Ausgabe 
18.9.1931
 
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lk. 218 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Zreitag, l8. September <931

Ein Wort zur Verständigung.

Don Dr. rer. pol. h. (. Paul Mersmann.

Obwohl wir In wesentlichen Punkten die Auffassung de« Derfafser« n i ch t zu teilen verwögen, entsprechen wir dem Wunsche nach Veröffentlichung dieser Zuschrift, weil sie vielleicht zur Klärung der innerpoli- tifchen Lage beizutragen vermag.

Dor einem Jahr, am 14. September 1930, hat die letzte RcichStagSwahl stattgefunden, die eine bedeutende Verstärkung der nationalen Opposition mit sich brachte. Der Verfasser hat kurz nach den Wahlen an dieser Stelle einen Aussatz veröffent­licht, in welchem der Wunfch und die Hoffnung ausgesprochen war, e« möchten die Mittelparteien die Zeichen der Zeit erkennen und sich der natio­nalen Rechten anschliehen, damit der weitere Diedergang aufgehalten würde. Wie haben sich in Wirklichkeit die Dinge seitdem entwickelt?

Die nationale Opposition Deutschnationale und Nationalsozialisten war mit 148 Abgeord­neten gegen vorher 85 In den Reichstag einge­zogen und zur stärksten Gruppe geworden. Die Sozialisten hatten zehn Mandate eingebüht, die Mittelparteien waren noch mehr geschwächt wor­den. U hätte den parlamentarischen Regeln ent­sprochen, wenn die nationale Opposition nunmehr zur Regierungsbildung mit herangezogen worden wäre. Ts wurde aber überhaupt kein Versuch dazu gemacht. Die alte Koalition behielt zunächst die Regierung weiter in der Hand und alS die Sozialdemokraten und später auch die Wirtschaft«- Partei auS der Regierung auSgefchieden waren, bildeten sogar die übriggebliebenen Mittelpar­teien allein die Regierung, obgleich die hinter ihnen stehenden Fraktionen von insgesamt 577 Mandaten nur 123, also noch nicht den vierten Teil der Gesamtzahl, inne hatten.

Artikel 54 der ReichSversassung sordert, das) jede Regierung zur Führung der Geschäfte deS Vertrauen- de« Reichstags bedarf. Hiernach hätte die Regierung die Vertrauensfrage stellen muffen. DaS geschah nicht. MihtrauenSanträge der Oppo­sition wurden durch die passive Unterstützung der Sozialdemokraten abgelehnt.

Dem sozialdemokratischen Reichskanzler Muller folgte nach dem Austritt feiner Partei auS der Regierung der Zentrums-Reichskanzler Brü­ning. Brüning, dem Deigungen nach rechts nach- fiesagt wurden, machte nicht den leisesten Versuch, ein Kabinett nach rechts zu verbreitern, obgleich Hugenberg öffentlich erklärt hatte, daß die Oppo- sition zur Mitverantwortung bereit sei, sofern das Zentrum fich vom Marxismus lossagc. Brüning zog e« vor, mit stiller Unterstützung der Sozial­demokratie die ihre Hilfe selbstverständlich nicht umsonst leistete durch Dotverord- n u n g e n zu regieren. Dach Artikel 48 der Ver­fassung sollen Dotverordnungen nur dazu dienen, .die zur Wiederherstellung der öffentlichen Si­cherheit mb Ordnung notwendigen Maßnahmen zu treffen". Die Dotverordnungen betrafen aber vorwiegend sinanz-, wirtschastS- und sozialpoli­tische Fragen, die Ordnung und Sicherheit war niemals bis dahin ernstlich gestört worden.

Es bedarf keiner näheren Darlegung, daß da­mit die Grundlagen der Reichsverfassung ver­lassen waren, so daß heute tatsächlich gegen die Verfassung regiert wird. Es ist wohl durch­aus verständlich, daß die Parteien der nationalen Opposition die Verantwortung für einen solchen Zustand ablehnten. Sie taten dies demonstrativ durch ihren Auszug aus dem Reichstag, sich vor- behaltend, wieder in ihn zurückzukehren, wenn die Lage es angczeigt erscheinen ließe. Daß gerade die Parteien, die die Verfassung geschaffen hatten und sich alS ihre Hüter gebärden, den vorher gekennzeichneten Weg gingen, ja daß sie außer­dem die Pressefreiheit in einer Weise beschränk­ten, die nur in Rußland ihr Vorbild sindet, ist daS Bedeutsamste an der Entwicklung.

Die neue Zeppelinhalle in Friedrichshafen Lowental gehl ihrer Vollendung entgegen. Die Halle ist aus besonders festem Stahl gebaut, 53 Meter hoch und 58 Meter breit.

WaS sind nun die Früchte dieser RegicrungS- weise bisher gewesen? Der Doungplan, wegen dessen Bekämpfung die nationale Opposition von der Regierungskoalition auf das schärfste ange- orifftn wurde man denke nur an den Terror, der gegen die Beamten anläßlich deS Volksbe­gehrens geübt wurde hat sich als ein wahres Danaer-Geschenk erwiesen. Der Satz Brünings »erst innere Sanierung, dann Revision deS Tri- butplanS", ist ad absurdum geführt worden: üb­rigens bedeutet er ungefähr dasselbe, alS wenn ein Kapitän, dessen Schiff auf hoher See ein Leck bekommen hat, den Befehl ausgibt: »erst das Schiff leerpumpen, dann das Leck stopfen". Heute nach dem Zusammenbruch unserer Wirtschaft sehen es die bürgerlichen Parteien ein, daß es unver­antwortlich war, jahrelang Anleihen aufzuneh­men, um damit Tribute zu bezahlen. Als aber Präsident Hoover, der durch den Zusammen­bruch Deutschlands auch die kapitalistischen Inter­essen des Auslandes gefährdet sah, seinen Vorstoß gegen den Tributplan machte mit dem Vorschlag eines Feierjahres, ein Vorstoß, der nach allge­meiner Auslassung sich gegen Frankreichs wahn­sinnige Politik richtete und von Frankreich auch so aufgefaßt wurde, durchkreuzte Brüning mit seiner Rundfunkrede diesen Vorstoß gegen das zum ersten Male isolierte Frankreich, indem er erklärte, er wolle sich mit Frankreich verständigen. Die .Verständigung" erfolgte dahin, daß Frank­reich seine Forderung aus Weiterzahlung Oer ungeschützten Tribute durchsetzte und daß kürzlich der englische Minister in Genf erklären konnte, von einer Revision der Verträge dürfe nicht gesprochen werden. Die Verständigung bestand weiter darin, daß Deutschland und Oesterreich den von ihnen mit so großem Aufsehen in die Welt gesetzten Zoll-Union-Vertrag unter dem Druck Frankreichs zurückzogen und daß das Haa­ger Schiedsgericht unter dem Einflüsse Frank­reichs diesen Vertrag auch noch als rechtsungültig erklärte. Selbst demokratische Blätter empörten sich über diese Demütigung und Rechtsverletzung und schrieben unter anderem: .Die Vorgänge im Haag und in Genf machen es sonnenklar, daß nicht das Recht, sondern Frankreichs Macht ent­scheidet, daß die durch den Völkerbund festgelegte Ordnung nur gilt, wenn sie Frankreich von

Dützen ist." Dazu kamen die Mißerfolge gegen­über den polnischen Gewalttaten in Danzig und Oberschlesien und die Fehlschläge in der Ab- rüstungs-, Kolonial- und Minderheitenfrage.

Und nun d i e innere Politik. Sie ist nach einem Wort deS Zentrumsministers Slegerwald eines angesichts der Mitverantwortung des Zentrum- gewiß unverdächtigen Zeugen ein einziger Trümmerhaufen. Die deutsche Wirtschaft ist seit dem Boungplan durch eine fünsfache Welle von neuen Steuern und Erhöhung der sozialen Abgaben bedrückt und zum großen Teil bereits zum Erliegen gebracht worden. Sie Zahl der Ar­beitslosen ist auf fast 5 Millionen gestiegen und noch kein Ende dieser Dot ist abzusehen. Gewiß kann man für die ungeheure Arbeitslosigkeit

(Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Björn Björnson ärgert sich

(r) OSl o.

Herr Björn Björnson, Sohn des norwegischen Dichters, ist nicht nur der Sohn eines großen Vaters, sondern selbst eine ziemlich anerkannte Persönlichkeit, die als Schauspieler, Theater­direktor, Dramatiker und Schriftsteller nennens­werte Erfolge erzielt hatte. Deben seinen lite­rarischen Qualitäten hat der Verfasser des Wer­kesVom deutschen Wesen" eine Eigenschaft, der er viele Feinde verdankt. Björnson ist über alle Maßen eitel, ein von sich eingenommener Son­derling, der sich sozusagen selbst vergöttert ... Dieser kleinen Schwäche des großen ManneS kann man nicht abhelfen: Björnson soll unver­besserlich sein. Wiewohl seine eigenen Landsleute alles versuchen, ihn zu heilen. So durch Witze wie den folgenden:

Björnson macht eine Dampferpartie. Er son­dert sich von den übrigen Fahrgästen ab und begibt sich an Bord auf einen Platz, der ob- gesperrt und durch eine Tafel kenntlich gemacht istDur für Personal". Da kommt ein Offizier hinzu und meint höflich:Entschuldigen Sie,

nicht die RegierungSmaßnahmen allein verant­wortlich machen, aber man darf sie auch nicht einfach auf daS Konto der .Weltkrise" setzen. 3n jedem Land smd die Ursachen der Krise verschieden, in Deutschland ist sie, wie heute von allen bürgerlichen Parteien anerkannt werden muß, wesentlich durch die Art der Gesetzgebung und Verwaltung der letzten Jahre hervorgerusen worden: nur der Tributplan bildet eine ge­meinsame Ursache der Krise der Länder und gerade zu dessen Beseirigung bat die deutsche Regierung nichts Entschiedenes getan.

Und wie ist es mit der Einigkeit im Volk? Ist sie vielleicht durch die bisherige Regierung-- weise gefördert worden? Ich glaube, die Frage stellen, heißt sie verneinen. Die kommunistische Gefahr ist in bedrohlicher Weise gewachsen und die nationalen Kreise geraten unter der Politik der Unterdrückung und ihrer eigenen Ausschal­tung immer mehr in eine Stimmung, die, wenn ihr nicht durch eine Aenderung des Systems Einhalt geboten wird, zu den bedenklichsten Folgen führen muh.

So sehen wir mit Grauen der weiteren Ent­wicklung entgegen. Sollte es da nicht endlich an der Zeit sein, daß die bürgerlichen Parteien sich auf sich selbst besinnen und eine einheitliche Ab- wehrfront bilden? 'Daß auf die Mitwirkung der Sozialdemokratischen Partei nicht zu rechnen ist, darüber sollte der Verlauf des letzten Parteitage- und Gewerkschaftskongresses wohl jedem die Augen geöffnet haben. Es ist beklagenswert, daß nicht wenigsten- einige ihrer Mitglieder, in-be- sondere solche, die Ministerposten bekleideten und Einsicht in die Zusammenhänge besitzen, den Mut finden, wie ihr Parteigenosse Macdonald in Eng­land, sich ihren Genossen entgegenzustemmen.

Die Forderungen, unter denen sich alle bürger­lichen Parteien einigen müßten und könnten, lassen sich in zwei Sähe zusammenfassen: 1. Wi­derstand gegen die weitere Unterwerfung unter den Willen de- Auslandes, mit Beseitigung der Tribute: 2. Verteidigung der Privatwirtschaft durch eine Wirtschaftspolitik, die die nationale Produktion schützt. Wenn die Parteien entschlossen auf den Boden dieser Forderungen treten, dann werden sie sich auch über die Mittel verständigen können und dann ist ein Wiederaufstieg möglich. Aufstieg oder Untergang: zwischen diesen beiden Möglichkeiten hat do- deutsche Volk zu wählen, möchten sich die bürgerlichen Parteien rechtzeitig auf den richtigen Weg besinnen.

mein Herr, hier ist der Aufenthalt für Passa­giere streng verboten!"

Aber nicht für mich", erwiderte Björnson stolz.

Danu?", stutzt der Offizier,wer sind Sie denn, mein Herr, wenn ich fragen darf?"

Ich bin der größte nordische Dichter", gibt Björnson bereitwilligst Auskunft.

Der Offizier wird höflich:Da- ist natürlich etwas andere-. DichtS für ungut, Herr 3b» f e n!

Björnson erstickt beinahe vor Wut. Ein an­derer Fahrgast tröstet ihn jedoch auf der Stelle: Sie dürfen dem alten Seebären seine Unwissen­heit nicht übel nehmen. Meister! Woher sollte der Kerl auch wissen, daß Sie Knut H a m - s u n sind .. .1

Ein Familicndrama in Runen.

(g) Stockh o l m.

Dem Verein der ausländischen Presse in Stock­holm wurde dieser Tage ein uralter Runenstein voraeführt, der soeben erst von schwedischen Ru­nenkennern entziffert worden ist. Es handelt sich um den Roek-Slein. so genannt, weil man ihn seinerzeit in der Gemarkung der Gemeinde Roek

Geschichten aus aller Welt.

Oie kleinste $rau der Welt erzählt...

Manzi Racz ist eine Liliputanerin, die 24 3ahre alt ist und eine Größe von 65 Zentimeter besitzt. Sie nennt sichdie kleinste Frau der Welt" und hat als solche auf den Dariete-Bühnen vieler Länder Aussehen erregt. 3n einem englischen Blatt plaudert sie von ihren Erfahrungen und Erlebnissen.Wein größtes Pech ist", so schreibt sie,daß ich den Menschen von normaler Gröhe nicht klarmachen kann, daß ich außer meiner Kleinheit genau so bin wie sie. 3ch messe nut 65 Zentimeter und wiege 33 Pfund, bin kleiner als ein durchschnittliches Kind von drei 3ahren, aber deshalb möchte ich durchaus nicht als Baby betrachtet und behandelt werden. Ich lese Bücher wie andere Leute auch, sorge für die Ausbrei­tung meiner Bildung, interessiere mich für alles, was auf der Welt Dar sich geht, und spreche fließend sieben Sprachen. Ich darf daher wohl verlangen, fürvoll" genommen zu werden. Aber wie oft will man mir nicht glauben, daß ich erwachsen bin. 3n Deutschland hielt mich eines Tages ein Schutzmann an und stellte mich wegen meiner Kleidung zur Rede: er wollte wissen, wer meine Eltern wären und ob sie damit einver­standen seien, daß ich mich wie eine Frau kleid« und nicht wie ein Kind. Als ich ihm erklärte, daß ich erwachsen sei und mich onziehen könne, wie ich wolle, schüttelte er ungläubig den Kops. Während unseres Di-putes hatte sich eine stets wachsende Wenge um uns versammelt, und der Schupo, der Aufsehen vermeiden wollte, nahm mich wie ein Baby auf den Arm und marschierte mit mir nach dem nächsten Polizeirevier. Hier sollte ich mich wegenunangemessener Kleidung" verantworten. Erst nachdem ich bewiesen hatte, daß ich lesen und schreiben konnte, ließ man mich zögernd gehen. Derartige unangenehme Vorfälle passieren mir immer wieder. Man beschenkt mich mit Süßigkeiten und Spielsachen, die für Kinder

bestimmt sind, und ein Ehepaar, das keine Dach­kommen hat, wünschte sogar dringend, mich zu adoptieren. Mit Ausnahme dieser ewigen Unter­schätzung macht mir am meisten meine Toilette zu schassen. Wie alle Frauen, liebe ich hübsche Kleider, aber wie schwer sind sie für mich zu erlangen! Ich stehe oft mit sehnsüchtigen Blicken vor den Auslagen der Modegeschäfte, und es be­reitet mir großen Schmerz, daß die schönen Klei­der, die hier zu sehen sind, mir nicht passen. Die einzigen Sachen, die ich fertig kaufen könnte, sind jene luftigen, bunt bestickten Kinderkleidchen, in denen ich mich nicht wohl fühle. Daher muß ich mir alle Toiletten besonders anfertigen lassen, und ebenso ist es mit meiner Wohnungseinrich­tung. Die Zimmer, in denen ich mich behaglich fühle, machen den Eindruck eines ziemlich großen Puppenhauses. Jeder Gegenstand ist in Liliput­maßen gehalten, nicht nur mein Bett, meine Tische und Stühle, sondern auch die Töpfe und Pfannen meiner Küche. Ich erhalte oft Besuch von anderen kleinen Leuten, mit denen ich mich in meiner Umgebung sehr wohl fühle. Aber große Menschen kann ich in meinem Heim nur schwer ausnehmen. Seit langem bin ich zu der Heberseugung gelangt, daß das einzige Mittel, das über die Leiden des Zwergentums hinweg­bringt, in einem guten Humor besteht. Die Gabe, auch über die peinlichsten Situationen, die mit meiner Erscheinung verknüpft sind, herzlich zu lachen, hat mich vor jedem Gefühl der Minder­wertigkeit und des AuSgestoßenseins aus der Gefellschaft bewahrt. Dur wenige wissen, daß wir Zwerge meist von normal großen Eltern stammen. Ich habe einen Bruder, der über 180 Zentimeter groß ist, und eine Schwester, die ebenfalls eine stattliche Figur besitzt Bis zu meinem fünften Jahr ahnten meine Eltern nichts von der Zwer­genhastigkeit, die mir bevorstand. Ich galt zwar damals schon als ziemlich klein, aber meine geistige Entwicklung war sehr fortgeschritten und erweckte große Hoffnungen. Dann hörte plötzlich das Wachsen auf. Weine Eltern brachten mich zu den bedeutendsten Aerzten, um ihren Rat ein­zuholen, aber keine der vielen Behandlungen, die mir zuteil wurden, vermochten meiner Größe auch nur einen Zentimeter hinzuzufügen. So gaben meine Eltern schließlich die Hoffnung auf und ließen mich in die Schule gehen. Ich zeich­nete mich hier besonders in Sprachen und Mathe- matil aus. Aber das alles nützte mir nichts, und so blieb mir nichts anderes übrig, als die Bühnenlaufbahn Diese füllt mein Leben aus, und fo habe ich schon manchen Heiratsantrag, auch von normalgrohen Männern, zurückgewiesen."

um fich. Und entdeckt, daß ein paar Meter entfernt sein Wogen steht.

Nun muß er in die Brieftasche greifen, das Fenster bezahlen.

Dann hebt er wieder den Stein auf, schleudert ihn wütend gegen seinen Wagen und schlägt ein Fenster ein.

Jetzt zieht er das Taschentuch aus der Tasche, um die Stirn abzuwischen, zllfo, er zieht das Taschentuch, und mit dem Taschentuch kommt etwas zum Vor­schein.

Das ist der Schlüssel.

Wie schnell schwimmen die Fische?

Die Tatsache, daß die Schnelligkeit.der Fische kaum weit hinter der der Vögel zurücksteht, wird vielen verwunderlich erscheinen. Denn wäh­rend die Schnelligkeit der Vögel schon ost unter­sucht worden ist, hat man sich mit jener der Fische, die auch schwerer zu beobachten ist, noch wenig beschästigt. Einige Einzelheiten über di« Wasserbcwohner teilte ein englischer Beobachter mit. Er versuchte zunächst, die Schnelligkeit von Forellen in einem klaren Wasser zu ermitteln, nachdem er sie durch das Hineinwersen eine- kleinen Steines ausgescheucht und zu schnellster Bewegung veranlaßt hatte. In einer Reihe von Versuchen gelangte er zu dem Schluß, daß die Geschwindigkeit einer kleinen Forelle etwa 45 Kilometer in der Stund« beträgt. Die Forelle ist aber zweifellos nicht so schnell wie die Mw- freie; wie überhaupt im allgemeinen zu sagen ist, daß bei sonst gleichen Verhältnissen die Fische um so schneller schimmen können, je größer sie sind. Ein zehnpsündiger Lachs, selbst wenn er von der Angel erfaßt ist und eine Leine mit* schleppen muß, entfaltet eine außerordentliche Schnelligkeit. Ein Sabalo mit feinem langen schlanken Körper und seiner starken Muskelkraft soll, wie von Fischern, die ihn gefangen haben, versichert wird, mit einer Schnelligkeit von 1 2 0 Kilometer in der Stunde schwimmen können. Bei einer Fahrt von Charlestow nach Jackson* Ville in Florida beobachtete der Engländer eine Schar Tümmler, die in Keilsormation vor dem Schisse herschwammen. Plötzlich sah er, wie sie. augenscheinlich auf irgendein Zeichen, sich in zwei Geschwader teilten, die beide umdrehten und um das Schiff herumfchwammen, um dann sofort wieder zu ihrer Stellung vor dem Schiff zurückzukehren. Der Dampfer bewegte fich unter- dessen mit einer Geschwindigkeit von 15 Knoten. Da das Manöver sich öfter wiederholte, kamen alle, die es sahen, zu der Ansicht, daß di« Tümmler etwa dreimal so schnell wie das fah­rende Schiff schwammen oder etwa 80 Kilometer in der Stunde zurücklegten. Die Haifische haben etwa dieselbe Geschwindigkeit wie die Tümmler, aber sie sehen sich ziemlich langsam in Bewegung. Dur ein Fisch könnte den Sabalo übertreffen, das ist der Schwertfisch, dellen Kraft und Flink- heit von keinem andern Fisch' in den Meeren übertroffen wird. Die Schnelligkeit des Wal» sifches. der ja fein Fisch, sondern ein Säugetier ist. ist mit der der genannten Fische nicht zu vergleichen.

Abenteuer um Mittag.

Don Stefan Szetely.

Ort der Handlung: Dor einem Berliner Hotel.

Held des Dramas: Lin bekannter Berliner Film­regisseur. Sagen wir Herr X.

Wenn der Vorhang aufgeht, ist der Schauplatz einen Augenblick leer. Dann kommt gemächlich eine kleine Buick-Limousinc vorgesahren. Bleibt vor dem Hotcleingang am Parkplatz stehen. Herr X steigt aus, drückt gewohnheitsmäßig auf einen kleinen Hebel qn der Innenseite der Tür und wirft diese kräftig ins Schloß.

Herr X verschwindet im Hoteleingang

Eine Stunde vergeht.

Horr X erscheint wieder im Hoteleingang d. h. im .ausgang. Er kommt heraus und wirft die aus- gerauchte Zigarette weg Er tritt an seinen Wagen und greift nach dem Schlüssel, den er in der rechten Hosentasche zu tragen pflegt. Der Schlüssel ist nicht da. Auch in der linken Hosentasche ist er nicht zu finden. Vie Rocktaschen werden vergeblich durchwühlt.

Na, und in. zwanzig Minuten muß er im Atelier sein.

Was zu machen?! Ein Filmregisseur soll doch ein Mann der Tat sein. Rasch ist ein Entschluß gefaßt: das Glas einschlagen und sodann die Tür von innen öffnen. Also los. Er holt einen großen Stein von der Straße. Hebt seinen Arm und ... wird im nächsten Moment energisch zurückgeristen.

Ein Schupomann steht vor ihm.

,^)ho, mein Lieber" meint der Schupowas machen Sie da? Sie wollen wohl einen Wagen flauen, was?"

Herr X protestiert energisch Holt Papiere hervor. Die Papiere werden geprüft. Der Tatbestand erklärt. Dem Entschluß wird vom Schupo beigeftimmt.

Der gute Schupomann hilft. Hängt den Knüppel ab. Bums. Splitter fliegen. Die Tür wird geöffnet. Die Hand zum Dank gereicht. Plötzlich wird Herr X , wenn möglich noch unsanfter, als das erstemal, zurückgeristen. Ein aufgeregter Herr steht neben ihm.

Mensch, was wollen Sie von meinem Wagen? Sind Sic verrückt? Warum haben Sie mein Fenster eingeschlagen?"

,Lhr Fenster? Ihr Wagen? Das ist doch mein Wagen, mein Buick."

Das mochte Ihnen wohl so paffen, was? Und mein Monogramm!?

Tatsächlich! Das ist doch ein fremdes Monogramm. Der Schupo tritt drohend näher.

Herr X wird verlegen. Herr X schaut verzweifelt