gierung zu Regierung betrifft, so gehört bekanntlich Ruhtanb zu den meistbegünstigten Staaten, deren Zustimmung für d e 3i krastseyung dcrVor- zugs-ollabmachungen mit Rumänen und Ungarn im Laufe diese- Monat- erwartet wurde.
Oie Wirtschastsverhandlungen mit der Schweiz.
Berlin. 12 Nov. Heute vormittag traten die beiden Delegationen für die deutsch'schweizerischen ch a n d e l s o e r t r o g s v e r h a n d . l u n g e n , die vor kurzem in Bern begonnen haben, in Berlin im Auswärtigen Amt wieder zusammen. Ministerialdirektor Dr. K o p k e begrüßte namens der Reichsregierung die schweizerische Delegation und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Verhandlungen zu einem beide Teile befriedigenden Ergebnis führen werden. Rach einer Erwiderung des schweizerischen Gesandten in Berlin. Dr. Rüfenacht. der sich diesem Wunsche anschloß. wurde in die sachlichen Verhandlungen eingctreten. Angesichts der Verhandlungen lohnt es sich, einen Blick auf die schweizerischen A u ß e » h a n d e l s z i f f e r n für den Monat Oktober zu werfen. Entgegen den Schweizer Be- surchtungen zeigt der Oktober keineBerschlech- t e r u n g der Außenhandelsbilanz. Die Ausfuhr in Höhe von 112,8 Millionen Franken ist sogar stoch mit 4,1 Millionen höher als im Vormonat, und zwar infolge vermehrter Ausfuhr nach Deutschland. Auch die Einfuhrziffer zeigt nicht die gefürchtete lieber- schwemrnung mit deutschen oder englischen Waren. Sie beläuft sich auf 192,1 Millionen Franken. Das sind 7,1 Millionen mehr als im September.
Oie Reform
der Sozialversicherung.
Le stungsicnkung und rVerwaltungS» Dcreny(id)unfl
Berlin, 13. Rov. ($11.) Heber die Absichten d r Reichsregierung in der Frage der Reform der Sozialverlichcrunq erfährt die ,Telegraphen- llnion" von zuverlässiger Seite, daß einmal an eine Leistungssenkung gedacht wird, zum anderen erhebliche organisatorischeDer- änderungen geplant werden. Diese letzteren betreffen in erster Linie die Aufsichtsbehörden. Man denkt daran, die bestehenden 100 Dersicherungsämter, die mit den Kreisen bzw. Stadtverwaltungen verbunden sind, auf- zulöfen und die Gesamtaufsicht den Oberversicherungsämtern bei den Regierungspräsidenten zu übertragen, die erforderlichenfalls Zweigstellen unterhalten sollen. Außerdem wird erwogen, auch bei den Organisationen der Versichern ngsträ- ger Vereinfachungen durchzuführen durch rein gebietsmäßige Zusammenfassung von gleichartigen Kassen. An eine Zusammenlegung von verschiedenartigen Versicherungen wird nicht gedacht. Auch nicht an die von gewisser Seite geforderte Außerkraftsetzung eines ganzes Versicherungszweigcs. Die Reformpläne werden voraussichtlich Anfang nächster Woche das Kabinett beschäftigen. Widerstände sind zu erwarten bezüglich der Leistungssenkung von den Gewerkschaften, bezüglich der Derwaltungsreform von den Ländern, die einen Eingriff in ihre Hoheitsrechte befürchten. Man glaubt aber, diese Widerstände überwinden zu können. Bei Durchführung der bevorstehenden Maßnahmen ist man überzeugt, daß alle Zweige der deutschen Sozialversicherung durchzuhalten sind.
Neuer Appell Dnands im Mandschurei-Konflikt.
(Sl)ina be.ürchtct ernst Kämpfe.
Genf, 12. Rov. (WTB.) B ri a nd hat in seine. Eige..schäft als Rats »räs.d.nt wiederum einen Appell an China und 2 apan gesandt. Ec erinnert nochmals daran, daß die be.den Parteien sich vor dem Rat verpflichtet hätten, jede Verschärfung des Konflikte- zu vermeiden und bestehl darauf, daß den Kommandanten der beiderseitigen Streitkräfte die striltesten Anweisungen gegeben werden, s i ch jeder militärischen Aktion au enthalten- 3m übrigen spricht Briand Die Erwartung aus, daß den Ratsmächten, die vielleicht Beobachter an Ort und Stelle entsenden, um sich ein Bild über die Vorgänge zu machen, die Ausübung ihrer Aufgabe ermöglicht werde.
Der Vertreter Chinas Dr. Sze hat Briand dringend ersucht, sofort bei der japanischen Regierung vorsletlig zu werden, weil infolge der aggressiven Haltung Japans schwereKämpfe in der Maiidschurei zu befürchten seien. 3n der chinesischen Rote wird auLgeführt Am 12 Rovember mittag.* hat die Provinz.aliegierung von Hailungtiang vom General Honjo ein Ultimatum erhalten, worin der General M a. der Präsident der Provinzialregierung, aufgefocdert w.rd, sein Amt niederzulegen und sofort Tsitsikar zu räumen. Die japanischen Truppen sind im Begriff, entlang der Eisenbahnlinie Taonan-Angangcyi die Stadt Tsitsikar zu besetzen Die chines.schcn Truppen haben sich nach Sanchienfanglze, 17 Meilen vorn Bahnhof von Tahsin entfernt, zurückgezogen. Der Bahnhof ist im Augenblick in den Händen der Japaner Wenn die Japaner ihre Absicht, Tsitsikar zu besetzen, ausführen, so würde das eine flagrante Verletzung der dem Rate gegebenen Ve.sprechen bedeuten, und man müßte leben Augenblick mit dem Ausbruch schwerer Kämpfe rechnen.
Japans Anspruch auf die Mandschurei.
Paris, 12 Rov. (TU.) Der japanische Botschafter in Paris und 'Vertreter Japan- beim Di erbund. P o s h i s a w a, erklärte auf einem ®f|\n der anglo-amerikanischen Presse' Von der Regelung der mandschurischen Frage hänge d i e Zukunft seines Landes ab. Japan habe aus der Mandschurei eine blühende Provinz ge- niacht, die sich mit jeder anderen chinesischen Provinz messen könne. Die Bevölkerung fei von einer halben Million auf 30 Millionen gestiegen und überall habe bisher Zufriedenheit und Wohl- ergeben geherrscht. Die japanischen Staatsangehörigen seien von den chinefischen Behörden terrorisiert worden, weshalb Japan sich ge- Atoungcn gesehen habe, die wichtigsten Punkte der Provinz zu besetzen. Die japanische Regierung und das ganze japanische Volk seien heute in dem Gedanken einig, die Rechte zu verteidigen. die ihnen die Verträge in dec Mandschurei einräumten.
Zypern folgt dem Beispiel Indiens
Einwohner der zyprischen ftüftenortc gewinnen Salz aus dem Meerwasser, um damit gegen das englische Salzmonopol zu demonstrieren. Dieser Akt zeigt, daß Zypern nunmehr die Kampssorm des unbewaffneten Widerstandes gegen England ergreift.
Zypern-Kundgebungen in Griechenland.
England und das Lelbstbisttmmunqörecht der Völker.
Athen, 11. Rov. (TU.) Griechenland hat den Waffenstillstandstag in einen Zypern-Denk- t a g umgewandelt als eindrucksvollen Protest gegen die „Vergewaltigung der Insel Zypern" durch die Engländer entgegen dem als Kriegsziel feierlich verkündeten Selbst- bestimmungsrecht der Völker. Die Adresse der Jnselbeoölkcrung an die griechische Regierung wurde an den ehemaligen Staatspräsidenten Admiral Ko nduriotis übergeben, nachdem die griechische Regierung den Empfang einer Abordnung der Zyprioten verweigert hatte. Während der Uebergabefeier schlossen alle Geschäfte in Athen und im Hasen Pyräus. Der ganze Verkehr wurde
für kurze Zeit stillgelegt. Alle Schulen Griechen- lands ließen eine Unterbrechung im Unterricht Eintreten. Auch sämtliche Theater unterbrachen ihre Vorstellungen. Aus allen Gegenden Griechenlands laufen Proteste gegen die englische Besetzung Zyperns ein. Die griechische Presse veröffentlicht grausige Berichte über barbarisches Vorgehen der eng- lischen Truppen auf dec Insel. Die englische Gesandtschaft in Athen steht unter verstärktem Polizei- schütz. Die griechische Regierung hat england - feindliche Kundgebungen aufs strengste verboten. Ministerpräsident Benizelos hat einen Aufruf an das Volk erlassen, in dem er die Volksregierung und die scharfe Sprache der Presse verurteilt, do er anscheinend einen englischen Schritt in der Zypernangelegenheit vermutet. Vor der Universität in Athen kam es zu Zusammen- stößen zwischen Studenten und der Polizei Die Studentenkrawalle konnten durch Eingreifen von Feuerspritzen beigelegt werden.
Das System der Gebrüder Sklarek.
Oie Zuwendungen an den kommunistischen Stadtrat Gabel.
Oie Lieferanten der Stadt Berlin muffen für die „Lichtwoche" spenden. Oos pelzgeschäst der Sklareks.
treten sollte, würde die Todesstrafe für ihn nur in Frage kommen, wenn er durch fein Verhalten eine Gefahr für die Sicherheit des Staates und der Republik bedeuten würde. Sämtliche Güter, Rechte und Wertpapiere des Schuldigen, soweit sie sich in Spanien befinden, sollen z u - au n ft en des Staates konfisziert werden. Dieses Urteil soll, sobald es von den Cortes gebilligt und von der Regierung der Republik sanktioniert ist, an allen Bürgermeistereien Spaniens öffentlich angeschlagen und den diplomatischen Der- tretem sämtlicher Länder sowie dem Söller- bunb bekanntgegeben werden.
Hindenburg Inhaber eines ungarischen Regiments.
Berlin, 12. Rov. Am Sonntag trifft in Berlin ein Deputation des 3. königlichen ungarischen Infanterie - Regt-., Garnison Stuhlweißenburg. ein, um dem Reichspräsidenten v Hindenburg die 3nhaberschast des Regiments anzutragen. Diese Ehrung, die im Auftrage deS Reich-verweser« v. Horthv erfolgt, ist um so sreudiger zu begrüßen, als bisher — außer dem Reichsverweser — nur der König von Italien zum Ehef eines ungarischen Regiment« ernannt wurde. Das kleine ungarische Heer, ebenso eingeengt durch die Bestimmungen von Trianon wie unsere Reich-Wehr unter dem Diktat von Versailles, hat unter dem seit 1929 amtierenden Hon- vedminifter G ö m b ö « einen ungewödn ich hohen Grad der Au-bildung erreicht, fowie jenen Geist der Tapferkeit und Schlagkraft in fich verlebendigt, der besonders auch von unteren Heerführern des Weltkrieges allezeit an den ungarischen Truppen hochgeschätzt wurde.
Die Deputation steht unter Führung des Regimentskommandeur« Oberst v. Koo«, dem ein Oberstleutnant, ein Major, ein Hauptmann und ein Oberleutnant beigegeben sind Vor dem vorgesehenen Empfang beim Reichspräsidenten wird sich die Deputation mit dem verdienten ungarischen Militärattache General Stojakowitsch zum Ehrenmal in derReuen Dache begeben, um zu Ehren ihrer im Weltkrieg gefallenen deutschen Waffenbrüder einen Kranz niederzulegen.
„llj Rernzedek" schreibt dazu: Die gesamte ungarische Oeffentlichkeit nimmt den Entschluß des Reichs- Verwesers mit großer Befriedigung auf. Diese Geste erneuert und befestigt die Freundschaft zwischen dem deutschen und dem ungarischen Soldaten, eine Freundschaft, von der die Weltgeschichte zahlreiche Beispiele aufrocift Die größten Schlachten der Weltgeschichte haben deutsche und ungarische Soldaten miteinander geschlagen, sie dürfen sich mit vollem Recht Kamera- den nennen. Das Blatt erinnert sodann daran, daß noch zwei ungarische Regimenter Staatsoberhäupter als Ehefs haben, und zwar das Honved-Infanterie- Regiment in Kanisza, das den König Viktor Emanuel III zum Chef hat, sowie das Szege- diner Infanterie-Regiment, dessen Chef der u n - garische Relchsverweser Nicolaus von H o r t h y ist.
Aus örter Wert.
Berlin, 12. Rov. (ERB.) 3m Sklarek-Prozcß wurde die Frage der Zuwendungen der Sklareks an die einze nen Angeklagten erörtert. Der Angeklagte Gäbel beziffert fein damaliges monatliches Einkommen auf 900 bis 1000 Mark, das sich aus seinem Geha't. seinem Monatsgehalt von der KPD., feiner Aufwandsentschädigung als Stadtverordneter und aus journalistischer Betätigung zusammensehte. Daß er gelegentlich bei den Sk'a- reks in den Geschäftsräumen gewesen sei, gibt er zu. Seinen Sommerurlaub hat er im Jahre 1928 in Misdroh mit Leo Sklarek verbracht. G. bestreitet, irgcndwe chc Zuwendungen erhalten zu haben: auch fei es nicht feine Art, zu nassauern. Leo Sklarek bemerkt hierzu, er habe niemand eingeladen, die Gäste seien von selbst gekommen. Derartige Abcnde hätten stets 1500 vis 2000 Mark gekostet. Sein Wochencndgeld in Höhe von 1000 Mark sei Sonntagabend stets alle gewesen und dabei sei er nur mit den Proletariern, sozusagen mit der Linie, ausgegangen. Bei seinem Bruder Max sei die Sache noch teurer geworden. Einmal sei er, Leo Sklarek. von neun Stadtverordneten nachts aus demBettnachder Valencia - Bar gerufen worden, wo er noch rechtzeitig zum Bezahlen angekommen fei. Sein Bruder Max habe zu Ostern und zu Weihnachten immer 20Präsentkörbe versandt, wovon höchstwahrscheinlich auch G. einen erhalten habe. Gäbel gibt zu, in den letzten drei Jahren von den Sklareks 2000 Mark zu Wohlfahrtszwecken erhalten zu hab. n. Sie Sklareks hatten eine oifcnc Hand gehabt und a. D. auch Oberbürgermeister Boß Geb gegeben, denn Böß habe einmal zu ihm gefagt: .Don den Sklareks kann ich haben, was ich will." Mit Tränen in den Augen sagt Leo ©Garel: „Wer zu uns kam, hat bekommen, ich war Mitglied der SPD., aber gleichgültig, ob Kommunisten oder Sozialdemokraten, sie haben alle bekommen. Das war unserSystem. 3d) stand auf dem Standpunkt, daß die SPD. und die KPD. letzten Endes doch Ausammenhängen. Eine geschlossene Macht ist stärker als eine zersplitterte."
Rach der Mittagspause kündigte Rechtsanwalt Dr. Kurhig einen neuen Leweisantrag an. in dem behauptet wird, daß sämtliche Lieferanten der Stadt auf Veranlassung des Oberbürgermeisters lausend Spenden gegeben hätten. Aus Veranlassung des Oberbürgermeisters hätten alle Zirmen anläßlich der .Spiel- und Sportwoche", der .Lichtwoche" und bei ähnlichen Anlässen gedruckte Formulare er
halten, in denen sie unter Hinweis auf die De- schäftsbeziehungen mit der Stadt um Spenden ersucht wurden. Zum Beweise dafür berief sich der Verteidiger auf das Zeugnis der Firmen .Behala", Loefer & Wolff, Tietz, Leiser, Salamander, 3fracl und Karstadt, und bemerkte nod), daß Kommerzienrat Schöndorf von der Firma Karstadt dem Oberbürgermeister für einen bestimmten Zweck 10 000 Mk. gegeben habe. Auch .dieStadträte selbst hätten derartige Spenden bekommen und nicht nur der Angeklagte (Säbel, sondern auch der deutschnationale Stadtrat Wege. Man erörtert dann die weiteren Zuwendungen, die Gäbel erhalten haben soll. Gäbel bestritt, im 3ahre 1929 einen Bisammantel erhalten au haben. Rach der Anklage soll auf Veranlassung der Sklareks bei der Firma Turgel eine Auswahlsendung von Pelzen zu Gäbel in sRathausgeschickt worden fein. Davon will Gäbel erst aus der Anklage erfahren haben. Willy Sklarek gab zwar zu, daß etwa 20 bis 30 Pelze zur Auswahl ins Rathaus geschickt worden feien, von denen nurdieHälftewie- der zurückgekommen sei. Diese Pelze seien aber für d i e Bekannten von Max gewesen, zu denen Gäbel nicht gehört habe. Gr, Willy Sklarel, habe nur einmal Frau Oberbürgermeister Böß bedient, als sie sich eine Pelzjacke ausgesucht habe.
Auch Leo Sklarek bestritt, daß Frau Gäbel einen Pelz bekommen habe, und Staatsanwaltschaftsrat Weißenberg deutete an, daß den Pelz eine andere Frau bekommen habe. Weshalb auf dem Lieferschein der Firma derRame ..Gabrie l", der Deckname für Gäbel, steht, konnte nicht aufgeklärt werden. Gäbel bestritt auch weiter, einen sogenannten .Rie-Dolt-Koffer" erhalten zu haben, und räumte nur ein, daß ihm Leo Sklarek bei Rosenhain einen Schrank- foffer besorgt habe, den er aber bezahlt habe. Auch von mehreren Brücken und Diwandecken, von denen in der Anklage die Rede ist. will Gäbel erst später erfahren haben, daß seine Frau diese von den Sklareks erhalten habe Er habe geglaubt, daß diese Anschaffungen von dem Wirtschaftsgeld gemacht worden feien, das monatlich 400 —500 Mk. betragen habe. Von der Anfertigung eine« Bücherschrankes, der 1600 Mk. gekostet hatte und der auch von den Sklareks bezahlt sein soll, wollte Gäbel gleichfalls nichts gewußt haben.
Das neue (Spanten uni) Alfons XIII.
Tcr Unicrinchuncvansichuß der (Sortco fordert lebenslängliche Zuchthausstrafe für den .tiditg.
Paris, 12. Nov (WTB.) Haoas meldet aus Madrid, daß die Kommission, die die Verantwortlichkeit früherer maßgebender Personen der Regierung fest stellen soll, heute in der Kammer den Bericht über die Berantwortlichkeitdesfrüheren Königs Alfons XIII. niedergelegt hat. In erster Linie wird dem König Meineid vorgeworfen, er wird als Urheber des Staats st reiches Primo de Riveras und infolgedessen als Anstifter oller an der Verfassung des Landes porgenommenen Aenderungen bezeichnet. Die Kommission fordert, daß Alfons XIII. zum Vaterlandsoerräter
erklärt und ihm dosBetreten spanischen Gebietes unterlagt wird Die Kommiision schlägt den Cortes vor, Alfons von Bourbon Habsburg-Lothringen der Majestatsbeleidigung gegen d i e Souveränität des Volkes für schuldig zu erklären, ferner ihn für schuldig zu erklären, auch der Führerdes Militär st oats- st r e i ch e s gewesen zu fein, der bezweckte, die be- stehende Regierungsform in eine persönliche Regierungsgewalt }u ändern. Dank dieser absoluten Gewalt Hobe Alfons das fpomsche Volk sieben Jahre hindurch aller grundlegenden Freiheiten und Rechte beraubt. Es werden deshalb gegen ihn folgende Strafen beantragt: Der Schuldige wird aller seiner Rechte, Titel und Würden entkleidet, die er weder für sich noch seine Nachkommen jemals wird wieder fordern können. Obwohl die Schwere feiner Vergehen dem früheren König die Todesstrafe hätte eintragen müssen, schlägt die Kommission vor, •hn zu lebenslänglichem Zuchthaus zu oerurteilen. Falls er spanisches Gebiet wieder be
Die Todesnebel im Maastal.
Die Ergebnisse der Untersuchung über die Todesfälle infolge be« Rebel« im Maastal Belagen, daß man in erster Linie diese Tode» alle auf Schwefelsäure Aurücksühren müsse. i\e dadurch entstanden sei, daß durch die Beruß- run g des Sauer stosse« der Luft mit den im Rebel enthaltenen Wasser- und Staubteilchen die schweflige Säure, die alle Feuerstätten in Fabrik- und privaten Anlagen des MaStales zwischen Lüttich und Engis verbreiten, oxydiert ist. Damit diese Oxydierung die bekannten verhängnisvollen Ausmaße erreichen konnte, muhten ganz besondere atmosphärische Bedingungen eintreten, durch die der gewöhnliche Luftdurchzug im Maastal verhindert und dieses von Lüttich bis Engi« in eine Ar t geschlossenes Gesäß umgewandelt wurde, in dem durch die Anhäufung zahlloser Fabriken und Wohnhäuser eine starke Verunreinigung der Lust entstehen könnte. Diese besonderen Umstände waren der äußerst schwache Wind und der hartnäckige dichte Rebel, wodurch die Erwärmung deS Bodens durch die Sonne während de« Tage« und die Wärmeausstrahlung während der Rächt verhindert wurden. Die Todesfälle sind in bet großen Mehrzahl bei alten Personen ober bei Personen, bie an Erkrankungen ber Luftwege litten, eingetreten. E« wirb al« dringlich bezeichnet, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, durch die in Industriegegenden eine übermäßige Verunreinigung der Atmosphäre verhindert und die Gesundheit der dort lebenden Bevölkerung geschützt werden kann.
Gegen das Banditentum auf Korsika.
Auf der Insel Korsika ist von der französischen Gcndarmerie eine große Säuberungsaktion einge- leitet worden, die dem Banditentum au Leibe gehen fcU, das seit Jahrhunderten die Insel beunruhigt Bisher wurden etwa 70 Verhaftungen durch- aeführt, ohne daß es gelungen ist, bi» zu den Zufluchtsorten der Banditenführer vorzudringen. Man hofft, ihrer durch Aushun- g c r u n g habhaft zu werden. Verschiedentlich setzte die Bevölkerung der Gendarmerie energisch Widerstand entgegen, da sie Bergeltungsmaß- regeln der Banditen befürchtet. In einigen in den Bergen gelegenen Gemeinden war es nur unter Androhung mit dem Maschinengewehr möglich, die an- geordneten Haussuchungen bei Verwandten und Freunden der Banditen durchzuführen. Jedesmal wurden regelrechte Munition», und Waffenlager entdeckt. Dor allem In den Wohnungen Spadas und B o r n e a », den beiden gefurcht elften Banditen, wurden Gewehre, Revolver und Munition in großen Mengen gefunden. Samt- l'che Zugangestraben zu den Bergen find polizeilich gelpcrrt. Man kann nicht in die hochgelegenen Gebiete gelangen, oder au» den Bergen ins Tal steigen, ohne von der Gendarmerie kontrolliert zu werden. Man rechnet aber nichtsdestoweniger noch mit mindestens acht Tagen, bis die Säuberungsaktion ihren Zweck, bi- Unschädlichmachung der korsischen Banditen, erreicht hat und alle lichtscheuen Elemente hinter Schloß und Riegel gebracht worden sind.
Ein polnischer Offizier wegen Spionage erschossen.
Vor dem Standgericht in Thorn fand eine Verhandlung gegen einen Leutnant ber Reserve statt, ber Spionage zugunsten eine« Rachbarstaates getrieben haben soll. Das Gericht Dcrurteillc ihn zum Tode. Da ber StaatSprä- fibent von feinem Dnabenrecht keinen Gebrauch machte, würbe ber Verurteilte noch am gleichen Tage erschossen.


