Montag, 16. November 1931
Et. 268 Erstes Blatt
181. Jahrgang
Yeichspsennig für Träger
in, auch bei Richter-
Zernsprechanschlüffe mterSammelnummer2251. Imlchrifl für Drahlnach«
vnick und Verlag: vrühl'lche Universitälr Buch- und 5teindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7.
Das Ergebnes
x.’i ;e am Wahlkampf entsprach auch die Beteiligung
Partei:
Demonstrationen unter
Himmel
in
freiem
1931 noch nicht gab,
Darmstadt, 16. Rov. (IBIB.) Staatspräsident Dr. Adelung gewährte am Morgen nach der Wahl dem Frankfurter Vertreter des WTB. eine Unteredung, in der er den für die Nationalsozia- listen so erfolgreichen Ausgang der hessischen Wahlen zum Teil auf die Splitterungen zurück- führt, die vor der Wahl in dem Lager der Sozialdemokratie, der Kommunisten und der demokratischen Parteien eingetrelen seien und naturgemäß die Stoßkraft dieser Parteien außerordentlich gelähmt hätten. Weiter sei zu beachten, daß die 7la- tionalsozialislen sich in der bürgerlichen Presse im allgemeinen einer wohlwollenden Beurteilung zu erfreuen gehabt hätten und daß jedenfalls von einem scharfen Kampf gegen sie nichts zu spüren gewesen sei.
Als bemerkenswertes Ergebnis der Wahl bezeichnete Staatspräsident Dr. Adelung auch die schwere Riederlage, welche die beiden Parteien, die die bisherige Regierung am schärfsten bekämpft hätten, nämlich der hessische Landbund und die Deutsche Volkspartei, erlitten hätten, die in ihren Mandaten von 9 auf 2 bzw. von 7 auf 1 zurückgegangen seien.
Üt/h ist, als es solche jparafe bisher waren )PH0N V/440 faches Drehen and"
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Die SdjoUe.
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Beilagen:
Die Illustrierte öietzener Familienblätter Heimat im Bild
Staatspräsident Adelung über die Rückwirkungen des Wahlergebnisses.
Wohin geht die Kabinettsbildung? - Das Zentrum hält die Schlüsselstellung.
KreuzP^V
Kraft getreten ist. Aus dem Lande wird gleichfalls eine außerordentlich hohe Wahlbeteiligung gemeldet. In vielen Orten waren nach dem Gottesdienst bereits 60 bis 80 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gegangen. Auch in der Provinz Rheinhessen ist der Wahltag ohne Störungen verlaufen. Das Wahlgeschäft setzte gleich in den Vormittagsstunden mit großer Lebhaftigkeit ein und flaute in der Mittagsstunde etwas ab. Da Llmzüge verboten waren, zeigte das Strahenbild kaum eine Veränderung.
i4ten: Anzeiger Gießen.
Postscheckkonto: janlfurtam Main 11686.
Nationalsozialisten und allen übrigen Gruppen rechts vom Zentrum über die Mehrheit im neuen Landtag verfügen wird. Die erst genannte Grup» pierung könnte 27 Abgeordnete auf sich vereinigen, eine Koalition der Rechten zählte im besten Fall unter Einschluß der Volkspartei, Christlich-Sozialen und Landbund 32 Abgeordnete. 5ehe solche Koalition würde also von der Gnade der Kommunisten abhängen, die 11 Abgeordnetenstimmen in die Waagschale zu werfen haben. Anders würde die Situation natürlich sofort, wenn das Zentrum sich entschließen könnte, sich von dem jahrzehntelangen Bündnis mit den Sozialdemokraten zu lösen und das Steuer nach rechts herum zu werfen. Dann ständen 42 Abgeordneten einer Koalition der Rechten von den Nationalsozialisten bis zum Zentrum, wozu noch vermutlich der Staatsparteiler stieße, eine sozialdemokratisch-kommunistische Opposition von 27 Abgeordneten gegenüber. Aber vorläufig deutet nichts darauf hin, daß die nächste Entwicklung in Hessen diesen Verlauf nehmen wird.- Bleibt- also vermutlich ein Geschäftsministerium oder ein B e - amtenkabinett, über das eine wie das andere kann man sich heute kaum schon ein ausreichendes Bild machen, obwohl wir als Folgen gleich unentschiedener Wahlen ähnliche Fälle schon in oer- schiedenen anderen deutschen Ländern haben, erinnert sei nur an Sachsen, wo seit Mai 1930 das Beamtenkabinett 'Schieck am Ruder ist. Daß unter diesen Umständen auch der Gedanke an baldige Neuwahlen in den Bereich der Möglichkeit rückt, wenn Hoffnung auf ein klareres Bild bestünde, muß der Vollständigkeit halber registriert werden. Vorerst wird man jedoch die Konstituierung de» neuen Landtags abwarten müssen.
immer wieder unter die kritische Lupe genommen hatte, konnte sie von 50 000 Wählern, die ihr noch im vergangenen Jahre in Hessen ihre Stimmen gaben, nur noch rund 18 000 für sich retten. Die lange Verantwortlichkeit für eine Außenpolitik, die unter Curtius keine glückliche Hand hatte, und die nicht immer durchsichtige Haltung gegenüber dem Kabinett Brüning waren Belastungen, die den für die Volkspartei besonders ungünstigen Wahlausgang auch in Hessen indirekt gewiß beeinflußt haben mögen. Dazu kommt, daß die Parteileitung bei der Aufstellung der Wahlliste keinem guten Stern folgte, als sie — ein unbedingtes Prä vor den Nationalsozialisten in den Augen von vielen Tausenden von Wählern und besonders Wählerinnen — eine der wenigen Frauen-Abgeordneten des früheren Landtags, die sich für die Interessen Oberhessens, vor allem auch Gießens und seiner Universität mit besonderer Wärme und großem Geschick eingesetzt hatte, aber auch in den beiden anderen Provinzen namentlich in Frauenkreisen weit über die Grenzen der eigenen Partei hinaus große Sympathien genoß, als sie diese Abgeordnete an eine Stelle placierte, die nach dem Stand der Dinge keine Aussicht auf eine Wiederwahl bot. Wir stehen mit unserer Meinung nicht allein, daß diese Taktik der Partei ein paar tausend Stimmen, vielleicht das zweite Mandat gekostet hat.
Sucht man nun mit dem Rechenstift aus dem Wahlergebnis die Folgerungen für die praktische Politik zu ziehen, so ergeben sich schon daraus außerordentliche Schwierigkeiten auch nur für eine einigermaßen zuverlässige Prognose, daß weder die alte Weimarer Koalition mit ober ohne den Staatsparteiler und den Abgeordneten der Sozialistischen Ar- beiterpartei noch eine etwa denkbare Koalition aus
Der neue Hessische Landtag ist gewählt. Der außer- d-cntlich regen Anteilnahme aller Bevölkerungs-
Auf die Frage, ob bas jetzige Kabinett irgenbwelche Folgerungen aus dem Ausgang der gestrigen Wahlen ziehen werbe, erklärte Staatspräsident Dr. Adelung, bah bie Entscheidung darüber dem am 3. Dezember zusammentretenden neuen Landtag zufallen werde. Auch Dr. Adelung hält die Bildung einer neuen Regierung für sehr schwierig. Eine auf der Weimarer Koalition ausgebaute Regierung, wie sie nunmehr 13 Jahre lang bestanden habe, sei nicht mehr möglich, eine reine Rechtsregierung nur unter Tolerierung durch das Zentrum, das in einem gewissen Sinne die S ch l ü s s e l st e 11 u n g in der Hand habe.
Die ersten Presse-Kommentare.
Die ausführlichste Würdigung des hessischen Wahlergebnisses bringt der „M o n t a g“ (Hugen- berg), der die gestrigen Landtagswahlen als für die innerpolitische Entwicklung Deutschlands von ausschlaggebender Bedeutung charakterisiert. Selbstverständlich, schreibt das Blatt, hat in Hessen die Weimarer Koalition, Zentrum, Sozialdemokraten und Staatspartei, keine Mehrheit mehr. Für den neuen Hessischen
MehemrAiizeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
hnb 38 000 Stimmen) zu verzeichnen, bemerkens- rcner ist aber noch die Tatsache, daß die Natio- ra l s o z i a l i ft e n fast 300 000 Stimmen auf ihre fift e vereinigen konnten, also seit den Reichstags- vohlen ihre Stimmen um weit mehr als v e r b o p = sein konnten. Demgegenüber finb bie Verluste d-r Sozialdemokraten, bie in Hessen von scher eine fast unangreifbare Hochburg ihrer Partei (eben, noch stärker, als man im allgemeinen an- gmemmen hatte. Ihnen bürsten neben ben 8000 Lnhängern der neuen Sozialistischen Arbeiterpartei oj£) bie 38 000 Stimmen verlorengegangen fein, k bie beiden kommunistischen Gruppen für sich als Kunachs buchen können. Schwieriger ist bie Rech- rumg bei ben Nationalsozialisten. Kommt man bei einer Zusammenfassung ber Verluste aller bürgerlichem Mittelparteien einschließlich bes Zentrums mi> ber beiben bemokratischen Gruppen aus runb 6i 0)0 Stimmen, so bleiben immer noch runb 90 000 Glimmen, bie aus bem großen Reservoir ber Nicht- Mhler geholt fein müssen) unb zieht man bie stär- tire Wahlbeteiligung in Betracht, so darf wohl oer- nuMet werden, daß den Nationalsozialisten auch ein Qirabrud) in die Wählermassen der SPD. gelungen fiim dürfte.
Oie Landiagswahl in Hessen.
Außerordentlich starke Wahlbeteiligung.-Keine Mehrheit mehr für die bisherige Regierungskoalition. — Oie Nationalsozialisten die weitaus stärkste Partei des neuen Landtags. — Anwachsen der Kommunisten. — Schwierigkeit der Regierungsbildung. — Keine Mehrheit der Rechten ohne Zentrum.
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Landtag ergeben sich verschiedene Möglichkeiten der Mehrheitsbildung. Es können die National- s o z i a l i st e n mit den Deutschnationalen, der Deutschen Dolkspartei, dem Landvolk und den Christlich-Sozialen eine Mehrheit gegen die beiden bisher maßgebenden Parteien der Weimarer Koalition, die Sozialdemokraten und das Zentrum bilden. Das Zentrum kann sich auch dieser Koalition anschliehen. Theoretisch besteht auch die Möglichkeit einer Mehrheit von Nationalsozialisten und Zentrum. Die Verhandlungen über die Bildung der neuen Regierung in Hessen werden aufzeigen, wie sich künftig in Deutschland die innerpolitische Gruppierung der Parteien vollziehen wird.
Das „Darmstadter Tageblatt" kommt zu folgenden Schlußfolgerungen; es hieße den Sinn dieser hessischen Wahlen in sein Gegenteil verkehren, wenn man etwa den Versuch unternehmen sollte, die Nationalsozialisten auch fernerhin in Hessen politisch auszuschalten. Sie müssen alsbald Gelegenheit erhalten, in der praktischen Politik unseres Landes zu erweisen, ob das Vertrauen, das ihre Wähler ihnen gestern geschenkt haben, gerechtfertigt war. — Das nationalsozialistische „Frankfurter Do l k s b l-al t" äußert sich u. a. wie folgt: Nach allem dürste das Zentrum nunmehr endgültig vor die Frage gestellt werden, ob es mit der „Koalition der Gottesleugner" brech en will, oder ob es, wie es die ganzen Jahre über behauptet hat, mit aufrichtigen nationales Politikern zu- sammenarbeiten und sich jenen Vorschriften beugen will, die von diesem aus rein formalen, dann aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen heraus gemacht werden müssen.
Die „Frankfurter .Zeitung" schreibt u. a.: Lieber Hessen hinaus wird die Frage der Regierungsbildung in dem kleinen Lande weniger ins Gewicht fallen als der E i n d r u ck des mächtigen Wahlsieges derNational- s o z i a l i st e n. In erster Linie verdanken sie diesen Sieg auch diesmal wohl der ländlichen Bevölkerung. Aber nicht nur ihr, kein Zweifel kann fein, daß sie den weitaus größten Teil des städtischen Bürgertums zu sich herübergerissen haben, kein Zweifel, daß sie auch in die Arbeiterschaft eingebrochen sind. Dieser letzte Tatbestand darf allerdings nicht Überschätzt werden. — In ihrem Wahlkommentar schreiben die volksparteilichen „Frankfurter Nachrichten", nachdem sie die Llnmöglichkeit einer parlamentarischen Mehrheitsbildung ohne das Zentrum festgestellt haben, u. a.: „Hier rächt sich, wie überall, die Taktik der Nationalsozialisten, die in der Hauptsache bisher bestrebt waren, die bürgerlichen Mittelparteien zu zerschlagen, anstatt ihren Elan auf die Zermürbung der sozialistischen Front zu verwenden." Das Zentrum gebe Öen Ausschlag. Es trage die Verantwortung gegenüber dem hessischen Gesamtvolk für den Ablauf der kommenden Ereignisse, und es sei zu hoffen, daß das hessische Zentrum klügere Politik als das Reichszentrum machen werde. Es werde nötig sein, die Llrsachen des Verfalls der bürgerlichen Parteien ’ rücksichtslos klarzu- legen.
nicht mehr gelungen, auch nur noch einen Kandidaten in ben ßanbtag zu bringen, sie verschwinbet gänzlich aus bem Parlament, ebenso wie bie R a b i- t alb emo traten. Die scharfe Zuspitzung ber Agrarkrise war ber nationalsozialistischen Propa- ganba unter den Bauern ein starker Verbünbeter. Tiefgehende Meinungsverschiedenheiten unter derLan d- bunb führung, die sich namentlich auch in der Einstellung zur Reichsregierung und zum Ernährungs- minifter Schiele äußerten, förderten die Entwicklung. Seit dem vergangenen Herbst entglitten die Bauern mehr und mehr der alten Landbundführung, von der der Abg. Dr. v. Helmvlt Überhaupt nicht mehr kandidiert hatte. Sv kam der schwere Stimmenverlust des Landbundes nicht Überraschend. Er büßt 37 000 Stimmen ein und hat, ähnlich wie das Zentrum, besonders auch in Rheinhessen relativ stark gelitten, aber auch bei uns in Oberhessen hat er es nur auf 11000 Stimmen gegen noch 29 000 Stimmen im Jahre 1930 bringen können. Der Staats- partei, ohnehin geschwächt durch den besonders in Hessen mit Erbitterung durchgepaukten Richtungsstreit, hat ihre Distanzierung von Regierung und Weimarer Koalition durch den Abg. Schreiber in der letzten Landtagssitzung nicht mehr allzuviel nützen können, 28 000 Stimmen gingen ihr verloren, immerhin wird sie noch mit einem Abgeordneten im neuen Landtag vertreten fein. Unter dem überragenden Einfluß der Reichspolitik auf bie hessischen Wahlen hat am bittersten bieDeutsche Volkspartei zu leiben gehabt. Obwohl sie mehr als ein Jahrzehnt hindurch neben bem ßanbbunb in scharfer Opposition gegen bie Regierungen ber Weimarer Koalition geftanben hatte unb namentlich bie Finanz, unb I Personalpolitik ber Kabinette Ulrich unb Adelung
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kamen eines JQgö um fei $ gebe M um keinen Preis!"
an Ebba der- 3.^ ein Kind hat jedes Ach W und Aut verloren. >nnen Sie darüber gam ^„denken sicher auch gc >ei-, Mit deutlichem & fein müsse, kamen angesprungen.
>a wieder, Inga. Dw tröstete die Gräfin.
ing folgt)
ben Flügeln sich noch außerorbentlich verstärkt tu. Die Zahlen ber letzten ßandtagswahl vorn , November 1927 liegen so weit zurück unb ent- I lummen einer Zeit, bie ganz anberen politischen leitbengen unterlag, baß sie kaum brauchbare Ver- ' ^ichsmöglichkeiten bieten. Setzt man das gestrige La hlergeonis indessen mit den Reichstagswahlen wm 14. September vorigen Jahres in Beziehung, |c ist einmal ein weiteres Anwachsen der konimunistischen Stimmen (die beiden kommunistischen Gruppen gufammengenommen um
Sozialdemokraten.....
Zentrum.........
Kommunisten.......
Kommun. Opposition.... Deutsche Volkspartei .... Staatspartei........
Radikaldemokraten.....
Christl.-Soz. Volksdienst. . . Volksrechtpartei......
Hess. Landvolk.......
Deutschnationale......
Soz. Arbeiterpartei.....
Nationalsozialisten.....
Wahlberechtigt.......
Abgegebene gültige Stimmen Wahlbeteiligung in Prozent .
Ruhiger Verlauf des Wahltages.
Darmstadt, 15-Nov. (WSN.) Der Wahlkampf ist in D a r m st a d t und in der Provinz Starkenburg, soweit bisher bekannt geworden, überall ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war bis zu den Nachmittagsstunden s e h r st a r k. 3n einzelnen Wahlbezirken hatten bis zur Mittagsstunde bereits 50 Prozent der Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Der Wahlschleppdienst war in diesem Jahre nicht so laut und öffentlich wie früher, da heute das allgemeine Verbot für
1 der Wahl selber. Mit einer Beteiligungsziffer ix rund 80 0. H. aller Wahlberechtigten, die in ngelnen Städten wie z. B. Alsfeld noch erheblich ieiichritten wurde, steht die ßandtagswahl vorn > November 1931 an der Spitze aller Wahlgänge hr letzten Jahre, selbst die berühmte Reichstagswahl oim 14. September 1930 dürfte um einige Prozent fijcifjolt fein. Die schweren Erschütterungen der diuljchen Wirtschaft während des vergangenen Sommers, die außerordentlichen politischen Ereig- n|fe, deren Folgen niemanden in feinen wirtschaft- liijen Existenzbedingungen unberührt lassen, haben üjdj bie politisch ynbifferenten aufgerüttelt. Vor bin Trommelfeuer ber Parteien im Wahlkampf bücfc nur ein kleines Häuflein Wahlmüber unb Eeichgültiger, verstärkt vermutlich burch eine An- zchl Entschlußloser, bie auch unter bem wahrlich überreichen Angebot von 13 Parteien nicht bie fanden, die grabe ihnep behagte ober vielleicht auch krd) bie Vielheit ber Bewerber verwirrt, sich zu Kinern bekennen konnten. Man darf annehmen, daß (Tdrfj diesmal wieder bie Wahlbeteiligung bei ben Üntjdngern ber Flügelparteien auch prozentual be- Itnbers stark gewesen ist, währenb ßaue und Ent- sÄußlose vielleicht diesmal noch stärker als früher inb zwar unter dem psychologischen Einfluß des wxraus scharfen Wahlkampfes unter den 2liy Ungern ber Mittelparteien zu suchen fein bürsten. Ocvohl in ben hinter uns liegenben Wochen bie Mischen Gegensätze sich außerorbentlich zugespitzt litten unb heftige Auseinandersetzungen zwischen i:n Parteien an manchen Orten eine bedrohlich überhitzte Atmosphäre zurückgelassen hatten, so kann L'd) das eine erfreulicherweise festgestellt werden: j[Q) eit uns bis zur Stunde bekannt geworden ist, fr der Wahlakt selber überall im ßanbe ohne jede enftere Störung der öffentlichen Ordnung verlause ein schönes Zeugnis für bie Disziplin, bie bas stssenvolk auch in politisch erregten Zeiten wahrt.
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Die ßanbtagswahlen standen, wie wir es schon in unserer Vorbetrachtung am Samstag angebeutet fittcn, unter bem starken Einfluß ber Kc ichspolitik. Anbers ist bie scharfe Absage, -M große Wählermassen den bürgerlichen Parteien erteilt haben, die seit dem November 1918 während der Funkausstellung d-r Regierung der Weimarer Koalition im vordersten Schützengraben ber Opposition geftanben hatten, nicht zu erklären. Unb nimmt man bei ber 'iitrachtung bes Wahlergebnisses ben Einfluß ber uchspolitik in Ursache unb Wirkung vorweg, so it fcstzustellen, baß ber scharfe Ruck aus ber Mitte
Obwohl ein außergewöhnliches Charakteristikum Leser Wahl bie starke Parteienzers plit- tcung auf ber ßinfen war — Kommu- 11 m, Sozialbemokraten unb Demokraten marschier- ; jebe in zwei getrennten Gruppen — so haben £) bie schwersten Verluste bie Parteien berMi11e b ber gemäßigten Rechten erlitten. Auch »3 e n t r u m , bas vielleicht als einzige Partei es iher stets oerftanben hatt., nicht nur in Hessen rdi Jahre hindurch seine Stimmenzahl ziemlich ijiant zu erhalten, muß jetzt drei Mandate ab- - . mtzu <jr eiben, wobei bemerkenswert ist, daß sich dieser bts"mn Jerluft ziemlich gleichmäßig auf Starkenburg und lisinhessen verteilt, während die Provinz Ober- Klftn nur eine unbedeutende Abweichung von we- ngrn hundert Stimmen ergab. Von den übrigen ärgerlichen Parteien hat sich die D e u t f ch n a t i o- ia le Vvlkspartei dank ihrer entschiedenen hpositivnsstellung am besten gehalten, wenn sie euch rund 1000 Stimmen an den radikaleren Nach- nrn zur Rechten abgeben mußte. Auch der Christ- iih-Sozia le V 0 l k s d i e n st ift mit einem S.rluft von nur 3000 Stimmen glimpflich wegge- itnmen, während die Verlustziffern bei ber Deut« jfter Volkspartei, bei ber Staatspartei, ßanbbunb mb Volksrechtpartei katastrophale Formen ange- nmmen haben. Der Volksrechtpartei ist es
ßandtagswahl
15. 11. 1931
ßandtagswahl 13. 11. 1927
Reichstagswahl
14. 9. 1930
Mandate:
bisher
168 299
157 293
215 747
15
24
112 440
85 450
104 246
10
13
106 775
41 280
84 513
10
4
15 954
—
—
1
2
18 325
51 654
49 929
1
7
10 793
37 789
38 829
1
3
4 617
—
—
0
2
16 712
—
19 086
1
0
1 529
24 123
4 702
0 *
2
20 766
61 109
57 575
2
9
10 857
23 998
11 902
1
3
8 177
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1
0
291 189
—
137 981
27
1
955 181
893 144
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—
—
785 481
482 696
—
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82,2
54,5
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—


