Ausgabe 
13.5.1931
 
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Mittwoch, 13. Mai 1951

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Ur. m Drittes Blatt

Aus dem Reiche der Frau.

Wirtschaftskrise und Hauswirtschaft.

Don Or. h. f. Hedwig Heyl.

Dor dem Weltkriege war die Einstellung der Allgemeinheit - von einigen ruhmlrchen Aus­nahmen abgesehen - der Hauswirtschaft gegen­über ziemlich passiv. Sowohl die breite Oefsent- lichkeit wie die Behörden sahen m dem Wirken der Hausfrau und in ihrer Tätigkeit im Dienste der Familie eine mehr oder minder private An­gelegenheit, in deren Methoden und Technik sich die Außenwelt möglichst wenig einzumischen habe. Diese Einstellung wurde zwar auch bedingt durch die Haltung vieler Hausfrauen selbst. Eme große Anzahl von ihnen stand auf dem Standpunkte, daß Hausfrauenwirken und Hausfrauenchafsen ureigenste Privatsache der Familie sei. Das eng­lische SprichwortMy home is my castle wurde etwas zu wörtlich genommen und ledes von aichen her bekundete Interesse als ein störender Ein­griff in die heiligen Rechte der FarnMe be­trachtet.^ _

Infolge dieser uninteressierten Haltung der

Außenwelt und der abweisenden Haltung der

Hausfrauen selbst vegetierte die Hauswirtschaft

in einer selbst verschuldeten Abgeschlossenheit da­hin während die übrige Dolkswirtschaft sich riesig entwickelte. Die Technik machte immer größere Fortschritte, die Rationalisierung setzte ein und auch die Wissenschaft brachte immer weitere Er­rungenschaften und eroberte fortwährend Reuland. Hin und wieder nur versuchten Ausstellungen hauswirtschaftlichen Charakters oder die Bemü­hungen in der Schaffung hauswirtschaftlicher Schulen die Aufmerksamkeit der Oeffentlichlett auf diese Fragen zu lenken, aber die Gesamthaltung der deutschen Hausfrauenwelt blieb trotz der An­teilnahme, die solche Bestrebungen zeitweilig fan­den, doch gering genug.

Wie in vielen anderen Dingen, so war auch in diesen Fragen der Weltkrieg unser großer Lehr­meister. Er zeigte uns im tragischen Erleben blitz­artig erleuchtet, von welch fundamentaler Bedeu­tung die Hauswirtschaft für die gesamte Dolks­wirtschaft ist. Er bewies in einer praktischen De­monstration von riesenhaftem Ausmaße dieTctt- sachc, daß die Hauswirtschaft und in ihr der wich­tigste Zweig, Die Ernährungswirtschaft, tatsäch­lich die letzte Reserve eines jeden Volkes darstellt. Wir wissen, wie viel Wundervolles die deutsche Hausfrauenwelt in jenen Jahren geleistet hat. in­dem sie aus sparsamsten Mitteln unter Anwen­dung raffinierterer Kombinationen Iähre lang den körperlichen und auch seelischen Wider­stand organisierte.

Heute nun befinden wir uns in einer ganz ähn­lichen Lage. Zwar haben wir keinen offenen Krieg mehr, der Donner der Geschütze ist verhallt, das Blutvergießen ist beendet. Dafür haben wir aber einen weit gefährlicheren Feind zu bekämpfen: die Rot unb Verelendung im Innern, das tragische Versinken ganzer Volksschichten in Elend und Rot. Auch heute pocht wieder der Hunger cm viele Türen, auch heute wieder muß die Hauswirtschaft gegen die wachsende Verelendung unseres Volkes ankämpsen. W^e müssen wieder einmal bewußt und energisch die Kenntnisse der Hauswirtschaft und der Ernährungswirtschaft in den Dienst des Volkes stellen. Volkslraft und Volksgesundheit hängen ja zu allen Zeiten, besonders aber in Zeiten der Depression, in sehr weitgehendem Maße mit der Ernährung zusammen. Die Rot der Seit fordert gebieterisch von uns, daß wir diese Er­kenntnis praktisch auswerten, indem wir die Speisen in der richtigen Weise auswählen und sie zweckentsprechend verarbeiten.

Viele Jahre hindurch habe ich immer wieder darauf hingewiesen, wie hochwichtig die Ausbil­dung des hausfraulichen Rachwuchses und die Ausklärung der Hausfrauenwelt selbst ist. Ich habe mich für die Errichtung von Haushaltungs­und Kochschulen eingesetzt, ich bin dafür einge­treten. daß die Lehrerinnen an den Lyzeen und

Kinderkleider.

Don Henriette.

Mit derselben Liebe und demselben guten Ge­schmack, mit dem wir uns anzuziehen gewöhnt sind, ja mit noch mehr, sollen unsere Kinder an­gezogen werden. Nichts trauriger als eine Mut­ter. die sich zwei Stunden bei ihrer Schneiderin den Kopf zerbricht, was sie zu dem Tee und je­nem Abendessen Wohl am besten kleiden würde... und die ihrem Kind dann schnell und wahllos von der Hausschneiderin Dinge machen läßt, in denen das arme Geschöpf wie vergewaltigt aus- sieht. Wieviel Mühe geben Sie sich für ein neues Kissen auf dem Diwan, und das kleine Mädchen soll Stosse tragen, die nie für sie gedacht waren, bekommt aus dem alten Kleid der Mutter rasch etwas zusammengestoppelt?Kinder reißen so schrecklich schnell alles auf! Kinder müssen eben praktisch angezogen sein!" Ja, natürlich müssen sie das. Aber ebenso wie man langsam daraus kommt, daß die Wände im Schulzimmer nicht un­bedingt grau sein müssen, und das freundliche Hellblau vielleicht doch nicht so unpraktisch ist, dafür aber kindlicher und lustiger... ebenso müssen wir begreifen: Rur die zartesten Farben, nur die liebsten Müsterchen und Formen sind gut genug als Rahmen für dies unfaßliche Kunstwerk, das Kindergeficht.

Run gibt es natürlich ein Extrem, das ebenso scheußlich ist, wie das andere: Richt in grauen tristen Sachen sollen unsere Kinder Ijerumlau­fen... aber auch nicht in affigen Fähnchen. Schrecklich, diese allzu früh- zu Modedamen er­wachsenen Kinder, mit ihren garnierten Hüten und seidenen Dingen.

Kinder gehören überhaupt nicht in Seide, das macht sie alt und läßt sie unkindlich erscheinen... schon aus der einfachen Ueberlegung heraus, daß Seide etwas viel zu Diffiziles ift, und man dem armen Wurm ja ständig zurufen müßte:Gib auf dein Kleid acht!" Fort mit den schwarzen Seidenmäntelchen und rosa Taftkleidern! Bei dem festlichsten Anlaß wird ein Kind in einem duf­tigen Muffelinkleidchen viel reizender aussehen.

Hie Taftkleid, hie grauer Kittel... und da­zwischen liegen so viel bunte Möglichkeiten wie

Gymnasien und Mädchenschulen auch die Elemente der Ernährungswissenschaft beherrschen sollen. Ge­rade in den letzten Jahren haben ja Chemie und Medizin die Ernährungswirtschast ungemein be­reichert und wertvolle Mittel und Wege gesun­den, um die verschiedensten Krankheiten durch eine entsprechende Ernährung zu bekämpfen und den Körper widerstandsfähiger zu machen. Heute schlägt jede Kochkunst in das Gebiet der Nah- rungsmittelchemie. Wir kennen die Lehren der verschiedensten Ernährungschemiker Ramen wie Hindhede. Rubner u. a. sollten einer jeden Hausfrau geläufig und ihre Ansichten bekannt sein. Wir kennen die Lehre von den Vitaminen, die Kalorientheorie und wir wissen, eine welche überragende Bedeutung der Wärmelehre in der Ernährungswirtschaft zukommt.

Es kommt in unserer heutigen Krisenzeit vor allem darauf an, ©Oftem in die Haus­wirtschaft zu bringen, Verschwendung zu bekämpfen, Ersparnisse zu erzielen und eme all­gemeine hauswirtschaftliche Bildung zu verbrei­ten, die dann der Gesamtheit wieder zugute kom­men soll. Die Vorarbeiten hierzu sind seit langem im Gange. Insbesondere haben sich die Haus­frauenvereine in dieser Richtung bemüht. Durch die Einführung eines Meistertitels in der Hauswirtschaft wurde eine Vertiefung der Kennt­

nisse ermöglicht und»Keimzellen zu weiterer Aus­bildung geschaffen. Rach einer mehrjährigen Aus­bildung werden diese Meisterinnen der Hauswirt­schaft in die Lage verseht, Lehrlinge auszubilden und so die Fundamente der Ernährungswissen­schaft anderen Frauen zu vermitteln. Auch die Schule der Ernährung, welche Theorie und Praxis der hauswirtschaftlichen Ernährungswissenschaft in sich vereint und die chemisch-physiologischen Der- hälknisse prüft, Berechnungen über den Nährwert der einzelnen Speisen an stellt und die Biologie und Biochemie der täglichen Kost beobachtet, steht im Dienste dieses Dildungsgedankens.

Wir müssen daran gehen, die auf allen Gebie­ten der Ernährungswissenschaft gemachten Fort- . schritte zu verallgemeinern und sie zum Zwecke lder Krisenbekämpfung zu verbreiten. Durch die Meisterinnenkurse und die Ausbildung von Lehr­lingen wurden die Vorbedingungen hierzu geschaf­fen. Das wichtigste an der ganzen Organisation ist, daß ihre Einführung den Staat nichts weiter kostet, daß vielmehr die fortschreitende Bildung aus eige­ner Kraft ohne staatliche Unterstützung erwächst. Hier zeigt sich die Hauswirtschaft in ihrer tiefsten und letzten Bedeutung als die wichtigste Keimzelle aller Volkswirtschaft, die fördernd auf das ge­samte nationale Geben wirkt, indem sie im Stillen Werte schafft, aufbauend wirkt und Werte spart.

Grün-weißer Maienzauber in der Küche.

Allerlei praktische und zeitgemäße Rezepte.

Don Luise Hotte.

Aus den kleinen, gut geschlossenen grünen Salatköpfen entsteht eine reizvoll und vita­minreiche Abendschüssel, wenn man aus den kleinen Salatköpfen das Herz nimmt, an dessen Stelle in feine Scheiben geschnittene, mit etwas Mayonnaise leicht durchgeschwenkte To­maten füllt und die Salatlöpfe aufrecht in eine flache Glasschale stellt. Sie werden im Kranz mit den ausgehöhlten Salatherzchen umgeben, die man leicht mit Oel und Essig besprengt und mit hartgekochten Civierteln garniert.

Dem jungen Kopfsalat kann durch verschie­dene Saucen ein verschiedener Geschmack ge­geben werden, zu empfehlen sind die folgenden Saucen: 1. Guten milden Mostrich verrührt man mit Johannisbeersaft und saurer Sahne. 2. Dicke saure Sahne, etwas Essig und Zucker wird schaumig geschlagen, mit etwas Schnittlauch gewürzt. 3. Harte Eigelb werden zerdrückt, mit Oel, Essig, Mostrich sämig gerührt, mit Salz und etwas Zucker, auch wyhl mit gewiegtem Schnittlauch gewürzt. Weiter kann man durch moderne Mischung den grünen Salat verändern, wie es einige Beispiele zeigen. Mit jungen Salat­blättchen mischt man würflig geschnittene Apfel­sinen, Tomaten und Ananas, vermengt alles leicht mit Zitronensaft, saurer Hahne, wenig Zucker und Salz, läßt es kurze Zeit durchziehen, bevor man den Salat anrichtet. Man kann auch auf je ein Kopfsalatblatt eine abgezogene, geviertelte Tomate legen, dann eine leichte Mayonnaise mit geriebenen Rüssen mischen und darüber füllen. Roch anders schmeckt der Salat, wenn man ihn mit Kapern und wachsweich ge­kochten, kleingeschnittenen Eiern mischt, nachdem man ihn mit Oel, Zitronensaft, Salz und gewieg­ten seinen Kräutern angemacht hat.

Der grüne Spinat schmeckt vorzüglich und istmal was anderes", wenn er nach dem Gar- dämpfen gröblich gehackt und hoch auf einen Untergrund von Brühreis gehäuft wird. Man bestreut ihn dann mit geriebenem deutschen Hart­käse und begießt ihn mit geschmolzener Butter, worauf man um den Spinat eilten Kranz von kleingeschnittenem rohen Schinken legt. ©ehr fein schmeckt auch der gedämpfte und gewiegte Spinat, wenn man ihn mit Butter, saurer ©ahne und etwas geriebener Semmel durch schmort und

Blumen auf einer Sommerwiese. Es ist ganz ein­fach: der gute Geschmack der Mutter und ihre Kenntnis des Kindergesichts entscheiden. Und ein bißchen Rachdenken.

Wenn das Mädchen einen blauen Mantelauf­tragen muß, dann laufen Sie ihm dazu eben ein blaues Hütchen, und nicht ein braunes, grünes oder rotes. Und Einfachheit! Erstes Prinzip aller kindlichen Garderobe. Auch die Stoffe sind neu­tral, fast § nüchtern, das hebt die zarten Farben des Gesichts. Blau, braun, dunkelrot und beige, aber einfarbig und keine wilden Muster. Es ist ein Irrtum, daß man ein Kind um jeden Preis lustig anziehen muh. Das gilt für gewisse Sommersachen. Unter dem Mäntelchen trägt das kleine Mädchen Kleider aus allen nur möglichen Krepp-Arten. Und hier kann ein bißchen Phan­tasie herrschen: Kleine Muster, wie sie die Mama ja auch trägt, Tüpfchen, winzige Karos, oder kleine, eingewebte Blümchen. Wieder alles ohne Wildheit. Samt wollen wir möglichst beiseite lassen, er staubt zu sehr ein; höchstens Waschsamt ist ratsam. Und dann: weiße Garnituren! Pikee und wieder Pikee. Ich weiß, es macht viel Ar­beit, aber es sieht so bezaubernd aus!

Reizend ist auch ein ganz fein plissiertes Röck­chen und dazu ein kleiner Sweater. _ Oder ein Schvttenröckchen mit einem weißen Blüschen und Trägem, ömolarbeit für die kleinen und größeren Mädchen hat nie aufgehört, hübsch und kleidsam zu fein.

Und noch als letzten Rat: zarte Farben, ©tc brauchen nicht unbedingt hell zu fein, es gibt ein Rehbraun und ein Pastellblau, ein Taubengrau, Farben, von denen die rosigen Backen noch ein­mal so schön abstechen.

Klassisch ist und bleibt: Weih und marineblau. Blonde und blasse Kinder sollten möglichst kein Rot tragen, Pastellblau und grau sind ihre Far­ben. Rie aber grelles Grün und das bekannte Essener Blau"! Das erschlägt diese zarten Wesen!

Kurz, es ist wie bei Ihnen selber: Auch ein Kind hat schon seinenSttl", jedenfalls soll man ihn früh in ihm entdecken und lultioieren. Man braucht aus einer Achtjährigen keine Modedame zu machen, aber man kann sie lehren, was es heißt: sich um gute Farben und Formen seines Anzugs zu kümmern. Und noch eins: Drängen

in einen Sch inkenkranz füllt, zu dem man Reste von gekochtem Schinken nimmt, sie wiegt, mit zwei Eiern, geweichter Semmel, geriebenem Käse mischt, in eine Randform füllt und 30 Mi­nuten im Wasserbade kocht. Der Schinkenkranz wird gestürzt und der Spinat bineingefüllt; kleine gebratene Kartoffeln reicht man dazu.

Die verschiedenen grünen Kräutlein finden eine gute Verwendung im grünen Eierkuchen, man rechnet von den Kräutlein einen kleinen Teller voll, nimmt DM, Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Boretsch, wiegt sie nach sorglichem Ver­lesen und mischt sie unter einen auf bekannte Weise angerührten glatten Eierkuchenteig, von dem man grüne dünne Eierkuchen bäckt. Jeden fertigen Eierkuchen belegt man mit zwei Stangen gekochtem abgekropften Spargel, rollt sie auf, beträufelt sie leicht mit Butter, bestreut sie mit Käse und gibt grünen, mit saurer Sahne an­gemengten Salat dazu; man hat so ein köstliches Maiengericht.

Unb nun der weihe Spargel! Von ihm gibt es gar mannigfache Gerichte: die Spargellöpfe unter roter Musdecke sind sehr wohlschmeckend; das Mus wird aus den sehr weich gekochten durchgestrichenen ©pargelenden bereitet, unter diesen dünnflüssigen Drei kommt eine helle Mehl­schwitze, ein Eigelb und ein Teelöffel Krebs- butter, so dah ein gebundenes Mus entsteht, das man über die auf heißer Schüssel angerich­teten Spargelköpfe füllt. Ringsherum legt man zierlich ausgestochene Drotschnittchen, die mit fein würfelig geschnittenem gekochten Schinken bestreut werden. Spargelköpfe die Enden werden für eine gute Spargelsuppe verwandt lassen sich trefflich auf in Butter gerösteten Weihbrot­schnitten anrichten, auf die Mitte jedes Spargel­toasts gibt man eine Scheibe rasch überbratenen rohen Schinken, zu dem Gericht reicht man eine Sauce, die aus Heller Mehlschwitze, Spargelkoch- wasser, etwas Tomatenbrei und saurer Sahne bereitet wird. Einmal etwas anderes ist der Spargel mit holländischer Sauce, die zuletzt mit dem Säst von zwei Blutapfelsinen versetzt wird, als Fleischbelage passen nur gebackene Kalbs­milchscheiben.

Eine Festtagsschüssel bilden Spargelköpfe im Tomatenmusrande. Zu letzterem wird

Sie den Heranwachsenden kleinen Damen nicht un­bedingt Ihren Geschmack auf, horchen Sie lieber mal ein bißchen hin, vielleicht regt sich in so einer kleinen Frau etwas Eigenes!

Oie Erneuerung der Haut im Frühjahr.

Vernünftig leben ist das beste Schönheitsmittel Don Eva Maria Wilke.

Die Frühlingssonne ist unbarmherzig. Wir sehen es in unseren Wohnräumen: jeder kleine Schaden, den die Dunkelheit des Winters mit­ledig verdeckte, wird plötzlich sichtbar. Wir sollen uns aber nicht einbilden, daß es etwa bei un­serer Erscheinung anders wäre. Wer in diesen Hellen Tagen vorteilhaft 'aussehen will, muh für ganz besonders saubere Haut sorgen. Für die Gesichtspflege gibt es einige aus­gezeichnete Mittel, die auch die Falten und Risse verschwinden lassen und das ganze Gesicht jugend- frisch machen. Man quirlt ein ganzes Ei, mischt es mit ein wenig Rosenwasser und bestreicht das Gesicht am Abend damit. Wahrend das Eiweiß die Haut strafft, ist das Eigelb zugleich eine Er­nährung der Haut, die mindestens ebenso wichtig ist. Am Morgen entfernt man die Schicht mit Watte, die man in warmes Wasser taucht, worauf man das Gesicht auf gewöhnliche Weise reinigt. Man wird über die Wirkung erstaunt fein.

Es gibt auch noch andere Packungen für die Gesichtshaut, die einfach, unschädlich und wirk­sam sind. Man mischt feines Hafermehl mit so viel Rosenwasser, dah sich ein Drei bildet. Diesen streicht man auf das Gesicht und läßt ihn daraus, bis die Paste trocknet und Risse bekommt. Dann ist sie mit in warmes Wasser getauchter Watte zu entfernen. Man kann auch einen Eßlöffel feines Hafermehl mit einem halben Eßlöffel heißer Milch mischen und die Mischung eine halbe Stunde an warmem Ort stehen lassen. Wit dieser Masse ist das Gesicht zu bestreichen. Man läßt diese Paste etwa eine halbe Stunde einwirken und entfernt sie dann auf die übliche Weise. Diese Hafermehlpackungen machen die Haut weißer und weicher.

eine ganz dicke Spargelsauce mit dickem Tomaten­brei, 30 Gramm Mondamin und zwei Eigelb ver­mischt, zuletzt mit dem steifen Schnee der Ei­weiß durchzogen, mit Salz und Pfeffer abge­schmeckt. Die Hälfte der Tomatenmusmasse kommt in eine kleine gut eingefettete Randform, sie wird mit würslich geschnittener gekochter Kalbsmilch bestreut, woraus der Rest der Masse darüber gefüllt wird. 2m Wasserbad muh der Tomaten- musrand eine Stunde kochen, er wird vorsichtig gestürzt, in seine Mitte kommen gekochte Spargel­köpfe, die mit heißer Dutter begossen und mit Semmelkrumen und geriebenem Käse bestreut werden.

Sparsame Toilettenkünste.

Don Carla Gabriele.

Erhalten ist ebenso wichtig, wie anschaffen. Was Sie an modischen Dingen besitzen, sollten Sie gut behandeln. Dann werden Sie manche Ausgabe sparen und niemals in Verlegenheit fein. Sachentragen sich gut und Sachentragen sich schlecht", wird behauptet. Fast allgemein aber tragen sich die Dinge im Verhältnis zu ihrer Dehandlung. Da gibt es einige sparsame Toi­lettenkünste, die nur ein wenig Zeit und ein Geringes an Mühe, aber gar kein Geld kosten.

Die Handschuhe, gleichviel ob Wolle, Seide oder Leder, werden am oberen Ende sanft un­gefaßt und über die Finger gestreift. Werden hingegen die Finger einzeln heruntergezerrt, so leiben die Handschuhe in Aussehen und Haltbar­keit. Sie sollten niemals zu einem Ballen gerollt, sondern slach nebeneinander gelegt werden. Durch das Rollen büßen sie an Schönheit ein. Rach dem Ablegen wird in jeden Handschuh hinein­gepustet.

Schals und Schleier jedoch verlangen wieder eine andere Art der Aufbewahrung. Sie werden zusammengerollt, am besten über ein rundes, glattes Holz, und so in den Schrank gelegt, dah sie nicht an einem spitzen Gegenstand hängen­bleiben können. Vorsicht ist geboten, damit keine Beschädigung der zarten Gewebe entsteht. Das fleinfte Löchlein bringt großen Schaden.

Schuhe kommen nach dem Ablegen auf Leisten. Wer Leisten aber nicht zu jedem Paar Schuhe besitzt, kann sich durch Ausstopfen der Innenseite helfen. Der Schuh wird mit Seidenpapier gut ausgefüllt, und zwar so, daß keine Ausbuchtungen entstehen. Auch dadurch behält er seine gute Form. Außerdem zieht das Papier Feuchtig­keit aus dem Leder. Dor dem Putzen muh der Schuh trocken abgebürstet werden.

Mäntel b er tragen es nicht, wenn sie auch nurvorübergehend" an dem Hänger aufge­hängt werden. Dazu sind Kleiderbügel da. Sonst rächen sie sich und verlieren ihre gute Linie. Jacken werden gleichfalls auf den Dügel ge­bracht. Für zarte Stoffe unbedingt überzogene Dügel. Damit sind die behäkelten Dügel ge­meint, die man sich selbst anfertigen kann.

Wollene Jacken, wollene Kostüme und ge­strickte Jumper werden gelegt. Durch das Hängen dehnen sich die Maschen aus und die Kleidungs­stücke werden immer länger. Natürlich auch schmaler, mithin zuweilen durch die falsche Be­handlung untragbar. Nach der Wäsche dürfen sie nur im liegenden Zustande trocknen. Sonst sind sie für immer dahin.

Randhüte stets auf den Kopf und nicht auf den Rand legen. Der Kopf wird mit Papier ausgestopft. Auf diese Weise behält der Hut, sogar wenn er nah .geworden ist, seine gute Form. Stroh verlangt die Reinigung mit einer feinen Bürste. Ist es erst einmal eingestaubt, sieht es nicht mehr gut aus.

Der Regenmantel aus imprägniertem Ge­webe kommt nur bann in den Schrank, wenn er völlig troden geworden ist. Es wäre verkehrt, ihn weil er wasserdicht ist im geschlossenen Schrank trocknen zu lassen. Hat er im Winter durch den geheizten Raum gelitten, ist er hark geworden, was bei Gummimänteln zuweilen vor-

Bei der ganzen Teintpflege aber muh man sich vor Augen halten, daß von außen allein keine durchschlagende Wirkung erzielt werden kann, denn sehr oft ist eine Unreinheit und Dickflüssigkeit des Blutes schuld, wenn die Haut Fehler aufweist. Wenn die Verdauung irgendwie nicht tadellos in Ordnung ist, machen sich diese Fehler gerade in Frühlingszeiten in fahlem Aussehen unangenehm bemerkbar. Man muh daher in erster Linie dafür sorgen, dah die Säfte des Körpers gesund und neu werden. Hier ist Diät das allerbeste Mittel. Wir müssen auf die schweren Gerichte des Winters verzichten und dafür in der Hauptsache Ob st, Gemüse und vor allem grünen Salat essen.

Ganz ausgezeichnet für den Teint sind Mohr­rüben, sowohl roh, wie gekocht. Die Ameri­kanerinnen pflegen in den Frühlingsmonaten vor dem ersten Frühstück einen Suppenteller voll roher geriebener Mohrrüben zu verspeisen, was für ihr Aussehen höchst förderlich ist und nur zur Nachahmung empfohlen werden kann. Na­türlich ist grüner Salat ebenfalls besonders er­sprießlich, wie man auch gehackte Kresse in feinen täglichen Speisezettel aufnehmen sollte. Starker Kaffee, Tee, sehr saure Speisen und Alkohol sind zu vermeiden. Fische dagegen sind aus­gezeichnete Frühjahrskost.

Mtt dem Gebrauch von Puder soll man in den Frühjahrsmonaten besonbers sparsam fein, denn es kommt vor allem darauf an, die Poren zunächst einmal zu reinigen. Wer sich im Winter die Haut durch Puder oder gar Schminke ver­dorben hat, muh natürlich im Frühling beson­ders darauf bedacht sein, sie, wenn möglich, wiederherzustellen.

Zur Erlangung eines guten, frischen Teints ist regelmäßige Lebensweise ebenfalls ein Haupterfordernis; auch viel Bewegung in frischer Lüft ist unbedingt notig. Das Dlltt muh richttg in Umlauf kommen, wenn irgendeine Kur überhaupt Zweck haben soll. Das fleißige Trinken von Dlutreinigungstee, wie ihn schon unsere Großmütter anwandten, kann ebenfalls empfohlen werden. Man muß bedenken, wie stark der Körper im Frühjahr darauf eingestellt ift, sich zu erneuern; wenn man ihn in diesem Ver­langen unterstützt, kann man eines guten Erfolges sicher sein.