Ausgabe 
18.7.1931
 
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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 18. 3uü 1931.

Ein Lichtblick!

Dr«s« letzten Tage sind «ine Kraftprobe ge­wesen. Und die kommenden werden vtelletcht acht geringere Anforderungen an untz xitJtn. Wir wollen hier nicht von den wirtschaftuchen und politischen Dingen reden, sondern von einer ganz einfachen menschlichen Tatsache.

Wenn man am Wontag früh durch d.e Straßen ging, fand man hier und dort an einer Straßm- «fe einige Leute, die sehr eifrig diskutierten. Di« Danat-Dank hatte ihre Schalter geschlossen. Allenthalben unterhielt man sich über dieses Er­eignis, eS war viel Besorgnis in den Wienen. aber keine Erregung. Am DienSlag früh schaut« man interessiert aus die Gebäude der Geld- institute ein merkwürdiger Anblick, alle Türen ?«schlossen zu finden. IInb doch änderte auch lese einschneidend« Maßnahme nicht- an dem gewohnten Stadtbild. Die Menschen gingen tote immer ihrer Arbeit nach, da» Gleichmaß de» üblichen Wochentage» wurde nirgend» gestört. Hur lag über allem ein seltsamer Ernst, «ine un­gewohnte. fast möchte man sagen: inner.ich« Still«. ES ist ein Druck, dem sich niemand ent­ziehen kann, auch der nicht, der gar nicht un­mittelbar von den Ereignissen betroffen »st DaS Bewußtsein der tnnigenBerslochtenhelt de» einzelnen in dem arohen Ge- schehen deS W i r t sch a f t» k ö r P e r S der Olatlon lastet aus jedem. Aber keiner laßt sich davon unterkriegen. Auch heute noch nicht, obwohl der Ausblick in die nächsten Tage nicht gerade heilerer geworden ist.

WaS für «ine harte, mutige, furcht.ose Gene­ration! Kaum auSzudenken. wa» solche Tage, wie wir sie jetzt erleben, auf den Durchschnitts­menschen der Vorkriegszeit für «ine Wirkung ge­habt hätten. Sicher hätte eS damals ein« Lahm­legung nicht nur der individuellen Spannkrast und Arbeitsfähigkeit, sondern deS gesamten Wrrt- schaftsorganiSmuS gegeben. Unsere Generation ist aber an ganz andere Dinge gewöhnt. Die Zimperlichkeit haben wird gründlich verlernt. Krieg. Kohlrübenwinter. AachkriegSiahre, In­flation wir lind durch alle diese Schrecknisse gegangen. Gewiß, sie haben unS gehörig zer­zaust, un» manche schwere Wunde geschlagen. Ader wir haben darau» gelernt, daß man aller­hand mehr ertragen kann. alS unsere Schul­weisheit eS sich träumen ließ. So leicht lassen wir un» nicht mehr klein kriegen.

Die innere Sicherheit, die gar nicht» nut Wurschigkeit zu tun hat, lieh keine Panikstimmung aufkommen. Man kann sich wohl fragen, ob die Verantwortlichen e» so weit kommen lassen muß­ten, man kann auch daran zweifeln, ob all« Maßnahm«n, die jetzt getroffen wurden, not­wendig oder zweckentsprechend sind. Aber man hat «ingesehen, daß eS darauf zunächst gar nicht allzu stark ankommt und daß e» auch keinen Sinn hat. den Kopf in den Sand au stecken, zu ver­zweifeln. oder gegen Unabänderliche- an-uren- nen. Wir wissen, daß e» in solchen Situationen vor allem nur eine- gibt: ruhig und männ­lich geradeaus zu sehen.

Die Krise ist fast unser LebenSelement gewor­den. Wir taumelten in den letzten Jahren von einer "Regierungskrise zu der anderen, von einer Wirtschaftskrise in die nächste. Man sollte den­ken, daß diese dauernde Beanspruchung unsere Verven arg strapaziert hätte, daß sie neuen An­stürmen, und noch dazu von diesem Ausmaß, nicht gewachsen sein würden. DaS Gegenteil hat sich jetzt herauSgestellt. Die Energie kon­zentriert sich, jeder hat die UeberAeugung, daß man auch durch diese schweren Stunden hin­durchkommen wird, daß ein Volk von 65 Mil­lionen Menschen nicht einfach zugrunde gehen kann.

Dies« Feststellung in diesen traurigen Tagen ist so erfreulich, daß man um ihretwillen allein wieder Zuversicht bekommen kann.

Alt-Sießeuer Erinnerung.

Mit dem gegenwärtigen Abbruch de» Hauses Asterweg 5 verbindet sich für die ältere Gene­ration Gießener die Erinnerung an den früheren Besitzer deS Hause-: den Barbier und Heil­gehilfen C h r i st i a n F ru tig. Er betrieb dort über ein Menschenalter ein Geschäft, war aber viel außerhalb deS Hause- tätig, denn er be­suchte nach altem Gebrauch seine verschönerungs­bedürftige Kundschaft nicht nur in deren Woh­nung, sondern auch in Bureau» und Werkstätten bis hinauf xum Bahnhof und zur Margareten- hütte: e» hinderte ihn niemand, wenn er auf dem Wege dorthin die 'Bahngeleise überschritt. Schon am frühen Morgen säh man ihn mit feiner Werktafche (bk Gießener hatten dafür die Bezeichnung »Pflasterkasten") durch die Straßen eilen, von allen begrüßt und freundlich wieder grüßend: er mußte natürlich meist die Anrede .Herr Doktor" über sich ergehen lassen. Fruttg .balwierte" nicht nur seine Kundschaft nach allen Siegeln der Kunst, sondern brwchte ihr auch Qlcuigfeiten in» Haus, eine Eigenschaft, die' da­mals (unb Wohl auch noch heute) vielen seiner Berus-genossen nachgerühmt wirb. DaS häu-liche Geschäft betreuten während seine- Rundganges feine rührige Gattin unb ein Gehilfe, sie konnten das auch ganz gut, denn Bubiköpfe unb Dauer­wellen waren damals noch unbekannte Dina«. Dafür wurde Meister Fruttg von Leuten besucht, die genötigt waren, ihm gelegentlich »die Zähne km zeigen", das heißt Zahnschmerzen hatten. Wenn er seine Zange schwang, war es um die Plagegeister geschehen, nicht ohne daß innerhalb de» nunmehr gefallenen alten Gemäuers mancher SchmerzenSlaut widerhallte, denn .örtliche Be­täubung" und dergleichen Mittel, wie sie heute bic moderne Technik kennt, tag nicht in seiner Hand, wenn auch nicht verschwiegen werden soll, daß er nach und nach etwas davon sich zu eigen machte. Zudem war der alte Herr sehr .preis­würdig". Für 50 Pfennig konnte der Patient den schönsten Zahn los werden: auch die Äunben, die er .balwierte", konnten sich über di« Ber- schönerungsgebühr nicht beschweren. So brauchte Schreiber dieser Zeilen für wöchentlich zwei­maliges Rasieren pro Monat nur 70 Reichs­pfennige abzuladen, und ttohdem brachte der alte Herr es zu einem gewissen Wohlstand. Ein« scharfe Klinge führte drutig zu der Zeit, als Kukirol, Lebewohl, Rapid usw. noch nicht an­gepriesen werden konnten, auch gegen Hühner­augen und sonstige Fuhgepreßten, unb verstand ausgezeichnet die Behandlung .verhagener Stu- dentenköpfe". 3m Kriege 1866 war er als frei­williger Sanitäter tätig, später stellte er feine Sanitäterkünste in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr, der er lange Iahre angehörte. Don

Oie Visitenkarte unserer Stadt.

Mit Recht sind die Städte bemüht, dem Stra- ßenbild unmittelbar am Bahnhof ihre befonter« Fürsorge zuzuwenden. da es sich hier um die Vi - fitenkart« der Stadt für den ankvm- rnenden Fremden handelt, für den der erste Eindruck vielfach der maßgebende ift Don dieser Erwägung geleitet, ist auch in unserer Stadt im Laufe der letzten 3 ah re viel zur Derfchönerung deS Straßenbilde- am Bahnhof-Platz und in der oberen Bahnhofstraße getan worden. Wer sich er­innert. wie unerfreulich nod) vor einigen Jahren der Eingang zur Stadt vom Bahnhof her auS- sah, und wer j eitern Bild den heutigen Zustand gegenüberstellt, wird bestätigenfcn, daß di« D«rschönerung-arbeit, die von der Stadtverwal­tung und von privater Seite an jener Stelle ge­leistet wurde, sehr zum Dvrteil unserer Stadt geworden ist. Durch die Schaffung der gärt­nerischen Anlagen vor Dem Hotel Kühne gab die Stadt der oberen Bahnhofstraße in der nächsten Rachbarschaft d«S Bahnhof-platze- ein farbenfrohe- und geschmackvolles Au-fehen, das mit Recht volle Anerkennung fand. Ebenso nützlich wurde die Derbreiterung der Bürgersteige und die Schaffung von mehr Raum und Licht durch den Fortfall der großen Bäume auf der westlichen Straßenseite. Auf dem Bcchnhvfsplatz selbst schuf die Reichsbahnverwal- tung in anerkennens wert er Weise durch die An­lage der DerkehrSinseln unb durch modern« Verkehrsregelung einen Zu stand, den man sich tn unserer Stadt lange gewünscht hatte. Die ein­schneidendste Qkränberung zum Dorteil des 6tra- ßenbildes nahm aber der KasfeehauSbesitzer Schwarz durch den Bau der Schwarzschen Kolonnaden vor, die an di« Stelle des frü­heren, zum Teil verwahrlosten Gartens und der wenig erfreulichen Schuppenfront traten. Diese GeschäftSkvlonnaden, die im vorigen 3ahre mit einer Erweiterung des Obergeschosses m dem für die Ortskrankenkasse Gießen-Land schlicht«, aber doch sehr freundliche und Helle Dureauräurne ge­schaffen wurden, einen neuen Fortschritt im Rahmen des weit gesteckten DauprogrammS erfuh­ren. find das betontere und vorteilhafte Charak­teristikum ter Disitenkarte unserer Stadt. 3n jüng­ster Zeit ist nun durch di« Schaffung eines Dor- garten- mit Sonnen- und Regenschuh vor dem Kaffeehaus an ter Seite des DaynhvsSplatzes eine weitere begrüßenswerte Steuerung erstanden, die sich gut in den Rahmen des Straßenbilde- ein­

fügt und zugleich die wenig erfreuliche Sttrnsront tes Pvst'chiUevenS am Bahnteisplatz etwas ver­deckt. Der Blick vom Bahnhof Sport al auS über den Platz hinweg in die obere Bahnhofstraße hin­ein ist jetzt wesentlich erfreulicher, als bisher. Zu wünschen ist nun noch, daß die ReichSbahnverwal- tung das Aeuhere des Eilgüterschup­pe n S , soweit es vom Dahnhos-platz auS sichtbar ist, in einen besseren, dem Gesamtbild harmonisch angepaßten Zustand verseht, denn in der jetzigen Verfassung wirkt diese Hausfront geradezu alS ein Schandflecken in dem sonst guten Gesamtbilde. Der Stadtverwaltung ist zur Erwägung zu geben, nun­mehr auch den Baumbest and auf der öst­lichen Straßenseite, dessen krummes Wachstum keine Zierte für das Sttahenbild ist und ter außerdem für die angrenzende Anlage- slZche durch Wegnahme ter Dodenseuchtigkeit nachteilig wirkt, zu entfernen. Der gegenwärtige Baumbestand beeinträchtigt durch sein starkes Wurzelwerk auch die Beschaffenheit des asphal­tierten Bürgersteigs, ter durch den Druck der Wurzeln fdjon an zahlreichen Stellen gesprengt ift Ebenso wie das Fällen ter Bäume auf ter westlichen Straßenseite da- Straßenbild nicht te- einttächttgt hat dagegen für die Flüssigkeit des PasfantenverkehrS vorteilhaft geworden ist, wird auch durch die Beseitigung ter verkrüppelten öst­lichen Daumreihe kein Rachteil, sondern «ine Der- besserung ter DerkehrSverhältnisse zu erwarten sein. Wenn man aber auf Bäume an dieser Stelle nicht ganz verzichten möchte, dürfte zu empfeh­len sein, an Stelle ter jetzigen Daum reihe einige besser passende und gutwüchsige Kugelahornbäume in toeiträumigem Abstande innerhalb der An­lagenfläche, vielleicht ai^ Deren Rand unmittelbar hinter dem Spalier, au pflanzen. Diese Umgestal­tung de- Straßenbilde- könnte wohl ohne allzu erhebliche Ausgaben ermöglicht werden und da­durch völlig im Einklang stehen mit den Geboten der Sparsamkeit hx dieser Rotzeit. Wenn weiter­hin die Decke des Fahrdammes asphal- t i er t und schließlich von der Reichsbahnverwal- tung, ter Eigentümerin des Dahnhossplatzes, die abendliche De leuch tung vor De m Bahnhvf noch verbessert tourte, dann wären wohl alle Anforderungen erfüllt, auf die man zum Abschluß ter Umgestaltung jenes Straßenteils Ge­wicht legen mutz. Hoffentlich wird bis zur Erfül­lung dieser Aufgaben nicht mehr allzu viel Zeit verstreichen.

seinen beiten Kindern starb die Tochter nach kurzer Ehe, fein Sohn wurde "Zahnarzt. Run ist nach längeren 3ahren feine- HinfcheitenS auch da- Hau« verschwunden, in dem er wirkte und ein glückliche- Familienleben. E.

Oberhessische Gesellschaft für Ttofar* und Heilkunde.

In der jüngsten Sitzung berichtete als erster Redner cand. forest. Kleiboerner über Riesen« wuchs bei Anemone nemorosa (Dfterblume ober Buschwindröschen) aus einem Forstort bei Lübeck. Vorzügliche Lichtbilder vermittelten einen guten Ein­druck dieser seltenen, erst seit wenigen Jahren be­kannten Erscheinung. Inmitten großer Flächen der verhältnismäßig kleinblütigen Anemonen bemerkte man bald einzelne, bald zahlreiche handbreite Exem« plare, ferner auch solche, bei denen nur einzelne Blütenblätter diesen Riesenwuchs zeigten, wie auch die verschiedensten Größenvariationen. Andere Blü­ten erinnerten wieder an Vergrünung, lieber die Ursachen dieser eigenartigen Wachstumsformen ist man sich noch nicht recht im klaren, da ihre Erkennt« nis durch die große Differenzierung der abnormen Formen sehr erschwert wird. Es besteht die Wahr­scheinlichkeit, daß diese Erscheinungen durch Befall von Mikroben hervorgerusen werden, vielleicht spielen aber auch genetische Faktoren (Polyploidie) eine Rolle.

In einem weiteren Vortrag schilderte Professor Dr. Funk an Hand eines reichlich gesammelten Materials die Blattvarietäten der Laubbäume. Die Nichtfachleute machte der Vortragende dadurch mit einer sehr interessanten und weitverbreiteten Er­scheinung bekannt, welche das gewöhnliche Aussehen der Blätter wesentlich verändern kann. Die Blatt- Veränderungen sind mannigfachster Art und Ursache. Am ausfallendsten sind sie in Der Größe und Form der Blatter. Häufig ist in dieser Hinsicht eine viel- fache Austeilung (ßaciniata-Barietät) zu beobachten, die bei Erle, Roßkastanie, Linde, Eiche usw. an einzelnen normal gestellten Blättern, ganzen Zwei- gen, gelegentlich auch in jahreszeitlichem Wechsel auf. tritt. Ost ist aber auch das Umgekehrte der Fall, gefieberte Blätter z. B. der Esche unb Akazie werben zu Einblattvarietäten umgeformt. In anberen Fällen finb die Blätter stark gekräuselt (Ulme) ober vollkom- men gebreht (Stechpalme». Hübsche unb auffaUenbe Blattvariattonen werben ferben burch ungewöhnliche Blattfärbung hervorgerufen, wie wir sie im allge­meinen nur tn ben prächtigen Farben ber herbstlichen Wälber kennen. So bemerken wir oft eine Farben- abwelchung nach helleren Tönen (Golbblattulme), bie unter dem direkten Einfluß der Sonnenbestrahlung zustandekommt. Ebenfalls unter Beihilfe der Licht einwirkung entstehen die in allen Tönungen des Rot gefärbten Blätter (Sanguinea.Varietät) ber Buche, Haselnuß usw., unter Umftänben auch einige der ziemlich häufigen weißbunten (panachierten) Varie­täten. Die tieferen Ursachen all dieser Variationen können verschieden fein. Für die Färbungen kann neben Lichteinwirkung gelegentlich Nahrungsmangel in Frage kommen, wie er auch in einzelnen Fällen durch Ringelung (Saftstauung) künstlich hervor- gerufen werden konnte. Meist aber werden diese selt­samen Erscheinungen durch Eigentümlichkeiten ber Protoplasma-Zusammensetzung bedingt sein (Muta­tionen). Da man übereinftimenbe Formen unb Fär­bungen oft bei ben verschiebensten Baumarten be­obachten kann, spricht man von Parallelmutationen. Der Vortragenbe beschloß seine interessanten Dar­legungen mit einer Demonstration seiner langjährigen Versuche über bie Dererbungsfähigkeit weißbunter Varietäten einer Ulme, bie in anschaulicher Weise bie große Mannigfaltigkeit der Blattvarietäten er­nennen ließ. N.

Bornotizen.

TagcsfalenberfürSamstag. Reichs­bund der Zioildienstberechtigten: 21 Uhr im Aqua­rium Monatsversammlung. GesangvereinHeiter, kett": 20.30 Uhr,Stabt Wetzlar", Generalversamm­lung. Reichskurzschriftgesellschaft: 20.30 Uhr auf ber Haardt. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Volks- tagWenn die Soldaten ...".

Tageskalender fürSonntag. Liebig- Museum: Mitgliederversammlung unb Einweihungs­feier 10.30 bzw. 11 Uhr. Sportplatz 1900: Zehnte

nationale leichtathletische Wettkämpfe, Dorkämpfe 10.15 Uhr, Entscheibungen ab 15 Uhr. Lichtspiel- haus, Bahnhofstraße:Morbprozeß Mary Dugan".

AuS dem Stadttyeaterbureau toitb unS geschrieben: AIS 7. Vorstellung deS SommerabonnementS hak tüe Intendanz deS Stadttheaters sür Diex^tag, 21. 3uli, das En­semble Berliner Bühnenkünstler mit Katta Sterna zu einem einmaligen Gastspiel ver­pflichtet. Der Rame Katta Sterna hat inter­nationalen Ruf. Als prominentes Mitglied der Max-Reinhardt-Dühnen hatte die Künstlerin alS Schauspielerin und Tänzerin große Erfolge bei den Salzburger Festspielen, bei demFleder­maus"-Gastspiel deutfcher Künstler in Paris und zuletzt anläßlich eines zweimonattgen Gastspiel- an ter Mailänder Scala. Die Künstlerin wird sich in einer eigen* für sie geschriebenen Lust­spielrolle in dem mit großem Premierenerfolg vor einigen Tagen in Leipzig uraufgeführten LustspielHelene kann doch nichts öafüc von Marrah und Oesterreicher vorstellen. Es wird durch die neuartige Kombination von Lustspiel, Tanz und Conference ein amüsanter Abend wer­den. Für dieses Gastspiel gelten gewöhnliche Sommerpreise. Inhaber von Sommer-Abonne­ment- zahlen einen Ausschlag von 25 bzw. 50 Pf. Der Vorverkauf beginnt Montag. Beginn der Vorstellung 20 älhr, Ende 22 älhr.

** Tie Museen unb ber Heidenturm finb am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet.

Jayrplanänderung auf der Kraftpostlinie Gießen Hochelheim. Vom Postmnt Gießen wird unS mitgeteilt: Don Montag, 20.3uli, ab fährt die Kraftpost von Gießen nach Hochelheim statt bisher um 19.10 älhr bereits um 17.30 Uhr am Bahnhof in Gießen ab und wird über Klein-Linden, Lützellinden, Großen-Linten Bahnhof, Hörnsheim und Hochel­heim bis nach Groß-Rechtexxbach durchgeführt, wo Anschluß an Die von und nach Wetzlar ver­kehrende Kraftpost besteht. 3n Großen-Linden erreicht die Kraftpost Anschluß an die um 17.43 unb 18 älhr von Gießen und Frankfurt (Main) ankommenden Züge. Mit ter Früherlegung ter Vexckehrszeiten ist zahlreichen Bewohnern ter von ter Kraftpost berührten Orte Rechnung ge» tragen, denen ter bisherige Postgang zu spät war. Da Der Postkraftwagen von Gießen und Großen-Linten Bahnhof um 18.30 Uhr in Groh- Rechtenbach an kommt und um 18.40 Uftr wieder nach Hochelheim zurückfährt, ist ein erwünschter Anschluß in Groß-Rechtenbach an die um 18.32 älhr von Wetzlar und um 18.40 Uhr wieder dahin absahrende Kraftpvst hergestellt.

* Erledigte Schu 1 ste11e. Erledigt ist die Lehrserstelle für einen evangelischen Lehrer an ter Volksschule in Ober-Seibertenrod, Kreis Schotten. Eine Dienstwohnung ist vorhan­den und frei.

ee Volkstümliche Rheinfahrt. Wie bekannt, veranstaltet das Hapag-Reisebureau Gießen am Sonntag, 26. 3uli, eine volkstümliche Rheinfahrt. Diese Rheintouren sind im Saufe ter 3ahre immer beliebter geworden, Da sie prak­tisch und zu billigem Preise durchgeführt werten. Mit Sonterzug geht es 6.32 von Gießen ab. Un­terwegs wird an fast allen Stationen bis Fried­berg gehalten. um Die Ausflügler auszunehmen. 3n Mainz-Kastell wird ein SonDersalonDampser der Köln-Düsseldorser Dampfschisfahrts-Vefell- schaft bestiegen. Sowohl in Rüdrshrim, als auch m Ahmannshausen ist ein Aufenthalt von je 21/« Stunden vorgesehen, so daß die Teilnehmer zu Fuß oder mit ter Zahnradbahn bas Riederwald- Denkmal erreichen können. Ferner ist Gelegenheit, vom Riederwald aus durch ben herrlichen Wald nach Ahmannshausen zu wantern, um hier wieder den Dampfer zu erreichen. Auf dem Dampfer spielen während ter fünfstündigen Fahrt Musik­kapellen zum Tanz und zur Unterhaltung auf, um Den Teilnehmern den Tag so angenehm wie möglich zu gestalten. Der Sonterzug trifft kurz nach 22 Uhr wieder in Gießen ein, so dah all« Anschluhzüge rechtzeitig erreicht werden. Sowohl für den Sonterzug, als auch für den Dampfer werten nicht mehr Karten ausgegeben, als Plätze

vorhanden sind. Man beachte die heutige An­zeige.

Diebversteigerung in L i ch Der Landw.rifchaft-kammer-Au-schuß für Oberhesfcn veranstal:et am Mrttwoch. 22. 3uli. in Lich eine Schafbock-, Eber- und Bullenverstcigerung. 3n- tereffentcn seien befonder- Darauf aufmerksam gemache. Rädere- in der heutigen Anzeige.

Enveiiettes

Schöffengericht Gießen.

® i c6 en. 17. 3uli. Unter Ausschluß ter Oesfentlichkeit fand Die Verhandlung gegen einen Invaliden statt, terterBlutschandcan seiner Sliestvch er beschuldigt wurde. Der Angeklagte wurde zu zehn Monaten Gefängnis ver­urteilt.

3m April d. 3. war nach!» in einer Wirtschaft in Rockenberg ein Einbruch verübt worden, wobei dem Dieb außer Lebensmitteln noch ins­besondere 1000 Zigaretten in die Hände fielen. Am Tatort fand man zusammengeknäulte- Ein­wickelpapier, daS dem Täter zum Verräter wurde. Auf diesem Papier tesand sich nämlich der Rame tes heutigen Angeklagtem der wegen Diebstahls schon erheblich vorbestraft ist. Der Angellagte, ter im vorigen 3ahr eine Zuchlhau-- ftrafc in Marienschloh verbüßte, hatte damals auf Außenarbeit kurze Zeit bei Dem bestohlenen Gast­wirt gearbeitet und konnte bei dieser Gelegenheit die Räumlichkeiten und Gepflogenheiten fermen ler­nen. Der Angeklagte leugnete zwar ben Dieb­stahl, doch hielt ihn das Gericht auf Grund noch weiterer 3ndizienteweise für einwandfrei über­führt unb verurteilte ihn unter Versagung mil­dern ter Umstände wegen schweren Dieb­stahls i m Rücksa 11 zu der gesetzlich zuläsii- aen Minteststrafe von zwei 3ahr«n Zucht­haus.

Aus aller Well.

Hitzewelle auf dem Baifan.

Die furchtbare Hitze, die in ter letzten Zevt die Balkanhalbinfel heimgesucht hatte, erreichte am Donnerstag ihren Höhepunkt. 3n Risch zeigt« das Thermometer 46 Grad im Schatten und s a st 60 Grad in der Sonne. Belgrad hatte in den letzten Tagen 40 Grad im Schatten. Erst am Freitag ist etn fühlbarer Temperaturrückgang eingetreten. Die Morgenblätter bringen au» allen Teilen deS Lande- Meldungen über di« kata­strophalen Folgen ter Hitze. DaS Dorf Töfabi- mirowac im südlichen Banat wurde am Don- ncrStagnachrnittag ein Raub Der Flammen. 30 Gebäude sind Dort nietergebrannt. Die Löfch- arbeiten waren infolge tes Wassermangels aus­sichtslos. 3m Dorse Sinca an ter Lika fielen 14, im Dorfe Ludbreg bei Karlstadt (Kroatten) neun Häuser den Flammen zum Opfer. Außerdem wurden in Serajewo fünf und in Mostar drei türkische Häuser eingeäschert. Auch Wald­brände von riesigen Ausmaßen sind entstanden. Bei Agram wurden 150 Morgen Wald vernichtet. Das Feuer tonnte erst eingedämmt werden, nach­dem zwei 3nfanterieregimenter zu den Lösch­arbeiten herangezogen tourten. Ebenso sind auf einer Strecke von 15 Kilometer di« Wälder Atoi- sehen Serajewo und Pale durch Funkenflug aus einer Lokomotive in Brand geraten.

Das Stargarder Landgericht in Jlammen.

In Stargard (Pommern) schlug wahrend eines heftigen Gewitters ein Blitz in bas am Gerichts­platz liegende Landgerichtsgeväube ein, bas gleich barauf in hellen Flammen ftanb. Der Dach­stuhl. sowie ber linke Flügel Des britten unb bes zweiten Stockwerkes finb völlig ausgebrannt. Der Schwurgerichtslaal und meherere Räume der Staatsanwaltschaft, tn denen sich wichtiges Ak- tcnmaterlal befand, wurden vernichtet. Weitere Akten sind durch bas Wasser bei ben Lösch­arbeiten zerstört worben.

Erdbeben in Ecuador.

Ein Erdbeben soll vor allem bie süblich der Haupt- stabt Quito gelegene Stabt ßatacunga heim­gesucht haben. Das Rathaus, zwei Kirchen und zahl- reiche andere Gebäude sollen dem Erdboden gleichgemacht sein. Auch in ber Küstenstadt Guayaquil soll es einen Toten unb zahlreiche Verwunbete gegeben haben. Die (frbberoegungen sind bis jetzt noch nicht zur Ruhe gekommen: begleitet von unterirdischem Grollen schreitet das Beben weiter.

Letzte Nachrichten.

Keine Einberufung des Reichstags.

Berlin, 17. 3ult. (BDZ.) 3m Aelteftenrat tes Reichstags wurde gegen Die Stimmen ter drei Oppositionsparteien beschlossen, von einer Einberufung Des Reichstags abzu­sehen. Der Reichsiagspräsident Löte hatte vor­her ein Schreiten tes Reichskanzlers verlesen, m .Dem dieser aus vaterländischen Gründen um die Ablehnung ter Anträge auf Einberufung te- Reichstags bat. Der Aeltestenrat soll jedoch a m näch sten Donnerstag nach ter Rückkehr des Reichskanzler- aus London wiederum Äufammentreten, um erneut zu ter Frage ter Einberufung de- Reichstags Stellung zu nehmen.

Wettervoraussage:

Durch den Einfluß der nördlichen Störung ist ein neues Regengebiet über unseren Bezirk hinweg- gezogen, und geringer Temperaturanstieg hat ein­gesetzt. An ber Rückseite bes umfangreichen Tiefs gelangt kühlere Luft abwärts, welche auch für uns maßgebenb sein wirb. Sie verursacht weiter unbe- staubiges Wetter, unb Schauer treten auf.

Vorhersage für Sonntag: Fortdauer des unbeständigen Wetters, dabei vorübergehend auf. heiternd, Regenschauer, kühler.

Vorhersage für Montag: Bewölkung zurückgehend, etwas mehr aufheiternd, noch kühler.

Lufttemperaturen am 17. Juli: mittags 19,8 Grad Celsius^ abends 16 Grad: am 18. Juli: morgens 15,1 Grad. Maximum.20,8 Grad, Minimum 13,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 17. Juki: abends 19,8 Grad, am 18. Juli: morgens 16,2 Grad Celsius. Niederschläge 4,9 mm. Sonnenscheinbauer 4 Stunden.

Gegen üblen Mundgeruch

Ich will nicht Dtrfäumen, Ihnen Mitteilung zu machen, daß ich fett dem Gebrauch Ihrer ZahnpasteTHIorodont" nicht nur reine, weitze Zähne besitze, sondern auch den bei mir sonst üb­lichen ajtunbgenub verloren habe. Ich werde Ihr Thlorodont aufs beste empfehlen." gt> E. G., Mainz. Man verlange nut die echle Thiorodoni-Zahnpaste, Tube 54 Pf. und 90 Pf^ und weise jeden Ersatz dafllr zurück.