Ausgabe 
15.10.1931
 
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Läutet ei|t alter, weggrauer Landstreicher am Tor des Kindergartens.

Suft ein Dutzend lustig bunter Zwei-, Drei­jähriger, tummeln sich um die Kindertante her­um mit viel Munterkeit, derenVerlautbarung" von den Talwänden zu mir hereinechot als ein Gruß des unbekümmerten Lebens.

Des Weggrauen kummervolles Gesicht drückt sich än das Gestäbe des kleinen Tores, dabei schiebt sich sein graumehliger Bart zur Seite.

Da löst sich die Aelteste der Duhendschar aus dem Spielgetümmel und läuft ans Tor.

Die Tante mit dem rechten Kindertantennamen ..Hanna" hat Mühe zu folgen, älnd nun blüht das Ktndergesicht lenzsonnenrein zu dem Alten hinauf, und ein Stimmlein fragt:Wo hast du -denn deine Mutter?"

älnd nach einer Weile, weil keine Antwort kommt:Wo tut dir's denn weh?" (So hat es mir die lieber weißhaarige Kindertante erzählt, als sie mich auf meinem Berghause besuchte.)

Wie ein plötzlicher Feuerschein soll es da über das Runzelgesicht des Landfahrenden gegangen lein. Schnell gab die Tante dem Liesl ein Scherf­lein, daß daS Kind es dem Manne reiche.

Dieser hat sich darauf eiligst davongemacht, lind es soll ausgefehen haben, als sei er gestol­pert, und es war doch ein guter Fliesenweg. Das Liesl aber war arg verwundert, warum denn der Mann nicht geantwortet hatte, und es fragte die Tante:Hat er denn keine Mutter?"

Einer steht an der Kindergartenpforte ...

Unb ein Kind fragt von ßrinnen her ...

Beschränkungen im postzahlungs- verkehr mit -em Ausland.

Die Rachrichtenstelle des Reichspostministeriums teilt mit: Infolge der neuen Bestimmungen über Die Devisenbewirtschaftung sind mit sofortiger Wirkung folgende Einschränkun- tzeninPostanweisungs-.Rachnahme- Lnd Postauftragsverkehr mit dem Aus lande erforderlich geworden: Auf Post­anweisungen nach dem Auslande dürfen nur gegen Vorweisung eines amtlichen Reisepasses von einem Absender monatlich insgesamt höchstens 200 □Kart oder der Gegenwert hiervon eingezahlt wer­den, sofern nicht ein besonderer Genehmigungsbe- fcheid eines Landessinanzamtes vorgelegt wird. Die Höhe des eingezahlten Betrages wird von den Annahmebeamten in dem Reisepaß unter An­gabe des Tages und Beidrückung des Aufgabe- siempels vermerkt. Rachnahmen (auf Drief- finbungen und Paketen), sowie Po st aufträge aus dem Auslände nach Deutschland sind nur bis zum Höchstbetrage von 200 Mk. oder dem Gegen- Lvert hiervon zulässig. Rachnahmen und Postauf- träge aus dem Auslande, deren eingezogene Be­träge auf ein Postscheckkonto in Deutschland über- triefen werden sollen, bleiben hiervon unberührt. Auf Rachnahmen aus Deutschland nach dem Aus­bande darf von einem Absender monatlich insge- s amt höchstens der Gegenwert von 200 Mk. auf ein Postscheckkonto im Bestimmungsland der Rach­nahmen überwiesen werden, sofern nicht ein be- I anderer Genehmigungsbescheid eines Landes- I inanzamtes vorgelegt wird.

Konsumverein Gießen und Umgegend.

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Aus der provinzialhaupistadt

Gießen, den 15. Oktober 1931.

Ein Kind fragt...

Von Reinhold Braun.

Kinderhände, Patschelhände schmeicheln sich in deine Hand, und es ist, als ob dir sende Grüße ein verlorenes Land.

Kinderaugen, Kinderblicke:

Märchen grüßt und holde Sage; kommt dir selber her vom Glücke Antwort auf so manche Frage ...

Kinderworte, süßes Stammeln, unbewußter Weisheit voll, daß meine Herze alles sammeln und das Leben leben soll.

AusDas offene Fenster".

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Die Sterbeunterstützung wurde in 84 Zöllen in Anspruch genommen und dafür 2088,75 Eark verausgabt. DasKonsumgenossenschaftliche Avlksblatt" hat 4595 Abonnenten (mehr 433). Die Aersicherungsabteilung für die Feuer- und Sach« aersicherungs-AG.Eigenhilfe" wurde aufgehoben und die Führung der Geschäfte an dieDolksfür. ocge", Rechnungsstelle Gießen, abgegeben.

An Verteilungsstellen waren 39 vor- ftrden. Die Zahl der im Konsumverein beschäftigten Personen betrug 127 (61 männlich, 66 weiblich).

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steinigten Staaten. Peinigten Staaten be« Ifllionen Dollar, tov« : während der lets- tzgezvgen tovrden in. jagten Staaten 80 v.h :büht, das sie in dn ^fangen hatten. Zu die Äerheit des Dollart bemerkt, daß bet amen- »Timmer -berfteige, was m ungbesAotenuiN'

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Am 30. Juni beendete der Konsumverein Gießen und Umgegend sein 30. Geschäfts« jdjr. Die Wirtschaftskrise mit ihrer durch Arbeits- lcosigkeit, Kurzarbeit und Lohn- und Gehaltssenkung h troorgerufenen Not druckt nach dem Geschäfts« b ericht dem Berichtsjahre ihren Stempel auf, so daß b«tr Umsatz mit 3 000 859 Mark um 156 259 Mark firmier dem des Jahres 1929/30 zurückbleibt. Bei Bewertung der Umsatzziffer ist jedoch die im Jahre 15930/31 durchgeführte Preissenkung von 63 Lebens« 1 mittet- und Gebrauchsartikeln zu berücksichtigen; der Preisrückgang betrug am 30. Juni 1931 gegen den «land am 31. Dezember 1929 23,4 o. $)., jedoch miesen einige Artikel auch wieder eine Steigerung q uf. Die von der Regierung durchgeführten Zoll­eihöhungen für Getreide, Mehl, Fleisch usw. bildeten eine Hemmung für den weiteren Preisabbau. Hinzu tarn di: Erhöhung der Umsatzsteuer von 0,75 auf 0*85 o. H., außerdem noch eine Sondersteuer von 0*5 v. H. für Konsumvereine, deren Umsatz eine Million Reichsmark übersteigt. An Umsatz«, Körper- fchafts- und sonstigen Steuern wurden 57 334,09 'Mark abgeführt, dazu kommt der Betrag für Lohn« unb Bürgersteuer von 12 577,90 Mark für die An« gestellten.

Die Bäckerei erzielte einen Umsatz von 359 343 Hart, gegen 1929/30 weniger 24 424 Mark. Ver­decken wurden 1240 Zentner Weizenauszugmehl, lf'357 Zentner Brotmehl, 4236 Zentner Hefe. Die in Jahre 1930/31 aufgenommene Fleischver « | orgung der Mitglieder brachte einen Umsatz von 1!$8 939 Mark. In der Kaffeerösterei wurden W540 Pfund Kaffee gebrannt. Die Versorgung mit Sohlen usw. wird durch ie Kohlenkasse des 23er« I eins wahrgenommen. Für bis zum 1. Oktober be- zahlte Kohlen wird ein Nachlaß von 4 v. H. ge­währt. Die Einlaaen bei der Sparkasse ergaben ant Jahresschluß den Bestand von 731 634,72 Mark, das ist gegen das Vorjahr ein Rückgang von 3262 Mrk, obwohl die Zahl der Einleger um 103

Die Bilanz für das Jahr 1930/31 ver­zeichnet auf der Vermögenseite: Betriebs« mittel (1. Vorräte 264 097,60 Mark, 2. Einrichtungen 204 100 Mark): 468 197.60 Mark; Grundbesitz 638 300 Mark; angelegte und flüssige Mittel 490 192,80 Mark, Forderungen 3881,27 Mark, zusammen 1 600 571,67 Mark. Die Schuldenseite enthält: Eigene Mittel (1. Geschäftsguthaben 228 818,41 Mark, 2. Re­serven: Reservefonds 245 980,41 Mark, Spezial­reservefonds 15728,82 Mark, Baufonds 12000 Mark): 502 527,64 Mark; Grundschulden 112 940,30 Mark; laufende Verpflichtungen (Spareinlagen und Sparmarken 733 899,52 Mark, Lieferantenschulden 53 107,68 Mark, Um atzsteuer 7548,50 Mark, Pen- sionssonds 19 557,49 Mark Kohlen 10 895,15 Mark, Anteil ausgeschiedener Genossen 9736,61 Mark, Rabattguthaben 145 686,69 Mark, noch zu zahlende Unkosten 3772,01 Mark): 984 203,65 Mark; Erübri« gung 900,08 Mark; zusammen 1 600 571,67 Mark.

Die Gewinn« und Verlustrechnung sieht vor: Soll: An Allgemeine Unkosten 81751,77 Mark, Steuern 40 973,85 Mark, Zinsen 22 290,98 Mark, Sterbekasse 2088,75 Mark, Lohn und Gehalt 214 789,72 Mark, Kraftwagenunkosten 25 862,90 Mark, Abschreibungen 20 181,75 Mark, Erübrigung 900,08 Mark, zusammen 408 839,80 Mark. Haben: Per Warenrohertrag 395 129,93 Mark, Leergut 5854,99 Mark, Diskont 7854,88 Mark, zusammen 408 839,80 Mark.

Der Mitglieder st and betrug am 1. Juli 1930: 10 012 Mitglieder, Zugang 535, Abgang 417, Bestand am 30. Juni 1931: 10130 Mitglieder. Das Geschäftsguthaben der Mitglieder betrug am 1. Juli 1930: 222 131,48 Mark, am 30. Juni 1931: 235 791,31 Mark, also ein Mehr von 13 659,83 Mark. Die Haft­summe betrug am 1. Juli 1930: 300 360 Mark, am 30. Juni 1931: 303 900 Mark.

Die R ü ck v e r g ü t u n g für 1930/31 beträgt nach den Vorschlägen Der Verwaltung 145 686,69 Mark (5 v. H.). Die für den 1. November zusammen­berufene Vertreterversammlung wird u. a. auch hier­über Beschluß fassen. Gegenwärtig finden für die Verteilungsstellen Mitgliederversammlungen statt, in denen über den Stand der Genossenschaft Bericht gegeben wird.

Oie 222er in Mainz.

Auf Wunsch zahlreicher Kameraden aus dem Saargebiet, die schon lange eine Zusammenkunft mit den alten Kriegskameraden aus dem Hessen­land wünschten, um endlich wieder einmal auf freiem deutschem Boden mit Gleichgesinnten alte Erinnerungen austauschen zu können, fand am Samstag und Sonntag (10. und 11. Oktober) in Mainz eine Zusammenkunft ehemaliger 2 2 2er statt. Mit zwei Trommlerkorps und einer Musikkapelle wurden am Samstagabend die Teil­nehmer am Bahnhof in Empfang genommen und begleitet von einer großen Menschenmenge nach dem Saal des Turnvereins von 1817 geleitet, der sich bis auf den letzten Platz füllte. Auch Kame­raden aus Frankfurt a. M., Darmstadt, Gießen und der weiteren Umgebung waren vertreten. Rach dem Einbringen der Standarten der be­freundeten Regimentsvereine hielt Postsekretär Kraus eine kurze Begrüßungsansprache, in der er besonders seiner Freude Über die zahlreich erschienenen Saarländer Ausdruck verlieh. Oberst­leutnant Henrici begrüßte die Kameraden im Ramen des Stammregiments 117, und Dankdirek­tor Griehbauer überreichte den Saarländern als Erinnerungsgabe eine Tischstandarte. Turne­rische und gesangliche Darbietungen, Tanzvor­führungen und schneidige Märsche umrahmten das Fest.

Den Festvortrag hielt Dankdirektor Grieß- bauer, der an Hand mehrerer großer Karten die Teilnahme des Regiments an den Kämpfen um Lodz in den Rovember- und Dezembertagen 1914 wieder aufleben ließ. Er stellte die Taten des Regiments hinein in das große Ringen im Osten, das den Zusammenbruch der russischen Dampfwalze" zur Folge hatte. Er zeigte an dem Beispiel der schweren Gefechte vom 30. Rovember und 3. Dezember 1914, wie dort das junge Regi­ment dank des herrlichen Geistes, der in ihm herrschte, zpm ersten Male in offener Feldschlacht den Rachweis seiner vollen Kriegstüchtigkeit er­brachte. Der Toten des Regiments und seiner Führer, von denen Oberstleutnant Freiherr von Rotsmann erst vor wenigen Monaten ver­storben ist, gedachte er in Dankbarkeit und Treue. Vorträge und Darbietungen, die zum Teil auf hoher künstlerischer Stufe standen, fanden reichen Deifall. Ein Saarländer Kameras dankte in tiefempfundenen Worten für den herrlichen Emp­fang, der ihnen bereitet wurde, und legte im Ramen seiner Landsleute und unter deren leb­hafter Zustimmung das Gelöbnis unwandelbarer Treue zum deutschen Vaterlande ab.

Es waren erhebende Stunden echter kamerad­schaftlicher Verbundenheit, die bewiesen, daß der alte, gute Soldatengeist trotz Rot und Elend, trotz Zerrissenheit und politischer Verhetzung in un­serem deutschen Volke und namentlich in den Reihen der Kriegsteilnehmer nicht verschwunden ist. Die Veranstaltung wird allen unvergeßlich bleiben.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 110 an; Dritter 120 bis 140; Matte 30 bis 35: Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 20 bis 25; Römischkohl 8 bis 10; Dohnen 15 bis 25; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 8 bis 10; Tomaten 25 bis 30; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 30 bis 70; Kürbis 5 bis 6; Pilze 20 bis 25; Kar­toffeln 3,5 bis 4; Falläpfel 3 bis 4; Aepfel 8 bjs 10; Dirnen 8 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Preißelbeeren 30 bis 35; Drombeeren 30 bis 35; Pfirsiche 40 bis 60; Zwetschen 8 bis 10; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 100; Suppen­hühner 80 bis 100; Gänse 90 bis 100; Rüsse 25 bis 30; das Stück: Tauben 50 bis 60; Eier 11 bis 12; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Salatgurken 15 bis 25; Endivien 10 bis 15; Ober- Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 40; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,80 bis 3; Aepfel 4 bis 6; Weißkraut 3 bis 3,50; Wirsing 5; Rotkraut 6 Mark.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Aliceschule: Ausstellung der Haushaltungsschule. 15 bis 17.30 Uhr, Steinstraße 10. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der wahre Jakob". Astoria« Lichtspiele, Seltersweg:Achtung, Zug in Gefahr!" undSensation im Zirkus".

Aus dem Stadttheater-Bureau wird uns geschrirben: Anläßlich der 250. Wieder­kehr des Todestages von Calderon geht morgen DaS große Welttheater", ein Spiel nach Cal­

deron von Hugo von Hosmannsthal, in Szene. Die Spielleitung hat Peter Fassott. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr.

Tiere in Gefangenschaf t". Unter diesem Titel gelangt am kommenden Sonntag, 11-15 Uhr, im Lichtspielhaus Bahnhofstraße ein Lehr- und Kulturfilm zur Vorführung, der be­sonders die Tierfreunde interessieren dürfte. Die Aufnahmen, die der Film bringt, sind zum Teil in der Wildnis, zum Teil in den Tiergärten von Rürnbera und München ausgenommen wor­den. Es wird u. a. in interessanter Gegenüber­stellung die Tierhaltung in unmodernen Käfigen und die Unterbringung in modernen Tiergärten gezeigt. Ein besonderes Kapitel ist der Raub­tierzucht gewidmet. Verschiedentlich wird der Zu­schauer auch Gelegenheit haben, Tierkinderstuben kennen zu lernen. Löwen und Tiger, Bären und Affen, Rilpferde und Seelöwen, Schimpansen und Orang-Utan, Elefanten und schlankes Rehwild, Raubvögel und Reiher, Störche, Flamingos, Peli­kane usw. zeigt der Film in buntem, aber doch sinnvollem Wechsel. Räheres in der heutigen Anzeige.

Der ArbeitergesangvereinEin­tracht" veranstaltet am Sonntag, 25. Oktober, 20 Uhr, in? der Stadtkirche eine musikalische Feier­stunde. Interessenten seien besonders darauf auf­merksam gemacht. Näheres in der heutigen Anzeige.

"DienstjubiläumbeiberJustizver- toaltung. Bureaudirektor Karl Link vom Oberhessischen Landgericht in Gießen, der auch längere Zeit beim hiesigen Amtsgericht tätig war, konnte am Dienstag auf eine 40jährige Dienstzeit bei der Justizverwaltung zurück- blicken. Er ist am 1. März 1876 zu Hungen ge­boren, trat am 13. Oktober 1891 beim Amtsge­richt Hungen als Gehilfe in den Dienst der Justiz­verwaltung, legte 1896 seine Prüfung für die Laufbahn des mittleren Beamten ab und war in der Folge an den Amtsgerichten Altenstadt, Butz­bach, Riederolm und dann in Gießen tätig. Seit dem 1. Rovember 1930 wirkt der Jubilar als Dureaudirektor des hiesigen Landgerichtes. Der f'flichttreue Beamte erfreut sich allgemeiner Wert- chähung.

* Schneegänse a u f dem Zuge nach Süden. In der vergangenen Rächt flog eine Anzahl Schneegänse über unsere Stadt hinweg. Die Vögel konnten zwar bei der Dunkelheit nur wenig beobachtet werden, sie machten sich da­gegen durch um so lauteres Geschrei bemerk­bar. Mancher Bewohner unserer Stadt wurde wohl aus dem Schlaf geweckt und dachte sicher­lich einige Minuten über das merkwürdige Ge­schrei nach: Zugvögel auf dem Wege nach Sü­den Herbst ...

** Ausge st eilte Ehren- und Wander­preise. Am 27. September haben sich vier Altschützen und vier Jungschützen von der Kleinkaliber-Schieß- abteilung des Kriegervereins Gießen am Verbands« meisterschaftsschießen der KriegerkameradschaftHas- sia" zu Dieburg beteiligt. Bei schärfster Konkurrenz mußte den Gießener Hassia-Altschützen der Ver« bandswanderpreis für Altschützen zum dritten Mal und damit endgültig, den erstmals in den Anstand getretenen vier Gießener Jungschützen der Verbands- wanderpreis für Jungschützen zuerkannt werden. Außerdem kehrten die Hassia-Schützen mit mehreren anderen wertvollen Preisen heim. Die Preise sind bis zum Samstagnachmittag im Schaufenster der Firma Driesch, Seltersweg, ausgestellt.

** Das Bier unter Aepfelweindruck. Die überaus große Aepfelernte in diesem Jahre und die Absatzschwierigkeiten infolge gedrückter Preise und verringerter Kaufkraft weiter Volks­schichten haben dazu geführt, daß in den meisten Gegenden der Provinz Oberhessen in diesem Herbst ganz erheblich mehr Aepfelwein gekeltert wird, als in früheren Jahren. Das edleStöffche" vom Apfelbaum ist in zahlreichen Orten so billig, daß man den Schoppen schon für 10 Pfennig, also zu Vorkriegspreisen, erhält. Aus dieser Aepfclwein- flut ist dem mit Steuern reichlich belasteten Bier eine starke Konkurrenz erwachsen, die sich vielfach zu einer empfindlichen Aepfelwein-Attacke gegen den Dierkonsum gestaltet hat. Wie sehr die Drau- industrie unter dieser Konkurrenz des Aepfelweins zu leiden hat, geht daraus hervor, daß z. D. die Gräfliche Brauerei in Schlitz in ihrem Betriebe Kurzarbeit eingeführt hat, die natürlich auch für die allgemeinen Arbeitsmarktverhältnisse und für den Gerstenabsatz der Landwirtschaft von Hebel ist. Da mit einem Rachlassen der Aepfelweinflut nach der großen Produktion dieses Jahres sobald Wohl nicht zu rechnen fein wird, wäre zu erwä­gen, inwieweit man aus allgemein-wirtschaftlichen Gründen für das Bier eine gewisse steuerliche Ent­lastung zwecks günstigerer Gestaltung der Aus­schankpreise schaffen könnte.

Tintenfisch im Schaufenster. 3m Fischhaus Cuxhafen (Inhaber: A. Trentelmann) in der Marktstrahe wird zur Zeit ein Tier ge­zeigt, das man hier noch nicht zu sehen bekam. Ein Tintenfisch, der bei einem Fischzug südlich von Island gefangen wurde, ist ausgestellt und wird mit vielem Interesse betrachtet. Der Tinten­fisch hat an einem stark ausgebildeten Kopf zehn lange Fangarme, die über und über mit den Saugnäpfen beseht sind, mit denen er seine Opfer umschlingt. Das merkwürdige Tiefseetier anzusehen sollte niemand versäumen.

** Aliceschule-Ausstellung. Die Alice« schule veranstaltet in diesen Tagen Ausstellungen der in ihren Kursen angefertigten Arbeiten. Die Ausstellung der Haushaltungsfchule ist am Donners­tag, 15. Oktober, im Hause Steinstraße 10, von 15 bis 17.30 Uhr, die Ausstellung der Weißnäh-, Schneider- und Stickkurse am Freitag, 16. Oktober, von 11 bis 17 Uhr im Hause Sonnenstraße 2, zu sehen. Interessenten seien besonders darauf aufmerk­sam gemacht. Siehe heutige Anzeige.

Kirche und Schule.

Oorfkirchliche Freizeit.

* Hohensolms, 11. DH. Die dorfkirch­lichen Vereinigungen für Oberhessen und die angrenzenden hessen-nassauischen Gebiete hatten zu einer Freizeit in das Volkshochschul­heim der Christdeutschen Jugend nach Hohensolms eingeladen, um schwere Fragen des gegen­wärtigen Lebens, besonders des Dorf- lebens, gemeinsam zu beraten. Etwa 50 Laien und Geistliche waren dem Rufe gefolgt. Die Umrah­mung der Arbeitsstunden bot der Leiter der Volks- Hochschule, Dr. Kammer, mit seinen dem jewei­ligen Beratungsgegenstand glücklich sich einfügenden Morgen- und Abendandachten.

Das erste Thema lautete:Liebe und Ehe auf dem Dorfe". Es wurde zunächst behandelt von Pfarrer V e e r h o f f (Marburg), der den größ« ten Teil seiner Tätigkeit im kurhessischen Dorfe zu« gebracht hat. Seine klarblickenden Ausführungen

zeigten den ganzen Ernst der Lage auf dem Dorfe auf dem in Frage stehenden Gebiet des ländlichen Sittenlebens. Dieser Ernst wurde vertieft durch die Darlegungen des zweiten Redners zu der schweben­den Frage, des Medizinalrates Dr. Balser aus Bü­dingen, der zufolge feiner reichen amtsärztlichen Er­fahrung ein maßgebendes Urteil abzugeben ver­mochte. Die Besprechung war getragen von der Schwere der Verantwortung, die sich dem dörflichen Führer auflegt. Auch das zweite Thema der Be­ratungen stellte nicht geringe Anforderungen an die Teilnehmer:Der Dorfpfarrer und d i e P o l i t i k." Die wissenschaftliche Grundlage legte Privatdozent Dr. Brunner (Gießen) mit seinen Darlegungen über die grundsätzliche Frage:D e r E h r i st und d i e Politik". Indem er jedes poli­tische Handeln mit dem lebendigen und wieder­kommenden Christus konfrontierte, stellte er feft; daß alle Politik nur vorletzte Werte zu schaffen ge­eignet ist, womit jede politische Betätigung des Christen ihre Begründung von Ehristus her emp­fangen muß. Ein im praktischen Pfarramt stehender Redner, Pfarrer Dr. H e i) m a n n (Langsdorf), ging im zweiten Vortrag den praktischen Folgerungen aus diesen grundsätzlichen Erwägungen nach in feinem Portrag über:Der Dorfpfarrer und die Politik." Auf Grund eigener Erfahrungen stellte er die Notwendigkeit striktester parteipolitischer Neutra­lität als Amtspflicht des Dorfpfarrers hin. Die Dis­kussion über beide Vorträge hielt sich auf einer be­merkenswerten Höhe der Sachlichkeit und Unvorein­genommenheit.

Der vierte Tag der Freizeit war der reli­giösen Vertiefung gewidmet. Pfarrer Lic. Saun (Okarben) sprach über die Kerngemeinde auf dem Dorfe. Er wies nach, daß eine Erneuerung wirklich echten, biblisch begründeten Gemeindelebens von kleinen Kreisen vom Geiste Gottes ergriffener Bekenner auszugehen habe. Eine lebhafte Bespre­chung schloß sich auch diesem Vortrag an. An den Abenden wurden die Burggäste zur Entspannung nach des Tages Arbeit durch Pfarrer K a l b h e n n (Maulbach) in die musikalischen Ziele der modernen Singbewegung eingeführt. Neue Wege des kirchlichen Gemeindegesanges taten sich in Theorie und Praxis auf.

Die Dorfkirche der hessischen und benachbarten Gebiete kann auf diese Freizeit, die unter der be­währten Leitung ihres Führers, Dekan S c r i b a (Nidda) stand, mit Befriedigung zurückschauen. Es ist zu hoffen, daß von ihr viel Segen für das Ge­meindeleben der Dörfer ausgehen wird.

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Oie Wetterlage

Mittwoch den /£. O/ttober ^3/ 4§Uht

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Wettervoraussage.

Die kühle ozeanische Luft, welche gestern auch unseren Bezirk gestreift hat, verursachte neben wechselhafter Bewölkung vereinzelte, jedoch nur leichte Riederschläge. Gleichzeitig begünstigte sie die Ausbreitung des hohen Druckes nach dem Kontinent, so daß über Deutschland wieder kräf­tiger Darorneteranstieg eingesetzt hat. Der Ein­fluß des neuen Hochdruckgebietes ist in den nächsten Tagen vorherrschend. Herbstlich schönes und trockenes Wetter steht in Aussicht, wobei allerdings nachts die Temperaturen etwas unter den Gefrierpunkt zurückgehen.

Vorhersage für Freitag: Leichter Rachtsrost, lokale Frühnebel, tagsüber heiter mit Erwärmung, trocken.

Lufttemperaturen am 14. Oktober: mittags 10,5 Grad Celsius abends 7,7 Grad; am 15. Oktober: morgens 2,1 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum 0,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Oktober: abends 10 Grad Celsius; am 15. Okto­ber: morgens 7 Grad Celsius.

kirchliche Tlachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 17. Oktober. Vor­abend 5.15 Uhr; morgens 9; abends 5.40 und 6.20 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 17. Oktober. Freitag abend 5.05 Uhr; Samstag vor­mittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 6 20. Wochengottesdienst: morgens 6.45; abends 5 Uhr.

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