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Sie Lage der Landwirtschaft in Heften

eine besondere Dedeutun.

nach dem Dorbild anderer Länder zu ver­längern. Bei den Verhandlungen, die dem Beitritt vorangegangen ttrnren, spielten die von der Reich-rcgierung im 3uli diese- Jahre- er- grissenen Wahnahmen und deren mögliche un­günstige Rückwirkungen auf Hottend- Landwirt- schast, Handel und Industrie eine Rolle. und dann war dabei auch zum Ausdruck gekommen.

erfüllen, ohne die Finanzen der Stadt ungebühr­lich anzustrengen.

Wir machten dem Vorstand des Ver­kehr-- und VerschonerungsvereinS dringend empfehle?, seine Vermittleraktion ungesäumt wieder aufzunehmen. da­mit baldigst eine Verständigung der beiden Par­teien erzielt wird, die es ermöglicht, den ersten Markt im Januar wieder in der altgewohnten Weise zur Durchführung zu bringen.

allgemeinen Lage zu, ländische Vertreter im Eondcrausschuh der Ba» sclcr Tributbank C o l i j n gesprochen chat, seine Erklärung, das; mit den Tributen end­gültig Schluß gemacht werden müsse, diese Erklärung war so durchschlagend und kraftvoll, daß sich ihr weder der Vertreter Englands noch der Schwedens oder der Schweiz entziehen konnte. 3m Haoa, besonder- aber in Amsterdam. wartet ma i de-halb aus die Reichsregierung. Was wird sie in diesem entscheidenden Augenblick offen­kundiger französischer Isolierung tun?

Man verhehlt in Holland gar nicht, dah bei der Frage Deutschland in erster Reihe d a - Stillhalteproblem eine unn i. elb-re Ro.le spielt. Detrugcn doch die kurzfristigen Kredite Holland« bei Abschluß de« Stillhalteabkommens nach den im Layton-Vericht veröffentlichten sta­tistischen Angaben 336 Millionen Mark. Die hol­ländischen Danken ließen es damals, das darf nicht verhehlt werden, an einer gewissen Bereit- Willigkeit zur Mitwirkung an der vs.uthalteaktion nicht fehlen und entschloßen sich, die von ihnen nach Deutschland gegebenen kurzfristigen Kredite

Oberhessen.

Stadtvorstand in Alsfeld.

»-» Alsfeld. 18. Dez. In der jüngsten Sitzung des Stadworstandc- wurde zunächst die not­wendige Anschaffung von weiterem L ch l a u ch m a t e r i a l für d.e Freiwillig« Feuerwehr genehmigt. Die Kosten betragen 402 Mark. Die Vrar.dversichcrung-kammer fl-bt einen Zuschuß. Sin R e g r« h a n s p r uch des hessisch.'n Staat-fi-ku» g:g.m die S.adtAls- seld wegen Rachlaß an der Fischereipac-t. d.e der Fi-ku- gewähren soll, wird ab gelehnt, da der Rachweis eines Schadens in diesem Jahre, den die Stadt zu vertreten hätte, nicht erbracht ist. Sine längere Aussprache entspann sich bet der von der Landeslommunalbank-T^rozentroie in Darmstadt angeregten Aenderung der Fein goldklausel f^r d eDarl.h:nLv rirüge. Hierzu wurden von ver chiedenen Se.ten Beden- ken hinsichtlich der vorgeichiagenen Abänderung geäußert. Es wurde beschlossen, die Angelegen­heit vorerst auSzuseyen und we.tere Erkund Zun­gen einzuziehen. Unter Mitteilungen gab der Dorsitzeed« wenig erfreuliche Srösf« n u n g e n über die kommende Finanzlage d e r S t a d t. Die Rllchsstcucrüberweisurg^n selcn um weitere 27 Prozent gekür t worden, die Stadt habe keine Aussicht, aus Re.chsmitteln aus dem dafür gebildeten Fonds etwas $u erhalten für die steigenden Ausgaben für d.e Wohlfahrt S- crwcrbslofen, da die Vorbedingungen dazu. Ver­dreifachung der Vürgerfteuer, Verdoppelung der Diersteuer, infolge der ablehnenden Haltung des Siadtvorstandr- nicht erfüllt feien. Wenn bai Defizit, bai mit mindesten- 3D 033 Mark zu ver­anschlagen sei, nicht beseitigt werd«, so werde bl« Stadt iür das Etat-jahr 1932 vor schwerwiegend« Entschlüsse gestellt sein. Anträge der kommuntst.- schen Partet und der sozialdemokratischen Siadt- ratsfrÄtion auf Gewährung von Winter- b e i h i l f e n wurden dem Finanzausschuß zur selbständigen Crlcb:qung überwiesen. Vom Reich aus erfolgt eine Winterbeihilfe für Arbeitslos« und sonstige Unterstützungsempfänger in Form einer Fleischverbilligung für frische« Rind- und Schweinefleisch um 30 P f. pro Pfund gegen Bezugsschein«.

Landkreis Gießen.

)( Grohen-Linden, 19 Dezember In un­serer Stadt leben zur Zeit 7 Leute, die zu­sammen 600 Jahre alt sind. Es sind dies: Iohs. L u h VII. mit 88, Th. Peppler mtt 87, Kon­rad Seth mit 86, Jakob Cut) mit 84, Ludwig Menges mit 83, Witwe Katharina Wagner, geb. Leun, mit 87 und Witwe Elisabethe Weber, geb. Pino, mit 85 Jahren.

Mvcie Büdtnqen

* Unter-Cchmitten, 18. Dez. In der Nacht zum Dienstag wurde au« einer Scheune, Deren Tor aber nicht verschlossen war, ein noch wenig gebrauchtes Fahrrad gestohlen. Der Täter ist unbekannt.

Streik Schotten.

* Schotten. 18. Dez. In einer Versammlung derDezirkSlehrerschaft sprach Mcd.z nal- rat Dr. Koch, Schotten, über Schulhygiene und die Zusammenarbeit von Schularzt und Leh­rer zur Erhaltung der Gesundheit des Schul­kindes. Unterstützt durch zahlreiche Lichtbilder, behandelte der Vortragende die w.chtigsten Krank­heitsfälle. denen daS Kind im schulpflichtigen Alter besonder« auSzcsetzt ist, und zeigte ODcgc zur Verhütung und Heilung. Troy der Abstr.che am Fürsorgeetat müsse «5 der Zusammencrar t ton Schale ui b Sch.l rzt l ch le n, (.cf nd) it- liche Störungen durch Einwirkung auf Eltern­schaft und Schullind zu beseitigen. An den bei­fällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine Aussprache an. 3m zweiten Teil der Tagung gab Obmann CB lei. Schotten, wichtige Mitteilungen bekannt, die sich auf Berufs- und Standesfragea bezogen. ,

-4- Rainrod, 16. Dez. Bei der gestrigen Drennholzv^rsteigerung. die das Forst- arnt EichelSdorf abhielt, wurde der Raummeter Buchenscheit mit darchschnittlich 7 Mk. gesteigert. Damit sind die Drennholzpreise auf den Dor- kriegspreis und darunter gesunken. Di« Käufer waren sehr zurückhaltend.

Ober-Schmitten, 16. Dey. Der hiesig« Weihnachtssparverein, der auf etwa 180 Mitglieder angewach'en ist, veranstaltete am Sonntag im .Löwenhof ' seine diesjährige Weih­nachtsfeier. Dabei wurden die Soarauthaben, di« auch in diesem Jahre eine stattliche Höhe er­reichten, au-gegeben. Da die Gemeinde mit ihre» beiden Fabrilbetriebcn bis jetzt noch von Arbeits­losigkeit verschont blieb, erlitt die Spartätigkeit keine Unterbrechung. Die Borst and-Mitglieder (Vorsitzender Otto 3ung) erklärten ihre Bereit­willigkeit, auch im kommenden 3ahre die Organi­sation de- SparwerkS zu übernehmen.

Kreis Alsfeld.

ll. Merlau, 18. Dez. Auch in unserer Ge­meinde wurde eine Hau-sammlung für die Winterhilfe Der Atbcit-armrinschaite» der freien Wohlfahrt-Pfleg« durchgeführt. 3» Kirchspiel, das b;c Orte Merlau, Flensungen, IlSdors und Stockhausen umfaßt, gingen zusam­men 97,75 Mark ein. Davon entfielen auf Merlau 65 Mark, auf Flensungen 14,15 Mark, aus Stock­hausen 9.23 Mark, und auf Olsdorf 9 40 Mark. Das Ergebnis ist ein Beweis für bi« Opfer- Willigkeit In unserem Kirchspiel.

Rheinhessen.

GladtralsauflösunggegenLandesgeseh

Worms, 18. Dez. sWSN.) Nach den hessischen Landtagswahlen hatte die Wormser Drlcgtuppe der Deutschen Volkspartei beantragt, den S t a b t r a t aufzulösen. In der letzten, sehr stürmisch ver- i laufenen Stadtratssitzung wurde dieser Antrag mit einigen Stimmenthaltungen angenommen. Da er aber ungesetzlich ist. beschloß der Stadtrat in . einem zwc.ten Antrag, die Regierung zu ersuchen, - die gesetzlichen Grundlagen für die Auslosung -u I schaßen. Ein nationalsozialistischer Antrag, den Er­werbslosen eine Winterbeihils« von 80 Mk. , ohne die Naturalien auszuzahlen, wurde ebenfalls ! angenommen. Der Oberbürgermeister erklärte, daß zur Auszahlung dieser Dinterbechllfe keiner- lei Älttel vorhanden seien.

Holland im Währungssirudel Don unserem ^.-Berichterstatter.

Amsterdam, Dezember 1931.

Die großen Schwierigkeiten sind im wesentlichen daraus zurückzuführen, daß die Reichsregierung es bis jetzt immer noch an dem notwendigen Schutz der tierischen Erzeugnisse wie Butter, Käse, Eier, ferner Obst und Wein, vorwiegend Erzeugnisse der bäuerlichen Landwirtschaft, hat fehlen lassen. Bei der besonders schwierigen Lage der Land­wirtschaft, die sich naturgemäß auf die örtlichen Genossenschaften und Oraanisat.onen ausdehnen muh, wird die von der Preuhenkall« geforderte Rückzahlung äußerst erschwert.

Während man die Uebertragung der Osthllf« auf Süd- und Südwestdeutschland ablehnte, wur­den andererseits die in der 4. Rotverordnung vor­gesehenen Schutzmaßnahmen für die Landwirt­schaft als nicht ausreichend angesehen,,und zum Teil, mit Rücksicht auf die starke Desitzzersplit- terung, nicht für durchführbar erachtet.

Die Lage in den hessischen landwirtschaftlichen Betrieben ist verzweifelt und ungleich schwieriger als im Horben und Rordosten Deutschlands.

Die Landwirte sehen mit großer Sorge dem nächsten Frühsahr entgegen, da sie kaum in der Lage find, bi» jur neuen Ernte ihre Betriebe durchjuhallen.

Die steuerliche Entlastung auf Grund der in H'.ssen festgestellten Witterungsschäden konnte b.S jetzt nicht al« ausreichend angesehen wer­den.

ES wurde hierbei von dem Vertreter des Fi­nanzministeriums darauf hingewiesen, daß neben der Berücksichtigung der Ernteschäden durch Steuererlaß, die schon stattgefundrn hat, die Re­gierung weiter« Maßnahmen plant, hie darauf abzielen, daß auch die nicht mit der Ernte zu» sammenhängenden Schädigungen landwirtscha't- licher Betriebe steuerlich b-rücksichtiyt werden können. Wie diese Maßnahmen einzurichten sind, unterliegt der Prüfung, insbesondere der Bespre­chung zwischen LandwirtschaftS- und Finanz­behörde. die noch vor dem Weihnachtsfeste be­endigt werden.

Bei aller Anerkennung der Schwierigkeit der Lage de« Reiches und des Landes wurden um- fassende Maßnahmen zur Sicherung der Ernte 1 932 gefordert, insbesondere unter Hinweis darauf, dah der Wiederaufbau bet deut­schen Wirtschaft nur möglich ist durch die Stär­kung de- 3nnenmarkteS, der 80 Pro­zent aller Erwerbstätigen beschäftigt, während nur 20 Prozent für den Export tätig sind, dessen Bedeutung für unsere Auslandbeziehungen trotz­dem nicht verkannt wird.

3n den Verhandlungen nahmen die Vertreter deS LandeSfinanzamies. OberregierungSrat Kie­per, und de« Herrn Finanzministers. Ministe­rialdirektor Prof. Dr. Rößler und Ministe- rialrat Dörr wiederholt da- Wort, um zu den einzelnen Fragen Stellung zu nehmen. Die Landwir'.schaftskammer wird über die besondere Lage der Landwirtschaft in Hessen der Re'.chs- regierung und der höllischen Regierung eine Denkschrift überreichen, in der da« Ergeb­nis der Verhandlungen niedergelegt sein wird. Rach fünfstündiger Dauer wurde die Aussprache von dem Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer, I Oekonom'.erat Hensel, geschlossen.

2luf Einladung der Landwirtschaftskammer fand 1 am Donnerstag im Sitzungszimmer der Kammer in Darmstadt eine Besprechung über d.e Lage der Landwirtschaft in Hessen unb b;e I Fortführung der landwirtschaftlichen Betriebe bis zur neuen Ernte statt. An dieser Besprechung nahmen Vertreter des Ministerium- der Finan­zen, und zwar der Abteilung Steuerwesen, wie der' Abteilung Landwirtschaft, ferner des Landes- finanzamtes. der landwirtschaftlichen Genossen­schaften, der Landesgenossenfchaftsbank. der Hes- si.chrn Landesbank und der landwirtschaftluhen Organisationen teil.

3n verschiedenen einleitenden Referaten wurde die Lage der hessischen Landwirtschaft geschildert.

War schon die Lage der Landwirtschaft in Hes­sen im vergangenen 3ahr ungünstig, so wurde sie durch die außerordentlichen Wit- terungSschäden an der Ernte 1931 und durch die stark fallenden Preis« der landwirtschaftlichen Erzeugnisse von Tag zu Tag verschärft.

Die Preisrückgänge betrugen im November 1931 gegenüber der gleichen Zeit 1930 bei Vieh 30, ja 40 bis 45 o. h.

Weitere Preisrückgänge und Absatzschwie­rigkeiten bestehen u. a. besonders bei Milch, Gerste und Wein. Obst und Gemüse waren be­einflußt durch die lleberschwemmung des deut­schen Markte« mit AuSlanderzeugnissen nur zu geringen und unter den Selbstkosten liegenden Preisen verwertbar.

Die Preisspanne für au« ben Erzeugnissen der Landwirischaft grwcnnenrn Produkte überschreiten das berechtigte Maß. Bei Milch erhält der Land- wirt cb Stall nur ung fähr d e Hälfte d s Prei'es. den der Verbraucher zahlen muh. Die geringe Beschäftigung des Handwerker« auf dem Lande ist im wesentlichen darin zu suchen, dah beffen. Preise in keinem Verhältnis zu denen bet land­wirtschaftlichen Erzeugnisse stehen.

Die Zinsenlast fand im Laufe des Jahres 1931 eine wesentliche Verschärfung. Steuern und Ab- gaben lasten in gleicher Schwere auf dem land­wirtschaftlichen Besitz. Der Landwirt muh heute das Vielfache der Mengen seiner Erzeugnisse wie früher verkaufen, um seinen Verpll'chtungen nachzukommen. Durch den erheblichen Rückgang der Preise schrumpft das vorhandene Betriebs­kapital zusammen und ist nicht mehr ausreichend, um die Betriebsmittel für die Fortführung der Wirtschaft zu beschaffen, sowie zur Zahlung von Steuern und Abgaben wie für den Lebensunter­halt. Während die H e r a b s e tz u n g d e r Z i n - s e n für langfristige Kredite von der Landwirt­schaft dankbar begrüßt wird, werden in der 4. Rotverordnung bestimmte Anweisungen für die Herabsetzung bet Zinsen bei kurzfristigen Krediten vermißt, die unbedingt erforderlich ist. Es ist selbstverständlich, daß die Herab'ehung für kurzfristige Kredite vom ersten Geldgeber ab er­folgen muß. w

3n der Aussprache wurde mit Bedauern fest- gestellt, daß die Inttellen der süd- und südwest- deulschen Landwirtschaft durch die Reichsregie- rung nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Die finanzpolitischen und wirtschaftspolitischen Ereignisse in der Welt finden in Holland ent­sprechendes regstes 3nteresse unb ftär k- sten Widerhall, denn dieses Land ist mehr als andere auf Gedeih und Verderb mit der Weltwirtschast verbunden. Man muh sich auch vor Augen halten, daß für die Riederlande der neue allgemeine wirtschaftspoli­tische Zug, bet bei den meisten Ländern festzu­stellen ist, der sogenannte autarkische Grundsatz, der Immer mehr in den Vorder­grund rückt, einen schweren Sch l a g be­deutet. Daher kommt aber den Holländern auch Deutung als Beurteilet der :, und die Worte, die der hol-

daß deutsche Aufschubvorschläge leichter in Er­wägung gezogen werden könnten, wenn fie nur auf das Verhältnis der Dankengläubiget zu ihren deutschen Bankverbindungen Bezug hätten und nicht auch auf daS Verhältnis zwischen den Dan­ken unb deren Verbindungen zu Deutschlands Handel und 3ndustrie.

So weit waren die Dinge gediehen, als die schwere Erschütterung des internationalen Geld­marktes durch die englischeWährungS- k r i s e eintrat, die die holländischen Gläubiger den Ausfall der in Deutschland investierten Ge der noch peinlicher empfinden ließ, als es so schon der Fall war. Beim Absinien des englischen Pfun­des mehrten sich deshalb in Holland die Stimmen, die es so wünschenswert wie möglich erscheinen ließen, daß die Möglich'.eit einer Rückzahlung wenigstens eines Teiles der Kredite am 1. März IC32 nach Ablauf des Stillha.teablommen« ge- schaffen würde. Man gab aber gleichzeitig zu, daß, falls keine Aenderung der gegenwärtigen politi­schen Verhältnisse einträte, die Wahrscheinlichkeit einer Rückzahlung dieser Kredite zu dem genann­ten Datum nicht größer fein würde als vorher. Unb weil man in Holland wegen bet schon er­wähnten zwangswci en Objektivität ben inni­gen Zusammenhang zwischen kurz- fristiger Detschulbung und Ttibut- verpslichtungen genau so erkannt hat wie in Deutschland, drängt man in Amsterdam unb, im Rahmen des Möglichen, auch im Haag t ar auf, daß die Vordringlichkeit der privaten Schuldenverpflichtungen D.u llch a d« gegenüber len Pol.t.scheu Schmoen, den Tributen, anerkannt werde.

In Holland drängt man um so mehr zu einer baldigen Entscheidung, als die jüngsten Da- lutaoorgänge in Japan Holland sehr schwer getroffen haben. Man befürchtet, daß der japanische 7)en noch tiefer finken würde als das englische Pfund, und man vefürchtet weiter, daß die Han­delsbeziehungen mit Niederländisch- Indien von der japanischen Geldpolitik auf das empfindlichste beeinflußt werden könnten. In Hol­land mehren sich die Stimmen, aus handelspoliti- Ichen Gründen dem Beispiel Japans und Englands zu folgen und das vor wenigen Monaten noch als unglaublich und unerhört bezeich­nete Auflockern der holländischen Valuta Tatsache werden zu lasten. Man hat also große Sorgen im Haag und In Amsterdam, und man weiß, daß fiel den Verhandlungen über die Tribute ein gut Teil weltwirtschaftliches Schicksal geschmiedet werden wird. Und man hat hier die Gewißheit, daß Tri- dutzahlungen und private Schulden unlöslich mit­einander verbunden sind und dah der Voung- plan eine Fiktion ist, weil auch die Zahlungs­fähigkeit Deutschland» eine Fiktion ist. Die Einigung auf dem Gebiete der Tribute wird al» Hauptoor- aussetzung für die Hergabe neuer Kredite angesehen, die, wie man hier erklärt. Deutschland über die kurllristigen Kredite hinaus brauche, um seine Wirt­schaft wieder in Gang zu bringen.______________

fonber-, wo bie Berechnung ber Steuer für 1931. die im Fahre 1932 erhoben wirb, sich nach bem Einkommen von 1930 richtet, da« bekanntlich in ben weitaus überwiegenben Fällen noch einer er­heblich besseren Wirtschaftslage entsprach. Man fann kaum anders, als von einer Steuer- schröpfung sprechen, bie jetzt bei ber Bürger- steuer genau so unerträglich wirb, wie sie bei allen anberen Steuerarten je länger je mehr geworben ist. Degen diesen Unfug der schrankenlosen Au«, debnung einer an sich berechtigten Steuer werden sich die Steuerpflichtigen energisch zur Wehr setzen müssen. Wo soll der Steuerzahler hinkommen, wenn ihm aus der einen Seite durch Preisabbau und Verdienstminderung die Basis seiner Existenz immer mehr eingeengt wird, während aus der anderen Seite die Steuerlast eine immer größere Ausdehnung erfährt? Wenn die zuständigen Stel­len ber Reichssteuerverwaltung für die Unlogik bet bisherigen Methode kein Verständnis zeigen, dann wird doch vielleicht einmal auf dem Wege der Steueranfechtung die Besteuerung der einkommer.Slo'en Ehe rau der gericht ichen Rach» prüsung durch den Reichsfinanzhof unter­worfen werden müssen, um zu ermitteln, wie es mit der Rechtsgrundlage für diesen Steuerunfug eigentlich auSsieht.

Am Donnerstag gaben wir einer Zuschrift der Vertreter der Diehhandrls-Organisationen Raum, die von der Verhängung des Boykotts über den Gießener Diehmarkt Mitteilung machte. Mit dieser Kundgebung an die Dürger- schast unserer Stadt wurde in der breiten Oeflent- lichte t e.n Konflikt bemerkbar, der schon seit eini­gen Monaten im engeren Kreise auügesochten wurde. Es handelt sich um den Wunsch deS Vieh- hanbelS nach Ermäßigung de« Standgeldes für Großvieh auf dem Gießener Rinber-Ruhviehmarlt unb um Vornahme einiger Verbesserungen auf dem Viehmarltplah. Die Vertreter des Vieh- handelS hatten die Stadtverwaltung schon vor einigen Monaten gebeten, im Hinblick auf den ständigen Rückgang der Viehpreise und die daraus hergeleitrten Forderungen der Verbraucherschaft nach Preissenkung in eine Ermäßigung des Stand» geloes für Großvieh von 80 auf 50 Pf. pro Stück einzuwiiligen. Weiter hatte die Vertretung deS Viehhandels den alten dringenden Wunsch wie­der geäußert, auf dem Viehmarktplahe bessere Standort-verhältnilfe durch die Herstellung einer einfachen lleberdachung des Platzes und durch Errichtung eines kleinen Holzhauses zur Ab- to'iQC.ung der faufmännjdjcn Angelegenheiten der Händlerschaft zu schaffen. Die Stadwerwaltung ließ wie man uns aus Viehhandelskreifen mit» teilt die Antragsteller zunächst längere Zeit ohne Antwort, wodurch deren Stimmung natür­lich nicht gerade gehoben wurde, und lehnte dann unter Hinweis auf die Finanzlage der Stadt und auf die Konsequenzen, die eine solche Gebühren­ermäßigung nach anderer Richtung hin nach sich ziehen werde, die Erfüllung der vorgebrachten Wünsche ab. Der Viehhandel lieh sich daraufhin leider in unkluger Weise zu einer Boykottandro­hung gegen den Gießener Diehmarkt hinreihen. Daß unter diesen älmständen die Stadtverwal­tung sich in keiner Weise geneigt zeigte, erneuten Vorstellungen de« Viehhandels Rechnung zu tra­gen und daß sie auch einer Vermittlungsaktion des Vorstandes des Verkehrs- und Verschöne» rungsvereins nicht stattgab, wird man begreif­lich f inden müisrn älnter dem Drucke von Boykott- drvhungen kann man kein Entgegenkommen von dem andern Beteiligten erwarten. Diese Einsicht griff denn auch rasch beim Diehhandel Platz, man verzichtete dort auf die rigorose Kampfstel­lung und gab sich Mühe, wieder einen guten Faden zur Stadtverwaltung anzuspinnen. Leider hatte sich aber auch hier mittlerweile die Haltung sehr versteift, vielleicht unter dem Eindruck der ständig anwachsenden Finanzsorgen, und eine er­neute Aussprache verlief dann ohne das vom Diehhandel erwartete Resultat. Die Folge war nun die Boykotterklärung, mit deren Auswirkung man voraussichtlich beim nächsten Diehmarkt am kommenden Dienstag wird rechnen müssen.

Es wäre verfehlt, wenn man sich bei der gegenwärtigen Sachlage auf den Standpunkt des Abwartens stellen wollte. Zwecklos wäre cs auch, so zu tun, als könne bei dem nun entbrannten Kampfe nicht allzuviel Schaden entstehen. Der Dieh­handel hat recht, wenn er daraus hinweist, daß die Gießener Diehmärkte für unsere «tadt «ine große wirtschaftliche Bedeutung haben. Aber auch die Stadtverwaltung hat nicht unrecht mit der Be­hauptung der Diehhandel selbst sei in starkem Maße an dem Bestehen der Diehmärkte in Gießen inter­essiert. Für unsere Stadt ist es von Wichtigkeit, allenthalben darüber Klarheit zu schaffen, daß durch die Gießener Diehmärkte beträchtliche Summen Geldes allmonatlich auf die verschiedenste Weise unserem Wirtschaftsleben zugeführt werden. Die Stadtverwaltung selbst verzeichnet im Haushalts- &den ansehnlichen Betrag von 22 000 Mark pro an Standgeld auf den Viehmärkten. Außer- dem kann unsere Geschäftswelt erhebliche Einnah­men durch den gesteigerten Verkehr an den Markt­tagen verzeichnen, deren Umfang ziffernmäßig lei­der nicht zu erfassen ist. Auf der anderen Seite ist natürlich die verkehrsgeographische Lage Gießens ein starkes Plus für die Geschäfte des Viehhandels. Wenn man sich diese Sachlage vergegenwärtigt, wird man sagen müssen, daß es im allgemeinen Inter- esse dringend notwendig ist, den jetzigen Kamps schleuniast durch eine für beide Teile an­nehmbare Verständigung au« der Welt zu schaffen.

Da zur Zeit durch die neueste Rotverordnung der RcichSregierunq eine allgemeine PreiS- senkungSaktion auf allen Gebieten zustande- gebracht werden soll und der Vtandgeldaböau auf unserem Diehmarkt angesichts ber ganzen Preis­gestaltung in sich der 'Berechtigung nicht entbehrt, muß ein Weg gefunden werben, in dieser Hinsicht demDiehhandel entgegenzukommen. Wir glauben gut unterrichtet zu sein, wenn wir 1ag?n. daß die Forderung des Diehhandel«, ba« Standgeld von 80 auf 50 Pfennig pro Stück Groß­vieh zu senken, keine conditio sine qua non ist, daß sich vielmehr hier wohl eine mittlere Linie al« Verständigung'basi« ergeben tonnte. Auch die Forderung nach Schafsung besse­rer StandortSverhältnisse cuf bem Diehmarktplah in der vorstehend grkennz-ichneten Art kann nicht al-unberechtigt bezeichnet werden und wäre u. E. verhältni-mäßig leicht zu

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