Dienstag, 20. Januar 1931
Nr. 16 Erstes Blatt
181. Jahrgang
Oie Genfer Ratstagung beginnt
müssen. Ich bin da'
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Der Goldmacher Tausend vor Gericht
Sieg.
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3n bezug auf die Resolution der Völkerbund-- Versammlung vom 17. September 1930 beschloß das Studienkomitee für eine europäische Union die Weltwirtschaftskrise zu studieren, soweit sie die europäischen Staaten gemeinsam angeht. Das Studicnkomitee beschlicht weiter, durch Vermittlung des Völkerbund s- ra ts die Regierungen von Island, der Türkei und Sowjetruhland einzuladen, an diesen Studien teilzunehmen.
Diese Entschließung wird am Dienstagnachmittag in der Vollversammlung der europäischen Konferenz erörtert werden. Auf Antrag des britischen AuhenministerS Henderson, der von dem schweizerischen Dundesvizepräsidenteir Motta unterstützt wurde, beschloß die heutige Vollversammlung, daß die Verhandlungen über diese Entschließung öffentlich fein sollen.
Mnderhellenklagen befasse. Das äußerst gespannte Verhältnis zwischen Polen und Deutschland werde dadurch aber noch mehr verschärft, und Polens äußerst gefährdete internationale Stellung werde durch derartige „Siege“ nur noch verschlimmert werden, von zwei Selten, nämlich von Deutschland und Sowjetruhland. würden Forderungen hinsichtlich einer Revision der polnischen Grenzen erhoben, Ls steht außer Zweifel, daß Polen bei der ersten Gelegenheit zwischen diesen beiden Ländern wie jroi« schen zwei Schilden eingeklemmt sein werde. Polen werde seine jetzigen Grenzen genau solange behaupten können wie die Verbündeten, mit Frankreich an der Spitze, Deutschland und Sowjetruhland das Messer an der kehle halten könnten. Aber wie lange könne diese Lage andauern? Generationen, Jahrhunderte? Die Politik, die das neue Polen verfolge, fei ungeheuer gefährlich, diktiert von einem llebermah nationalistischer Leidenschaft und einem Mindestmaß von Klugheit und vorbedacht.
die Direktvrenposten zu berufen, während nunmehr wieder Vertreter der Großmächte ernannt worden seien. Er bitte deshalb, die Ernennungen nur unter dem Vorbehalt der kommenden endgültigen Regelung vornehmen za lassen. Der deutsche Wunsch wurde jedoh nicht berücksichtigt, da der amtierende Generalsekretär, Avenol, Franlrrich, darauf hrnwies, dah die Entscheidung über die Besetzung der Posten ef allen sei und
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ThefredaKteur
Dr. Fnedr Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot,- für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Dietzen.
auf dos unbedingt Notwendige zu beschranken. 3m weiteren Verlauf muß Wert darauf gelegt werden, daß sich die Selbstkosten- und Preissenkungen in einer Wirtschaftsstufe auch in allen folgenden Stufen auswirken. Dieser Grundsatz gilt natürlich auch für die Tarife der Beförderungsanstallen und anderer Versorgnungsbetriebe der öffentlichen Hand. Mit den Maßnahmen der Preispolitik beabsicht.gt die Reichsregierung keine dauernde Geiv f u n g d e s Reallohnes. Tatsächlich ist der Lebenshaltungsindex gegenüber dem Vorjahre um 7,2 v. H. gesun k e n und gegenüber seinem höchsten Stande im Marz 1929 um 9,5 v. H.
Oie Aussprache.
Die Streichung des Reichszuschusses für den Eisenerzbergbau an Sieg, Lahn und Dill müsse einen unerträglichen Lohnabbau zur Folge haben und den Eisenerzbergbau auf8 schwerste gefährden. Rach dem Anträge des Berichterstatters sollen 750 000 Wk. für diesen Zweck bereitgestellt werden.
Abg Schlack (Z.) hielt zwecks Aufwärtsent- totdhmg der deutschen Wirtschaft die Hebung der
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bereits im September ge f < die heutige Ernennung lediglich liche Bestätigung der damal gen De.chlüsse sei — Es besteht hier der Eindruck, daß über die Ernennung und den Ort der Abrüstungs- k o n f e r e n z auf der gegenwärtigen Ratstagung
Darlegungen wurden von wissenschaftlicher Seite als- Phantastereien eines ungebildeten Laien bezeichnet. Auch die Nachprüfung seiner angeblichen Verfahren zur vereinfachten Herstellung von Wasserstoffsuperoxyd, von Morphium aus Kochsalz zur Veredelung von Stahl, ergab nie etwas Positives. Trotzdem gelang es ihm, nachdem er angeblich durch einen $ufaU die Herstellung von Gold entdeckt hatte, den Referendar Rienhardt (München) als Teilhaber zur Gründung einer
bergs, Badens, Hessens, Hessen-Nassaus und Sachsens. Angesichts der zur Zeit in Berlin statt findenden wichtigen Beratungen wurden an den 'Reichskanzler und an den Reichsernährungsminister Telegramme gesandt, in denen die sofortige Aus- führung der von der gesamten Landwirtschaft erwarteten Not Maßnahmen gefordert wird. In einer Entschließung heißt es: Die süddeutschen Landwirtschaftskammern stellen fest, daß die Außerkraftsetzung der E i n f u h r s ch e i n e für Hafer, Braugerste, Malz, Großvieh und Fleisch eine schwere Schädigung der gesamten süddeutschen Landwirtschast herbeigeführt hat. Die ftammern fordern da her eine beschleunigte Wiederinkraftsetzung der Einsuhrscheine. Mit dem Hinweis auf den starken Rückgang des Bierkonsums und des Diersteueraufkommens wurde dringend ersucht, das Ausmaß der Bierbe st euerung raschestens auf ein vernünftiges Maß zurückzu» führen.
Ein neutrales Urteil.
Kopenhagen, 19. Dan. (IU.) „Politiken“ bringt einen Leitartikel zu der Verhandlung Über die deutsche Klag« gegen Polen vor dem Völkerbund. Die Grenzen des wiedererrichteten Polen feien, so schreibt das Blatt, so weit gespannt worden, daß ein Drittel der Einwohner des jetzigen Polens nichtpolnifcher Rationalität fei. 3n manchen Gebieten wohne nicht ein einziger Pole. Kein Staat habe sich als weniger geeignet erwiesen, über nationale Minderheiten zu herrschen als gerade Polen. Es sei nicht das erste- mal, dah gegen Polens Behandlung der Minder- heiten in Genf geklagt werde, aber die Klage, die Deutschland jetzt vorbxlnge, sei b e s o n d e r s e r n st. Natürlich werde Polen diese Klage zurückweisen. Der Wahlterror in vsloberschlesien sei aber über- all wohlbekannt und lasse sich überhaupt nicht ableugnen. Trotzdem werde es Polen in Genf vielleicht gelingen, die Sache wieder im Sande verlaufen zu lassen. Man wisse aus Erfahrung, dah der Völkerbundsrat sich sehr ungern mit
Der Angeklagte war ein Sonderling, der las, aber bei seiner mangelhaften Vorbildung 2lufgenommene nicht verarbeiten konnte. Seine
Deutschland und die Wirtschafiskrisis.
Debatte im Haushaltsausschutz.
Berlin, 19. Ian. (VDZ.) 3m Haushaltsausschuß des Reichstages wurde zunächst ein nationalsozialistischer Antrag abgelehnt, der verlangt hatte, daß über die Verausgabung von Fonds zum Schuhe der Republik usw. in der Haus)attsr:chnuna 1929 genauere Angaben gemacht werden sollen. Die Anträge der Aalionalsoziattstcn, Deutschnationalen und Som» munifffen, die die Streichung sämtlicher Etatsposten für die Reichszentrale für Herrn a t d i e n st verlangen, wurden gegen die Stimmen der Antragsteller und des Landvolks a b gelehnt. Ferner wurden die Anträge der Dculschnationa'en, Rasiona'.sozialisten und Kommunisten abgelehnt, die die Streichung der Etatsstelle für den Reichsminister ohne Geschäftsbereich, also für den Minister T re- vir a n u s verlangten. Es folgte die Beratung des Etats des Reichswirtschastsministeriums. Dazu erklärte der Leiter des Reichswirtschaftsministeriums
Staatssekretär Or. Trendelenburg:
Schicksal. , ,
Abg. Reinha rd t (Ralf.) führte als Berichterstatter u. a. aus: Der Haushalt des ReichS- wirtschaftsministeriums steht im Zeichen eines bedauerlichen Abbaues. Die Ausgaben srnd um 4 366 900 Mk. niedriger angeseht als im Vorjahre. Bei der Herabsetzung der einmaligen Ausgaben handelt es sich im wesentlichen um die Strer- chung des Zuschusses zur Förderung des Eisenerzbergoaues an Sreg, Lahn und Dill einschließlich Oberhessens im Betrage von 70 000 Mk.
Die Streichung des Reichszuschusses an das Deutsche Handwerksinstitut bedeute ein» Vernachlässigung der Belange des Handwerks. Er beantrage, mindestens 70 000 Mk. als Zuschuß in den Haushalt einzusetzen und den Zuschuß für das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit von 200 000 Mk. um 65 000 Mk zu erhöhen.
not und Fehler und Unterlassungen seiner eigenen Wirtschaft und Finanzpolitik schuld. Deutschland habe an sich in feinem Außenhandel seit dem Kriege bewundernswerte Erfolge erzielt und es sei keine Kleinigkeit, daß Deutschlands Export an Fertigwaren heute zum ersten Male in der Geschichte größer geworden sei als der Englands. Aber wir können es nicht ertragen, daß nun die Handelspolitik sich die Erfolge der deut- scheu Wirtschaft zunutze mache.
Weiterberatung Dienstag.
Forderungen der Landwirtschaft.
Tagung der süd- und südwestdeutschcn ü andwirtschaftstamrner.
Stuttgart, 19. Ian. (TU.) Am Montag fand in Stuttgart eine Tagung der süd- und südwest- deutschen Landwirtschaftskammern statt. Es waren vertreten neben dem Deutschen Landwirtschaftsrat die Landwirtschaftskammern Bayerns, Württem-
Erich«int täglich,autza Sonntags und Feiertag» Beilagen
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2.20 Reichsmark und 30 Retchspfenmg für Träger- lohn, auch bei Richter- scheinen emzelnerRummern infolge höherer Gewalt.
Hernlvrechanlchlüfse enterSammelnummer2251. Anschrift tüt Drahtnachrichten Anzeiger Hießen, poßscheckkonto: gta*lfnri am Main 11686.
Polen spiel! ein gefährliches Spiel.
Oie Minderheitenbeschwerde verschlechtert Polens internationale Lage. — Wie lange wird Frankreich Polens Gegnern das Messer an der Kehle halten können?
Angesichts der Arbeitslosigkeit kommt der deutschen Ausfuhr besondere Bedeutung zu. Die üxbuftriellcn Unternehmer- und Arbeitnehmerkreise erheben daher mit besonderem Rachdruck de forie.ung, da; das bestehende Haille s- vertragssystem vor Erschütterungen bewahrt bleibe und die Handelspolitik ihre bisherige Richtung beibehalle. Der Einwand, daß wir durch Forcierung unserer Ausfuhr Anruhe auf die Märkte der Welt trügen, kann uns nicht ab- halten, den Weg zu geben, der angesichts der Gesamtlage notwendig ist. Das Ausland muh bedenken, daß es ohne solche Rebenerscheinungen nicht möglich ist, Reparationszahlungen aus 11 e b e r s ch ü s s e n der deutschen Wirtschaft abzutragen.
Die Stabilität unserer Währung ist gesichert. Doch sind die Verhältnisse auf dem Geld- und Kapitalmarkt und die Kreditsicherheit Gegenstand mancher Sorgen, zu denen namentlich das starke Ausmaß der kurzfristigen Auslandverschuldung Anlaß gibt. Die deutsche Wirtschaft ist durchaus gesund. Aber eine Prognose läßt sich auf Grund ökonomischer Betrachtungen allein nicht anstellen. Im Olugenblid ist nicht die Wirtschaft, sondern die Politik unser
An. Montag begann vor dem Erweiterten Schöffengericht im Münchner Justizpalast die mehrwöchige Verhandlung gegen den 46jährigen Spengler Ta u s e n , der durch seine Behauptung auf das Geheimnis der Herstellung synthetischen Goldes gekommen zu fein, verschiedenen Personen Beträge in der Gesamthöhe von mehr als anderthalb Millionen Mk. betrügerisch entlockt zu haben. Die angebliche Erfindung Tausends war wiederholt Gegenstand wissenschaftlicher Prüfungen, die aber immer negativ verliefen. Während der Untersuchungshaft wurde bekannllich Tausend Gelegenheit gegeben, im Hauptmünzamt München unter strenger Bewachung sein Experiment auszuführen, wobei er aus einer Bleiprobe von 1,67 Gramm der Gerichtskommission einen Edelmetallkern von 0,125 Gramm überreichte. Die Sachverständigen sind aber der Ansicht, daß dieses Gold vorher den verwendeten Ausgangsmaterialien z u g e f ü g t wurde.
Oie Anklage.
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck üttb verfog: vrühl'sche Uinverfilälr-Vuch, mtb Stctnöruderei R. Lange tn Gießen. Schriftlettnng und Geschästrltelle: Zchulfttaße 7.
Kaufkraft der großen Masse für notwendig, wozu wiederum Voraussetzung die Senkung der öffentlichen Lasten sei. Die Senkung der Preise dürfe nicht nur durch Senkung der Löhne und Gehälter angestrebt werden, sondern sei auch durch Herabsetzung der anderen Produktionskosten sowie der Gewinne der kartellierten Industrien herbeizuführen.
Abg. Tarnow (Soz.) sagte, der Lohnabbau sei der Regierung gelungen, aber auf dem Gebiete des Preisabbaues habe die Regierung sich mit provisorischen Maßnahmen begnügt. Der Redner polemisierte dann gegen die Wirtschastspolitik der Kartelle, die ihre Lasten in der Hauptsache den Derbraucherkreisen aufbürdeten, ohne trotz der Rot der Zeit die eigene Rente zu schmälern.
Abg. Dr. Wienbeck (Dnt.) wandte sich gegen den völligen Abbau des Reichszuschusses für den Erzbergbau im Lahngebiet. Das Handwerk und der Einzelhandel müssen unbedingt gefördert werden. Dem Sterben des Mittelstandes müsse Einhalt geooten werden. In diefem Zusammenhänge sprach der Redner für eine hohe Warenhaussteuer und gegen die katastrophale Entwicklung der Tabaksteuer.
Abg. Dr. Dessauer (Z.) war der Ansicht, daß Lohnsenkungen vvlksw.rtschaftllch — von Ausnahmen abge.ehen — nur dann nützlich sein können, wenn der Reallvhn und damit die Kaufkraft des inneren Marktes erhalten wird, denn eine Einschränkung des Reallohnes wirkt sich als Produktionseinschränkung aus. Ser Maßstab der Güternroduktion ist die tägliche Einkommenssumme des Volkes. Darum steht die Preissenkungsaktion im Miltelpunkr jeder Aktion zur Aeberwindung der Preis«, weil nur dann mehr Güter mit dem bestehenden Einkommen gekauft werden können, wenn die Güter billiger find. Ein zweites großes Mittel, die Krise zu erleichtern, ist die Exportsteigerung.
Abg. Dr Stolper (Stp.) führte aus, er habe das Gefühl, daß vom Preisabbau zuviel und zu lange geredet werde. Zuviel im Verhältnis zum Erfolg, und zulange zu dem, was die Wirtschaft ertragen könne. Er bitte deshalb die Regierung, die Aktion so energisch wie möglich fortzu- setzen, aber s o rasch wie möglich zum Abschluß zu bringen, weil wir sonst riskieren, den Anschluß an eine Belebung der Weltkonjunktur zu versäumen. Deutschland sei an sich in der Lage, die Wellwirtschaftskrise am raschesten zu überwinden, denn es habe nicht die riesigen Verluste zu erleiden, die die Rohstoffländer und die Industriestaaten mit eigener Rohstoffbasis erlitten haben, und es könnte als reines Lerarbeitungsland von der Preisspanne zwischen Roh st off und Fabrikat am meisten profitieren. Wenn Deutschland dennoch unter der Krise am meisten zu leiden habe, so seien daran seine Re para- I tionsoerpflichtungen, seine Kapital-
G. m. b. H zu gewinnen und von einer Fr». Schilbach ein Darlehen von 100 000 Mark gegeÄ vier Prozent Jahreszinsen und 50 Prozent Gewinnbeteiligung zu erhalten, die er aber nicht zum Ausbau seines Dersahrens, sondern zum Ankauf des Schlosses Paschbach in Südtirol verwendete. Ferner gründete Tausend im Oktober 1925 die Gesellschaft „164" (Deckname für Gold). Die hier gewonnenen Mitglieder verfielen in Mitarbeiter ohne finanzielle Beteiligung (zu diesen gehörte auch der Stieftohn Ludendorffs, der kaufmännische Angestellte 'Bernet) und Mithelfer mit finanzieller Beteiligung. Diese durch die unwahren Angaben über die Möglichkeit der Herstellung von Gold getäuschten Personen schossen namhafte Beträge ein, nachdem sie sich von Tausend die Herstellung des angeblichen synthetischen Goldes hatten vorführen lassen. Die Beträge, die er nach der Vorführung „günstig verlaufener Experimente" erhiell, beliefen sich zunächst auf insgesamt 488 598 Mark. 135 000 Mark davon verwendete Tausend für persönliche Zwecke. Neue Mitglieder legten nach Vorführung der Experimente 793 833 Mark ein. Zum Etatsausgleich brachten die Mitglieder weiter noch 190000 Mark auf.
Bon der Gesamtsumme (1,75 Millionen Mark) Hal Tausend über dreivier lei Millionen für sich verbraucht, und zwar für den Ankauf von Häusern, eines Gutes in Aichberg und zweier Schlößer in Paschbach und Tharandt.
AIS die Mitglieder, da Taufend seine Versprechungen nicht hielt, mißtrauisch geworden - waren, behauptete er u.a_ er sei von der Grammproduktion von Gold bereitS
Die herrschende Wellwirtschaftskrise erfaßt alle Länder der Welt. Ihre letzten Ursachen zeichnen sich noch nicht deutlich ab. In den Vereinigten Staaten herrscht eine inbuftrielle Sonderkrise als Rückschlag nach einer Periode stärkster Investitionen. Auch in Deutschland ist auf industriellem Gebiete eine ähnliche Sondererscheinung zu beobachten, bei starker Kapitalknappheit. Die Investitionen sind hier mit Auslandkapital durchgeführt worden, das noch über die mit geborgtem Gelbe abge» deckten Reparationen hinaus beschafft wurde. Der Kapitalzufluh vorn Auslande erzeugte eine Scheinblüte, die u. a. zu mangelhafter Disziplin der öffentlichen Finanzen und zur Ueberfteigerung der Preise für viele wirtschaftliche Güter, Waren und Leistungen führte. Die Senkung des Industrie l l e n S e l b st o st e n- und P reisnioeaus ist zugleich die beste Hllfe für die Landwirtschaft. Bei der Durchführung dieses Prozesses müssen wir darauf Rücksicht nehmen, wie labil die deutsche Wirtschaft, insbesondere nach der Kreditseite und nach Der Seite des Vertrauens hin, ist, und day wir deshalb Erschütterungen vermeiden ' ' her bemüht, staatlich- Eingriffe Notwendige zu beschränken. Im
noch keine endgültige Entscheidung falten wird, da die grundsätzlichen Meinungsverschiedenß-iken unter den Großmächten in dieser Frage noch zu groß sind. Man beabsichtigt vielmehr nur, den Zeitpunkt der Abrüstungskonferenz auf Mitte Februar 1932 festzufetzen.
Beschränkte Heranziehung der Türkei und Rußlands.
Genf, 19. Ian. (WTD.) Die Kommission, die einen Vorschlag für die Beteiligung der europäischen Richtmitgliedsstaaten des Völkerbundes an een Qlrie te.r des e. ropaischen S ud e t mi ees gemacht hat, hat diesen Vorschlag in Form einer Entsch-llehung der Vollversammlung der europäischen Konferenz vorgelegt:
Oie Großmächte beherrschen das Bölkerbundssekretariat.
Teutscher Protest bleibt wirkungslos.
Genf, 19. Jan. ($U.) Der Dölkerbunds- rat hat in seiner heutigen Geheimsitzung endgültig das Programm für die gegenwärtige Tagung scstgelegt. Am Dienstag findet die Haupt- aussprache über Zeitpunkt, Ort und Präsidentschaft der Abrüstungstvnlerenz ftari. Die Oberschlesienbeichwerden ein chl eß ich der des Deutschen Dolksbunoes werden am Mittwoch vom Rat behandelt werden.
Sodann wurde endgültig die Ernennung von drei neuen Direktoren des Böl- kerbundsekretariates vvrgenrmmen. Die bisherige Finanz- und Wirticha.tsabteilung ist in zwei Abteilungen geteilt worden. Zum Direktor der Wirtschaftsableilung wurde der Italiener S t o p p a n i, zum Dire.tor der Finanzab eilung der Engländer L o v e d a h und z rm Direttor der Transit- und Derkehrsableilung der Frar.zo'e Haas ernannt. Gegen die Ernennung legte Reichsaußenminister Dr. E u r t i u s ,t> f zielten Vorbehalt ein. Er betonte, daß die endgültige Regelung der Besetzung der Direktorenposten sowie der gefaulten politischen Abteilung des Sekretariats noch in der Schwebe sei und erst der im Februar zusammentretende Dreizehner-Ausschuß des Rates Vorschläge über den Ausbau der Leitung des Sekretariats zu machen habe. Curtius betonte, daß grundsätzlich in der Völkerbunds-Dollversammlung von verschiedenen Mächten gewünscht worden sei, künftig Vertreter der neutralen und kleinen Mächte auf


