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Buntes

Eulengeschichien.

John Bollinger, ein Farmer bei Fort Scott in Kanada, hatte einen sechzehnjährigen Sohn Bernard, der gelähmt war. Eines Tages findet der Bauer in der Scheune eine junge Ohreule, die dort wohl Mäuse gejagt und den Ausweg nicht mehr gefunden hatte. Das verstörte und geblendete Tier ließ sich greifen, und der Bauer brachte die Eule seinem Sohn. Dieser fütterte seinen Gefangenen, behandelte ihn freundlich, und bald waren beide unzertrenn­liche Gefährten. Diese an sich nicht so merkwürdige Freundschaft zwilchen Tier und Mensch sand in; dessen eine Unterbrechung, als der junge Mann zur Behandlung seines Leidens in ein Sanatorium ge­schickt wurde. Hooty, so nannte Bernard seinen Freund, verläßt darauf die Farm und verschwindet im nahen Walde. Am Abend legte der Bauer eine tote Ratte hin und rief Hooty; der Versuch gelang! Seitdem ist es ein in der ganzen Gegend beliebtes Vergnügen, des Abends zu Mister Bollinger zu gehen; er ruft dann ein paarmalHooty! come Hooty!" Rach einigen Minuten hört man dann vom Dach herab ein leises Pfeifen, wie den Schrei eines Kätzchen, und, unhörbar herangekommen, erscheint oben ein mächtiger Vogel die Flügel spannen 41 Fuß, der zunächst aufmerksam Umschau hält, dann leise auf einen Holzstapel herabschwebt, wo sein Abendessen ihn erwartet. Dieser leichte Erwerb der Nahrung ist cs wohl, der die Eule dazu ver­anlaßt, den Verkehr mit den Menschen auch in vol­ler Freiheit aufrecht zu erhalten. Ihre Wohnung hat sie am nahen Waldrande; nachts bleibt sie wie ein getreuer Wächter auf dem Dache oder in den Zweigen der Hofeiche.

Nicht alle Eulen sind so menschenfreundlich wie Hooty. Ein Wächter vom Rainier-Notional-Park hatte ein unheimliches Erlebnis mit diesen Nacht­vögeln. Der Mann kommt abends von feinem Dienst­gang nach Hause, einen stillen Weg hinab ins be­reits dunkle Tal. Plötzlich sollt ihm der Hut übers Gesicht; das kann ein Zufall sein, infolge des steilen Abstiegs, aber der Vorgang wiederholt sich drei-, viermal! Mach sich jemand einen schlechten Scherz? Mit erhobenem Stock wendet sich der Mann um: nichts zu sehen, Totenstille. Also ein Gespenst! Er rennt das Tal hinab, kommt endlich in den Bereich der Lichter von Longmire, feinem Dorf. Da greift das Gespenst noch einmal handelnd ein, der Hut fliegt dem Wächter mit Gewalt vom Kopf, mehrere Schritte voraus, und im Lichte der nahen Laternen erkennt das geängstigte Opfer des Spuks eine kleine Eule, die, vom Licht noch mehr verängstigt, eifrig bemüht ist, ihre Krallen von dem Hut zu lösen, den sie vermutlich für etwas Eßbares, eine Fledermaus ober dergleichen, gehalten hatte.

Allerlei.

Winterschwimmen: ein kalies vergnügen.

Dei der jetzigen Temperatur sich in die Fluten eines Flusses oder gar des Meeres zu stürzen, dürste bei vielen schon in der Vorstellung eine gelinde Gänsehaut Hervorrufen, aber es gibt ab­gehärtete Leute, die das ganze Jahr hindurch nicht nur in dem erwärmten Wasser der Bade- anstalten, sondern in den kalten Fluten in Gottes freier Natur sich dem edlen Schwimmsport hin­geben. Eine begeisterte Verehrerin des Winter- schwimmens, die Trägerin des englischen Längen­rekords für Schwimmen, Agnes Nicks, sucht in einer Londoner Wochenschrift ihre Landsleute für diese Leibesübung zu gewinnen, die sie für über­aus gesund hält.Die gegenwärtigen Monate", schreibt sie,sind erwiesenermaßen die gefähr­lichsten für Erkrankungen aller Art, und es ist die Pflicht eines jeden, sich nach Möglichkeit gesund zu erhalten. Als ein vorzügliches Mittel dafür empfehle ich:Schwimme im Winter!" Sicherlich wird man mir antworten:Da werde ich mir die Erkältung holen", aber meine Er­widerung lautet:Keineswegs!" Man kann sich erkälten, toemx Man sich dem Zuge oder einem längeren Frösteln ausseht, aber noch niemals hat sich einer meiner Bekannten irgendeine Schädi­gung zugezogen, toemx er täglich kurze Zeit im kalten Wasser schwimmt. Ich selbst bin das beste Beispiel, denn ich schwimme jeden Morgen Som­mer und Winter in dem nahegelegenen See und jedes Wochenende gehe ich ans Meer, um dort zu schwimmen. Ich springe sofort hinein, schwimme fünf Minuten, aber nicht länger, und wenn ich dann herauskomme, so fühle ich mich wundervoll gestärkt, bin auch niemals erkältet gewesen, seit ich diesen Sport betreibe. Beim Schwimmen wer­den alle Muskeln und Verven von den Zehen bis zum Backen und den Schultern angespannt und bewegt. Diese gesunde Bewegung verhindert das Kältegefühl. Das eiskalte Wasser aber regt das ganze Nervensystem an und stärkt es gegen jede Ansteckung, die man sich während des Tages holen könnte. Ich kenne nichts Schöneres als dieses Winterschwimmen und ziehe es dem Aufent­halt in dem lauwarmen Wasser der Sommer­monate bei weitem vor. Nur ein Bedenken besteht. Wenn der Tag ungewöhnlich kühl ist, bann muh man sich dagegen schützen, daß man einen Krampf bekommen kann. Zu diesem Zwecke reibt man sich den Körper mit einer dünnen Schicht von Ocl oder Fett ein. Das verhindert das unangenehme Schaudern und macht zugleich den Körper leicht und beweglich im Wasser. Ich glaube bestimmt und maßgebende Aerzte stimmen mir darin bei, daß die Menschen gesünder wären, wenn recht viele auch im Winter im Freien schwimmen

Kriegsbeschädigten-Tagung.

Der Reichsbund der Kriegsbeschä­digten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinter­bliebenen im Kreise Gießen hielt im LokalZum Dchipkapaß" eine KreiSkonserenz ab. Die Tagung erhielt ein besonderes Gepräge dadurch, daß Sie GeschästssteUe für Oberhessen mit dem Sih in Gießen auf ein zehnjähriges Bestehen zu­rückblicken kann.

Der 1. Dorsihende deS Kreises, Kam. Schirm» beck, Gießen, eröffnete die Konferenz. Anwesend war u. a. auch Gauleiter Kam. Tauer, Darm­stadt. Gausekretär Benner, Gießen, gab sodann den Geschäftsbericht. Bei Eröffnung der Ge­schäftsstelle vor 10 Jahren waren in Oberhefsen etwa 1500 zahlende Mitglieder vorhanden. Diese Zahl hat sich bis zum heutigen Tage etwa ver­dreifacht. In allen Teilen Oberhefsens ist der

Reichsbund heute eine feste Stühe der Kriegs­opfer. Er verfügt über geschulte Funktionäre, die jederzeit Rat und Auskunft in Versorgungsange­legenheiten geben können. Im Laufe der letzten 10 Jahre wurden 5 größere Tagungen abgehal­ten; 1930 fand der Gautag für Hessen in Gießen statt. Beim Bcrsorgungsgericht Darmstadt, Spruchkammer H, Gießen, wurden in den letzten 10 Iabren etwa 4000 Prozesse vertreten, wovon etwa 40 Prozent mit Erfolg beschlossen wurden. Vielen Hunderten von Mitgliedern wurden da­durch ihre Renten wieder zugesprochen. Weiter lieh der Referent die Inflalionsiahre an den Augen der Mitglieder vorüberziehen, die ein ganz besonderes Maß von Verantwortung an je­den einzelnen stellten. Die Postein- und Aus­gänge steigerten sich von Jahr zu Jahr und be­tragen heute etwa 1200 Ein- unb 1400 Ausgänge. 3n den einzelnen Kreisen werden ständig durch den

zuständigen Gausekretär Sprechstunden abgehal­ten. Weiter gab Kamerad Benner noch einen zah­lenmäßigen Bericht über die lausenden Arbeiten des Kreises Gießen. Am Schlüsse seiner Rede dankte er allen denen, die an der Entwicklung des Reichsbundes mitgeholfen haben, sowie dem Be­zirksvorstand unter Leitung der Kameraden Schneider und Schirmbeck und dem Orts­gruppenvorstand von Gießen unter Leitung des Kameraden Walldorf. Der Reichsbund hat heute ein modern eingerichtetes Bureau und ist in der Lage, allen Anforderungen gerecht zu wer­den. Kamerad Schirmbeck dankte dem Ge­schäftsführer für seine Dienste und ergänzte die Darlegungen.

Nachdem der Kreiskassierer, Kamerad Ham­mel, Wiescck, den befriedigenden Kassenbericht abgelegt hatte, sprach Kamerad Tauer, Darm­stadt. überDie Notverordnungen, ihre Recht­mäßigkeit und Auswirkungen". Der Redner gab in,etwa l'/.stündigen Ausführungen einen Heber-

Wir bekämpfen die Not.

Helft mit!

Städtische Nothilfe 1930.

blick über die seit Juli v. I. bestehenden Notver­ordnungen, ihre Auswirkungen für die Kriegs­opfer, ihre Rechtmäßigkeit und Rechtsgültigkeit. Er ging von der Entwicklung der Reichsfinanzen aus, schilderte die von der Reichsregierung ge­planten Sparmaßnahmen. die bis jetzt durchge­führt worden sind. Er sprach von den Versuchen der Reichsregierung, die Rechtsbezüge in Kann­leistungen umzuändern. Er führte weiter aus, daß die Reichsregierung versucht habe, besonders an den für die Kriegsopfer ausgetoorfenen Mitteln zu sparen. Leider fei der Artikel 48 der Reichs- verfassung auch aus die Opfer des Krieges an- gewendet worden. Eine ganze Reihe gesetzlich verankerter Bestimmungen sei durch die Notver­ordnung aufgehoben oder umgetoanbelt worden. Der Reichsbund habe sich im Laufe des letzten Jahres bemüht, eine Rechtsungültigkeit dieser Notverordnung zu beweisen, bzw. Milderungen zu erreichen. Der intensiven Arbeit des Bundes­vorstandes sei es auch gelungen, wesentliche Er­leichterungen zu erreichen^ Nach einem Appell £ur weiteren Mitarbeit in schwerer Zeit schloß der Redner seine Ausführungen.

Der Kreisvorstand wurde wiedergewählt; eben­so die Reviforen. Dann sand noch eine rege Aus­sprache über verschiedene organisatorische Ange­legenheiten statt.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 15. März, 17.30 bis gegen 22.45 älhr:Die Meistersinger von Nürn­berg". Mo. tag, 16., 19 Li, gegen 22-0Bi,.o- ria und ihr Husar". Dienstag, 17., 19.30 bis nach 22:Madame Butterfly". Mittwoch, 18., 19.30 bis gegen 22.30:Das Spielzeug Ihrer Majestät". Donnerstag, 19., 19.30 bis 22: Die Boheme". Freitag, 20., 19.30 bis gegen 22.30:Simone Boccanegra". Samstag, 21, 19 bis 22:Der Zigeunerbaron".

Schauspielhaus. Sonntag, 15. März, 15.30 bis gegen 18 älhr:Grand Hotel". 20 bis gegen 23:Phaea". Montag, 16., 20 bis gegen 23: Phaca". Dienstag, 17., 20 bis 22.30:Rota­tion". Mittwoch, 18., 20 bis nach 22:Gelegen­heit macht Diebe". Donnerstag, 19., 20 bis nach 22.30:Diel Lärm um nichts". Freitag, 20., 20 bis 22.30:Wilhelm Teil". Samstag, 21., 20 bis 21.30:Tarlüsf".

vewienaoszug

5. Klasse 3S. Preutzisch-Lüddemsch« (262. Preutz.) Elaals-Lollerie Ohne Gewähr Nachdruck verdolei

Bus jede gezogene Nummer sind zwei gleich bebe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen 1 und II

28. Ziehungstag 12. März 1931

3n der heutigen Vormitlagsziebung wurden Gewinne über 100 M. gezogen

4«inne |u 10000 M. 246561 300994

8«»innt in 5000 65226 116866 117860

384714

20 Oteinnt iu 3000 M. 9608 18807 43742 108396 169950 236376 286688 368163 370754 392247

68«Inn. |u 2000 4H. 18731 26844 28928 33499

41461 71964 74195 82818 87483 99730 126547

164335 191369 191915 193458 198816 206461

220329 225084 232867 254843 255736 257531

262886 273060 280306 292507 316222 320381

328821 333752 366287 376864 377309

126ttolne« ,u 1000 71l. 7763 11892 29539 30011 31351 44511 76549 78452 82455 86695 87021 95358 98599 104258 106603 107096 113900 120571 124833 126939 137564 139321 140453 144942

146834 153086 164141 173193 173654 183631

187114 194799 194951 217249 224971 228437

240511 257283 258929 268765 278959 293046

296708 298035 300345 305016 307267 319006

333224 336428 340691 342955 351201 363896

359119 360339 365279 374728 378578 385143

385470 390465 392511

194ttoinn« m 500 M. 355 4893 6028 8652 1 3418 18604 23814 25761 46202 49377 59155 62218

64294 64796 68113 68418 72604 72828 73426

81955 87948 90294 95100 109252 112265 115729 118612 119825 121570 124212 125036 135860

138310 140279 142962 148452 150679 152642

153120 158533 159280 161471 163511 170830

172975 173793 174296 176880 191677 192911

193947 197476 198476 201526 205892 206109

208859 220615 222140 223352 228152 231268

238885 248616 259073 261195 264121 264920

2667S9 268992 274674 278138 278426 279540

295431 296231 302416 306432 306917 308671

312976 313053 321380 322694 323798 339517

341968 343013 345521 352710 356126 362476

364366 366417 368348 374173 396873

In der heutigen Nachmiltagsziehung wurden Gewinne über 40 > M. gezogen

6 Ottmnnt 1U 10000 OT. 198240 281474 354197

10inne fu 5000 M. 24349 216877 238128 329569 343984

12ttoinn.'.u 3000 27868 52560 220796

228975 265894 392109

40«»inne >u 2000 DI. 2327 11350 19020 21206 55523 110515 160563 220335 231111 232928

245835 278114 279455 235031 288807 300824

313074 313583 333474 357227

88 ©ttoinnt «u 1000 M. 1822 5760 11812 18627 26838 31424 42899 92135 101726 107865 117390 136456 140996 147104 161712 162268 164131

186992 205937 207055 212933 222107 222294

223075 225358 239472 245583 258135 259997

266790 272458 296828 299396 309415 320355

324829 337908 343732 348904 362330 372337

375418 380526 385853

144 Gewinn« ,v 500 W. 1366 1464 7998 9285 11791 14890 15795 15988 17867 25381 28763 32215 36260 37123 46524 51679 66881 76802 100325 113198 128208 133501 133522 135611

140118 142530 153850 155731 156625 158627

164474 174980 178872 185504 185621 185726

188706 193301 195546 201227 203028 211252

218236 221282 229331 235884 240440 253027

256106 267026 270628 288992 292552 305430

316260 321214 323369 324042 328961 332315

333921 342088 347353 355163 357527 359541

367850 373285 391085 394405 397670 399562

Im Geivinnrade verblieben: 2 Prä» icn zu je 600000, 8 Gewinne zu je 10000. 14 zu je 5000, 39 zu je 3000, 90 zu je 2000, 142 zu je 1000, 230 zu je 600, 686 zu je 400 Dl.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

(Ein Jubiläum im Zeilungsfach.

Mitte März kann die angesehene Annonccn-Expe- dition August Pcrtzborn in Berlin SW 68, Lindcn- strahe 86, auf ihr 25jcihriges Bestehen zurückblicken. Das Unternehmen erfreut sich bei seinen Kunden und bei den deutschen Zeitungen besten Ansehens, ebenso wie der Inhaber als seriöser Geschäftsmann und liebenswürdiger Mensch allgemein geschätzt ist. Wir wünschen der Firma auch weiterhin olles Gute.

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