Ausgabe 
15.8.1931
 
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Aus der Provinzialhauptfiadt.

Gießen. den 15. August 193L

Wiffende Helfer.

Don Reinhold Braun.

Ein« Stund« heiliger Freundschaftsbesinnlichkeit war e». Dir sahen in der wohligen Sommernacht, baumkronen-umdunkelt, aus dem Allan des Land­hauses. Stern.Ewigketl glanzte zu uns herein. Ls war nicht von ungefähr, daß wir vom Sinn des Leben» sprachen. Und weiter war es nicht von un- gesahr, daß unsere Gedanken -u den Buchern de» vlernbruders unter den Dichtern gingen, des Hans Sterneder. <_ , . .

Ein Dort klang auf, das er au» der Weisheit seiner Liebe im BucheSommer im Dorf" ge- »rochen hatte, das Wort vomwissenden Helfer .

Hatte er nicht dem kranken Lehrer wundersam geholfen durch ein paar Heilpflanzen, und hatte er ihm nicht einen echten Liebesdienst erwiesen damit, daß er ihn hineinleitete, ohne »ufdrinalichkett, zu den Heildingen der schlichten Her-.gotts-Apolheke, an der die meisten Menschen immer noch achtlos vor» überlausen und hin zu den schreienden Marklschil- dern de» Leben»? Hatte er, der stille Eternbruder, dem Lehrer nicht ferner zu dem geholfen, was er als echter Lehrer für feine Mitmenschen und beson­der» für die Kinder sein soll: Einwissender Helfer"?

von selbst kam es, daß wir das Dort vomwissen, den Helfer" losten von der Erkenntnis der heil- krastenden Pflanzenwelt und Ine Allgemeine erhoben und in Beziehung setzten zum Sinn de» Lebens, und zu dem daraus sich ergebenden Ziele des Daseins.

Sinn und Ziel de, Lebens? Da war eine der be- deutsamsten Antworten: Wissender Helfer werdenl

Ueber un» funkelte da» Firmament, die Baum­kronen rauschten auf, und da» Herz war von einem Glanz Überflossen ...

wissender Helfer" werden.

O, wa» steht hinter diesem Worte ...

Blüte und Frucht de» vollen Menschsein»: alle Sehnsucht wallt auf, und die Liebe blickt mit weih- nachts-Augen unsere Seele an ... Wissender Helfer ein, ja ist e» nicht das Größte, das ein Mensch au» sich machen kann, ist da» nicht letzte Gestalt- und In- haltgebung eine» Leben»? Stümoern wir nicht viel- fach arg herum ums wahre Helsen?

Sind wir oft nicht zu sehr Fach und fachliche Ein- gebildetheit, zu sehr Ressort.Fanatiker? Wollen wir nicht häufig zu sehr vom verstände au» heften? Neichen wir nicht manchmal Steine statt Brot? Sind wir nicht oft zu sehr Standpunktlichkeit! Handeln wir nicht al» diejenigen, die sich vom Leben ab- schnürten? _

Mistender Helfer sein! Strahlt da nicht Glanz der Lebens-Ganz-Erfastung auf All-Crlebni», Ewig- keitsschau? steht nicht Meister EkkehardsFeuer- wort" Über der Stunde:verschmähe da» Kleine; denn zu Grohem bist du geschaffen!"

Ist'» nicht, al, träte Gottes wunderbarster, größter Feuerwerser elber in unfern Kreis, der Nazarener, der herrlich Untheologische, der Einfalts-Mächtige, der Erste unter den Opfergängern der Erde, der göttlich Naiveste unter den Groß-Synthetikern, die über diesen Stern gingen, die diesseits und jenseits zu schöpferischer Einheit führen wollten!

Nachfolge Jesu im schöpfermenschlichen Sinne wer­den heißt: heilig und heiß bemüht sein, ein mistender Helfer zu werden, lebendig, glutvoll praktisch, weit und echt, bis zum Letzten bereit au» Der Wissenschaft be, Herzen», dessen Mitte Gott, und besten Ziel da» Ewige ist, beispielooll sein al» oergeiftigte Gemüts­kraft, immer vom Ganzen her Ströme der Erneue­rung laugend und die zu betreuende Seele blnleitenb zum Ganzen. Entscheidend für diese Helferschaft be» wahren Dissen» bleibt die höhere Warte, das Leben au, dem Göttlichen und dabei doch der gesunde Blick für die harte Dinghafttgkeit dieser Erde.

Wistender Helfer sein! Wo aber Liebe ist und ihre wundersame Cpürsamkeit, wo neben dem klaren Kopf da» warme Herz wirkt, wo Gotte» Lichtwett In diese Erd-Wirklichkeit hineinragt: da wandert der wissende Helser mit dem Schützling seiner Liebe einen guten Weg, und um das Ziel braucht uns nicht bange zu (ein.

Zuweilen aber kommt diese selige Einfalt zuerst an da, Ziel.

Taten für Tam-tag. 15 Alug«st.

Sonnenaufgang 5.10 Uhr, Sonnenuntergang 19.48 Uhr Mondaufgang 7.05 Uhr. Monduntergang 20.33 Uhr.

1688: König Friedrich Wilhelm I. von Preußen in Berlin geboren; 1740: der Dichter Matthias Clau- biu, in Neinfeld geboren; 1760: Sieg Friedrichs be, Großen über bie Oesterreicher unter Laudon bei Liegnitz: 1769: Napoleon I. in Ajaccio geboren;-* 1771: der englische Dichter Sir Walter Scott in Edinburg geboren.

Taten für Sonntag, 16 August.

Sonnenaufgang 5.12 Ubr, Sonnenuntergang 19.46 Uhr. Mondaufgang 835 Uhr, Monduntergang 20 46 Uhr

1717: Sieg be» Prinzen Eugen über die Türken bei Belgrad; 1743: der Chemiker Laurent Laooisier In Pari, geboren; 1832: der Philosoph Wilhelm Dundt in Neckarau geboren; 1899: der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen in Heidelberg gestorben; 1919: der russische Diplomat von Iswolskij in Paris gestorben.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Butter Pfund 1.40 bi» 1.50; Matte 30 bi» 35; Wirsing 8 bis 10: Weisskraut 8 bis 10; Rot­kraut 10 bi- 12; adbt Rüben 10 bis 15; rote Stuben 10 bi» 15; Spinat 20 bis 25; Aömifchkohl 8 bi» 10: Dohnen 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bi» S: Erbsen 10 bi» 15; Tomaten 15 bi» 20; Zwiebeln 10 bi» 12; Äütbi» 5 bi» 6; Pilze 20 bi» 25: Kartoffeln 31/» bi» 4; Frühäpfel 12 bi» 15; Falläpfel 4 bi» 5; Dirnen 10 bi» 20; Dörr» obst 30 bi» 35: Heidelbeeren 20 bi» 25; Stachel­beeren 20 bi» 25; Johannisbeeren 20 bi» 25; Preisselbecren 35 bi» 40; Pflaumen 10 bi» 15; Zverschen 30 bi» 35; Mirabellen 30 bi» 35; Reineclauden 20 bi» 25; Pfirsiche 40 bi» 60; Honig 40 bi» 50; junge Hähne 90 bi» 1.10; Sup­penhühner 90 bi» 1.00; Käse (10 Stück) 60 bi» 1,40; Tauben Stück 50 bi» 70; (Sier 9 bi» 10;

- Dürgermeister D r. Hamm. Wie un» heute morgen von der Stadtverwaltung mit­gereckt wird, wurde dem Beigeordneten Dr. Hamm am Dersassunsslage durch da» Ministerium de» Innern die DienstbezeichnungDürgermeister" verliehen.

" Verzugszuschläge bei verspäteter Steuerzahlung. Da» Neichssinanzministerium erinnert erneut daran, daß es wegen der hohen Zu­schläge im eigenen Interesse der Steuerpflichtigen liegt, ihre Steuern pünktlich zu bezahlen. Steuer­beträge, die In der ersten Auauschälste fällig gewor­den sind (dazu gehört auch bie Dermögensrate vom 15. August 1931), müssen spätesten» bi, zum Ablauf de» 15. August 1931 gezahlt werden, da sonst für jeden halben Monat ein öprozentiyer Verzugs- zuschlag verwirkt wird. Für Steuerbeträge, bie schon vor dem 1. August 1931 fällig geworden und bis dahin nicht pünktlich bezahlt waren, war bereits für die erste Augusthälfte ein 5^rozentiger Zuschlag oer- wirkt. Werden diese Nückstände nun auch nicht vor dem Ablauf de» 15. August 1931 befahlt, so wird für die zweite Augusthälfte und für jeben weiteren halben Monat ein weiterer Zuschlag von je 5 v. H. verwirkt.

"AbbruchinderVammstrahe. Zur Zeit sinb stäbtische Arbeiter bamit beschäftigt, da» Haus an ber Dammstraße, ba» ber geraben Durchführung des Straßenzuges im Wege stand, niederzulegen. Die Abbruchsarbeiten sind in vollem ®ange( und in einigen Tagen dürfte von dem Hause nicht mehr viel zu sehen sein. Der Gießener Maler Wilhelm Stephan hat das Gebäude, den alten Fachwerk» bau, in einem farbenfreudigen Bilde festgehalten, da» zur Zeit im Tabak, und Schreibwarengeschäft M ü h l i ch in der Dammstraße ausgestellt Ist.

Anmahnung von Gebühren-Rück» ständen. Die Stadtkasse mahnt in einer Bekannt- machung im heutigen Anzeigenteil rückständige Äa- nal. und Strahenreinigungsgebühren, Schulgeld und Wohnungsmieten an.

** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet.

Sonderzüge mit Fahrpreisermä­ßigung zur Leipziger Herbstmefse 1931. Anläßlich der Leipziger Herbstmeste 1931 werden wieder Sonderzüge mit Fahrpreisermäßigung oer- kehren. (Fahrpreisermäßigung wird auch für_ die Rückfahrt in allen fahrplanmäßigen Zügen gewährt, wenn die Rückfahrkarte gleichzeitig mittler Sonderzug­fahrkarte gelöst wird.) Die Züge werden wiederum aus O-Zug-Wagen zulammengestellt und führen einen Speisewagen. Baldige Lösung der Sonderzug­sahrkarten ist dringend zu empfehlen, da die Nach- frage stets sehr groß ist. Normale Fahrkarten gelten nicht für bie l-ck-Züge. Wegen aller näheren Aus­künfte unb Sonberzugfahrkartenkauf wende man sich an bie im heutigen Inserat bes Leipziger Mesieamts genannten Stellen.

Postscheckamt unb Gelbverkehr. Dom hiesigen Postamt wirb un» mitgeteilt: dringendste wirtschaftliche Sorge bestehl augen­blicklich darin, den stockenden Zahlungsverkehr wre- der In Gang zu bringen. Dabei wirb vielfach über­sehen, dah der irmerdeulsche Zahlungsverk^r ber Post genau so arbeitet, wie in normalen Zelten. Die Post erhält die Pvstanwelfungsgelber ebenso pünktlich auSaezahlt wie immer, und ber Postscheck- Verkehr wickelt sich ohne jede Hemmungen ab. Man kann nach wie vor über sein Postscheckguthaben durch bargelblvse lleberweisungen, durch Zahlungsanweisungen und durch bare Abhe­bungen restlos unb ohne Einschränkungen verfü­gen. Daterlänbische Pflicht ist es jetzt, ba ber Goldstock, die eigentliche Unterlage unseres ge­samten Zahlungsverkehrs, durch Zurückziehung der Auslandgelber so verkürzt ist, möglichst wenig mit Stückgelb unb Danknoten zu zahlen, sonbern im weitesten Umfange durch Anschluß an den Post- scheckverkehr zur bargeldlosen Zahlungsform über­zugehen.

" Zeppelin-Post nach Südamerika. Da» LuftschiffGraf Zeppelin" wirb voraussicht­lich am 26. August von Friebrichshasen _ au» eine Fahrt nach Südamerika mit Postbcförbe- rung unternehmen, bie bi» Pernambuco führen wird. Don Pernambucv au» soll die Post mit einem Sonderflug nach Aio de Ianeirv gebracht werden. Sendungen an Empfänger in den füb- brasilianischen Staaten Parana, Santa Catha­rina unb Aio Grande bo Sul werben ausserdem mit planmässigem Slreckenflug be» Gondor-Syn- bifal» weiterbefördert. Die Deutsche Lufthansa w ird ferner einen Sonders lug von Der lin nach Friedrichshafen veranstalten zum Anschluss an die Äibamerikafahrt be» Luftschiff». Del Auf­lieferung von Sendungen in Derlin ist al» Leib- Vermerk anzugeben:Mit Luftschiff unb Sonder-

Dlumenkohl 30 bi» 70; Salat 5 bi» 10; Salat- gurken 10 bi» 20; Ernmachgurken 2 bi» 4; En­divien 10 bi» 15; Ober-Kohlrabi 8 bi» 10; Lauch 5 bi» 10; Aertich 10 bi» 15; Sellerie 10 bi» 15; Aad.eschen Dund 10 bi» 15; Kartoffeln Zentner 3,00 bi» 3.50 Mk.

Vornotizen.

Tage»kalend«e für Sam» tag: LichSpielhau». Dahnhofstrasse:Die Drei von bet Tankstelle".

Tage»kalenb«r für Sonn tag: Geflügel- und Dogelzuchtvcrein Giessen unb Um­gegend 1897, JahveS-Haupwersammlung, 15 Uhr, Ho:«'. Hopfe Id Stadtthealcr D.essen:Meine Eouftne au» WarschauAnfang 20 Uhr. 8nbc 22 übe. Lichtfpielhau». Dahnhofstrasse:Die Drei von ber Tankstelle". MTB., Handball­spiel MTD.-Platz. 15 Alfc, Poiizeilpvnverem Dutzbach I. gegen MTD. I.

Au» dem Stadttheaterbureau wird un» geschrieben: Am morgigen Sonntag findet die 9. Vorstellung im Sommerabonnement und zugleich ba» letzte Gastspiel auswärtiger Bühnenkünstler statt. Da» Ensemble Berliner Bühnenkünstler (E. L. Fran- ken, Lottina Baart und Kurt Unser), da» in diesem Sommer bereit» zweimal erfolgreich in Gießen ga­stierte, verabfchiedet sich mit der Aufführung de, Lustspiel,Meine Cousine au» Warschau" von Der- neull, besten Verfilmung seinerzeit der Zensur zum Opfer fiel. Für diese Vorstellung gellen ermäßigte Sommerpreise. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr.

flufl bi» Rio be Janeiro" oberMir Luftschiff bi» zur Abwurfstelle über einer Intel" Die Sen­dungen sinb in ^rc'.gemachtem Llmfchlag an ba» Luftpostamt Derlin C zu schicken. Entsprechende» gilt für di« Auslieferuna in FriebrichSha^en. Di« Gebühr beträgt 2 Mark für «ine Postkarte und 4 Mark für einen Dries bi» 20 Gramm. Die Sendungen erhalten Sonderstempel.

Pollzeivervrbnung zum Schutze be» Runbfunk» ungültig. Eine Entschei­dung von allgemeiner Bedeutung wurde kürzlich so teilt die Fachgruppe der Elektrizität»-. GaS- unb Wasserwerke be» ReichSverbandes der Deut­schen Industrie mit burch da» Oberlanbe»- gericht Dresden verkündet Sine sächsische Po­lizeibehörde hatte eine Polizeivervrdnung zum Schuhe be» Aunbsunk» erlassen. Aus Grund dieser Devordnung war ein Heilmagnettseur wegen Be­nutzung eine» Hochsrequenzapparate» zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Da» Oberlanbeü» gerecht Dresden sprach ihn frei. SS gelangte zum Ergebnis, daß die Polizeivervrdnung gegen Ar­tikel 6. Ziffer 7 der Reichsverfassung verstößt und deshalb ungültig ist. Aach der RetchSverfafsung teht die gesamt« Gesetzgebung für da» Telegra- »henwefen, zu dem auch daS Funkwesen gehört, >em Reich zu. Die Landesbehörden dürfen in olchen Angelegenheiten keine Dorschristen erlas­sen, einerlei welchen Inhalt» ihre Anordnungen im einzelnen auch haben Aach den reichSrecht­lichen Destimmungen be» Gesetze» über Fern­meldeanlagen ist eine Rundsunkstörung nur dann strasbar, wenn sie in ber Absicht ber Störung hervorgerufen wirb. Diese Absicht ist nach ber Begründung de» Urteils keineswegs schon bann votchanden, wenn der Störenbe sich bewußt Ist, dah Störungen vorhanden sinb, z. D. wenn ihn bie Funkhifte barauf aufmerksam macht. Er ist nur barm strasbar, wenn er seinen Apparat ge­rade zu Zwecken ber Störung in Detrieb setzt. Also nur böswillige unb schikanöse Störungen fal­len unter diese Bestimmung.

Herbsttagung der OLG. Darmstadt 1931

(13. bl, 18. September).

Die Herbsttagung ber Deutschen Lanbwirt- schaftS-Gefellfchaft, mit ber bie DLG. auf ihrer Wanderung durch bie beutschen Gaue biesmal in Darmstadt halt macht, beschäftigt sich in ihren 17 öffentlichen Versammlungen mit brennenden TageSsragen unb hierbei hauptsächlich auch mit der Landwirtschaft im Rhein-Main-Gebiet und in Hessen. Die allgemeine Tierzucht-Abteilung der Gesettschast, deren Versammlung mit der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde verbunden ist, stellt die deutsche Höhenrinderzuchl in den Vordergrund auf Grund ber wirtschaft­lichen Verhältnisse. Die Obst- unb Weinbau- Abteilung erörtert neben ber Sortenwahl im Obstbau die Umstellung be» Weinbaues auf Pfrvpfreben in Hessen. Ebenso behanbelt die Saatzucht-Abteilung bie Entwicklung be» Zucker­rübenbau«» in den mittel» und kleinbäuerlichen De trieben Sübbeutschland». Auch im übrigen ist dafür Sorge getragen, daß die bäuerlichen Verhältnisse in Süd- unb Mltteldeutfchlanb im V ahmen der Verhattdlungen in erft-r Del he stehen.

Eingesandt.

(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Derantwortung.)

Kaust deutsch« Ware!

Der ArtikelFrauen an die Wirt­schaf t S f r v n f in ber Ar. 184 vom SamStag, dem 8. August, sollte bei den Frauen doch etwa» mehr Deachtung finben, al» dies gewöhnlich bet derartigen Artikeln ber Fall ist. Uebetall kann man heute von ber beutschen Ao« hören ober lesen unb von ber Aotwendigkeit, bas Gelb im Inland zu halten unb dem heimischen Pro­duzenten zukommen zu lassen, statt eS für entbehrliche AuSlandware auSzugeben. Wenn man von diesem Standpunkt einmal die Ein- kaufSkörbe der Hausfrauen an Markt­tagen besieht, muh man immer wieder staunen, wie wenig diese ErKnntniS bisher bei ihnen durchgebrungen ist. Heute, wo deuftcheS Obst unb Gemüse im Äeberfluh vorhanden ist, werben noch Dananen gekauft, italienische Pflaumen unb Pfirsiche, ausländische Tomaten usw. Ohne hol­ländischen Dlumenkohl geht es im Winter^unb Früh­jahr natürlich auch nicht. All diese Einkäufe zeugen doch davon, bass sich bie Haufrauen zum Teil der Tragweite ihres Handelns nicht bewußt find, zum Teil auch leibet von einer gewissen Gedankenlosigkeit.

Muh das sein? Könnte nicht durch eine groh- zügige und wirkungsvolle Propaganda Wandel geschaffen werden? Lange Arttkel, die doch nur immer einem gewissen KreiS zu Ge­sicht kommen unb von einer noch geringeren Zahl von Hausfrauen gelesen werden, nützen hier nichts. Durch äugen- unb finnfällige Plakate mühte überall auf bie Aotwendigkeit, nur beutfche Erzeugnisse zu kaufen, hinge- toiefen werben. Kauf von Auslandware be­deutet Aot und Arbeitslosigkeit für bie eigenen Volksgenoffen! 3ebe Frau hat bie Pflicht, anbete Frauen, bie z. D. AuSlandobst ober -gemüfe kaufen, auf da- Unrecht, bas sie damit an ihren Volksgenossen begehen, hinzuweisen! HauS- frauenvereinen unb Frauenverbänden erwächst hier ein reiches Betätigungsfeld. Praktische Arbeit im Kleinen von Frau zu Frau, keine schlecht ober nur von ben interessierten Frauen besuchten Aufklärungsversammlungen und Vorträge Helsen hier!

Unb könnten nicht auch bie Hänbler unb Verkäufer hier etwas tun? ES ist nicht leicht für fiel Unb bennoch! Müllen sie Aus­landware führen, weil sie von gedankenlosen Käufern verlangt wird? Desteht nicht vielleicht doch bie Möglichkeit einer gemeinsamen Verein­barung. AuSttrnbware nicht feil zu halten?. Ein aufflärenbe», freundliche» Wort an ben Käufer,

unb weder Käufer noch Verkäufer werden Schaden davon nehmen.

Häufta ist von interefTkrter Seit« bi« Forde­rung erhoben worden, zum Schutze der heimi­schen Landwirtschaft bie Grenzen für bi« Ein­fuhr landwirftchattftcher Produkt« zu sperren oder die Einfuhr durch Zollschranken zu unterbinden. Jedesmal waren, wenn von AegierungSseite der­artige Maßnahmen versucht wurden, für uns zur Zeit nicht tragbare Gegenmaßnahmen be» betroffenen Lande» sowie außenpolitisch« Schwie­rigkeiten bi« Folg«. Durch Selbstdisziplin der deutschen Käufer würden offiziell» Mahnahmen der Aegierung unb dadurch benot* gerufene Schwierigkeit vermieden, bk Sinfuhe ginge von selbst zurück, da» Geld bliebe im Lande. Die» gilt für alle durch Inlandware ersetzbaren Arttkel.

Damit aber auch ber Käufer sieht, daß e» sich um Inlandware handelt, müht« sie, soweit sie nicht ohne weitere» alS solche erkennbar ist. auch entsprechend gekennzeichnet sein. Also, tot deutschen Gärtner unb Gemüsezüchter, besteht nicht bie Möglichkeit, z. B. eurem Blumenkohl «in Etikett anzuhängenDeutsche» ör^eu gnl t" mit einem Zeichen oder ber Hummer beS be* treffenben Betriebe»? Lohnt nicht da» Beispiel der Hühnerzüchter mit dem deutschen Frischei? Wer gute, deutsch« Ware erhielt, toirb immer wieder dieselbe Marke verlangen, selbst wenn sie nicht weit her" ist. K. Sch.

Kunst unv Wissenschaft.

70. Geburtstag Ludwig von Hofmanns.

Der Shinftmaltr Professor an der Kunstakademie In Dresden, Dr. phiL h. c. Ludwig von Hof­mann begeht am 17. August seinen 70. Geburtstag. Hofmann stammt aus Darmstadt und erhielt sein« Ausbildung in Dresden und Karlsruhe, besondere unter F. Keller. Einige Jahre wirkte von Hof­mann an der Kunstschule in Weimar. Die Giesse­ner Philosophische Fakultät ernannte ibn zum Ehrendoktor. Professor von Hofmann ist Mitglied der Münchner Sezession, der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler, der Künstlervereinigung Dree. den, der Preußischen Akademie der Künste, des Se­nats der Deutschen Akademie München.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

Das Amtsverkündiaungsblatt Nr 57 vom 14. August enthält: Abänderung der Richtlinien für die Rückzahlung und Verzinsung der Winzer- frebite. Richtsätze für die Unterstützungen in ber allgemeinen und gehobenen Fürsorge. Die Wahlen zur Tierärztekammer. Sperrung einer Lahnstrecke. Ortssatzung über die Erhebung einer Vergnü­gungssteuer in der Gemeinde Allenoorf a. d. Lda. Gehaltsüberweisungen auf Bank- usw. Konten. Tagung des Dereinsverbandes deutscher Ausland­lehrer. Dienstnachrichten.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das Regenaebiet an der Vorderseite de» britischen Tiefs hat unseren Bezirk bereits in den gestrigen Abendstunden überquert und recht erhebliche Nieder­schläge gebracht. Dabei sind durch die Warmluft die Temperaturen angestiegen. Ueber Irland hat erneut starker Luftdruckfall eingesetzt, so daß dort heute morgen ein Kerngebiet mit Barometerständen von unter 740 mm lag .Die Storung wird sich In der Rinne tiefen Druckes in nordöstlicher Richtuna fort- bewegen und unser Wetter unter weiterer Zufuhr ozeanischer Warmlust regnerisch unb mild gestalten. Da an der Rückseite wieder kühlere Luft Herantran», portiert wird, so werden späterhin mit dem Wechsel­spiel der Luft'massen auch die Temperaturen Schwan- tungen erfahren, wobei sich vereinzett Gewitter­störungen bilden dürften.

Vorhersage für Sonntag: Weiterhin meist wolkig und regnerisch, Temperaturen wenig verändert.

Am 14. August: mittag» 14,3 Grad Celsius, abend» 13 Grad; am 15. August: morgen» 15,6 Grad. Maxi- mum 15,2 Grad, Minimum 9 Grad. Erdtempera­turen in 10 cm Tiefe am 14. August: abend» 16,1 Grad; am 15. August: morgens 14,4 Grad Celsius. Niederschläge 11,8 mm. Sonnenscheindauer eine Viertelstunde._________________________________________

Verantwortlich für Lokales: L 33. H L. Neuner.

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