Ausgabe 
18.7.1931
 
Einzelbild herunterladen

s.ji.-'fpoit

Siadimannschast Gießen gegen Llniversität Gießen.

2lm Mittwochabend fand auf dem Llniversitäts- sportplatz -ein Handballwettspiel der Llniversität gegen die Stadtmannschaft Gießen statt, Die Gegner sind zur Zeit die beiden spiel- stärksteo Gießener Mannschaften. Das Spiel endete 5: 5. ein Ergebnis, dem öcm Spielverlauf gerecht wurde. Die erste Halbzeit sah ein voll­kommen verteiltes Spiel. Bei Halbzeit war die Stadtmannschaft mit 2:1 im Vorteil. Aber sofort nach dem Seitenwechsel erzielte die Llniversität den Gleichstand. Durch den Kanrpf um die Füh­rung wurde die Halbzeit sehr spannend. Es ent­wickelte sich ein äußerst schnelles Spiel. Beide Mannschaften kamen abwechselnd zu den verdien­ten Erfolgen. Der besseren Technik der Studenten setzte die Stadtmannschaft ihre größere körperliche Kraft entgegen. Dennoch nahm das Spiel unter der Leitung des Schiedsrichters 2 e n t s ch einen ruhigen und fairen Verlauf.

8. Nationale Zugendweitkämpfe in Darmstadt.

Gießener jugendliche Leichtathleten in Darmstadt.

Am morgigen Sonntag finden in Darmstadt die 8. Nationalen Jugendwcttkämpfe statt. Diese Ver­anstaltung zählt zu den bekanntesten und bestbesuchte, sten der DSV. Die Besten des Leichtathletiknach­wuchses gehen hier an den Start. Auch die beiden Gießener Vereine werden sich an den Wettkämpfen beteiligen. Die Spielvcreinigung 1900 ent. sendet Koch, Felsing, Schlarb, Mootz, B a u m st i e g e r und W ö h r e n k ä m p c r. Die Leichtathletikabteilung des V e r e i n s f ü r B e w e - gungsspielo wird sich ebenfalls beteiligen. Die Jugendlichen Luh, Kirchheimer und Gold- schm i d t vertreten die Farben des VfB. Die Gieße­ner Leichtathleten werden bei den Wettbewerben in Darmstadt, bei denen sich die Elite der jugendlichen Leichtathleten des Reiches trifft, keinen leichten Stand haben. Wenn es den Manschaften vergönnt sein sollte, erste Preise zu erringen, so bedeutet das eine angenehme Ueberraschung.

Turngau Lahn-OünSberg AOT.

Faustball-Rückrunde.

Am morgigen Sonntag findet in Allendorf (Lumda) die Rückrunde im Faustball statt. Rod- heim und Ällendorf werden ihre Mannschaften umstellen, um bessere Plätze zu erringen. Hausen wird versuchen, seinen ersten Tabellenplatz zu behauvten. Mit besonderem Interesse sieht man dem Abschneiden Garbenteichs H entgegen. Die Mannschaft steht bis jetzt an zweiter Stelle.

Garbenteichs I. und Hausens II. werden wahr­scheinlich für die Meisterschaft nicht mehr in Frage kommen.

Handball itn Gau Hessen (D. T.j

Tv. Allendorf (Lahn) I Io. Lützellinden I.

Bereits heute abend treffen sich diese beiden Mann­schaften zu einem Freundschaftsspiel. Beide Gegner befinden sich zur Zeit wieder in guter Form. Der Ausgang des Treffens ist offen.

prenn freigesprochen.

Die leidige Affäre Prenn hat nun vor Gericht ihren Abschluß gefunden. Daniel Prenn hatte gegen das -Urteil des Gchöffengerichts und der Strafkammer (300 Mark Geldstrafe wegen Ver­leumdung der Firma Hammer) Revision eingelegt, die vor dem Kammergericht verhandelt wurde. Rach Längerer Beratung wurde Prenn auf Kosten des Privatklägers, der Firma Hammer, freigesprochen. Damit dürfte auch das vom Tennisbund angängig gemachte Disziplinarver­fahren eingestellt werden und unser Spitzenspieler wieder Berücksichtigung bei internationalenKämp- fen Deutschlands finden.

Arbeiter-Turn- und Sporibund.

2. Arbeiter-Olympiade in Wien.

In den Tagen vom 19. bis 26. Juli findet in Wien die 2. Arbeiter-Olympiade statt. Der 19. Juli ist der Tag der Kinder. Der 20., 21. und 22. Juli ist als Reisetag gedacht. Am 23., vormittags, beginnen dann die Wettkämpfe der Leichtathleten, Schwimmer und Wassersportler. Fuß- und Handballspiel ergänzen das Programm. Am Freitag werden die Kämpfe fortgesetzt. So­dann treten die Geräteturner (ein jedes Land stellt eine Mannschaft von zwölf Wettkämpfern), die Radfahrer und die Schützen an. Am Abend finden dann in allen Stadtteilen Wiens De- grüßungs- und Länderabende statt. Auch der Samstag bringt noch Kämpfe in allen Kategorien. Am Sonntag, dem Hauptfesttag, werden vor­mittags zwei Festzüge durch die Straßen der Stadt nach dem Stadion (Prater) ziehen. Massen­übungen der Männer und Frauen, die Endkämpfe der Leichtathleten, die Endspiele im Wasserball, Hand- und Fußball bringen den Höhepunkt und Abschluß der 2. Olympiade. Anschließend finden dann noch Ferienfahrten und Wanderungen der Teilnehmer statt. Lieber 20 000 Teilnehmer wer­den allein aus Deutschland in 24 Sonderzügen an der Fahrt nach Wien teilnehmen. Die Sport­ler aus 17 Ländern werden in friedlichen Wett­kämpfen ihre Kräfte messen.

-10. Nationale leichtathletische Wettkämpfe

Konkurrenzen und Konkurrenten. - HobuS und Dieckmann am Start.

Die 10. leichtathletischen Wettkämpfe, die die Spielvereinigung 1900 am morgigen Sonntag zur Durchführung bringt, hat, wie wir gestern schon berichteten, ein glänzendes Meldeergebnis ge­bracht. Es ist in Anbetracht der Teilnahme maß­gebender Leichtathleten mit spannenden Kämpfen zu rechnen.

In der Leistungsklasse I treffen eine Anzahl hervorragender Könner auf­einander. Für den 10 0 - Meter - Lauf sind " 14 Teilnehmer gemeldet. Metzner der für die . Eintracht Frankfurt startet, hat in seinen Klub- kameraden Eugen Eldracher (dem ehemaligen 7 1900er), Mährlein und Riermann ernsthafte Kon­kurrenten. Ähmalz (SC. 1880 Frankfurt) und W. Müller der für die Llniversität Gießen die 100 Meter bestreitet dürften sich um die Plätze einen harten Kamps liefern.

Lieber 200 Meter stellen sich ebenfalls über zehn Läufer dem Starter. In diesem Wettkampf Dürfte Mähr lein (Eintracht Frankfurt), der frühere mehrfache DT.-Meister über 200 Meter, die besten Aussichten haben. Kurtz (Offenbach 99), der Dritte bei den Süddeutschen Leich tathleten- Meisterschaften dieses Jahres wird dem Favoriten allerdings sehr zusetzen. Außerdem laufen Merten und Iona (beide IG.-Sportv. Frankfurt) sowie Frantz (SC. 1880 Frankfurt).

Auch für den 400Meter - Lauf der Klasse I sind über 10 Teilnehmer gemeldet. Hier wird Metzner der zur Zeit wohl schnellste 400- Meter-Mann (48,6 Sek.) kaum zu schlagen sein. Duhr (ATV. Marburg), der südwestdeutsche Hoch­schulmeister über diese Strecke, wird allerdings ein Wort mitzureden haben. Husch vom IG.°Spv., König (Eintracht Frankfurt) und der talentierte Ploch (Mtv. Gießen) sind außerdem zu nennen.

Für die 1 500 Meter ist der Hannoveraner H o b u s, der den Gießenern vom vergangenen Jahre her noch bekannt sein dürfte, der unge­fährdete Favorit. Ilm die Plätze werden sich Knöckel (SCI. 1880), Kaufmann (Fußballsportver­ein Frankfurt) und Brügmann (Marburg) streiten. Die 7500 Meter wird der deutsche Rekordhalter über diese Strecke, der Hannoveraner Dieck­mann, als 1. Sieger hinter sich bringen. Aus das Abschneiden der beiden 1900er, Schaaf und Gerhardt, darf man besonders gespannt sein. In der 4xl00-Meter--Staffel wird um einen Wan­derpreis gekämpft, den die Spielvereinigung 1900 Gießen zu verteidigen hat. Die 1900er haben al­lerdings keine Aussicht, das Rennen zu machen. Die Eintrachtler Eldracher, Metzner, Riermann und Mährlein sind in dieser Aufstellung (die durchaus olympiareif erscheint), nicht zu schlagen. Ein harter Kampf wird sich aber zwischen den Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und des Mtv. entwickeln. Hier werden die 1900er bemüht fein, die Scharte vom Abendsportfest auszuwetzen. Im Weitsprung sind Hassinger (Eintracht Frank­furt) und Blümner (ATV. Marburg) auf den ersten Plätzen zu erwarten. Ferner: Stille (Offen­bach) und Harz (Frankenberg).

Im Stabhochsprung hat Jung (Spiel- Vereinigung 1900) nicht allzuviel ernsthafte Kon­kurrenz. Zu nennen sind neben ihm der in Gießen bestens bekannte Mehrkämpfer Mallomesius (Mtv. Gießen), außerdem Würz (Spielvereinigung 1900) und Dietrich (Frankenberg).

Im Speerwerfen dürfte Frey (Univer­sität Gießen) als aussichtsreichster Bewerber gel­ten. Im Diskuswerfen darf man Kilo vom DfL. Wetzlar, der noch gemeldet hat, auf Grund seiner beständigen Leistung als Sieger nen­nen. Einen ernsthaften KSnkurrenten findet er

allerdings in dem Routinier Garry (VfB. Kur- Hessen, Marburg).

In der Leistungsklassen

stellt sich dem Starter in fast allen Konkurrenzen ein außerordentlich starkes Feld. Besonders zahl­reich ist die Beteiligung am 100-Meter-Lauf und im Weitsprung. Bei der Menge der Teilnehmer, die zum großen Teil als gleichwertig bezeichnet werden dürfen, ist es kaum möglich einen Sieger im voraus zu nennen. Aussichtsreiche Bewerber für die 100 Meter sind immerhin Schlau (Diez), Fernau (Mtv. Gießen), Henkel (SC. 1880 Frank­furt), Geist (1900 Gießen) und Kurtz (Tv. Braun­fels). Für die 800 Meter sind Knöckel (SC. 1880 Frankfurt) und Jäger (Universität Gießen) in Front zu erwarten. Im Kugel st oßen sollte Rothermel (Mtv. Gießen) und Schäfer (ATV. Rheinfranken) neben Garry (Kurhessen Marburg) und Müller (1900) hart um den Zentimeter kämp­fen. Die Konkurrenzen Speerwerfen und Hochsprung sind stark von einheimischen Leicht­athleten belegt. Mitglieder der Deutschen Jugend- kraft, der Spielvereinigung 1900, des Mtv. ringen um den ersten Sieg. Es starten u. a. Malkomesius und Rothermel (Mtv. Gießen) Hopfenmüller und Spaar (1900), Himmelmann (Frankenberg), Witze (Eintracht Frankfurt).

In der Leistungsklasse IIL

haben allein 30 Mann für die 10 0 Meter ge­meldet. In Dor- und Zwischenläufen wird sich die Menge der Bewerber lichten. Für die 1000 Meter sind einige talentierte Läufer am Start: Durchardt (Spv. Alsfeld), Ploch (Mtv. Gie­ßen), Jäger (Universität Gießen), Herzog (Casse­ler Turngemeinde), Glagow (1900). Man hofft, die Gießener in Front zu sehen. Der Weitsprung wird ebenfalls vpn einer stattlichen Anzahl von Wett­kämpfern bestritten.

Den Abschluß der Wettkämpfe bildet eine Schweden st affet (400, 300, 200, 100 Meter). Ein harter Kampf dürfte sich zwischen den Mann­schaften von SC. 1880 Frankfurt und DSC. Offen­bach entwickeln. Ferner haben Mtv. Gießen, Spiel- Vereinigung 1900 und ATD. Marburg leistungs­fähige Mannschaften nominiert.

In Anbetracht der hervorragenden Besetzung der einzelnen Wettbewerbe, und in Hinblick auf die Beteiligung namhafter Leichtathleten der gro­ßen Vereine steht ein großes sportliches Ereig­nis bevor. Hoffentlich ist der Deranstaltung gutes Wetter beschieden.

Aus dem Wetzlarer Gerichtssaal.

£2 Wetzlar, 17. Juli. In einer Gastwirtschaft zu Krofdorf kam es am 12. April zu einer politischen Auseinandersetzung, die in eine Schlägerei ausartete. Ein Polißei- beamter. der die Ruhestörer, zurechtweisen wollte, wurde bei seinem Bemühen um die Wiederher­stellung der Ordnung mit Steinen beworfen. Zugleich wurden die Ausgangstüren der Wirt­schaft verbarrikadiert, so daß der Beamte für kurze Zeit seiner Freiheit beraubt war. Zwei der Hauptbeteillgten erhielten wegen dieser Dorfälle Geldstrafen von 10 bzw. 20 Mk. zudiktiert. Während sich der eine mit dieser Strafe einver­standen erklärte, erhob der andere Angeklagte, ein junger Mann aus Krofdorf, Einspruch gegen den Strafbefehl und bemerkte bei seiner Der- nehmung, daß er an der Schlägerei nicht be­teiligt gewesen sei, vielmehr habe er sich be­müht, die Streitenden auseinander zu bringen. Die Teilnahme an der Freiheitsberaubung gab er zu, sagte jedoch aus, daß er angeheitert ge­

wesen sei. Wegen Mangels an Beweisen wurde er von der Anklage wegen ruhestörenden Lärmes freigesprochen: für die Teilnahme an der Frei­heitsberaubung wurde jedoch die G e l d st r a f e von 20 Mark aufrechterhalten.

Im Zusammenhang mit dieser Schlägerei geriet der diensttuende Polizeibeamte auch mit dem Wirt in Konflikt. Dem Gastwirt wurde Be­amtennötigung vorgeworfen. Er Hai, als der Polizeibeamte die Ruhestörer notierte, ge­äußert, die Gäste sollten im Falle einer Bestra­fung Widerspruch erheben. Er, der Gastwirt, wolle am andern Morgen zum Bürgermeister gehen und diesem melden, daß der Beamte früher, da er bei ihm gewohnt habe, öfter über die Polizeistunde hinaus bei ihm Bier getrunken habe. In dieser Aeußerung erblickte der Be­amte eine Nötigung, die bezwecken sollte, daß er von einer Anzeige Abstand nehmen sollte. Das Gericht war der gleichen Auffassung und ver­warf den Einspruch des Gastwirts, sodaß es bei dem Strafbefehl über 50 Mark verbleibt.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Schauspielhaus. Sonntag, 19. Juli, von 16 bis gegen 18 Llhr:Ernst (Bunbu^)". Don 20 bis nach 23:Der Hauptmann von Köpenick". Montag, 20., von 20 bis gegen 22,30:Alt-Frank­furt". Don Dienstag, 21., bis Sonntag, 26., jeden

Tag von 20,15 bis gegen 22,45:Meine Schwester und ich".

Opernhaus. Sonntag, 19., und Montag, 20. Juli, von 20 bis nach 22,30 Llhr:Olly-Pollh". Dom Dienstag, dem 21. Juli, bis einschließlich Donnerstag, dem 30. Juli, bleibt das Opernhaus geschlossen. Dom Freitag, dem 31. Juli, bis ein­schließlich Samstag, dem 15. August: Gastspiel der Rotterbühnen BerlinDer Soldat der Marie".

Daten für Samstag, 18. Juli.

Sonnenaufgang 4.29 Uhr, Sonnenuntergang 20.32 Uhr Mondaufgang 8.04 Uhr, Monduntergang 22.14 Uhr.

1100: Gottfried von Bouillon in Jerusalem ge­storben; 1767: die Dichterin Ricarda Huch in Braunschweig geboren; 1870: Verkündung des päpstlichen Unfehlbarkeitsdogmas auf dem Datika- Nischen Konzil in Rom.

Daten für Sonntag, 19. Juli.

Sonnenaufgang 4.30 Uhr, Sonnenuntergang 20.31 Uhr. Mondaufgang 9.31 Uhr; Monduntergang 22.28 Uhr.

1819: der Dichter Gottfried Keller in Zürich ge­boren; 1859: der Mediziner Karl Ludwig Schleich in Stettin geboren; 1870: Kriegserklärung Frank­reichs an Preußen; 1917: Friedensresolution des Deutschen Reichstags. *

Wirtschaft

Das ünffhauser-Technikum in vad Frankenhausen am Kyffhäuser hat unter seinem neuen Leiter mit Beginn des Sommersemesters 1931 seinen Lehr­betrieb aus neue und moderne Unterrichtsgrundlagen gestellt. Den Erfordernissen der rasch vorwärtsschrei- tenden Technik entsprechend steht die Laboratoriums­ausbildung im Mittelpunkt des gesamten Unterrichts, wodurch eine wertvolle Ergänzung zu den theore­tischen Fachvorträgen geschaffen wird. Zu genaueren Angaben aller Art sowie zur Uebersendung von Stu­dienplänen und Prospekten ist die Leitung des Kyff- Häuser-Technikums gern bereit. 4517V

Briefkasten der Redaktion.

I. Die Adresse ist uns leider nicht bekannt.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 50 vom 17. Juli enthält. Verordnung Wer die Gemeinnützigkeit von Wohnungsunternehmen. Straßensperre. Aufnahme der blinden und taubstummen Kinder in die für ihre Erziehung bestimmten staatlichen Anstalten. Heimatschul­tagung in Schotten. Wasserbezugsordnung für die Gemeinde Grünberg. Dienstnachrichten.

(Schluß des redakkionellen Teils.)

Oer Status der Reichsbank Mitte Juli.

Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Juli hat sich in der zweiten Iuli- woche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 356,6 Millionen auf 3241,7 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 121,8 Millionen auf 2676,8 Millionen Mark, die Lombardbestände um 161,5 Millionen auf 386,0 Millionen Mark und die Bestände an Deichsschahwechseln um 73.2 Millionen auf 76,6 Millionen zugenommen.

An Reichsbanknoten und Renten­bankscheinen zusammen sind 56,9 Millionen Mark in den Derkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 51,4 Mil­lionen auf 4161,8 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 5,5 Millionen auf 414,5 Millionen Mark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbank­scheinen auf 13,2 Millionen Mark vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 307,1 Millionen Mark eine Abnahme, um 35,6 .Millionen Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs­fähigen Devisen haben sich um 302,3 Mil­lionen auf 1490,5 Millionen Mark vermindert. Im einzelnen HWen die Goldbestände um 55,7 Millionen auf 1366,1 Millionen Mark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 246,6 Millionen auf 124,4 Millionen Mark abge- nvmrnen.

Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 35,8 Prozent, gegen 43,6 Prozent in der Dor­woche. Die Deckungsgrenze ist auf Grund des § 29 des Bankgesetzes durch Beschluß des Gene­ralrats herabgesetzt worden.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 150; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 15; Weißkraut 12 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; Spinat 20 bis 25; Römischkohl 8 bis 10; Bohnen 15 bis 20; dicke Bohnen 10 bis 15; Erbsen 15 bis 20; Mischigemüse 8 bis 10; Tomaten 25 bis 40; Zwiebeln 10 bis 15; Rhabarber 8 bis 10; Pilze 20 bis 25; neue Kartoffeln 6 bis 7; Frühäpfel 35 bis 40; Falläpfel 6 bis 8; ausländische Aepfel 50 bis 60; Dirnen 25 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Kirschen 20 bis 30; Sauerkirschen 30 bis 35; Seidelbeeren 20 bis 25; Stachelbeeren 20 bis 25;

ohannisbeeren 20 bis 25; Erdbeeren 40 bis 50; Walderdbeeren (Schoppen) 30 bis 35; Zweffchen 35 bis 40; Aprikosen 40 bis 50; Pfirsiche 40 bis 50; Himbeeren 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 110; Suppenhühner 90 bis 100; das Stuck: Dauben 50 bis 70; Eier 9; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 5 bis 10; Salat­gurken 15 bis 30; Einmachgurken 2 bis 5; Ober- Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 15; das Bund: Radieschen 10 bis 15; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10 Pfennig; der Zentnep: Kartoffeln, neue, 5,50 bis 6 Mark.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Im abgelaufenen Berichts ab schnitt kam dem Verkehr an der Getreidebörse insofern besondere Bedeutung zu, als der Handel in Prompt- iA e t r e i de der einzige gewesen ist, der in der Zeit des Verbotes der Börsengeschäfte aufrecht­erhalten wurde. Das handelsrechtliche Liefe­rungsgeschäft in Getreide wurde vermutlich einge­stellt, um zu vermeiden, daß die Regierungsmaß­nahmen auf währungspolitischem Geb'ete die Preisgestaltung für landwirtschaftliche Erzeugnisse in stärkerem Maße als erwünscht beeinflussen könnten. Die Aufrechterhaltung des Effektivmark» tes entspringt sicher in erster Linie dem Wunsche, die Wirtschaft nicht ganz zum Erliegen zu bringen und für die Landwirtschaft sichere Preisgrund­lagen zu behalten. Es kann nicht verwundern, daß die Vorgänge der letzten Tage auch den Handel am Getreidemarkt nahezu gänzlich st i l l g e l e g t haben, da niemand die weitere Ge­staltung der Singe vorherzusehen vermochte. Re­ben diesem Moment der Ungewißheit wurde das Geschäft auch dadurch stark beeinträchtigt, daß fast ausschließlich Barzahlung verlangt wurde. Man beschränkte sich auf die Deckung des dringend not­wendigen Bedarfes, so daß die Umsätze auf ein Minimum zusammenschrumpften. Eine gewisse An­regung ging davon aus, daß das regnerische Wet­ter eine Verzögerung der Emtearbeiten erwarten läßt.

Bei geringem Angebot von Brotgetreide blie­ben die Preise gegenüber der Vorwoche unverän­dert. Roggen erfuhr zu Beginn der Woche eine Abschwächung um bis zu 5 Mark, konnte aber den Verlust später wieder ausgleichen. Die Besitzer der Ware waren besttebt, sich flüssige Mi- tel zu beschaffen und fanden sich deshalb zu Preis­konzessionen bereit. In Reugetreide lag das Ge­schäft vollkommen brach, da infolge hsss Ausfalles des handelsrechtlichen Lieferungsgeschäftes jede Möglichkeit für eine Arbitrage fehlte. Winter­gerste, die in dieser Woche erstmals mit 185

bis 190 Mark zur Notiz gelangte, hatte stilles Ge­schäft. Für Hafer lag anhaltend reichlicheres Angebot vor. da sich aber auch bessere Rachfrage von Seiten des Konsums einstellte, konnte sich die Dotierung auf 200 Mark (190 Mark) befestigen. Am Mehl markt bestand einiges Interesse für prompte Ware, so daß Neigung zu einer Ver­ringerung der Preisspanne zu beobachten war. Weizenmehl südd. Spez. 0 stellte sich auf 40.50 bis 41,25 Mark, dito niederrhein. Spez.0 wurde mit 40,50 bis 41 Mark gehandelt. Roggenmehl er­fuhr dagegen bei einem Preise von 32 bis 33 Mk. eine leichte Abschwächung um 0,25 Mark. Die Preisgestaltung am Futtermittetmarkte verlief parallel zu derjenigen am Mehlmarkte. Auch hier konnte sich Weizenkleie um 0,25 Mark auf 10,60 bis 10,75 Mark befestigen, wogegen Rog- genkleie um 0,25 Mark auf 11,25 Mark nachgab. Bei Rauhfuttermitteln, deren Preise durchweg un­verändert blieben, bestand lediglich für Erbsen größeres Interesse, die infolgedessen um 2 Mark anziehen konnten.

Die Woche schloH mit folgenden Notierungen: Weizen 290 norn., Roggen 240 nom., Wintergerste neuer Ernte 185 bis 190, Hafer, inländ., 200, Wei­zenmehl, südd. Spez. 0 40,50 bis 41.25, dito nie­derrheinisches Spez. 0 40,50 bis 41, Roggenmehl, 60proz. Ausm. 32 bis 33, Weizenkleie 10,60 bis 10,75, Roggenkleie 11,25, Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 36, Linsen 25 bis 68, Heu 3,50 bis 4, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepr.» 3, dito gebündelt 2,75, Treber, getrocknet 10,25 bis 11 Mark.

Wochenbericht vom Frankfurter Schtachtviehmarkt.

Am Frankfurter Schlachtviehmartt zeigte das Geschäft in der vergangenen Woche eine stär­kere Belebung. Die Abwärtsbewegung der Preise, die die letzten Wochen charakterisierte, scheint nunmehr zum Stillstand gekommen zu sein, wenn auch für die Zukunft keine sichere Prognose gestellt werden kann, da die Preisgestaltung völlig abhängig von den Auf triebszif fern ist. Die schwächere Beschickung in dieser Woche hatte ein kräftiges Anziehen der Schweinepreise um 6 bis 9 Mk. zur Folge. Der Austrieb am S ch w e i n e markt belief sich auf 5132 (5840) Stück; der Markt wurde bei regem Geschäft ausverkauft. Infolge des niedrigen Standes der Preise für Schweinefleisch hat sich eine Steigerung des Ver­brauches bemerkbar gemacht, doch erscheint es fraglich, ob die nach oben gerichtete Preisbewe­gung sich über einen längeren Zeitraum fort- setzen wird. Der Auftrieb am Rindermarkt entsprach mit 1315 (1613) Stück der üblichen Beschickung. Bei mittelmäßigem Geschäft wurde der Markt geräumt. Die Preise verzeichneten vereinzelt leichte Defferungen, so für Ochsen. Kühe und Färsen um 1 bis 2 Mk., dagegen blieben Bullen unverändert. Etwa 45 Pwzent des Großviehauftriebes wurde von den umliegen­den Versorgungsgebieten aufgenommen. Am Kälber markt, wo der Auftrieb sich ungefähr aus der Hohe der Vorwoche hielt (1490 gegen 1515 Stück in der Vorwoche) herrschte mittel­mäßiges Geschäft, der Markt wurde ausverkauft. Der etwas stärkere Aufttieb für Schafe wirkte sich in einer Preisreduzierung um' 1 bis 2 Mk. aus. Die Beschickung betrug in dieser Woche 193 Stück, auch hier wurde der Markt bei mäßi­gem Handel geräumt Im einzelnen notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: al) 44 bis 48, a2) 39 bis 43, bl) 32 bis 38. Bullen: a) 37 bis 40, b) 32 bis 36. Kühe: a) 35 bis 37, b) 30 bis 34, c) 22 bis 29. Färsen: a) 44 bis 48, b) 39 bis 43, c) 32 bis 38. Kälber: b) 50 bis 56, c) 44 bis 49, d) 36 bis 43. Schafe: al) 42" bis 46, bl) 36 bis 4L Schweine: b) 48 bis 50, c) 48 bis 51, d) 48 bis 50, e) 46 bis 50.