Ausgabe 
14.3.1931
 
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Hauptrollen krönen. Der Reichsscicr soll ein Zy­klus der unbekannten Dramen Goe­the s in den Kammerspielen der Weimarer Halle folgen. Ferner sind nach der Reichsfeier Volks- tümliche Wochenendspielc mit Vor­stellungen am Samstag und Sonntag geplant. Außerdem sollen Festkonzerte ftattsinden. DaS erste während der Reichsfeier wahrschein­lich am Karfreitag. Diese Konzerte werden vor allem vertonte Werke von Goethe bringen.

WaS überseht man in Deutschland?

Die Frage, welche Art von Büchern ins Deutsche überseht werden, ist oft erörtert und dabei mit Recht darauf hingewiesen worden, daß namentlich auf dem Gebiet der Schönen Literatur manches Minderwertige überseht wird. Weniger problematisch, aber nicht minder interessant ist die Frage, aus welchen Sprachen und Literaturen die Aebersehungcn stammen. Die statistischen Ver­öffentlichungen imBörsenblatt für den Deut­schen Buchhairdel" zeigen, daß die 1221 ilebcr- setzungcn des Jahres 1929 aus 40 verschie­denen Sprachen herrühren. Den Haupt­anteil (436) hat die englisch-amerikanische Litera­tur. Es folgen: Französisch (225), Russisch (112), Dänisch-Rorwegisch (97), Schwedisch und Italie­nisch (mit je 48). Reben den Weltsprachen sind ober auch zahlreiche andere Sprachen beteiligt, Arabisch, Armenisch, Chinesisch, Estnisch, Fin­nisch, Georgisch, Irisch, Kroatisch, Persisch, Slo­wenisch, Sumerisch, Akrainisch u. a. Als beson­deres Kuriosum mag cs erscheinen, daß auch zwei Aebersetzungen aus dem Esperanto genannt werden: danach gibt es also nicht nur Werke, die um der Wcltverständlichkeit willen in -diese Weltsprache überseht werden, sondern auch solche, die, in Esperanto geschrieben, eigens für deutsche Leser erst ins Deutsche übertragen wurden.

Aus der Provmziaibouptsiadt

Gießen, den 14.März 1931.

Oie empfindliche Stelle.

Du liebe Zeit, wer hat die nicht? Der eine kann es nicht ertragen, wenn wir ihn an sein ilnglüd erinnern, der andere ist verletzt, wenn wir von seinem Glück sprechen. Ein anderer ist stolz auf seine Stimme und wird wütend, wenn wir sie kriti­sieren, oder ein dritter ist von seinem Aeußeren so eingenommen, daß er gekränkt ist, wenn wir das nicht anerkennen.

Lind wenn du dich einmal sorgfältig in einer stillen Stunde prüfst, wirst du find.n, daß auch du mindestens eine Stelle hast, die da selbst ge­schweige denn ein anderer nicht berühren darfst, ohne daß es schmerzt. Du kannst von Glück sagen, wenn du nur eine Stelle findest, wenn du so geschützt bist, wie einst Siegfried, der nur an der Schulter verwundbar war.

Wer solche empfindlichen Stellen vor seinen Mitmenschen verbergen kann, der sollte bestrebt fein, es zu tun: denn viele lugen oft Tag und Rächt aus, um die schwache Stelle zu finden, auf die sie ihren Angriff richten können. Das Wollen freilich genügt oft nicht. Wie mancher hat schon behauptet:3d> bin unempfindlich, ich kann viel vertragen!" Dabei zeigte ec aber in seinen Ge­bärden, in seinem Te-ehmen, daß er innerlich vor Wut kochte. Llni) es gibt Mens.)en, die gerade ihre Freude daran haben, ihre Ve.ann'.-en zufrotzeln". Sie werden es aber bald las en, wenn sie merken, daß wir davon tatsächlich nicht berührt werden.

Hat nicht jeder schon einmal im Leben eine Dummheit, eine große Dummheit gemacht? Das kann für unsere Mitmenst'en der Grund fein, uns zu hänseln. Ich sage, es k a n n so sein: denn in den meisten Fällen.-Hj es doch von uns ab. Es gibt nämlich keinen größeren Fehler, als den, das; wir eine so«---- Dummleit nicht e'ngrfiehen. Seien wir ganz ehrlich gegen uns und gegen die andern, sagen wir offen:Ja, cs war eine Dummheit!" Dann ist dem Spott und der späteren Verulkung schon vorgebeugt. Eines Tages freilich taucht die Geschichte doch noch einmal auf, gewissermaßen als Prcbs für uns. Diese Probe muß bestanden werden, ch. h. wir müf.en mit den andern lachen, wir laßen uns sogar einmal richtig auslachrm Die Sache wird dann bald vergessen fein. Menn aber die guten Freunde merken, daß wir uns ärgern, daß wir beleidigt sind, dann ist das ein

Ansporn für sie, in allen mögllchen Lebenslagen von neuem damit zu beginnen. Das liegt nun ein­mal einzelnen Menschen so im Blut. Sie können nicht ruhig schlafen, wenn sie nicht vorher ein biß­chen gehänselt haben.

Doch gibt cs auch Eigenheiten und Angewohn­heiten unserer Bekannten, die wir achten sollten. Wir dürfen nicht verlangen, daß sie uns gleichen. Das ist der schlimmste Eigendünkel, wenn wir uns für unfehlbar halten. Wir müssen froh sein, wenn unsere Freunde das Leben anders anpacken, als wir. Gerade darauf beruht manche Freundschaft, daß sich ganz verschiedenartig veranlagte Menschen anzichcn und ergänzen. Diese Besonderheiten dürfen nie der Grund fein, mit den Freunden zu brechen. Wir müssen solche Eigenschaften als gegebene Tatsache hinnehmen.

Warum sollen wir unbedingt verlangen, daß unsere Frau unsere Leibspeise so zubereitct, wie wir sie in unserer Iunggesellenzeit schätzen gelernt haben? Dars sic nicht nach dem Rezept kochen, das sie einst von ihrer Mutter erhielt? Es schmeckt doch so auch ganz gut. Rur nicht immer dann mit dem .stopf durch die Wand wollen, wenn wir sehen, daß andere verletzt werden. Man muß über manches hinwegsehen können.

Gaben wir einst nicht jedem unserer Lehrer einen besonderenSpitznamen"? Und nicht auch unfern Mitschülern? Wie bald war die Freude an diesen Namen dahin, wenn wir merkten, daß sich der Leh­rer ober Kamerad gar nichts daraus machten. Im Gegenteil, zu gelegener Zeit legten sie sich diese Namen selber bei. Sie standen über der Sache, zeig­ten ihre Unempfindlichkeit gegen solche Kleinigkeiten.

Jeder hat seine Eigenheiten, seine Schwachen, lieber viele müssen wir lächeln. Aber aufregen sollte man sich darüber nicht. Einige starke Absonderlich­keiten können wir freilich uns selber, auch unfern Freunden, vor allem aber den Kindern, abgewöhnen. Allerdings nicht mit starkem Spott, sondern mit Liebe und freundlicher Zusprachc.

Bei erwachsenen Menschen betrachten wir die empfindliche Stelle mit gebührender Rücksicht und denken dabei immer an das Wort: Wir sind allzu­mal Sünder!

Es muß auch Originale geben! Sonst wäre es zu langweilig auf der Welt! B.

Linser neuer Vornan.

In der heutigen Ausgabe desGießener An- zeigers" beginnen wir mit der Veröffentlichung eines neuen großen Nomanwerkes. Es soll nach größerer Pause in unseren Spalten wieder einmal ein Autor zu Worte kommen, der sich als Unterhaltungsschrift­steller seit langem eines vorzüglichen Rufes erfreut, und dessen in früheren Jahren bei uns zum Abdruck gebrachten Romane in unserem Leserkreise eine über­aus günstige Aufnahme gefunden haben. Unser neuer Roman heißt:

Kreuzweg 6er Liebe" von Paul Grobem.

Der Autor, der sick in diesem Roman wieder als ein sehr gewandter Erzähler, als glänzender Schil- derer der unterschiedlichen modernen Gesellschafts- schichten und als temperamentvoller Charakter­zeichner erweist, behandelt das uralte und nie aus- geschöpfte Thema der Liebe in einer Weise, die fein sympathisches Können ins beste Licht stellt. In drama­tischer Schilderung wird eine ergreifende Frauen- gcstalt gezeichnet, die auf ihrem Leidenswege durch Bitterkeit und Enttäuschung, durch Schuld und Sühne endlich zu dem von Jugend an geliebten Mann findet.

Mit sicherer Hand sind die Figuren des Romans umrissen, ist die Handlung zu starker Spannung ge­steigert. ©rabein hat die ergreifende und doch in versöhnlichen Klängen verhallende Geschichte ein- dringlich erzählt, ohne sich in überflüssige Episoden zu verlieren. Was den Roman besonders erfreulich macht, ist Grabeins Gabe, das Interesse des Lesers an seinen Gestalten so zu fesseln, daß er nur ungern von ihnen scheidet. Wir hoffen also, mit dieser Ver­öffentlichung unseren Leserinnen und Lesern eine besonders willkommene und anregende Lektüre zu bieten.

Gief;cner Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 120 bis 130 Pf. (Kochbutter von 100 Pf. an), Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 35 bis 40 (pro Zentner 20 bis 30 Mk.), Weißkraut 12 bis 15 (pro Zentner 8 bis 10 Mk.),

Rotkraut 15 bis 20 (pro Zentner 10 knS 15 Mk V Kartoffeln 3,5 bis 4 <pro Ztr. 2.50 bis 3 Mk.'. gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Spinat 40 bis 50. Anterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 20 bis 25. Rosenkohl 50 b,s 60,

Feldsalat 150 bis 200, Tomaten 70 bis 80,

Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60,

Schwarzwurzeln 30 bis 40. Dörrobst 30 bis 35. Acpfel30bis 50, Birnen 20 bis 40. Rüsse 60 bis 70, Honig 40 bis 50. junge Hähne 90 bis 110. Suppenhühner 90 bis 110 Pfennig pro Pfund: Tauben 70 bis 80. Eier 9 bis 10. Salat 35 bis 40. Blumenkohl 30 bis 70. Endivien 15 bis 35. Oberkohlrabi 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50, Rettich 10 bis 15, Lauch 5 bis 15 Pf. pro Stück.

Eine Klage

gegen den Gießener Gtaatskomniissar.

Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen vehandelte, wie wir heute erfahren, am 28. Februar in nichtöffentlicher Sitzung über eine Klage des Handelsvertreters Wilhelm H e n g ft in Gießen, vertreten durch Rechtsanwalt Albrecht in Gießen, gegen die Anordnungen des Staats- kommissars für die etabt Gießen vom 30. Dezember 1930 und gegen die Stadt Gießen wegen Ausführung dieser Anordnungen. Der Antrag des Klägers ging dahin, sestzustellen, daß die Anordnungen des Staats­kommissars für die Stadt Gießen vom 30. Dezember 1930 verfassungs. und rechtswidrig und daher rechts­ungültig seien, und daß demgemäß die Stadt Gießen nicht berechtigt fei, diese Anordnungen zur Durch­führung zu bringen. Der Provinzialausschuß erließ auf die Klage folgenden B c s ch c i d:Die Klage wird als unzulässig zurückgewiesen. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Kläger zur Last." lieber die Begründung dieses Bescheids werden wir noch berichten.

Wie wir von dem Rechtsvertreter des Klägers hören, ist gegen diesen Bescheid Berufungbeim Hessischen D e r w a 11 u n g s g e r i ch t s h o f eingelegt worden.

Vornotizcn.

Tageskalender für Samstag. Etadltheatcr:D?r Mann, der schweigt", 20 bis 22 Ahr. Volkshochschule: Musikalischer Dolls- tunftaExmb, 20 Ahr, Großer Hörsaal der Uni» versität. Kurzschriftvercin von 1851: Vereins­abend im Kaufm. Dereinshaus. Kavallerie- Verein: Monatsversammlung, 20.30 Ahr, Hessi­scher Hof. Verein der Zivildicnstberechtigtcn: Monats-Versammlung, 20.30 Ahr, Aquarium, Walltorstraße. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Die Privatsekretärin". Astoria-Lichtspiele: -Das Mädchenschiff". Palast-Lichtspiele. Lin- denplah:Afra" ab 20.30 Ahr. Krei^Obst- und Gartenbauverein: Hauptversammlung, 15.15 Ahr, Eisenbahnhotel Hopfeld, Friedrichstraße 4.

Tageslalender f ü r Sonntag: Stadttheater:Weekend im Paradies". 14 bis 16.30 Ahr: von 18.30 bis 20.30 Ahr: ..Das öffent­liche Aergernis". Goethe-Bund: Karin Micha­elis erzählt:Aus der Werkstatt einer Dich­terin". 20 Ahr, Reue Aula der Aniversität. Militärkonzert 20.15 ilfjr, Cafe Leib. Familien­abend der Lukasgemeinde. 20 ilfjr, Lukassaal. Vortrag von Reichsbahnamtmann Dörr über Luthers Reisen durch Oberhessen". Lichtspiel­haus Bahnhosstraße:Die Alpen", 11.15 Ahr: »Die Privatsekretärin" ab 16 Ahr. Astoria- Lichtspiele:Das Mädchenschiff". Palast-Licht­spiele:Afra". 16 und 20.30 Ahr.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen. Sonntag. 14 Ahr, geschlossene Vorstellung für die Gewerkschaften. Weekend im Paradies". Schwank von Arnold und Dach, Spielleitung Heinrich Hub: 18.30 Ahr, zum letzten Male als FremdenvorsteÄung,Das öffentliche Aergernis" von Franz Arnold unter der Spielleitung von Heinrich Hub. Dienstag, 17. März, aus Anlaß des 40. Geburtstages des früh verstorbenen Dichters Kiabund. Erstaus­führung seines Spiels zu DreienT3J3" unter der Spielleitung von Dr. Karl Ritter, Beginn 20 Ahr. Mittwoch, 18. März, 20 Ahr, nächste Wiederholung des LustspielsFeurio!" von Bern­hard Blume: Spielleitung Petcr Fassott. Frei­tag, 20. März, 20 Ahr, von KiabundTPZ", Spiel zu Dreien, Spielleitung Dr. Ritter. Sonntag, 22. März, 11.30 Ahr Morgenveran­staltung des Stadttheaters in Verbindung mit dem Goethebund Gießen, Gastspiel derWein- .

traubs-ShneopatvrS": 18.30 Ahr als Fremden- Vorstellung Gastspiel der ..Weintraubs-Synco- pators" mit neuem Programm.

Im Lichtspielhaus B a h n h ofst ra ß e wird orn Sonntag, 11.15 Uhr, und am Montag, 14.15 Uhr, der zweite Teil des KulturfilmsDie Alpen" gezeigt werden. Das Filmwerk, das an Großartigkeit den ersten Teil bei weitem übertreffen dürfte, führt in die Bergwelt der Schweiz. Die beionders für den Film bearbeitete Musik unter der Mitwirkung des Orchesters durfte den Besuch dieser Kulturfilmvorstellung noch besonders eindrucksvoll gestatten. Näheres in der heutigen Anzeige.

Der Kaufmännische Verein und Ortsgewerbeverein veranstalten am Man- tag, 16. März, in der Neuen Aula der Universität den sechsten und letzten Vortragsabend des Winter­halbjahres. Unter dem MottoEin Abend frohe Kunst" wird der Vortrogskünstler Emil Kühne (Berlin) die Besucher unterhalten. (Siehe Anzeige.)

Deutsch nationale Volkspartei. Die diesjährige Hauptversammlung findet Donnerstag, 19. März, 20.15 Uhr, imPostkeller" statt. (Siehe heutige Anzeige.)

D i e Männer - und Frauenvereini- gung der Matthäusgemeinde hält am nächsten Dienstag ihre Hauptversammlung im Gc- meindesaal ab. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Nächsten Dienstag abend im Eass Leib öffentliche Versammlung. Redner: Pfarrer a. D. M ü n ch m e h e r. (Siehe heutige Anzeige.)

** Gastspiel des Stadttheaters Gie­ßen in Krofdorf. Heute gastiert das Ensemble des Stadttheaters Gießen in Krofdorf. Zur Auffüh­rung gelangt in der Turnhalle das musikalische Lust­spiel von Verneuil-BenatzkyMeine Schwester und ich" unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch. Erster und zweiter Platz sind numeriert. Die Vorstellung beginnt pünktlich 20 Uhr.

** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. Die Räume sind geheizt.

** A u f der Briefaufschriftseite nicht gestattet. Vorn Postamt Gießen wird uns mit- geteilt: Briefsendungen dürfen auf ihrer Aufschriftseite Wohltätigkeils- Geschäfts- onpreisungs-, Gedenk- und ähnliche Marken nicht tragen.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Wege zur Gesundheit und Lebensfreude. Gesund­heit ist ein hohes köstliches Gut. Die Frage der Ge- sundheit liegt in der Beachtung der Naturgesetze. Die 'Jlidjtbcfolgung hat als Wirkung Hemmungen, Stö­rungen, Schwächen zur Folge, und zwar nicht nur für die eigene Person, sondern weitertragend von Generation zu Generation. Es ist für jedermann ein Gebot der Selbsterhastung, sich mit dem anatomischen und biologischen Wissensstoff im allgemeinen bekannt zu machen. Günstige Gelegenheit hierzu bietet der Lebensschulkreis, der unter Leitung von Dr. med. Glück steht. Dieser veranstaltet um die Osterzeit in diesem Jahre auf Sanatorium Falkeneck-Brounfels (Lahngebirge) kostenfreie Lehrgänge für jedermann. ______ 1869D

Durch die derzeitige allgemein mißliche Wirtschaft läge werden die Landwirte vielfach entmutigt, Kunst­dünger anzuwenden. Wird aber die künstliche Dün­gung unterlassen, so sind Ertrogsrückgang und schlechte Ernteprodukte die Folgen. Eine Volldüngung ist heute billiger als vor dem Kriege, und durch ihre Anwendung wird nicht nur eine erhebliche Ertrags- fteigerung erzielt, sondern die Erzeugnisse gewinnen auch an Qualität und Marktfähigkeit. Gerade der Nährstoff Kali ist Qualitätsoerbesserer und beugt Ernteschödigungen durch Lagerfrucht sowie durch sonstige Krankheiten vor. 335D

Frühlingsfahrten in das TNitlelmeer. Die ersten Gesellschaftsreisen des Norddeutschen Lloych Bremen, und der Hamburg-Amerika-Linie in dos Mittelmeer hoben kürzlich ihren Anfang genommen. Zur schön­sten Zeit in den Mittelmeerländern, von Beginn des Frühlings bis zur Juni-Mitte, führen die Dampfer der beiden Gesellschaften, dieOceana" der Ham- burg-Amerika-Linie und der LloyddampferSierra Cordoba", ihre Gäste mitten in die Wunder des Südens. Das Leben an Bord, Ausruhen und unge- zwungene Geselligkeit machen aus uns einen völlig neuen Menschen. 1835V

Die Entscheidung ist gefallen

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