Dienstag, 17. ZebruarstM
(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffeit)
Nr. 40 Zweites Blatt
SJl.-'fpott
und
Nachdruck verboten
9. Fortsetzung.
1:8.
Kreisen der Bo-
Fuhball-Orohkampf auf dem Waldsporlplah. vfv. G'eßen (Liga) — Borussia Fulda
Ich kann nicht kommen. Ich kann dein Glück nicht sehen, obwohl ich es dir von Herzen gönn'. Es — geschah alles um eine Frau. Wendsbrück!"
„Wann geschah denn nicht a Unglück um eine Frau! Aber Dah es gerat)’ um die Fürstin gr- schah! Sie ist ja schön: aber ich hab' doch stets geglaubt, dein Geschmack bewegt sich in einer anderen Richtung, obgleich ich auch jetzt nicht Vagen könnt', wen du nun eigentlich richtig geliebt hast. Ich hab' alles immer für ein flüchtiges Strohfeuer gehalten bei dir. Du, was sagst denn nur zu der Verlobung Bonenbirchners mit Maria von Worthy? Hat der Mensch noch Töne? Warum nimmt sie gerat)' den? Wir waren alle erstaunt. Aber die Verlobung ist gestern öffentlich bekanntg:geben worden. Es hat in allen Leitungen gestanden."
Eraf Kentner lächelte.
„Ich habe die ganzen Tage noch keine Zeitung. gelesen, Wendsbrück."
„Ach so — hm!' .
„Nimm es mir nicht übe! und grüß deine reizende Frau."
„Danke! Ich werd' was abkr.egcn, denn natürlich denkt's Annerl, das; ich meine Sach nicht gut g'rnacht hab'. Ra, i werd' sie ha.t versöhnen und nehm' mir hier das Dild von dir mit.“
Ehe Eraf Kentner e.was sagen konnte, hatte sich Varon Wendsbruck das Vild tom Schreibtisch herübergelangt. Dabei sah er die beiden Revolver. Gelassen steckte er erst einmal das Vild in feine Talche. dann besah er sich die Was.en.
„Feine Sache! Und das Wappen vom Prinz Forgentheim macht sich wirklich ausgezeichnet auf dem Griff hier. Schad', er hat das Wasser! so gern gezeigt bei jeder passenden, meist nicht passenden Gelegenheit. Schick s ihm doch wieder zu, er könnt's halt vermissen."
Graf Kentner antwortete nicht, aber ein bitteres Lächeln war um seinen Mund, als er den Freund ansah.
Der wurde verlegen, putzte an den Waffen herum und meinte dann:
„Mach' keine Dummheiten, du. Damit schaffst nichts aus der Welt. Zeig' ihnen die Zähne. Dich hat doch ein widerliches Mißgeschick in den ganzen Unfug hineingelrieöen."
„Der Grund ist jetzt gleich — die Gesellschaft hat über mich den Stab gebrochen, das Regiment ist bloßgestellt, und ich hab' die Wiener von meinem Anblick zu befreien."
„Sonst noch was? Verdammt noch mal. wenn ich doch hier die ganze Sach' schlichten könnt ."
„Kannst du nicht und darum laß uns endlich schweigen davon. Ich werd' dir den heutigen Freundschaftsdienst jedenfalls nie vergessen."
„Schön, dann wirst du ja auch keine Dummheiten machen. Ich geh' also jetzt und nehm' die , Annerl beim Wort. Die hat nämlich gesagt.
wann ich den Kentner nicht mitbring', erhalt' ich
Er lebte sein Leben für sich in den nächsben Tagen. Er sah feinen von den Kameraden. Er ging nicht aus. Wozu auch? Ein Mensch, den Die Welt, die Gesellschaft abgetan hat, der gehörte in den Winkel. Zudem würde man wohl von ihm allgemein erwarten, was Prinz Forgentheim von ihm erwartet hatte. ,r _
Ein schräger Vlick ging zum Schreibtisch. Dort ruhten die beiden Revolver nebeneinanber.
Ganz ruhig, ganz nebensächlich erwog Graf Kentner, ob tatsächlich durch seinen Freitod etwas an der Sache gebessert würde.
Geschwiegen hatte seine Durchlaucht nicht! Rittmeister Forgentheims liebevolles Geschenk war der Beweis dafür.
Graf Kentner trat zum Schreibtisch, öffnete das Fach, betrachtete die beiden Revolver. Besah sic sehr genau, ließ sie auf dem Schreibtisch liegen. Auf das bißchen Leben kam es nicht an. Es kam nur darauf an, was eigentlich das Bessere war.
Und am fünften Tage nach dem Auftritt im Hause des Fürsten kam Gottfried Wendel von Wendsbrück, der luftige Kamerad, der seit einem Jahre verheiratet war und unsinniges Glück gefunden hatte, wie er Graf Äentncr immer versicherte, wenn sie sich zufällig einmal in diesem letzten Jahre irgendwo getroffen hatten.
Der kam! .
Draußen im Flur hörte Graf Kentner ferne luftige Stimme, mit der er von vornherein der Situation zu Leibe ging.
„Nichts da, Stephan, für mich ist er da. Quatsch doch nicht, ich versteh' dich ja: aber wenn er nu mal für mich da ist, so höre doch und nimm deinen Rücken von der Tür weg, sonst stech' ich mal bitfcrl mit dem Säbel ’rein. Siehst, da geht s gleich. So, mein Sohn, hier hast' was und nun hör' auf mit Zähneklappern. Schließlich frißt er erst mich." ,
Gemütlich schob sich Baron Wendsbrück ms Zimmer.
Graf Kentner sah ihm entgegen und rührte sich nicht. r
„'n Tag, Kentner. Hu, nich mal ’ne Patsche! Schön, ’ne Verbeugung tut's auch. Ich setz' mich also, selbst auf die Gefahr hin, daß ich in deinen schönen, gefährlichen Augen ein Drifter Flegel bin. Viele Grüße von meinem Annerl, und du sollst heute auf jeden Fall mit zum Abendbrot kommen. Die Kleine bewundern! Und Hummer
allen Situationen gewachsen schien.
Der Platzbesiher war von vornherein maßgeblich gehandicapt durch das Fehlen von Bingel. der sich aus gesundheitlichen Rücksichten darauf beschränken muhte. Zuschauer $u fein. Zwar wuchsen die VfBer in diesem Spiel über ihre sonstige Form hinaus, zeigten eine wesentlich bessere und exaktere Zusammenarbeit als man sie sonst fest stellen kann, an das Können der Gäste reichten sie indessen doch nicht ganz heran. Ganz besonders sinnfällig war die Unsicherheit in der Ballbehandlung, die es immer wieder mit sich brachte, daß der Gegner die meiste Zeit den Ball beherrschte. Die Kombinationen der Hiesigen ließen außerdem jene Klarheit vermissen, die die Gäste auszeichnete. * Balser im Tor stand vor einer schweren Auf- gäbe, für die hohe Niederlage darf man ihn aber erst zuletzt verantwortlich machen. Der Sturm und die Läuferreihe gaben sich redliche Mühe, die Verteidiger arbeiteten (bis auf einen unverzeihlichen Fehler) aufopfernd, ab'r das alles half nichts — die Boruffen waren eben auf der ganzen Linie beffer.
Für den Spielverlauf bleibt deshalb nicht mehr allzuviel zu sagen übrig. Durch das erste Tor, das die Fuldaer bereits in der ersten Minute erzielten, liehen sich die Grün-Weihen noch nicht düpieren. Diesem ersten Tor folgte eine ganz große Viertel stunde am Spiel der beiden Mannschaften tonnte man seine helle Freude haben. Eine Feldüberlegenheit der Borussen war trohdenr unverkennbar, die Gießener behaupteten sich nach bestem Vermögen und lieferten einige schone Durchbrüche, versiebten aber innerhalb ganz kurzer Zeit drei glänzende Ehancen. Vorübergehend hielten die VfBer das Spiel offen, konnten aber nicht verhindern, daß in der 25. Minute; das zweite <£or für Borussia fiel. Diese Torent- scheidung des Schiedsrichters wurde allerdings vom Publikum nicht sprachlos aufgenommen. 3n der 37. Minute fiel nach lebhaftem Hm und Her der erste und einzige Treffer für Gießen. Eine schön vorgelegte Flanke von Mattern, von Haupt getreten, landete unhaltbar
gibt's auch. Hab’ ich alles ausgerichtet? Ich glaub', es war alles. Wenn ich was vergessen hab', kann ich mich freuen, mein Annerl hat s mir so streng aufgetragen."
Graf Kentner kam auf ihn zu.
„Du kommst zu mir? Du'^"
Baron Wendsbrück schluckte, bann meinte er:
„Warum sollt' ich denn nicht zu dir kommen? Etwa, weil du. mir solche Augen machst? Stört mich nicht, mein Lieber, ich komm', wann ich will. Vielmehr, wann's mein Annerl will."
Graf Kentner streckte ihm die Hand entgegen.
„Du riskierst mit diesem Besuch, daß man dir eins auf die Rase gibt", sagte er warnend.
„Ach wo! Und wenn, sie ist ja breit genug und verträgt einen Puff. Aber Späh beiseite. Gegen dich hat keiner was. Beim Regiment doch nicht.'
„Beim — Regiment nicht?" .
„Olein! Beim Oberst fängt'« an, und beim jüngsten Leutnant hört's auf. Was geht denn das Regiment privatim deine Rauferei mit dem Bo- nenkirchner an? Der hat seine Senge besehen — grobartig. Ich Habs ihm gegönnt"
„Wendsbrück, sei ernst! Was willst du hier?
„Dir meine Freundschaft beweisen, sehr einfach. Und mein Annerl läht dir sagen, du möcht'st auf alle Fälle beut’ kommen, damit du net so allein bist. Und ich, na, ich bring’ dir durch den Besuch zum Ausdruck, wie das Regiment über feinen Kentner denkt trotz allem.“
„Wendsbrück!" , „ r, ,,
Graf Kentners Finger umschlossen krampfhaft Baron Wendsbrücks Hand.
Au du! A Courag’ hast ja scho immer g'habt: aber jetzt, na i dank'. Blaue Flecken werd' ich ^Wendsbrück, kennt man den Grund?"
„Hm! Der tut nichts zur Sache. Das mach' aus, wo es hingehört." „
„Dort liegt mein Abschiedsgesuch, Wendsbrück.
„Tja, heulen könnt' man. Das ganze Regiment ist verschandelt, wenn du fehlst. Dah so eine harmlose Sach' gleich solch' alberne Folgen haben muh! Das heißt, harmlos ist's gewiß für den Bonenbirchner nicht gewesen, der liegt halt noch jetzt zu Bett. Und da wir gleich bei der G’fchichf sind: Bonenbirchner wird dir die bewußten zwei Herren schicken?"
„Ich hoffe es!"
„Schönchen. Dann nimm du mich und Den Göllner. Der hat mich gebeten. Dir Das zu sagen."
„Ich — Dante — euch!“
Graf Kentner wandte sich ab.
Und Wendel von Wendsbrück zog das Taschen- ^Mach' Doch das Fenster zu, Karl! ES fliegen einem ja Mücken in die Augen."
Graf Kentner wandte sich um.
„Bist ein guter Kerl, Wendsbrück. Doch — ich bitt' Deine liebe Frau vielmals um Entschuldigung.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
1. Jugend — Ridda 1. Jugend 6:1 (3:0).
Die Mannschaft des Gastes war nicht so stark wie man erwartet hatte. Trotzdem die 1900er mit vier Ersatzleuten antreten muhten, konnten sie das Spiel mährend der ganzen Zeit überlegen gestalten. Im Sturm zeigte sic dazu verschiedene gute Einzcl- Iciftungcn. Bis zur Paufe wurden dann drei Tore erzielt. Eine Umstellung nach Halbzeit nützte dem Gast auch nicht viel, er muhte sich jetzt ein Spiel fast ausschließlich in feiner Hälfte gefallen lassen. Beim Stande von 5:0 für 1900 konnte Nidda aus einem schnellen Durchbruch fein Ehrentor erüclen. 1900 setzte sich jetzt bis zum Schluh im Strafraum des Gegners fest und war noch einmal erfolgreich.
3. Jugend — Jlcnfungen 1. Jugend 1:2 (0:2).
Das Spiel ging deshalb verloren, weil der nötige Zusammenhalt in der Mannschaft fehlte und ein- zelnc Stürmer vor dem Tore gar zu hilflos waren. Durch ein sch mes Eigentor kam der Gast in Füh- rung und erhöhte bis zur Pause auf *2:0. Nach dieser stellte 1900 um und war nun meistens überlegen. Von mehreren sehr guten Torchancen wurde jedoch | nur eine verwertet.
Der 50 fiilomctcr-Dauerlauf bildete am Montag den Abschluß der internationalen Skimeisterschastcn in Oberhof Auch in dieser .Prüfung belegten Ine norweg.schcn Läufer wieder die ersten Plätze, aller- dings diesmal von den Schweden hart bebrängt Die Beteiligung an dem Rennen war nicht sehr stark, da sich von 46 gemeldeten Läufern nur 25 am «tart einfanden. Unter den Fehlenden befanden sich manche der Prominenten, u. a. auch Rudstadstuen. Sieger wurde der Norweger Ole Stencn in 3:52:09 Stunden vor seinem Landsmann Peder Vavgli und dem Schweden Lindberg. Der beste deutichc Teil nehmcr war Otto Wahl, der sich an achter Stelle placierte. Auf der schönen Strecke gab es einen harten Kampf zwischen Lindberg und dem eine halbe Minute später gestarteten Sieger Stencn, der den Schweden nach dem 40. Kilometer überholte
Ergebnisse: 1. Ole Stencn (Norwegen) 3:52:09; 2. Pedcr M. Bangli (Norwegen) 3:52:35; 3. Lindberg (Schweden) 3:55:44; 4. Nils Suacrb (Schweden) 3:58.52; 5. Christian Hovde (Norwegen) 3:59:10. 6. Hugo Witzell (Schweden) 4:02:19; 7.An° ton Barton (Tschechoslowakei) 4:12:28; 8. Otto Wahl (Deutschland) 4:13:51. Die weiteren Deutschen waren Ernst Krebs (11), W Sparer und K. Richter (10.
17.), E. Mark und W. Schneider (19. und 20).
DerMim der das Lachen verlernt hat. Vornan von Gert Gothberg.
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale)
Zugend-Ski-Tag auf dem Hohsrodskopf
Veranstaltet vom Verband Mitteldeutscher Ski-Vereine.
im Tor der Fuldaer. Zwei Minuten vor Halbzeit fiel durch einen viel kritisierten Fehler der Verteidigung das dritte Tor für Fulda Rach Dem Wechsel fanD Das Spiel in etwas matterer Form seine Fortsetzung. Balser hatte einige Male Gelegenheit, gut abzuwehren, der Torwart des Gegners hielt einen Ball in fabelhafter Manier, in Der 8. Minute erhöhten die Gäste auf 4:1. Damit war Der Widerstand Der BfBer gebrochen (zudem noch Kreß herausgestcllt werden muhte). In regelmäßigen Abständen fielen weitere 4 Tore, die Kampfhandlung flaute merklich ab, die Gießener mußten sich hoch geschlagen bekennen. Die Borussen siegten verdient und rücken nun an Die Stelle des ernsthaften Bewerbers um die Meisterschaft der Gruppe Süd. Das Spiel litt unter einer schlechten Schiedsrichterleistung. Das Publikum verhielt sich nur teils diszipliniert. Das Wort „Schiebung' sollte verpönt sein; es hat aus dem Fußballplatz nur selten wahrhafte Berechtigung.
Wohl noch nie Hut dcr Hoherodskops so viele I tüchtige jugendliche Ski Läufer gesehen wie am > Sonntag. Hcrgezogcn tarnen sie aus Gersfeld (Rhön), aus Frankfurt, Wetzlar, Fulda, Ajchaffen- bürg, Offenbach, Gießen, Grünbcrg, Alsfeld, Lauterbach, Schotten, Mainz, Staffel, Friedberg, Bad- Nauheim. Aber auch die Volksschulen von Breungeshain, Lanzcnhain, Rudingshain, stellten eine stattliche Anzahl heimischer Läufer, von denen die Breungeshaincr auch Preise, darunter einen ersten, davontrugen. Zum erstenmal zeigten sich die Vogelsberger selbst mit dem SH Lauf verwachsen, den sie seither meist nur den aus dcn Städten überlassen hatten. Annähernd 100 Meldungen lagen vor.
Den Bogel schossen die Jungens aus der Rhön ab.
Man merkte den Gcrsfeldern an, daß sie Jahr für Jahr dcn Schnee vor dcr Haustür und dcn Sprunghügel um die nächste Ecke liegen haben.
Und doch war es erstaunlich, wie elfjährige Rhön« jungens über die große Schanze gingen, morscher Absprung, Vorlage, gestandene Sprünge von guter Weite; das verspricht eine Skiläufergeneralion zu werden. Aber auch mehrere Mitglieder aus den Jugendgruppen Frankfurter Skivereine konnten fich sehen lagen. Nur vereinzelt erscheinen unter den Siegern 3ugcnbnütglicber aus den Skiklubs Kassel, Gießen, Fulda, Alsfeld, Wetzlar, Grimberg, Weiterau (Friedberg, Bad-Nauheim), Schotten. Zu dem letzteren Skiklub („Blau weiß") gehört Rudi Bender, Hoherodskops, dem beim Langlaus leider die Bindung riß und der erst feit drei Tagen mit dem Sprunglauf begonnen hatte.
Länge und Art der Laufstrecken waren Den Kräften der Jugendlichen angepaßt. Alle 9- bis 14jährigen sowie alle Mädels bis 18 Jahre hatten im Wesentlichen nur einen Ablauf zu leisten vom Tausstein die lange Schneise hinunter. Denselben Start hatten die 3-Kilometer-Läufer (14 bis 16 Jahre). Sie liefen in die Strecke der 5-Kilometer- Läufer (16 bis 18 Jahre) ein, bie sich vom Klub- Haus rings um den Taufstein bis an die Breunges» Hainer Wiesen zog.
Dcr Winter meinte es gut mit dem Unternehmen. Die Schneemassen brauchten nicht höher zu liegen und der Winterwald sah in schweigender Pracht
an Schmalzkuchen, au dem ich erwürg'! Lebwohl, Äentncr. Alsdann bis auf weiteres. "
„Lebewohl, Freunderl. grüß mir das Rcgt- ment und sag dem Göllner, daß ich ihm danl.
Psei'end schritt Baron Wendsbrück die Treppe hinunter. Was er pfiff, wußte er nicht, und dcr Hausmeister dachte: „Der hat wohl einen ^Abcr Baron Wendel von Wendsbrück pfiff auch auf der Straße, pfiff feine falschen Melodien unentwegt, weil es das einzige Mittel war, daß et nicht in ein trostloser Heulen aus brach.
Am Abend ging Graf Kentner ins Hotel Sacher. Was man nicht hatte glauben wollen: er war plötzlich da. Und dann tobte er die Rächt h.ndurch in dem bekannten Lokal von Ianoff herum. _ . . _
Am anderen Tage erh.elt er einen Brief, er kam von Der Fürstin Leobstein und lautete:
„Sehr geehrter Herr Graf!
Warum nun eigentlich Der ganze Skandal? Mein Mann verzichtet auf eine Klage wegen Hausfriedensbruchs. Er w rd in der Öffentlichkeit behaupten, daß ihm die Rauferei zwischen Bonenbirchner und Ihnen nichts angeht, daß er zuerst einem Irrtum zum Opfer gefallen ist und dah er nichts gegen Sie hat. lind mit Bonenbirchner ist's doch auch erledigt? Vielleicht behält Wien Sie nun doch? Es wäre fo schade, wenn S e nun trotzdem noch gingen. Kentner ich hab' meinen Mann so weit gebracht! S.e sollten nicht wegen einer Sache Der Gericht, an der eigentlich ich schuld bin. Verzeihen Sie mir, Kentner.
Ihre Lena Leobstein.
Graf Kentner legte Den Brief beiseite. Also nicht!
Irgendwie fühlte er sich doch befreit.
Jetzt war alles aus der Welt geschafft! Doch dcr Skandal blieb, und genau fo eifrig, wie man jetzt gesorgt hatte, dah a.les gleich an die oberste Stelle kam, fo würde man ja auch in Zukunft nur darauf warten, ihn anzufchwärzen. Run, darüber hätte ec gelächelt. Aber er war sich klar darüber, dah feine Züchtigung an Dänen» Kirchner immerhin die Macht befaß. _ ihn als Offizier unmöglich zu machen. In günstigstem Falle wäre vielleicht noch eine Strafversetzung möglich gewesen. _ , ,.
Dann also schon lieber das Abschiedsgesuch?
Hm des Regiments willen war es gut, daß Fürst Leobstein die Dinge jetzt von einer anderen €>e:te aufgesaht zu sehen wünschte.
An Der Hauptsache aber konnte niemand mehr etwas ändern. Maria war die Geliebte Donen- birchners gewesen! „
Das war Der Untergang, zersetzte alle-, was gut und weich in ihm gewesen war. Das drückte das Siegel unter fein bisheriges Leben.
(Fortsetzung folgt.)
Mit großer Spannung sah man in ter Fußball-Enthusiasten dem Auftreten ruffen in Gießen entgegen. Viele Zuschauer hatten sich auf dem Waldspielplatz cingefunuen, schätzungsweise etwa 900 bis 1000 Personen. Wenn man davon absehen will, daß die VfB- Elf ihren Anhängern eine große Enttäuschung bereitete, indem sie sich mit so hohem Tor- unterlchied schlagen lieh (das Vorspiel endete 4 2 für Borussia), fo erfüllte Der Spielverlauf doch Die gehegten Erwartungen.
Die Gäste überraschten Durch ihre Spicv- weise auf das denkbar angenehmste. Selten noch sah man auf dem Waldfpielplah eine Mann- schäft die ein solches Spiel vorzuführen vermocht hätte. Die Boruffen bewiesen von' der Läuferreihe zum Sturm und von Der DerteiDi- qung zur Läuferreihe ein so ausgeprägtes gegenseitiges Derständnis. daß Die Erfolge dieser Mannschaft in erster Linie gerechtfertigt erf^i- nen läßt. Dazu verfügte jeder einzelne über eine Sicherheit Der Ballbehandlung, Die eine exakteste Kombination ermöglichte. Die Erfolge blichen nicht aus. Als letztes Bollwerk stand bei den Gästen noch ein Hüter im Tor, Der
2Ibf abrtsl auf für Mud d) e n (1,5 Kilometer): a) 12 bis 14 Jahre: Anni Muller, Frankfurt 5,2; b) 14 bis 16 Jahre. Hilde .noffmann, Wetzlar, 5,20, c) 9 bis 12 Jahre: Gertrud Kappes, Grünberg, 5,44. _ ,
Sprunglauf auf der großen .schanze (Hochft- mi gliche Punktzahl 160 Punkte) Jugendliche von 16 bis 18 Jahren 1. Siegfried Hofmann Gersfeld, 102,3 P; 2. Josef Eller, Gersfeld, 85,8 P/. 3. Han» Schäfer, Bad Nauheim. 79,3 P: 4. Niederhoff, Frankfurt, 76,5 P . 5 Rudi Bender, Hoherodskops, 74,8 P; 6 Ernst Müller, Frankfurt, 72 P.
Jugendliche von 14 bis 16 Jahren: 1. Otto Eller, Gersfeld, 90,3 P. „ m..
Jugendliche von 9 bis 14 Jahren: 1. Gunther Karthaus, Gersfeld, 97,8 P.. 2. Hans Rcinau Gersfeld, 92,3 P. 3. Ernst Niedling, Gersfeld, 89^ 45.
Dcr Abschluß in Oberhos.
dem Treiben zu. — So ist denn dcr Vogelsberg | zum erstenmal Sportgebict gewesen für den gejaulten Landesverband Mitteldeutscher Skivereine.
Dem Ski-Gau Vogelsberg war die Surchsührung der Läufe übertragen worden.
Insbesondere halsen Mitglieder der Skillubs Gie- ßen, Alsfeld, Grünbcrg, Wetterau mit, und stellten gemeinsam mit dem Vorstand des VMS. die Kampfrichter. Die Oberleitung am Wettlaustag lag in den bewährten Händen des Jugendwartes des VMS. Kart Haus, Gersfeld (Rhön). Dieser verkündete um 16 Uhr im großen Saal des neuen Klubhauses die Sieger, denen sofort die Diplome auszzehändigt wurden.
Die Ergebnisse der kennen:
ßanglauf für Jungens von 16 bis 18 Jahren (5 Kilometer): 1. Preis Gottfr. Franz, Gers- seid, 23,4 Min, 2. E. Müller, Franlfurt, 23,48;
3 K. Builhard, Gersfeld, 25,31, Br. Helfrich, Gersfeld, 25,31. 4. Ehr. Hartmann, Frankfurt, 25,37;
5. R. Edelmann, Kastel, 25,41; 6 Rudi Walter, Frankfurt, 26,25; 7. Erw. Adam, Fulda, 26:45,5;
8. Rudi Bender, Hoherodskops, 26,48; 9. Arnold Henze, Frankfurt, 26,52.
ßanglauf furJungcns von 14 bis 16 Iah. ren (3 Kilometer): 1. Abteilung, die die vorgesehene Strecke liefen: 1. Fritz Streck, Gersfeld, 15:53,5; 2. Reinhard Bär, Frankfurt, 16,28; 3. Karl Weigand, Gießen, 16:28,5. 2. Abteilung, die infolge eines Fehlers in der Markierung 0,75 Kilometer weiter liefen: 1. Will). Fischer, Gersfeld, 18,45; 2. Ludw. Welker, Alsfeld, 20,05.
AbfahrtsIauf für Jungens von 12 bis 14 Jahren (1,5 Kilometer): 1. Albert Strauch, Breungeshain, 5,3; 2. Walter Seifert, Gersfeld, 5,5; 3. Will). Mohr, Breungeshain, 5,7; 4. Ernst Weik- färb, Gersfeld, 5,9.
Abfahrtslauf für Jungens von 9 bis 12 Jahren (1,5 Kilometer): 1. Ewald Nicbling, Gers- st Id, 5,15; 2. Otto Gamilscheck, Wetzlar, 5,18, Gustav Appel, Breungeshain, 5,18; 3. Herm. Doll, Schotten, 5,19; 4. Heinr. Oestreicher, Breungeshain. 5,20; 5. Karl Jäckel, Breungeshain, 5,28.
Eisfchiehmeisterfchaflen von Eronberg i. T.
Der Gießener Lisvcrcin zweiter Sieger.
In dem schönen Taunusstädtchen Eronberg fand am Sonntag, wie alljährlich, ein Meisterfchaftsschie- ßen statt, das mit 10 Mannschaften eine glanzende Beschickung erfahren hatte. Veranstalter de:. Treffens war der dortige Tennis- und Eislaufverem. Den Gießener Eisverein vertrat die Mannschaft Schonebobrn, Klart, Pfannkuchen, Mohr. Die Gie- ßcncr halten zu beweisen, daß ihr Abschneiden v-’i den Siidwcstdeutschcn Eislchießmcistcrschasten kein Zufall war und das taten sie vollauf. Mit geringem Punttunterschied wurden sie Zweiter, und zwar wider allgemeines Erwarten. Noch nach dem 6 spiest legen die Hiesigen einwandfrei an der Spitze. V rft die drei letzten Spiele, die knapp auegingen, brachten die Mannschaft nm den verdienten 1. Platz, den der Veranstalter glücklich errang.
Ergebnisse: 1. Tennis und Eislausvercin Eronberg Note 1,761; 2. Gießener Eisve r - ein Note 1,718; 3. Sport«. Forfthausftr. Frank- furt Note 1,406.
Turngau Lahn-Oünsberg.
B e i dem Hallenturnen in Staufen- berg errangen die Turner des Turnvereins Wald- girmes Ludwig Leppner und Willy Schmidt gemeinsam den 5. und Georg Bernhardt den 6 Sieg der Oberstufe. Ferber, ßeppner und Schmidt werden ihren Verein bei dcn Verbandsmetsterschaften des Südwestdeutschen Turnverbandes vertreten.


