Ausgabe 
13.10.1931
 
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e Stellen betonen, dah 3* rrcchte in der MniWir 1 der iranischen Begierig rr Jö/kerb und die , sich wieder aus tint 3n nutzen her zukMen, tln. 'Sht ^tanedroinj l^ueüanft bui4) ben ja-ap c General Sjonjo lei der p» >ei General-, nicht aber k nntfl. Letztere habe »u W geäußert.

Wetterlage.

Nus der Provmzialtzauptstadl.

Gießen, den 13. Oktober 1931.

Oie Gießener Winternothilfe.

I Anschließend an diese Versammlung trat der Jerbe. und Sammelausschuß noch zu ehe r besonderen Arbeitssitzung zusammen, in der juocfjft mitgeteilt wurde, daß aus den Kreisen der ijis-bedürftigen zur Versorgung mit Ob st

JV der achrordenü *»SUSffl ^Mude batte sich J Sünden, die ober n Mtö erhalten konnte, "e der Dorschende, e Verhandlung als r, jagtet wurde Oberem, «o t vernommen. Mal Ugemeinen Ucbetblid Le ® und kam schließlich d » übet das Dersahm, « dabet. dah seinerzeit a tcta)SgeIundhcitsamteS tii ue^chuh gebildet M -."^rver'uche rornahw. h Völkerbundes sei im Ich 's gekommen, dah da- U 'chädlich ist. Auch k ws. Lchlottmann hch ihr bei der Anwendung te bestehe De Altstaedi bich ?en Loucheurs vom en in Frankreich zur Te it emchsiehlt, das ßalmette izuvenden.

wurde sodann abgebrchi )ienitag vertagt.

Auf Einladung des Werbe- und Sammelaus- chusses der Gießener Winternothilfe 931/32 fand gestern nachmittag im Sitzungs­aale des Städtischen Wohlfahrtsamtes eine Be» atung des Werbe - und Sammelausschus- c 5 mit den Vorständen der GießenerFrauen- isreine über die Durchführung des Winterhilfs- verkes statt. In Vertretung des erkrankten Dezer- ttnte» des Wohlfahrtsamtes, Bürgermeister Dr. öeib, wies Verwaltungsamtmann Keitzer ein» eilenb auf die Dringlichkeit des Hilfswerks und iu.f den Arbeitsplan des Werbe- und Sammel- msschusses hin. Er betonte dabei, daß für die be° >agehenden Wintermonate alle wirt chaftlich noch 'stungsfahigen Kreise der Bürgerscha t sich auf ge» sse Opfer zum Besten der von der Not der Zeit

'«izs.huß der Winternothilfe (Städtisches Wohlfahrts­amt,. Zimmer 9) anmelben, Es empfiehlt sich Ärntgenb, bie Melbefrist unter allen Umständen ein- , gibaiiten, ba alsbalb nach Feststellung des Bebarfs

Jeschaffung ber Vorräte in bie Wege geleitet i »tten soll.

Gängeriagung in Gießen.

An Sonntagnachmittag hielt der Gau Gie - lk« -Stadt u n d Land im Hessischen tkrngerbund im Restaurant Kobel seinen ufängertag ab. Die Tagung, unter der ivit.mg des Gauvorsihenden Koch-Gießen, war IJit besucht.

Mch einem schönen Chorgesang des ©efang- lvreonsConcordia"-Gießen unter der Leitung ilM Dirigenten Gros- Wieseck begrüßte der >-Limoorsihende Koch die Versammlung. Er sor- >D«t'! u. a., daß in dieser Notzeit die Pflege des i Nattchen Männergesangs von keinem Verein lznbmgestellt werde, sondern in alter Treue den i ikai.en Zielen der deutschen Sängerbewegung j^Mreben sei. Sodann ermattete der Redner öött Jahresbericht 1 930/31 , aus dem eiiue wirksamere Tätigkeit des im Dezember 1929 iiüBO iganifierten Gaues als in seiner früheren 9im festzustellen war. 3m Oktober 1930 gehbr- tii.ti dem Gau 32 Vereine mit 1391 Sängern an, 5 tat Bestandserhebung 1931 sind jetzt im Gau c EH Vereine mit 1392 Sängern zusammengeschlos- Mti. Innerhalb der Gauzugehörigkeit der Ver- 6e hat es einige Verschiebungen gegeben, aus B©exe~n die heutige Mitgliederzahl trotz der Zu- niNlhoe des Gaues um zwei Vereine zu erklären ö'.st Dit Befriedigung wird in dem Jahresbericht otuf Sen erfolgreichen Verlauf des Gauliedertages

21. Mai d. 3. hingewiesen, ferner enthält der .Dn-Ht verschiedene Anregungen an die Chor- imstrr der Vereine. Dem auf tragische Weise

Leben gekommenen Gauchormeister Otto

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IIN schwersten betroffenen Mitmenschen einstellen nübten und daß bei dem Hilsswerk besonders den jrauen ein bedeutsamer Anteil an der Hilfeleistung u^alle. In eingehender Aussprache wurde sodann iie Frage der Beschaffung von Geld mit» ein erörtert. Dabei wurde mit herzlichem Dank ksigestellt, daß die Gießener Frauenvereine sich für neies Hilfswerk zu einer 'F r a u e n h i l f e zusam- ncigeschlossen haben, bei der die einzelnen Frauen» Eine im Rahmen ihrer Mitgliederkreise allmonat» ich ©elbbeträge sammeln unb bem Winterhilfswerk tuen monatlichen festen Betrag zur Verfügung leien wollen. Auf biesem Wege sind bereits für len laufenben Monat 400 Mark allein io n ber Frauenhilse zum Besten bes Hilfs- verks zusammengebracht worben. Diese vorbilbliche Mitarbeit ber Frauenvereine würbe allgemein mit Anerkennung begrüßt, herüber hinaus soll aber, auf änJtimmigen Beschluß ber Versammlung unb mit Zustimmung ber Frauenvereine, allmonatlich -c»ch eine Haussammlung burchgeführt oerden, burch bie man auch biejenigen Haushal- ringen für bas Winterhilfswerk erfassen will, beren harisfrauen in keinem Frauenverein bie Mitglied- |ijaft besitzen. Die erste Haussammlung dieser Art eirb schon in ben nächsten tagen vorgenommen verben, unb sie sei bereits heute allen Hausfrauen ?ir Unterstützung warm empfohlen. Im Verlaufe le; Winters soll auch noch burch Straßen- mmlungen bei passenden Gelegenheiten eine Secftärtung Der Gelbmittel für bas Winterhilfswerk nftrebt werben. Weiter würbe mitgeteilt, baß bei dn« Sammlung im Kreise ber Damen bes 8s hrkörpers unserer Universität be- tuts ein Betrag von runb 150 Mark aufgebracht DUibe. Don einem Vertreter der Gießener Sdnttnoereinigung (Commerz- und Privat­en.!, Deutsche und Diskonto-Bank, Darmstädter und f.ationalbant) wurde erklärt, daß die Bankenver- migung dem Winterhilfswerk für die Zeit von Ok» :taer bis März allmonatlich 150 Mark zur 5Ber» rljung stelle. Verwaltungsamtmann Keitzer gab hbann ein Schreiben des Verlegers des G i e ß e n e r In jeigers bekannt, in dem mitgeteilt wird, daß itr Verleger des Gießener Anzeigers und seine lei» imben Angestellten in Schriftleitung und Verlag die :imme von 4500 Mark zur Verfügung stellen, die itju dienen soll, den Hilfsbedürftigen die 23er- br$ung mit Kleidern, Wollwaren, Wäsche und Lchihen durch Einkauf in den Gießener Geschäften li ermöglichen. Für diese Beihilfe, die mit der Strforgung ber Hilfsbebürftigen zugleich ber Gieße- nr Geschäftswelt eine neue Einnahmequelle er« Dietzen will, mürbe von Verwaltungsamtmann k itzer mit herzlichen Worten ber Dank ber Lnlernothilfe ausgesprochen. Weiter würben noch ar Vorschlag ber Frauenvereine Pfarrer Becker, Ilan Dr. K o e p p e unb Frau Kreuber in den 3ecbe= und Sammelausschuß der Winternothilfe ... p ählt.

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ügiefamt eine Bedarfsmenge von 327 Zentner an- im eldet worden ist. Mit der Heranschaffung dieser t|t mengen wird in den nächsten Tagen zu rechnen !i. Weiter wurde die Frage der Versorgung d r- H i l f s b e b ü r f t i g e n mit Kartoffeln 1 un ® ü l, e n f r ü d) t e n eingehenb besprochen, ba kfe Versorgung aus bem Kreise ber Hilfsbebürf- tiem vielfach gewünscht wurde. Der Ausschuß be- |tlo,z grundsätzlich, für die Heranschaffuna von Kar- WseÄn und Hülsenfrüchten für Erwerbslose und son­ore Hilfsbedürftige die geeigneten Schritte zu unter, r^nen, jedoch ist es notwendig, daß man sich zu- Wjsjl einen Ueberdlick über das Ausmaß des Bebarfs iveschafft. Wer von den Erwerbslosen und innigen Hilfsbedürftigen, insbesondere oid) aus dem Kreise der verschämten Armen, iSirtloffeln und Hülsenfrüchte auf diesem Wege be- ^hsa will, muß seinen Bedarf bis nächsten ifiraitag 12 Uhr bei bem Werbe- unb Sammel»

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450 Lahre Grünberger Gattusrnarki.

+ Grünberg, 12. Oft. Grünberg hat sein Festkleid angezogen. 3m Wimpelschmuck pran­gen die Straßen und der altehrwüroige Markt­platz, vom Rathaus wehen die Fahnen. 3n der Mittagsstunde des gestrigen Sonntags war wie in unserer gestrigen Ausgabe schon kurz berich­tet. D. Red. Platzkonzert des Musikver­eins auf dem Marktplatz, am Rachmittag waren Eröffnungsvorstellungen und allerlei Belustigun­gen auf der Käswiese. Das alles bildete den Auf­takt zum Markt, dessen 3ubelfeier am Abend in der geschmückten Turnhalle, welche die Besucher kaum zu fassen vermochte, durch einen

offiziellen Festakt

würdig begangen wurde. Begrühungsworte des Bürgermeisters Dr. M i l d n e r leiteten die Feier ein. Der Redner betonte, daß in dieser schweren Zeit kein rauschendes Fest gefeiert werden solle, sondern eine Feierstunde des Bürger- finnes und der Heimatli-ebe, die ein Gedenken des Werdens und der geschichtlichen Bedeutung unserer Stadt und ihres Marktes sein solle.

Die Festrede hielt Archivrat Dr. C l e m m vom Staatsarchiv in Darmstadt. Seine Ausführungen behandelten das Marktwesen im Mittelalter, die wirtschaftliche Bedeutung der Märkte als Puls­schlag des damaligen gewerblichen Lebens, aber auch als Stätten der Volksbelustigung durch aller­lei fahrendes Volk. Besonders behandelte er noch die Entstehung des Gallusmarktes als einen durch kaiserliches Privileg besonders geschützten Markt, vor dessen Stiftung jedenfalls schon 3ahrmärkte hier gehalten wurden, und erklärte die Ramen- gebung, die statt Calixtenmarkt in Gallusmarkt überging aus Anlaß des Grünberger Freiheits­briefes vom Landgrafen Heinrich I. am 16. Ok­tober (St. Gallus) 1272. Mit der Marktschilde­rung, wie sie Glaubrecht in seinemKalendermann vom Veitsberg" im 18.3ahrhundext gibt, schloß er seine interessanten Ausführungen. Es folgte dann das

FestspielGallusmarkt", verfaßt von Oberveterinärrat Dr. K. Stein in Friedberg, einem geborenen Grünberger. Der erste Teil des Festspiels versetzt den Besucher in das 3ahr 1481. Die Handlung spielt auf dem alter­tümlichen Marktplatz mit seinen Fachwerkbauten

und dem mit dem Löwen gezierten Marktbrunnen. Bürgermeister, Ratsherren, der Franziskanerabt, Bürger, Mönche, Handwerker u. a. treten auf und geben ein Bild vom Leben und Treiben der damaligen Zeit. Der geheime Rat des Landgra­fen Ludwig 111., Wilhelm von Bibra, der vom kaiserlichen Hofe aus Wien kommt, wird feier­lich empfangen, ein Willekummtrunk ihm gereicht und zu seinen Ehren von der Schusterzunft ein munterer Gesellentanz begangen. Als Gönner der Stadt überbringt er ein kaiserliches Privilegium, enthaltend die Stiftungsurkunde des Gallusmark­tes. Eine zarte Liebesgeschichte, die zwischen dem lieblichen Bürgermeisterstöchterlein und dem Knappen des edlen Bibra spielt, belebt die Hand­lung. Ein überleitender Text, gesprochen vom Grünberger Wappenreiter, führt zum zweiten Teil des Festspiels über, der ums 3ahr 1900 spielt. Man sieht auf der Käswiese, dem heutigen Platz des Marktes, ein Wirtszelt, umrahmt von Bu­den und Marktständen. Grünberger Bürger und Geschäftsleute, einige alte Originale, Marktbe­sucher, der wahre 3akob, Harfenmädchen u. a. führen das Leben und Treiben, wie es sich auf dem Gallusmarkt abspielt, in bunt bewegten Bil­dern vor. Mit Schlußworten des Wappenreiters klingt das Festfpiel aus.

Der Verfasser des Stückes hat mit diesem Fest­spiel ein Werk geschaffen, das durch die wohlge­lungene Ausführung, die Ausstattung mit histori­schen Kostümen im ersten Teil und nicht zuletzt durch die geschickte Leitung des Spielleiters, Llhr- macher Richard 3 ö ck e l, einen vollen Erfolg hatte und mit großem Beifall ausgenommen wurde. Beifall begleiteten daher auch die Dan- kesworte, die Bürgermeister Dr. M i l d n e r dem anwesenden Verfasser zollte. Einen wirkungs­vollen Rohmen für das Stück schufen auch die stimmungsvollen Bühnenbilder, die Weihbinder­und Malermeister Schmaus aus Wetterfeld ge­malt hatte.

Als Vertreter des Kreisamtes Gießen sprach Regierungsrat Dr. Braun: er gab dabei dem Wunsche Ausdruck, dah der altberühmte Gallus­markt auch in der Zukunft weiter blühen möge.

Die Feier nahm unter Mitwirkung des Musik­vereins, der mit seinen Weisen den Abend ver­schonte, einen guten Verlauf und bildete so einen würdigen Auftakt zum diesjährigen 3ubiläums- markt.

G ö r l a ch - Giehen wird in dem Bericht ein ehrender Rachruf gewidmet. Weiter werden u. a. die Ramen der mit Sängerehrenzeichen bedachten Sängerjubilare registriert, die wir gelegentlich der Ehrungen schon in unseren Spalten bekannt­gaben. Zum Schlüsse wird an die Sänger appel­liert, trotz aller Rot der Zeit eifrig an den Auf­gaben der Männergesangvereine mitzuarbeiten.

Der Kassenbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr weist eine Einnahme von 2263,54 Mark, eine Ausgabe von 1969,71 Mk., mithin einen Lleberschuh von 293,83 Mk. aus. Die Rech­nung wurde genehmigt und die Entlastung ausge­sprochen.

Ein Antrag des Bauerschen Gesangvereins in Giehen, den Gauliedertag 19 3 2 mit Rück­sicht auf das Deutsche Sängerbundesfest in Frank­furt a. M. ausfallen zu lassen, fand keine Mehr­heit. Die Versammlung beschloß nach längerer Aussprache, den Gauliedertag für 1932 vorzu­sehen und ihn nur bann abzusagen, wenn den Sängern der Gauvereine der Besuch des Sänger­bundesfestes in Frankfurt zu annehmbaren Preisen möglich sein wird.

Ein weiterer Antrag des Bauerschen Gesang­vereins, den Gauvereinen auf je a n ge­fangene 25 Mitglieder eine Stimme für die Tagungen des Gaues einzuräumen, damit ein gerechterer Ausgleich zwischen den großen und den kleinen Vereinen erzielt werde, und dementsprechend die Richtlinien abzuändern, wurde nach gründlicher Erörterung mit 16 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Cs soll der Grundsatz bei­behalten werden, dah jeder Verein ohne Rück­sicht auf seine Mitgliederzahl eine Stimme hat.

Bei der Vorstandswahl wurden unter dankbarer Würdigung ihrer Verdienste einstim­mig auf vier 3ahre als Gauvorstand wieder- gewählt: Koch, Giehen, als 1 Vorsitzender: Eberle, Lollar, als 2. Vorsitzender: Schnei­der Giehen, als 1. Schriftführer: Reurath, Giehen, als 2. Schriftführer: neugewählt wurde als Rechner Latsch, Saubringen; als Beisitzer wiedergewählt der Vorsitzende und der Schrift­führer des SängerbundesHüttenberg-Schiffen- berg Müller, Lang-Göns, bzw. 3 u n g. Leih­gestern, sowie der Vorsitzende und der Schrift­führer des53umdatal-Sänaerbundes" Eberle, Lollar, und Latsch, Saubringen. Sie Kassen­prüfer stellt der GesangvereinConcordia Gie­hen. Sie Wahl eines neuen Gauchormei­sters als Rachfolger des verftorvenen Herrn Görlach wurde auf Wunsch von Sirigentenseite zurückgestellt.

Weiter beschäftigte man sich mit dem bevor­stehenden Bundessängertag in Aschaffen­burg. Ser Vorsitzende brachte hierzu die bereits bekannten oberhessischen Anträge den Vereins- Vertretern noch einmal zur Kenntnis.

Am Schluß der Tagung wurde noch bestimmt, daß der Gauliedertag 1 9 3 2 in Gießen stattfinden soll. Er soll in der gleichen Weise wie der diesjährige durchgeführt werden.

Pornotizcn.

Tageskalenber für Dienstag. Stabt» theater Gießen:Elisabeth von Englanb", Anfang 19.30 Uhr, Enbe gegen 22.30 Uhr. Technischer Verein: Monatsversammlung,Augustiner". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der wahre Jakob".

Aus bem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: Morgen, Mittwoch, erste Wieberholung des erfolgreichen ZeitstückesVor­untersuchung" von Alsberg und Hesse unter ber Spielleitung von Karl H e y s e r. Beginn 19.30 älhr, Enbe gegen 22 älhr. (Siehe heutige Anzeige.)

*

Der Goethe-Bund eröffnet wie man uns schreibt am Sonntag sein Vortrags- Programm 1931/32. Für ben Eröffnungsabenb ist eine interessante Sarbietung vorgesehen: eine Erstaufführung der musikalisch-dramatischen Er­zählungSixt und Bettina", ein Musikerschicksal aus der Goethezeit. Ser Verfasser ist Sr. Erich Fischer, der auch in unserer Stadt bekannte Schöpfer ber Fischerschen Hauskomöbien unb ber deutschen Volksliederspende. Ser Abend soll ein Bekenntnis zur deutschen Kultur unb ein froh- ftimmenber Kunstgenuß in dieser schweren Rot- zeit werden. Um daher allen Kreisen unserer

Bevölkerung, insbesondere denjenigen, die außer­halb des Arbeitskreises des Goethe-Bundes ste­hen, die Möglichkeit zu geben, an dieser kultu­rellen Kundgebung teilnehmen zu können und sich eine genuhreiche Stunde zu verschaffen, ist der Eintrittspreis auf 30 Pfennig angeseht worden. Sr. Erich Fischer berichtet einleitend über die historische Persönlichkeit Sixts und die von ihm entdeckten Lieder. Cs wird-sicherlich von jedem Kunstfreund unserer Stadt begrüßt werden, bah ber Goethe-Bunb biesen Abenb breiten Schichten vermitteln will. Näheres in der heutigen An­zeige.

" Militär-Konzert in der Volks­halle. Sas große Militär-Konzert in der Volkshalle, bas am Sonntagabenb stattfand, war außerordentlich gut besucht. Etwa 1800 Zuhörer hatten sich eingefunden. Ser gute Besuch dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dah man dem ersten Auftreten des neuen Obermusik­meisters Ernst Krauße in weiten Kreisen un­serer Bevölkerung mit großem 3nteresse ent­gegensah. Sie Zuhörer wurden nicht enttäuscht. Ein reichhaltiges Programm klassischer Musik, leichter Ünterhaltungs- und schneidiger Marsch­musik füllte ben Abend aus. Besonders betont zu werden verdient, daß die Sarbietungen sorg­fältig ben Erfordernissen eines Blasorchesters wie auch ben Voraussetzungen bes Raumes an­gepaßt waren. So hörte man bieAkabemische Festouvertüre von Brahms und die 2. Ungarische Rhapsodie von Liszt in geschliffener Wiedergabe. Richt weniger eindrucksvoll interpretierte bas Orchester unter ber nachschasfenben Hand bes neuen Obermusikmeisters Szenen aus ber Oper Ser fliegenbe Hollänber" von Wagner; in ber Ouvertüre zuRienzi" offenbarte bas Orchester nicht nur ein feines Einfühlungsvermögen in bas Wesen Wagnerscher Musik, fonbern erwies sich auch von großer technischer Fertigkeit, bie biefe Ouvertüre in ihren Werten voll auszu­schöpfen ermöglichte. Zwei Stücke ausSigurb 3orfalfar (Stieg), zwei Stücke beschwingterer Walzermusik bewiesen in ber Gegenüberstellung von ernster zu heiterer Musik die Anpassungs­fähigkeit bes Sirigcnten unb ber Musiker. Stür­mischen Beifall fanben wie immer bie histori­schen Märsche für Fanfarentrompeten. Sen Höhe­punkt bes Abenbs stellte eine Folge historischer Märsche bar, bie in ihrer Zusammenstellung von Militärmusik bes frühen Mittelalters bis auf unsere Zeit einen klaren ileberblid vermittelte. Sen Abschluß bilbeten bie schneibig toieber- gegebenen Parabemärsche ber Bataillone bes 15. 3nf.-Rgts. Ser Kapelle unb ihrem Sirigcnten wurde lebhafter Beifall zuteil. Verschiedentlich mußten sich die Musiker zu Beigaben verstehen.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

* Klein-Linden, 12. Oft. Set Turn­verein Klein-Linden hi?lt am Samstag­abend seine diesjährige Generalversamm­lung ab. Aus dem 3ahresbericht des ersten Vorsitzenden, Sattlermeisters Karl Weiß, war zu erschen, dah drei verdienten Mitgliedern, ben beiben Ehrenvorsihenben Branbenburger unb Ufer, sowie bem langjährigen Turnwart 3akob Frey, ber Gauehrenbrief überreicht tourb: Zwölf Austritten aus bem Verein stehen fünfuu jtoanjig Reuanmelbungen gegenüber. Sic Dereinbrechnung, von Eisenbahnsekretär Karl Klein geführt, zeigte in Einnahme 3071,97 Mark, in Ausgabe 3064,32 Mark, so baß ein klei­ner Ueberschuß von 7,65 Mark verbleibt. Sie Rechnung würbe genehmigt. Ser Gesamtvorstanb, mit Ausnahme ber beim Amtsgericht eingetra­genen brei Vvrstanbsmitglieber, würbe neu ge­wählt unb setzt sich jetzt aus folgenben Personen zusammen: Vorsitzender Karl Weih, Rechner Karl Klein, erster Schriftführer Karl K l i n - k e l, zweiter Schriftführer August Müller, erster Turnwart Ehrenmitglied Ernst Pfaff, zweiter Turnwart Wilhelm Germer, Frauen- turnwart Karl K l i n k e l, Schülerturnwart Wil­helm W eher mit ben beiben Vorturnern Albert Weigel und Otto Hahn, Schülcrinncnturn- wart Ella 3 u n g , Spiclwart Albert Weigel, Zeugwart Friedrich Kraft, Beisitzer 3akob

Frey, Heinrich Lang und Heini 3ung. Zu Rechnungsprüfern wurden Wilhelm Fey, Ludw. Volk und Karl Otto durch Wiederwahl be­stimmt.

0 ©rüningen 12. Oft. Der Landwirt Ehr. H u b e I c r konnte in diesen Tagen auf eine 2 5jährige Tätigkeit als Kirchen­diener zurückblicken. 3m Anschluß an den gestrigen Gottesdienst fand aus diesem Anlaß in ber Kirche eine schlichte Feier statt. Pfarrer Staubach betonte in seiner Ansprache, bah ber 3ubilar fein Amt mit großer Gewissenhaftig­keit geführt habe. Als Zeichen ber Anerkennung für seine treuen Sicnste würbe ihm ein von der Kirchengemeinde gestifteter Sessel überreicht.

Atreie Friedberg.

WSN. Bad-Nauhcim, 12.Oft. Der neue Ku rbirektor Bab-Nauhcims, F. G. Meier, wirb am 21. Oktober feinen Dienst antreten.

Rheinhessen.

Alzey, 12. Oft. (WSN.) Der gegen ben Ver­waltungsinspektor Vogel vom Kreisamt Alzey ver­hängte Haftbefehl ist auf Antrag seines Ver­teidigers a u f g e h ob e n und Vogel aus ber Unter­suchungshaft entlassen worden.

Tagung her Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge

Anläßlich ber Einweihung der Orthopädischen älniversitätsklinik in Gießen, über bie wir gestern bereits berichteten, hielt bie Deutsche Ver­einigung f ü r Krüppelfürsorge am Sonntagvormittag im Gießener Stubentenhaus chre orbentliche Mitgliebcrverfammlung ab. Auf ber Tagesorbnung stauben zwei öffentliche Dor­träge.

Zunächst sprach Geheimrat älniversitätsproses- for Dr. Lange- München über bas Thema Aus ber ersten Zeit der ärztlichen Krüppelfürsorge. Der Vortragenbe gab an Hand seiner persönlichen Erlebnisse auf dem Gebiete ber Krüppelfürsorge ein anschauliches unb fesselnbes Bilb von ben großen Schwierig­keiten, mit benen bie orthopäbische Behanblung, Wissenschaft unb Forschung zu kämpfen hatte, bis sie sich durchsetzen unb ihren heutigen hohen Stand in der Lehre, Forschung und praktischen Anwendung erreichen konnte. Er bot dabei einen interessanten Einblick in bie Entwicklungsgeschichte ber von ihm in staatlichem Auftrage im 3ahre 1913 begrünbeten unb heute noch geleiteten staat­lichen orthopäbifchen Klinik in München, unb be­tonte in biesem Zusammenhänge bie Verpflichtung bes Staates zur Fürsorge für bie Krüppel und zur Ausbilbung ber orthopäbifchen Aerzte. Trotz ber schweren Zeiten bürse es nicht zum Zusam­menbruch ber Krüppclfürforge kommen.

Den zweiten Vortrag hielt ber Geschäftsführer des Hessischen Fürsorgevereins für Krüppel, Stadtobcrinspektor Lang, Darmstadt, über die EntwicklungderHessischenKrüppel- fürforge, Be r u f s e i n s ch u lu n g Ver­krüppelter im Spiegel der Ar beits- lofigfei t. Der Redner wies einleitend dar­auf hin, daß die organisierte Fürsorge für Kör­perbehinderte in Hessen in der Stadt Mainz im 3ahre 1903 ihren Ausgangspunkt hat. 3m 3ahre 1909 forderte der Gießener Arzt, Sanitätsrat Sr. Zinß er, in einer Broschüre energisch zur Grün­dung eines Heims für Körperbehinderte auf; er setzte sich dabei für die Gründung des Heims am Orte der Landesuniversität ein. Der Hessische Landcsvcrcin für 3nnere Mission eröffnete am 20. Februar 1910 in Verbindung mit der Epilep­tiker-Anstalt in Rieder-Ramstadt ein Heim für körperlich behinderte Kinder in schulpflichtigem und vorschulpflichtigem Alter. Sie von dem Vor­tragenden mitgeteilten Ziffern bewiesen, daß die­ses Heim in sehr segensreicher Weise gewirkt hat. Sie Gründung des Hcssifchen Fürsorgevereins für Krüppel erfolgte im Rovcmber 1910. Seine Ziele waren:1. Feststellung und Erfassung des Krüp- pelclends in unserem Lande mit Hilfe der staat­lichen Stellen unb durch Schaffung eines Rehes von Beratungsstellen: 2. Anmittelbares Arbeiten in ber Heilfürforge burch Zurverfügungstellung ber Mittel im Einzelfall; Errichtung einer Orthv- päbischen Klinik am Sitze ber Lanbesuniversität und Schaffung eines Lehrstuhls für Orthopädie an dieser: 4. Berufseinschulung Verkrüppelter und systematische Beschaffung von Arbeit für sie." Ser Redner legte anschließend im einzelnen bar, in welcher Weise bie gestellten Aufgaben gelöst wor­ben sind bzw. bie Lösung versucht würbe, und er kam dabei zu dem Ergebnis, baß bis auf ben vierten Punkt bie Ausgaben bes Vereins zur Tat geworben sind. Von ber ©rünbung bis einschließ­lich 1930, also in 20 3ahren, finb 3516 Heilfälle mit einem Auswanb von 225 000 Mk. (bie 3n- flationszcit ausgenommen) registriert. Sas Geld ist ausschließlich aus' freiwilligen Spenden in Form von Mitgliederbeiträgen zusammengekom­men. Ser Vortragende schilderte dann u. a. die Tätigkeit der Beratungsstellen für Körperbehin­derte und begrüßte ferner die Errichtung des Lehr­stuhls für Orthopädie an unserer Lanbesuniversi­tät, sowie bie Schaffung ber Orthopäbifchen Uni- versitätsklinik. Anschließend) beschäftigte er sich mit ber Frage ber Berufseinschulung ber Körperbe- hinberten, wobei er eine Reihe von schätzenswer­ten Vorschlägen machte. Er empfahl u. o. eine sorgfältige Berussvorbcrcitung ber Körperbehin­derten zum Zwecke ihrer späteren Einschaltung in ben Probuktionsprozeß unb zeigte Möglich­keiten auf, bie eine Beschäftigung von Körper- behinberten gestatten. Am Schluffe feiner auf­schlußreichen Sarlegungen sprach sich ber Vor­tragenbe noch für ein gebeihliches Zusammenarbei­ten zwischen ber 3nncrcn Mission und dem Krüp- pelfürsorgeverein aus.

Beide Vorträge wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Ser Vorsitzende des Hessischen Fürsorgevereins für Krüppel, Oberbürgermeister Mueller, Sarmstadt, sprach den Vortragenden mit herzlichen Worten den Sank der Versamm­lung aus.

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