Ausgabe 
14.1.1931
 
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Most oder Wein dienen, in Hessen aber mit Erlaub­nis des Ministers für Arbeit und Wirtschaft (Ver­ordnung vom 20. November 1930) zur Herstel - lung von Essig oder Branntwein.

Schaumwein (Sekt), der gewerbsmäßig ver­kauft oder feilgchalten wird, muß so bezeichnet sein, daß das Land erkennbar ist, in welchem er auf Flaschen gefüllt wurde: ebenso muß bei solchem Sekt auf etwaigen Zusatz fertiger Kohlensäure hin­gewiesen sein.

Als Weinbrand darf solcher nach Kognakart hergestellte Trinkbranntwein bezeichnet werden, dessen Alkohol ausschließlich aus Wein ye- wonnen wurde. Hierbei dürfen Weine aller Art in- und ausländischer Herkunft verwendet werden. Unter erlaubtem Weinbrandoerschnitt ver­steht man Branntwein, der neben Weinbrand auch Alkohol anderer Art enthält, wenn mindestens ein Zehntel des Alkohols aus Weinbrand stammt.

Das Versailler Diktat hat den Gebrauch des Wortes Kognak (Cognac), das früher allgemein ver­wendet wurde, eingeengt. Es fand seinen entsprechen­den Niederschlag im Weingesctz. Danach darf (§ 18) als Kognak nur solcher Weinbrand bezeichnet werden, der nach französischem Recht diese Bezeich­nung führen darf und trinkfertig in Frankreich oder unter deutscher Zollaufsicht auf Flaschen gefüllt wurde. Andernfalls darf selbst in Wortbil- düngen das Wort Kognak auf der Flaschenausschrift nicht verwendet werden.

Weinbrand und Wcinbrandverschnitt müssen in 10 Raumteilen mindestens 38 Raumteilc Alkohol enthalten.

Don besonderer Wichtigkeit ist die Verpflichtung zur Buchführung nach § 19 des Gesetzes für alle, die

gewerbsmäßig Trauben zur Weinbereitung, Trau- benmaifche, Traubenmost oder Wein in Verkehr bringen oder zu Getränken verarbeiten. Hierüber werden neben dem Gesetz die bisher zum größten Teil noch nicht erlassenen Ausführungsbestimmungen das Nötige angeben. Das Gesetz will kleineren Be­trieben und Zweiggeschäften, in denen nur fertiger Wein bezogen und unverändert wieder abgegeben wird, Erleichterungen ober Befreiungen zugestehen. Inwieweit das geschieht bleibt abzuwarten.

Die Vorschriften des Weingesetzes werden von der Lebensmittelpolizei und ihren Sachver. ständigen überwacht. Letztere sind aud) im Haupt- beruf zu bestellen. Den Genannten sind die Her- stellungs-, Lager, und Geschäftsräume zugängig: es steht ihnen die Einsichtnahme z. B. in Frachtbriefe und Bücher zu, sowie gegen Entgelt und Bescheini­gung die Entnahme von Proben zu Untersuchungs- zwecken. Ein Teil der Probe ist amtlich verschlossen oder versiegelt zurückzulassen.

Mit dem Vollzug des Weingesetzes sind die Lan- desregierungen betraut. Es trat, bis auf wenige erst am 1. April 1931 (§ 2, Abs. 3, § 4, Abs. 1 Satz 3 und 4) oder am 1. September 1935 in Geltung tre­tende Bestimmungen am 1. September 1930 in Kraft. Es ist in seinem Wortlaut und in seiner Auslegung ein schwieriger Gesetzesstoff, der seitens derer, die es angeht, eines um so eingehenderen Stu- diums bedarf, als Verstöße gegen das Gesetz mit empfindlichen Strafen bedroht sind. Es besteht nur aus 34 Paragraphen, die ohne gründlichen Kommen­tar kaum zu erfassen sind. Höchst wichtige Bestim- mungen sind ausdrücklich der Vollzugsordnung und den Ausführungsbestimmungen Vorbehalten, die ge­setzmäßig am 1. April 1931 in Kraft treten müssen.

SJL-^poit

Eisweitkämpfe -er Gießener Schulen.

Der Gießener Eisverein hat für die Schulen zum kommenden Samstag Wettkämpfe ausge- geschrieben. Von den Zehnjährigen an sind ge­staffelte Hebungen im Kunstlauf und Schnellauf ausgeschrieben. Von den Kleinsten toerben nur einfache Dorwärtsbogen verlangt, während für die Oberklasse schon recht ansehnliche Schwierig­keiten in den Hebungen liegen. Neben diesen Einzelkämpfen werden noch Staffeln von Schul­mannschaften gelaufen, die guten Anklang ge­funden haben.

*

Prüfungen für das Sportabzeichen auf dem Cis.

Wie bekannt, können die Gruppen 4 und 5 der Bedingungen für das Deutsche Turn- und Sport­abzeichen noch auf dem Eis erfüllt werden. Sn Gruppe 4 wird verlangt 1500 Meter in 3/z Mi­nuten, in Gruppe 5 die 10 000-Meter-Strecke in 27 Minuten. Bei den am Samstag stattfindenden Giswettkämpfen ist Gelegenheit gegeben, diese beiden Bedingungen zu erfüllen. Gelaufen wird auf einer 400-Meter-Dahn mit 2 Kurven.

Eiskegeln der Sport für ältere Herren.

Das Eiskegeln, das der hiesige Eisverein durch die Einrichtung einer besonderen Kegelbahn auf der Eiswiese an den Eichgärten möglich machte, erfreut sich bei den älteren Herren allgemeiner Beliebtheit. Das Spiel, das fid> in sehr einfachen Formen vollzieht und leicht erlernbar ist. inter­essiert besonders die Kegley denn sie betreten mit einigerVorbildung" die Kegelbahn. Se vier Mann bilden bei diesem Spiel eine Mannschaft. Seher einzelne hat eine Scheibe nach dem Mal zu schieben und zu versuchen, sie in die nächste Nähe des Pflockes, der das Mal darstellt, zu bringen. Wer seine Kegelscheibe dem Mal am nächsten zu bringen vermag, erntet die meisten Punkte. Das

Spiel, das erhöhten Reiz dann bringt, wenn es im Wettkampf durchgeführt wird, dürfte sicherlich auch auf der Gießener Eisbahn manchen neuen Anhänger finden.

Fußballklub 1926 Großen-Buseck.

Dsv. vuhbach (Liga) FL. Grohen-Vuseck 2:1.

Die Busecker vermochten in diesem Kampf gegen einen schweren Gegner doch ein sehr ehrenvolles Ergebnis zu erzielen. Der Plahbesiher bewies auf Grund einiger Spieler, die bereits in der Bezirks- Itga vertreten waren, ein Plus an Spielreife und Erfahrung. Das Spiel wurde allerdings von feiten der Butzbacher reichlich hart durchge­führt. Sn der ersten Hälfte gaben die Butzbacher den Ton an, nach dem Wechsel entfalteten sich aber die Dusecker und führten ein flottes Spiel vor. Die Niederlage ist im besonderen dem Hrn- stand zuzuschrciben, daß der beste Stürmer der FC.-Mannschaft nicht antreten konnte.

Sportverein 1928 Sarbenteich.

Garbenleich I 1900 Gießen IV 4:4 (3:1).

1900 IV. Mannschaft weilte am Sonntag in Garbentcich zum fälligen Verbandsspiel. Garben­teich zeigte einige He Verlegenheit und führte be­reits nach 20 Minuten mit 3:1, mußte sich jedoch bis zum Schluß ein Ergebnis von 4:4 ge­fallen lassen, da der Ersatztormann völlig ver­sagte.

Spiele derDeutschen Zugendlrast".

Am Sonntag trat Nieder-Mörlen in Ober- Wöllstadt mit nur 10 Mann an und muhte mit 4:0 nach Hause fahren. Friedberg empfing Ober-Mörlen und nach einem vornehmen Spiel siegte Friedberg mit 5:0.

Vilbel weilte in Wetzlar und konnte nach har­tem schönen Kampfe mit 3:2 die Punkte erringen.

Am vorhergehenden Sonntag war Friedbergs Reserve nach Gießen gefahren und muhte sich

Sie kleine Motette.

Vornan von Paul Hain

18 Fortsetzung Nachdruck verboten

Sie hatte schon eine Weile neugierig seinem Schreiben zugefchen. Nun nahm sie das Blatt auf und las, während ihre Wangen sich färbten, mit leise klingender Stimme, was Ward.hoff da so heimlich in sich versunken geschrieben hatte.

Es war ein Gedicht. Hnd also lautete es: ..Ein jeder hat sein eigen Schloß Voll heimlich-stiller Räume, Hnd zieht auf einem weihen Roh Durch blumenbante Träume. Ein jeder hat sein Königreich, Das ihm fein Gott einst schenkte Sn einer Stunde, blütenreich, Die sich vom Himmel senkte. Hnd doch zieht jeder wie ein Kind, Wie Tristan in die Weite, Dah er sich Glück und Glanz geschwind Mit Schwert und Spich er ft reite. Hnd ahnt doch niemand, wo und wann Er Cchloh und Roh versäumte, Hnd wo voll Müdigkeit er dann Sein Königreich verträumte.

Hnd erst, wenn er dem Narren gleich Steht vor den letzten Toren, Weih er, dah er fein Königreich Vergessen und verloren Nicvlette lieh das Blatt sinken. »Hnd das darf ich behalten?" Gewiß. Sie haben mich ja dazu inspiriert. Es gehört Shnen."

Sie reichte ihm impulsiv die Hand.

»Sch danke Shnen"

Nicht doch. Sch krieg' ja schon die Blumen", lachte er und fühlte, wie die kleine Hand in dev seinen liegenblieb.

Sa wie lange?

Niemand zog die Hand zurück.

Shre Augen waren ineinander verfangen. Hnd ihre Gesichter neigten sich dichter zu.

Es war wie ein Zwang. Wördehoff fühlte es. Er konnte ihm nicht mehr entrinnen.

Ein leiser, füher Duft hing um Nicolette. Nie hatte er ihn so ergreifend empfunden wie jetzt, nie war er ihr so nahe gewesen. Shm war, als könne er ganz in die Tiefe dieser klaren Augen sehen, die in ihn hineinstrahlten, und als läge seine ganze Seele bloß vor ihrem Blick.

Herrgott es war doch nicht möglich! Sie wußte ja nicht, dah er gebunden war. Hnd dennoch: Sein Herz jubelte plötzlich auf. Sie liebt mich! Liebt mich mit aller Kraft ihrer reinen, vollen Sugend. Hnd ick gehöre ihr!

Da öffneten sich seine Lippen. Hnd mit einemmal flüsterte er trunken:Nicolette"

Da war laut geworden, was jeder heimlich für sich schon so lange geträumt hatte.

Der Duft des ganzen Waldes drängte sich um sie und warf sich in ihre Seelen,

Nicolette lächelte.

Es war ein Lächeln tiefster Seligkeit.

Shre Hand zitterte, und ihre Lippen, diese feuch­ten, roten Lippen, rissen auseinander in einem leisen, verslattemden Subellaut:

Du Hubert!" .

Er zog ihre Hand empör, preßte sie an den Mund, strich mit behutsamer Zärtlichkeit über die weiche Linie ihres Armes. Sie lachten einander an und in diesem Lachen sank ihm Nicolette zu und Ihre Lippen boten sich ihm zum Kuh.

Mein Königreich", flüsterte er ergriffen und atmete berauscht den Duft ihres Haares und fühlte ihre aufgewachte Sugend, die sich scheu an ihn schmiegte.

Nicolette Liebste

Du endlich hast du gesprochen", raunte sie an seinem Munde.Hnd ich habe ja so lange auf dich gewartet."

Du -?

Ungläubig sah er in ihre Augen.

Sa feit damals weißt du noch? Wo wir. uns zuerst sahen trag ich dich in mir. Sch hab' dich nicht vergessen tonnen. Niemals

Nicolette Nicolette

Aber ich war dir wohl zu klein und unbe­deutend, so dachte ich. Du warst so oft mit einer schönen Frau zusammen, damals erinnerst du dich"

Still doch - still"

Hnd nun ist es doch so gekommen, wie ich träumte"

Wördehoff strich über die Augen. Nichts ver­raten jetzt! Nichts gestehen! Es wäre furchtbar gewesen! Ah was dachte er denn da? Was hinter chm lag, als Srrtum es mußte ausge­löscht werden!

Nicolette liebte ihn! DaS war alles! Gegenwart und Zukunft!

Mein Wunder du! Mein llebeS, liebes Mädel!"

So lieb hast du mich, Hubert?"

Es war mein Schicksal, Nicolette. Sch muhte wohl hierher zu euch!"

Ihre Lippen sanden sich In einem neuen Kuh.

Nicht sprechen. Liebster"

So saßen sie unter der Buche. Ganz für sich.

Ganz ineinander versunken und eingehüllt vom Glück oer Erfüllung.

DIS Nicolette plötzlich erschreckte und lächelnd rief:

»Wir müssen gehen, Hubert, es wird ja schon dämmrig."

Da erhoben sie sich.

Standen voreinander und sahen sich wie trun­ken an.

dem besseren Können Gießens mit 6:0 Toren beugen. Ober-Wöllstadt hatte Heldenbcrgen emp­fangen und nach einem sehr schönen fairen Spiel gewann Ober-Wöllstadt mit 2:0 Toren die Punkte.

Gerätemeisterschasten der OT.

= Die Gerätemeistcrfchaften der DT. finden am 26. April in Essen statt: sie bestehen aus einem Zehnkamps, der sich aus je zwei Pflicht- und einer Kürübung am Reck und Barren, einer Pflicht- und einer Kürübung am Seitpferd, einem Sprung (Grätsche rückwärts) über das langgestellte Pferd und einer Kürfreiübung zusammensetzt. Sieger ist, wer 150 von 200 erreichbaren Punkten erhält. Da insgesamt nur 100 Turner aus der DT. zugelassen werden, beschränkt sich die Teilnahme auf eine Aus­lese der besten deutschen Kunstturn-Meister.

Unser heimischer Mittelrheinkreis stellt 10 Teil- nehmer. Er wird seine K r e i s b e st e n am 22. März in einem Ausscheidungsturnen in Frank­furt a. M. ermitteln, mit dem gleichzeitig die Ge- räte-Kreismeisterschaften verbunden sind.

Da sich auch unser Heimatgau Hessen an den Kreismeisterschaften beteiligen wird, fand am Sonn­tag in Gießen eine Uebungsstunde der geübten Geräteturner des Gaues unter Leitung von Gauoberturnwart W. Will statt, in deren Verlauf die recht schwierigen Uebungen für die Gerätemeisterschaft durchgeturnt und eingehend besprochen wurden. Das Treffen galt gleichzeitig der Vorbereitung auf den hessischen Provinzial­kampf im Kunstturnen, der im Herbst In Darm- stadt erstmalig zum Austrag kam und voraus­sichtlich schon am 29. März in Mainz feine erste Wiederholung findet. Soweit sich jetzt übersehen läßt, dürsten in der Zusammensetzung der Mann­schaft des Gaues Hessen keine wesentlichen Aende- rangen gegenüber ihrem letzten Auftreten in Koblenz eintreten.

Arbeiter Turn» und Sportbund.

Gießen I Watzenborn I 6:4.

Beide Mannschaften lieferten sich auf dem Trieb ein schönes Spi«l. Die Gäste enttäuschten nach der angenehmen Seite. Nach wechselvollem Kampf führte bei Halbzeit Watzenborn mit 4:3 Toren. Nach Sei­tenwechsel kam Gießen mehr auf. Obwohl die Gäste noch öfters dem Tore der Einheimischen gefährlich wurden, blieb ihnen jeder Erfolg versagt, während es den Gießenern gelang, zum Ausgleich noch zwei Treffer zu buchen.

Gießen 1b wiefeck 1b 3:1.

Trotz aller Anstrengungen sah man auf beiden Seiten nur wenige schöne Momente. Gießen gelang es, die Führung an sich zu reißen, dem bis Halbzeit die Gälte den Ausgleich entgegensetzten. Nach Seiten­wechsel gelang es dann Gießen noch zweimal er­folgreich zu fein, während eine sichtliche Hilflosigkeit des. Gästesturmes die sichersten Sachen unausgenützt ließ.

Im Spiel der ersten Jugendmannschaften beider Vereine, konnte Gießen die mit nur neun Mann antretenden Gäste mit einer 4:l°Neiderlage ent­lassen.

Heuchelheim I wiefeck I 0:2.

In Heuchelheim standen sich beide Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. In einem überaus flotten Spiel kamen beide Tore oft in Gefahr. All­mählich trat aber eine merkliche Überlegenheit der Gäste zutage, dem auch das oft recht körperliche Spiel der Einheimischen keinen Abbruch tun konnte. Dis Halbzeit gelang es Wiefeck zweimal erfolgreich zu sein. Nach Seitenwechsel blieben die Gäste weiter im -Vorteil, während es den Einheimischen nicht gelang, das Schlußtrio der Gäste zu überwinden.

Annerod I Großen-Linden I 2:4.

In Annerod stellten sich die Mannschaften zum Rückspiel, in dem die Gäste bei Halbzeit mit 2:1 Toren führen konnten. Nach Seitenwechsel stellte Annerod wohl den Ausgleich wieder her, konnte jedoch nicht verhindern, daß die Gäste als Sieger den Platz verließen.

Der Regen hakte aufgehört.

Sa wir müssen gehen", sagte Wördehoff, Der Himmel wird schon grau. Nicolette! Nico­lette!"

Er breitete die Arme weit auS und zog sie an sich.

Darum also zog es mich so geheimnisvoll in dein Schloß. Darum mußte ich wandern. Darum"

Sa, darum wurdest du überhaupt geboren, vu Philosoph", lachte Nicolette hell und zog ihn mit sich.Hnd darum hat es sicher auch geregnet und uns unter die Buche getrieben. Du lieber, lieber Mann!"

Arm in Arm schritten sie nun durch den Wald.

Einmal aber, sie hatten bald den breiten Weg zum Städtchen erreicht, blieb sie stehen, legte die Arme um Wördehof>s Hals und flüsterte:

Du ich hab' eine Ditte an dich"

Ditte nur, Lieb."

Aber nicht böse fein"

Gr schüttelte lächelnd den Kopf.

Wie könnte ich denn das?"

Da wurde ihre Stimme noch leiser.

Wir wollen ein paar Tage noch unser Geheimnis für uns behalten, ja?"

Glühende Röte stieg in ihre Wangen.

Du bist der erste Mensch, den ich so liebe, daß ich nichts anderes mehr denken kann. Hnd es ist doch etwas Heiliges um solche Liebe. Latz uns unser Glück ein paar Tage lang allein wie ein ganz, ganz kostbares Geschenk genießen. Nachher"

Wördehoff verstand sie.

Shr erstes, junges Liebesglück sie wollte e8 heimlich tragen.

Nachher sagen wir es dann Papa"

Sie hob den Kopf wieder, den sie verlegen hatte sinken lassen.

Da nickte er ihr herzlich zu.Sa Nicolette."

Hnd er war entschlossen, Kinna, dem Künstler und Menschenkenner und gütigen Freund, unter vier Augen alles zu beichten. Gr glaubte be­stimmt, hoffen zu dürfen, dah dieser ihn vertre­ten würde.

Nicolette aber sollte In ihrem Himmel bleiben.

Stolz hob er den Kopf. Hnd so schritt er an ihrer Seite dahin.

12.

Frau Warthe brachte das Abendessen.

Der Herr Professor habe schon gegessen, sagte sie, er bäte die Herrschaften, nicht auf ihn zu warten. Er habe noch zu tun.

Wo er denn wäre? fragte Nicolette.

Sm Mufikzlmmer! Er habe sich eingeschlossen. Es sei wieder einmal sehr schlimm.

So sahen sie denn beide allein draußen am Tisch vor dem Haus. Nicolette blickte traurig.

»Papa scheint da wieder allzu sehr bei der Ar-

waldgirmes I £lrf> I 3:0.

Lich kam mit unvollständiger Elf einer Rücksplek- vcrpflichtung in Waldgirmes nach. Trotz der zahlen­mäßigen Unterlegenheit lieferten die Gäste dem Platzbefitzer ein ebenbürtiges Spiel, mußten sich aber doch geschlagen bekennen.

Auf dem Wiefecker Sportplatz standen sich Wiefeck zweite Jugend und Staufenberg Jugend gegenüber. Das Spiel sah die Gäste mit 1:0 als knappe Sieger.

Der dritten Jugend des Platzvereins gelang es, die Jugend von Haufen mit einer 2:1-Niederlage nach Haufe zu senden.

Handball

wieseck I Wißmar 1 4:1.

Während Wieseck auf eigenem Platze mit Ersatz antreten mußte, stellten sich die Gälte in verstärkter Ausstellung dem Unparteiischen. Bis Halbzeit ge­lang es Wieseck mit 1:0 zu führen. Nach Seiten­wechsel erhöhte Wieseck in gleichmäßigen Abständen auf vier Tore. Den Gästen gelang nur das Ehren" tor.

Westdeutsche Athletikkämpfe.

Der Westdeutsche Spiel-Verband wird auch in diesem Sahre zwei Leichtathletik-Länderkämpfe mit Holland durchführen und hat jetzt mit der Niederländischen Athlelik-Hnion die Termine fest­gelegt. Die Begegnung der beiderseitigen Män­nermannschaften findet am 23. August statt, während der Damenländerkampf. .Westdeutsch» land Holland am 5. Suli in einer westdeutschen Stadt durchgeführt wird. Einen zweiten Län­derkampf werden dann die westdeutschen Damen Mitte des Sahres in Paris gegen Frankreich austragen. Die Deutsche Sportbehörde hat die vom Französischen Frauensport-Derbanb ge­machte Anregung angenommen, will sich aber nur durch eine westdeutsche Auswahl vertreten lassen, da ein nationales Aufgebot den französi­schen Damen zu überlegen fein würde. Der Län­derkampf Westdeutschland Frankreich würde sich zusammenfetzen aus Laufen über 100, 200 und 800 Meter, 80 Meter Hürdenlaufen, viermal 100 Meter Staffel, Hoch- und Weitsprung.

Tagung des Deutschen Tennis-Bundes.

Der Deutsche Tennisbund hält am 15. Februar in Weimar seine ordentliche Mitgliederver­sammlung ab. Vorläufig interessiert nur die Tagesordnung, die u. a. die Neuwahl des Bun­despräsidenten unb einen Bericht deS General­sekretärs über Verhandlungen mit der deutschen Studentenmannschaft und dem Reichsverbanb der Firmen und Sportvereine aufweist.

Oeuffchland nicht bei der Eishockey« Weltmeisterschast.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft, die im vergangenen Sahre die Europa-Meisterschaft gewann, wird ihren Titel in Krynika nicht Ver­teidigern Das Fehlen Deutschlands ist auf Mo politische Spannung mit Polen zurückzuführen.

Kurze Gporinoiizen.

Hellas Magdeburg wurde tm Wasser- ballkampf in Hannover von den dortigenWasser- freunden" mit 4:3 (4:1) geschlagen.

Sm Tennlskampf Berlin Paris in der neuen Berliner Tennishalle führten am Sonn­tagabend die Franzosen mit 6:2.

ElaaS Thunberg, der bekannte Eisschnell- läufer, konnte am Dienstag in St. Moritz einen neuen Weltrekord über 500 Meter aufstellen. Cc durchlief die Strecke in 46,2 Sekunden vor seine, i Landsmann Blomquist.

Die Südwestdeutsche Eishockeymei - st e r s ch a f t fiel an den SEE. Schwenningen. Ost- preußenmeister im Eishockey wurde DfD. Königs­berg.

beit zu fein", sagte sie.8s kommt selten vor, dah er sich einschlieht. Dann ist er nachher tage­lang wie zerschlagen. Sch bin ordentlich in Sorge um ihn."

Sa eS ist sonderbar, waS er manchmal förm­lich für eine Schaffenswut in fick hat. Hnd er hätte es doch gar nicht mehr nötig. Dein Name ist bekannt genug und feine Lieder nicht minder Er sollte wirklich ausruhen vom künstlerischen Schaffen."

Sa das sollte er wohl."

Nicolette seufzte leise auf.

Eine Welle herrschte Schweigen »wischen ihnen, bann legte sie zutraulich die Hand auf Wörde- Hoffs Arm.

Du

Er blickte sie zärtlich an.

Sch habe oft Angst um Papa. Du weist nicht, wie groß mein'e Angst schon war"

Heberrafchung malte sich in seinem Gesicht.

Angst? Sa warum denn?"

Nicolette zögerte noch, dann aber fuhr sie fort?

Vielleicht ist diese Angst auch übertrieben - ich weih es nicht. Liber ich kann doch nicht für meine Gefühle"

»Sprich nur"

Papa, ist doch schon alt. Du schätzt ihn viel­leicht jünger, als er wirklich ist. Gr hat siebzig hinter sich. Sein Körper hält diese geistigen und seelischen Anstrengungen nicht mehr aus. Darum ist er ja vom Theater weggegangen es war eben zu viel für ihü"

Sa ja"

Aber er kann doch nicht ganz ohne seine Kunst leben. Er muß etwas tun und wenn er mit Gewalt eine neue Melodie aus der Brust reißen! soll. Einmal

Sie stockte, ihre Augen wurden feucht.

Einmal ist er hier oben schon zulammenge­brochen. Das war im Winter. Dr. Windthorst, der Arzt aus der Stadt, hat chm damals gründ­lich den Kopf gewaschen. Wenn er Wert dar­auf lege, noch einige Sahre am Leben zu bleiben, dann dürfte er nicht so gegen feine Gesundheit wüten. Oh, er sagte ihm mancherlei, und Papa, mutzte mir versprechen, in Zukunft sich mehr in acht zu nehmen und weniger zu schaffen. Er hat damals viele Wochen lang gelegen."

Wördehoff war bestürzt.

Leise streichelte er Nicolettes Hand. DaS hatte er wirklich nicht gedacht.

Traurig fuhr Nicolette fort:

Aber er kann es nicht lassen. Settdem dev Sommer da ist, lebt er wieder wie tm Fieber. Sch merke das ja besser als du. Hnd manchmal so in den letzten Wochen ist mir schon beti Gedanke gekommen, daß er dich nur eingeladen hat zu bleiben, dam t ich in meiner Aufmerksam­keit abgelenkt werde und er ungestört arbeiten! kann" (Fortsetzung folgt)