Me bur<5 Rot unb Mangel an Hossrmng für Deutschland heraufbeschworen ist. Sie, Herr Präsident, als Vertreter des großen amerikanischen Volke-, haben die Möglichkeit in Händen, Schritte au tun, durch die eine sofortige Äenderung In der Lage für da- deutsche Volk und für die Welt herbei geführt werden kann.
Mac Zadden wird abgeschütlelt.
Stürmischer Protest des gesamten Repräsentantenhauses.
Washington, 16. Dez. (®IB.) In dramatischer Weise ging heute das Repräsentantenhaus daran, die gestrige .Lnfamie" des repu- blikanischen Abgeordneten Mac Fad- den gebührend zu verurteilen. Zunächst gaben die wie Mac Fadden aus Pennsylvania stammenden 26 republikanischen Abgeordneten die Erklärung ab, daß sie kein Wort der Beschuldigungen ihres engeren Landsmannes glaubten. Dann führte ein anderer Republikaner aus, er habe nicht gedacht, daß je ein Tag kommen werde, an dem ein a n g e b - licher Patriot in einer Sitzung des Bundesparlaments die unerhörte Bejchuldigung aussprechen könnte, daß ein Präsident Amerikas mit ausländischen Interessen gegen die Amerikas konspiriere. Hierauf erhoben sich alle Republikaner außer Mac Fadden und klatschten Beifall. Schließlich erklärte ein Demokrat, seine Fraktion lege W stellung, daß diese
schimpflichen Borwürfe gegen den republikanischen Präsidenten nichtoondcmokratischer Seite erhoben worden seien, worauf beide Seiten des Repräsentantenhauses langanhaltend Beifall klatschten.
Der Abgeordnete Mills sprach dann mit großer Wärme für die Annahme des Hoovcr- moratoriums. Eine Ablehnung, sagte er, würde das Ansehen der Bereinigten Staaten stark beeinträchtigen. Amerika könne doch nicht Panzerschiffe entsenden, um die Schulden einzutreiben. Das Hoover-Moratorium müsse angenommen werden, wenn man eine Katastrophe vermeiden wolle.
Keine Einberufung des Reichstags.
Tic Anträge der Lppo.ition abpelchnt.
Berlin, 16. Dez. (DDZ.) Der 2l c l t e st e n - ratdesReichstageshatam Asisiwoch vormittag die Anträge auf vorzeitige Einberufung des Reichstages von neuem abgelehnt. Für diese Anträge setzten sich nur die Rational- sozialtsten,, die Deutschnationalen, die Kommunisten und die Deutsche Volkspartei ein, also keine Mehrheit des Reichstages. Die Landvolkpartei hatte ihre ablehnende Haltung damit begründet, daß die Rotverordnung eine Reihe grundlegender Forderungen de- deutschen Landvolkes erfülle oder doch der Erfüllung nähergebracht habe, und zwar nicht nur in landwirtschaftlichen Fragen, sondern auch bei dem durchgreifenden Abbau von Löhnen und Gehältern und dem Abbau erhöhter Preise und Preisspannen. Die Landvolkpartei erwartet durch Verhandlungen weitere Verbesserungen für die Dercdelungswirtschaft, kann sich aber eine solche durch Einberufung des Reichstage» nicht versprechen und ist deshalb gegen die Einberufung des Reichstages. Staatssekretär Dr. P ü n d e r hatte im Ramen der Reichsregierung erklärt, daß die schon mehrfach dargelegten Gründe gegen die Einberufung deS Reichstages weiter bestehen und durch die gegenwärtig schwebenden außenpolitischen Verhandlungen verstärkt seien.
tfm die Landtagsauflösung in Sachsen.
Tas kommnnist sche Volksbegehren cisoigreich.
Dresden, 15. Dez. (WTD.) Die Ginzeich» nungSfrist für das von kommunistischer
Seite eln gereichte unb von den Deutschnationalen, Äationalsozialisten und einigen kleineren Gruppen unterstützte Volksbegehren auf Auflösung des Sä ch s i s ch e n Landtag e S ist abgelaufcn. ES läßt sich bereits über- sehen, daß das Volksbegehren erfolgreich gewesen ist. Die für den Erfolg deS Volksbegehrens notwendige Zahl von 10 v. H. der ^immberechtigten ist sogar erheblich über
schritten worden. Rach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis sind abgegeben worden im Wahlkreis DreSden-Dauhcn 23? 197, Leipzig 127 603. Themnitz-Zwickau 3.8 758 Stimmen. Insgesamt haben sich allo im Freistaat Sachsen 733 558 Personen für da- Volksbegehren eingetragen. Bei 3 530 541 Wahlberechtigten entspricht die- einer Beteiligung von über 20.48 v. H.
Werden die kommunalen Werk« und Verkehrstarife gesenkt?
Oie Gtädte verweisen auf die wachsende Last der Wohlfahriserwerbslosen.
Senkung der Tarife im Verhältnis mit den Gestehungskosten indessen möglich.
Berlin, 16. Dez. (ERB.) Der engere Vorstand des Deutschen Städtetags hat sich unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Mulert mit der durch die letzten Rotverordnungen geschaf- se.e Sachlage befaßt und aufs neue mit beson- verer Dringlichkeit auf den Ernst der Lage der Städte hir.gewiesen. Während die Reichsan st alt für Arbe itslosenver- s i ch e r u n g nach ihrem letzten Ausweis R ü d - lagen vornehmen kann, steigt die Zahl der Erwerbslosen, d.e ausschließlich von den Kommunen unterstützt werden, von Monat zu Monat. Die 3ahresbela- st u n g der Gemeinden durch die Wohlfahrts- erwerbslosen beträgt gegenwärtig mehr a l S 1 Milliarde Mk. Di« Llnterstühungs- sätze lassen sich in den bei weitem kleinsten Gemeinden nicht mehr herabsehen. Die Finanz- und Kassenschwierigkeiten der Gemeinden müssen rasch behoben werden, damit die Weiterzahlung der Llnterstuhungen, Löhne, Gehälter und Zinsen gesichert wird. Der Städtetag hat schon mehrfach gefordert, die R e i ch s h i l f e nicht in Form von Dotationen zu zahlen, sondern s ch l ü f- selmäßig nach der überdurchschnittlichen Belastung mit Wohlfahrtserwerbslosen zu verteilen.
In Anwesenheit des Reichskommissars für Preisüberwachung, Oberbürgermeister Dr. Goerdeler, wurde im Städtetag auch die Frage der städtischen Tarife eingehend besprochen. Die wirt- schaftliche und psychologische Notwendigkeit, die Tarife der Dersorgungsuntcrnehmungen und Verkehrs- betriebe zu senken, wird in kommunalen Kreisen
allgemein anerkannt. Grenzen der Durchführung liegen nach Ansicht des Städtetages darin, daß ein wesentlicher Teil der Tarife eine Verbrauchssteuer darstellt, die zugunsten der tommunalen Erwerbslosenfürsorge erhoben wird. Bei den Verkehrsbetrieben wird das Ausmaß der Tarifsenkungen höher sein können als bei den Bersorgungsbetrieben, nicht nur wegen des größeren Lohnanteils an den Gesamtausgaben, sondern auch wegen des möglichen Erlasses der Beförderungssteuer. Soweit bei den Dersorgungsbetrieben die Gestehungskosten durch die Senkung der Löhne, des Zinses und des Kohlcnpreises niedriger geworden sind, wird auch hier eine Ermäßigung der Tarife für möglich gehalten. Allerdings macht der Anteil von Kohle und Löhne bei dem beträchtlichen Kapitaldienst für ausländische Anleihen und neben den hohen Abführungen an die Stadtkassen nur eine Verhältnis- mäßig geringe Summe der Bruttoeinnahmen aus. In dieser Weise hängt demnach die Senkung der Tarife von der Bereitstellung und der Höhe der R e i ch s h i l f e für die kommunale Erwerbslosenfürsorge ab. Der Städtetag und seine Organe unterstützen den Reichskommissar für Preisüberwachung bei seinen Verhandlungen mit den Städten und ihren Betrieben nach Kräften und stellen ihm für seine sonstigen Maßnahmen die Einrichtungen der Städte zur Verfügung, weil durch Preissenkungen auf allen lebenswichtigen Gebieten in erster Linie die städtische Bevölkerung entlastet werden muß.
ie die Melsenkmig dmchgesiihü werden soll.
Oie Auöführungsbestimmungen zur Jlofverorbnung.
Berlin, 16. Dez. Gestern ist von der Reichsregierung eine Verordnung zur Durchführung deS Kapitels .Mictsenkung" der 4. Rotverordnung deS Reichspräsidenten vollzogen worden.
Die Durchführungsverordnung legt allen Vermietern die Pflicht auf, den Qlti e- tern unverzüglich den Mietzins mkt- zu teil en, der für die mit dem 1. Januar 1932 beginnende Mietzeit zu zahlen ist. Das gilt für alle Mictverhältnisse über Wohnungen und Geschäftsräume in Alt - und Reubauten. 3n der weiteren Behandlung bestehen Zwischen Alt- und Reubauten erhebliche Unterschiede.
3n A l t b a u t e n beträgt die Mietsenkung bekanntlich bei Geschäftsräumen und Wohnungen ohne Rücksicht darauf, ob gesetzliche oder vereinbarte Miete gezahlt wird, 10 v. H. der Frie- denSrniete. Mietermäßigungen, die der Vermieter im Laufe des 3 ahreS 19 31 AUgestanden hat, dürfen auf die gesetzlich vorgeschriebene Mietsenkung angerechnct werden. Rur in Fällen, in denen die Miete sich deswegen ermäßigt hat, weil die Friedensmiete auf Grund des § 2 des Reichsmietengesehcs neu festgesetzt worden ist, oder in denen der Mieter sich auf die gesetzliche Miete beru- f e n hat, ist die Anrechnung ausgeschlossen. Die Reubcrechnung der Miete auf dieser Grundlage wird bei Altbauten im allge
meinen kaum Schwierigkeiten machen. Soweit das doch der Fall sein sollte, entscheidet da- Wiet- einigungsamt oder eine andere von den Ländern hierfür bestimmte Stelle.
Bei R e u b a u t e n, d. h. solchen Bauten, die nach dem l.Iuli 1918 bezugsfertig geworden sind, ist nach den Vorschriften der Rotverordnung die Mietsenkung individuell vorzunehmen, indem der Betrag, um den der Ver- m.e.er durch die Zlnsherabsetzung entlastet wird, bei der Miete in Abzug gebracht wird. Bei mehreren Wohnungen desselben Grundstücke- ist der ersparte Betrag auf die einzelnen Mieter anteilig nach der Höhe des Mietzinse- zu verteilen. Bei einem Teil der Reubauten kann die Feststellung der neuen Miete eine gewisse Zeit erfordern, da beispielsweise eine völlige Klarheit über die Auswirkung der Zin-senkung erst nach Erscheinen der hierzu erforderlichen Durchführungsbestimmungen möglich ist. Das gilt vor allem in den Fällen, in denen die Hypothek au- ausländischem Kapital gegeben wurde. 3n solchen Fällen muß der Vermieter den Mietern eine vorläufige Mitteilung über die im 3a- nuar 1932 zu zahlende Miete zukornmcn lassen. Den in der vorläufigen Mitteilung angegebenen Betrag müssen die Mieter vorbehaltlich endgültiger Mietsestsetzung zahlen.
Die Meininger.
Jum hundertjährigen Bestehen des Meininger Theaters.
Don Zelix panten.
3m Frühjahr 1874 begann die Berliner Presse zu randalieren: cs war ruchbar geworden, die Truppe des Meininger Hoftheaters habe das Friedrich-Wilhclmstädtische Theater (jetzt Reinhardt- Deutsche- Theater in der Schumannstrahe) gepachtet und werde dort einige Gastspiele geben. Sollten, empörte man sich, die Berliner von den Provinzialen lernen? 'Brauchte man Hinterwäldler. da am Gendarmenmarkt der Schinkelbau des Königlichen Schauspielhauses al- Monument der deutschen Bühnenkunst ragte? Trotz allem Widerstreit kamen die Meininger mit ihrem Herzog Georg und ihrem Regisseur Ludwig Ehronegk, sie eröffneten am 1. Mai mit »3uliu« Eäsar". und sie fanden einen Beifall, der ihre Gegner übertönte, und weil Berlin damals fchon Mittelpunkt deutschen Theaterlebens war. hatten sie sich über Rächt auf einen weithin sichtbaren Schauplatz geschwungen, Herzog Georg und die Seinen standen jetzt vor dem Angesicht Europa-: und sic begannen ihre Wanderfahrten nach Oesterreich und der Schweiz, nach Holland und England, Rußland und Amerika. Al- Eyroneak 1890 das Amt de- Wandcrregisseur- ous Gesundheitsrücksichten nicderlcgcn muhte und der Herzog die Gastspiele cinstellte, hatte die Truppe in fechsunddreißig Städten 2591 mal ge- spielt, Weltruhm umgab sie, ..Die Meininger'' waren ein fester theatergcschichttichcr Begriff geworden-
Richt von ungefähr war dem Herzog dieser Wcltersolg -ugefallen. er hatte ihn in redlichem Mühen vorbereitet und erarbeitet. Al- er 1866 die Regierung seines Lande- übernahm, fand er an seinem Hosthcaterchen alle- in schlechter Der» fassung. Richt- für da- Schauspiel — alle- für die Oper: da- war der Grundsatz, nach dem hier verfahren wurde. Mit Bitterkeit mochte sich der Herzog da an da- Londoner Prinzeß- Theater erinnern, da- er unter Leitung von EharlcS K e a n erlebt hatte. Sollte, wa- dort Selbstvcrständlichkcit geworden war. sich nicht auch in seiner Residenz durchsetzen lallen'? Eine seiner ersten Maßnahmen war rigoros erschallte die Oper ab und spielte nur zweimal wöchentlich
3n der freien Zeit wurde geprobt. Man hatte vergessen oder noch nicht begriffen, was da- bedeutet. Es genügte, wenn der äußerlichste Rahmen einer Aufführung stand, wenn Auftritte und Abgänge festgelegt waren. Rach Willkür durfte sich jeder in diesem Gerüst bewegen. Gab eS keine Regisseure? Freilich, Laube und Singel ft ebt etwa. Unb gcrabe sie erzählen Lächerliches unb Wibcrwärtiges genug von ber 3chsucht be- Virtuosen, ber nur sich ohne Rücksicht auf Dichter unb Werk durchsetzen wollte. Ein weites Feld harrte bes Anbaus.
Seitbem der Herzog 1873 die Schauspielerin Ellen Franz geheiratet und seinen emsigen, aber gar nicht sprühenden Ehronegk entdeckt hatte, verfügte er über zwei Getreue, die völlig in seiner Reformation ber Bühne aufgingen. Man glaubt die Mission der Meininger zu kennzeichnen, wenn man von ber ..historischen Treue" ihrer Ausstattung spricht. Wäre nut bas ihr Verbienst. eS bliebe (angesichts ber bamaligcn Zustände) schon beachtlich, wenn auch zeitgebunben unb verstaubt wie bic Historienmalerei ihrer Epoche. Aber bic Tat bes Herzogs bleibt vor allem, den Zeitgenossen den Wert und die Würbe ber Schaubühne wieder ins Bewußtsein gehämmert zu haben, weil er ihre Leistung steigerte, weil er unb die Seinen Vorbilder wurden. AuS nüchternsten Anfängen wuchs die Meininger Leistung. Man mußte eine Truppe schaffen. Klassiker erfordern „Massenszenen", und Massenszenen wurden (und werden noch oft genug) durch den „Ehor" unweigerlich lächerlich gemacht. Daher war jeder Meininger — auch der ..Prominente" — verpflichtet, kleine Rollen zu übernehmen und in der Komparserie mitzuwirken. Unb sie haben sich gefügt, haben heute bie Bombenrolle gespielt unb morgen wacker „Heil Eäsar" gerufen bie Barnay unb Kainz, bic Sanbrock unb Prasch-Grevenberg, Arthur KrauSneck unb Max Grube, Anna Haverlanb unb Amanda Lindner- es hat ihnen nicht geschadet, aber sie haben bewiesen, wa- da- bedeutet: Dienst am Kunstwerk — unb die Forderung de- Meininger- sollte vorbildlich sein bi- zum heutigen Tag für alle Prominenten unb solche, die sich zu ihnen zählen.
Der Herzog hatte keinen Opernchor, dafür b ett er eine Schauspielschule, die ihm Statisten bildete, und jeder Statist wurde so wichtig genommen, wie der Solist: so warb der Ehor aus »>ncr zügellosen Masse zu einer Summe von erzogenen Individualitäten. ES steht nirgend- zu
lesen, wie stark der Meininger-Chor etwa in der Forumsszene von „3ulius Eäsar" war. Aber ber Herzog wirb gewußt haben, bah ein Ein- bruck nicht daburch verhundertfacht wird, wenn (wie in Reinhardts „OedipuS") hundert Studenten auf ein Stichwort gleichzeitig die Arme heben, daß die Ausdruckskraft des einzelnen in der Masse, nicht bie Masse an sich die Wirkung bestimmt. Unb so kam in bie Volks- unb Massenszenen Ernst unb Rhythmus. Weil diese Disziplinierung ber Masse unerhört war, mochte man sie zuweilen wohl als das Wesentliche nehmen, übersehend, wie alle Einrichtungen deS Meiningers nach bem Dienst am Kunstwerk strebten. Roch spielte der Regisseur den Dichter, nicht seine Auffassung!
DeS Herzogs Gattin, bie ben Rang einer Freifrau von Heldburg erhielt, wachte über daS Wort. Karl Grube (Bruber von Max) erinnerte sich noch lange mit sreubigem Schauder, wie er, den Rudenz deklamierend, um die Elisa- bcthburg rannte, ehe er ben Gang zur „Frau Baronin" antrat, bie ihn zum Rollenstudium befohlen hatte. So wurden damals in Meiningen kleinste Rollen gepflegt: man hatte, man nahm sich Zeit — die un- allen heute fehlt. Der Herzog betreute die „Ausstattung". Zwei Prunkstücke hatte Berlin damals, ben (noch von 3f fla nb eingerichteten) KrönungSzug in ber ..3ungfrau" unb ben zweiten Akt ber „Maria Stuart", aber in „Penthesilea" trugen die Amazonen moderne Schnürstiefel, und Lady Milford gestand Ferdinand ihre Leidenschaft in der weiten Oede eines Prunksaal-. Richt den Pomp um seiner selbst willen hatten die Meininger vorgeführt — gegen diese entsetzliche Dürftigkeit kämpfte der Herzog, weil sie alle theatralische Empfängnis lähmt, weil Fülle und Farbe de- Bühnenbildes die Stimmung steigern! Er gab hunderttausend Mark für die „Wallenstein"-Trilogie aus, im ..Eingebildeten Kranken" waren auch Tassen, Tischglocke unb Klistierspritze Louis quatorze, und die Meininger wagten eS. die ..Räuber" zuerst in dem revolutionären Kostüm ihrer Zeit zu geben. Aber derselbe He^oa. der diese Requisiten bedachte, säst alle Kostüme seiner Truppe selbst zeichnete und ben Darstellern schriftliche Anweisungen für die MaSke gab (Figurinen, sagt man heute), hat sich auch um die 11 rfaffungen der Terte gemüht, hat verstümmelnde Bearbeitungen in bie Ecke geworfen unb die Schönheit mancher vergessenen Szene wieder im Rampenschein ausleuchten lassen: er gebrauchte die Kostüm künde
Spätestens bi- zum 2 5. 3anuar 1931 muß auch bei Neubauten der Vermieter den endgültigen Mietbescheid ertnlen. Die Länder haben Stellen zu bestimmen, die im Streitfälle über die Mietermäßigungen bei Reu- bfluten zu entscheiden haben 3m allgemeinen dürften hierfür nicht bic Mlcteinigung-ämter bestimmt werben, die bisher nicht mit den Neubauten befaßt gewesen sind, sondern diejenigen Acmtcr, die bisher die HauSzinSfteuern vergeben haben unb denen daher die Verhältnisse ber Reubauten bekannt sinb.
Sine besondere Vorschrift ist für die Gemeinnützigen Wohnung-unterneh- m e n getroffen worben Diesen Unternehmen, bic vielfach einen sehr großen Wohnungsbesitz au- verschiedenen Bauperroden verwalten, ist die Verpflichtung auferlcgt worden, unbeschadet deS Grundsatzes einer möglichst allgemeinen Miet- kn.ung eine weitgehende Angleichung ber Mieten vergleichbarer Wohnungen vorzunehmcn Die Begründung hierfür liegt in dem genossenschaftlichen Gedanken, mit dem eine Bevorzugung einzelner Wohngruppen. z. B. derjenigen, bic in 3nflasionS- wohnungen wahnen, auf die Dauer unvereinbar ist.
Oer Vottfireckungsschutz in der Landwirtschaft.
Berlin, 16 Dez (ERB) 3m Rundfunk sprach der Ministerialrat im -RciaXimimfterium für Ernährung und Landwirtschaft. Dr. Q u also Ws ki, über ben landwin chasisichen Bo.l- strcckungsschich in ber neuen Rotverorbnung. Die gruppenmähig einsetzenben Zwangsversteigerungen unb bie gehäuften Zwangsvollstreckungen drohten zu einer Aushöhlung der Betriebe zu führen und die kommende Ernte zu gefährden. Hier nun greife die neue Rotverorbnung mit einer Senkung ber Zinsen unb einer Londergestaltung deS ZwangSvoll- strcckungsverfahrenS für landwirtschaftliche Betriebe ein.
DaS Zwar.gsverstci gerung-verfahren erfahre für bic landwirtschaftlichen Grundstücke eine Erweiterung be- Schuhe- der Grund» ftüdScigcntümcr. Auch trenn z.B.d rland- wirtschaftliche Schuldner nut feinen Leistungen über drei Monate im Rückstände sei unb dem Gläubiger auS ber Lage besondere Rachteilc erwüchsen, so solle doch auf Antrag des Schuldners die Zwangsversteigerung des landwirtschaftlichen Grundstückes auf die Dauer von sechs Monaten, unb wenn diese Frist vor bem 30. September ablaufen würde, b:8 zum 30. September 1932 einstweilen eingestellt werben, wenn bie ordnungsmäßige Fortführung des Betriebes unb bie Einbringung berörntebei einer Beiriebssührung durch ben Schulbner gewährleistet erschienen, aber bei Ablehnung ber einstweiligen Einstellung gefährdet sein würden.
Beantrage der Gläubiger die Zwangsverwaltung, so sei fortan Der lanbwirt- schaftlicheSchuldner selbst zum Verwalter zu bestellen unler der Voraussetzung, daß er dazu bereit und befähigt sei. DaS Gericht habe eine Aufsichtsperson zu bestellen, unter deren Aufsicht der Schuldner bic Verwaltung zu führen habe. Sowohl der Schuldner al- Verwalter wie die Aufsichtsperson unterlägen ber Aufsicht unb ben Weisungen deS Gerichtes. Komme der landwirtschaft'iche Schuldner clls Zwangsverwaltcr nicht in Betracht, so sei daS als Gläubiger beteiligte Rea'lredisinstitut berechtigt, einen Zwang-Verwalter vorzuschlagen.
Wenn bewegliche Gegenstände bet landwirtschaftlichen TelriebeS wegen Geldlorbe- rungen gepfändet würben, bann sei auf Antrag deS Schulbner- bie Zwangsvollstreckung bann aufzuheoen, wenn dem Schulbner durch die Zwangsvollstreckung die Mittel entzogen toürbcn, bie zur ordnungsmäßigen Fortführung der Wirtschaft bis zur nächstjährigen Ernte benötigt würden und Der Schuldner Die Gewähr biete, daß er Den Erlös aus der Veräußerung Der GegcnstänDe zur ordnungsmäßigen Fortführung der Wirtschaft verwenden werde. 3n Der
für seine Zwecke, er war nicht besessen von ihr.
ilnD niemals einseitig. Er hat Die Klassiker toieDer für Die Bühne erobert, aber er spielte auch Den „Herrgottschnitzer", Den „Erbförster". Die ,,Kronprätcnbanten". älnD 3bsen- „Gespenster" sinD, wa- heute keiner mehr weiß, von Den Meiningern in Deutschland urauf geführt worden — wahrlich, der Herzog war kein Fanatiker der Massenszenen.
Und waS hat er, in Summa, Bleibendes geleistet? Er schuf ein Ensemble, postulierte den Regisseur, da- historische Kostüm, die Disziplin des Chor-, die Reinheit de- Terte- Richt genug? Wichtiger, daß alles da- nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Dienst am Werke wurde. Daß er niemals öder Pomplieferant war, sondern den Menschen in die Stimmung deS Milieus stellte, au- der ihn der Dichter empfing. Diese Stimmung schuf er durch Mittel, d.e seiner Zeit gemäß, für ihn Die einzig möglichen und erreichbaren waren. Gr hinterlleß bie Bühne gefördert und erhoben.
1390 stellt er Die Gastspiele ein. Roch vier 3ahre, dann tritt in dem Hause, in Dem der Herzog sein Berliner Gastspiel eröffnete, eine Truppe zusammen. Die eine neue Zeit Darstellt, unb Otto 2 rahm wirb ihr Führer sein. Dessen Erbschaft übernimmt Dann Mai Reinhardt. Am l.Mai 1874 beklatschten Die Berliner Die Meininger Szene, ehe noch ein Schauspieler gesprochen hatte Ebenso taten sic vor Reinhardt- .Käthchcn von Heilbronn". Alle- ist Wechsel unb alle- ist Kreislauf ...
6od>fd)ulnad)ri(f)fen.
Der burch bic Emeritierung beS Geheimrat- Prof. sillrich Wilckcn an Der Universität Berlin erledigte Lehrstuhl der alten Geschichte ist dem ordentlichen Professor Dr. Wilhelm Weber in Halle angeboten worden.
Professor Dr Hermann Rein in Freiburg l Dr. hat einen Rus auf den Lehrstuhl ber Physio- loaie an ber Universität Göttingen al- Rach- folger beS Geh. Medizinalrats P. 3enfen erhalten.
Der Professor ber klassischen Philologie unb 2a- tristik Dr. phil. unb Dr. thcol. h. c. Geheimer gierungSrat Karl Wchmann starb in Münch c n im 70. Lebensjahr. Der Verstorbene war Mitherausgeber deS historischen 3ahrbuchS ber Goerres-Gesellschaft und wirkte feit 1905 al- ordentlicher Professor an der Universität München.


