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gleichen Weise wie Vie Eigentümer seien auch die landwirtschaftlichen Pächter ge­schützt.

Sn die bestehenden Rechtsbeziehungen zwischen dem Landwirt und seinen Gläubigern wird nicht eingegrif'en. Forderungen, Le cru-g! verpflicht hingen, Wechfe Verbindlichkeiten bleiben un­verändert bestehen. E.ngegriffen wird nur in das Zwangsvoll st reckungsverfah- ren und in dieses nur so weit, als cs zur Verhütung einer Gefährdung der nächsten Ernte nötig ist und nur insoweit als der landwirtschaft­liche Schuldner die Gewähr dafür bietet, daß er s e l b st diese Ernte am zweckmäßigsten v o r b e - reiten und einbringen wird.

Aus aller Welt.

Schwere Sludenlenunruhen in Sofig.

Sn Sofia kam es zu schweren Studentcnunruhen. Etwa 2000 Studenten, darunter viele K o m.m u - nisten, lärmten seit den frühen Morgenstunden in der älniverfität, auf den Straßen und auf dem Platz vor der Sobranje und forderten die CinstellungderDorlesungendes frühe­ren Ministerpräsidenten Professor Zankoff so­wie dessen Entfernung aus dem Lehrkörper. Vor dem Parlament trat der Menge ein starkes Poli­zeiaufgebot entgegen. Auch Wasserspritzen wurden eingesetzt, um die Demonstranten aus­einanderzutreiben. Vei den Zusammenstößen gab es etwa 20 Verwundete durch Säbelhiebe. Ab­geordnete der Vauernpartei unterstützten die Stu­denten durch Ansprachen. Schwere Kämpfe spiel­ten sich auch innerhalb der Universi­tät zwischen Kommuni st en und natio­nalistischen Studenten, die Zankoff ver- 'teidigten, ab. Dabei wurde die Einrichtung eines Hörsaales zertrümmert.

Blutiger Zusammenstoß in Steiermark.

Sn Voitsberg (Steiermark) fand gleichzeitig eine sozialdemokratische und eine nationalsoziali­stische Versammlung statt. Während der Versamm- lungen erhielt die Gendarmerie die Mitteilung, daß im Bürgermeisteramt Sprengmittel ausbewahrt seien. Die Gendarmerie fand bei ier Durchsuchung tatsächlich 200 Handgrana­ten, die sie beschlagnahmte. Als dies in der sozial­demokratischen Versammlung bekannt wurde, eilten die Versammlungsteilnehmer zum Bürgermeister« «int, wo sie die Gendarmen entwaffne­ten. Ein Gendarm erhielt einen Messerstich ins Gesicht. Shm wurde auch der Karabiner entrissen, mit dem ein Demonstrant gegen den Gendarmen einen Schuß abfeuerte. Der Gendarm wurde ver­letzt; durch das gleiche Geschoß wurde eine Frau, iie als Schriftführerin in der sozialdemokratischen Versammlung fungiert hatte, getötet. Nunmehr rnachten auch die Gendarmen von der Schußwaffe Gebrauch. Dadurch wurde eine weitere Per- s o n getötet und sechs schwer verletzt. Don Graz ist ein Ueberfallauto mit Gendarmen nach Voiteberg abgegangen, die die Ruhe wiederherstellten. Einer der Schwerverletzten, ein kommunistischer Der- trauensmann, ist gestorben.

Der Lübecker Luberkuloseprozeh.

Sm Tuberkuloseprozeh kommt es zu einer außer­ordentlich wichtigen Aussage von Professor Lud­wig Lange vom Reichsgefundheitsamt- Er sagt, nach Züchtung des Kieler Stammes auf Sauton- schen Aährböden zeigten sich die gleichen Merkmale wie bei den Kulturen aus den Organen Lübecker Kinder und aus den Impf­stoffen. Seine Assistentin habe bei einem Kieler Stamm gpnz bestimmte E.grnarten festgestellt. Menn er nun auch keinen Beweis für die Identi- tät der Lübecker Kulturen mit dem Kieler Stamm habe, so müsse die Möglichkeit einer Identität zugegeben werden. Er habe feiner Assistentin zur Züchtung verschiedene Kul­turen, darunter B. C. G. und echte Tu­berkelbazillen, gegeben. Sie habe in jedem Falle den Kieler Stamm und die Lübecker Kul­turen sofort von den anderen humanen und B. C. G.-Stämmen unterscheiden können. Die Untersuchung von fünf von tuberkulösen Säug­lingen gewonnenen Tuberkelbazillenkulturen habe ergeben, daß es sich um krankmachende Tuberkel­bazillen handelte, die nach ihrem Wachstum auf kLnstlichen Rährböden auch nach ihrer Wirkung im Tierkörper mit Sicherheit weder als mensch- liche noch als Rindertuberkelbazillen angesprochen Derben konnten. Eine weitere Kultur, die Pro-

Vauem-Aoinif aus

0 Wetzlar, 16. Dez. Sn der Gastwirtschaft AurAlten Post" fand die zweite Vertreter- Versammlung der Kreisbauernschaft statt, in der der Rest der Tagesordnung der vorigen Versammlung erledigt wurde. Geschäftsführer Schmidt von der Kreisbauernschaft hielt einen Vortrag überDie Beiträge zum Viehseuchen- fonds".^ Sn der anschließenden Aussprache wurde das Für und Wider des Tuberkulose-Tilgungs­verfahrens lebhaft erörtert und mit Stimmen­mehrheit ein Vorschlag von Landwirtschaftsrat Dr. äl l l r i ch angenommen, zu beantragen, daß die Beiträge für das hiesige rote Höhenvieh, bei dem die Tuberkulose lange nicht so stark auf­trete als bei dem Riederungsvieh, gesenkt wer­den. Bei den Wahlen für die Bezirks­bauernschaft wurde wiedergewählt: Land­wirt Wilhelm Bechtold, Launsbach, Wilhelm A r a b i n, Ulm, Johannes Schaub, Hohen­solms und Johannes K o l m e r, Griedelbach. Reugewählt wurde für den verstorbenen Vor­steher T a s ch, Ahbach W'lhelm F e i l i n g. Atz- bach, für Herrn Siebold Geschäftsführer Schmidt von der Kreisbauernschaft, für Georg Weber, Lützellinden, Friedrich Engel, Lützel­linden, und für Vorsteher a. D. Bo h, Steindorf, Friedrich Theiß, Burgsolms. Für den Rod- Heimer Bezirk, der der Kreisbauernschaft Wetzlar angeschlossen ist, soll Andreas Räuber, Wald­girmes in Vorschlag gebracht werden. Hebet den Kreisviehversicherungsverein referierten die Landwirte Friedrich Reih, Ho­chelheim, und Wilhelm K 5 st e r, Oberwetz. Es folgten dann noch Verhandlungen über Steuer­fragen. Geschäftsführer Schmidt berichtete über die Steuermaßnahmen der Rotverordnung und über die Erhöhung der Bürgersteuer. Sn der lebhaften Aussprache kam zum Ausdruck, daß der Bauer bei den heutigen Preisen, die bei Vieh 20 Prozent unter Vorkriegsvreisen liegen, überhaupt keine Steuern mehr zahlen könne.

fessor Deycke am 17. April aus einem mit

dem Lübecker Impfstoff geimpften

Meerschweinchen gewann, habe sich bei der

Prüfung im Robert-Koch-Institut als viru­

lent erwiesen. Ebenso konnten krankmachende

Tuberkulosebazillen in einer zur Impfung

der Kinder benutzten vermeintlichen

B. C. G. - Kultur vom 14. März 1930 nachgewiesen werden. Eine weitere Ab­impfung dieser Kultur zeigte im Gegensatz zu den in seinem Institut seit Jahren geprüften und als unschädlich befundenen B. C. G.-Stäm- men krank mach ende Eigenschaften.

Pola Regri operiert

Nach einer Meldung aus Santa Monica (Kalifornien) mußte sich der berühmte Filmstar P ola Ne g ri, von der es hieß, daß sie a n Fleischvergiftung erkrankt sei, einer schleunigen Operation unterziehen. Die Opera­tion ist gut verlaufen.

Erdbeben In den vereinigten Staaten.

Ein großes Erdbeben hat in mehreren Staaten ^Nordamerikas stattgefunden. Die Beben waren so heftig, daß die Häuser, besonders in Bir­mingham (Alabama), Memphis (Tennissee) und in Helena (Arkansas) ins Schwanken ge­rieten.

Ostseebad Cranz durch einen Orkan verwüstet

Der Orkan, der in der Rächt zum Mittwoch über Ostpreußen hinbrauste, hat an der Küste schwere Verwüstungen verursacht. Ganz besonders schwer ist das O st s e e b a d Cranz betroffen worden. Dort schätzt man den in dieser Rächt entstandenen Schaden auf eine halbe Million Mark. Die älferpromenade und das Strandbad ist von den Wellen zer­stört worden. Die stürmische See ist weit ins Land gedrungen. Die Chausseen sind mit gefäll­ten Bäumen übersät. In den Häusern sind f a st sämtliche Fenster zersplittert. Die Villenkolonie Westende ist fast völlig abge - deckt worden. In Reukuhren, dem großen ost- preußischen Fischereihafen, sind. mehrere Fischerkutter vernicht-t. Bei Reukrug ist ein Dreimastschoner im Sturm gekentert. Die Mannschaft, vermutlich 8 Mann, ist aller Wahrscheinlichkeit nach ertrunken. Das Wrack

dem Kreise Wehlar.

Wie der WSR.-Dienst meldet, faßte die Ver­sammlung einstimmig folgende

Entschließung:

Die Vertreter von über 4000 Wetzlarer Dau­ern richten in ihrer ungeheuren Rotlage an die Dezirksbauernschaft, sowie an den Reichsland­bund den dringenden Appell, erneut bei der Reichsregierung und den maßgebenden Stellen vorstellig zu werden und mit allen verfügbaren Mitteln darauf zu dringen, daß sofort durch­greifende Maßnahmen zur Besse­rung der Absatz - und Preisverhält­nisse, zum besonderen Schuh der heimi­schen Viehzucht und der bäuerlichen Ver- edelungswitschaft des Westens durchgeführt wer­den In einer Zeit der stärksten Eingriffe durch Notverordnungen müssen sich auch Mittel und Wege finden lassen, um den vollständigen Ruin der Landwirtschaft des Westens in letzter Mi­nute aufzphalten und eine Rettung unzähliger Existenzen zu bewerkstelligen. Der westdeutsche Kleinbauer ist fast ausschließlich auf die Erträge seiner Viehzucht angewiesen. Die jetzigen Viehpreise, die weit unter dem Vor­kriegsstand liegen, müssen daher zwangs­läufig zum Erliegen der heimischen Produktion führen. Unabsehbare Rot und nie gekanntes Elend werden als Folgen über unser Volk her- einbrechen. Es ist unmöglich, bei dieser kata­strophalen Entwicklung der Dinge eine ordnungs­mäßige Aufbringung der Steuern und Abgaben, sowie sonstige Zahlungen durch den Bauer zu er­warten. Rafft sich die Regierung nicht sofort auf, so muß seitens der landwirtschaftlichen Berufs­organisationen jede Verantwortung für die Weiterentwicklung der Dinge abgelefmt werden. Die Verzweiflungsstimmung der Bauern im Kreise Wetzlar hat Formen angenommen, die bas Schlimmste für die Zukunst befürchten lassen. Sofortige Hilfe ist unerläßlich."

wurde auf den Strand geworfen. In P i l l a u ist durch den Sturm u. a. öie Mole im Ha­fen zerstört worden. Die See hat den Strand überspült und steht in den Dünen. Der ganze Strand ist mit Brettern und Balken besät.

Die Vookslragödie von Juist vor dem Seeamt.

3n mehr als vierstündiger S.hung b.schäftigte sich das Emdener Seeamt mit Lut ^uister Bootskatastrophe. Auf der Rückfahrt von einem Turnfest auf der Insel Juist strandete am Abend des 21. September das MotorbootAnne­marie", wobei von den 19 Insassen 15 um« Leben kamen, darunter der Borkumer Dade- direktor, Zeitungsverleger Specht, der der Be­sitzer des Bootes war und es für das Turnfest zur Verfügung gestellt hatte. Als einer der Ge­retteten Einzelheiten aus den Stunden der Rot aufführt, wird er so von den Schrecknissen dieser Rächt gepackt, daß er in Tränen ausbricht. In dem Spruch des Seeamtes heißt es: Anscheinend ist der für die Fahrt als verantwortlicher Schisss- führer angenommene Schiffer Christian Harms aus Borkum, der mit den Tod in den Wellen fand, infolge Alkoholgenusses den Anforderungen der Fahrt nicht ge­wachsen gewesen. In dem Spruch wird ferner auf die Tat des Rettungsschwimmers Heinz Baker lobend hingewiesen, der sich unter den Schiffbrüchigen befand und durch den noch drei Bootsinfassen gerettet werden konnten.

Schreckensszenen in einem brennenden Irrenhaus.

Das Irrenhaus in Charlottetown auf der Prince Edwards-Infel (Kanada) ist d u r ch e i n e Feuersbrunst vollkommen einge- äschert worden. 400 Insassen konnten von der Feuerwehr aus dem brennenden Gebäude ge­rettet werden. Drei Kranke sind verbrannt und drei andere werden noch vermißt. Es spielten sich bei der Katastrophe schreckliche Sze­nen ab, da ein Teil der Irren sich verzweifelt gegen die Rettung wehrte.

Auioplünderer

in Frankfurt festgenommen.

WSR. Frankfurt a. M., 16.Dez. Seit eini­gen Wochen wurden hier parkende Autos

in großer Anzahl von Autoplündereru heimgesucht, die sich speziell darauf eingestellt hatten, die Autos systematisch auszurauben, ob diese verschlossen waren oder nicht. Entweder wur­den die Schlösser kunstgerecht aufgebrochen, oder man schnitt die Decken einfach entzwei. In vielen Fällen fielen den Autodieben sehr wertvolle Ge­genstände und auch größere Geldbeträge in die Hönde. Gestern gelang es nun, die beiden Burschen f e st z u n e h m e n, als sie sich ge­rade wieder an ihr einträgliches Handwerk machen wollten. Es handelt sich um den 22 Jahre alten Mechaniker Artur Di lger und den 21 Jahre alten Schlosser Albert Frank. Beide sind fd^on mehrfach vorbestraft und erst vor fünf Wochen au8 einer Strafanstalt entlassen worden. Die Polizei konnte das Diebesgut zum größten Teil wieder sicherstellen.

Oer neue Frankfurter Stadtkämmerer.

WSN. Frankfurt a. M., 16. Dez. In der Stadtverordnetenversammlung wurde jetzt die verschiedentlicb verscbobene Wahl des neuen S t a d t k ä m m e r e r s durchgeführt. Nach mehreren Wahlgängen wurde der Königsberger Stadtrat Dr. Lehmann mit 39 Stimmen gegen Dr. Besserer (Duisburg) mit 29 Stimmen zum Stadtkämmerer gewählt. Auf Dr. Müller fielen vier und auf den Kommunisten Stolpe fünf Stimmen. Dr. Lehmann ist auf die Dauer von zwölf Jahren gewählt.

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Wettervoraussage.

Das über den britischen Inseln' lagernde Hoch­druckgebiet wandert unter weiterem Aufbau ost­wärts fort, so daß unsere Wetterlage in seinen Bereich gelangt. Somit herrscht vorerst trockenes und vielfach stärker aufheiterndes Wetter. Die Tem­peraturwerte hängen von Ein- und Ausstrahlung ab, fo daß nachts stärkerer Temperaturrückgang unter Null erfolgt.

Aussichten für Freitag: Nachts noch Froftzunahme, meist heiter und trocken.

Aussichten für Samstag: Weiterhin trockenes, leicht wolkiges und vielfach heiteres Frost­wetter.

Lufttemperaturen am 16. Dezember: mittags 3,1 Grad Celsius, abends 0,9 Grad: am 17. Dezember: morgens5,1 Grad. Maximum 3,8 Grad, Mini­mum 5,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Dezember: abends 2,4 Grad, am 17. Dezember, morgens 1,2 Grad Celsius. Sonnen­scheindauer * * * * * * * 8/< Stunde.

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