Oie Eisenbahnkatastrophe bei Leoben.
Die Trümmerstatte.
W KA M
Oie Gchuldstage.
Zwei neue Todesopfer. —Ein Lokaltermin.
Wien. 17. Aug. (TU.) In der Nacht zum Montag und am Montagoormittag sind zwei Schwerverletzte der Eisenbahnkatastrophe bei Leoben ihren Verletzungen erlegen. In der Nacht mußten einem weiteren Schwerverletzten beide Beine amputiert werden. Die Untersuchung über den Unfall ist bereits vom Gericht eröffnet worden. Der Untersuchungsrichter des Kreisgerichtes Leoben hat cm Montag früh die Anzeige zugestellt erhalten. Die Untersuchung wird sich auf zwei Tatbestände erstrecken: Auf das Telephongespräch zwischen den Fahrdienstleitern von Hinterberg und Göß, in dem mitgeteilt wurde, daß der Güterzug bereits in Göß eingelaufen sei, so daß der Fahrdienstleiter von Hintsrberg den Schnellzug passieren ließ. Nach den Angaben des Fahrdienstleiters von Hinterberg war die Verständigung am Telephon sehr schlecht. Das zweite Moment, das untersucht werden wird, ist die Frage, warum der Güterzug vor der Einfahrt der Station auf offener Strecke solange aufgehalten wurde. Der Aufenthalt wird mit 8 bis 14 Minuten angegeben. Vor der Einfahrt in den Bahnhof ist das Signal immer auf Halt gestellt. Erst wenn der Fahrdienstleiter von der Ankunft des Zuges durch ein Sirenensignal aufmerksam gemacht wird, gibt er die Einfahrt frei. Der Fahrdienstleiter von Göß behauptet nun, er habe sofort, nachdem er das Sirenensignal gehört habe, das Signal auf freie Fahrt g e - st e l l t. Einige Leute, die in der Nähe der Bahn wohnen, behaupten jedoch, daß der Güterzug minutenlang fast unausgesetzt gepfif- f e n habe, so daß sie davon aufgewacht seien. Infolgedessen wird die Vermutung geäußert, daß der Fahrdienstleiter in Göß geschlafen habe und erst durch das anhaltende Pfeisen des Zuges aufgewacht sei und das Signal freigegeben habe. Dadurch sei der Zusammenstoß möglich geworden.
Am Schauplatz der Eisenbahnkatastrophe fand am Montag ein Lokaltermin statt. Man begnügte sich vorläufig damit, eventuelle technische Fehler festzustellen. Das Gericht steht auf dem Standpunkt, daß zunächst die technische Untersuchung beendet werden muß, bevor die gerichtliche Untersuchung beginnen kann. Der Zustrom von Neugierigen zur Unfallstelle ist so stark, daß die Gendarmerie auf der Straße, die zum Unfallsort führt, Derkehrsposten aufstellen mußte. Von privater Seite wird die Summe der Schadensansprüche, die an die Bundesbahnen gestellt werden dürften, auf 800 000 bis 1000 000 Schilling geschätzt.
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LEOBEN
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Salzburg
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Die Eisenbahnstrecke Villach—Bruck mit der Unglücksstelle.
ÄSDAP. und Kabinett Vrümng.
Ein Appell Hitlers an das Zentrum.
München, 17. Aug. (CAD.) Die Pressestelle der Reichsleitung der RSDAP. veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" einen längeren Artikel „Wahrheit und Klarheit", der an das Verantwortungsbewußtsein des Zentrums appelliert, sich dein Dolkswillen nicht zu m» schließen, der die Sozialdemokratie spätestens im Mai nächsten Jahres bündnisunfähig machen werde und die Regierung davon überzeugen müsse, daß die Spekulation auf ein Abrbben der nationalsozialistischen Sturmflut fehsgeschlagen sei. Es würde also, so wird ausgeführt, lediglich der Ausdruck einer Rotwendigkeit sein, wenn die Zentrumsrcgierung Brüning ihre Fühler nach rechts aus st recke, um das Terrain nach dieser Richtung hin zu sondieren. „Wir Aationalsozialisten", heißt es, „können es uns leisten, die Problematik der Situation offen aufzuzeigen und in aller Ruhe zu betrachten, ohne fürchten zu müssen, daß es uns als ein Annäherungsversuch ausgelegt wird, zu dem wir nicht die geringste Veranlassung haben: denn wenn die Regierung Brüning etwa der Meinung sein sollte, daß der Ausgang des Volksentscheides einen psychologisch günstigen Zeitpunkt darstellt, um uns goldene Brücken zu bauen, zum Eintritt in ein „Konzentrationskabinett", auf das wir keinen unserer Stärke entsprechenden Einfluß haben, um der deutschen Politik endlich die Wendung zu geben, die das ganze Volk erwartet, dann würde sie die Lage falsch einschähen. Die Voraussetzungen, die die ASDAP. an eine Regierungsbildung knüpft und die sie von einer Regierung im Reiche fordern muh, an der sie führend beteiligt ist, sind bekannt."
Oie Besoldungslage der Gemeindebeamten.
Berlin, 17. Aug. (TU.) Gegenüber den Behauptungen, des Reichsfinanzministeriums, die Gemeinden könnten durchHerabsehung der Gehälter ihrer Beamten und Angestellten auf den Stand der Besoldungen des Reiches namhafte Ersparnis le erzielen, erklärte der Dundesdirektor E h r m a n n bei einer Besprechung des Reichsbundes der kommunalen Beamten und Angestellten, daß die Behauptung, mit der man jetzt gegen den Plan des Städtetages polemisiere, jeder sachlichen Grundlage entbehre. 2m Gegensatz zu den Beamten im Reich und in den Ländern werde die Besoldung der Gemeindebeamten einer peinlichen Aachprü-
fung durch die Staatsaufsichtsbehörden unterzogen. Hieraus ergebe sich, daß den Gemeinden keineswegs allgemein mangelnde Sparsamkeit vorgeworfen werden könne. Wenn man auch sage, daß die Gehälter von leitenden Beamten verschiedentlich ungebührlich hoch festgesetzt seien, so verwahre sich der Reichsbund mit aller Entschiedenheit aber dagegen, daß aus einzelnen derartigen Hebersteigerungen auf die Gesamtheit des Gemeindepcrionals grschlos- sen werde. Das Reich zahle an Beamte und Angestellte im Kopfdurchschnitt (ohne Militär) jährlich 4623 Mark, die Länder (einschl. staatlicher Polizei mit stärkerer Besetzung der unteren Gruppen) jähr ich 4289 Mark und die Gemeinden jährlich 4275 Mark. Auch die Behauptung, in Ländern und Gemeinden betrügen die Personalausgaben bis 75 v. H. der Gesamtausgaben, hakt« einer Rachprüfung nicht stand. 3n Wirklichkeit betrügen die PersonalauSgaben bei den Gemeinden 25,7 v. Sy, bei den Ländern 56,4 v. Sy
Oie Neuregelung
der Gemeindearbeiterlöhne.
Berlin, 17. Aug. (WTB.) 3m Reichs- arbeitsministerium fanden unter Vorsitz des Reichsarbeitsministers Verhandlungen über die Aeuregelung der Gemeindearbeiterlöhne statt. 3m Laufe des späten Aach- mittags wurde von feiten des Reichsarbeitsministeriums ein Vorschlag gemacht, zu dem sich die Parteien bis Mittwochabend erklären werden. Es handelt sich dabei um Schlichtung der Gegensätze zwischen dem Kommunalarbeitgeberverband und dem Gesamtverband der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe. Den Differenzen liegt zugrunde die auf der Aotverordnung vom 5. 3uni d. 3. beruhende Erklärung der Arbeitgeber, daß die Löhne der Gemeindearbeiter denen der Reichsarbeiter angeglichen werden sollen.
Eröffnung des Wahlkampfes in Hessen.
Presse-Empfang bei der Radikaldemokra» tischen Partei.
Darmstadt, 17.Aua. (WTB.) Die Radikaldemokratische Partei Hessens hatte die Presse zu einem Empfang geladen, um ihr Gelegenheit zu geben, über die Ziele und Bestrebungen der Radikaldemokratischen Partei zu sprechen. Rektor H ü s - k e n (Frankfurt a. M.) ging zunächst auf die Entstehung der Partei ein, die eine Lücke zwischen dem Radikalismus auf der Linken, der Sozialdemokratie und der radikalen Rechten ausfüllen will. Es solle
den Parteimüden und der Jugend, die ein neues Gemeinschaftsleben und politisches Neuland gewinnen wollen, der Boden bereitet werden. Landtagsabgeordneter Reiber (Darmstdat) erklärte: Außenpolitisch fordere die RDP. eine radikale Friedenspolitik und Verständigung mit Frankreich ohne Rücksicht auf Prestigefragen, wie Panzerkreuzer und Zollunion, so wichtig letztere an sich auch sein möge. Die innerpolitischen Forderungen der Partei erstrebten die radikale Ausführung der freiheitlichen sozialen und kulturellen Grundgesetze der Weimarer Verfassung, Herbeiführung des Einheitsstaates unter Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preußen. Für Hessen speziell halte sie die Beteiligung an den zwischen Reich und Preußen schwebenden Verhandlungen auf eine Reichs- und Derwaltungsreform für notwendig, wobei allerdings
Rücksicht auf die Verhältnisse in den großen süddeutschen Ländern zu nehmen sei. Eine Neuordnung und Vereinfachung des Steuersystems bei stärkerer Heranziehung von Großgrundbesitz, Großvermögen und Großeinkommen müsse begleitet sein von der Beseitigung der Dauerarbeitslosigkeit durch radikale Arbeitsoerkürzung und An- und Umsiedlung bei Zerschlagung des ostelbischen Großgrundbesitzes. Die jetzige Agrarpolitik lehne die RDP. ab und fordere Abbau der Getreidezölle und stärkere Unterstützung der landwirtschastlichen Deredelungswirtschaft. Im Wahlkampf werde die Verwirklichung der Simultanschule in Leitung und Geist im Mittelpunkt stehen, um den jetzt durch Zugeständnisse an das Zentrum eingetretenen Konfessionalismus zu beseitigen.
Aus aller Welt.
@fn ritterlicher Akt des Reichspräsidenten.
„Petit Parisien" berichtet, daß der französische Botschafter de Margerie dem Reichspräsidenten seinen offiziellen Abschiedsbesuch ab* gestattet hat. Dabei habe der Reichspräsident ihm einen französischen Degen überreicht, den er im Kriege 1870/71 erbeutet habe. Don unterrichteter Seite wird dazu mitgetei-lt, daß die Darstellung über die Ueberreichung des französischen Säbels in dieser Form nicht zutrifft. Dem Reichspräsidenten wurde anläßlich seines 83.Geburtstages von privater Seite ein französischer Säbel zum Geschenk angeboten. Da festgesteNt wurde, daß es sich nicht um einen Kampfsäbel, sondern um einen Ehrendegen handelte, den 1870 ein inzwischen verstorbener preußischer Leutnant einem französischen General abgenommen hatte, stellte sich der Reichspräsident auf den Standpunkt, daß dieser Säbel den Erben gehöre. Als dann der Ehrensäbel dem Reichspräsidenten nochmals angeboten wurde mit dem Anheimstellen, ihn den französischen Erben zuzuleiten, hat der Reichspräsident ihn unter dieser Dedingung angenommen. Anläßlich des Beileidsbesuches, den der französische Botschafter de Margerie im Oktober vorigen 3ahres wegen der Alsdorfer Grubenkatastrophe beim Reichspräsidenten unternahm, hat Reichspräsident v-Hindenburg dem Dvt- schafter den Degen übergeben mit der Bitte, ihn den französischen Erben zu - 8U leiten. Da jedoch die Erben nicht fest- z u st e l l e n waren, hat die französische Regierung dann den Ehrensäbel dem Musse des Zn- valides zugewiesen. Botschafter de Margerie hat tem Reichspräsidenten für seine ritterliche und kameradschaftliche Gesinnung seinen besonderen Dank ausgesprochen.
Oie Beisetzung
der erschossenen polizeiosfiziere.
Die beiden Polizeihauptleute Anlauf und Lenk, die am 9. August am Bülow-Platz erschossen wurden, wurden nun in Berlin zur letzten Ruhe geleitet. An der Trauerfeier nahmen u. a. Reichsinnenminister Dr. Wirth, der preußische 3nnenminister Severing, der Berliner Polizeipräsident Grzesinski, sowie zahlreiche andere hohe Reichs- und Staatsbeamte, Vertreter des Heeres und der Marine und zahlreiche Offiziere und beinahe alle dienstfreien Mannschaften der Schutzpolizei teil. Der preußische Polizeibeamtenverband, die Derufsvereinigung der höheren Beamten, die großen Deamtenverbände, die Schutzpolizei der Länder, das Reichsbanner hatten Abordnungen entsandt.
Die Trauerrede hielt der preußische Innenminister Severing, der betonte, die Frage in dem Uland- scheu Liede: „Eine Kugel kam geflogen, gilt sie mir, ober gilt sie dir?" ist hier überflüssig. Die Kugel gatt ihnen beiden und u n s a l l e n, die gewillt sind, dem Vaterlande die Treue zu halten und das Wohl des Volkes über alles zu stellen. Die Not ift ein schlechter Berater, und die Verzweiflung ist ein schlechter Bun- desgenosse. Jedoch die intellektuellen Urheber, die in Wort und Schrift erst den Boden schaffen auf dem dann Fanatiker aufbauten und derartige Taten vollbrachten, feien die Hauptschuldigen. Der Minister erinnerte dann an b a 5 SB e r f d) r i ft- licher Nächstenliebe der Schutzpolizei im letzten Winter. Die damals aufgezogenen Kinder- s o e i s u n g e n würden in diesem Winter, in dem die Not sicher steigen werde, ausgebaut werden. Die Polizeibeamten, die von ihrem geringen Sold für diese Zwecke noch etwas hergäben, könnten nun aber auch ihrerseits verlangen, daß die Bevölkerung ihre schwere Arbeit und ihren schweren Dienst an- erkenne.
Nach dem Liede vom toten Kameraden trugen Po- lizeioffiziere die Särge durch die lorbeergeschmückte Halle auf die Wagen. Unter dumpfem Trommelwirbel setzte sich der Leichenkondukt in Bewegung, eröffnet von zwei berittenen Zügen der Schutzpolizei: hinter dem Leichenwagen, der von 16 Offizieren der Schutzpolizei als Ehrenwache begleitet wurde, schritten der Kommandeur der Berliner Schutzpolizei, Oberst Heimannsberg, und Polizeipräsident Grzesinski.
Schwere Llnweiierschäden in England.
Menschen wurden verletzt, eine Kirche und mehrere Häuser wurden durch den Blitz getroffen, Hagel, Ueberschwemmungen und eine Flutwelle— dies sind einige der Ereignisse während des Wochenendes, des 28. verregneten Wochenendes dieses 3ahres. Außerdem wurden noch acht Personen durch Straßenunfälle getötet und zahlreiche verletzt. Eine Anzahl Menschen ertranken im Meer, darunter der Besitzer einer 3acht, die an einem Rennen von Cowes nach der süd- irischen Küste und zurück nach Plymouth teilnahm. Der Besitzer wurde von den berghohen Wellen, 100 Meilen vom Lande entfernt, über Bord gespült. Die 3acht wurde von der Besatzung aufgegeben, die an Bord eines Dampfers genommen wurde. Große Besorgnis besteht wegen vier weiteren 3achten, darunter einer französischen und einer amerikanischen, die ebenfalls an den Rennen teilnahmen und noch nicht zurückgekehrt sind. 3m Seedistrikt wurde eine Familie vorn Blitz getroffen. Ein Mädchen wurde getötet, der Vater und eine Schwester des Mädchens schwer verletzt. — Die „Mvrninapost" erklärt, wenn die dauernden Regenfälle nicht bald aufhoven, werde dieses 3ahr das katastrophalste tft der Geschichte der englischen Landwirtschaft werden. Alle Berichte, vor allen Dingen aus Ost- und Westengland, besagen, daß die Felder feit Wochen und Monaten
großen Seen gleichen und daß bereits jetzt das halbhohe Getreide völlig verfault sei. Auf der Getreidebörse in Aorwich ist bisher zwar noch fein englisches Ko Nr auf den Markt gekommen, jedoch waren verschiedene Landwirte gezwungen, Zielverkäufe für nur 9 Schilling pro Sack vorzunehmen. Auch mit der Kartoffelernte ist es schlecht bestellt, auch deshalb, weil mit Ausnahme des Vorjahres die Anbaufläche die niedrigste seit dem 3ahre 1916 ist.
/.Graf Zeppetin^nach England gestartet
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist mit 22 Fahrgästen am Dienstag um 7.04 Uhr zur Gngland- sahrt aufgeftiegen. Es wird noch am gleichen Abend im Flughafen London landen und dann sofort zu einem 24ftünb igen Flug über England aufsteigen. Für diesen Flug stellt die Royal Aeronautical die Fahrgäste. Mittwochabend fährt dann das Luftschiff die Rächt hindurch mit 24 Fahrgästen nach Friedrichshafen zurück. Am Donnerstag früh schließt sich unmittelbar nach der Landung etwa gegen 7 Uhr eine achtstündige Schweizer- fahrt an, für die auch sämtliche verfügbaren Plätze gebucht sind.
Das „schwache Geschlecht".
3nMainz wurde nach Mitteilung des Wolss- bureaus ein Fall aufgedeckt, der wegen seiner Amstände vielfaches Interesse erwecken dürste. Seit dem 3ahre 1919 steht in Maniz einenun« mehr47jährige Frau in Männerkleidung im Arbeitsdienst auf schwerstem Posten. Als es ihr vor 12 3ahren nicht gelang, als Frau Arbeit zu finden, entschloß sie sich, sich als Arbeiter auszugeben, wobei sie sich der Papiere ihres von ihr geschiedenen Ehemannes bediente. Racheinander sand sie Arbeit in dem Automobilvark der französischen Desahungsarmee, als Arbeiter auf der Bauhütte, bei der Mainzer Wach- und Schliehgesellschast und ist jetzt seit mehreren 3ahren als Wächter und Arbeiter in einem größeren Mainzer Industrieunternehmen in Diensten. Selbst der Aufenthalt in einem Mainzer Krankenhaus infolge eines Betriebsunfalles vermochte nicht, ihr 3n- kognito zu enthüllen. Erst durch das Vorhandensein von doppelten 3nvalidenkarten wurde der Fall aufgeklärt. Eine besondere Rote erhält dieser Vorfall noch dadurch, daß diese Frau in Männerkleidung ihre Freundin als Ehefrau bezeichnete. Zwei Kinder, die die Freundin zur Welt brachte, meldete der „weibliche Mann" als seine eigenen an. Die Behörden stehen nunmehr vor der nicht leichten Aufgabe, dieses ungeheure Durcheinander wieder ins Reine zu bringen. Strafrechtlich wird die Frau, die lebensmutig und arbeitswillig sonstein tadelloses Leben geführt hat, sich wegen Urkundenfälschung zu verantworten haben. Alle anderen Straftaten sind bereits verjährt.
Ein Stück Ferngasleitung in die Luft geflogen.
Zwischen Solingen und Cronenberg ist ein Stück der Hauptleitung der Ferngasleitung in die Luft geflogen. Die Urfacbe scheint in einer älndichtigkeit in der Rohrleitung zu liegen, so daß Gas entströmen konnte. Man nimmt an, daß von einem Teilnehmer einer AuS- flüglerlruppe eine brennende Zigarette fortgetoor- fen wurde, wodurch sich das Gas entzündete. Es folgten drei Explosionen, wobei daS zwei Meter tief liegende Rohr von 40 Zentimeter Durchmesser gesprengt wurde. Es entstand ein Trichter von 4 mal 5 Meter Durchmesser. Haushohe Flammen schlugen zum Himmel. 3n einem Ilmkreise von etwa 30 Meter wurden sämtliche Bäume und Sträucher der umliegenden Gärten verbrannt. Ein in der Rähe liegendes Haus mußte geräumt und von der Feuerwehr dauernd unter Wasser gehalten werden. Die Wagen der Solingen- Elberfelder Schnellbahn wurden, um den Betrieb ausrechterhalten zu können, im Vor- beifobren unter Wasser gehalten, damit sie fein Feuer fingen. Die kurz vorher an der Unglücksstelle weilende Ausflüglergruppe tarn wie durch ein Wunder mit dem Schrecken davon, da sich die Explosion nach der entgegengesetzten Richtung hin auswirkte. Das Feuer konnte erst gelöscht werden, als durch einen der nächstliegenden Hauptgashähne • d.e Gaszufuhr abgesperrt wurde.
versuchtes Eisenbahnattentat in der Oberpfalz.
Auf die beiden Gleise der Eisenbahnbrücke zwischen Wernberg und Luhe auf der Strecke Regensburg — Hof haben bisher nicht ermittelte Verbrecher in der Rocht Schwellen
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Wettervoraussage.
Obwohl die Nordseestörung langsam ihren Weg nach Dänemark und Skandinavien nimmt, ist auf dem heutigen Wetterkartenbild keineswegs der Uebergang zu beständigerem Wetter zu ersehen. Immer noch behalten ozeanische Luftmassen die Vorherrschaft die teils aus nördlicheren, teils aus südlicheren Breiten vordringen und somit in ihrem Wechsel auch Temperaturen, und Witterungscharakter bestimmen. Infolgedessen sind in unserem Gebiet weiterhin vereinzelte Niederschläge zu erwarten, und außerdem ist die Möglichkeit zu Gewitterstörungen vorhanden. Wohl lichtet sich zeitweise die Wolken- decke, und Aufheiterung setzt ein, was aber noch keineswegs auf Besserung von Dauer hindeutet. Eine wesentliche Aenderung der Durchs chnittstemperatur- werte dürfte nicht stattfinden, wenn auch leichtere Schwankungen eintreten.
Vorhersage für Mittwoch: Wolkige- Wetter mit vorübergehender Aufheiterung, mild, einzeln« Riederschläge oder Gewitterstörungen.


