Aus der provinzialhauvisiadt.
Sieben, den 17.September 1931.
Großherzogin Eleonore 60 Jahre alt.
2m heutigen Donnerstag kann Ihre ÄönigL Hoheit die Großherzogin Eleonore von Hessen ihren SO.Deburt-tag begehen. AuS diesem Anlah wird der hohen Frau in Welten Kreisen deS Hessenlande«, insbesondere aber in Oberhessen und in unserer Nachbarstadt Lich. der engeren Heimat der ehemaligen Großherzogin, mit sreundlicher Desinnung gedacht werden, die ihren Ursprung hat in den zahlreichen Werken der Nächstenliebe, für die sich die Großherzogin stctS mit warmem Siser einsetzte. Die hohe Krau, eine geborene Prinzessin von SolmS-HohensolmS- Uich, steht seit über 25 Jahren an der Spitze des PräsidiumS de« Alice-VereinS für Frauenbildung und Erwerb, der unter ihrer Leitung eine segensreiche Tätigkeit entfalten konnte. 3n großem Eifer und in steter Fürsorge um die Erfüllung dringender sozialer und kultureller Aufgaben war die Großherzogin im Nahmen de« Alice» Frauen- verein«, de« Hessischen LandeSsrauenverein« vom Noten Kreuz, tätig, dem sie seit 1912 al« Präsidentin vorsteht. Die vielfältigen Zweige dieser charitativen Organisation fanden in der VereinS- vorsihenden stets eine warmherzige Förderin, deren Werk im vereinten Bemühen mit den übrigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von schönstem Erfolge begleitet war. Daneben widmete die hohe Frau ihre Aufmerksamkeit und tätige Mitarbeit auch den Bestrebungen de« Mütter- und Süugling-schuheS im Hessenlande, der Krankenpflege und im Kriege der Fürsorge für die Verwundeten und die übrigen Opfer deS großen Ningens. Weiter war sie eine sorgsame Beraterin und Führerin auf dem Debiete deS Ber- ein« der Freundinnen junger Mädchen, wo sie gleichfalls viel Dute» zum Besten de« Werke« beisteuerte. Die hohe Frau hat nach edler Frauenart eS immer vorgezogen, im Stillen ihre guten Werke zu vollbringen, ober dennoch ist ihr Wirken auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge zu Taten geworden, die durch sich selbst berechtigte Wert- schähung in der Oessentlichkeit gefunden haben. Alle Bewohner deS Hessenlandes, die den hohen Wert gemeinnütziger chäritativer Arbeit zu schätzen wissen, werden der hohen Frau an ihrem heutigen 60. Geburtstage noch eine lange Reihe von Jahren reichgesegneten Familienleben- in Gesundheit und Frische zu frohem Schaffen zum Besten der hilfsbedürftigen Menschheit wünschen.
An die hessische Bevölkerung!
Schwer lasset die Jlol aus unferm hessenland. Alle haben die Bitte geiefen. mit der der Herr Reichspräsident und die Reich-regicrung sich an alle Deutschen wenden. Auch die hessische Regierung erhofft von dem gemeinsamen wirken der Vereinigungen freier Liebestätigkeit Linderung fchltmmster Rot. Laßt da» vertrauen von Mensch zu Menfch wieder lebendig werden, helft einander! Vie »Winterhilfe" zeigt den weg dazu.
Darmstadt. 16. September 1931.
Da» hessische Gesamtministerium:
Adelung. Kienberger. Leuschnee.
K o ret L
Helft, seid opferbereit!
Vie freie Wohlfahrtspflege In veutfchland Hot aufgerufen zur
Winterhilfe!
Auch wir wollen helfen. .Die verbände der freien Wohlfahrtspflege In heffen werden wie im vorigen 2ahr. aber um der größeren Rot willen noch o erst ä r k t Im ganzen hesfenland sammeln und Hilfe für die Rotleidenden vermitteln.
wlr wenden uns alle, die irgend helfen können, ohne Unterfchled der fionfeffion, der politifchen Anschauung. de» Stande» oder Beruf», und bitten Sie herzlich: helft, seid bereit, ein Opfer ;u bringen für die, deren Rot noch größer ist al» die eure.
Vie Durchführung der Sammlung erfolgt durch Au»fchüsse, die für die einzelnen Kreise oder größeren Städte gebildet sind.
Lande»oerband der Inneren Mission in Hessen, ttaritosverband für die Diözese Mainz.
Landesverband für die Israelitische Wohlfahrtspflege In Hessen und Hessen-Rafsau.
hessische» Role» Kreuz (Canbeeocreln und Alice- Jraucnoercin).
Lande»ausschuh für Arbeiterwohlfahrt und Jugendpflege in helfen.
Christliche Ardelterhilse, Lande»au»schuß Hessen. Deutscher Jünfler Wohlfahrtsoerbond. Bez. Hessen.
Kampf dem Krebs!
Theater im Dienste der hygienischen DolkS» ausklärung.
In der ganzen Welt nimmt die Krcbskraickheit stetig zu. Schon im Jahre 1926 starben mehr Menschen an Krebs, als an Tuberkulose, und gegenwärtig ist die Sterblichkeit schon fast doppelt so groß wie bei der Tuberkulose.
Die große Sterblichkeitsziffer ist um so bedauerlicher, weil sie keineswegs zwangsläufig erfolgt, sondern auf zwei Gründe zurückzuführen ist, denen wir heute unsere ganze Aufmerksamkeit schenken müssen. Erstens ist immer noch weit verbreitet die Ansicht, daß die Krebskrankheit nur aus operativem Wege heilbar ist. Diese Ansicht trifft nicht mehr zu. Gerade aus dem Gebiete der Krebsbekämpfung hat neuerding« die Strahlentherapie ganz ungeheuere Fortschritte gemacht. Es braucht also heute niemand mehr Furcht vor dem Messer des Chirurgen zü haben — unter einer Voraussetzung alferbingS —, wenn er rechtzeitig zum Arzt geht, wenn die Krankheit noch im Anfangsftadium sich befindet Und damit kommen wir zu dem zweiten und wichtigsten Grund der hohen Sterblichkeitsziffer Man weih in der Oeffentlichkeit zu wenig über die Krebskrankheiten. Man erkennt die Anfangs- erscheinungen dieser Krankheit nicht, weil sie manchmal so geringfügig find, dah man sie tatsächlich nur dann erkennen kann, wenn man sie ..kennt". Krebs ist heilbar, krebskrank sein heißt nicht, dem Tode verfallen fein Wer rechtzeitig zum Arzt geht, wird gerettet. In den letzten Jahren sind Tausende von Dauerheilun gen zu verzeichnen. Es ist deshalb notwendig, weiteste Kreise aufzullären, damit diese das der Behandlung günstige Anfangsstadium selbst erkennen lernen. Je später die Krankheit zur Behandlung kommt, desto schwerer ist sie zu Hellen.
Reichöjugendwettkänipfe.
4- Grünberg. 16. Sept. Dieser Tage wurden auf dem Turnplatz bei der Turnhalle die NeichSjugendwettkämpfe für den Bezirk Grünberg au-getragen. Beteiligt waren die Schulen von folgenden Orten: Grünberg, Lauter, Göbelnrod, NeinhardShain, Lumda. Stangenrod, Stockhausen und Weickartshain mit insgesamt 215 teilnehmenden Schülern, von denen 127 die zum Siege nötige Punktzahl erreichen konnten. Die Knaben unb Mad^n ber Unterstufe (5. unb 6. Schuljahr» und die Mädchen der Oberstufe (7. unb 8. Schuljahr) turnten einen Dreikampf (75-QNeter- Laus Weltsprung unb Ballwurf), während bie Knaoen ber Oberstufe (7. unb 8. Schuljahr) einen Dierkampf (75-Meler-Lauf, Weitsprung. Ballwurf unb Weithochsprung auStrugen. Nachf olgenb die ©legerlifte : I. K n a be n (7. unb 8. Schul, fahr), 28 Teilnehmer, 12 Sieger 1. K Becker (®ö- bclnrob), 84 Punkte; 2. H Wolf 81, 3. H Schmidt 75, 4. F. Deichmeyer 72, 5. E. Wagner 69. (alle von Drünberg»; 6. E. Rohn (Weickartshain) 65; 7. R. Müll (Göbelnrod! unb W. Theiß (Weickartshain) 64; 8. O. Fuchs «Göbelnrod) 62; 9. H. Wagner (Stangenrod) 57; 10. N. Heß (Grünberg) unb H Heer) (Lauter) 56 Punkte. — II. Mädchen (7. und 8. Schuliahr). 17 Teilnehmerinnen, 6 Sie- Serinnen. 1. D. Michel (Grünberg» 74 Punkte; 2.
Nebenfperger und QL Rühl (Grünberg) 49; 3. E. Seibel (Grünberg) und E. Horst (Stangenrod) 47, 4. M. Krumm (Grünberg) 43 Punkte. — HL Knaben (5. unb 6. Schuljahr), 113 Teilnehmer, 65 Sieger. 1 QL Schultheiß (Stangenrod) 70 Punkte, 2. W. Jäger (Göbelnrob) 66; 3. K. Selb (Grünberg) 62; 4 H. Nickel (Stockhausen) unb K Siek (Grünberg) 61; 5. H. Schäfer «Stangen- tob) 59; 6. O. Bingmann (Stockhausen) 58; 7. E. Junker (Lauter) 57; 8. C. Rock (Lauter). O. Schultheiß (Stangenrob). E. Görnert, H. Reeh unb P. Schmidt (Weickartshain) 56; 9. W. Seibel unb H Thom (Grünberg) 55; 10. H Kremmelbein (Grün- berg) 53; 11. A Kutscher (Stangenrob), L. Wiganb unb H. Kühn (Grünberg), K. Weber (Göbelnrob) 52; 12. A Krauß (Stockhausen), A. Müller (Stan- genrod), S Port und H. Misar (Grünberg), H. Schmidt «Göbelnrod) 51; 13. E. Ender« (Rein- hardShain) 50; 14. W. Becker (Göbelnrod), H. Bender unb K. 3bc (Grünberg) 49; 15. H. Spran. keL A. Schäfer unb E «Schäfer (Lauter). E. Römer (Grünberg) 48; 16. Ql. Jochim (Stockhausen), O. Büttner (Reinharbshain), K. Decker (Göbelnrob), E. Stock unb K Knöß (Grünberg) 47; 17. H Böcher unb R Köcher (©tünberg), W. Schomber unb H. Schulz (Göbelnrob), W. Becker (Rcin- hardShain) 46; 18. W. Bellen (Göbelnrob) 45; 19. H Lein unb H. Steinhaus (Grünberg), H. 3oft (Göbelnrob), E Rieb unb K. Reih (Lauter), St Hartmann (Stockhausen) 44; 20. E. Repp (Grünberg) O. Dlatthaar unb W. Scharmann lGöbelnrob), A. Benber (Lauter), R. Römer (Reinhards- hain) unb QL Klös (Weickartshain) 43; 21. W. Knapp unb R. Wießner (Grünberg), R. Decker (Weickartshain) 42; 22. H. Krämer (Grünberg), f>. Schepp unb K Niebergall (Lauter), K. Dogen- arb (Reinharbshain) 41; 23. F. Nebenfperger (Grünberg) unb W. Kühn (Göbelnrob) 40 P. — M ä b ch e n (5. unb 6. Schuliahr), 57 Teilnehmerinnen, 44 Siegerinnen. 1. E. Rock (Lauter) 67 Punkte; 2. I. Enbers (Reinharbshain) unb E. Schenk (Grünberg) 62; 3. M. Graulich (Reinharbshain) 61; 4. A. Möller unb E. Schlüter (Grünberg). H Oeser (Stangenrob) 60; 5. Elli Hoffmann (Grünberg) 59; 6. E. Reitz (Grünberg)
56; 7. ö. Denzel (NeinhardShain) 55; 8. 3. Fried- rich (Grünberg) 54; 9 QH. Rinker (Lauter) 53, 10. L Lotz (Lauter) unb QL Srb (Reinharbshain) 52; 11. M Schmibt (Lauter), QL Qtodel unb S. Sauer «Drünberg), Fr. Maikranz (Lumda) 51; 12. S. Kröll (Sautet i. F. Menz (NeinhardShain) unb M Stiehl (Grünberg) 50; 13. 8. Queckbörner
«Grünberg) unb 3. Sprankel (Lauter) 49; 14. OK Hoffmann unb H. Ql Itter (Grünberg) 48; 15. G. Grüning unb L Jöckel (Grünberg), P. Klöß (Stangenrob) 46; 16. H Dörr unb E. Kreuder (Grünberg), L. Niebergall (NeinhardShain) 45; 17. E Wagner (Grünberg) und M. Klöß (Stan, genrod) 44; 18. 2. Momberger (Lauter), D. Fabel «Lumda) und 3. Hermann «NeinhardShain) 43; 19. H. Heidt (Grünberg). M. Dufeck (Lauter) unb H Rühl tLumda) 42; 20. G. Schmibt unb 3 Nied (Bautet). S. Hopp (Lumba) 41; 21. HL Q3är unb F. Großhaus (Grünberg) 40 Punkte. Unter Geltung von Lehrer Wenzel turnten hierauf die Knaben der beiden Obernassen von Grünberg meb- re re Gruppen Freiübungen, die Mädchen führten zwei Volkstänze vor unb ble Schülerin D. Michel (Mitglieb ber Schülerinnenab- teilung be« Tv. Grünberg zeigte drei Gruppen Kunstfreiübungcn. Ein Handballspiel, gespielt von Schülern aus den beiden oberen Klassen zu Grünberg, bildeten den Schluß.
♦ Ettingshausen, 16. Sept. Die NeichSjugendwettkämpfe der Schulen von Hattenrod, Harbach. Queckborn, Oberbessingen, Nie- derbessingen, Qllünfter und Ettingshausen wurden auf dem Sportplatz in Harbach ausgetragen. Der Fünfkampf wurde in zwei Olltersstufen durchge- sührL In bet Oberstufe kämpften 29 Knaben. Erster Sieger würbe Ebuard Pfeiffer (Ettingshausen), ber bie Ehrenurkunbe bes Oteichspräsi- benten erhält. Die Ehrenurkunde des NeichSaus- schufses für Leibesübungen erhallen folgende Schüler: Wilhelm Albach (Hattenrod), Ernst Stark (Harbach», Willi Sommer (Ettingshausen), Helmut Pfeffer (Münster), Heinrich Jakob (Oberbessingen), Ludwig Linkmann (Queckborn), Waller Horst (Queckborn), Willi Fuchs (Etting-Hausen), Ernst Knöß (Queckborn), Paul Gontrum unb Hermann TrechSler (Hattenrob). In bet Unterstufe beteiligten sich 71 Schüler am Wettkampf. Die Ehrenurkunbe bc8 Neichspräsibenten erhallen Karl Brock (Ettingshausen), Heinrich Scheib (Harbach), Christian Schmieber (Münster) unb Wilhelm Keil (Niederbessingen). Die Ehrenurkunbe des Reichsausschusses erhielten die Schüler von Ettingshausen Wilhelm Pfeifler, Martin Keil, Karl Kühn, Ernst Reitz, Ernst Görnert. Erwin Römer, Ernst «Schomber unb Gottharb Stein. Von Oberbessingen waren es bie Schüler Lubwig Zuck, Adolf (Sehrt, Ernst Seipp, Ernst Rinker. In Rieberbessingen waren Preisträger: Georg Ove- bet, Lubwig Haas, Heinrich Dill, Helmut Drück. K. H. Matthes unb Georg Keil. Für Harbach sinb es bie Schüler: Karl Heuset, Christian Wepler unb Reinhold Faber. Von Hattenrob ist eS: Wilhelm Albohn. Die Namen ber Queckbörner Ser sinb: Erich Hetzbetget, Willi Schomberth, olf Ziegler, Heinrich Linkmann, Lubwig Herz- berget, Richard Albert, Willi Junker unb Heinrich Schicer. Gnbllch hatten in Münster auf biefer Stufe Erfolge: Heinrich Pfeffer, Erich RuppeL Waller Klös unb Karl Heß. Die Sieger würben mit ben Eichenlaubktänzen, ble ihre Schulkame- rabinnen gefertigt hatten, geschmückt.
Die Deutsche Bühne für Dolkshygiene hat unter ber wissenschaftlichen Mitarbeit deS gegenwärtig bebeutenbftcn Ktebssotschets, Geh. Rat Prof.
Blumenthal, “Berlin, bie Ktebsktankhei- ten in einem eigens zu biefem Zweck geschaffenen Schauspiel dramatisch behanbelt, ba gerade bas von bet Bühne gesprochene Wort in Ber- binbung mit einer interessanten bramatischen Handlung ganz anbets im Gebächtnis hosten bleibt, als ein Vortrag ober eine Schrift. Das Schauspiel, betitelt „D i e Tragöbie bes Arzte s", kommt am kommenben Montag. 21. September, 20 Uhr, im hiesigen Stabttheater zur Ausführung Vor bet Aufführung wirb Universitäts-Professor Dr. d. I a s ch k e, Direktor ber Universität«-Frauenklinik in Gießen, über bie Bebeutung ber Krebskrankheiten einführenbe Worte sprechen.
Qliemanb sollte versäumen, biesen lehrreichen unb spannenben Qlbcnb mitzuerleben, benn bas Kapitel „Krebskrankheit" geht jeben an. Vor allem seien bie Frauen barauf hingewiesen, benn biefe sinb ben Gefahren ber Krebskrankheiten am meisten ausgesetzt Man beachte bie Anzeige.
Oer Zusammenbruch des Laubacher VorschuhveremS vor Gericht.
Das Gießener Schöffengericht verhandelte gestern den ganzen Tag über den Strafprozeß wegen des Zusammenbruchs des Dorfchußveteins L a u b o ch. Don den drei Angeklagten wurden der frühere Rechner des Vereins B. aus Laubach und ein früheres Aufsichtsratsmitglied Sch. aus Laubach wegen Vergehens gegen § 146 bes Genossenschafts, gefetzes zu je neun Monaten Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe, ein Sagewerksbesitzer S). aus einem Orte bes Siegkreffes wegen Wechsel- falfchungen zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Näheren Bericht über die Verhandlung werden wir morgen bringen.
Zunahme der Wohlsahrtserwerbslosen in Hessen.
WSN. 3m Dolksftaat Hessen sind noch den neuesten Ermittelungen des Hessischen Landes- statistischen Amts die von den Arbeitsämtern anerkannten, bei den Dezirksfütsotgestellen gezählten Wohlfahttsetwetbslosen von 27007 im Vormonat auf 28 095 am 31. A u g. gestiegen. Von dieser Zahl entfallen 17 048 allein auf die fünf größeren Städte (gegenüber 16 629 im Vormonat). Zwar weisen einige Bezirke einen geringfügigen Rückgang auf, die Mehrheit der Kreise, auch der überwiegend agrarischen, erfuhr ;edoch eine weitere Zunahme ber Wohlfahrts- erwetbs losen.
Gictzener Wochcnmarktpreisc.
Es kosteten auf bem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-150, Matte 30-35 Pf. bas Pfunb. Eier 10-11 Pf. bas Stück, Käse 10 Stück 60—140 Pfennig, Wirsing 8—10. Weißkraut 6—7, Rotkraut 8-10, Gelbe Rüben 8—10, Rote Rüben z—10, Spinat 20—25, Römischkohl 8—10, Dohnen 15—25, Unter-Kohlrabi 5—6. Tomaten 15—20, Zwiebeln 8—10. Meerrettich 40—90, Kürbis 5—6, Pilze 20—25, Kartoffeln 3,5—4, Frühäpfel 8—10,
Falläpfel 3—4, Aepfel 8—10, Dirnen 8—15, Dörrobst 30—35, Pfirsiche 40—60, Preihelbeeren 30 bis 35, Drombceren 30—35, Zwetschen 10—15, Honig 40— 50, Nüsse 35—40, Junge Hähne 90—100, Suppenhühner 80—100 Pf. ba« Pfunb, Tauben 50—60, “Blumenkohl 30—70, Salat 5—10, Salat» gurken 10—20, Cinmachgurken 2—4, Enbivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 8 — 10, Lauch 5—10, Rettich 10—15, Sellerie 10--40 Pf. bas Stück, RabieSchen 10—15 Pf. bas Dunb, Wirsing 6,00, Weißkraut 3,50-4.00. Rotkraut 6,00, Aepfel 5.00-8,00, Kartoffeln 2,80—3,00 Mk. per Zentner.
Pornotizen.
— Tageskalenber für Donnerstag: Dezirksverein Norbost Besprechung 20.30 Uhr im Aquarium. — Volksbund Deutsche Kriegsgräber- fürforge 20.15 Uhr Großer Hörsaal ber Universität Lichtbildervortrog. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße : .... unb bas ist bie Hauptsache". Auf ber Bühne: .Fassinis" Hunbe-Sport-Revue. — Astoria-Lichtspiele: .Die fliegende Flotte".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als 12. und letzte Vorstellung der Sommerspielzeit gelangt am Sonntag, 20. September, Meyer-Forsters Schauspiel „Alt-Heidelberg" noch- mals zur Aufführung, um auch denen, die zu der Erstaufführung keine Starten mehr erhalten konnten, Gelegenheit zu geben, dieses Stück zu besuchen. Die Besetzung des Werkes, das nicht in den Winterspiel, plan übernommen wird, ist die ber Erstaufführung. Spielleitung hat Karl Sold. Beginn der Vorstellung 19 Uhr, Ende gegen 22 Uhr.
Taten für Tounerctaq, 17. September
Sonnenaufgang 6.02 Uhr, Sonnenuntergang 18.37 Uhr. — QKonbaufgang 13.37 Uhr, Mond- Untergang 20.30 Uhr.
1631: Sieg Gustav Adolls über Tilly bei Drei- tenfelb; — 1805: ber preußische Staatsmann Karl Otto v. Raumer in Stargarb geboren.
•• Aufgehobene Straßensperre. Mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. D. (0L v. D.), Gießen: Die Sperrung auf btr Straße Linbheim — Dübelsheim ist wieher aufgehoben.
•• Auszeichnungen für Tierpflege. Gelegentlich ber 50. Haupwersammlung bes Tierschutzvereins für Hessen, bie am 9. September in Schotten ftattfanb unb über beren Verlauf wir bereits berichteten, wurde u. a. auch der Beschluß gefaxt, Oenbarmeriebeamten, Polizerbeamten unb treuen Tierpflegern für Verbienste in ber Tierpflege Diplome unb Gelbgeschenke zu übermitteln. Wit ben Auszeichnungen unb Gelbgeschenken sollen 36 Genbarmeriebeamte, 25 Polizeibeamte unb 70 treue Tierpfleger bebacht werben. In der Provinz Oberhessen sind es folgende: Polizei- Äufsichtspersonal: Löchel (Kirtorf), Cloos (Ober-Erlenbachs L. Schmalz (Wenings), Mersch- rob (QDenings), Weitzel (Lauterbach), Katzenmeyer (Schlitz), K. Philippi (Schotten), Fomoll (Grünberg), Schalter (Lich), von ber Au (Lollar) unb Hahn (Alsfeld); Polizeibeamte: Rieh (Gießen), Löffler (Gießen), Hainer (Gießen), Decker (Gießen) und Seip (Bad-Nauheim); treue Tierpfleger: Heinrich Fuchs, Olugust Kister
(Qntenburg); Rudolf Weicker, Lina Geisel (Hel- mertshausen); Olldert Olohl (“Blofeld); Andrea« Olppel (Leidhecken); Friedrich Lenz (Ortenberg); Heinrich Fersler, Georg Jckler (Friedberg); Frau 21 arg. Köhler (Heblo«); Heinrich Nie«. Heinrich Göv. Heinrich Kafper Döring. Johannes Möller VII., Philipp Koch. Johanne« SchmidL 3o- banne« Q5eier, Andrea« Moller, Heinrich Georg (Stockhausen); Karl Schröder. Joseph Descamp («Schotten); Georg Ditsch (Lauterbach); Biehl (NudingShain).
" Warnuna vor einem Arznei« mittel - Betrüger. In letzter Zeit reist ein anacblicbcr Eduard Jahn au« Ober-Wecßbach ^Thüringen) in Hellen und den anarenzenden Ge- bieten umher und bietet in«besondere der ländlichen Devölkeruna Präparate gegen Asthma und Dronchial-Katarrh an Er fordert für sein wertloses Mcttelchen 10 bis 30 2lark unb ocrfidicrt ben zahlreichen Käufern, baß burch Einnehmen de« Mittel« ihr Leiben innerhalb 14 Tagen geheilt fei. Da« LandeSkrimmalpvlizeiamt in Darmstabt warnt vor bem Betrüger und bittet, bei seinem Dorsprechen bie Polizei zweck« Festnahme zu ver- ftänbigen.
Kunst und Wissenschaft.
Da» Herbstprogramm de» Insel-Verlage».
An ber Spitze der Neuerscheinungen des Insel« Verlags im Herbst 1931 steht der Insel-Alma» nach, ber diesmal, dem großen Gedenktag de» nächsten Jahres entsprechend, ein Goelhe-Almanach sein wird. Au» demselben Geiste geboren ist da» Buch „Die Kun st der Goethezeif von Franz Landsberger, in dem zum erstenmal eine wirkliche Kunstaefchichte dieser Epoche geboten wird. Drei Autoren find mit neuen erzählenden Werken vertreten: Hans Carossa mit dem Buch „Gion", Albrecht Schaeffer mit fünf unter dem Titel „Das Dpfertier" zufammengefahten Erzählungen. Karl Heinrich W a g g e r l mit dem Roman „Schweres Blut". Die Derollentlichung von Rilkes Nachlaß wird mit bem Bank» „Briefe unb Tagebücher aus der Fruhzeit (1899—1902)" fortgefetzt. Aus der englifchen Literatur erscheinen drei neue Werke: ber Roman „Die gefieberte Schlange" von Davib Herbert Lawrenze, ber Novellenband „Nach bem Feuerwerk" von Aldous H u x l e y unb von Ralph H. Mottram „Wesen unb Geschichte ber Finanzspekulation". Besonbere» Interesse wird die neue Auflage ber „Abenteuer an ber Elfenbeinküste" de» vor kurzem verstorbenen Trader Horn finden, nach dessen Buch von der Metro-Goldwyn-Mayer ein Film hergestellt wurde, ber im Herbst auch in ben brutschen Filmtheatern läuft. Als kostbarste Unter- nehmung diese» Jahre» zeigt ber Insel-Verlag bie originalgetreue Wiedergabe von dreißig Hand- Zeichnungen Goethe» an.
„Die Heilung durch ben Geist."
Die große Stuhle von Stefan Zweig über Mary Baker - Ebdy. bie Segrünberin ber Christian Science, in seinem Buche „Die Heilung burch den Geist" (Insel-Verlog, Leipzig) hat ein halbes Jahr nach ihrem Erscheinen nicht weniger al» drei Theaterstücke gezeitigt. Ernst Toller und Hermann K e • ft e n haben danach ein Drama „Wunder au» Amerika". Ruth Langner ein Drama „Die Hei- liye aus Amerika" unb ber schweizerische Dichter Cäsar o on A r gleichfalls eine Tragödie gestaltet, bie alle drei in btefem Jahre über bie beutschen Bühnen gehen sollen.
Neuigkeiten im Berlag Lngelhorn. Stuttgart.
Im Herbstprogramm des Verlages find folaenbe Neuerscheinungen vorgesehen. Otto Flake: Bilanz. Versuch einer geistigen Neuordnung. — Dr. Han» Leo G o e tz f r i e b : Romain Rollanb. Das Weltbild im Spiegel seiner Werke. — Dr. Erich Salomon: Berühmte Zeitgenossen in unbewachten Augenblicken. 112 Photos mit einer Einleitung und vierfprachigen (Erläuterungen. Text und Photographien vom Ber- faffer. — Gras Alexander Stenbock-Fermor: Deutschland von unten. Reise in die proletarische Provinz. — „M enschen auf der S t r.a ß e " 34 Variationen über ein einfaches Thema. Eine Antho- logle moderner Dichter mit Bildern. — Cicely Hamilton: Eine Engländerin entdeckt Deutfchland.
(Ein neuer Jrenffen.
Ein neues Buch von Gustav F r e n f f e n erscheint Ende September unter bem Titel „D e r brennende Baum" bei K. Grote, Berlin. Es ist eine Erzählung aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, in deren Mittelpunkt die Zerstörung Magdeburgs durch die Kaiserlichen steht.
Srieffaflen Der Keöaffion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ber Schnftleitung.)
Doftabonncnl Darmstadt. In Ihrem Falle wird nach sechswöchiger Sperrfrist Erwerbslosenunter, stützung gezahll. Zur Beachtung von Einzelheiten empfehlen wir Ihnen, sich vor Der Kündigung mit der Direktion bes Arbeitsamtes in Verbinbung zu setzen. Rente aus ber Angestelltenoersicherung wirb im Normalfalle erst vom 65. Lebensjahre ab gewährt, nur wenn Die Berussunsähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt durch ärztliche Bescheinigung nachgewiesen wird, kommt auch die Rente früher zur Auszahlung.
Aus öem Amtsvei-kündiqungsblall.
• Da« Amtsverkündigungsblatt Ql r. 6 3 vom 15. September enthält: Die 'Bekämpfung politischer Ausschreitungen. — FeldbereinfM gung Lauter. — Dienstnachrichten.
kirchliche Jlochnchten
Israelitische Gemeinden.
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 19. September. Vorabend 6 15 Uhr; morgens 8.30; abends 6.40 unb 7.20 Uhr
Israelitische Religionsgefellfchafl. Sabbatfeier ben 16 September. Freitag abend 6 05 Uhr; Samstag vormittag 8; P r e b i g t ; nachmittags 4; Sabbatausgang 7.20. — Wochengottesdienst: Sonntag, morgen» 5, an ben übrigen Tagen 6.30; abends 6 Uhr.
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