Ausgabe 
18.9.1931
 
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Oie 65-Millionen Pleite der Favag

gaben der Gemeinden im Olbwehrkampf der Kirche".

Am 2. Oktober Beginn des Strafprozesses gegen die Zavag'Oirektoren. lieber 400(Seifen gedruckte Anklageschrift. Doraussichtlich drei Monate Prozeßdauer.

Kreis Büdingen.

Büdingen. 16 Sept. Am Montag sand hier der DekanatStag des Dekanates Bü­dingen statt, an dem auch der Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat D. Magner und Dekan L c r i b 0 (Ridda) teilncchmen. Pfarrer Türck (Rohrbach) leitete die Tagung mit einer Andacht ein. 3m Jahresbericht des DekanatSau-- schusscs über die Jahre 1928 bis 1930 wurde be­sonders auf gewisse Zeitmängel im religiös-sitt­lichen Zustand der Gemeinden hingewiescn. Kir­chen- und Abendmahlsbcsuch, sowie die kirchlichen Liebesgaben hielten sich ziemlich auf der gleichen Höhe. 3n der Besetzung der Psarrstellen traten viele Veränderungen ein. Rach den Berichten der Dekanarsvertraue^smänner für den Gustav-Adolf» verein, für äußere und innere Mission erfolgte die Reuwahl des Dekans und seiner Stellver­treter. Zum Dekan wurde der seitherige Stellver­treter Pfarrer Hoch (SelterS) gewühlt, zum ersten Stellvertreter Pfarrer Adam <Büdingen), zum zweiten Stellvertreter Pfarrer Göbel «Mols). Dem aus gesundheitlichen Gründen zurückgctrete- nen seitherigen Dekan Bar (Lindheim) wurde der Dank des Dekanates ausgesprochen. Den Abschluß der Tagung bildete ein sehr instruktiver Dortrag von Pfarrer Müller (Düdelsheim) über .Aus-

WSR. I r an k f u r t a. M, 17. vcpt. Ursachen und Hintergründe des Zusammenbruchs einet der größten deutschen WlrtschastSgebilde werden in den nächsten Tagen Gegenstand strasgerichtlicher Erörterung fein.

Am 2. Oktober beginnt in Frankfurt a. M. die Verhandlung gegen die Leiter und Betei­ligten der Frankfurter Allgemeinen Verficherunys-Aktien-Gefellfchaft. der Favag. Dieser Prozeß wird ein derartig umfangreiche- Material zu verarbeiten haben, daß man seine Dauer auf gut drei Monate schätzt.

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Kreis Schotten.

* Ruppertsburg. 17. Sept. Am letzten Sonntag fand hier das diesjährige kirchliche 3ugcnbfeft statt. Es wurde gemeinfam von der Jugend 1 on Laubach. Wetterfeld, Röthges und Ruppertsburg gefeiert. Leider erlaubten es die Witterung-Verhältnisse nicht, auf dem .alten Gericht" zwischen Laubach und hier zusammen- zukommen. 3m kirchlichen Gemeindesaal zu Rup­pertsburg fanden sich die 3ugendlichen der vier Orte mit ihren Pfarrern und vielen Erwachsenen hin, so daß der Saal übervoll beseht war. Ge­meinsame Gesänge. Lieder des Laubacher Mäd- chenvercins und Gedichtvorträge über 3ugendglück und Pflichten einer christlichen 3ugen6 umgaben die Vorträge von Pfarrer Kornmann. Lau» bach. und des Ortsgeistlichen, welche redeten vom Glück der 3ugenb und ihren Pflichten, den christ­lichen Glauben zu bekennen, für ihn sich zu ent­scheiden und wenn es nötig ist. für ihn zu lei­den und yi kämpfen. Es war eine schöne Feier, die keinen äußeren Festcharakter hatte, aber fest­lich war durch die große Schar der Teilnehmer und ihre ernste Teilnahme. Daß des Vaterlan­des auch gedacht und das Deutschlandlied gesun­gen wurde, war selbstverständlich.

Die Vorgeschichte.

3m 3ahre 1865 wurde in Frankfurt a. M die DlasversicherungSgeseklschast ge­gründet. die Im Laufe der 3ahre ihre geschäft­liche Tätigkeit auch auf andere DersicherungS- zweige auSdehnte. Die Gefellfchaft änderte die Firmenbezeichnung in ..Frankfurter Allgemeine Verficherungs-Aktien-Gefellfchaft" um. und daS Unternehmen wuchs sich zu einem Konzern- g e bilde allergrößten Stil- aus. DaS Aktienkapital deS Unternehmens betrug 1928 250 Millionen Mark. Von den Aktien waren 185 000 Stück ä 1000 Mark voll bezahlt, weitere 65 000 Mark mit 25 Prozent Einzahlung befan­den fich im Besitz der Helios Allgemeinen Rück- versicherungS-A-G.

Die leitenden köpfe.

Generaldirektor des Unternehmens war bis zu feinem Tode im Februar 1929 Paul Dumcke. dessen Bezüge sich 1928 auf rund 358 000 Mark belaufen haben. Ordentliche Vorstandsmitglieder waren der 1874 in Homburg geborene Direktor Philipp Becker, der 1928 rund 175 000 Mark bezogen hat. der aus Pegau in Sachsen stam­mende Direktor Bernhard Lindner, wohnhaft in Et. Goar, der 192 000 Mark Einkommen hatte, der auS Köln gebürtige Direktor Heinrich Schu­macher. der 1928 daS gleiche Einkommen wie Becker befaß, stellvertretendes Vorstandsmitglied ist der Rechtsanwalt und Rotar Dr. Alfred Kirschbaum, Frankfurt a. M.. gewesen, dessen Bezüge sich zuletzt auf 85 000 Mark belaufen haben sollen.

Die gesamte Buchhaltung unterstand Becker, die Finanzbuchhaltung wurde von Direktor Sieg­fried Sauerbrey, 1901 in Frankfurt a.M. ge­boren. geleitet; er war Prokurist der Favag. 3m Laufe der Zeit gliederte fich der Favag eine Reihe von Tochtergesellschaften an. Zwei dieser Gesellschaften spielen in dem vor­liegenden Prozeß eine besonders große Rolle. eS sind Vie Südwe st deutsche Bank und die Frankfurter 3ndustriekredit- G.m. b. H.. beide- kapitalschwache Organisa­tionen. Sauerbrey hatte neben seinen Geschäften als Favag-Prokurist auch den Posten eine- Direktors der Südwe st deutschen Bank zu versorgen. Vorstandsmitglied der Süd­westdeutschen Dank war ebenfalls der 1902 in München geborene Direktor Bruno Fuchs.

Auch zwischen der Garantie- und Kautions­abteilung der Favag und der Frankfurter 3n- dustriekredit bestand eine Personalunion, denn Dr. K i r s ch b a u m . der Syndikus der Favag. beeinflußte als Beirat der 3ndustriekredit deren Geschäftsmahnahmen.

Der Zusammenbruch.

Schon im Jahre 1928 wurde in der Öffentlichkeit djarfe Kritik an der Expansionspolitik der Favag jeübt. Es wurde darauf hingewiefcn, daß die Favag ich vom Felde ihrer eigentlichen Tä­tigkeit abgewandt habe, daß sie sich nicht mehr auf die Ausübung des Berficherungsgeschäftes beschränke, sondern auch Ainanzgeichäfte tätige, die völlig versicherungssremd waren. Unter den vom Auffichlsrat bestellten Kommissionen befand sich auch eine Revisionskommission, die bis dahin eine rein formelle Tätigkeit entwickelt hatte. Eie kam jeweils vor den jährlichen Generalversammlungen zusammen, um nach kaum zweistündiger Tagung und einer Anzahl Stichproben die Erklärung abzugeben, daß alles für richtig befunden worden sei. In einem Protokoll vom Herbst 1928 über eine Bilanzsitzung des Aufsichtsrates findet sich erstmals eine beachtliche Stelle, die zeiat, daß man den eingeschlagenen Kurs doch nicht ins Uferlose fließen lassen konnte. Aus dem Protokoll geht hervor, daß Direktor Becker zur Vorsicht bei Finanzkreditgeschäften mahnte. Den Aufsichtsrat beunruhigten derlei Dinge jedoch nicht. Erst Ende Mai 1929 wurde eine beson­dere Kommission eingesetzt die feststellen sollte, ob und in welchem Umfange Verluste in oersicherungs­fremden Geschäften eingetreten waren. Die Lawine war bereits im Nollen, sie stürzte krachend in die Tiefe. Am 17. August 1929 war der Untergang der Favag besiegelt. Nicht weniger als 215 Millionen Mark Verpflichtungen aus Garantien und Bürgschaften waren zu verzeichnen. Es gab stör- mische Verhandlungen, und nach und nach wurde klar, daß die Katastrophe einen

öö-Millionen-verlusk für die deutsche Wirtschaft bedeutete.

Am 4. September 1929 wurden die Direktoren Becker. Dr. Kirschbaum und Fuchs in U n ter suchung »haft genommen, letzterer konnte bereits am 2b. September wieder entlasten werden. Becker, ein schwer nieren. und herzletdender Mann, saß bi» zum IL.Lpril 1930 in Untersuchung», haft und befindet sich heute in einem Sanatorium in Bad Nauheim, körperlich nicht in her Lage, im Verhandlungssaal zu erscheinen. Das gegen ihn schwebende Verfahren ist abgetrennt. Ebenfalls am 12. April 1930 wurde Dr. Kirschbaum aus der Hast entlassen. Al» die Lage prekär wurde, zog e# Sauerbrey vor. plötzlich au» Frankfurt zu ve rschw i n den. Nach einer abenteuerlichen flucht ist er Anfang» November 1929 in Prag verhaftet worden. Er wurde dann am 8. No­vember 1930 au» der Haft entlassen.

Da» Aklenmaterial.

Der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat Dr. Sch a ad, hatte 2100 Geschäftsakten und etwa 1000 Geschäftsbücher aufjer Beiakten nachzuprüfen. Nach zweieinhalbjähriger Tätigkeit wurde Ende Februar die Voruntersuchung abgeschlossen. Das Material, das der Verhandlung zugrunde liegt, ist in 15 0 Aktenbänden und 600 Beiak- t e n vereinigt. Im Juni 1931 erschien die gedruckte Anklageschrift, die 407 Seiten umfaßt. Einen Um. fang von 290 Druckseiten hat da» Gutachten über das Rechnungswesen der Favag in den Jahren 1924 bis 1929 von Professor Dr. W. Kaloeram, der dies Werk gemeinsam mit feinem Assistenten Dr. T h e I f finger schuf.

Die Anklage.

Die Anklage richtet sich außer gegen Direktor Becker, Dr. Kirsch bau nv Sauerbrey, Schumacher, Lindner. Fuchs noch gegen den 1882 in Hannover geborenen früheren Direktor der Bereinigten Berlinisch-Preußischen Lebensoer- sicherung AG. Adolf M ä dj e in Berlin. Zu den Be­schuldigten zählt ferner Direktor und Geschäftsführer Hermann Ehrlich. 1882 in Stanislau in Polen geboren, der Mitte 1928 Frankfurt auf dem schnell- fiten Wege verlassen hat; er hält sich heute in D 0 - 1 i n a in Polen auf. Die Anklage enthält unter den Namen der Beschuldigten feinen Namen nicht, da er dem Zugrift der deutschen Behörde zur Zeit nicht erreichbar ist. Die Angeklagten werden teils gemein- schaftlich, teils allein der handelsrecht- lickien Untreue, Becker und Kirschbaum auch des B e t r u g s beschuldigt. In einzelnen Fällen kommen auch Beihilfe und Anstiftuna in Frage. Al» Mitbeschuldigter wird der verstorbene Generaldirektor Paul D u m ck e genannt.

Die Art der Verfehlungen.

Die Derfehlunaen erstreckten sich vornehmlich auf Verstöße gegen die aktienrechtlichen verbuchungsvor- schriften. In den Büchern der Fvag scheint eine Reihe erheblicher Verpflichtungen nicht verbucht zu sein, in vielen Fällen sollen die Angeklagten ihre privaten Interessen mit den Interessen der Ge­sellschaft vereinigt und durch die Favag ihren eigenen Geschäften Finanzhilfe geleistet haben. Mit außerordentlicher Derschleierungskunst sollen Finanzmanöver vielfältigster Art verdeckt worden sein. Irreguläre Spekulationsgeschäfte und oberfaule Risiken scheint man kunstgerecht verdeckt zu haben. Der Umfang der Bilanzverschleierungen dürfte ein geradezu groteskes Ausmaß angenommen haben. Um nur ein Beispiel heraus,^greifen, sei erwähnt, daß das Konto der Städtischen Girokafse Stuttgart und das Helios.Hypotheken- Separatkonto von Falschbuchungen wimmelte. In den Bilanzen sollen die in die Millionenbeträge gehenden Bankschulden nicht genannt gewesen sein.

3n der Verhandlung dürfte man von sach­verständiger Seite hören, daß die flüffigen Mittel der Favag von 3ahr zu 3ahr fich verringerten und daß der tiefe Abgrund, in den das Unter­nehmen geriet, im wesentlichen durch Hypotheken-, Grundstücks- und andere Finanzgeschäfte verur­sacht war. Die Verhandlung wird sich auch mit der Frage zu beschäftigen haben, ob der Auf- fichtSrat seine Pflichten erfüllt hat, und ob der Vorst and bet gewinnbrin­genden Geschäften Sondervergütun­gen vergeben durfte.

Die Verhandlung.

Den Vorsitz in der Verhandlung führt Lanb- gerichtSdirektor M e f s e r f ch m i d t, die Anklage vertreten Erster Staatsanwalt Dr. Meißner und Staatsanwalt Dr. Brenner. Als Vertei­diger fungieren: Dr Rudolf Loewenthal (für Dr. Kirschbaum». Dr. Bruno Fürst und Dr. Rosenblatt (für Sauerbrey), Dr. Eugen Elle und Martin May (für Schumacher und Lindner), Profeffor Dr. Alsberg, Berlin. 3u- stizrat QL Fuld, Dr. Daerwald, Dr. Gei­ger und Dr. Herbert Strauß (für Mädje), sowie Rechtsanwalt Erich Sulau (für Fuchs).

Zur Verhandlung werden etwa 15 Sach­verständige erscheinen. Es ist beabsichtigt, an den Werktagen (außer Mittwochs und Sams­tags. die freibleiben) von 9 bis 14 Uhr täglich zu verhandeln. Der Verhandlungsstoff ist für jeden Tag bereits abgegrenzt.

Herbst-Pserdemarkt in Gießen. Am Mittwoch, 30. September, findet auf den städtischen Warktanlagen an der Rodheimer Straße der Gießener Herbst-Pserdemarkt statt, mit dem wieder eine Prämiierung verbunden sein wird, liebet 2000 Wk ft eben als Geldpreife zur Verfügung. Der Landwirtschaftskammeraus- schuh für die Provinz Oberheffen hat 300 Mk, der Hessische Landespferdezuchtverein 100 Mk. für die Prämiierung gestiftet Zur Prämiierung können Reitpferde, Wagenpferde (3udcr und PonyS), leichte Arbeitspferde, Händlerpferde, zwei- und dreijährige Fohlen, Zuchtstuten mit Saugfohlen und nachweisbar gedeckte Stuten ge­meldet werden. Die Prämienverteilung findet am Schluffe de- PferdemarkteS statt. RähereS ist auS dem von der städtifchen Pferdemarkt-Deputation herausgegebenen Prämiierung-Plan ersichtlich.

StaatSbürgerabend derDolkSna- tionalcn Reich-vereinigung, Orts­gruppe Gießen. Man berichtet unS: Ver­gangenen Dienstag hielt die Volksnationale Reich-vereinigung Gießen im Hotel Köhler einen sehr gut besuchten StaatSbürgerabend bei Anwe­senheit zahlreicher Gäste ab. Bruder HanS Stein sprach über ReichSresorm klar und ge­dankentief. Die Revolution habe, so führte er aus, e- nicht fertiggebracht, dem deutschen Volke den deutschen Staat zu schenken. Reben dem Stre­ben nach der Lösung der wirtschastlichen Rot sei daher die ReichSresorm mit die wichtigste Frage für den Bestand deS deutschen Volke- und Staa­tes. Unter den heute zahlreich auftauchenden Vor­schlägen könne man drei Richtungen erkennen: Die Söbcraliflen, die jede Reich-reform ablebncn und am bundesstaatlichen System sesthalten, dann den Gedanken deS zentralisierten Einheitsstaates, wie er auf feiten der Linken meist unterstützt wird, und schließlich der Waihelsche Vorschlag und daS ,3ungdeu<sche Manifest", die beide in der For­derung nach einem organischen Staatsaufbau übereinstimmen. Der Einheitsstaat nach dem Muster Frankreichs fei nicht möglich, da doch Deutschland eine ganze Reihe von Kulturzentren besitze, während für Frankreich Paris allein der Mittelpunkt sei. Die Frage laute: Masse oder Gemeinschaft, masfenmäßig gegliederter Einheits­staat, oder ftarnmeSgegliederter VolkSgemein- fchaftSstaat. Die Forderung deS Tage- fei der organische Volksstaat mit einem nach oben und unten verantwortlichen Führertum. 3n der Aus­sprache ergab sich übereinstimmend, daß die WillenSbildung der deutschen Ration zum Reu- bau deS Staate- nicht über den 3nteressenklüngel der Parteien geleitet werden dürfe, sondern allein nach Mahrauns Forderung auf dem Wege über eine neue Rationalverfammlung. die den Einfluß der Parteien allein ausschalten würde.

(Sin Schwindlerpaar? Wie die Ober» Postdirektion Darmstadt in einem AuSschreiben an ihre Dienststellen mitteilte, hat sich seit einiger Zeit eine Schwindlerin an den Schaltern kleinerer Postdienststellen, insbesondere auf dem Lande, bemerkbar gemacht, die dort einige Postwert­zeichen von geringem Geldwerte kaufte und dabei jedeSmal einen Fünfzigmarkfchein in Zahlung gab. 3n einigen Fällen hat die Schwindlerin mit oem herausgegebenen Wechselgeld auch den Fünf- z^gmarkfchein wieder mit fortgenommen. 3natten Fällen benutzte die Frau ein Auto, da- sie stets am OrtSauSgang stehen liefe. Gestern mittag tauchte nun eine Frau, auf welche die Beschrei­bung der Schwindlerin zutreffend war, in der PosthilfSstelle zu Oberbefflngen auf, wo fie drei Postkarten kaufen und dabei einen Fünf- zigmarkfchein in Zahlung geben wollte. Dem Post- bediensteten kam auf Grund der Warnung feiner vorgesetzten Behörde die Sache verdächtig vor, er benachrichtigte telephonisch die Gendarmeriestation in Lich und verstand es mittlerweile, die Post­kartenkäuferin hinzuhalten Dendarmerierneister Schalter von Lich eilte schleunigst mit einem Auto nach Oberbessingen, wo er auf Grund der Verdachtsmomente und der Identität der Klei­dung der Frau mit dem AuSschreiben der Ober- postoirektion die Frau und ihren Mann sestnahm. Der Mann wartete in einem Auto vor dem OrtSauSgang auf die Frau und hatte fünf Kinder bei sich im Wagen, von denen aber noch nicht feftfteben Joll, ob fie alle dem angeblichen Ehe» paar gehören. Der Mann hatte Papiere bei sich, Oie ibn als den Artisten Ludwig 311 y aus Kreuznach auSweifen, die Frau soll feine Ehefrau daar wurde dem Gerichtsgefängnis

in Lich zugeführt, die Kinder brachte man zunächst in einer Gastwirtschaft unter, wozu der verhaftete Riann den "Betrag von 203 Mark aushändigte. J'C Untersuchung wird heute fortgesetzt, daS Paar soll heute nachmittag dem Richter oorge- ftihrt werden.

Kirche und (Schule.

Landkreis Gießen.

* * ° n 9> ® ö n 5' r15- Sept- Die hiesige Evan - g elifch e G e m e t n s ch a s t feierte am Sonntag tfer Iahressoft, das gut besucht war. Posaunen- vortrage der Po,aunenchore Hochelheim und Lang- Göns unter Leitung von Dirigent Boller leiteten das Fest ein. Prediger Tr i p p l e r (Groß-Rechten- bach) sprach das Eingangsgebet. Die erste Fest­ansprache hielt Pfarrer Haas (Frankfurt a. M.) die Zweite Ansprache hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer W atz l, die Schlußansprache hielt Lehrer Kunz (Kröffelbach), Br. Engel (Großen-Linden) sprach das Schlußgebet. Die Feier war umrahmt von Ge­sangsoorträgen des Kirchenchors.

Über den Vieh- und Fleischmarkt* veröffentlichten Richtlinien.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag: Bund Hau» und schule, 20 Uhr, Familienabend, Johannes- |aaL Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:... und das ist die Hauptsache!". Astoria-Lichftpiele:Die fliegende Flotte".

2uS dem Stadttheater-Bureau wird unS geschrieben: Für die vielen Theater­freund«, denen der Besuch von Meyer-Förster- Schauspiel .Alt-Heidelberg" bei der Erst­ausführung infolge de- auSverkauften Hause- Nicht möglich war, setzt die 3ntendanz eine noch­malige (und letzte) Wiederholung al- 12. Vor­stellung der Sommerspielzeit am Sonntag. 20 September, fest. Das Werk gelangt in der Be­setzung der Erstaufführung unter der Spielleitung von Karl V 0 l ck in neuer 3nfzenicrung zur Auf­führung. Beginn der Vorstellung 19 Uhr, Ende gegen 22 Uhr. Zu dieser Vorstellung erscheint eine neue und letzte AuSgabe deS Programmhef» teS von 1930 31 mit einem Rückblick über da- Spieljahr 1930,31 de- Giefeener Stadttheaters und einem Ausruf mit den neuen Abonnementsbedin­gungen.,

Gegen üblen Mundgeruch

»Ich will nicht versSumen, Ihnen Mitteilung zu machen, daß ich fett dem Gebrauch Ihrer ZahnpasteChlorodont" nicht nur reine, weiße Zähne besitze, sondern auch den bei mir sonst üb» liehen Mundgenick verloren habe. Ich werde Ihr CHIorodont auss beste empfehlen." ae». E.A, Mainz. Man verlange nur die echte Thlorodonl.Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 80 Bf-» unb weise jeden Ersatz dafür zurüch

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Wettervoraussage.

Fcuchtwarme Luft lagert über dem Fest lande und hat eine geschloffene Rebel- und Wolkendecke gebildet. 3m Westen macht sich wieder Lkustdruck- anstieg bemerkbar, der zur Bildung eines Hoch­druckgebietes führen dürfte und wieder bessere- Wetter in Aussicht stellt. Zunächst wird unter dem Einfluß der Warmluft noch verbreitete Rebel- und Dunftbildung auf treten, doch heitert sich bei der Ostwärtsverlagerung des hohen Drucks tagsüber der Himmel wieder mehr auf.

Vorhersage für SamStag: Aeblig-wol- kig. aber tagsüber mehr aufheiternd, Tempera­turen zunächst wenig verändert, meist trocken.

Lufttemperaturen am 17. September, mittags 15,5 Grad Celsius, abends 14 Grad: am 18. September: morgens 12,6 Grad. Maximum 15,5 Grad, Mini» mum 11,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. September: abends 14,7 Grad: am 18. September: morgens 12,6 Grad Niederschläge

otoötDonlonö in Alsfeld.

H» Al - feld, 17. Sept. 3n der jüngsten Sit- jung deS Stadtrate - gelangte der schon einmal zurückgestellte Voranschlag der Oberrealfchule für da - Rj. 1932 erneut zur Vorlage Der Zuschuß der Stadt ist mit 32 462 Mark vorgesehen, gegen 35 065 Mark im Vor­anschlag 1931. Auf Antrag der Finanzkommiffion wurden an den fachlichen Kosten 1003 Mark ge­strichen und an den persönlichen Kosten ein Be­trag von 600 Mark für Stellung eine- besonderen HerzerS gekürzt, so daß sich der Beitrag der Stadt auf 31 253 Mark ermäßigt. Mit diesen Abänderungen wurde der Voranschlag genehmigt

Zur Berücksichtigung der E r n schaden bei den Gemeindesteuern kann solchen Steuerpflichtigen, die im Hauptberuf Land­wirtschaft betreiben, in Berücksichtigung der dies­jährigen Erntefchäden für die Zahlung Der fälligen Gemeindeumlagen für 1931 eine Schonfrist vl- zum 30. September 1931 gewährt werden, fall» die- die Gemeinde befck derartigen allgemeinen Steuerstundung mürbe abgelehnt im Hinblick darauf, daß die Ge­meindesteuerzettel für die Stadt AlSfeld erst vom 15. September al- zugestellt gelten und dadurch ohne weitere- eine Schonfrist bi- zum 30. Sep­tember eintritt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

0 HörnSheim, 16. Sept. Der Ziegen­zuchtverein HörnSheim feierte am Sams­tag fein 20jährige- Bestehen und verband damit eine Lokal-Ziegenfchau. ES waren 56 Tiere au-gestellt Rach der Bekanntgabe der PrämiierungS-Ergebnifte schilderte der Vorsitzende G. H e d d r l ch die Entwicklung de- Verein-. Dr. Ullrich, Wetzlar, überbrachte die Grüße der Landwirtschaftskammer Bonn, der Landwirt­schaftlichen Schule und de- KreiSziegenzuchtver- eins. Dr. Göbel, Marburg, beglückwünfchte den Verein zu dem ausgestellten vorzüglichen Zuchtmaterial. Der Vorsitzende de- Verein-, Gg. H e d d r i ch, der Kassierer 2. Engel und der Schriftführer O. Schneider wurden für ihre 20jährige ununterbrochene Tätigkeit im Verein mit Ehrendiplomen bedacht. Die Prämiie­rung brachte den nachfolgend genannten Züch­tern Auszeichnungen: Klaffe I Bocklämmer: 1. Preise: G. Müller IV, G. Hinkler: 2. Preise: H. Bops, A. Wedel: 3. PreiS: A. Weber: Aner­kennungen: H. Eehl, Fr. Kuhl. Klasse II: Mutterlämmer: 1. PreiS: L Peppier: 2. Preise: Fr. 3ung, H Soll: 3. Preise: H Zörb, W. ßenA 1.; 4. Preise: A. Engel, W Soll. Klasse III: einjährige Ziegen: 1. Preise: W. Ludwig, 3. Martin: 2. Preise: A. Weber II., W. Weber: 3. PreiS: W. Engel: 4. PreiS: H. Ludwig: Anerkennung: Fr. Mack. Klasse IV: Zwei - u. dreijährige Ziegen 1. Preise: A. Engel, O. Ohly, G. Heddrich, W. Luh; 2. Preise Fr. 3ung, Fr. Luh, W. Lenz l., G. Müller IV., D. Schäfer: 3. Preise: W. Bing, W. Glaum, W. Deppler, H. Zerb, L. Volk, W. Ludwig, QI. Ohly: 4 Preise: W. Lang. W. Mül­ler, A. Beppler, W- Ding, 3. 3ung, M. Volk. Klasse V: mehrjährige Ziegen: Ehren­preis: H. Bopf: 1. Preise: Ehr. Wedel II-, G. Weber HI.; 2. Preise: W. Lenz, Fr. 3ung, A. Ohly: 3. Preise: D. Hinkler, Ql. Engel, Fr. Kuhl; 4. PreiS. M. Sott; Anerkennungen: QI. Ludwig, M. Depler.

Oie Wetterlage.