I
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
11. März 1931
27. Ziehungslag
101199
224796
222318
387481
365265 385755 368270
Am
100933
171725
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370140
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353685
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112782
147751
180004
194516
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335542
356321
117054 152336 179363 213425 243472 291167 318963 353889 379178
136735 191722 207845
220874 239156 266470 306052
341706 374121
383158
153676
182957
234370
266223
303601
340502
358157
120529 156143 180447 227720 273328 291226 327106 388235 390559
188542 267897 312069
195464 210977 221690
247700 277406 317065
359025 378636 391798
125329 163318 196370 213887 232246 253354 279151
333888 364163
379669 398003
157822
194955
210362
220926
247207
268407
308316 346948
374712
385223
159599 185402 234977 274461 314006 342678 369874
156537 198180
235791
274319
297896
335939 364402
398094
In der heutigen Vormitlagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen
Gewinnaur.zug
5. Klasse 36. Preußisch-Süddeulfche (262. Preuß.) Slaals-Lotterie
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hebe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lsje flleid; er Nummer in den beiden
Ableitungen I und II
In der heutigen Nachmillagszkehung wurden Gewinne über 40 > M. gezogen
Hände.
•* Duhbache r Fasel markt.
51045 52593 52684 59902 65848 67549 72519 77517 86148 97873 104388 105839 105977 114425 ------ ------ ------ ------ ------ 160424
2 Gewinn« iu 25000 M. 226830
2 Gewinn« zu 10000 M. 94063
4 Gewinne zu 5000 M. 152482 275992
16 G-w.nne zu 3000 M. 96491 127885 146623
222118 310383 317933 346375 373126
62 Gewinn« ;u 2000 M. 7955 16718 43130 58355 72520 74556 83687 84376 104954 105196 172930 ----- ------ 221423 226702 237282
4 Gewinn« zu 5000 M. 160860 230830
12 Gewinne zu 3000 M. 45125 159496 249484 295266 358249 390315
62 Gewinn- zu 2000 <vk. 2774 10598 35249 49861 ------ 101199 110248 117061 155768 162983 182738 184480 189450 207610 213361
w«io 224793 233097 242554 253324 270023
270348 281500 282803 300060 307120 309719
3 122 v ttolnnt »u 1000 M. 3085 5892 18276 41385 ----- 49892 55490 68418 61793 78921 79688 ----- ------ ------ 116242 131333
386476 396753
86 Gewinne zu 1000 M. 1723 11289 14122 31199 65044 56565 58122 68540 85463 88287 92006 106521 115643 117757 132252
174349 212306 293192 347711 396922
174461 209321 209631 __ ------ ------
242712 243228 255849 264942 275787 289343
292440 312795 316120 348704 355151 382652
AAM O97QO5
"'160'Gewinn« zu 500 M. 896 7451 8791 11804 22331 28421 30915 33811 34110 39750 43227 43349 43393 46294 47220 49599 53350 57121 57299 64655 71974 77236 77562 90385 93833 ------ ------ ------ ------ 139480
halten, wenn die Verbindung über See um Nachschub von Verstärkungen und Materialien sicher gestellt ist. Transportflotten kann man gegen kriegerische Angriffe nicht mit kleinen ßreu= gern sichern, die bei ihrer großen Verletzbarkeit sich dem Kampf entziehen müssen, sobald em Linienschiff oder ein Panzerkreuzer einen derartigen Geleit- gug angreift. Kreuzer sind ihrem Wesen nach Auf- klärungsschisfe, Augen, die die Stärke des Feindes crlunben; sie sind nutzlos, wenn hinter dem Auge nicht der Arm steht, der zuschlagen kann. Mit Weglaufen kann man die Seeherrschaft, auch in beschränkten Meeresteilen und für eine begrenzte Zeit nicht gewinnen, sondern nur mit Standhalten und Kämpfen. Dazu muß man nicht nur st ar k i m Schlagen fein, — schwere, weittragende Artillerie besitzen, — sondern auch hart im Nehmen, nämlich genügenden Panzerschuh tragen.
Der Bau der „Ersatz Preußen" hat in der ganzen Welt Aufsehen erregt. Das ist deswegen berechtigt, weil das Schiff in der Tat namentlich infolge feiner Ausrüstung mit Dieselmotoren als Antriebskraft und infolge schiffbaulicher Fortschritte, die in den letzten zehn Jahren erreicht worden sind, eine erhebliche Kampfkraft für seine Größe darstellt. Es tonn selbstverständlich im Ernst keine Rede davon fein, daß es etwa den Groß- linienschisfen der Hauptseemächte an Kampfkraft überlegen wäre, dafür ist es aber soviel schneller, daß es die Kampfentfernuno für seine sehr weittragenden Geschütze nach Belieben wählen und sich notfalls der Fortsetzung des Gefechts entziehen kann. In allen Kriegsflotten der Welt gibt es nur acht Schlachtschiffe, nämlich vier englische und vier japanische Panzerkreuzer, die bei überlegener Kampfkraft auch einen Geschwindigkeitsüberschuß besitzen. Die ganze große Flotte der modernen 10 000-t-Kreu- zer, die während der letzten Jahre von allen Marinen gebaut worden sind, haben zwar eine beträchtlich größere Geschwindigkeit, sind aber infolge des Fehlens von Panzerschutz und wegen ihres Geschütz-, kalibers von nur 20,3 cm dem Preußentyp derartig unterlegen, daß sie sich auf ein Gefecht überhaupt nicht einlassen können.
Unsere neuen Panzerkreuzer sollen dieBrücken- pfeiler nach Ostpreußen sein. Sie werden bei Verwicklungen fremder Mächte miteinander es uns erleichtern, unsere Neutralität aufrechtzuerhal- ten und die Respektierung unserer Handelsflotte durchzusetzen, sie können schließlich ein Gewicht bedeuten, das schwer in die Waagschale fällt, wenn es sich darum handelt, Verträge mit auswärtigen Mächten abzuschließen.
Mitteldeutschen Rotviehzüchterverbandes findet am 27. März in Wetzlar statt. Insgesamt sind 91 Bullen angemeldet, darunter 54 mit Leistungsnachweis. An dem Austrieb beteiligt sind die Herdbuchgesellschaften Wetzlar, Gießen, Biedenkopf, Westfalen, Kurhessen und Odenwald.
"Geschäfts st enographenprüfun gen vor Handelskammern. Aach den bis jetzt vorliegen en Ergebnissen haben im laufenden Iahre 2114 Einheitskurzschriftler und 587 Stolze- Schreyaner die Geschäftsstenographenprüfungen vor den deutschen Industrie- und Handelskammern bestanden. Die Vorprüfung legten erfolgreich ab 581 Einheitskurzschriftler und 137 Stolze- Schreyaner. Es zeigt sich, daß die Einheitskurzschrist. die von den Regierungen für die Schulen und Behörden vorgeschrieben ist, <ruch in Handel und Industrie immer mehr festen Fuß faßt und auf dem besten Wege ist, die älteren Systeme auch in der deutschen Wirtschaft zu verdrängen.
** Zur Richtigstellung. In dem Bericht über die Hauptversammlung des Mietervereins Gießen muß es richtig heißen, daß man auch in Gießen mit den Mietberechtigungsschsinen keine günstigen Erfahrungen gemacht'habe. Infolge eines Setzfehlers war in dem Bericht das Wort keine weggelassen worden.
Oberbeffen.
Gemeinderat in Grünberg.
-(- Grünberg, 13. März. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde zunächst über die Müllabfuhr verhandelt. Die Entfernung der Abfälle geschieht oft auf freie Plätze und sonstige Stellen, die dann das Verkehrsbild der Stadt nicht verschönern. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurde daher beschlossen, zunächst versuchsweise für drei Monate je am ersten Werttag des Monats einen Müllwagen durch die Stadt fahren zu lassen, in den die Bewohner gegen eine geringe Gebühr — 20 Pf. für eine Menge von 50 Pfund — ihre Abfälle abgeben können.
Hinsichtlich der Rotstandsarbeiten teilte der Bürgermeister mit, das; die seinerzeit beschlossene Herstellung von 200 Kubikmcitern Klopf- steine bis Ende der Woche beendet sei und dann wieder etwa 15 Wohlfahrtserweröslose der Fürsorge der Stadt zufallen würden. Hm dies zu vermeiden und um für die nötige Instandsetzung der Feldwege etwas zu tun, sollen nach Ansicht der Daudeputation, die eine Geländebesichtigung vor genommen hat, an der Alten Waldstraße etwa 300 laufende Meter, und am Stangenröder Weg 50 Meter neu eingedeckt wekden und das Deckmaterial im städtischen Steinbruch am Siechberg gewonnen werden. Die Herstellung der Klopfsteine soll als Aotstandsarbeit an den Wenigstnehmenden ausgeschrieben werden.Drr Hnter- nehrner Dock, der die seitherige Avtstandsarbeit des Steinbrcchens ausgeführt hat, hat mitgeteilt, daß er sich um diese Arbeit nicht bewerben werde, da er hoffe, in etwa 10 Tagen mit der ihm als Rotstandsarbeit übertragenen Kanalisation der Alsfelder Straße beginnen zu können.
In der vorigen Sitzung war die Frage des Rachtschuhes der Finanzdeputation zur Beratung überwiesen worden. Diese hat nun in ihrer überwiegenden Mehrheit folgenden Plan gutgeheißen: Zum 1. April wird den seitheri- gen sechs (Nachtwächtern gekündigt. Es wird die Einstellung eines Hauptnachtwächters vorgesehen, dem im Sommer ein Hilfsnachtwächter beigegeben wird, während im Winter ihm die beiden Feldschützen zur Seite stehen, ebenso aushilfsweise der Polizeidiener. Die Ausübung des seitheri-' gen Aachtschutzes durch die sechs Aachtwächter erforderte jährlich 1440 Mark Kosten, während man bei der Reuordnung mit dem Betrag von 2200 Mark hofft auslommen zu können. Gegen eine Stimme wurde die Sache genehmigt.
Der Bürgermeister teilte noch mit, daß in einer der nächsten Sitzungen der Voranschlag tzur Beschlußfassung vorgelegt werden fcxGt. Gr wies
kannter Hellseher und zeigte die Grenze zwischen Trick und Wahrhaftigleit auf und beschäftigte sich dann mit der Telepathie, der Gedankenlesekunst, wie sie Asra pflegt.
Mit einiger Spannung sah man hier auch dem Auftreten Afras entgegen. Afra, eine mittelgroße Erscheinung, mit weichen fraulichen Zügen, durchaus unasketisch, wenn auch sehr konzentriert, enttäuschte mit ihren Darbietungen nicht. Ihr Partner, Dr. Hugo Ganske, lieh sich von verschiedenen Damen und Herren Rotizen geben, die Angaben über Damen, Geburt. Reiseziele, über geführte Telephongespräche, über Familienverhältnisse oder über Aufzeichnungen von Geschehnissen früherer oder späterer Vergangenheit in deutscher und in fremder Sprache enthielten. Afra, die auf der Bühne stand und während der ganzen Vorstellung keinen Augenblick mit ihrem Partner in engere Verbindung trat, noch je einen Zettel zu sehen oder ein Wort zu hören bekam, das die Antwort oder eine Aufklärung hätte enthalten können, gab die Gedanken wieder, wußte Ziffern, Daten, Bezeichnungen, Hamen, Geburtstage, selbst Zusammenhänge in den Erlebnissen einzelner Menschen und traf immer das Richtige. Die Gedankenleserin gab auch fremdsprachige Rotizen wieder, und zwar in guter Aussprache. Mit einer schnell und sicher gelösten Rechenaufgabe fanden die Darbietungen Afras ihr Ende. Anhaltender Beifall wurden der Künstlerin und ihrem Partner zuteil.
Wohl jeder der Zuhörer dürfte die Heberzeugung gewonnen haben, daß es sich bei der Zusammenarbeit dieser beiden Menschen um ein ernsthaftes Bemühen handelt, das Zweifel auöschlieht. Die Künstlerin ist während ihrer Arbeit ganz Aufmerksamkeit, Erwartung und Spannung, stets bereit, die Gedanken, die ihr der Partner oder das Publikum ohne jede materielle Verbindung durch den Luftraum des Saales zuleiten, aufzunehmen. Die Antworten sind klar, prägnant, zugleich aber (es fällt dies sehr angenehm aus) in hohem Maße dezent. Die Veranstaltung hinterläßt einen guten Eindruck.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 14.März 1931.
Oer städtische Voranschlag für 1931.
Die Stadtverwaltung und der Finanzausschuß des Stadtrats haben sich in den letzten Wochen in einer Reihe von Sitzungen gründlich mit der Prüfung von Ersparnis Möglichkeiten im städtischen Haushalt beschäftigt. Insbesondere handelte es sich dabei um die Frage, ob und in welchem Ausmaße Zuschüsse für gewisse städtische Betriebe ferner aufrechtzuerhalten seien. Weiter drehte es sich darum, inwieweit Aufwendungen auf freiwilliger Grundlage künftig noch geleistet werden können, und welche Angelegenheiten nicht unbedingt dringlich und deshalb zurückzustellen seien. Aus den gemeinsamen Beratungen der Stadtverwaltung und des Finanzausschusies ging eine Reihe von Ersparnisbeschlüssen hervor, die in dem in nächster Zeit zur Borlage kommenden Haushaltsplan für 1931 in Erscheinung treten werden. Mit der Beratung des Voranschlags auf Grund der bisherigen Beschlüsse wird nun in den nächsten • Tagen der Finanzausschuß beginnen: daran anschließend wird sich das Plenum des Stadtrats l mit der Vorlage beschäftigen. Hoffentlich wird es möglich sein, den Voranschlag baldmöglichst * zu verabschieden, damit der neue Haushalt früh- , zeitig in Kraft gesetzt werden kann.
Deutscher Bauschulbund.
Der Vorstand des Landesverbandes Hessen des Deutschen Bauschulbundes hatte seine erste Sitzung des neuen Iahres nach Gießen einberufen. Zur Sitzung waren Vertreter aus Darmstadt, Mainz, Bingen, Worms und Gießen erschienen. Der - Bundes- und Landesverbands-Vorsitzende, Koch, Darmstadt, berichtete in einem längeren Referat über den Stand der verschiedenen Fragen, die die Absolventen der höheren Bauschulen schon seit Iahren beschäftigen, und gab bekannt, daß die Regelung der Derufsbezeichnung „Baumeister" in den nächsten Tagen zu erwarten sei. Die Zulassung der Absolventen höherer Bauschulen zum Gewerbelehrerstudium am Berufspädagvgischen Institut ohne jede Vorprüfung sei der regen Arbeit des Deutschen Bauschulbundes zuzuschreiben. Es habe vieler Verhandlungen bedurft, bis die betreffenden Stellen überzeugt gewesen seien, daß ein gesunder Rachwuchs des gesamten Gewerbes nur durch Fachleute, die aus Oer Praxis hervorgegangen sind, herangebilder werden könne.
Ein weiteres Arbeitsgebiet des Bundes sei die Einwirkung auf die Gestaltung und den Aufbau der Schulen, die der Ausbildung seines Nachwuchses dienen. Richt, daß man etwa bestrebt sei, mehr solcher Anstalten ins Leben zu rufen, nein, im Gegenteil, nur wenige, aber dafür um so besser ausgestattete und, was das wichtigste erscheint, mit einem Lehrkörper, der aus nur anerkannten und erprobten Fachleuten besteht. Dieser Gedanke sei auch ausschlaggebend gewesen, als vor einiger Zeit der Deutsche Bauschulbund im Verein mit allen übrigen Berufs- und technischen Vereinigungen gegen die vorn • Hessischen Ministerium geplante Verquickung der Referentenstelle für das technische Schulwesen mit andern Acintern Stellung nahm.
Die Aussprache ergab eine erfreuliche Harmonie der Ansichten über die verschiedenen Fragen, so daß der Vorstand des Landesverbandes die geschäftliche Tagung schließen konnte mit dem Bewußtsein, daß sich die Mitglieder für die gemeinsamen Ziele einsetzen werden.
Afra in Gießen.
In den Palast-Lichtspielen im „Einhorn" fand gestern der erste Gastspielabend der Gedankenleserin Afra statt. Ein Vortrag des Begleiters und Mitarbeiters der Künstlerin füllte aus unterhaltsame Weise den ersten Teil des Abends. Dr. Hugo Ganske gab zunächst einen kurzen Heberblick über die Geschichte und grundsätzliche Bedeutung der Geheimwissenschaften, streifte den Okkultismus und seine Wesensart, wandte sich sodann zwei speziellen Gebieten zu, und zwar der Hellseherei und der Telepathie. In drastischer Weise charakterisierte er die Arbeit zweier be-
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158 »emrnr.e »u 500 M. 18578 26805 43499 46370
muß eine ständige Temperatur von 1500 Graden erreicht werden, die in der Derbrennungskammer etwa 1000 Grad erzeugen und halten müssen. Für eine einzige Verbrennung ist ein Aufwand von 4 5 Zentner Kohlen notwendig. Interessant ist die Tatsache, daß die Heizfläche 8 Meter unter der Erde liegt. Der Schornstein, der Rauch und Gase entführt, hat eine Höhe von 28 Meter, und ist so geschickt gebaut, daß er vom Eingang des Friedhofes her überhaupt nicht und vom Friedhof aus nur von wenigen bestimmten Stellen zu sehen ist.
Die Verbrennungsanlage selbst ist eine in ihrer Konstruktion wohldurchdachie technische Schöpfung.
Dem Ausdehnungsbestreben des Materials, in diesem Falle des Ziegelsteines, unter der großen Hitze mutzte Rechnung getragen werden. Eisen- armierungen und Luftkanäle durchziehen in geschickter Anordnung den Bau. Ventilatoren und Luftzuführungsschächte sorgen für reine Luft.
Das Gießener Krematorium wurde im Iahre 1923 geschahen und im August des gleichen Iahres seiner Bestimmung übergeben. Heber die Inanspruchnahme der Feuerbestattung geben einige Ziffern Auskunft. Im ersten Iahre des Bestehens des Krematoriums, im Iahre 1326, wurden 28 Verbrennungen. 1927 76, 1928 95, 1929 102 und im Iahre 1930 101 Verbrennungen durch- geführt. Dabei handelte es sich nicht lediglich um Verstorbene aus Gießen, vielmehr nahm auch die Landbevölkerung bet Hingebung das Krematorium stark in Anspruch.
Etwas benommen von der Wärme, die in allen Teilen des Krematoriums auf den Besucher ein» Bringt, etwas benommen auch und beeindruckt von dem steten Gedanken an den Tod und die Vergänglichkeit der irdischen Hülle des Menschen (Gedanken, derer man sich in dieser Hingebung nicht entledigen Fann), verließ der Gast das Krematorium.
Heber dem Reuen Friedhof lag der Glanz । winterlicher Sonne. Die Luft war klar, der Gier- I berg, der Dünsberg und die anderen Hügelketten standen scharf gegen den unbewölkten Himmel. Heber dem Friedhof lag eine beglückende Stille. Der Friedhofverwalter führte den Besucher durch den Garten, machte ihn auf dies und jenes schöne Grabmal aufmerksam, führte ihn durch den ernsten Vorhof in die Kapelle und von dort in das Krematorium, das unter der Kapelle liegt.
Eindrucksvoll standen die Gegensätze nebeneinander. Heber der Erde Sonnenschein und heitere Pracht: — unter der Erde das vom ernsten Schauer des Todes umwitterte Krematorium. Warme Luft, die nicht imstande war, den Hauch des Todes und des Erdfernen zu verwischen oder auch nur zu mildern, ober gar Leben und Wärme vorzutäuschen, wo im übertragenen Sinne kein Leben ist, schlug den Eintretenden entgegen.
Das Krematorium im Gießener Friedhof ist eine Anlage von schlichtem Ernst, die den Rot- wendigkeiten dient, im Grunde aber eine technische Einrichtung ist, die hohen Anforderungen gewachsen sein muß. Die Verbrennungsanlagen mußten in schwerer und sorgfälttger Arbeit geschaffen werden. Es mutzten zwei Stockwerke nachträglich in die Tiefe gebaut werden, die zu einem Heineren Teil unter den Grundmauern der Ci s gnun s'apclle lieg n. Dere'g ntliche Lsen nimmt, seiner Höhe nach, fast beide Hntergeschotze in Anspruch.
Der Gang einer Verbrennung vollzieht sich in ebenso einfacher, wie von Anfang bis Ende würdiger Form.
Wenn droben in der Kapelle die letzten Worts des Geistlichen verhallt sind, wenn die Blumen der Angehörigen des Derstorbenen auf den Sarg fallen, dann entschwindet dieser allmählich den Augen der Leidtragenden. Eine hydraulische Presse, die zuvor den Sarg lautlos hob, bringt ihn wieder zurück in die Grabkammer. Von dort aus wird durch einen Auszug der Sarg um ein weiteres Stockwerk tiefer befördert und gelangt dann unmittelbar vor die Verbrennungslammer. hinter deren schweren, niedrigen, schwarzen Türen die Chamottesteine in goldenem Glanze glühen. Die eigentliche Derbreimungskammer, die nur ein weniges größer ist, als es für den Sarg eines Erwachsenen nötig erscheint, wird für einen kurzen Augenblick geöffnet, der Sarg hineingescho- ben und bann sofort geschlossen.
Die ungeheure Hitze (+ 950 Grad Celsius) beginnt sofort ihr Werk und in etwa P/2 Stun-
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' Oberhessischer Kun st verein. Für die letzte Woche der Kunstausstellung ist bei den Arbeiten des Malers Steib, Düsieldorf, das große Bild einer Kreuzigung neu eingefügt worden. Diese Ausstellung der Arbeiten zweier junger, aber befähigter Künstler sei allen Interessenten nochmals warm empfohlen. — Die Mitglieder des Kunstvereins seien außerdem darauf aufmerksam gemacht, daß am Montag, 16. März, 18 Hhr, im Saal 6 des Stadthauses, Bergstraße, die ordentliche Mitgliederversammlung stattsindet, deren Tagesordnung bereits in der Anzeige vom 3. März bekanntgegeben wurde.
** Die Einbrüche von Butzbach und Lollar aufgeklärt. Wie uns von der hiesigen Kriminalpolizei mitgeteilt wird, haben die Einbrüche bei Pfarrer Wahl und Pfarrer Schneider in Butzbach, der Einbruch im Schuhwarenhaus Bogt, ebenfalls in Butzbach, und der Einbruch in die Billa Ahelier in Lollar ihre Aufklärung gefunden. Die Einbrecher wurden in Verden an der Aller (Han- nover) festgenommen. Es handelt sich um den 29 Jahre alten, aus Nürnberg gebürtigen Alfred Burger und um den 23jährigen Polen Max Kujawa. Den Dieben fielen seinerzeit einige hundert Mark Bargeld, Geldbörsen, Füllfederhalter usw. in die
daraus hin, daß infolge der stark gestiegenen Fürsovgelasten für die Wohlsahvtserwerbslvsen und anderseits verminderte Holzeinnahmen der Ausgleich des Voranschlags schwer sei. Er machte den Vorschlag, in einer vorausgehenden Sitzung in eine allgemeine Besprechung des Voranschlag s einzutreten, ohne dabei zunächst bindende Beschlüsse zu fassen.
Gchüheniagrrng in Allendorf a. d.Lde.
j Allendorf a. d. Lumda 11. März. Am Sonntag fand hier im Saale der Gastwirtschaft Eberhard Ranst Wwe. die diesjährige Frühjahrs- Hauptversammlung des Verbandes der Kleinkaliber-Schützenvereine des Kreises Gießen -Nord statt. Der Kreissckieß- leiter des Verbandes, Hilfsförster Förster (Aller- dorf) wies nach seinen Begrüßungsworten insbesondere an den Vorsitzenden des Verbandes Hessen der Kleinkaliber Schützenoereine, General Keller aus Kassel, auf die große Bedeutung des Schießsports hin. Hierauf sprach General Keller in längeren Ausführungen über Zweck und Ziel des Schießsports. Als besonders bedeutungsvoll hob er in feinem Vor- trage hervor, daß der Schießsport in Deutschland noch nicht so gepflegt werde, wie in anderen Ländern, z B. in Frankreich, wo er sogar schon in den Schulen getrieben werde. Nach dem Vortrag erstattete Kreis- schießleiter Förster Bericht über in Hanau stattgehabte Landesoersammlung. Das Kreisschießen findet am 2.August in Beltershain statt, das Der- gleichsschießen soll am ersten Sonntag nach dem Landesschlußschießen in Bersrod abgebalten werden. Sodann wurde die Beschaffung eines Wanderpreises beschlossen. Um die Mittel hierfür zu gewinnen, findet am 31. Mai in Steinbach ein Preisschießen unter be t Kreisvereinen statt. Zum Schlüsse wurde noch durch General Keller dem Kreisschießleiter F ö r st e n für hervorragende Leistungen im Schießen die Verbandsehrennadel überreicht. Dem Kreisverband gehören nunmehr, nachdem im vergangenen Jahre wieder drei Vereine zugegangen sind, zwölf Vereine an.
Gchüheniagung in Alsfeld.
Alsfeld, 11. März. Arn Sonntag hielk der Dezirksschützcnverband Hessen- Ra ssau im ,,Deutschen Haufe" seinen Verbandstag ab, der von fast allen Vereinen des Verbandes besucht war. Rarnens der Stadt Alsfeld begrüßte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g die Teilnehmer. Die Stadt Alsfeld rechne ?'■ sich zur Ehre an, daß das diesjährige Gauverbandsschießen in Alsfeld stattfindet, und er versicherte die Festteilnehmer eines herzliche v Empfanges. Die umfangreiche Tagesordming fan> unter der umsichtigen Leitung des Verbands- Vorsitzenden Kramer glatte und rasche Erledi - gung. Man befaßte sich insbesondere mit de r Vorbereitungen für das am 27., 28. und 29. 3ur i in Als'eld stattsindende Verbandsschiehei>. Im Iahresbericht wurde hervorgehoben, daß der Verband auf dem deutschen Bundesschießen in Köln durch seine Schützen 155 Preise errungen habe. Der Dezirksverband zihlt gege'w"r!ig 58 Bereine: neu aufg-nommen wurde der Schüh^n- dercin Weidenau. Das Vermögen des Verbandes beträgt einschließlich des Kasfendestand s 221°,71 Mark: die seitherigen Mitglieder des Verbandsausschusses wurden wiedergewählt.
Landkreis Gießen.
£ Wieseck, 13.Marz. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung erneut
Gang durch das Gießener Krematorium, den ist der Körper vom Feuer verzehrt toorben. Letzte glühende Reste lallen bann durch den Rost und durch einen Trichter in eine flache Schale. Rach dem völligen Erkalten schimmert die Asche in reinem Weih, wird von einigen Schlacken befreit und in eine Urne gebracht, die dann schließlich in einer dafür bestimmten Abteilung des Friedhofes beigeseht wird.
Bevor aber zum eigentlichen Verbrennungsprozeß geschritten werden kann, muh der Ofen nahezu 2' 2 Stunden geheizt und fortwährend mit Koks beschickt werden. In der Heizlammer
Im Eewinnrade verblieben: 2 Prämie« zu ft 500000, 18 Gewinne zu je 10000 82 zu je 500(X 68 zu je 3000, 198 zu je 2000, 356 zu je xOOC^ 568 an ie 500, 1724 yt fe -tOOS^
19. März findet der altbekannte Butzbacher Fasel- martt statt, zu dem die Vorarbeiten beenbet sind. Außer einer Prämiierung, zu welcher von deir Butzbacher Danken und Geschäftsleuten besondere Ehrenpreise gesttstet wurden, findet auch eine reichhalttge Verlosung statt, wofür 300 Gewinne borgefefjen sind. Man beachte die heutige Anzeige.
** Zuchtoiehoersteigerung des Mit. teldeutschenRotoiehzüchterverbandes. Die erste diesjährige Zuchtoiehversteigerung des


