Aus der Provinzialbauptstadt
Sieben, den 16. Februar 1931.
Fastnachts-Sitten.
Sine Fastenzeit von vierzig Tagen dünkt manchem Menschen als etwas besonders Schweres imt> DrückerrdeS. Lind er verlangt für sich das Recht, vor Beginn der Fastenzeit noch einmal ausgelassen leben und genießen zu können. DaS ist eine Forderung, die zu allen Zeiten durch" geseht wurde: auch die eifrigsten Gegner »derartiger heidnischer Fröhlichkeit" konnten die den Fasten vorausgehende Karnevalstage nicht beseitigen. Lind ein Kirchenvater bedauerte leb» Ädah die Menschheit in der ersten Fasten- nur damit zu tun habe, alles das zu verdauen, was sie in der Zeit der Vorbereitung genossen habe. ,
Wir wollen darüber nicht richten: der Brauch scheint stärker zu sein als jedes 7wch so harte Verbot und die Strafandrohung. Don jeher waren die beiden letzten Tage vor der Fastenzeit, vor allem aber Fastnacht, der Anlaß, noch einmal recht ausgiebig zu feiern und zu schwelgen. A>« zur Zeit Ludwigs XIV. das Ho fleben zur Lächerlichkeit ausartete, zugleich aber als Muster für alle anderen europäischen Höfe diente, da bemächtigte sich der stets reae VolkSwitz auch dieses Umstandes. .Seine närrische Hoheit Prinz Karneval" ward mit einem närrischen Hofstaat umgeben um damit daS Hofleben der Fürsten zu verspotten und oft geistreich nachzuahmen. In Deutschland wurde Köln die Hochburg deS närrischen Prinzen und ist auch trotz aller Rach- ahmuntzSversuche und trotz schlechtester Zeiten geblieben. ... ,
In allen Gegenden Deutschlands aber erhielt sich lange Zeit eine besondere Sitte, ein Brauch, eine Gestalt, die für Fastnacht bestimmt ist: hielt sich oft biS in unsere Taye. Da ist das Ssel- reiten am Rhein, das Ringrerten und Gisbosseln bei den Westfalen und Friesen, die Kälberweil in der Oberpfalz, das Hudlerlaufen in Schwaben und Tirol, das Schönbartlaufen int Rurnbergi- schen, das Scheibenschlagen im Elsaß, der Metzgersprung in München. Da sehen wir den Schwarzwälder Hqnseli, der, wie der elsässische Hans Trapp zu Weihnachten, die jungen Mädchen neckt, den »Gretel in der Dutten", von dem die Münchener so viel zu erzählen wissen, ja, selbst der Doktor Eisenbart steht wieder auf, um in der Fastnacht seine Kuren zu machen. Es läßt sich von der Herrenfastnacht erzählen, die drei Tage später beginnt, von der Daucrn- fastnacht, die auf den folgenden Sonntag fällt, von der Weiberfastnacht, die lange Zeit im Württembergischen im Schwange war. Äeberall bekannt und gemeinsam ist jedoch der Fastnachtskuchen, der sich nur in Art und Gestalt unterscheidet. 2m Rorddeutschen ist es der Pfannkuchen, anderwärts kennt man Brezel, Krapfen, Oehrle, Heißweck, Bohnenkuchen — und alle diese guten Sachen sind dazu bestimmt, den Liebergang zur eigentlichen Fastenzeit leicht zu machen.
Nationalsozialistische Versammlung.
2n der bis auf den letzten Platz besetzten Turnhalle am Oswaldsgarten fand am Freitagabend eine nationalsoziaiistische Kundgebung statt. Studienrat Dr. Blank wies in wenigen Worten auf die Llrsachen hin, die die nationalsozialistischen Abgeordneten veranlaßt hätten,, den Reichstag zu verlassen. Dann sprach derReichS- tagSabgevronete G e m e i n d er (Frankfurt).^ Er streifte zunächst ebensalls die letzten Vorgänge im Reichstag und wies darauf hin, daß sich,die nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten jetzt die Ausgabe gestellt hätten, nicht im Parlament, sondern im Volke weiter zu arbeiten und dem Volke die Wahrheit zu sagen über die deutsche Innen- und Außenpolitik, die Arbeitsweise des Parlamentes und der Regierung. In seinen weiteren Ausführungen gab der Redner einen Rückblick auf die Geschichte der Rationalsozialistischen Arbeiterpartei, schilderte Hitlers Kamps um seine Bewegung und betonte, daß Hitler der Mann gewesen sei, der schon im Jahre 1919 das Schicksal unseres Volkes crfaimt habe. Der Redner streifte die Vorgänge während des Kapp-Put- schcs in München und die Entwicklung der Partei, die sich innerhalb von zehn Iahren zu ihrer heutigen Stärke emporringen konnte. Die weiteren Ausführungen des Redners galten den verschiedenen Phasen der Erfüllungspolitik: er ging auf den Dawcsvakt ein, sprach über die Auswirkungen des Poung-Planes, der, wenn er erfüllt werde, zu einem Ausverkauf des deutschen Landes fuhren mühte: er sprach von der Anleihepolitik der Länder und der Gemeinden, und zitierte als drastisches Beispiel die Vermögensverhältnisse der Stadt Frankfurt. Schließlich wandte er sich der Politik der Regierung zu, der die Erfüllung des Voung-Paktes wichtiger sei, als die Rot von Millionen deutscher Volksgenossen zu lindern. Die Arbeit der Parteien im Reichstag bezeichnete er als »demokratisch-parlamentarischen Firlesanz". Weiter kari
kierte er die geistige Haltung der Regierung»- Parteien und stellte das Verhältnis der Ra- tronalsozialisten zu den Kommunisten — es sei wie das Verhältnis des Feuers zum Wasser — klar. Den Kampf um die Geschäftsordnung. die Aushebung der Immunität einzelner Abgeordneter, die Aenderung des Pressegesetzes, die Anklagen gegen nationalsozialistische Abgeordnete, den Diätenverzicht und noch manche andere brachte der Redner hierauf zur Sprache. Er gab sodann die Erklärung ab, daß die Rationalsozialisten nicht daran dächten, ein .Rumpfparlament" kn Weimar zu schaffen, daß sie auch nicht daran dächten, auf illegalem Wege ihr gestecktes Ziel zu erreichen, sondern nur mit allen zu Gebote stehenden Mitteln arbeiten würden, um Wandel zu schaffen im deutschen Daterlande. Zum Schlüsse seiner Ausführungen wies der Redner darauf hin, daß die Beschlüsse der Marxisten im Reichstag, die nun auf keinerlei wesentlichen Widerstand stoßen dürften, dazu beitragen würden, die Freiheitsbewegung um so eher zu entflammen und dem neuen Staat die Entwicklung vorzubereiten. Die Rationalsozialisten würden alles tun, diese Entwicklung zu beschleunigen und daS überfällige Parlament abzulösen. Die Rationalsozialisten glaubten an ihren Sieg, der aus dem Idealismus der Partei heraus erwachsen müsse zum Besten unseres Volkes. Starker Beifall dankte dem Redner für seine Ausführungen. In einem kurzen Schlußwort ermahnte er alle Teilnehmer an dieser Kundgebung, sich auf der Straße ebenso diszipliniert zu verhalten, wie während der Versammlung. Die Kundgebung verlief sehr ruhig, Zwischenrufe wurden kaum laut.
Taten für Dienstag, 17. Februar
Sonnenaufgang 7.12 Uhr, Sonnenuntergang 17.17 Uhr. — Mondaufgang 7.40 Uhr, Monduntergang 17.08 Uhr.
1854: der Großindustrielle Fr. A. Krupp in Essen geboren; — 1856: der Dichter Heinrich Heine in Paris gestorben.
Bornotizen.
— Tagestalender fürMontag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Der Weg nach Rio".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, 20 Uhr (als Vorstellung in Mittwoch Abonnement) unser diesjähriger Fa> schingsschwank „Das öffentliche Aergernis" von Franz Arnold unter der Spielleitung von Heinrich Hub. — Mittwoch, 18. Februar (Aschermittwoch), 20 Uhr: „Marius ahoi!", Komödie von Marcel Pagnol, Spielleitung Intendant Dr. P r a s ch. Diese Vorstellung ist für das Dienstag-Abonnement.
— Frauenbund der Deutschen Ko - lonialgesellschaf t. Man schreibt im8: Am Montag, 23. Februar, wird im Reuen Studentenhaus auf Einladung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, Abteilung Gießen, Ministerialrat Dr. Mickel (Berlin) einen Vortrag über die jetzigen deutschen Siedlungen in Oft» afrifa halten. Der Vortragende ist Referent im Preußischen Landwirtschastsministerium und war bis zum Krieg landwirtschaftlicher Sachverständiger in unserem Schutzgebiet Ostafrika. Auf Grund seiner damals erworbenen Kenntnisse hatte man Herrn Dr. Mickel im Herbst 1929 beauftragt, an Ort und Stelle nach dem Ergehen der deutschen Siedler Llmschau zu halten, die sich nach dem Kriege in Ostafrika wieder niedergelassen haben. Seine Reise ging zunächst nach Dar-es- salam, von wo ihn die Fahrt mit einem Auto nach Süden über Morogoro und Kolossa bis an den Rjassa-See führte. Hier suchte Dr. Mickel die Siedler im Hochland von Iringa auf und fuhr dann nach Rorden über Moschi bis in das Kilonnndjaro-Gebiet. Sein Bericht, der sehr Interessantes über die Aussichten und das Leben der Deutschen dort bietet, wird besonders anregend durch die zahlreichen vorzüglichen Aufnahmen sein, die Dr. Mickel aufzunehmen Gelegenheit hatte. Der Besuch des Vortrages ist jedem zu empfehlen, der nicht nur Interesse an dem Leben unserer Landsleute draußen hat, sondern auch allen, die sich darüber orientieren wollen, welche Aussichten für uns Deutsche in Ostafrika bestehen, dort wieder Heim- und Wirkungsstätte zu finden. (Siehe heutige Anzeige.)
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"Fahrplanänderung aufderKraft- pvstlinie Gießen—Krof d orf. Auf der Krastpostlinie Gießen-Krofdorf sind die mitgeteilten Fahrteinschränkungen in bezug auf eine Frühfahrt Werktags wieder aufgehoben worden. Es geht jetzt werktags neben dem Wagen ab Krofdorf 6.50 ilfjr über Wißmar ein zweiter Wagen ab Krofdorf 7.05 direkt nach Gießen. Sonn- und Feiertags bleibt es bei dem ersten Wagen 9.05 ab Krofdorf in direkter Fahrt nach Gießen.
•• Tragischer Tod auf der Jagd. Am Samstagnachmittag verunglückte, wie uns aus Ruppertsburg berichtet wird, der Hotelbesitzer Peter Gaub, Gießen, „Bayerischer Hos" in seinem Ruppertsburger Jagdrevier durch einen tragischen Llnglücksfall tödlich. Herr Gaub schritt in Begleitung mehrerer junger Jagd- freunde durch den tief verschneiten Wald und
hatte feine geladene, aber gesicherte Büchs« einem feiner jungen Iagdsreunde übergeben. Dieser stürzte beim Marschieren in ein bei der hohen Schneedecke nicht sichtbares Erdloch, fiel dabei offensichtlich gegen die Sicherung des Gewehrs, die sich löste, so daß bei dem Aufschlagen aus den Boden ein Schuß los krachte. Der nur wenige Schritte von dem gefallenen Iagdsreund gehende Herr Gaub wurde durch den Schuß in den Rücken getroffen, das Geschoß drang bis in die Brust ein und verletzte den betauemstoerten Mann so schwer, daß schon nach wenigen QRi- nuten der Tod eintrat. Der auf so tragische Weife aus dem Leben abberufene Mann genoß in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft hohe Wertschätzung, ebenso wurde chm in Ruppertsburg. dessen Jagd er schon seit mehreren Jahren gepachtet hatte, überall warme Sympathie entgegengebracht. In Ruppertsburg ist di« Anteilnahme an dem tragischen Schicksal des beliebten Mannes und seiner bedauernswerten Familie allgemein.
•• Deutsch-Oe st erreichischer Alpenverein. Die Sektion Oberbtffcn des Deutsch- Oester reichischen Aipenvcreins vereinigte am Mittwochabend ihre Mitglieder im Singsaal des Realgymnasiums. Landgcrichtsdirektor Cramer begrüßte die Zuhörer und gab einen kurzen Rückblick auf die Dorträge in der diesjährigen
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Saison. Sodann führte Etudienrat Dr. Seiler (Darmstadt), der Referent des Abends, die Zuhörer im Geiste nach Italien, nach Reapel und seiner schönen Umgebung. Er schilderte zunächst die geographische Lage der Stadt, sprach von den bevorzugten klimatischen Derhältnissen, von der Fruchtbarkeit des Landes, di« es mit sich bringe, daß der Italiener, der dort zu Hause ist, seine Heimat trotz aller Gefahren, die chn durch die Rähe des Vesuv ständig bedrohen, ungern verläßt, oder daß er immer wieder zurückkehrt. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen schilderte der Redner, unterstützt durch Lichtbilder, das Leben in Reapel, das sich in so unbekümmerter Form auf der Straße abspielt. Originelle und für das Volksleben des Reapoli- tancrs typische Szenen waren im Bilde festgehalten. Sodann führte der Redner seine Zuhörer in die Umgebung der Stadt, verweilte mit einigen Bildern bei jenem berühmten Aquarium, das sein Entstehen und seine Fortführung einem Deutschen verdankt, und zeigte weiter einige prächtige Landschaftsbilder von einem Kloster unweit Neapels, die die ganze Schönheit des Landes offenbar und die Heimatliebe der dortigen Beiwohner verständlich werden ließen. Mit starkem Interesse verfolgten die Zuhörer weiter die Ausführungen des Redners über den Vesuv und über die mannigfachen Schönheiten der Insel Capri. In Wort und Bild erstand vor dem geistigen Auge außerdem die tote Pracht und die Tragik dcr Städte Herkulanum und Pompeji. Bilder von einzigartigen Plastiken, Mosaiken und Wandgemälden, von großartigen Amphitheatern und Palästen, von ausgestvroenen Straßen und ehemaligen Säulengaterien ließen erkennen, welche Pracht jenen Städten zu eigen gewesen fein muh. Zum Schluß lieh der Vortragende in einigen weiteren Bildern noch einmal die Schönheit Reapels erstehen, betonte aber, daß es in unserem deutschen Vaterlande auch viele landschaftliche Schönheit gebe, die sich in ihrer Eigenart wohl mit der jenes bevorzugten Landstriches Italiens messen könne. Dem Redner wurde lebhafter Beifall zuteil.
** Deutsche Volkspartei. Man berichtet uns: In der monatlichen Versammlung des Frauenausschusses der DDP. gab die 1. Vorsitzende, Frl. Clara Birnbaum, einen kurzen Ueberblitf über den Nauheimer Parteitag und referierte über die Rede des neuen Führers der DVP., Dr. Dingel- bey, M. d. R., und über den Vortrag von Dr. Mattern, Mitglied der Reichsgemeinschaft junger Volksparteiler. Frau Stadtverordnete S ch u d t berichtete einiges aus der Sitzung des Kommunal- politischen La'ndesausschusses. Im Anschluß daran machte Frau A. Kindt die Zuhörerinnen mit den .Lebenserinnerungen der Kronprinzessin Cäcilie" bekannt. Der Reinertrag des Buches ist von der Verfasserin für das Augustahospital in 'Breslau bestimmt. Mit großer Aufmerksamkeit wurden die Proben, die Frau Kindt aus einzelnen Kapiteln vorlas, verfolgt. Der Eindruck, den die Vorlesung hervorrief, war mehr noch als dem Stofflichen dem Geist zu verdanken, der daraus sprach. Eine vornehm denkende Frau, voll warmer Heimat- und Vaterlandsliebe, und von schweren Schicksalsschlägen zu tiefer Jmrerlichkeit gereift, sprach aus dem Buche.
** Technischer Verein, Gießen. Der Technische Verein Gießen hielt' seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der langjährige 1. Vorsitzende des Vereins, Architekt B r e i t h e r, lehnte eine Wiederwahl ab und wurde zum Ehrenvor
MERCEDES-BENZ
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
* Das AmtsVerkündigungsblatt Nr. 11 vom 13. Februar enthält: Aufhebung des Umzugsverbots vor der Universität in Gießen. — Die Erhebung einer Vergnügungssteuer in der Gemeinde Staufenberg. — Dienstnachrichten.
sitzenden ernannt. Sein Stellvertreter, Architekt gerb. Noll, wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden und Architekt und Fürstl. Baurat Schuhmacher zum 2. Vorsitzenden gewählt. Der langjährige Rechner, Bauoberinspektor Roß, wurde zum Ehren- Mitglied ernannt, die übrigen satzungsgemäß aus- geschiedenen Vorstandsmitglieder wicdergcwählt. Mit Rücksicht auf die ungünstige Wirtschaftslage wurde von festlichen Veranstaltungen in diesem Jahre abgesehen: es sollen jedoch, wie in den Vorjahren, Besichtigungen und Vorträge ftattfinben. die die Mitglieder mit wissenswerten technischen Neuerungen vertraut machen.
Kunst und Wissenschaft.
Schnihler-Llrauffuhrung in Wien.
Die dramatische Dichtung „Der Gang zum Wciher" von Arthur Schnitzler gelangte im Wiener Burgtheater zur Uraufführung. Die romantische, in der Mitte des 18. Jahrhunder.s spielende Handlung fand beim Publikum freundliche Aufnahme. Der '2hLor wurde wiederholt vor den Vorhang gerufen und am Schluß der Vorstellung lebhaft gefeiert.
Die Propyläen-Weltgeschichte.
Am 11. März erlischt mit dem Erscheinen de« nächsten Bandes der „Propyläen-Weltgeschichte" die Subskription auf das Werk.
WüSleMMW ttn neuen MWM!
Nur eigenhändiger und vollständiger Eintrag in die Haus- und Firmenlisten schützt vor den peinlichen Nachteilen mangelhafter Ausnahme in dem wichtigen Nachschlagewerk oder vor gänzlicher Ausschaltung. Die Sicherheit richtiger (Einträge in die Listen kann von den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern wesentlich gefördert werden durch die Überwachung ordnungsmäßigen Umlaufs der Listen, Überprüfung der Einträge, sowie rechtzeitige Bereitstellung zur Abholung.
Wem die Hausliste nicht vorgelegt wurde oder wer die Firmenliste nicht erhalten hat, wolle seine Rechte wahren durch Meldung beim Adreßbuchverlag, Schulstraße Nr. 7, oder durch Anruf mit Fernsprecher Nr. 2251
Briefkasten der Redaktion
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der
/ Schriftleitung.)
0. k. M. Für die Zulassung zum hessischen Förster- dienst ist maßgebend die Verordnung vom ö. Oktober 1925, die Sie auf Ihrer Bürgermeisterei ein sehen können. Die Zulassung erfolgt nach Vollendung des 17. Lebensjahres auf Grund einer Prüfung, in der die Sicnntniffe — mit Ausnahme der Fremdsprache — nachzuweisen sind, welche die zehnklajsige Volksschule vermittelt. Gesuche (Eingabestempel!) sind an aas Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst und Kameralverwaltung (obere Forstbehörde) zu richten, und zwar in der ersten Hälfte des Januar jedes Jahres.
F.V.G. Der Vertrag gewährt Ihnen, nach unferm Dafürhalten, keine genügende Sicherheit, wenn etwa die betr. Gegenstände von dritter Seite gepfändet werden. Da Ihr Vertragsgegner sich nicht an den Vertrag gehalten hat, kann Ihre Forderung gefährdet sein. Zur Erlangung eines rechtswirksamen Schuld- titele bedürfen Sie gerichtlicher Hilfe. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt oder an die Geschäftsstelle des Amtsgerichts.
h. R. in B. Sie können, da dem Pachtgrundstück eine zugesicherte Eigenschaft fehlt, entweder Rückersatz des nach der Fläche zu berechnenden, zuviel bezahlten Pachtpreises verlangen, falls feine Einigung zustande kommt im Wege der gerichtlichen Silage, oder Sie können den in Frage kommenden Betrag auf den etwa noch geschuldeten Pachtpreis aufrechnen.
100 L. Der Lagerhalter hastet der Genossenschaft zunächst nach Maßgabe des zwischen ihnen abgeschlossenen Dienstvertrags. Ueberschreitet er seine Befugnisse, gibt er insbesondere Nichtmitgliedern überhaupt oder in grob fahrlässiger Weise Kredit, so kann ihn die Genossenschaft für etwaige Verluste haftbar machen.
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