

Roch strahlt Dir blau das Himmelszelt.

Mög Dich ein Gott vor Leid behüten in dieser rücksichtslosen Welt!

DaS war Lucie. Annemarie aber, die immer wenig Einfälle hatte, nahm ihre Zuflucht zu dem damals schon verstaubten Ladenhüter:

Rosen, Tulpen, Relken, alle Blumen welken.

Und wenn Stahl und Eisen bricht, unsre Freundschaft, die bricht nicht!

Die Tanzstundenzeit füllte die Blätter dann mit männlich-starken Schriftzügen und mit tieferem Sinn: t

Iedem Lebenslauf sehen wir Unglück und Leiden unausbleiblich eingewebt.

(Schopenhauer.)

Dies schrieb zur freundlichen Erinnerung Ihr stets an Sie denkender

Hans Lübke.

Wo sind die Zeiten geblieben! Wo sind Lucie, Annemarie, Hans, und all die andern, die deinem Leben damals Glück, Unruhe und Inhalt waren!

Die heutige Iugend hätte wohl auch wenig Berständnis für die Tränen und empfindsamen Gedanken der Borkriegszeit. Heute würde Hans ßübfc vielleicht schreiben:

Hab Lust in den Reifen, ob« stürmt oder schneit. Lern frühzeitig pfeifen auf Menschen und Zeit!

Wir lebten damals in einer noch sorglosen Zeit, in der wir die Welt in rosigem Schein sahen. Tie Wahrheit war wohl das letzte, was wir sehen wollten.

Die Iugend von heute sieht das Leben, wie cS ist. Sie braucht deshalb nicht schlechter zu sein, als die Iugend von 1900 oder 1910. Rur anders ist sie. Ganz anders.

Auto, Radio, Kriegsfilme, Kampf, Hetze, In­dustrie, lausendes Band, Arbeitslosigkeit, Woh­nungsnot, Psychologie, das alles hat die Iugend gewandelt. Sie steht heute aufrecht int Leben und wendet das Gesicht der Wahrheit zu.

Erinnere dich, wie du littest unter deinen Ver­wirrungen und Empfindungen. Oft verstandest du dich selbst nicht, und keiner konnte dir raten! Wir waren nicht fähig, uns mit unangenehmen Dingen auseinanderzusehen. Tatsachen des Lebens wurden mit Goldpapier und Watte verdeckt, und wir gingen geschlossenen Auges daran vorüber.

Das alles sollte unserem Leben Schönheit und Licht geben. Das mochte in der Theorie stimmen; praktisch traf es daneben. Die Zeit des Poesie- Albums war nicht so klar, offen und ehrlich wie die Zeit der heutigen Iugend. Sie war verdunkelt durch Heimlichkeiten, ängstlicher und unaufrichtiger.

Eines nur steht ungewiß in dem großen Buch der Zukunft: Wie wird sich die Saat von heute in dem grellen Sonnenlicht der Wahrheit ent­wickeln! r A

Verbot von Kundgebungen.

9m Amtsverkündigungsblatt von heute veröffent­lich: das Kreisamt Gießen das nachstehende Ver­bot von Auf- und Umzügen, Durch­märschen, Kundgebungen und Ver­sammlungen unter freiem Himmel am 21. und 22. Februar:

Auf Grund des Artikels 123, Absatz 2 der Reichsoerfassung verbieten wir für den Kreis Gießen für den 21. und 22. Februar 1931 alle Auf- und Umzüge, Durchmärsche, Kundgebungen und Versammlungen unter freiem Himmel, ins- besondere alle unter freiem Himmel stattfinden- den Veranstaltungen kommunistischer und na­tionalsozialistischer Organisationen sowie des Stahlhelms.

Das Verbot wird mit allem Nachdruck durch- geiührt; gegen Zuwiderhandlungen wird rück­sichtslos eingeschritten.

Das Verbot erstreckt sich nicht auf die am 21 und 22. Februar 1931 ftattsindenden Veranstal- lungen des Reichsbanners Schwarz-Rot Gold " An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, an das Polizeiamt Gießen und an die Gendarmeriestationen des Kreises sind noch folgende Anordnungen ergangen:

1. Die Anordnung ist sofort ortsüblich zu Der- öffentlichen und den in Frage kommenden Ortsgruppen bekanntzugeben,

2. ist mit allem Nachdruck für die Durchführung des Verbots Sorge zu tragen.

Die Bürgermeistereien der Landgemeinden werden angewiesen, das Kreieamt von etwaigen geplanten Veranstaltungen sofort telephonisch zu benachrichtigen. Das gleiche gilt auch für Veranstaltungen im geschloßenen Raum "

Vornotizcn.

Tageskalender für Freitag. Stadt- theater Gießen:Misanthrop", 20 bis 22.30 Uhr DHC.: Monatsversammlung bei Hopfeld. Mat- thäusgemeinde: 20 Uhr, im Matthäusfaal, Lichtbil- dervortrog des Universitäts-Garteninfpektors i. R. Nehne11:Luther Burbank und die neuere Erb lichkeitslehre, ihre Bedeutung für Volks- und Fami­lienleben". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ro­senmontag", ferner Ton-Lustspiel und Ufa-Ion- Woche. Astoria-Lichtspiele:Das letzte Fort" undSeine Gefangene" _______

Aus dem Skabttheaterbureau wird uns geschrieben: Heut«. 20 ilbc, zum ersten MaieDer Misanthrop", Schauspiel in drei Aufzügen, frei bearbeitet nach Moliöve von Wa.ter Bäuerle, und für eine moderne In­szenierung eingerichtet. Spielleitung: Walter Bäuerle. Mitwirkendc: Damen: Iahn, Koch. Doering, Sch wen«; Herren: Bäuerle, Bruck, Hauer, Linkmann. Ricren, Wesener, Zingel. In­folge plötzlicher Erkrankung von Fräulein Leut- holf hat Fräulein Doering die Rolle der Eelimene inDer Misanthrop" übernommen.

Dom Konzertverein wird uns ge­schrieben: Mit dem sich dem Ende zuneigenden Konzertjahr rückt auch das alljährlich ftattfinbenbe Chorkonzert nahe! Rach sorgsamer Vorberei­tung wird unter der Stabführung von Dr. Stefan Temesvary am Donnerstag, 26. Februar, 19.30 il&r, in der Stadtkirche HändelsMeffias" aufgeführt werden. Mit dem akademischen Ge­sangverein vereinigt wird der Orchesterverein daS herrliche Werk erstehen lassen. Wie auch früher, ist es gelungen, wieder Solisten zu gewinnen, deren Rainen, in Gießen wohlbekannt, allein ge­nügen, die größten Erwartungen an die Ausfüh­rung zu knüpfen: vor allem werden Ria Gin­ster (Sopran, Frankfurt a. M.) und Ruth Kisch- Arndt (Alt, Köln) mitwirken. Beide haben mit Worten großer Anerkennung und freundlicher Anhänglichkeit an Gießen sich gern bereit erklärt, zu kommen. Die Tenorpartie wird Iuftus F. La un, die Daßpartie Hans Schweiger (Dien) fingen. An der Orgel wird HanS Re­be l i n g, am Klavier Mimi Dock wirken. Bielfach ist der Wunsch geäußert worden, das Konzertjahr nicht ohne eine Mozartfeier zu beschließen. Dem hat der Borstand gern Rechnung getragen, indem er sich entschlossen hat, für daS letzte Orchesterkonzert nur Werke von Mozart zu wählen. Das Darmstädter Landesorchester, ge­rade durch feine Mo;artaufführungen besonders berühmt geworden, ist von der Generalintendanz des Landestheaters bereitwilligst zur Derfügung gestellt worden. Das Konzert wird am Donners­tag. 12. März, in der Aula stattfinden. Den Schluß des Konzertjahres wird das langerwartete und mehrfach verschobene Orgelkonzert von Günther Ramin bilden. Der Künstler ist durch seine vielfache Inanspruchnahme leider verhindert, am 26. März zu kommen, wird aber nun bestimmt am Montag, 30. März, hier konzertieren.

DieEoangelischenArbeitervereine Gießen undButzbach veranstalten in Serbin- düng mit dem Evangelischen Bund und dem Wart- burgoerein einenSozialen Kursus". In dessen Rahmen spricht am Sonntag. 22. Februar, 14.30 Uhr, im Markussaal Verwaltungsorntinann Keitzer überDie öffentliche Fürsorge und ihre Ergänzung durch die Arbeit der evangelischen Vereine"; Direktor M enten referiert überWirtschaftslage und Ar- beitslosenfrage". (Siehe Anzeige.)

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Die Ortsgruppe Gießen der NSDAP, veranstaltet am Sonntag, 22. Februar, 20.1- Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine Protestkundgebung. Näheres im heutigen Anzeigen­teil.

Taten ütr Samstag 21. Februar

Sonnenaufgang 7.04 Uhr, Sonnenuntergang 17.24 Uhr. Mondaufgang 8.23 Uhr, Monduntergang 21.48 Uhr.

1677: der Philosoph Baruch Spinoza in Haag gestorben; 1779: der Rechtslehrer Karl von Sa- vignn in Frankfurt a. M. geboren.

*

♦♦ Evangelische Pfarrperson alle. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Karl I o d zu Rodheim v. d. H. die evangelische Pfarrstelle an der Altmünsterschule zu Mainz, Dekanat Mainz, übertragen.

Städtische Brennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen. Stadt­wald, wurden bei großer Rachfrage im Durch­schnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 13 Mark, Eichenscheiter 7 Mk.. K efernscheiter 11 Mk., Buchenknüppel 9 Mk., Eichenknüppel 5,50 Mk., Kiefernknüppel 9 Mk., Buchenstöcke 7,20 Mk., Eichcnstöcke 5 Mk., Fichtenstöcke 2,40 Mk. pro Raummeter, Buchenreisig (3. Kl.) 25 Mk pro 100 Wellen, Fichtenderbstangen (1. Kl.) 2 Mk., Fichtenreisstangen (4. Kl.) 0,25 Mk. pro Stück.

** Mozart- und Lesftngfeier des Gießener Pädagogiums Man berichtet uns heute: Zum vergangenen Samstag hatte die Leitung des Pädagogiums die Schüler und Schülerinnen, sowie deren Eltern zu einer Mo­zart-- und Lessingfeier eingeladen. Unter freund­licher Mitwirkung der Konzertsängerin F äulcin Gärtner und des Pianisten Hahn nahm die Feier einen schönen Bergauf. Beide Künstler verstanden es, für Mozartsche Musik zu be­geistern, während Herr Holla und Studien­assessor Pfaff durch gut ausgearbeitete, be­sonders auch den jugendlichen Zuhörern an- gepaßte Torträge über Mozart und Lessing zu fesseln wußten. Einige Lieder, vom Schülerchor gelungen, bildeten den Abschluß der wohlgelun- genen Feier. Die Teilnehmer dankten den Mit- wirkenden durch starken Beifall.

* Was bedeutet der BundKönigin Luise"? Man schreibt uns: Der Bund Königin Luise tut Dienst am deutschen Volk, er setzt sich für die Erhaltung deutscher Art und deutscher Sitte, für die Erstarkung vaterländischen Empfindens ein Der Bund sucht die Kraft des Verstehens unter den ver­schiedenen Volksschichten zu entwickeln. Da- Ziel ist die Heranbildung echter deutscher Frauen und Mut­ter, sowie die Erziehung einer gottesfürchtigen und pflichttreuen Iugend. In dieser Zielsetzung, die die Wohltätigkeit erst in zweite Linie stellt, unterscheidet sich der Königin Luise-Bund wesentlich von den übrigen Frauenvereinen; er ist geboren aus der

deutschen Not nach 1918. er sucht In der deutschen Frau die Hüterin der deutschen Seele Die Zusam­menkünfte des Könidin-Luise-Bundes sind diesem Dienste gewidmet. (Siehe Anzeige.)

Landesverband der hessischen Blinden.

WSN. D a r m ft a b t, 19. Febr. Nach dem Vor­gehen in anderen Ländern haben sich die B l i n b c n Hessens nunmehr auch in einem Landesver­band zuiammengeschlosfen. In Hessen gibt es zur Zett 761 Blinde, von denen bisher 160 organisiert sind. Der Landesverband der hessischen Blinden ist der Ansicht, daß alle Fürsorge Sache der Länder und Gemeinden und nicht die des Reiche» sei. Nur durch die Landesorganisationen könnten Verbesserungen in der fürsorglichen Betreuung erreicht werden. Der Vorsitzende des Landesverbandes der hessischen Blin­den ist Johann Hörn, Darmstadt.

Oer Mainzer Verwaltungsbericht für 1929.

1,7 Millionen Mark Defizit.

WSN. Mainz, 19. Febr. Oberbürgermeister Äülb hat jetzt den Stadträten und der Presse den Verwaltungs-Rechenschaftsbericht für 1 92 9 zugehen lasten, der voraussichtlich in der nächsten Stadtrotssitzung in der kommenden Woche zur Verabschiedung gelangen wird. Dem Bericht ist zu entnehmen/ daß das Rechnungsjahr 1929 mit einem Defizit von 1718243 Mark abschloß. $ür 11OOO Ml. Briefmarken gestohlen.

WSN. F r a n k f u r t a. M., 19. Febr. Aus einem Schalterraum derSrankfurter Hauvt- post sind nachts aus einer verschlossenen Kassette für 11000 Mark Briefmarken entroen- d e t worden. Wie cs möglich war, daß jemand un­bemerkt in den betr. Raum gelangen konnte, der wäh rcnd der Nacht unter ständiger Kontrolle durch Wächter steht, ist rätselhaft. Jedenfalls ist es der Postbehörde bis jetzt noch nicht gelungen, Licht in die Anoelegenheit zu bringen.

Oie Wetterlage.

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* Schnee & Qraupem wHeoeiKOewitter @windjtine.OxW (elcliter Ost £ massiger Südsüdwest stürmische« nordwejl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen jtenenden zah­len geben die Temperatur an Pie Linien verbinden Orte mit gleichen* auf Meeresniikau umgerrenneten Lultdruch

Wettervoraussage.

Das Islandtief hat feinen Kern südöstlich nach dem Nordmeer bewegt und somit die Südseite roch ter nach dem Festlande vorgeschoben. Infolgedessen liegen die britischen Inseln bereits vollständig im Bereich seiner Warmluft und erhalten Niederschläge. Die ozeanische Lust wird sich nach dem Festlande durchsetzen und im Laufe des morgigen Tages zu Milderung führen und damit das Niederschlagsfeld zum Vorschub bringen.

Aussichten? ürSamstag Temperaturen nachts um Rull und etwas darunter, bann Mil­derung, vorwiegend dunstig und bedeckt, später Riederschläge.

Aussichten für Sonntag: Tagsüber Temperaturen über Rull, wechselnd wolkig, ein­zelne Riederschläge.

Amtliche winterfportnachrichten.

Vogelsberg, Hoherobstops: Bedeckt, 4 Grad, 120 cm Schnee, Beschaffenheit verharscht; Sportmöglichkeit für Ski und Rodeln sehr gut. Herchenhainer Höhe: Be-eckt,2 Grad, 50 cm Schnee, Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut Sauerland, Winterberg: Re el, 3 Grad, 95 cm Schnee, verharscht; Ski und Rodeln sehr gut.

Schwarzwald. Feldberg: Rebel, 6 Grad, 240 cm Schnee, Pulverschnee. Ski und Rodeln sehr gut

Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt.

6 Grad, 61 cm Schnee, Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut.

An rauhen Tagen, beim Wintersport

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