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MAGGIs Rheinische Suppe (mit Karotten) MAGGIs Legierte Suppe m.Gemüse
________ die auch Jhnen gut schmecken werden
Oberheffen.
Schottener Sommermarkt 4931.
§ Schotten, 12. Slug. Der diesjährige Schotte- ner Sommermarkt hatte unter der schweren, wirt- schaftlichen Not und außerdem unter der ungünstigen Witterung zu leiden. Am Montag waren etwa 120 Pferde und 80 Fohlen aufgetrieben. Der Verkauf der Pferde ging etwas schleppend, der Verkauf der Fohlen war flotter. An Rindvieh waren etwa 180 Stück Großvieh und 80 Stück Kleinvieh aufgetrieben worden, darunter auch mehrere schöne Vogelsberger Bullen. Der Verkauf des Rindviehes vollzog^ sich flott. Gegenüber den früheren Auftrieben zum Sommermarkt in den Vorkriegsjahren (der oft mehrere tausend Stück betrug) ist der Viehauftrieb sehr zurückgegangen. An Ständen, Verkaufsbuden, Schaubuden usw. war dagegen eine große Zahl aufgestellt; mehr als jemals in früheren Jahren. Die Schloß- und die Marktstraße hat nicht ausgereicht, es muhten auch die Seitenstraßen noch hinzugenommen werden. Karussell, Affentheater, Kasperletheater, Schießbuden und dql. sorgten für Unterhaltung. Eine große Zahl Marktbesucher war anwesend^ Am Dienstag fand in der Turnhalle das übliche Sommermarktskasino statt, das zugleich mit einer Verfassungsfeier verbunden war. Das Philharmonische Orchester unter Leitung von Dr. Se u- l i n g gab gute Musik zum Besten. Fräulein Hedwig Ulrich- Schotten sang einige schöne Lieder. Rektor Reiber, M.d. L., hielt die Festrede. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf. Am heutigen Mitt- woch fand der S ch w e i n e m a r k t statt. Aufgetrie- den waren etwa 550 Ferkel, 50 Läufer und 50 Einleger. Die Preise bewegten sich für Ferkel bis 6 Wochen zwischen 12 bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen 15 bis 22 Mark, 8 bis 13 Wochen 23 bis 36 Mark. Läufer und Einleger kosteten 35 bis 48 Mark. Der Geschäftsgang war anfangs etwas schleppend. In den verschiedenen Lokalen der Stadt herrschte heute großer Betrieb.
Hessische Bauvereine tagen in Friedberg
WEN. Friedberg, 12. Aug. Der Verband der Dauvereine in Hessen hielt am Sonntagvormittag eine gutbesuchte Tagung ab. Nach De- grußungsworten des Derbandsvorsitzenden Ministerialrat Klump (Darmstadt) hielt Oberregierungsrat Kadel (Landesfinan^amt Darmstadt) einen Vortrag über „Die neue Einheitsbewertung sür den bebauten Grundbesitz", in der er die Grundsätze der neuen Einheitsbe- wertung in Hessen darlegte und u. a. zeigte, wie die neuen Einheitssätze aus der Rohmiete mit Hilfe sogenannter Rormalsätze festgestellt werden. Aus dem Geschäftsbericht, den hierauf der Vorsitzende erstattete, ging hervor, daß sich die gemeinnützige Bautätigkeit infolge der starken Kürzung der verbilligten Vaudarlehen in bescheidenen Grenzen gehalten habe. Don den 1930 in Hessen erbauten 5400 Wohnungen seien 1140 auf gemeinnütziger Grundlage erstellt worden. Der Verband umfaßte am 1. Januar 1931 rund 50 Verbandsmitglieder mit 7400 Einzelmitgliedern. Der- bandsrevisor £ e r gen (Darmstadt) erstattete den Revisionsbericht. 3m abgelaufenen Jahre wurden 26 ordentliche und vier außerordentliche Revisionen durchgesührt. An Stelle von Ministerialrat Klump, der sein Amt als Vorsitzender nirder- legte, wurde Rechtsanwalt Dr. R e u s ch ä f f e r (Darmstadt) zum ersten Vorsitzenden gewählt.
Landkreis Gießen.
g. Klein-Linden, 12. Aug. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung machte der Bürgermeister zunächst davon Mitteilung, daß die -Beigeordneten-Stichwahl auf Sonntag, 16. August, festgesetzt ist. Der Gemeinderat l stimmte den durch ministerielle Verordnung fest- . gesetzten Erleichterungen auf dem Gebiete der Sondergebäude ft euer zu, wenn die Einspruchsfrist eingehalten wird. Die Brücke am Lahnweg, die seither mit Holzbelag versehen war, soll aus Beton neu hergerichtet werden. Die Ausführung wurde Maurermeister Karl Jung 11. dahier zum Voranschlagspreis von 287 Mk. übertragen. Don dem Abschluß einer Schülerversicherung soll Abstand genommen werden. Hinsichtlich der Freistellung der vor dem 1. April 1931 bezugsfertig gewordenen Wohngebäude von der Gemeindegrundsteuer schloß sich der Gemeinderat dem Dorgehen des Hessischen Finanzministers an. Für diese Gebäude ist also die Steuer für die nächsten 5 Jahre erlassen. Bezüglich der Installationsarbeiten in den Gemeindegebäuden wurde eine nachträgliche Mehrforderung in Höhe von etwa 700 Mk. für die Durchführung von Arbeiten, die im Doranschlag nicht vorgesehen waren, genehmigt.
V Watzenborn - Steinberg, 12. August. Am vergangenen Sonntag fand im Gottesdienst die We i he des Wimpels für unsere Mädchenvereinigung statt. Auf dem von Linden beschatteten Kirchrnplah versammelte sich eine zahlreiche Gemeinde. Rach gemeinsamem Gesang, nach der Weiherede und dem Weihespruch des Pfarrers schloß die junge Schar sich um ihr Der- einszeichen im Kreise zusammen mit dem Dundes- liede „Kein schöner Land". Mit dem „Vater unser" und dem Segen schloß die Feierstunde.
s. Beuern, 12. Aug. Tie hiesige Zweigzigarrenfabrik der Firma Roll, die seither ihre gesamte Belegschaft voll beschäftigen konnte, sieht sich genötigt, von dieser Woche ab Kurzarbeit einzuführen. Montag und Samstag wird nicht gearbeitet, an den übrigen vier Wochentagen je neun Stunden. Auf diese Weise werden Entlassungen vermieden.
+ (8rünberg,12.Aug. Für die Wabl eines Beigeordneten, die auf den 30. August an- beraumt Ht, sind drei Bewerber vorhanden, die sämtlich dem Gemeinderat angehören. Es sind dies Metz- aermeister Karl B ö ß, der gemeinsame Kandidat des Landbundes und der Mittelstandsoereinigung, ferner Fabrikant Karl Repp und Bahnassistent Ernst S ch e l l h a a s.
= Aus der Wetterau, 12. Aug. Der Sch nitt des Getreides ist beendet. Die Winterfrucht ist bereits eingefahren oder wird ge
genwärtig auf dem Felde gedroschen. Trotzdem die Witterung des Iahres als günstig zu bezeichnen ist, ist der Körnerertrag nur gut mittet. Das regnerische Wetter fördert den Wuchs der Hackfrüchte ungemein. Die Kartoffeln lassen eine Rekordernte erwarten, auch Dickwurz stehen prächtig. Der Futtermittelüberfluß macht sich durch starke Milchanlieferung zu den Molkereien bemerkbar. Infolgedessen wurde der M i l ch p r e i s neuerdings von 13 auf 12 Pf. je Liter ermäßigt.
Kreis Büdingen.
ow. Unter - Widdersheim, 12. August. Ein tragisches Ende fand am Sonntag der 78iäh- rige frühere Weißbindermeister Philipp Karl Schäfer von hier. Er wurde nach 18 Uhr t o t im Dvrfbach gefunden. Anscheinend hat sich der alte Mann an abschüssiger Uferstelle zum Ausruhen niedergesetzt, ist in das Wasser gefallen und ertrunken. _
--- Aus dem Riddatal, 12. Aug. In den hochgelegenen Teilen des Vogelsberges, in denen sich die Heuernte sehr lange hinzog, bereitet das Einbringen der Fruchternte infolge der Unbeständigkeit der Witterung groheSchwie- tigfeiten. In vielen Gemarkungen ist nur das Korn in den Scheunen. Am Rande des Gebirges sind die Fruchtfelder zum größten Teil geräumt Rur vereinzelt trifft man noch Fruchthaufen in den Gemarkungsteilen.
Kreis Schotten.
Schotten, 12. Aug. Das Kreisamt hat eine Polizeiverordnung erlassen, die der zunehmenden Verschandelung des Landschaftsbildes durch Anbringen von Reklameschildern entgegenwirken soll. Sie verbietet das Anbringen oder Aufstellen von Schildern, Aufschriften und Abbildungen für Werbezwecke außerhalb der geschlossenen Ortschaften. Vorhandene Reklametafeln müssen entfernt werden. Auch innerhalb der Ortschaften dürfen an öffentlichen Straßen, Plätzen oder Wegen keine Schilder angebracht werden, die für das landschaftliche Bild mißständig erscheinen oder die vorhandenen Verkehrszeichen verdecken.
lOber-Lais. 12. Aug. Die hiesige Feld- Bereinigung, für deren Zurückstellung zeitweise sehr lebhaft gekämpft wurde, kommt nun doch zur Durchführung. Man hofft, dabei die Wohlfahrtserwerbslosen beschäftigen zu können. Daneben müssen allerdings große Teile der nötigen Arbeiten im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes der Grundbesitzer durchgeführt werden, da andernfalls die finanzielle Belastung des einzelnen zu groß werden würde. Als erste Arbeit soll die Geradelegung des Laisbaches vorgenommen werden, die unbedingt erforderlich ist, um Ueberschwemmungen vorzubeugen.
• Hartmannshain, 11. Aug. Bei der Kleinbahn Wächtersbach — Birstein — Hartmannshain (Vogelsberger Südbahn) AG., Gelnhausen, wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt Reichsbahndirektionsvizepräsident Dr. Fr. Haas- Frankfurt a. M., Oberregierungsrat W. Vogler- Kassel und Geh. Oberbaurat I. G e i b e l - Darmstadt.
Kreis Alsfeld.
»-»Alsfeld, 12. Aug. In der Stadtvorst andssihung vom Montag befaßte man sich nochmals mit dem erst in der letzten Sitzung behandelten Gegenstand der Erbauung einer Kläranlage für die städtische Ge - samtkanalisativn. Der vor kurzem abgeschlossene Rachtragsvertrag mit der Firma Deutsche Abwässer-Reimgungsgefellschaft, Städtereinigung Wiesbaden, und dem Unternehmer Reuß (Friedberg), der die Finanzierung des Bauvorhabens sicherstellte, muhte einer Abänderung unterzogen werden, da die ausführende Firma im Hinblick auf die inzwischen erfolgte Erhöhung des Reichsbankdiskontsatzes auf 15 Prozent einer Aendernrng der Bedingungen hinsichtlich der Stundung der Dertragssumme wünschte. Die vorgeschlagene Abänderung wurde genehmigt, so daß nunmehr die begonnenen Arbeiten fortgesetzt werden können. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 48 000 Mark. Die Anlage soll noch im Laufe des Herbstes fertiggestellt werden. Die Arbeiten werden hauptsächlich unter Zuhilfenahme von Wohlfahrtserwerbslosen ausgeführt.
Rheinhessen.
TU. Mainz, 12. Aug. In den Abendstunden des Dienstags wurde das Gebäude der sozialdemokratischen „Volkszeitung" mit Hakenkreuzen bemalt. Drei aus den Fenstern hängende schwarz- rot-goldene Fahnen wurden abgerissen. Auch in der Gerichtstraße versuchten Kommunisten am Gewerkschaftshaus die Reichsflaggen herunterzuholen. wurden aber von der Polizei daran gehindert. In Gau-Odernheim kam es zwischen Reichsbannerleuten und Äationalsozialisten zu einem blutigen Zusammenstoß, bei dem auch geschossen wurde. Sieben Personen wurden schwer verletzt. Ein aus Mainz herbeigerufenes Ueber- fallkommando verhaftete fünf Personen, in deren Besitz man Schußwaffen und Munition fand. Sie wurden ins Landgerichtsgefängnis Mainz eingeliefert. Die Untersuchung über diese Vorfälle ist noch im Gange.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
WSN. Wetzlar, 12. Aug. In den Morgenstunden des Mittwoch brach im Hinterhaus einer in der Altstadt gelegenen Schneiderwerkstatt ein Feuer aus, das den Dachstuhl des Hauses in Asche legte und große Waren- und Stoffvorräte vernichtete. Da sich der Brandherd inmitten eines Komplexes uralter und äußerst feuergefährlicher Häuser befand, entstand ein außerordentliches Gefahrenmoment, das die Feuerwehr nur durch äußerste Maßnahmen beseitigen konnte. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.
WSN. Wetzlar, 12. Aug. Beim Abmarsch des Reichsbanners von der Verfassungsfeier
wurde der Reichsbannerzug durch beleidigende Zwischenrufe von politischen Gegnern provoziert. Es entwickelte sich, ehe die den Zug begleitenden Polizeibeamten eingreifen konnten, eine schwere Schlägerei. Ein einer Rechtspartei angehörender junger Mann erhielt einen tiefen Messerstich und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Der Verletzte wurde, als er zusammenbrach, von einem Polizeibeamten in einen Hausflur geschafft. Die erregte Menge drängte nach und riß von dem Treppengeländer Stangen heraus, die als Waffen benutzt wurden. Dabei gab es noch mehrere Verletzte. Das Ueber- fallkrmmando sperrte die angrenzenden Straßen- züge ab und sicherte den Weitermarsch des Zuges. Gegen 21 Uhr war die Ruhe in der Stadt wiederhergestellt.
Kreis Biedenkopf.
T Waldgirmes, 12. Aug. In der Nacht zum Montag ereignete sich auf der Straße zwischen Naunheim und Waldgirmes ein Un- gl ü ck s f a 5l. Ein Kraftwagen, der aus der Richtung von Naunheim kam und einschließlich des Kraftwagenführers von drei Personen besetzt war, kippte in einer Kurve um. Alle drei Insassen erlitten Verletzungen. Die beiden Fahrgäste Heinrich Gaus und Adolf Hoffmann aus Waldgirmes, bzw. Bieber, muhten nach der Gießener Chirurgischen Klinik gebracht werden. Heinrich Gaus erlitt einen Unterschenkelbruch, Adolf Hoffmann trug einen Oberschenkelbruch davon.
Maingau.
WSN. Frankfurt a. M., 12. Aug. Als ein Kaufmann aus der Feuerbachstraße am Dienstag von seinem Urlaub zurückkehrte, mußte er feststellen, daß Einbrecher während seiner Abwesenheit seiner Wohnung einen Besuch abgestattet hatten. Die Tür war mittels eines Nachschlüssels geöffnet worden. Die Diebe hatten eine fachmännische Auswahl unter dem Schmuck getroffen und unter Beiseitelassung aller anderen Dinge für 9000 Mark Schmucksachen mitgenommen. Unter dem gestohlenen Schniuck befindet sich auch ein Kollier im Werte von 6000 Mark.
Kombinierter
Reichsbahn-Krastpost-Betrieb.
Nach dem zwischen der Deutschen Reichsbahn- GeseUschaft und der Deutschen Reichspost am 1. Juni v. I. in Kraft getretenen Abkommen über den Gemeinschaftsbetrieb sind im Bereich des Reichsbahnbeauftragten für das Kvaftfahrwesen für die Direktionsbezirke Frankfurt a. M., Köln, Karlsruhe, Stuttgart, Trier und teilweise Wuppertal im Benehmen mit der Kraftpost- Betriebsleitung Südwest in Frankfurt a. M. eine Reihe von Vereinbarungen zustandegekommen, die eine begrüßenswerte Erleichterung des Ausflugsverkehrs bringen. Im Anschluß an bestehende Reichsbahnverbindungen wurden für die hauptsächlichsten Ausflugstage der Woche, Mittwoch, Samstag und Sonntag, Postkraftverbindungen nach besonders beliebten Ausflugspunkten eingerichtet, ebenso auch für die Rückfahrt. Dke Fahrkarten für diese Kraftpoststrecken sind ermäßigt, sie werden bei den Fahrkartenausgaben der Reichsbahn ausgegeben. Eine weitere vorteilhafte Vereinbarung besteht darin, daß das Gepäck nach den Postanstalten dieser Kraftpostlinien durchgehend abgefertigt wird. Diese Postanstalten geben auch umgekehrt Fahrkarten für die Reichsbahnstrecken aus und fertigen das Gepäck ebenfalls durchgehend ab.
Reichsbahn schafft DezirkSnehkarten.
Wie WSN. erfährt, wird die Deutsche Reichsbahn in der nächsten Zeit, vielleicht schon zum 1. September, die sog. DezirkSnehkarten einführen. Man ist zur Zeit mit der Abgrenzung der dafür besonders zu schaffenden Bezirke beschäftigt. Grundsätzliche Bedenken dürften nicht mehr bestehen.
Zeitschriften.
— Wie ist eine so verbreitete Gegnerschaft gegen eine so geistvolle und viele neue Erkenntnisse vermittelnde wissenschaftliche Richtung entstanden, wie sie die Psychoanalyse darstellt? Man muh den Aufsatz von Professor Aschaffenburg, dem Kölner Psychiater, über „Psychoanalyse und Strafrecht" in dem neuen Sonderheft „Gegen Psychoanalyse" der „Süddeutschen Monatshefte" lesen, um die Verzweiflung und Fassungslosigkeit zu begreifen, mit der gerade manche heiß bemühten wisfenschastlichen Kreise bestimmten unleidlichen lleberfteigerungen der psychoanalytischen Lehre gegenüberstehen. Das Heft wendet sich nicht gegen die neuen Erkenntnisse, wie wir ihr auch nach Auffassung dieser Monatsschrift auf einem genau umgrenzten Gebiet zweifellos verdanken, aber es wendet sich da gegen sie wo sie beansprucht, über Dinge zu urteilen, die ihr nicht zugänglich sind.
— Das Augustheft der „Zeitwende" (C.H. Beck. München) bringt einen Essay über Reichsfreiherrn Karl vom Stein von Tim Klein, ein scharf herausgemeißeltes Bild des großen Staatsmannes. Um ein niedergebeugtes Volk am Bilde seiner großen Vergangenheit wieder aufzurich- ten, gibt uns Alexander Cartellieri einen knappen Ueberblick über den „Höhepunkt des alten deutschen Kaisertums", dessen das Abendland beherrschende innere und äußere Machtstellung er um das Iahr 1000 unter Heinrich III. erreicht sieht. — Neben diesen historischen Beiträgen bietet das Heft eine Einführung in eines der gewaltigsten Dichtungen der Weltliteratur: das Buch Hiob. Mit geschickter Hand führt uns Matthias Simon zum innersten Verständnis dieses Menschheitsbuches. Fritz Hauh schildert in einem fesselnden Reisebericht Bilder aus den deutschen Siedlungen in Süd-Bessarabien. Iohan Falk- bergets „Siri", Erzählung aus dem norwegischen Bergbaugebiet des 17. Jahrhunderts, wird fortgesetzt. Hingewiesen sei noch auf Karl Simons
aufschlußreichen Aussatz über die Nazarener und Oskar Langs Randbemerkung über den Maler Otto Wirsching, aus dessen Werken das Heft zwei Bilder darbietet.
— Im Augustheft des „Kunstwarts" (Verlag G. D. W. Callwey, München) ist ein breiter Raum dem Dichter Hermann Burte, dem Kleist- preisträger von 1912 und Schillerpreisträger von 1927, gewidmet; ein Aufsatz von Kurt Martin würdigt die wenig bekannte Doppelbegabung Burtes, der als Dichter und daneben auch als Maler und Zeichner gestaltet; von seinem bild- künstlerischen Schaffen geben die Reproduktionen nach Gemälden und Federzeichnungen sympathische und überzeugende Proben; hingegen scheint der Dichter des „Wiltfeber" und des kraftvollen preußischen Schauspiels „Katte" in feiner lyrischen Produktion doch wohl überschätzt zu werden. Der beigegebene Derlagsprospekt zitiert sehr rühmende Aeußerungen Rilkes über einiges aus dem Band „Ursula", doch vermögen die im vorliegenden Heft abgedruckten, z. T. sehr schwachen Gedichte dieses sicherlich gewichtige Urteil kaum zu rechtfertigen. — Aus dem übrigen Inhalt scheinen besonders lesenswert ein „Blick auf das Theater" von Franz Graeher; ferner Briefs Jacob Burck- hardts; die „Chronik des Films"; und die tultur* kritischen Miszellen aus der Tagespresse.
Aus alter Wett.
Am Skilfser-Ioch verunglückt.
Eine Gruppe deutscher Touristen, die von Prato dello Stelvio aus einen Aufstieg auf den Monte Livrio im Stilfser Ioch (3174 Meter hoch) unternommen hatte, wurde Zeuge eines ungewöhnlichen ' Unglücksfalles. Der Eisenbahninspektor Eugen A u p p e l aus Stuttgart, der zusammen mit dem Münchener Ingenieur Hermann Huber vorausgegangen war, fand während des Aufstiegs einÄrtilleriegefchoß. Er wollte es aufheben und in eine Schlucht schleudern, als das Geschoß explodierte. Ein Splitter drang Huber in die Brust. Auf die Detonation hin eilte der übrige Teil der Gesellschaft herbei und fand Huber in feinem Blut liegen, während Aup- pel die Besinnung verloren hatte. Auf einer notdürftig hergerichteten Tragbahre wurde Huber talwärts gebracht und in das Krankenhaus von Mals im oberen Dintschgau eingeliefert, wo die Aerzte feststeUten, daß Huber die Lunge durchschlagen worden war. Er schwebt in Lebensgefahr. • '
Kunst und Wissenschaft.
15 000-Mark-Novellen-Preis.
Zur Linderung der Not des deutschen Schrifb tums hat die Monatsschrift „die neue l i n i e" (Beyer-Verlag, Leipzig) einen Preis von 15 000Mk. ausgesetzt. Der Preis soll auf die Dauer von fünf Jahren jährlich in Höhe von 3000 Mark zur Verteilung kommen. Die Ausschreibung erfolgt alljährlich für ein bestimmtes Novellenthema, das für das kommende Jahr noch bekanntgegeben wird. Der Jury gehören an: Dr. Paul Fechter, Berlin; Dr. Alfons Paquet, Frankfurt a. M.; Frau Helene v. Nosti tz, Berlin; Dr. Wilhelm von Scholz, Berlin; Dr. Bruno E. Werner, Berlin. Die näheren Bedingungen wird das Septemberheft der „neuen linie" enthalten.
Neuerscheinungen im Propyläen-Verlag.
Der Propyläen-Verlag in Berlin gibt jetzt fein Herbstprogramm bekannt. Es enthält il a. die folgenden wichtigen Neuerscheinungen: Propyläen-Weltgeschichte: Das Zeitalter des Absolutismus. Dies ist der 6. Band des neuen großen von Professor Dr. Walter Goetz, Leipzig, herausgegebenen Verlagsunternehmens, in dem zum erstenmal der Versuch gemacht wird, das Weltgeschehen aus dem Blickfeld des20.Jahr- hunderts darzustellen. — Propyläen-Kunstgeschichte: Die Geschichte des Porzellans in Europa. Nach Abschluß seiner 16bänbigen Kunstgeschichte ist der Verlag dazu übergegangen, Teilgebiete der Kunst in Einzeldarstellungen zu behandeln. Der „Baukunst des Möbels", der „Geschichte der graphischen Kunst" folgt dieser vom Direktor des Münchener Residenzmuseums Friedrich Hofmann noch kurz vor feinem Tode vollendete Band, in dem eine Lebensarbeit zu- fammengefaht ist. — Propyläen-Gesamtausgaben: Allen Stürmen der Kriegs- und Nachkriegszeit zum Trotz gelangen mit dem 45. (Register-) Band der große Propyläen- Go ethe, und mit dem 12. Band Turgenjews Werke zum Abschluß. — Propyläen- Romane: „Nippernaht und die Jahreszeiten". Mit diesem Buch wird der estnische Dichter Aug. G a i l i t in Deutschland eingeführt. Der Held des Romans entflieht, den Menschen Hamsuns ähnlich, aufs Land, um in Natur und primitivem Liebeserleben wieder zu gesunden. Unzählige in die Geschichte verwobene Volksmärchen geben ihr eine eigenartige und poetische Farbe.
Verantwortlich für Lokales: i. V. H. L. Neuner.
Line Bereicherung des Küchenzettels bringt die Maggi-Gesellschaft mit ihren beiden neuen Suppensorten: Rheinische (grüne Erbsen mit Karotten) und Legierte mit Gemüse. Wer Freund einer guten Suppe ist, sollte diese beiden Sorten probieren: Wie alle Magg'i-Suppen schmecken auch sie vorzüglich. 5303D
EINE GANZ ÜBERRASCHEND SCHMERZSTILLENDE
WIRKUNG
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