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19.1.1931
 
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Nr. 15 Erster Blatt

181 Jahrgang

Montag, 19. Januar 1951

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2.20 Reichsmark und 30 Retchsptenntg für Trägev lohn, auch bet Richter» scheinen emzelnerRummern infolge höhere, Gewalt.

Sernlored)an1d)lüfle anter5ammelmimmer2251 Nntchriti tüt Drahtnach­richten Hnjetget ftieften. poflfd)e<rtonto: gra^ffurt am Dlain 11686.

GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

T)nid vrid Verlag: vrühl'sche UniverfitSlr-vuch- und Stetnöruderet B. Lange in Gießen. 8christlettung und Geschäftsstelle: Zchnlsttaße Z.

Annahme oon Snjetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

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Chefredakteur

Dt Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Ättlh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Tlaj Filter, sämtlich m Gießen

Am 18. Januar in der lBeichshauptstadt.

Reichspräsident von Hindenburg besucht den Festgottesdienst im Dom. Geheimrat Kahl fordert bei der Reichsgründungs« feier im Reichstag vom deutschen Volke mehr Vertrauen, mehr Geduld, mehr Dankbarkeit.Eine Ansprache des Reichskanzlers

Blick in den festlich geschmückten Reichstag während der Rede des Reichskanzlers. Die Loge des Reichspräsidenten.

Links vom Rednerpult die Reichsregierung, rechts die preußische Regierung.

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Der Reichspräsident im Dom.

Berlin, 18.San. Am Sonntag zeigte die Reichshauptstadt Flaggenschmuck an allen öffent­lichen Gebäuden und vielen Privathäusern. Die Denkmäler Kaiser Wilhelms I. und seiner Pala- bine Bismarck, Moltke und Avon toaten mit Lorbeerkränzen geschmückt, deren Schleifen die Aufschrift trugen:Der Reichskanzler und die Reichsregierung. Zum 18.3anuar 1931. Droh starken nächtlichen Schneefalls setzte sich eine g oße Menge am Bormittag nach dem Schloßplah, zum Dom wie auch zum Aeichstagsgebäude in Bewe­gung. Der Dom war bis auf den letzten Platz ge­füllt, u. a sah man den Reichswehrminister Dr. Groener in Begleitung der Chefs der Heereslei­tung und der Marine. Punkt 10 ilfjr fuhr Reichspräsident von Hindenburg unter lebhaften Huldigungen einer großen Menge vor dem Dom vor, am Fuße der Freitreppe von der Domgeistlichkeit empfangen, die ihn in das Gotteshaus geleitete. 3m Mittelpunkt des F.'st- gottesdienstes, dem der Domchor eine besondere Weihe gab. stünd die Predigt des Oberdompre­digers D. Burghardt. Kurz vor 11 Uhr ver­lieh der Reichspräsident unter begeisterten Hoch­rufen des Publikums den Don, während ein Bläserchor von der halben Höhe des DomesEin feste Burg" und das Deutlchlandlied spielte. - Dem Festgottesdienst in der katholischen St. Hed- wigs-Dafilika wohnte als Vertreter des Reichs­präsidenten Staatssekretär Dr. P ü n d e r bei.

Di« Feier

-er Reichsregierung.

Den Höhepunkt des Festtages büdete die Feier, die die R e i ch s r e g i e r u n g im Reichstag ver- anftaltcte. Der große Sitzungssaal des Reichs­tags war festlich geschmückt. - Ueber dem Pra- sidentensitz war wieder der große Reichsadler angebracht, darunter die Worte ..6 t n t gleit und Recht und Freihei f. Zu beiden Sei­ten des Präsidentenpiatzes zwei große Fahnen links die schwarz-rot-goldene Flagge des Reiches, rechts die schwarz-weih-rvte Kr e i ch s- kriegsflagge mit der schwarz-rot^vck)enen Gösch und dem Eisernen Kreuz in der Mitte des Fahnentuches. Dor dem Präsiden tensih aus em«n Hintergrund von weißem Flieder die Büste des Fürsten Bismarck in Bronze: r ech cs und links sowie hinter den Regierungsbänken an den Wänden entlang die ruhmreichen Sah­nen des alten Heeres, die zum Teil schon in dem Kriege vor 60 Jahren mitgeführt waren, getragen von Reichswehrsoldaten der Tra­ditionsbataillone unter dem Kommando von zwei Offizieren. Don der Reichsregierung nah­men mit dem Kanzler die Reichsminister Dietrich. Dr Schätzei. Schiele, Dr. Stegerwald, Tre­viranus. an der Feier teiL Don der preußi­schen Regierung waren erschienen die Mi­nister Severing. Dr. Grimme und Höpker-Aschoff: die stimmführenden Bevollmächtigten der Länder waren vollzählig erschienen. Außer­

dem sah man die Chefs der Heeresleitung und der Marineleitung. Die auswärtigen Missionen waren nicht geladen, da es sich um eine rein nationale Feier handelte. Der Saal war b i s auf denletztenPlah gefüllt. DieRcichs- tagsparteien hatten, mit Ausnahme der Rationalsozialisten und Kommu- nisten. Dertreter entsandt. Unter den Ein- g rlabencn befanben sich sieben Kriegs- oeteranen aus dem Feldzug von 1 870/7 1 , darunter vier, die an der Kaiser- Proklamation im Spiegelsaal zu Versailles am 18. Januar 1871 teilgenommen hatten.

Die Festrede Kahl.

Pünktlich zur festgesetzten Stunde um 11.15 llhr erschien der Reichspräsident, der durch die Versammelten durch Erheben von den Sitzen begrüßt wurde. Der Reichspräsident trug das Großkreuz des Eisernen Kreuzes und den Stern dazu. Er wurde begleitet von dem Reichstags- Präsidenten Gebe, dem Reichswehrminister Groe­ner und dem Reichsinnenminister Wirth. Rach einem Vortrag desBrandenburgischen Konzerts" Rr. 3 von Bach ergriff

Geheimrat D. Dr. Wilhelm Kahl

das Wort zur Festrede. Er begann mit einer Schilderung der Kaiserproklamation zu Ber- sailles. die er selbst miterlebt hatte. Was durch zwei Menschenaller das deutsche Volk in natio­nalen Dingen geträumt, gedichtet, gehandelt, worum es gestritten und gelitten hatten war er­füllt Seit jenem Taue 'uhr 'er Redner fprt.

Geheimrat Professor v. vr. Wilhelm Kahl.

feien 60 3ahre vergangen. Ein Wellbeben habe die europäische Staatenordnung erschüttert, das Reich an den Abgrund gerissen und seine Gren­zen eingedrückt. Aus der Quelle einer Lüge seien ihm unerträgliche Lasten aufgebunden. Die Reichsgründungsfeier soll keine 3uE>elfeier wer­den, sondern eine Feierstunde tiefen Ernstes heiliger Entschlüsse, eine Atempause auf dem Werdegang deutscher Einheit und Freiheit.

Die heutige Feier, fuhr Dr. Kahl fort, solle nicht nur Gedächtnis und Erinnerung sein, son­dern habe den tieferen Sinn der Willenser­neuerung und vaterländischer Entschlüsse im Geiste unserer Geschichte. Die Feier der Reichs­gründung könne keinen anderen Sinn haben als den eines Gelöbnisses der Reichser­haltung und keine andere Losung als die: Hattet das Reich." Auf die Aufgaben der Gegenwart hinweisend nannte der Redner vor allem die Wiederherstellung der Ein­heit von Staat und Bolt. Der Partei­kampf, der Dotkslampf gegendiesen Staat" sei verhängnisvoll. Grundsätzlicher Kamps gegen die Bersassung dürfe niemals Dolksparole fein. Die Sorge ums Daterland müsse den Konflitt lösen, die mit höchstem Pslichtbewuhtsein verbundene realpolitische Einsicht, daß die Rettung und Reichserhaltung nar auf dem tatsächlich bestehen­den festen Rechtsboden möglich sei. Das schlechthin Rotwcndige sei der Staat, nicht seine Form, sondern seine Einheit mit dem Volke.

Einen dringenden Appell. erklärte Dr. Kahl, möchte er noch an drei seelische Kräfte richten: Zum ersten mehr Vertrauen, verloren fei -nur das Volk, das sich selbst verloren habe Der Geist, der die deutsche Geschichte getragen, werde uns auch nach 1918 und 1919 wieder in die Höhe führen. Zum zweiten mehr Geduld Die Zeitmaße der Geschichte feien anders als die unseres stürmisch klopfenden und verlangenden Herzens. Die Gerechtigkeit fei, möge dies auch Zweifeln und Widerspruch begegnen, doch auf dem Marsch. Zum dritten mehr Dankbar­keit gegenüber dem Vater des Vaterlandes unb den Staatsmännern, die an erster und schwer­ster Stelle die Verantwortung tragen, seien sie lebend oder tot. Der Redner gedachte in diesem Zusammenhang der Freiheitsglocken und Frei­heitsfeuer am Rhein.Richt Kritik, das sei zu wenig, sondern Dankbarkeit für den Anfang und felsenfesten Glauben an das Ende, an den Sieg der Gerechtigkeit." Dr. Kahl schloß seine Rede mit dem Ruf Fichtes zur weltgeschichtlichen Ver­antwortlichkeit:Es ist daher kein Ausweg: Wenn chr versinkt, so versinkt die ganze Menschheit mit, ohne Hoffnung einer einstigen Wiederherstel­lung" und mit der Verheißung Schenkendorfs Rimmer wird das Reich zerstöret, wenn chr einig seid unb treu". Dies beides bleibe der dauernde Gewinn unserer Reichsgründungsfeier.

Nachdem das Staatsorchester von der Beet- Hovenschen C-Moll-Symphonie den vierten Satz vvrgetragen hatte, sprach

Reichskanzler Dr. Brün ng:

60 3ahre sind heute vergangen, seitdem das Reich gegründet und ein Ring um die Stämme Deutschlands geschlungen wurde. Stunden schweren Tlnglücks waren dem Reich beschieden unb Schat­ten Leides und tiefer Trauer haben sich auf unser Volk gesenkt. Aber das vor 60 3ahren geschmie­dete Band eint uns noch heute. Das Gut de« Reichseinheit ist gerettet. Die Erinnerung an jenen Höhepunkt deutscher Geschichte wird uns die innere Kraft geben, unerschrocken und unerschüttert auf dem Wege des deutschen Wiederaufstieges fort- z u f ch r e i t c n , auf dem uns das Oberhaupt deS deutschen Volkes vorangeht. 3hn, unseren hochver- , ehrten Herrn Reichspräsidenten, als Zeugen der Reichsgründung heute unter uns zu Hhen, gibt dieser Feierstunde eine besondere Weihe. Wir werden in dem Glauben aneinebes- sere deutsche Zukunft nicht verza­gen und alles daran sehen, dem feierlichen: Wunsche der Proklamation von 1871 entsprechend auch unserseits aus dem Gebiete natio talcr Wohl­fahrt, Freiheit und Gesittung Mehrer deS Deutschen Reichs an b c n Gütern und Gaben des Friedens zu sein.

Rach der Ansprache des Reichskanzlers, die in einem Hoch auf das Vaterland endete, fand di« Feier mit dem Deutschlandliede ihren Abschluß.

Die Feier des Kysshäuserbundes. TeiReichspräfident fordert fclbsttofenTienst am Vaterland.

Nach der Feier schritt der Reichspräsident vor dem Reichstag unter den Klängen des Präfen- tiermarsches und lauten Iubelrufen der Menge mit entblößtem Haupt in Begleitung des Reichswehr­ministers und mehrerer Offiziere die Front der Fahnenkompanie und der prüfen- tierenden Ehrenkompanie ab. Sodann fuhr Reichspräsident von Hindenburg in den Sportpalast, wo der Deutsche Reichskrieger- bund K y f s h ä u s e r die Erinnerung an die Reichs­gründung durch eine Weihestunde begann. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung war der Sport­palast überfüllt. Unter den Anwesenden bemerkte man eine große Anzahl von bekannten Führern der allen Armee und Marine, ferner auch den früheren Reichswehrminister Dr. Geßler. Nach dem Ein­marsch der Fahnengruppen erschien Reichs­präsident oon Hindenburg, mit brausen­dem Jubel empfangen. In seiner 'Begleitung waren Reichswehrminister Dr Groener. Staatssekretär Dr. Meißner, General v. Hammer stein, Admiral R a e d e r und Oberstleutnant v. Hrnden» bürg Der Reichspräsident begab sich in die für ihn bereitgehaltene Ehrenloge Die Ehrenwache vor dem Platz des Reichsprästdenten wurde oon Angehörigen des ehemaligen Regiments Garde zu Corps in histo- rischen Uniformen gestellt Zunächst begrüßte ter Vorsitzende des Hauptkriegerverbautes, Dr. D o ß - Berlin die Anwesenden, wobei er besonders den Reichspräsidenten willkommen hieß, den er unter stürmischen Beifallskundgebungen den Führer