Dienstag, 17. $ebruar (951
181. Jahrgang
Nr. 40 Erstes Blatt
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Vrvck und Verlag: vrühl'fche Univerfirülr.vuch' und Stchtörudcrei B. Lange in Sietzen. Schristleitung und SefchäftrNelle: Zchullttatze L
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Dr Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THgnot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich m (Bieben.
Zweifrontenkrieg!
ein'
Worten losfagle. Vieser Politiker war wahrend
der
gierung soll während der Tagung der Cortes deren Präsidenten überlassen bleiben. Falls dieser verhindert ist, soll der Vizepräsident seine Funktionen übernehmen.
Bekanntlich war Sanchez Guerra früher Führer der Konservativen Partei, deren Leitung er niederlegte, als er sich seinerzeit vom König in heftigen
Helsingfors, 16. Febr. (WTB.) Bei den Präsidentschaftswahleii ist Soinhufoud im dritten Wahlgang mit 15 1 oon insgesamt 300 Wahlmänner st immen zum Präsiden- t e n gewählt worden. Für S t o h l b e r g wurden 149 Stimmen abgegeben. Soinhufoud ist mit den Stimmen der Nationalen Sammlungspartei, der Schwedischen Partei sowie der Landbündler, der Rechten uird des Zentrums zum Reichspräsiden-
Soinhufvud
wurde mit einer Stimme Mehrheit gegen Stohlberg zum Staatspräsidenten von Finnland gewählt.
Der Deichsernährungsminister hat mit zäher Energie die grundsätzliche Zustimmung deS Reichskanzlers zu weiteren umfangreichen Agrarzollmahnahmen für die sogenannte Deredlungswirtschaft erreicht. und es ist anzunehmen, daß eine entsprechende Dorlage aus dein Kabinett demnächst an die gesetzgebenden Körperschaften gelangen wird-, Wenn tqir über die neuen Pläne der Deichsregierung zutreffend unterrichtet sind, so laufen sie daraus hinaus, für Milch und Milchprodukte. für Fleisch. Dieh. Eier, kurz für die gesamte Dercdlungserzeugung der deutschen Landwirtschaft einen ähnlichen absoluten Zollring ~~ zurichlen. wie er zur Zeit für die Getreidewirtschaft bereits besteht. Der Ernährungstninister fordert dabei leine stabilen Zollsätze, sondern er will d i e Ermächtigung für sich selbst oder die Deichsregierung haben, die Zölle entsprechend der Weltmarktlage zu mani- pulicren. herauf- oder herabzusetzen, je nachdem die Preisgestaltung auf den Weltmärkten ist.
Sanchez Guerra.
Diklalur Prima de Rivera» in den Umsturzversuch oon Valencia verwickelt und deshalb vor ein Kriegsgericht ge st eilt worden. Man wundert sich, bah ein wann, der in so ungewöhnlicher Art die Person des Königs angegriffen hat, sich ihm nunmehr wieder zur Verfügung stellt. Die republikanischen Gruppen lassen durchblicken, dah eine derartige Regierung keine Lösung bringen könne. Sie seien deshalb entschlossen, ihr Ziel, die Errichtung der Republik mit allen witteln weiterzuversolgen und diesem Kabinett keinerlei Unter st ühung zu gewähren.
Zu bemerken ist noch, dah diese ehemaligen kon- seroalioen Führer, rote Sanchez Guerra, Bergamin und Burgos wazo, die auch zu den Kreisen der neuen Regierung gerechnet roerben müssen, seit ihrem Uebertritt in die Reihen der Konsiitutiona- liflen keine Partei oder sonstige wassen hinter sich haben, sondern lediglich als Linzelperso-
Hier seht auch die unseres Erachtens wichtigste politische Aufgabe Dr. Brüning s ein. Er dar sich durch den Abwehrkampf, den ihm die Opposition der Rechten mit ihrem Auszug aus dem Deichstag aufgezwungen hat, unter keinen Umständen in der Innehaltung feines Kurses beirren lassen, dessen sachliche Probleme ihn im Grunde zu einem viel schärferen Kampf gegen die Sozialdemokratie zwingen. Der Zweifrontenkrieg, den augenblicklich führen muh, ist unnatürlich, aber
Sturm über Spanien.
Wenn man die Depeschen, die aus Spanien einlaufen, mit einander vergleicht, dann muh man eigentlich den Eindruck haben, dah in Madrid bereits das Chaos herrscht und Spanien unmittelbar am Dorabend einer neuen chweren Devolution steht. Ganz so chlimm liegen die Dinge offenbar nicht. Wir haben uns nachgerade daran gewöhnt, dah die Berichterstatter der „sogenannten Weltpresse" nicht objektiv berichten, sondern ihre subjektive Aufsassung in die Tatsachen hineininterpretieren. Sie haben uns seitfünf Jahren erzählt, dah der Thron Alfonsos XIII. auf tönernen Füßen teht, schon damals als Primo de Divera die Diktatur an sich riß: dann später, als der unglückliche Marschall den Weg zur Duckkehr in geordnete Verhältnisse nicht fand, dann als der Karnevalsstreich des Fliegers Major Franco eine kurze Lufterschütterung herbeiführte, und jetzt bei Derengucr ist es genau das gleiche Bild.
Die tiefere Ursache für diese einseitige Einstellung ist darin zu suchen, dah Spanien politisch eine Sonderstellung einnimmt und der moderne Europäer sich in die eigenartige Mentalität dieses Dolkes nicht hinein- zufinden vermag. 3m Grunde ist der Spanier stolz aus die fünfzehn Jahrhunderte, die das Königtum besteht, sein Unglück ist nur. dah unter dem absinkenden Königtum eine vernünftige Fortentwickl ung versäumt wurde und eine Erstarrung einlrat, die einen an sich gefährlichen Gegensatz zwischen der im westlichen Sinne entwickelten Intelligenz und der groben analphabetischen Masse mit ihrem trägen Be- harrungsvermögcn auszeigte. Das Derhängnis Spaniens ist, daß irgendwo in den letzten Jahrzehnten ein Bruch entstanden ift; Spanien fand überraschend schnell den Anschluh an den Welthandel, das bedeutete für die Küsten Mo- dernisicrung und Industrialisierung, im Innern aber blieb alles beim Alten, nur, dah die Auswüchse des verkalkten Systems gerade für den Gebildeten immer deutlicher in die Erscheinung traten.
Primo de Divera versuchte auszugleichen. Es wäre ihm vielleicht gelungen, wenn nicht mitten in seine Bemühungen die grobe Wirtschaftskrise bineinbrach, die besonders schwer das arbeitende Spanien traf und hier nun eine Unzufriedenheit erzeugte, die sich wieder aus rein politisches Gebiet übertrug. Der König, der ein guter Diplomat ist, hat es bisher verstanden, die Fäden in der Hand zu behalten. Diesmal hat er, wie uns scheinen will, etwas übereilt aus Grund der von allen Seiten angedrohten Wahlsabotage sein Dekret über die Ausschreibung der Deuwahlcn zurückgezogen und den versuch gemacht, mit Sanchez Guerra ein Kabinett zu bilden, das den Weg zum konstitutionellen Sy - st e m finden soll. Bedauerlich für ihn, dah er immer wieder mit Menschen arbeiten muh, die schon vor der Diktatur Primos eine Rolle spielten: dah der Dachwuchs nicht nur den monarchischen Parteien, sondern auch den revolutionären Parteien fehlt. Was Spanien braucht, ist eine Generation des Ausgleichs. Und wenn der König den Weg zu ihr nicht findet, dann kann es ihm allerdings geschehen, dah die naheliegenden Parallelen, die das Madrid von 1931 mit dem Paris von 1789 miteinander vergleichen wollen, auch in der Weiterentwicklung ihr Recht behalten.
SanchezGuerrasprogramm.
Ter Ruck nach linls
Madrid, 16. Febr. (111.) Der König Hal den ehemaligen Ministerpräsidenten Sanchez Guerra mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt. Sanchez Guerra hofft, noch im Laufe des Montags das Kabinett zusammenstellen zu können, das sich demnach in der Hauptsache aus jenen linksstehenden monarchistischen Kreisen ;u- sammensetzen wird, die die Wahlsabotage betrieben haben und versaffungsgebende Cortes anstreben. Ihr Programm ist, innerhalb dreier Monate die Gemeinde- und Provinzial- wählen durchzuführen und sofort nach Ablauf dieser Zeit allgemeine Wahlen für ein verfassunggebendes Parlament abzuhallen, dessen Beschlüssen der König sich zu unterwerfen haben wird. Solange die Cortes nicht die für notwendig erachteten Probleme gelöst habe, soll der König die Cortes nicht vertagen noch auf eigene Initiative das Ministerium umbilden können. Aber der Gang der politischen Maschine verlangt das Bestehen einer tatsächlichen obersten Macht, um gewisse Bestimmungen zu sanktionieren. Diese oberste Macht soll unter gewissen Einschränkungen dem König übertragen werden. Da die oerfasiunggebende Cortes den Ausdruck des volksrolllens verkörpert, soll der Senat, der auf Grund eines eingeschränkten Wahlrechts gewählt wird, nicht während der Tagung der Cortes einberufen werden. Line ver- lagung der Cortes oder eine Umbildung der Re
EvinMud zum Präsidenten vvnFinnland gewählt
Oer Sieg des Kandidaten der Lappobewegnng.
ten gewählt worden. Bei der ersten Abstimmung erhielten Tanner 90, Soinhufoud 88, Sab l i o 64 und Stadlberg 58 Stimmen, beim zweiten Wahlgang Stahlberg 149, Soinhufoud 98 und Kallio 53 Stimmen. Die Wahlen gingen in voller Ruhe vor sich.
Per Evind Soinhufoud wurde am 14. Dezember 1861 als Sohn eines finnischen Gutsbesitzers geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und rückte bis zum Prokurator des Senats, d. h. zum höchsten Iustizbeamten des Londes auf. Auch in der
Politik stand er als Präsident des Landtages bis 1913 an erster Stelle.
Schon damals trat er allen russischen Unter- drückungsversuchen scharf entgegen, weshalb er mit Kriegsausbruch nach Sibirien verbannt wurde. Nach Ausbruch der Märzrevolution kehrte er nach Finnland zurück und setzte sich f ü r einen sofortigen Friedensschluß mit Deutschland ein. Nach der Erklärung der Selbständigkeit Finnlands, Auflösung des finnischen Landtages durch Kerenski und erfolgten Neuwahlen, wobei die russisch orientierten Elemente in der Minderheit blieben, wurde S. zum Präsidenten der p r o- oisorischen Regierung Finnlands gewählt. Mit dieser entwich er bei Ausbruch des von Rußland genährten Januarausstandes der finnischen Bolschewiki 1918 nach Wasa und ging von hier weiter über Schweden, wo ihm Hilfe versagt wurde, nach Deutschland. Seine Verhandlungen in Berlin führten zur schnellen Niederwerfung des Aufstandes durch deutsche Truppen zusammen mit dem Nordfinnischen Schützenkorps unter General Mannerheim.
Nach dem Schluß des Freiheitskrieges im Frühjahr 1918 wurde S. S t a a t s o e r w e s e r Finnlands, zog sich aber schon im Herbst desselben Jahres zugunsten von General Mannerheim zurück, infolge des Zusammenbruchs des Deutschen Reiches und infolge des Scheiterns feiner Bestrebungen zur Errichtung einer finnischen Monarchie.
Als im Laufe der Jahre infolge Uneinigkeit der bürgerlichen Parteien die Kommunisten in Finnland wieder im ganzen Land eine aufreizende Propaganda trieben, erwachte eine scharfe Gegenbewegung, und zwar ausgehend von den am Bottnischen Meerbusen sitzenden L a p p o bauern unter Führung Vihtori Kosolas. Da die damals bestehende Regierung Kallio die Forderungen der Bauern auf gänzliche Unterdrückung des Kommunismus in Finnland im Reichstag nicht durchsetzen konnte, trat sie noch vor einem großen Zug von 12 000 Lappo- leuten nach Helfingfors zurück. Der Staatspräsident Relander berief damals Soinhufoud zur Blldung einer rein bürgerlichen Regierung, was chm bereits am 3. Juli 1930 gelang. Die Lappoführer traten dem neuen Kabinett nicht bei, versprachen aber wohl, wollende Unterstützung bei Durchführung ihrer Fov- berungen.
er augenblicklich fuhren muh, ist unnatürlich, ancr solange unvermeidbar, als nicht etwa die Deutschnationalen einsehen, dah der Weg dieser Regierung ihr eigener ist und zu den gleichen Zielen führen soll. Dach den letzten Off nbarungen der deutschnationalen Fraktionsleitung ist nun freilich mit solcher Einsicht für die nächste Zeit nicht zu rechnen. Um so sorgfältiger müssen der Kanzler und die feine Politik stüheirden Parteien darauf bedacht sein, dah auch nicht der gering st e T e i l einer von groben Gesichtspunkten aus betriebenen Sanierungspolitik oder einzelne Etattitel irgendwelchen schiefen parlamentarischen ZweckmähiAeitserwägungen geopfert werden.
Sanchez Guerra bildet das neue spanische Kabinett Ein Versuch der monarchistischen Linken. - Einberufung einer verfaffunggebenden Nationalversammlung.
Der Zweck dieser Forderungen ist einleuchtend: Es soll damit endlich die gesamte Produktion der deutschen Landwirtschaft vor der Warenüberschwcm- mung durch leistungsfähigere und günstiger produzierende andere Länder verhindert werden, man will so auch für den letzten bäuerlichen Betrieb in Deutschland eine Mindestrente garantieren. Die Erkenntnis von der bitteren Notlage unserer Landwirtschaft besteht heute selbst in ver- niinftigen sozialdemokratischen Kreisen, und so wird sich niemand der Einsicht verschließen, daß alles Denkbare getan werden muß, um die fortschreitende Entwertung der hier investierten Kapitalien aufzuhalten, den Zusammenbruch eines wirtschaftlich wie politisch und kulturell wertvollen Berufsstandes zu verhindern. Nur sollte eines ebenso klar sein, nämlich, daß man über den selbstverständlichen Schutz- mahnahrnen für unfere agrarische Produktion nicht das Terrain wieder vxrlieren darf, das die deutsche Außenhandelspolitik während der letzten sechs Jahre in mühseligem Ringen unter schweren Opfern und mit größter Zähigkeit allmählich wieder erobert hat. Denn vergessen wir niemals, daß unsere Ausfuhr — die der ganzen Natur unserer 'Nationalwirtschaft nach saft ausschließlich industriell ist — bisher den Lebensunterhalt gerade der Bevölkerungskreise bestritten hat, die durch die furchtbare wirtschaftliche Entwicklung der Nachkriegszeit aus dem Erwerbsleben ausgefchaltet worden find. Ueberbies ist es im wesentlichen den Erfolgen der privaten Exportpolitik zu verdanken, daß die aus dem Reparationsproblem herrührenden finanziellen Spannungen bisher noch nicht schärfer in Erscheinung getreten find. Solange bie Tributfrage nichi eine Lösung gefunben hat, bie ber beutfdjen Leistungsfähigkeit wirklich entspricht — eine Gewaltlosung propagieren, heißt mit ber Zukunft bes Reiches Hazarb fpielen — finb wir auf sorgsame Pflege unserer Aus- fuhrinteresscn angewiesen, wenn wir in ber industriellen Wirtschaft nicht den gleichen Entwer- tungsprozeß hochzüchten wollen wie in der Landwirtschaft.
Man hüte sich überhaupt, die politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Deutschland nur aus einem Punkte kurieren zu wollen. Infolgedessen wird sich das Reichskabinett auch sehr genau die Borlage des Ernährungsministers auf ihre wirtschaftlichen und sozialpolitischen Folgewirkungen hm ansehen müssen, und wir möchten annrhwen, baß ber Ernährungsminister einsichtig genug ist, um nicht bie Gesamtheit feiner Wünsche zum Prinzip schlechthin zu erheben. Täte er bas, so mürberer nicht nur mit bem erbitterten Widerstand ber So- zialbemokratie zu rechnen haben, er würbe auch bie im Zentrum wie bei Industrie und Handel bereits vorhandenen starken Bedenken vermehren. Der Ausgleich wird sich finden lassen, wenn Die Landwirtschaft den Nachweis erbringt, daß sie in der Lage ist, binnen einer gewissen Zeitspanne ihre Leistungsfähigkeit so zu steigern, daß sie erfolgreich mit dem Ausland konkurrieren kann. Eins ist dabei selbstverständlich: die endgültige und dauernde G e ° funbung ber deutschen Agrarwirtschaft, die wir ebenso wie Herr Schiele selbst für unerläßlich zur Sanierung der deutschen Politik und der deutschen Finanzen halten, darf nicht irgendwelchen sozialistischen Wünschen oder Forderungen geopfert werden, die angesichts der nationalsozia- listisch-deutschnationalen Sezession im Reichstag vorübergehend die politische und parlamentarische Konjunktur für sich haben.
n e n handeln. Lambo, bet Führet ber republikanischen Katalanen, hat wiederholt erklärt, aus angeblich gesundheitlichen Gründen auf keinen Fall an ber Regierung teilnehmen zu können. Santiago Alba teilt aus Paris mit, daß er ebenfalls verzichte, in bie Regierung einzutreten. Die jetzige Kabinettsbildung bedeutet einen starken Ruck nach links, ein Zugeständnis an die Umstürzler, die sich aber trotzdem von ihrem Bestreben nicht abhalten lassen werden. Außerdem begibt sich die Krone ihrer Rechte, die sie wohl kaum je wieder erringen wird.
Verhandlungen mit den Republikanern.
Unannehmbare Bedingungen.
Madrid, 16. Febr. (TU.) Im Laufe des Montagnachmittag hat der gleichfalls für das neue Kabinett In Frage kommende Mclquiades Alvarez im Auftrage von Sanchez Guerra die wegen Hochverrats gefangenen RepublikanerundSozialistensührer im Gefängnis besucht, um wegen einer Beteiligung dieser Revolutionäre an der neuen Regierung als Minister ohne Portefeuille zu verhandeln. Diese ganz ungewöhnliche Handlungsweise hat In den weitesten Kreisen größte Ueberraschung hervorgerufen. Dach mehrstündiger Verhandlung erklärten die Gefangenen, sie müßten eine Beteiligung an der Regierung ablehnen, werm nicht der König das Land sofort verlasse und im Auslande bleibe, bis zum Entscheid durch die verfassungsgebende Cortes, also etwa drei Monate. Daraufhin wurden die Berhcmdlungen abgebrochen. Sanchez Guerra hat hierauf den Republikaner imö bedeutenden Arzt Maranon ein Portefeuille angeboten, das dieser aber a b l e h n t e. Es scheint nun, daß lediglich oie altbekannten Politiker der äußersten monarchistischen Linken das Kabinett bilden werden. Sanchez Guerra befindet sich zur Zeit beim König. Man hört Gerüchte über einen angeblich für Dienstag- früh geplanten Umsturzversuch der Repu^> blikaner und Sozialisten. Die Gerüchte sind jedoch mit Borsicht aufzunehmen.
Was sagt der König?
Alfons unterwirft sich den Bedingungen Sanchez Guerras
Paris, 17. Febr. (WTB. Funkspruch.) Dio | Stellung, die der König von Spanien in der jehi-
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