Preußen.
Bun- hessischer Heimatschulfreunde.
OFrankfurta. M., 15. Oft. Der Vorstand des Bundes hessischer Heimatschulfreunde (Heimatbund), der schon seit Jahren unermüdlich für die Sammlung aller Volksschichten auf heimischer Grundlage wirkt, hielt hier eine Sitzung ab. Der Führer des Bundes, Lehrer Eidmann (Darmstadt), betonte bei der Begrüßung, daß alle wahren Heimatfreunde gerade in der Gegenwart auf dem Plane sein müßten, um Wege aus dem Dunkel der Zeit zu zeigen die zu Heimatfrieden und Heimatglück führen. Die anschließende Aussprache stand unter dem Leitgedanken: „W ie kann der Bund Mitarbeiten an der Neubeseelung unseres Volkes?" Mit Rücksicht auf die gegenwärtige Lage wurde beschlossen. von der Veranstaltung einer mehrtägigen Tagung abzusehen. Dagegen sollen zu Beginn des neuen Jahres in den einzelnen Provinzen Wochen- enboer Sammlungen veranstaltet werden, bei denen die Führer der Heimatbewegung (E i d m a n n, Darmstadt; Roos. Viernheim; Schwarz, Rudingshain) sowie hessische Heimatdichter sprechen sollen. Die Wahl der Orte sowie die Vorbereitungen zur Ausgestaltung dieser Veranstaltungen sollen alsbald von den Vertrauensleuten des Bundes in Angriff genommen werden.
Kreis Wetzlar.
> Wißmar, 15. Okt. Das Finanzamt verlangt von der Gemeinde SteuernvondenEinnah- men aus dem Gemeindebullen st all und der Gemeindewaage. Beide Einrichtungen sind öffentlich-rechtlicher Natur, werfen keinen Ertrag ab, sondern bedürfen noch der Zuschüsse aus den sonstigen Einnahmen der Gemeinde. Die Vertretung erhob EinspruchgegendieVeranlagung. Der Kreisausschuß hat die von der Gemeindevertretung beschlossene Steuer vom bebauten Grundbesitz von 350 auf 400 v. H. und die Steuer vom unbebauten Grundbesitz von 300 auf 350 v. H. erhöht und außerdem Abstriche an den verschiedensten Titeln des Haushaltsplanes vorgenommen. Das Gewerbeertragssteuersoll ist um 1500 RM. gegenüber dem Vorjahre zurückgegongen. Die Deckung für den Aus
fall der bei der Etatsaufstellung nicht bekannt war, muß durch weitere Einsparungen erzielt werden.
Kreis Marburg.
xp. N i e d e r w a l g e r n, 16. Okt. Der hiesige B a h n h o s, der in einem sehr reparaturbedürftigen Zustand war, ist innen sehr schön renoviert worden und macht jetzt auf den Reisenden einen freundlichen Eindruck. Die Arbeiten mürben von Weibbindermeister Schneider (Oden- Hausen a. d. Lahn) ausgeführt.
Amtsgericht Wetzlar.
Wetzlar, 16. Okt. Dor dem hiesigen Amtsgericht hatte sich ein Schmiedegeselle aus Wetzlar wegen D i e b st a h l s zu verantworten. Er hatte seinem Meister in Ebersgöns aus einem unverschlossenen Kleiderschrank die Brieftasche mit 80 Mark Inhalt entwendet und das Geld verjubelt. Die Brieftasche fand der Meister später im Bett des Gesellen vor. Der Dieb leugnete den Diebstahl nicht, behauptete aber, es seien nur 40 Mark in der Brieftasche gewesen. Er wurde anstelle einer Gefängnisstrafe zu 50 Mark Geld- ft r a f e verurteilt.
Nach einem Turnfest in Launsbach kam es zwischen der Dorfjugend und mehreren Polizei- beamten zu einem Konflikt. Einer der Beamten wurde schon am Vormittag von den Burschen bedroht. Am Abend versammelten sich dann die Burschen, lärmten und beleidigten Die Beamten. Nur mit Hilfe des Gummiknüppels gelang es, die Widerspenstigen zu zerstreuen. Sieben Burschen standen nun vor Gericht, und jeder der 7 Angeklagten wollte an der Sache nicht beteiligt gewesen sein. Eidliche Aussagen widersprachen dem jedoch. Das Gericht verurteilte fünf Angeklagte zu j e 3 0 M k. Geldstrafe, die beiden anderen, die rückfällig waren, zu je einem Monat Gefängnis und 30 Mark Geldstrafe._________________
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uyr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.
Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. _____________
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem
Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Theorie und Praxis.
Wir leben im Zeitalter des Fortschritts. Unter diesem Decknamen werden Dinge vollbracht, die sich nicht immer mit dem Ausdruck „Fortschritt" ver- einbaren lassen. So liegt z. B. ein Fall bei der Reichspost. Die Verkraftung ist eine schöne Einrichtung, aber nur da, wo sie angebracht ist. Und das ist bei der Verkraftung von ©rünberg nach Laubach nicht der Fall. Man stelle sich vor: Die Deutsche Reichsbahn hat eine sehr gute Zugoer- binbung von Mücke nach Hungen. Seither war es üblich, baß auf biefer Strecke eine Bahnpost verkehrte. Aus Gründen, die mit dem schönen und klangvollen Wort „Ersparnis" motiviert werden, laufen jetzt neben der Bohn Autos der Reichspost einher. Jedermann wird sich fragen: Warum? Ist das die angestrebte Verwaltungsreform, wenn die Brief- und Paketbeförderung zum Teil um 24 Stunden verzögert wird? Die so benachteiligten Geschäftsleute sehen sich zurückversetzt in die seligen Zeiten von Thurn und Taxis. Und es ist kein Wunder, wenn die Pakete jetzt mit der Bahn als Expreßgut befördert werden: Sie sind viel früher am Bestim- mungsort. So arbeiten Bahn und Pott gegeneinander, und das in unserer jetzigen schlechten Zeit. Es wäre nur zu wünschen, daß die Reichspost Einsehen hätte und zu dem alten Zustande auf der genannten Strecke zurückkehren würde. Was in der Theorie schön aussieht, ist oft in der Praxis unmöglich. Man soll sparen, aber am rechten Flecke. Das gilt auch für die Reichspost. K. E.
Kirchliche Aachrickten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, 18. Oktober. 20. Sonntag nach Trinitatis.
Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; Beichte und hl. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 18: Pfr. Mahr. — Iohanneskirche. 9.30:
Pfarrassistent Seemann; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannesaemeinde; Pfarr- assistent Seemann; 18: Pfr. Bechtolsheimer; 20; Bibeldesprechung im Johannessaal; Pfr. Müller. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Kandidat Müller. — Gemeindesaal (Liebigstraße 50). 14: Taubstummen- gottesdienst; Psr. Bechtolsheimer. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Erntedankfest; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Daubringen und Ruttershausen; 13.30: Lollar. — Hausen-Gar- benleich. 10: Garbenteich; Feier des hl. Abendmahls; 13: Hausen. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdientt; 14: Stiftspfr. Draubt. — Alten- Vufeck. 9.30; anschließend Beichte und Feier des hl. Abendmahls; 14: Einweihung des Gefallenen-Denk- mals. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst; Abend» mahl für die männliche Juaend; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. Erntedankfest. 13: Hauptgottesdienst (Kirchenchor, Kollekte); 14: Kinderkirche. — Meseck. Erntedankfest. 9.30 (Frauenchor); Kollekte für Kirchenbau Weickartshain; 10.45: Kinderkirche.
katholische Gemeinden.
Samstag, den 17. Oktober.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, 18. Oktober. 21. Sonntag nach Pfingsten.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.
Dienstag, den 20. Oktober.
Gießen. 20 Uhr: Rosenkranzandacht.
Mittwoch, den 21. Oktober.
Gießen. 20: Rosenkranzandacht. — Hungen. 7.15: Messe.__________________________________.______________
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Gießen, den 16. Oktober 1931.
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Klein-Linden, den 17. Oktober 1931.
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Gießen (Hammstraße 13), Frankfurt a. M, Staufenberg, Bingen a. Rh., Mülheim a. Rh., 16. Okt 1931.
Die Beerdigung findet am Montag, dem 19. Oktober, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. _____________________6g55l>
Wir danken allen herzlich für die tröstende Anteilnahme, die während der Krankheit und anläßlich des Todes unserer lieben Frau und guten Mutten Schwägerin und Tante uns erwiesen wurde
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen: Hermann Elle
Für die Anteilnahme, welche uns während der Krankheit und beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen erwiesen wurde, sowie für die vielen Kranzspenden, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Bremmer sage Ich auf diesem Wege herzlichsten Dank.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Karl Lang, Reichsbahn-Zugführer
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Georg Appel
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Für die zahlreichen Bewesie herzlicher Teilnahme sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben unvergeßlichen Entschlafenen
Walter Grimm
sagen wir unseren innigsten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gießen, den 17. Oktober 1931.
Heute morgen um 10.15 Uhr verschied nach langem, geduldigen Leiden mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder. Onkel und Schwager
Herr Philipp Hillpärtner
im vollendeten 78. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
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Statt besonderer Anzeige.
Heute entschlief im 82. Lebensjahr mein lieber Mann, unser treusorgender Vater und Großvater
Louis Emmelius
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Im Namen aller Hinterbliebenen:
Antonie Emmelius, geb. Troost
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Gießen, den 16. Oktober 1931.
Trauerfeier vor der Einäscherung am Dienstag, dem 20. Oktober, um 11 Uhr vormittags In der Kapelle des Neuen Friedhofs.
Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen.
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Am Donnerstag, dem 3. Dezember 1931, vormittags 9 Ijhr, wird im Amtsgerichts» gebäude zu Gießew Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen dem verbände Hess.-Nafs. Dampfdrescherelen e. G. m. b. h. zu Gießen zugeschriebene Anwesen Korbanlage 5 6927D
Flur 1, Nr. 1236to/ioo = 381 qm hofreile, Flur 1, Nr. 123610/ioo = 234 qm hofreile. geschätzt 41 630 RM.. versteigert.
Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20 (Stadthaus), zur Einsicht ausgehängt.
Gießen, den 15. Oktober 1931.
I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießenß Leo. Ortsgerichtsvorsteher.
Bekanntmachung.
In unser Handelsregister. Abteilung B, wurde am 13. Oktober 1931 bei der Firma hessische gemeinnützige wohnungsbau- gesellschaft mH beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Durch Be» schluh der Gesellschaftsversammluntz vom 1 April 1930 ist die Satzung dahin geändert, daß Gegenstand des Unternehmens nur noch der Erwerb von Aktien der gemeinnützigen Aktiengesellschaft für kleine Wohnungen in Darmstadt ist. 6933D
Gießen, den 14. Oktober 1931.
Hessisches Amtsgericht.


