Ausgabe 
19.1.1931
 
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N" Laye. Wenn her erleichtert »W einen inneren I^ranfen KAaaten feine Mon- Sc*e Uustlieworen jW bet Mrbeitslolcn in $ um einiae Mionen °u>", et glaube n< r europai|d)en Wirtschaft lubeuropäilhen Agrar. Janntomitld) unterschäne fQbt eines wirt, tionismus, her eine *J * ' o n im (Befolge habe, »rügen Bestrebungen, zu ln0 der Zuckerpin b meinte, daß es vielleicht chen Bereinbarungen bc- zu kommen. Die w-.rt-.

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Der Gießener Siaalskommiffar lehnt ab

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im ötabtrat eingenommen hat.

Erwartet hatte man des weiteren, daß der Herr Staatskonnnissar, wie fast an allen anderen Plätzen, so auch in Gießen seine Entscheidung nicht ohne Einvernehmen und jedenfalls nicht ohne Anhörung der Fraktionen des Stadtra^ treten würde und daß er insbesondere auch, wie die Verordnung vom 11. Dezember 1930 es ausdrücklich vorsteht, die Ausgabenseite des städtischen Etats sich angesehen hatte, wie dies ebenfalls in anderen Städten geschehen ist.

Die unterzeichnete Fraktion des Stadtrats der Stadt Dietzen hat unter Hintansetzung schwerster Bedenken bis zuletzt den Belangen der Stadt gerecht zu werden versucht, indem sie .weit- gehendst für die Anträge der Stadtverwaltung gestimmt hat. Keine andere Fraktion war zu solchen Opfern bereit. Sie insbesondere nimmt deshalb das Recht für sich in Anspruch, die ernstesten Cßorfldlungen zu erheben und den Herrn Staatskommissar zu bitten, nochmals und zwar zustammen mit der Stadtverwaltung und dem Stadtrat der Stadt Dietzen in eine Prü­fung der zur Deckung - des bestehenden Defizits erforderlichen Maßnahmen einzütreten und in letzter Stunde mit dazu beizutragen, dah die oben kurz an gebeuteten Härten und damit Schlim-

Ein Kommentar zu dieser glatten Ablehnung der Steuerdiktators, der es noch nicht einmal für nötig gehalten hat, die Verhältnisse an O r t u n d S t e l l e zu prüfen und sich zu diesem Zwecke mit den g e - wählten Vertretern der Bürgerschaft persönlich in Verbindung zu setzen, dürfte sich nach dem Wortlaut dieses Absagebriefes wohl erübrigen.

Ein Schritt gleicher Art mit demselben Ziel ist seitens der Stadtratsfraktion der Wirtschaft­lichen Bereinigung beim Staatskommissar erfolgt. Sobald eine Antwort darauf eingegangen ist, wird auch dieses Schreiben zur Kenntnis der Bürger­schaft gebracht werden.

«tetsabbau!

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zur täglichen 1

Halspflege v\ schützt vor M Husten und Heiserkeit

meres vermieden wird. Mit einer solchen Bach- prüfung wurde auch der starken Erregung der Bevölkerung der Stadt begegnet werden, unb es wäre zu erwarten, dah Schritte unterblieben, die bereits geplant sind und dem öffentlichen Interesse gewih nicht dienen werden.

Arbeitsgemeinschaft der Mitte.

3. QL:

Wilhelm Horn, Vorsitzender.

Ein glattes Nein.

Auf diese Zuschrift hat der Staatskommis» s a r mit folgendem Schreiben geantwortet:

Darmstadt, am 15. Januar 1931.

Der Staatskommissar für die Stadt Dietzen. Detteffend: Sicherung der Haushaltsführung der Stadt Dietzen.

Auf gefälliges Schreiben vom 12. b. TL

Bach meiner Bestellung als Staatskommissar für die Stadt Dietzen habe ich im Benehmen mit dem Herrn Oberbürgermeister sofort den städti­schen Voranschlag, insbesondete auch die Aus­gabenseite, nachgeprüft. Q5ei dieser Durchprüfung haben sich die von mir getroffenen steuerlichen Maßnahmen zur Sicherung der Haushaltsfsih- rung der Stadt als notwendig erwiesen. Bach- dem sie auch die gesetzlich vorgeschriebenen mini­steriellen Genehmigungen gesunden haben, be­steht für mich weder ein Anlatz, noch eine Mög­lichkeit zu Qlbänderungen. Bach der gesetzlichen Vorschrift tritt im übrigen der Staatskommissar an die Stelle des StadtratS, dessen Beschlüsse durch ihn erseht werden, weshalb Verhandlungen mit dem Stadtrat nicht in Frage kommen.

Ich habe mir Vorbehalten, noch weitere Mah­nahmen zur Sicherung der Haushaltsführung der Stadt Dietzen zu treffen und bin darum bereit, durchführbare Vorschläge zu Einsparungen oder Mehreinnahmen im Rechnungsjahr 1930 auch von Ihnen schriftlich entgegenzunehmen.

Haberkorn, Oberregierungsrat.

An die

Stadtratsfraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte z. Hd. des Vorsitzenden Herrn Wilhelm Horn in Gießen.

deskulturarbeitsgemeinschaft, Iungdo und Ver­band zur Behebung der Arbeitsnot nie­mand mehr für die sofortige Ar­beit s d i e n st p f l i ch t eingelreten seL Er be­zweifelte erneut die Rendabilität der ganzen Pläne, erklärte aber die Bereitschaft des Arbeits­ministeriums, vorgelegte Pläne einzeln zu prüfen.

Oer Deutschlandbund.

Berlin, 17. Ian. (EBB.) Der Deutschland- bund versendet ein Bundschreiben, in dem er feine Ziele unb Aufgaben darlegt. 3n dem Rund­schreiben heißt es u. a.:

Der Deutschlandbund istkerneParteiund ke"in Verein, er ist eine Gesinnungsge- meinschast. Seine Idee ist der Erkenntnis entsprungen, dah es innerhalb und außerhalb der volitischen Parteien gemeinsame Grundsätze unb 3iele gibt bic von keiner Partei allem bean­sprucht werden können und gerade deshalb einen Mittelpunkt brauchen, damit sie im Kampf der Tagespolitik vor Verflachung und Ent­wertung bewahrt bleiben. Dieser Mittel- »punkt will der Deutschlandbund sein. Seine Ziele sind: Anständige politische Mittel ein starker, gerechter und sauberer Staat, ein freies, zuver­sichtliches unb kulturell hochstehendes Deutschland. Der Deutschlandbund will keine eigene Politik treiben, sondern mithelfen, bah die sittlichen Voraussetzungen einer guten deut­schen Politik geschaffen werden. Zu diesem Zweck stellt er sich folgende Aufgaben:

1. Kampf gegen Lüge unb Verleumdung, gegen Eigennutz unb Korruption im öffentlichen Leben; .

2. Kampf gegen Gewalt und Terror tm Streit der politischen Parteien;

3. Kampf gegen die Herrschaft der Sttaß«, gegen unsachliche Auseinandersetzung unb po­litische Verflachung;

4. Kampf gegen politische Gleichgültigkeit und Entmutigung, aber auch gegen politische Großmannssucht und wirtschaftlichen Dilet-

Qwoixenios Offener. <>naib Decettt.» völlig. orutcxi «Regen »Schnee a Graupeln. e xeoel E Gewitter,(§)uind$tine.«o. «tv eenter Ost rassige- Südsüdwest q stürmische» -tordwcsl 0>e diene fliegen mit dem umoe. Die oeiden Stationen stenenjen Za!» <en geoen die Temperatur an. Die Limen verpmeeo Orte out QieKhtfl> auf neeresniveau umgerechnete» Luftdruck

Wettervoraussage.

Durch die Kaltluft an der Rückseite d«S ab- ziehenden Finnlandtiefs haben die Tempera­turen in Deutschland einen Rückgang erfahren unb gingen in bet letzten Bucht wieder meist unter ben Gefrierpunkt. An der Vorderseite einer neuen, zwischen Island unb Ir.and er­schienenen Störung breitet sich Warmluft östlich aus, unb über den britischen Inseln unb Bord-t frankreich lagen heute morgen bie Temperatur- totrie schon um plus 10 Grad Celsius, stellen­weise sogar darüber. Mit dem weiteren Vor­dringen der Atlantikstörung kommt auch in Deutschland die maritime Warmluft zur Gel­tung, so daß die Temperaturen allgemein an­steigen werden. Di« dabei auf tretenden Bieder­schläge dürften vorerst als Schnee fallen, werden aber bald in Begen übergehen.

Aussichten für Dienstag: Mildere- unb meist bewölktes Wetter, zeitweise Bieder­schläge.

Aussichten für Mittwoch: Wechselnd wolkig mit Aufllaren, einzelne Bieberschläge.

Lufttemperaturen am 18. Januar: mittags 2,3 Grad Celsius, abends 0,8 Grad, am 19. Januar: morgens 0,6 Grad. Maximum 2,5 Grad, Minimum 0,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 18. Januar: abends0,2 Grad; am 19. Januar: morgens 0 Grad Celsius. Niederschläge 1,4 mm. Sonnenscheindauer % Stunde.

Raummeter Kiefern- oder Eichenschert 22 M^, 50 Kicscmwellen 5 Mk 50 Eichenwclten 8 Mk. unb 50 Buchenwcllen, von denen nur geringe Mengen zum Verkauf standen, 12 Mk.

Inheiden, 19. Jan. Gestern abend entstand auf dem Grundstück des Land- und Gastwirts Karl Raab Feuer, dem die Scheune und ein Schuppen mit dem gesamten Inhalt an Heu undStrohusw. zum Opfer fielen. Die Brand- Ursache ist bis zur Stunde noch unbekannt.

U Bvnnenrotb, 17. Ian. Im Saale deS Rathauses hielt Obstbauinspektor G n 11e r, Gie­ßen, einen Vortrag über die .Pflanzung von Obst­bäumen". Er gab wertvolle Anregungen über IXrn Anbau von bestimmten Obstsorten, die für bte hiesigen Verhältnisse am geeignetsten sind. DeS weiteren behandelte der Redner bas Beschneiden unb Aufpsrvpsen ber Obstbäume und die Bekämp­fung der Schädlinge. Im Anschluß an den Vor­trag wurde ein Obstbauverein gegrün* bet, dem sich viele Landwirte anschlossen.

Schwere Sluttaf in Frankfurt.

(Ein Mchgermelster wird vor feinem Hundezwinger erschlagen.

MSN. Frankfurt a.M., 18. Jan. Am Sams­tag ist der 49jährige Metzgermeistcr Reinhard K a p p c s auf einem Wagcnstandplatz am Strahlen­berger Weg (in einiger Entfernung vom Lokalbahn- Hof) t o t ausgcfunden. Er ist mit einer Eisen» stange erschlagen worden. Von dem oder den Tätern hat man noch keine Spur.

Kappes hatte auf dem Wagenplatz am Strahlen­berger Weg einen Hundezwinger, der zwei Doggen enthielt. Diese Tiere pflegte er regelmäßig abend» gegen 6 Uhr zu' füttern. Er begab sich auch am Samstagabend nach dem Zwinger. Als er nach einiger Zeit nicht zurückkehrte, forschten seine Ange­hörigen nach seinem Verbleib. Man fand ihn, In einer Blutlache liegend, links vor dem Zwinger. Die Kriminalpolizei weilte den ganzen Sonntag vormittag an ber Mordstelle, konnte aber bisher nicht zu einem abschließenden Urteil gelangen. Kap­pes hatte keine Geldbörse mehr in der Tasche, als er aufgefunden wurde. Ob er eine Börse eingesteckt hatte, ist noch nicht bekannt. Die Frage, ob es sich um einen Raubmord handelt, kann also weder bejaht, noch verneint werden. Anderseits ist kaum anzunehmen, daß ein Raubmörder sich in der Nähe der sehr scharfen Doggen versteckt haben sollte, um Kappes niederzuschlagen und zu berauben. Es be­steht daher die Möglichkeit, daß der Täter ein guter Bekannter der Hunde unb damit auch des Metzger- meifters ist. Die Tat ist, wie die Spuren beweisen, direkt vor der Tür des Hundezwingers verübt worden.

Wegen des Ueberf alles aus bas Dorf Golassowitz am Vorabend der letzten Pplnt- schen Wahlen wurde gegen 26 AufstMtbtsche Strafanzeige wegen Landsriedensbruches bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts in Byb- nik eingereicht.

Der Ozeanflug des Do X.

In Ergänzung der Meldung über die Startbe­reitschaft des Do X am 25. Januar wird noch be­richtet, daß ber Flug zunächst über Made i r a , die Kanarischen und Kavperdischen Inseln nach Rata! und von Dort nach R i o de Janeiro führen werden. Alsdann sind Flüge nach Para, Trinidad, den Antillen und Havanna sowie überhaupt imGolsvonMexikobis zum Beginn der guten Jahreszeit vorgesehen, zu der der Weiterflug nach Neuyorl möglich fein wird Im Rumpfe des Apparates sind zwei neue Benzintanks für 6000 Liter Brennstoff angebracht worden, wodurch das Gewicht des Flugschiffes auf 88 Tonnen steigt.

Aus Der Prvvinzialbauptstadt

Gießen, den IS.Ianuar 1931.

Die Grippe geht um!

Don Dr. meb. Gurt Kayser.

In vielen Orten des Reiches ist in den letzten Wochen eine stärkere Häufung fieberhafter Er­kältungskrankheiten aufgetreten, bie man gemein­hin mit bem Barnen Grippe zu bezeichnen pflegt. Ob alle diese Erkrankungen im streng- wissenschaftlichen Sinne den BarnenGrippe" ver­dienen, mutz dahingestellt bleiben. Sie sind aber sämtlich gekennzeichnet durch das plötzliche.Ein­setzen von Schnupfen, Husten, mehr ober minder hohem Fieber, Gliederschmerzen usw. .

Wenn auch bie große Mehrzahl der bisherigen Erkrankungen anscheinend leichterer Batur ist, so läßt sich doch von einer solchen grippeartigen Erkrankung nur in den seltensten Fällen voraus- sehen, welchen Verlauf sie nehmen wird. Gerade die Grippe ist ausgezeichnet durch die Beigung zu Rückfällen, bie ost schwerer sind, als die Erst- ertranhmg. Ferner schließen sich an die Grippe nicht selten verschiedene Bachkrankheiten an. Hier­her gehören Stirnhöhlenkatarrhe. Mittelohrent- zünbung, Herzerlranlurgen und Bier nleiben. Von ganz besonderer Bedeutung ist bie Tatsache, daß ruhende ober bisher nicht in Erscheinung getretene tuberkulöse Lungenspitzenerkrankungen nicht selten durch die Grippe von neuem entfacht werden, ober erstmals in Erscheinung treten. Daher ist es not» wenbig, jeder, insbesondere mit Temperatur­erhöhung einhergehenden, grippeartigen Erkran­kung bic notwendige Beachtung zu schenken und vor allem so rasch wie möglich einen A^t zu Rate zu ziehen. Diese Mahnung sei mit beson­derem Bachbruck ausgesprochen; benn es ist falsche Sparsamkeit, etwa wegen ber Gebühr für Kran­kenschein und Apotheke eine Grippeerkrankung iu verschleppen unb womöglich bann wochenlange Krankheit unb Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen zu müssen. . .

Die Dehanblung des Kranken wirb naturgemäß ausschließlich ber Arzt zu leiten haben, gegen bie Weiterverbreitung der Krankheit aber kann der einzelne sich und seine Umgebung wirk am schützen durch Beachtung der wichtigsten Grundregeln der vorbeugenden Gesundheitspflege: Vor allem ver­meide man allzu nahe Berührung mit dem Kran­ken und halte auf Armeslänge Abstand von ihm. Ferner sorge man dafür, daß der Kranke beim Husten unb Biesen das Gesicht abwendet ober ein Taschentuch vor ben Mund hält. Ganz be­sonders wichtig ist diese Maßnahme überall da. wo eine größere Anzahl von scheinbar gciunoen ober leicht tränten Menschen sich zusammenfin­det, z. B. in ben öffentlichen Verkehrsmitteln, Straßenbahn usw., ferner in Theatern, Kinos usw.

Häufiges Hänbewaschen, zumal nach irgend­welcher Berührung mit dem Kranken ober ben von ihm benutzten Gegenständen wirb sonst noch geeignet sein, ber Weiterverbreitung der Krank­heit wirksam zu begegnen.

Vornotizen.

lagestalenber für Montag: Ober hessischer Kunstverein unb Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde: Vortrag mit Lichtbildern, 20.15 Uhr, Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Lud- wigstrahe 34. Lichtspielhaus, Bahnhofstcaße: Volksoorstellung zu bLigen Preisen:Das Floten- konzert von Sanssouci". Aftona-Lichtspiele: Troika".

Um alle Möglichkeiten zur Vertretung der berech­tigten Interessen der Steuerzahler gegenüber dem Steuerdiktat des Staatskommissars auszunutzen, hat sich die Stadtratsfraktion der Arbeitsgemein­schaft der Mitte mit einem Schreiben an den Staatskommissar für Gießen, Oberregierungsrat Haberkorn- Darmstadt, gewandt, das folgenden Wortlaut hat:

Dießen, den |2. Ianuar 1931.

An den

Staatskommissar der Stadt Gießen Herrn Oberregierungsrat Haberkorn,

Darmstadt.

Di« Festsetzung der Resisteucrsätze durch den Herrn Staatskommissar der Slabt Gießen vom 30. Dezember 1930 auf Grunb der Verordnung vom 11. Dezember 1930 hat in den davon be­troffenen Kreisen der S'.adt Dietzen den stärk­sten Widerspruch ausgelöst. Zahlreiche unS zu­gegangene Eingaben der wirtschaftlichen Ver­bände bringen dies aufs schärfste zum Ausdruck.

Es kann zunächst keinerlei Erklärung dafür ge­funden toetben, baß der Herr Staatskommissar bei seiner Festsetzung über die in dem Vorschlag der Stadtverwaltung enthaltenen Sähe nicht un- wesentlich hinausgegangen ist. Als untragbar empfindet man allseits die rückwirkende Gel­tung der Sätze vom 1. April 1930 an. Befrem­dend ist ferner die Tatsache, dah entgegen dem Vorschlag der Stadtverwaltung der Herr StaatS- kommissar die zweiprozentige Mieterhöhung, die einen gewissen Ausgleich für den Hausbesih schassen sollte, hat fallen lassen. Dies um so mehr, als man feststellen muß, dah dieser Ver­zicht übereinstimmt mit ber Haltung ber sozial­demokratischen Fraktion des Stadtrats, bie selbst diese erst im allerletzten Stadium der Beratung

tantismus; .

5. Kampf gegen die Ausnutzung wirtschaftlicher und seelischer Botzustände deS Volkes zu politischen Abenteuern.

Die Grundlagen des Deutschlandbundes in diesem Kampf sind:' die Liebe zu Deutschland, bte Achtung vor der Reichsverfassung, der Glaube an unser Volk und seine Zukunft. Der Deutsch­landbund will eine Front der anständi­gen Menschen gegen Verwilderung und Verrohung des politischen Kampfes gegen oberflächlichen und grohsprecherischenRadikalismus bil­den. Er will den Charakter in der Politik, deutschen Geist und innere Bildung achten und pflegen.

Kleine volitische Rachrichten.

Staatspräsident Dr. Adelung stattete mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held, dem wür Itembergischen Ministerpräsidenten Schmitt, dem Finanzminister Kirnberger, bayerischen, hessischen und württembergischen Par­lamentariern der Stadt Mainz einen Besuch ab. Sie besichtigten den Mainzer Dom und die hessische Weinbaudomäne. Anlaß zu diesem Be­such gab eine Besprechung über süddeutsche Fra­gen in Darmstadt.

Der hessische Minister K o r e l l ist nunmehr der Demokratischen Vereinigung beige­treten. Der srühere demokratische Landtags- abgeordnete und Stadtverordnete Buchhändler S a c n g, Darmstadt, wurde zum Ehrenvor­sitzenden der Demokratischen Vereinigung er­nannt.

«

Der österreichische Bundeskanzler Dr. Ender hat in Beg'citung des Generalsekretärs des Aus­wärtigen Amtes, Peter, dem deutschen Gesandten Graf Lerchenfeld die Glückwünsche ber öster­reichischen Regierung am Iabrestag der Grün­dung des Deutschen Reiches überbracht.

*

Der österreichische Iustizminister Dr. S ch ü t f f hat als Obmann der Grotzdeutschen Volkspartei an den Reichspräsidenten v. Hinden­burg folgendes Telegramm g?richt t: denktage bet Reichsgrünbung entbietet dir Groß­deutsche Partei Oesterreichs Ew. Erzellenz ehr­furchtsvolle Grüße in bem von treuem Glauben getragenen Wunsch, eS möge dem deutschen Volk und seinem Reich eine machtvolle Zukunft bc- schieden sein.

Der österreichische Vizekanzler Dr. Scho bc r hat in Gens bem deutschen Reichsauhenminister für Reickskanzler Dr. Brüning unb ihn eine E i n- labung ber öftere Regierung überbracht, Wien einen Besuch abzustatten. Der Reichsautzenmini- ftcr nahm diese Einladung nach Verständigung mit dem Kanzler dankend an. Der Besuch wird im Laufe des Februar stattfinden.

Die Disziplinarkommission beim Kattowiher Appellationsgericht hat die E n t l a s s u n g v o n 52 deutschen Lehrkräften bestätigt. Weitere älntersuchungen soUen noch gegen 125 deutsche Lehrer im Gange sein. Es handelt sich um die Annahme von älnterstühungen deutscher Minderheitsschullehrer in Ostoberschlr- sien von einer reichsdeutschen Lehrcrorganisation, die von den polnischen Schulaufsichtsbehörden a l s Bebengehälter für bic deutschen Lehrkräfte angesehen wurden. Die enthaltenen Lehrer haben hei der Disziplinarkommission des Ministeriums in Warschau Berufung eingelegt.

Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Moraön Dienstag, 19.30 Uhr, ge­langt die große politische Komödie des Iren Bernard ShawDer Kaiser von Amerika" unter der Spiel­leitung von Wolter Bäuerle abermals zur Auffüh­rung. Mittwoch, 20 Uhr, nächste Wiederholung des mit großem Beifall aufgenommenen Shakespeare. LustspielsDer Widerspenstigen Zähmung", Spiel­leitung Peter Fassott. Die Intendanz macht noch- mals auf die letzte Märchenvorstellung des dies­jährigen WeihnachtsmärchensGoldmarie und Pech- marie" am Sonntag, 25. Januar, 14.45 Uhr, bei ganz kleinen Preisen (30 Pf. bis 1,50 Mark) aufmerksam.

*

* Don der Kraftpostlinie Gießen WißmarKrofdorf. Die auf der Kraftpost­linie GießenWißmarKrofdorf ab 14. Dezember versuchsweise eingerichtete Sonntagsfahrt ab Gießen 16.20 Uhr über Launsbach unb Wißmar nach Krof­dorf ist roegtn der geringen Benutzung vom 18. Ja­nuar ab eingestellt worden.

** Lehrgänge für Rechts st udenten bei Gerichten. Um den Rechtsstudenten eine unmittelbare Anschauung von den Einrichtungen der Justiz und dem Geschäftsgang bei den Gerichten zu vermitteln, sollen für jene auf Anregung des Hessischen Justizministers künftig bei dem Amts­und Landgericht Gießen unentgeltliche Lehrgänge stattfinden, deren erster bei bem Amtsgericht Gießen am 2. März beginnen wird. In den Herbstferien wird sich an diesem Lehrgang ein sol­cher bei dem Landgericht anschließen, zu dem nur solche Teilnehmer zugelassen werden, die sich bereits an dem amtsgerichtlichen Lehrgang beteiligt haben. _ M ..

** Geburtstage alter Gießener Bur­gerinnen. Frau Katharina S ch i e f e r st e i n, wohnhaft Eoethestraße 69, feiert am Dienstag, dem 20. Januar, in großer geistiger unb körperlicher Frische ihren 88. Geburtstag. Den 81. Geburtstag feiert am gleichen Tage, ebenfalls bei bester Ge­sundheit, Frau Phil. Bob Wwe., wohnhaft Kaiser- allee 2. _ ,

» Den Verletzungen erlegen. Der Elek­tromonteur August Kern aus Marburg, der am Freitag in den Buderusfchen Eisenwerken zu Lollar bei seiner Arbeit an der Transmission schwer ver­unglückte und nach der Chirurgischen Klinik in Gie­ßen verbracht wurde, erlag am Samstagabend seinen Verletzungen. Dem bedauernswerten Manne war bekanntlich der rechte Arm ausgerissen worden, außerdem hatte er schwere Schädelverletzungen ba- Dongetragen.

Oberhefsen.

Landkreis W;cr,ett.

00 Klein-Linden. 17. Jan. In ber Gast- Wirtschaft .Zur Burg" sprach am Donnerstag- abenb ber erste Vorsitzende des Giehener Ge- slügclzuchtvereinS. Franz Funk (Gießen) über Geflügelzucht unb ihre volkswirtschaftliche Be­deutung". Im Anschluß an die interessanten Aus- " rungen wurde ein Geflügelzuchtverern gegründet. Der Vorstand des Vereins seht sich aus folgenden Herren zusammen: erster Vor­sitzender August Lenz, zweiter Vorsitzender Wilh. Lenz, Schriftführer Th. Leib und Rech­ner Aug. Schmidt.

U Groß en-Linden, 17. Ian. Bei der tm hiesigen Gemeindewald durchg führten Brenn- holzversteigeru ng waren die erzielten Preise gegenüber dem Vorjahre allgemein etwas niedriger. ES kosteten im Durchschnitt zwei