Reparationen Jti zahlen. Diese finanziellen Vorschüsse waren nicht spekulativ; sie stellten die beste Art von Sicherheit dar. die dem Markt bekannt war, und es ist klar, dah die Sicherheit für diese Derpslich- tungen nicht durch politische Schul- den gefährdet werden darf. Denn die» gefchähe, würde Deutschland» handel»- kredit zerstört werden, und in diesem Falle wären sämtliche Zukunftsaus- fichten auf Reparationen vernich- t e t. Ich vertraue zuversichtlich darauf, dah e» leicht fein wird, in diesem Punkte Uebereinkom- men zu erreichen, aber die'Frage berührt politische Vorurteile und Voreingenommenheiten, und zwar eher in anderen Ländern als unserem eigenen. Ich hoffe, dah do» Haus vertrauen zur Regierung haben und es ihr überlassen wird, den Augenblick zu wählen, wo unser Land mit der gröhten Wirkung intervenieren kann.
Das englische Parlament fordert Zollvollmachten.
Tumpingmatznatzmen durch Notverordnung
London, 13. QIod. (TU.) Das englische Kabinett hat beschlossen, ein Gesetz im Unterhause einzubringen, das ihm die Berechtigung gibt, durch besondere Verordnungen die e i n g e - führten Waren mit Zöllen zu belegen, sobald festgestellt ist, dah die einzelnen Waren entweder zu Schleuderpreisen oder in übermäßig großen Quantitäten eingeführt werden. Diese Befugnisse werden sich sowohl auf Fertigwaren, wie auf landwirtschaftliche Erzeugnisse erstrecken. Der Gesetzentwurf soll Witte der nächsten Woche im Parlament eingebracht werden. Ein besonderer Kabinettsausschuh wird gebildet, der sofort Entscheidungen über Vorschläge des Handelsministeriums treffen kann, so dah Ieder Zeitverlust vermieden wird. Diesem Aus- schuh würde auher dem Handelsminister auch der Schatzkanzler angehören. Eine jeweils erlassene Notverordnung bedarf der späteren Zustimmung des Parlaments.
Oie Ausschaltung der Wirtschastspartei.
9er Reichskanzler im hessischen Wahlkampf.
Brüning spricht in Mainz über den Zwang zur WirtschastSreform.
Mainz. 13. Noo. (9B59L) In den Wahlkampf hat auch Reichskanzler Dr. Brüning mit einer Rede in der Mainzer Etadthalle eingegriffen. Von einer über 8000 Personen zahlenden Menschenmenge wurde der Reichskanzler mit stürmischem Beifall empfangen. Der Reichskanzler führte aus, dah das deutsche Volk instinktiv das Gefühl habe, dah es jetzt um große und entscheidende Dinge in den nächsten Wochen gehen werde. In der Reparationsfrage sei jetzt die sachliche Entschei- düng reif geworden. Deutschland habe bis zum Inkrafttreten des Hoover-Jahres von Beginn des Frühjahrs 1930 ab zum erftenmal seit der Stabilisierung Reparationen nicht aus Anleihen und ausländischen Krediten, sondern aus eigener Kraft bezahlt. Wenn wir alles daran gesetzt haben, um ohne neue Kredite in stärkerem Maße hereinzubekommen, die Reparationslasten zu bezahlen, so hat das endlich den Effekt, die Einsicht in derWelt zu schaffen, daß Reparationslasten von Deutschland nur durch einen wachsenden und ausschließlichen Ausfuhrüberschuh tatsächlich bezahlt werden können. Das ist gelungen. Wir haben die Einfuhr fortschreitend gesenkt. Wir sind in der Ausfuhr an der Spitze der Rationen geblieben.
Der Weg aus der Krise sel ein Weg der Sorge und der Bot. Wer aber glaube, die Krise heilen zu können, nur durch Maßnahmen, die wir in Deutschland für uns allein treffen, wer glaube, nur von hier aus den Hebel ansetzen zu können, der sei überhaupt nicht in der Lage, dem deutschen Volke Rettung zu bringen. Die Regierung habe sich nicht mit einer zwangsweisen Herabsetzung der Zinsen beschäftigt. Alle Rachrichten hierüber entsprächen nicht der Wahrheit. Die Zukunft unseres Volkes beruhe auf dem Glauben, unter allen Umständen die deutsche Währung stabil zu halten. Wenn man dies wolle, müsse man die Wirtschaft elastischer g e st a 11 e n als sie heute sei. Die Preise und die Gestehungskosten müßten sich den gegebenen Bedingungen schnell anpassen können. Gs sei notwendig, mit einem geringeren Kre- ditvolumen vom Auslande her die deutsche Wirtschaft anzutreiben und das sei möglich . Das seien Dinge, die unbedingt zur Rettung unserer Wirtschaft, zur Rettung auch der breitenMasse der Bevölkerung durchgeführt werden müßten.
Aber bei allen Maßnahmen brauch« man ein Miterleben des deutschen Volkes, damit es gelinge, unter Beteiligung aller Wirtfchaftskreife Lösungen auf einmal zu treffen, die wegen der Not der Zeit diesmal nicht auf lange Monate verteilt werden könnten, sondern im Zusammenhang und in zeit- licher Abstimmung gegeneinander in den nächsten Wochen getroffen werden müßten. Man habe die Löhne gesenkt, man habe aus Zwangsrücksichten auf den Etat die Beamtengehälter herabgesetzt, es sei gelungen, eine Senkung des Preisniveaus durch- ^usegen, es sei gelungen, für die Landwirtschaft immerhin Preise zu erzielen, die im vergleich zu den Preisen anderer Völker noch al» Verhältnis- mäßig hoch anzusprechen seien. Es sei auch gelungen, in der Diehwirtschast die Einfuhr durch hohe Zölle und andere Maßnahmen so abzudrosieln, daß man sagen könne, wir produzieren unser Vieh restlos im eigenen Lande. Aber jetzt zeige sich, daß im Durchschnitt aller Orte in Deutschland und im Durchschnitt der Zeit die Preise sich nicht nach den Zöllen richten, sondern daß die Preise mehr oder minder zwangsläufig sich der gesunkenen und der eingeschrumpften Kaufkraft anpassen. Daraus folge, dah es kein Allheilmittel gebe in einer so gewaltigen Krise, daß man nicht einfach durch hohe Zölle die Landwirtschaft retten könne, und daß man nicht einfach auf der anderen Seite sagen könne, wenn die Löhne immer weiter gesenkt würden, dann würde es wieder besser werden, sondern alle diese Dinge müßten sorgfältig gegeneinander abgestimmt werden. Auch schwere Verhältnisse in Hessen trüben die Stimmung. Ich begrüße es, daß es geglückt ist, dem hessischen Etat durch die schwerst« Zeit durchzubringen und auch für die nächste Zukunft zu sichern. Wir sind in einer so furchtbaren Notlage, weil man sichindenvergangenen Iabren nicht schnell genug entschlossen hat. In den letzten Monaten muhte nun das nachgeholt werden, mas an Fehlern in vielen Jahren gemacht wurde. Jetzt heißt es Nerven behalten: Nerven behalten aber bedeutet, daß man sich nicht beirren läßt, bedeutet, mutig in die Zukunft zu blicken und nicht den Augenblick der Popularität abzuwarten. Wir haben jetzt die Hoffnung, das Volk aus der Not und Erniedrigung wieder herauszuführen.
Deutschlands Recht aus gleiche Sicherheit.
Heichswehrminisler (Sroener über das deutsche Programm für die Abrüstungskonferenz.
Berlin, 13. Rov. (TU.) 3n einer Unter* rebung mit dem Berliner Vertreter der »Chikago Tribüne" erklärte Reichswehrminister Dr. G r o e - ner u. a.: Sie fragen mich, ob Deutschland beabsichtige, feine nationale Sicherheit dadurch wiederzuerhalten, daß die gleichen Abrüstungsmethoden, die 1919 auf die besiegten Länder angewandt wurden, jetzt für alle Staaten in® cltung gefetzt werden. Diese Frage ist das Kernproblem der Abrüstung, so wie es sich von Deutschland aus darstellt. Deutschland hat das Recht auf gleiche Behandlung wie alle anderen S taa* t e n. Deutschlands Ziel auf der Abrüstungskonferenz muß es deshalb fein, feine nationale Sicherheit dadurch wieder zu erlangen, daß die anderen Staaten nach denselben Methoden abrüften, die sie seinerzeit Deutschland auferlegt hatten, d. h., es darf den anderen Staaten nicht erlaubt fein, waS Deutschland oerbo* te n ist und umgekehrt. Verboten wurden uns z. D. seinerzeit die schwere Artillerie, die Tanks, die militärische Luftfahrt, ferner alle Kriegsschiffe über 10 000 Tonnen, alle U-Boote, sogar die Flugabwehrartillerie hat man dem deutschen Heere verboten. Und weiterhin hat man Deutschland di e allgemeine Wehrpflicht verbo- t e n und hat ihm im einzelnen auf das genaueste vorgeschrieben, wie feine Wehrmacht organisiert werden mußte. Diese Methoden haben z u r v o 11- kom menen Entwaffnung Deutschlands geführt. Der Beweis ist also geführt worden, daß sie eine wirksame Abrüstung verbürgen.
Würde es nicht einen Bruch der feierlichen Verpflichtung zur Abrüstung, die alle anderen Staaten eingegangen find, darstel- len, wenn jetzt die Abrüstungskonferenz auf jene Staaten andere Methoden anwenden wollte, als auf Deutschland? Aus diesem Grunde bekämpfen wir den Konventionsent- wurf, den die vorbereitende Abrüstungskom- miffion ausgearbeitet hat. Er schlägt dem Grundsatz der Gleichberechtigung der Staaten ins Gesicht, indem er den Unterschied zwischen den Siegern und Besiegten des Weltkrieges verewigen will. Der Konventions
entwurf verbietet keine der Waffengattungen, die für Deutschland verboten find. Kurz, er würde den Gedanken der Abrüstung umnöAich machen.
Deutschland ist jede Befestigung auf dem linken Rheinufer und 50 Kilometer rechts des RheineS verboten. Es darf in dieser entmilitarisierten Zone keinen Soldaten unterhalten, Frankreich aber darf ungeheure Befestigungen so weit vorschieben, daß die deutsche Grenzbevölkerung nicht nur unter der Tragweite der französischen Geschütze, sondern sogar der französischen Maschinengewehre leben muß! Die Sicherheit Deutschlands und die Sicherheit der Welt wird erst dann wieder hergestellt fein, wenn alle Staaten nach den gleichen Methoden abge- rüstet worden find.
Sie fragen mich besonders nach -meiner Meinung der «Seeabrüstung". Deutschland hat gerade hier durch die Konstruktionen seiner 6000- Tonnen-Kreuzer und neuerdings durch den Bau des ersten Panzerschiffes (Capital ship) von 10 000 Tonnen den Beweis geführt, daß man durchaus leistungsfähige Kriegsschiffe in den ihm vorgeschriebenen Grenze n bauen kann. Welche Erleichterung für die Welt würde es bedeuten, wenn alle Staaten die gleichen Einschränkungen auf sich nehmen wollten! Sie fragen mich nach der Bedeutung der sogenannten «W e h r o r g a n i s a t i o n e n^ wie des Reichsbanners, des Stahlhelms oder der SA. Militärisch sind diese Verbände ohne j et) e n Wert. Die Verbände können aber darin Gutes leisten, dah sie die Jugend sportlich ertüchtigen. Run zu 3hrer letzten Frage, ob Deutschland eine größere Armee fordern wird, wenn sich die schwer gerüsteten Länder weigern sollten, die Stärke ihrer Armeen erheblich herunterzusehen. Diese Frage würde voraussetzen, daß Die Abrüstungskonferenz scheitert. WaS Deutschland in einem solchen Falle tun würde, kann ich nicht sagen. Meine Meinung ist es, daß alle Völker der Welt die größten Anstrengungen machen sollten, daß die Abrüstungskonferenz nicht scheitert, sondern daß sie au einem positiven Erfolg führt, der die Welt von der Last der Rüstungen und von der ewigen Kriegsdrohung wirksam befreit.
Tie Ablehnung der Waßlvorfchlüge rechtswidrig.
WSR. Frankfurt a. M., 13. Rov. Die Wirtfchaftspartei Landesverband Hessen teilt mit: Der Staatsrechtslehrer an der Universität Gießen, Professor Dr. Gmelin, hat der Wirtschaftspartei über die Ablehnung ihres Wahl- Vorschlages zur Landtagswahl ein Gutachten erstattet. Er kommt zu dem Ergebnis, daß die Ablehnung rechtswidrig ist. Die Ablehnung verstößt gegen Artikel 17 der Reichsverfafsung, wonach in jedem deutschen Land die Volksvertretung in allgemeiner, gleicher Wahl zu wählen ist. Es entspricht nicht dem Grundsatz der Gleichheit, daß der Wahlvorschlag der Radikaldemolratifchen Partei nur 20 Unterschri ften benötigte, während man von der Wirtfchaftspartei 50 0 Unterschriften verlangte. Außerdem hat der Landeswahlleiter es unterlassen, die Wirtschaftspartei, wenn er schon einmal einige Unterschriften bemängelte, zur Mängelbeseitigung aufzufor- oern, wozu er nach § 51 der Landeswahlordnung verpflichtet gewesen wäre. Hier handelt es sich nicht nur um eine aus dem Geist der Verfassung abzuleitende Aufgabe, sondern um eine in einer Rechtsvorschrift ausdrücklich auferlegte Pflicht. Das ausführliche Gutachten stellt fest, daß die Handhabung der Wahlordnung durch den Landeswahl- ausschuß dem demokratischen Prinzip widerspreche, indem sie den 'n den Wählern der Wirtfchaftspartei verkörperten Dolkswil- len mißachte. — Die Wirtfchaftspartei behält sich vor, falls die Zusammensetzung des neuen Landtags keine klaren Verhältnisse schafft, den Staatsgerichtshof anzurufen bzw. die Landtagswahl anzufechten.
Schluß mit benSlandalprozessen!
(Line beherzigenswerte Mahnung.
München. 13. Rov. (TU.) Unter der Ueber- fchrist «Sch.uh mit den Skandal-Prozessen!" bringen die „Münchener Neuesten Rachrichten" einen Artikel ih»cs Chefredakteurs, worin es nach einem Hinweis auf die endlose Dauer und auf die Unerquicklichkeit der gegenwärtigen Skandal- Prozesse (Favaa, Sklarek, Rordwolle, Kahenellen- bogen u. a.) heißt: Wenn heute die Reichs- reg.erung ein wirtschaftliches Stand- recht verkündet, so würde ihr eine Welle des Vertrauens entgegenfluten. Wenn ein solches Standgericht innerhalb von acht Tagen das erste Urteil gefällt hätte, das ganze deutsche Volk würde aufatmen. 3e härter bie Strafe, befto gerechter würde sie empfunden. ES gäbe ein Rotwehrrecht deS Staates. 3eder neue Tag der gegenwärtigen Skandal- prozeffe untergrabe das Vertrauen zum Staat, well es ihn hilflos zeigt gegenüber der schlimmsten Act des W.rZchaftSverbrechen«. 3n England habe man einen 70jährigen Lord wegen geringfügigen Wirt.chaft^verdrechenS i n s Z u ch t- v 2 uS gesperrt- Mussolini verschicke ungetreue Direktoren auf die Liparischen 3n- |cln. Eine Regierung müsse Vertrauen säen, wenn sie es ernten wolle. Die Skandal- Prozesse warten daraus.
öer Gklarek-Prozeß.
Die „mvcnbunccn an Ltadtiat Tegner.
Berlin, 13. Noo. (ENB.) In der Nachmittags. Verhandlung des Sklarek-Prozefses, der Voraussicht- lich diszum Frühjahr 193 2 dauern wird, wurden die S^a ch . und Barzuwendungen erörtert, die Stadtrat Degner empfangen haben soll. Degncr bestritt zuerst, bereits im Jahre 1926 Garderobe durch die Sklareks bezogen ZU haben und erklärte, daß er nicht gewußt habe, daß diese Sachen bei der Schneiderfirma Keller & Furch hergcstellt seien undpraAnzugZOObis 400 RM. gekostet hatten, während er an die Sklareks nur 200 bis 250 NM bezahlt habe. Der Vorsitzende hielt ihm vor, daß er in den Jahren 1927/29, also in 2 h Iahrensür rund 4000 Reichsmark Garderobe erhalten
habe. Degncr behauptet weiter, die Kleiderrechnung bei den Sklareks durch Wechsel bezahlt zu haben. Der Buchhalter Lehmann erklärte hierzu aber, dah es mit diesen Wechseln eine ganz andere Bewandtnis habe. Degncr habe von Max Sklarek ein Darlehn von 4 000 bis 4500 Reichsmark erhalten und dafür Akzepte gegeben. Zu jedem Ersten des Monats habe er einen Betrag von 2000 bis 2500 Reichsmark für „Dolch" — wie Degncr genannt wurde — fertigmadjen müssen^ und daß von dieser Summe auch die Akzepte für das Darlehn abgezogen wurden. Degncr: ,Hch habe von diesen Summen nicht eine bekommen." — Aus Fragen der Verteidiger Degners erklärte Leh- mann dann, daß er nie gesehen h abe, daß Degncr das für „Dolch" bestimmte Geld bekommen habe, daß er das aus den Gesprächen gefolgert habe. Leh- mann gab allerdings die Möglichkeit zu, daß Pri- vatentnahmen der Gebrüder Sklarek gleichfalls unter dem Decknamen „Dolch" verbucht worden feien.
Kunst und Wissenschaft.
Empfang der Wegener-Expedition in Kopenhagen.
Der Dampfer .Hans Egede" traf am Freitag, aus Grönland kommend, in Kopenhagen ein mit den Mitgliedern der deutfchen Wegener - und der englischen Watkins-Erpedition an Bord. Zum Empfang hatten sich «inaefunden: Die dänischen Drönlandforscher Lauge Koch und Knud Ras
mussen, der deutsche Gesandte Freiherr von R i ch t h o f e n , der ehemalige preußische Kultusminister Dr. Schmidt - S11, die Witwe Alfred Wegeners und zwei Mitglieder der Expedition, Dr. George und Dr. Sorge, die bereits früher aus Grönland zurückgekedrt sind. Unmittelbar nach der Ankunst des Dampfers hielt Staatsminister Stauning eine Rede, in der er u. a. erklärte: Professor Wegener habe Weltruhm gewonnen durch seine Theorie, dah die Kontinente auf dem festen Inneren der Erde schwimmen und in steter Berne- gung sind. Sein Ruhm wäre noch gewachsen, wenn er bieie Expedition nicht hätte mit seinem Leben bezahlen müssen. Der Redner sprach dann Frau Wegener und Dr. Shirt Wegener, der seinen Bruder in Grönland zur letzten Ruhe gebettet habe, die Sympathien Dänemarks aus und begrüßte mit besonderer Herzlichkeit die Forscher Dr Georgi, Dr. Sorge und Dr. Löwe, die durch ihre lieber- Winterung im Inlandeis unter äuherst schwierigen Verhältnisien der Wegener-Expedition ;um wissenschaftlichen Erfolg verhalfen. „Wir neigen uns in Trauer darüber, daß Wegener nicht mehr unter uns weist. Wir drücken seiner Gattin, seinem Bruder und dem Lande, dem er angehörte, unsere herzlichste Teilnahme aus." — Dr. Schmidt-Ott brachte dann seine Anteilnahme an Wegener» Tode zum Ausdruck und entbot namens der Rcichsreglerung der heimkehrenden Erpedition den Willkommengruß. Er dankte Dr. Shirt Wegener dafür, daß er nach dem Tode seines Bruders die Expedition zu Ende führte, und bracht« der dänischen Regierung
und den grönländischen Behörden seinen warmen Dank für ihre Unterstützung dar. — Nachdem die Musikkapelle das Deutschlandlied gespielt hotte, richtete der englische Ge'chäslsträger eine Willkommens- ansprache an die englische Expedition. Danach dankte Dr. Kurt Wegener im Namen der Expedition für den herzlichen Empfang.
475»3ahrf«ier der Universität Greifswald.
Am Freitag beging die 1456 gegründet« Universität Greifswald die Feier ihres 47 5- jährigen Bestehens. AuS diesem Anlaß fand in der Rikolaikirche in Anwesenheit deS Lehrkörpers der Universität und der Chargierten der studentischen Korporationen sowie den Vertretern der Behörden eine Feier statt, in der Professor Dr. Hofmeister die Festrede hielt.
Aus aller Welt.
Die Studentenschaft in Halle nimmt erneut gegen den Rektor Stellung.
Die HaUefche Studentenschaft veröffentlicht ein« Erklärung, in der sie mit Genugtuung feststellt. bah die Hallefche Profefforenfchaft die Motive, die die deutfchen Studenten in ihrem Kampf gegen Dr. Dehn leiten, versteht und anerkennt. Allerdings ist sie sich dessen voll bewußt, daß ihr Kamps gegen Dr. Dehn in keiner W e ise dadurch berührt wird, im Degen- tetl, sie glaubt in den Worten der Professoren ihre Ansicht gestärkt zu finden, den Kampf weiterhin mit aller Energie auf der neu gewonnenen Grundlage fortzu fetzen. Ihrer Einstellung gemäß kann die Studentenfchaf t den Professoren nicht folgen, wenn fic dem Rektor ihr volles Vertrauen auSsprechcn. Da für di« Deutsche Studentenschaft der derzeitige Leiter der Universität untragbar ist, und da sie einen Dozenten nicht anerkennen kann, der ihr Rationalgefühl beleidigt, sieht sich die Deutsche Studentenschaft gezwungen, auch weiterhin den Veranstaltungen der Universität fernzubleiben und nicht zu chargieren, biS auch diese Differenzen bereinigt find.
Ein Polizeibeamter vom eignen Sohn ermordet.
3n Recklinghausen wurde in der Rächt -um Freitag kurz nach Mitternacht der Polizeihauptwachtmeister Dartkowiak durch mehrere Pistolenschüsse ermordet. Der 21jährigeSohn des erschossenen Beamten ist einwandfrei a l S Täter festgestellt worden. ES wurde ferner ermittelt, dah der Mörder mehrere Stunden a u f feinen Vater gewartet hatte. Die Pistole hatte er seinem Vater," der sich in Zivil befand, au« einem Schrank entwendet. Zwischen Vater und Sohn bestanden seit längerer Zeit Zwistigkeiten, da die Lebensweise deS Sohne« nicht einwandfrei war und sich die Polizei schon de« öfteren mit ihm beschäftigen mußte. Au« diesem Aniah wurde dem Sohn von feinem Vater schließlich da« Hau« verboten. Der Verbrecher ist nach der Tat nochmal« zum Tatort zurückgekehrt und hat dort dann auf seinen am Boden liegenden Tater aus nächster Rähe nochmal« geschossen. Der Mörder ist noch nicht dingfest gemacht worden.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Der flache hohe Druck mit seiner Ausdehnung über Deutschland bewirkte in unserem Bezirk Temperaturgegensätze zwischen Tag und Rächt bi« zu 10 Grad. Die bereit« von Westen her erkennbar« Verschlechterung der Wetterlage macht weiter« Fortschritte. So hat sich die Störung über Island sehr wesentlich vertieft und erstreckt Ausläufer bis nach bvr DiScaya hin, die fich durch kräftigen Temperaturanstieg und an der Küste Frankreichs schon durch Riederschläge bemerkbar machen. 3m Laufe deS morgigen TaaeS werden sich auch bei un« die Anzeichen de« WitterungSumschlage« einstellen, mit Beginn der kommenden Woche sind wärmeres Wetter und Riederschläge zu erwarten. Weitere Störungen über dem Atlantik lassen erkennen, dah vorerst noch kein beständige« Wetter von längerer Dauer in Au-sicht steht.
Aussichten für Sonntag. Rebel- und Dunstbildungen mit Aufklaren, Temperaturen nacht- noch in Gefrierpunktnähe, dann Milderung, gegen Abend auf kommende RiedcrschlagS- ncigung.
Aussichten für Montag: Riederschläge, bedeckt und wärmer.
Lufttemperaturen am 13 November: mittags 10,3 Grad Celsius abends 2 Grad; am 14. November: morgen» 1,4 Grad. '.Maximum 10,3 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. November: abend» 7 Grad: am 14 November: morgens 5 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 6 Stunden.


