bewaffneten Widerstand der belgischen Zivilbevölkerung gegen das durchmarschierende deutsche Heer zu Beginn des Weltkrieges gegeben habe. Die in geschickter Weise und unter Aufwendung erheblicher Geldmittel verbreitete belgische Auffassung von der Unschuld der belgischen Zivilbevölkerung und der unmenschlichen Kriegführung der deutschen Soldaten beherrschte bisher fast uneingeschränkt die öffentliche Meinung der Welt.
Die „Süddeutschen Monatshefte" (München) bringen jetzt in ihrem neuesten Heft „Die belgisch e Schuld" neue bedeutsame unveröffentlichte Dokumente zur Geschichte des belgi- schenVolkskriegs. Archivdirektor Dr. Hans Witte untersucht die angeblichen deutschen Greuel auf Grund eines besonders eindrucksvollen, bisher unveröffentlichten Materials, nämlich der vielen Tausenden von Briefen, die 1914 nach der Einnahme von Antwerpen von der belgischen Postverwaltung zurückgelassen in deutsche Hände fielen. Die gesamte Briefmasse wird beherrscht von einem oftmals fanatischen, ja blutrünstigen Deutschenhaß, wie er in Belgien von einem großen Teil der Presse schon vor Kriegsausbruch gezüchtet war und nachher allgemein in maßloser Weise zum Ausbruch kam. Es wäre ein Wunder, wenn die G reue lbe richte von angeblichen Briefen keine Rolle spielten. Selbstverständlich finden sich alle die Untaten, deren man unsere Soldaten gediehen hat, auch in ihnen wieder. Aber merkwürdig! "Sie von ihnen berichten, haben nichtsvvn ihnen gesehen, sind meist noch weit vom Schuß und haben oft noch überhaupt keinen deutschen Soldaten zu Gesicht bekommen. Sie geben lediglich wieder, was sie in den Zeitungen gelesen hatten und was ihnen sonst an wilden Gerüchten zugetragen war. Zahlreiche Briefe werden im Auszug wiedergegeben, und sie alle zeigen, daß die Driefschreiber, die über Greuel berichten, selber nichts gesehen haben, diejenigen aber, die deutsche Soldaten aus der Rähe kennenlernten, von Greueln nichts wissen.
Das gleiche ergibt sich aus den Berichten belgischer Kriegsgefangener. „Die friedlichen Belgier" untersucht dann Dr. Schütt, Berlin, in umfassender Darlegung auf Grund vieler eidlicher deutscher Aussagen und der Militärgerichtsakten. Auch hieraus ergeben sich einwandfrei alle Einzelposten der belgischen Schuld: daß Zivilpersonen geschossen haben und ebenso verkleidete belgische Soldaten, daß die Zivilbevölkerung reichlich mit Waffen versehen war, daß die Behörden Waffen verteilten, daß sich Frauen am Kampfe beteiligt haben und daß die Belgier selbst in vielen Fällen die Plünderer ihrer eigenen Landsleute waren.
Das Heft muh als überaus wichtige Erstveröffentlichung von Dokumenten zur belgischen Schuld gelten. Die Klärung der Franktireur- frage ist im Interesse der Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien, zur Entgiftung der Welt unbedingt nötig. Diese kann aber nur erfolgen, wenn der Streit durch Beröffentlichung des vollständigen Materials und eine ernsthafte Erörterung der Lösung nähergeführt wird. Dann muß das gesamte Problem der eingehenden Untersuchung einer internationalen Gerichtskommission unterworfen werden. Belgien, das in der Franktireurfrage ein offizielles Schuldbekenntnis von Deutschland verlangt, weigert sich bis heute, in die Einsetzung eines solchen Gerichtshofes einzuwilligen, nachdem sein eigener Außenminister Bänder- velde 1927 zuerst einen dahingehenden Vorschlag gemacht hatte. Belgien will in eigener Sache Urteil sprechenI
Das Handwerk zur Notverordnung.
Der Vorstand des Reichsverband es des deutschen Handwerks und das Präsidium des Deutschen Handwerks- und Ge- weröekammertages traten in Hannover zusammen, um zur zweiten .Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen vom 5. d. M. Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme ist folgende:
„Mit großer Enttäuschung muh das Handwerk feststellen, dah die von der Reichsregierung wiederholt gegebenen Zusicherungen, steuerliche Erleichterungen vorzunehmen, nicht nur nicht gehalten, sondern wiederum der darniederliegenden Wirtschaft neue Steuern aufgebürdet wurden. Diese neue Belastung, ganz gleich an welcher Stelle sie auftritt, wird anstatt zu der so notwendigen Belebung der Wirtschaft zu einer katastrophalen Verschlechterung führen. Mit neuen Steuern Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, hält das Handwerk für ausgeschlossen wie es auch jede Suoventionspolitik als schädlich betrachtet. Zur Gesundung der Wirtschaft bleibt eine grundsätzliche Abkehr von den bisherigen Methoden unserer Wirtschafts- und Finanzpolitik unbedingt notwendig.
Die Qknberungen zur Arbeitslose nh i l f e genügen nicht, um in durchgreifender Weise und auf die Dauer eine Gesundung der Arbeitslosenversicherung zu gewährleisten. Das Handwerk fordert nach wie vor eine Zusammenlegung der Kriscnfürsorge und der Wohlfahrtserwerbs- losenfursorge, eine stärkere Berücksichtigung der Bedürftigkeit und eine Sonderregelung für Saisonarbeiter. Zur Einführung der 4 0 - Stun - d e n w o ch e verweist das Handwerk auf feine wiederholt vorgetragenen Bedenken. Die beabsichtigte Verkürzung der Arbeitszeit wird nur eine weitere Ausdehnung der im Handwerk so drückend empfundenen Schwarzarbeit mit sich bringen; gegen diese bringt die Rotverordnung dem Handwerk keinen Schuh. Die Lockerung des Rachtbackverbots für Brotfabriken in Großstädten bedeutet einen sozialen und kulturellen Rückschritt, dazu eine schwere, auf einseitigen Maßnahmen beruhende Schädigung des Bäckerhandwerks.
Die Rotverordnung geht an den Bestimmungen der Reichsverfassung in Artikel 164, wonach der Mittelstand in Gesetzgebung und Verwaltung zu schützen ist, achtlos vorüber. Die Hauptlast der neuen Opser fällt wieder auf den Mittelstand. ilm so schmerzlicher vermißt das Handwerk in der Rotverordnung Bestimmungen über eine Einschränkung der immer noch bestehenden Zwangswirtschaft im Wohnung s- wese nwuni) über eine Zurückdrängung der wirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand.
Der Reichsverband des deutschen Handwerks bedauert weiter auf das lebhafteste, dah die Reichsregierung ohne vorherige Fühlungnahme mit den Spihenverbänden des Handwerks Bestimmungen über das Ordnungsstrafrecht der Innungen in die Rotverordnung aufgenommen hat. Er
sieht darin eine Unterstützung der in der Öffentlichkeit erhobenen Angriffe auf die Preispolitik des Handwerks, die um so weniger berechtigt ist, als die Innungen des Handwerks wiederholt ihre Bereitwilligkeit erklärt haben, jede Einschränkung der freien Selbstbestimmung des einzelnen Handwerksbetriebes in der Preisgestaltung zu vermeiden. Tatsächlich sind in sehr beachtlichem Umfange vorn Handwerk Preissenkungen vorgenommen worden.
Trotz dieser Beschwerde über die seiner Mei
nung nach unberechtigte Einbeziehung der Innungen in die Rotverordnung wird der Reichs- verband des deutschen Handwerks an der Aufstellung der in Kapitel 8 vorgesehenen Richtlinien mitwirken, unter der ausdrücklichen Voraussetzung, dah hierbei die berechtigten Interessen des Handwerks Berücksichtigung finden und die Reichsregierung in entsprechender Weise auch Einfluß auf die sonstigen, für die handwerkliche Preisbildung wichtigen Faktoren nimmt.
Hessischer Landgemeindetag
es
noch nicht erlebt wurde.
Alle Sparmaßnahmen der Regierung waren stets eine Ueberkagung neuer Aufgaben an die Gemeinden.
WSR. Dieburg, 13. Iuni. Die Vertreter- Versammlung des Hessischen Land- gemeindetages wurde vom Derbandsvor- sihenden Bürgermeister Alexander, Gonsenheim, eröffnet. Die diesjährige Tagung falle in eine Zeit schwerster finanzieller Rot. Die neue Rotverordnung, so führte er aus, lege der Bevölkerung unerhörte Opfer auf. Das Reich habe die Gemeinden in ihrer Rot im Stich gelassen. Möge die hessische Regierung nicht ein Gleiches tun. Die Gemeinden seien entschlossen, nach wie vor alle ihre Kräfte einzusetzen, um nicht untergehen zu müssen. Darauf erstattete der Vorsitzende den Geschäftsbericht für 1 9 3 0, dem wir folgendes entnehmen: Die Zahl der Mitgliedsgemeinden ist auf gleicher Höhe geblieben. Eine der bedeutsamsten Aufgaben, mit denen sich der Vorstand des Hessischen Land- gemeindetags im abgelaufenen Iahr zu befassen hatte, war der
Entwurf
einer neuen hessischen Gemeindeordnung.
Wenn vor einer Reihe von Iahren von der hessischen Regierung das Versprechen gegeben wurde, eine der neuzeitlichen Staatsordnung entsprechende Reform der hessischen Verwaltungsgesetzgebung durchzuführen, so muh man allerdings bei vorurteilsloser Prüfung des neuen Entwurfs der Gemeindeordnung zu der Feststellung kommen, dah eine grundlegende Reform des hessischen Gemeinderechts nicht in dem Entwurf steckt. Der Entwurf lasse, so führte der Referent aus, fast alle berechtigten Wünsche und Forderungen der Bürgermeister unberücksichtigt. Mit Bedauern muhte festgestellt werden, dah nach der Fassung des nun vorliegenden Regierungsentwurfs der weitaus größte Teil der Wünsche und Abänderungsanträge des Hessischen Landgemeindetages bis jetzt keine Berücksichtigung gefunden hat.
In finanzieller Hinsicht war das abgelaufene Geschäftsjahr für die Gemeinden ein Rotjahr, wie
Die ständig wachsenden Wohlfahrtserwerbslosenlasten müssen in Bälde auch den Ruin derjenigen Gemeinden herbeiführen, die bis jetzt noch den an sie in der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge gestellten hohen Anforderungen nachkommen konnten. Alle Sparmahnahmen der Regierung, alle Unterstützungsaktionen der Reichs- und Länderregierungen werden es nicht vermögen, die Gemeinden lebensfähig zu erhalten, wenn das Problem der Reichsarbeitslosenfürsorge nicht gelöst wird. In der Frage der Gemeindebeamtenbesoldung hat sich der Verband seit Iahren für eine angemessene Besoldung der Beamten nach staatlichen Grundsätzen eingesetzt. Dieser Standpunkt hat jetzt seine gesetzliche Verankerung gefunden. Der Gemeindebeamte hat jetzt einen Anspruch auf angemessene Besoldung. Reue Lasten, namentlich für die Heineren Gemeinden, bringt das von dem Herrn Minister für Kultus und Bildüngswesen im Schuljahr 1931 eingeführte System der M e h r st e l l e n.
Was die Aenderung des Gesetzes über das Strahenwesen in Hessen anlangt, so sind hier die Anträge des Hessischen Landgemeindetages immer dieselben. Die Vorschriften des Gesetzes sind, soweit sie insbesondere die Unterhaltung der Ortsdurchfahrten betreffen, unhaltbar und bedürfen dringend der Abänderung. Es kann den Gemeinden namentlich bei ihrer gegenwär
tigen Finanzlage auf keinen Fall weiter zugemutet werden, sich auf Iahrzehnte hinaus mit Schulden zu belasten für
Aufgaben, die gerechterweife auf breitere Schultern zu verteilen find.
In der Frage der Wander lager ist man seitens des Landtages nunmehr endlich den jahrelangen Bestrebungen und den wiederholten Anträgen des Verbandes insofern entgegengekommen, als den Gemeinden das Recht eingeräumt worden ist, Zuschläge bis zu 100 v. H. erheben zu können. Wegen der Erhöhung der gemeindlichen Filialsteuer ist der Verband wiederholt vorstellig geworden. Es stellte sich jedoch die älnmoglichkeit heraus, eine Erhöhung erreichen zu können.
Im Anschluß daran wurde beschlossen, die nächstjährige Vertreterversammlung in Heidesheim (Kreis Dingen), abzuhaltew
Die Rechnungsablage für das Geschäftsjahr 1930 ergab für die Verbandskasse eine Gesamteinnahme von 29 216 Mark und eine Gesamtausgabe von 28 639 Mark, so daß ein Lieberschuß von 577 Mark verbleibt; die Rechnung der Landgemeinde beträgt in den Einnahmen 27 341 Mark, in den Ausgaben 27163 Mark. Der Voranschlag weist gegen das Vorjahr keine wesentlichen Aenderungen auf. Er bilanziert mit 28 500 Mark. Dem Rechner und dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt, ebenso wurde der Voranschlag einstimmig genehmigt.
Das Hauptreferat hielt darauf der Präsident des Deutschen Landgemeindetages, Landrat a. D. Dr. Dr. ® erele, M. d. R., über das Thema
„Sorgen und Wünsche der Landgemeinden".
Im Mittelpunkt seiner Aussühruimen stand die neue Rotverordnung mit ihren Auswirkungen auf die ländlichen Gemeinden. Es könne nicht Aufgabe des Landgemeindetages sein, so führte der Referent u. a. aus, sich mit den zahlreichen schwerwiegenden Einzelbestimmungen der Rotverordnung jetzt auseinanderzusetzen, aber es müsse anerkannt werden, dah diesmal den Forderungen der Landgemeinden mehr Rechnung getragen worden sei, als das bisher vielfach der Fall war. Allerdings seien die Gemeinden noch nicht genügend berücksichtigt worden, und es sei zu fordern, daß ein Ausglrich in gerechter Weise der besonders schwierigen Lage der ländlichen Bezirksfürsorgever- bände Genüge leiste. Insbesondere sei zu verlangen, dah das Reich und die Länder einen prozentualen Zuschuß zu den Soziallasten und zu den besonderen Ausgaben für die Erwerbslosen den Gemeinden zusteuem. Die Gemeinden kämpften nach wie vor um die Wahrung ihrer Existenz und ihrer Selbstverwaltung. Seit Iahren ständen die Gemeinden im schwersten Abwehrkampf gegen Gefahren, die immer von zwei Fronten kommen, nämlich von der finanziellen Seite und von der verwaltungsrechtlichen Seite. Es bedürfe der größten Aufmerksamkeit der Landgemeindeorganisationen, um zu verhindern, daß unter dem Eindruck der katastrophalen Finanzlage der Großstädte noch weitere Benachteiligungen der kleinen Gemeinden vorgenommen werden. Wichtig seien auch die Fragen der kommunalen Versassungs - undVerwal- tungSreform, die in den letzten Iahren nicht zur Ruhe gekommen seien.
Mit einem Appell zu engem Zusammenhalten, durch das allein ein Wiederaufstieg der Gemeinden zu erreichen sei, schloß der Referent seine Ausführungen, die lebhaften Beifall fanden.
OJl.-'fpOTt
Deutschland - Schweden 0:0.
Deutschlands Fußball-Rat o.ralmannschft sch. itt in den bisherigen Länderspielen mit Schweden nicht besonders gut ab. In den bisherigen Treffen hatten die Schweden fünf Siege, ein unentschiedenes Treffen und zwei Riederlagen zu verzeichnen. Im neunten Kampfe der beiden Rationen wurde diese Bilanz durch das Unentschieden wenigstens nicht verschlechtert.
Schauplatz des Länderkampfes war das Olympische Stadion in Stockholm, das sich den 20 000 Besuchern in reichem Fahnenschmuck darbot.
Die beiden Mannschaften stellten sich dann dem belgischen Schiedsrichter Langenus in folgender Aufstellung: Deutschland: Kreß- Fr anffurt; Emmerich, Brunke, beide Berlin; Her- gert-Pirmäsens, Leinberger-Fürth, Knöpfle-FSV. Frankfurt; Dergmaier-München, Sobeck-Derlin, Ludwig, Widmayer, beide Kiel, SackenheimDres- den. Schweden: Rydberg-Göteborg; Daniels- son-Göteborg^ Iohansson-Helsingborg; Liliebjöm- Göteborg, Rosen-Helsingborg, Andersson-Göteborg; Rilsson, Persson, Kauffeldt, alle Stockholm; Dayl, Kroon, beide Helsingborg. Deutschland hatte in dem Frankfurter Tormann Kreh seinen besten Mann. Die Verteidigung war gut. In der Läuferreihe dominierte Leinberger. Im Sturm fiel der Berliner Sobeck ziemlich aus. Die übrigen Spieler des Angriffs waren gut. Bei den Schweden waren ebenfalls Torwart und Verteidiger die besten Leute. Die Läuferreihe wehrte gut ab, im Sturm waren die beiden Flügelleute die besten. Der belgische Schiedsrichter amtierte korrekt.
Aus dem Spielverlauf.
Das Spiel war meistens gleichwertig. Deutschland hatte in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit ein Plus, vermochte dieses aber nicht auszuwerten. Auf der anderen Seite war Kreh oft der Retter in höchster Rot. Rach der Pause verlief das Spiel wiederum meistens ausgeglichen xnb in den letzten zehn Minuten gingen die Schweden zu einem Generalangriff über, der ihnen den Sieg hätte bringen können, wenn nicht Kreß so vorzüglich gehalten hätte. Das Ergebnis ist als verdient anzuseherr.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Jugendspiele.
1900 1. Jugend — Eintracht Frankfurt A 1. Jugend 0:8 (0:3).
Wenn auch nicht zu verkennen ist, daß die Ein- tracht-Iugend bei weitem besser ist wie hiesige Iugendmannschaften, so ist das Resultat doch etwas zu hoch ausgefallen. Wer dem Spiel zuge- sehen hat, kann sich diese Riederlage leicht erklären, denn der Gast stellte eine Mannschaft, die den Hiesigen durchschnittlich im Alter und besonders körperlich um ein Bedeutendes im Voraus war; dazu kommt natürlich vor allem das reifere Fußballspiel. Diesem waren die 1900er nicht gewachsen. Trotz stärkster Gegenwehr hatten sie von Anfang bis Ende nicht viel zu bestellen und konnten nicht ganz die sonst gewohnten Stiftungen zeigen. Man merkte der Gästemannschaft an, daß sie unter einem guten Trainer sieht und in den Frankfurter Grohvereinen vorbildliche Stiftungen sieht. Schwächen waren in der Mannschaft kaum vorhanden. Es war ein Werbe- und Lehrspiel, wie es schöner wohl noch nicht hier von Iugend- lichen gezeigt wurde. Es war ein Spiel, wie es sein soll; fair von Beginn bis Schluß, ohne jeglichen Laut, so dah der Schiedsrichter kaum einzugreifen brauchte. Besonders hoch ist es Gießen 1900 anzurechnen, daß es während des ganzen Spieles nie den Mut sinken lieh und immer wieder versuchte, das Resultat zu verbessern. Cs nützte aber aller Eifer nichts. Die Leute von der Eintracht waren eben eine Klasse besser und stärker und zeigten, was durch vollendeten Flachpaß zu erreichen ist. Hoffentlich hat dies Spiel, als letztes vor der Sperre, den Iugendlichen den nötigen Antrieb gegeben, sich an dem nun beginnenden Sommertraining regelmäßig zu beteiligen und ihren Besiegern nachzueifern.
1900 2. Jugend — Ettingshausen 1. Jugend 1:1.
Die erste Halbzeit war ausgeglichen. Die Gäste führten zur Halbzeit mit 1:0. Durch bessere Technik kam 1900 in Der zweiten Halbzeit in Vorteil, konnte aber von den vielen günstigen Torchancen nur eise zum Ausgleich eusrutze».
1900 3. Jugend — Dutenhofen 1. Jugend 3:0.
Der Gast besah noch nicht die nötige Spielerfahrung, um sich erfolgreich durchzusetzen.
1900 Schüler B — VfB. Schüler 2:1.
Zwei zusammengewürfelte Mannschaften, die weiter nichts zeigten als einen enormen Siegeswillen und den Ball planlos umhertickten.
1900 Schüler A — SV. Wehlar Schüler A 0:3.
Den Kleinen ist die Revanche für die Niederlage in Wetzlar nicht geglückt. Der Gast war eifriger und besser im Zusammenspiel und hat verdient gewonnen.
K.C. „Teutonia" W.-Steinberg.
Wahenborn-Sleinberg II — Leihgestern II 5:2 (0:2).
Am Sonntag trafen sich die beiden Mannschaften in Watzenborn-Steinberg. In der ersten Halbzeit war das Spiel sehr verteilt, und die Einheimischen muhten sich zweimal beugen. Aber sofort nach Wechsel stellte der Platzbesitzer um, und es konnten nach regelmäßigen Abständen für die Einheimischen fünf schöne Tore erzielt werden.
Die 1. Schülermannschaft trug in S t e i n b a ch ein Gesellschaftsspiel aus. Sie konnten bis zur Halbzeit nach technisch schönem Spiel 2:0 in Führung gehen. Nach der Halbzeit sah man wunderschöne Einzelleistungen der Watzenborn-SteinbLrger, und es konnte das Resultat auf 4:0 für die Gaste gestellt werden.
Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.
Hervorragende Stiftungen in Kassel.
Trotz allerschärfster Konkurrenz aus allen Teilen des Reiches konnten die Leichtathleten der Sp.-Bgg. 1900 bei den reichsoffenen Wettkämpfen der Kasseler Turngemeinde 2 erste, einen zweiten und einen dritten Sieg erringen.
3m 5000-Meter-Lauf wartete Schaaf mit einer Leistung auf, die ihn bereits heute in die vorderste Reihe der deutschen Langstreckenläufer stellt. Er hielt das von dem deutschen Meister Kohn, Berlin, angeschlagene Tempo mühelos durch und wurde nur durch dessen überraschenden Endspurt knapp um vier Meter geschlagen. Ergebnis: 1. Kohn, Teutonia Berlin, 15:51,0, 2. Schaaf, Gießen 1900, 15:51,8, 3. Scheyhing, Hessen-Preußen Kassel, 15:52,1.
Im ersten Vorlauf für den 110-Meter- Hürdenlauf traf Iung 1900 auf sehr starke Konkurrenz und konnte nur Vierter werden in 18,8 Sek. Im dritten Vorlauf führte Hopfenmüller bis zur 7. Hürde, muhte aber aufgeben.
Im 100-Meter-Lauf der Iugend- Haffe A rang sich Koch II. in Dor- und Zwischenlauf mit je 11,8 Sek. in den Endlauf durch, wo er in 11,6 auf den dritten Platz kam. 40 Läufer nahmen teil.
Im 1 000-Meter-Lauf setzte sich Daum- ft leger 1900 sofort an die Spitze des Feldes und fiihrte nach 300 Meter bereits mit 20 Meter Vorsprung. Er siegte ganz überlegen in einer vorzüglichen Zeit. 1. Daumstieger, Gießen 1900, 2:46, 2. Menner, Kasseler Turngemeinde, 2:50,8, 3. Rambold, Hessen-Preußen Kassel, 2:51,4.
Im Vorlauf der 4X100-Meter-Staf- fel liefen die 1900er mit Gräf, Koch II., ®ut» Hard, Baumstieger trotz schlechter Wechsel 46,5 Sek., konnten aber im Endlauf nur Fünfte werden, da Baumstieger schon 5 Minuten nach seinem 1000-Meter-Lauf zur Staffel antreten mußte.
Im Speerwerfen bot Grä," 1900 eine großartige Leistung, indem er die 50-Meter- Grenze sicher überwarf und überlegener Sieger wurde. 1. Gräf, Gießen 1900, 51,60 Meter, 2. Köhler, Hessen-Preußen Kassel, 48,55 Meter, 3. Röll, Kasseler Turngemeinde, 44,15 Meter.
Im Hochsprung übersprang Schlarb 1,58 Meter, mußte aber bei der starken Konkurernz mit einem 4. Platz vorliebnehmen.
Deutsche Iugendkrast.
Am Sonntag weilte die Leichtathletik- abteilung der „Deutschen Iugendkrast" Gießen in Ober-Mörlen und nahm an den Bezirksmeisterschaften teil. Gutes Wetter und gute Bahnverhältnisse ließen günstige Leistungen zu. Bon 15 Vereinen mit etwa 200 Teilnehmern konnte Gießen einige schöne Erfolge mit heimbringen.
So errang in der Seniorenklasse: 100 m: H. Adam 1. Preis 11,2 Sek., Brustbreite zurück W. Miebach 2. Preis, 11,3 Sek.; Kugelstoßen: W. Miebach, 1. Preis; Weitsprung: W. Miebach 2. Preis, 5,95 m; Speerwerfen: W. Miebach 3. Preis; 3000 m: W. Miebach 2. Preis; 4X100 m: 3. Preis (Gast, Brams, Bukwak, Miebach); 3 X 100 m: 1. Preis (Miebach, Brams, Völzing).
Anfänger: Vierkampf: Alfred Gast 1. Preis.
Jugend 1: Vierkampf: E. Brams 2. Preist 4 X100 m: 1. Preis (Schäfer, Brams, Bandis, Adam). .
Jugend 2: Dreikampst I. Adam 2. Preis; M. Weiler 3. Preis; 4 X100 m: 1. Preis (Bernjes, Schwarz, Weber, Weiler).
Arbeiter-Turu- und Gportbund.
Raunheim I — Dorheim I 5:3.
In Raunheim lieferten sich beide Mannschaften, Gegner der kommenden Kreisllasse, trotz der großen Hitze ein ansprechendes Spiel. Die Gäste waren in der ersten Halbzeit die besseren und konnten bis zur Pause mit 1:3 führen. Rach Seitenwechsel fielen sie jedoch ihrem Tempo zum Opfer. Raunheim konnte ausgleichen und schließlich den Sieg erringen.
Rleder-Alorsladl I — Großen-Linden I 6:1.
Großen-Linden spielte in Rieder-Florstadt. Don Spielbeginn an zeigte es sich, dah der Platzbesitzer wesentlich stärker war und zur Halbzeit mit 3:1 im Dorteil war. Rach Seitenwechsel mußten sich die Gäste nur auf die Verteidigung beschränken.
Kinzenbach I — Raunheim Ib 4:4.
In Kinzenbach lieferten sich beide Gegner ein gleichwertiges Spiel. Bei Halbzeit führten die Einheimischen 4:2. Rach Wechsel werden die Gäste leicht überlegen und können bis Schluß den Ausgleich Herstellen.
Oberndorf I — Hungen I 0:3.
Das Spiel fand in der ersten Spielhälfte durch ein 0:0 gerechten Ausdruck. Rach der Pause wurde Hungen leicht überlegen und errang den Sieg.
Lollar (komb.) — Daubringen (komb.) 9:0.
Die Lollarer waren von Anfang bis Schluß überlegen und errangen einen hohen Sieg.
Klein-Linden I — Lang-Göns I 8:1.
Der Reuling Lang-Göns war zu einem Freundschaftsspiel in Klein-Linden zu Gast. Obwohl Kle'N-Linden nur mit neun Spielern den


