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dieser Welt.'

Abg. Or. Aiepoth über die politische Lage.

In einer stark besuchten Mitgliederversammlung der De-utschen Dolkspartei am Montag­abend imHindenburg" gedachte der Orts- gruppenvorsihende, Oberreallehrer Appel, zu­nächst in herzlichen Worten der verstorbenen volksparteilichen Landtagsabgeordneten Haury und Scholz, dann teilt er. mit, daß Handwerks­kammersyndikus Röhr zum zweiten Ortsgruppen- vorsihenden gewählt worden sei, anschließend stellte er den neuen Parteigeschäftsführer Heine­mann, der Versammlung vor.

Sodann sprach in gut eineinhalbstündiger Rede der volksparteiliche Landesvorsitzende in Hessen. Abg. Bürgermeister Dr. R i e p o t h - Schlitz, über die politische Lage. Der Redner betonte zu­nächst, daß die Deutsche Volkspärtei es gewesen sei, die auf Schlußmachen mit den Erhöhungen der Realsteuern bestanden und diesen Willen in der Rotverordnung der Reichsregierung durch- geseht habe, ebenso wie es das Werk der DDP. gewesen sei. daß im Reichshaushalt bestimmt wurde, Mehrausgaben seien nur durch Abstriche am Etat auszugleichen. Der Redner würdigte sodann die unermüdliche Arbeit des Parteiführers Dingeldey mit herzlichen Worten der Anerken­nung. Bei der Besprechung der Lage nach den Reichstagswahlen vom 14. September erklärte der Redner unter Anführung markanter Einzelheiten, daß die DDP. im wohlerwogenen Interesse der deutschen Wirtschaft und des ganzen Volkes in der Regierung geblieben sei. Weiter bezeichnete der Redner die Senkung der Selbstkosten der Wirtschaft durch entschiedene Minderung der Regiekosten und der öffentlichen Lasten als un­bedingt notwendig für die Erringung besserer Arbeits- und Lebensverhaltnisse im Deutschen Reiche. Ebenso dringlich sei die Wiederkehr und Sicherung des Vertrauens zu den Maßnahmen der Reichsregierung und der deutschen Wirt- schaftsgcstaltung, wozu nicht zuletzt unbedingtes Festhalten an der Unterlassung weiterer Steuer- crhöhungen und Wirtschaftsbelastungen gehöre. Der Redner polemisierte sodann gegen die Sozial­demokratie, die Rationalsozialisten und die Deutschnatwnalen, chie vor der Reichstagswahl dem Volke alles mögliche versprochen, bis jetzt ober nichts getan hätten, um ihre Versprechungen einzulösen. Mit Rachdruck betonte der Redner U'"-. daß die DDP. stets mit Entschiedenheit für die «zernhaltung der Parteipolrtik von der Reichswehr eingetreten sei und auch künftig diesem Grundsatz treu bleiben werde. Der Redner ver­teidigte sodann die Außenpolitik der Minister Stresemann und Curtius, sowie die Eni-

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 13.Mai 1931.

Christi Himmelfahrt.

Im Herzen jedes Menschen, den das Schicksal in die Ferne verschlagen hat, lebt die Sehnsucht nach seiner Heimat: diese Sehnsucht bricht in der Bibel oft ergreifend hervor. Im 42. Psalrne gibt ein in Babylon gefangener Mann dem Heimweh nach dem Lande am Jordan erschütternden Aus­druck. In dem Briefe an die' Hebräer werden die alten Erzväter als Gäste und Fremdlinge be­zeichnet, die ihr Vaterland suchen. Sie führten ein Leben der Unruhe, weilten da, wo sie Weide­triften für ihre Herden sanden, brachen dann lhre Seite wieder ab und zogen weiter, im Herzen den Gedanken: Wir haben hier keine bleibende Statt. In diesem Worte ist schon die Sehnsucht nach der irdischen Heimat in tiefer und inniger Form mit der Sehnsucht nach einer besseren, himmlischen Heimat in Beziehung gesetzt. Es gibt hier fdh dauerndes Glück. Die Menschen sind erdgeborene Geschöpfe, tragen deshalb alle Mängel der Vergänglichkeit mit sich: Armut, Krankheit, Enttäuschung, Abschiednehmen. Sünde und Schuld. Darum das Ausschauen nach einem besseren Vaterlande, das bei allen Völkern zu beobachten ist. Oft legt man die schönere Heimat rückwärts in die Vergangenheit. Die Griechen erzählen von einem goldenen Zeitalter, das in der Urzeit bestand, da die Menschen noch friedlich wie die Kinder miteinander lebten. Immer gehen die Gedanken vom Diesseits nach dem Jenseits. Diesseits" und Jenseits, das ist eine Llnterschei- dung, mit der sich viele in Gedanken beschäftigen. Wer an einem breiten Strome wohnt, schaut oft hinüber nach dem jenseitigen Ufer, sieht abends die Lichter glänzen, hört die Glocken klin­gen und mochte wissen, was dort die Menschen treiben. Ein unbekannter Dichter, der schon ein Menschenalter vor Luthers Geburt gelebt hat, singt: .Ich wollt, daß ich daheime wäre und aller Welten Trost entbehr. Daheim ist Leben ohne Tod und ganze Freuden ohne Rot."

Vielleicht ist der Drang nach dem Jenseits selten so stark gewesen, wie in der Gegenwart. Folgenschwere Zeitereignisse haben die Mensch­heit erschüttert, nun sucht sie sich mit ewigen Mächten in Verbindung zu setzen, leider oft auf falschem Wege Der Weg zum Jenseits geht nur durch Jesus, durch den, der gesagt hat:Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Lebern" Er hat den Seinen die Zusage gegeben:3ny meines Vaters Haus sind' viele Wohnungen, und ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Man könnte diese Worte vom jenseitigen Leben als schöne und gute Worte nehmen, aber eben nur als Worte, wenn nicht erwiesen wäre, daß hinter ihnen Tatsachen stehen. Es ist eine Tatsache, .daß Jesus mit allen seinen Worten recht behalten, daß er, während so viele Religionen alt ge­worden und untergegangen sind, während ein philosophisches System nach dem anderen als nich­tig erwiesen worden ist, über die Seelen der Menschen fort und fort ungeheuere Gewalt hat, daß Millionen von Erdgeborenen das harte Schicksal überwunden haben und völlig ruhig ge­storben sind, weil sie wußten, daß sie im jen­seitigen Leben mit ihm vereinigt sein würden. Daß er außerdem Unzähligen die Kraft gegeben hat, ihre Leidenschaften zu besiegen, ihre Mängel obzulegen und ein Leben der Heiligung und Reinheit zu führen, spricht auch für die Wahr­heit seines Wortes:Mein Reich ist nicht von

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des Dorfes. Es ist dies eines der vier Waldfeste, die sich im Kreise Wetzlar eingebürgert haben und stets starken Besuch finden. Die Teilnehmer erfreuen sich bei dem Gange durch die schöne Früh­lingsnatur und finden in den Darbietungen auS Gottes Wort und in der heiligen Musik eine Stär­kung ihres Glaubens. Herkömmlich finden sich viele Festgäste aus Lützellinden und den Rachbar­gemeinden, sowie aus Gießen und Umgebung ein. Im heutigen Anzeitzenteil wird herzlich zu diesem christlichen Volksfest eingeladen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Donnerstag, den 14. Mai. Christi Himmelfahrt.

Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrossistent Seemann.« Johanneskirche. 9.30: Pfr. Äusfeld; 11: Kindergottes, dienst für die Kinder der Iohannesgemeinde; Pfr. Ausfeld. 4- Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz. Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfr. Lic. Waas. Klein-Linden. 8: Hauptgottesdienst. wieseck. 9.30. Allen-Buseck. 14. -Kirchberg. 10: Kirchberg; 10: Lollar. Hausen-Garbenteich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kinderkirche. Lich. 9.30: Missionsinspektor Huggenbauer aus Basel; 10.45: Kindergottesdienst; 15: Missionsfest in der Meilbach; Missionsinspektor Huggenbauer. Kloster Arns­burg. 11: Stiftspfarrer Draudt.

Katholische Gemeinden.

Mittwoch, den 13. Mat.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Donnerstag, den 14. Mai. Christi Himmelfahrt.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommu« nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre­digt; 14: Vesper mit Segen. Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt.

Freitag, den 15. Mak.

Gießen. 20 Uhr: Maiandacht.

Sonntaasdienitd.Aerzten. Avotbckenam14.5.31.

Fr. Or. Marx. Fr. Or. Rothenberger. Hirschavorheke.

Zahnarzt: Ur. Gomer.D

Geheimrat Zr. big. h. c. AWeim o.

am 15. Alai auf weisen seinen do. Geburtstag

Als Sohn des Gründers der Opelwerke in Rüssels­heim im Jahre 1871 geboren, übernahm er 1895 nach dem Tode seines Baters Adam Opel mit seiner Mutter Sophie und seinem Bruder Karl die Lei­tung der 1862 gegründeten Opel-Fahrrad, und Automobil-Werke. In rastloser, zielbewußter Auf­bauarbeit hat Geheimrat oon Opel in Gemein­schaft mit seinem Bruder Dr.-Jng. b. c. Fritz Opel und seinen 1916 bzw. 1927 und 1928 ver­storbenen drei Brüdern die väterliche Fabrik zu der größten Automobilfabrrk Deutschlands und der größten Fahrradfabrik der Welt entwickelt. Seit 1928 Vorsitzender des Aussichtsrats der Adam Opel AG., hat Geheimrat oon Opel auf die Geschick- feines Werkes noch heute maßgebenden Einfluß.

Aber! OnkeE Otto! Herz ist doch Trumpf! Ja, Kinder, mit meiner Zerstreutheit und Nervosität wird das immer schlimmer." Dann versuchs doch mal mit dem coffein­freien Kaffee Hag. Der wird Deinen Nerven gut tun. Kaffee Hag schmeckt wirklich genau so gut, wenn nicht besser, als der herrliche Mokka, den es bei Euch immer gibt." Das will allerdings viel heißen. Also schön, noch heute wird Kaffee Hag probiert.

Herz ist Trumpf!

Kaffee Hag schont das Herz.

eine etwa 1,50 Meter hohe, seitwärts befindliche Mauer herab. Wie durch ein Wunder, kam das Auto wieder auf die Räder zu stehen, so daß die Insassen unverletzt blieben und mit dem Schrecken davonkamen. Es entstand lediglich größerer Sachschaden an dem Auto und der Mauer, deren Urnfasspngsgeländer samt Sockelsteinen heraus gerissen wurde.

Taten für Tonnerstaq, 14. Mai.

1906: der deutsch-amerikanische Staatsmann Karl Schurz in Neuyork gestorben; 1912: der schwe­dische Dichter August Strindberg in Stockholm ge­storben.

Bornotizen.

Tageskalender f ü r Mittwoch. Stadttheater:Schwanenweiß", 20 bis 22 Uhr. Verband Deutsche Frauenkultur: Kulturlehrfilm ..Schneidere selbst", 16.15 und 20.15 Uhr, Palast­lichtspiele, Kirchenplah. Lichtspielhaus Bahn­hofstraße:Der Bettelstudent". Astoria-Licht- spiele:Die Wüstenpatrouille".

. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heure, 20 Uhr, einmalige und Erstaufführung des MärchenspielsSchwa­nenweiß" von Strindberg; Spielleitung Walter Bäuer'.e, musikalische Leitung Kapellmeister Eujö. Die Rolle der Mutter hat Frau Auguste Prasch- Grevenberg übernommen. Die Rolle der Prin­zessin spielt Elisabeth Wielanber, den Prinzen Karl Druck. Milwirkende: Damen: Doering, Koch, Leutholf, Schubert-Jüngling, Walther-Lederer; Herren: Bäuerle, Hub, Linkmann, Schelcher. Freitag bleibt das Theater geschlossen. Sonn­tag, 17. Mai, 18.30 Uhr, vorletztes Gastspiel von Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Frau Gudula in Saßmanns historischem^. Schauspiel Hans Rothschild".

EineSteuer-Prote st Versammlung desHausbesitzervereins findet am nächsten Montagabend im Caf6 Leib statt. Redner ist Professor Dr. H o r n e f f e r (Gießen). (Siehe heutige Anzeige.)

Die historische Fachschaft an der Universität veranstaltet am Freitagabend einen Dortrag von Prof. Dr. T a e g e r über ..Rom in der Revolutionsperiode". (Siehe heu­tige Anzeige.)

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Verkehrs- und Verschönerungs- Verein Gießen. In der gestrigen Ausschuh- sihung des Verkehrs- und Derschönerungsvereins Gießen wurde der geschäftsführende Vorstand in folgender Zusammensetzung ein­stimmig für das Geschäftsjahr 1931 wieder­gewählt: Apotheker Schwieder, 1. Vorsitzen­der; Oberforstmeister Dr. Schüz, 2. Vorsitzen­der; Derwaltungssekretär Maus, Schriftführer; Kaufmann Loeb, Rechner; ferner als Beisitzer: Beigeordneter Dr. Hamm, Redakteur "Slum* schein, Hotelbesitzer Sch wab , Caföhausbesiher Schwarz, Regierungsrat Wolf, Dvrstand des Polizeiamts, und Oberfvrstmeister R i c o - > l a u s. Weiter wurde beschlossen, in diesem Jahre wieder einen Dlumenschmuckwettbewerb zu ver­anstalten und die Preisverteilung mit einer grö­ßeren Veranstaltung werbender Art zu verbin­den.

* Kleiderdieb stähle in Gießener S ch u^e n. Gestern wurden in der Schillerschule, in der Goetheschule und in der Mädchen-Derufs- schule mehrere Mäntel und Jacken der Schülerin­nen gestohlen. Anscheinend kommt in sämtlichen Fällen der gleiche Täter in Betracht. Die poli­zeilichen Rachforschungen sind im Gange.

* Iahresfest der Evang. Kirchen­gesangvereine. Man schreibt uns: Es sei auch an dieser Stelle auf das am Sonntag, 17. Mai, ab 13.30 Uhr auf dem Schiffenberg stattfindende Iahresfest der Evang. Kirchen­gesangvereine des Dekanats Gießen hingewiesen. Der herrliche, im Maienschmuck prangende Wald, der Schiffenberg mit seiner reizenden Umgebung und die in Aussicht stehenden Darbietungen des Gesamtchors und der Einzelvereine dürften ihre Anziehungskraft wie stets wieder bewähren. Man beachte die heutige Anzeige.

Ein Militär-Grohkvnzert veran­staltet die Stadt Marburg am 17. Mai von 16.30 Uhr ab in dem Schloßparktheater. Bei dem Konzert werden die Musikkvrps des 15. Inf- Rgts. aus Kassel, Weimar und Marburg, das Musikkorps des 2. Dtls. des 17. Inf.-Rgts. aus Göttingen, sowie der Spielmannszug des Aus­bildungs-Bataillons mitwirken. Die Leitung des Konzerts hat der Heeresmusikinspizient in Ber­lin übernommen. Interessenten seien auf die heu­tige Anzeige hingewiesen.

Kirche und Schule.

Landkreis Gießen.,

X Lich, 13. Mai. Seit Jahrzehnten wird an Himmelfahrt für die Gemeinden der Umgegend in der Meilbach ein Missivnsfest gefeiert. In diesem Jahre wurde als Redner Missions­inspektor Huggenbauer aus Basel gewonnen. Der Posaunenchor Lich hat seine Mitwirkung zugesagt. Für Sitzgelegenheit wird sowett wie möglich gesorgt. Alle Missionsfreunde sind herz­lich eingeladen. Ab 14 Uhr von Lich Autobus­verbindung. (Siehe heuttge Anzeige.) Aus­flügler, die sich an Himmelfahrt KlvsterArns- bürg als Wanderziel wählen, seien darauf auf­merksam gemacht, daß an diesem Tage um 11 Uhr imParadies" ein Gottesdienst stattfindet.

* Al len darf a. d. Lda., 13. Mai. Seit Jahren findet hier am Himmelfahrt ein Missions­fest statt, das besonders aus den Dörfern der Rabenau und aus dem Ebsdorfer Grund gut be­sucht wird. In diesem Jahre ist hier das M i s - sivnsfest des Dekanates Gießen, zu dem die Gemeinde besonders viele Gäste erwartet. Ein Posaunenchor und ein Schülerchor werden bei bem Feste Mitwirken. Festredner sind, wie aus dem heutigen Anzeigenteil hervorgeht, Pfarrer K ö d - ding und Missionar Müller. Das Fest Beginnt um 14.15 Uhr. Die auswärtigen Besucher des Festes sind nach der Feier Gäste der Gemeinde. Wer einen Himmelfahrtsausflug ins Lumdatal machen will, versäume nicht, das schöne Fest zu besuchen.

Kreis Wetzlar.

^Lützellinden, 13. Mai. Schon über 40 Aahre feiert man von der Gemeinde Lützellinden aus ein christliches Waldfest in der Rähe

scheidung der Deutschen Dolkspartei über den Boungplan, wobei er dem dringenden Wunsche Ausdruck gab, daß die bevorstehende Wieder­aufrollung der Reparationsfrage besser als früher vorbereitet werden und das deutsche Volk bei dem Ringen um die Reuregelung der Tributlasten in lückenloser Geschlossenheit zu lammen stehen möchte. Weiter verteidigte er die volksparteiliche Hal­tung in Thüringen gegenüber den Rational­sozialisten, um hierauf noch in großer Linie auf die volksskirteiliche Politik in Hessen einzugehen. Er betonte hierbei unter anderem, daß die Landtagsfraktion der Deutschen Dolkspartei schon seit Jahren immer wieder auf größte Sparsam­keit im Staatshaushalt gedrängt habe, bei der Regierungskvalitton jedoch kein Gehör fand. Der Redner erinnerte tbeiter daran, daß die DVP. auch stets gegen das überaus starke An­ziehen der Steuerschraube gewesen sei. Er for­derte nachdrücklich Ersparnisse bei der Zentral­verwaltung, wandte sich gegen den Abbau von lokalen Verwaltungsstellen, sprach sich entschieden für das Derufsbeomtentum und gegen das Partei­buchbeamtentum aus und äußerte die Hoffnung, daß die Landtagswahlen im Herbst zur Beseiti­gung der jetzigen Landtagsmehrheit führen möch­ten. Die DVP. habe ihre politische Linie auch in Hessen seit Jahren klar verfolgt und könne die Erwartung hegen, daß die hessische, Wähler­schaft dieser klaren und von strenger Sachlichkeit geleiteten Politik bei den Wahlen ihre Zustim­mung gebe. (Lang anhaltender Beifall.)

Hierauf legte der neue Geschäftsführer Heine­mann in einer kurzen Ansprache die Grund­linien seines politischen Arbeitsplanes dar, an­schließend sprach Stadtratsmitglied Kaufmann Horn dem Parteiführer Dr. Riepoth auf­richtigen Dank für fein bisheriges Wirken und vollstes Vertrauen des volksparteilichen Mittel­standes für die weitere politische Arbeit der DVP. in Hessen aus.

Jahresversammlung

der Heimatvereinigung Schiffenberg.

Die Heimatvereinigung Schiffen­berg hielt am Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg ihre diesjährige Hauptver­sammlung ab. Rach einer kurzen Einleitung des Vorsitzenden, Oberforstmeister R i c o l a u s, erstattete der Schriftführer Rektor L R. V. Mül - Ier, Bericht über die Tätigkeit der Vereinigung in den letzten beiden Jahren. Er schilderte dabei die Entstehung, Aufgaben und Entwicklung der Bereinigung, deren Tätigkeit in weiten Kreisen der Bevölkerung starken Anklang gefunden hat. Im Vordergründe stand dabei die im vorigen Jahre abgehaltene 800-Jahrfeier des Schiffenberg, deren Durchführung ein in je­der Hinsicht befriedigender Erfolg war. Irn übri­gen ist die Vereinigung eifrig bemüht gewesen, auf die Schönheiten des Schiffenbergs hinzuwei­fen, Heimatsinn, sowie Zusammengehörigkeitsge­fühl zwischen Stadt und Land zu pflegen.

Für den am Erscheinen verhinderten Rechner H. K i r ch n e r entartete Steuerberater A. Jä­ger den Rechenschaftsbericht. Die Einnahmen des Vereins betrugen in den beiden ersten Jahren des Bestehens der Vereinigung 695,16 Mk., die Aus­gaben 483,65 Mk. Außer dem Kassenbestand von 211,51 Mk. besitzt der Verein noch ein Vermögen von 600 Mk. als Ueberschuh von der 800-Iahr- feier, das für besondere Aufgaben der Vereini­gung zurückgehalten werden soll.

Der vom Vorstand ' vorgelegte Satzungs- enttourf wurde genehmigt. Die Reuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Oberforst­meister Ricolaus, 1. Vorsitzender; Beigeord­neter Dr. Hamm, 2. Vorsitzender; Rektor i. R. Val. Müller, Schriftführer; Geschäftsführer H. Kirchner, Rechner; Kaufmann K. Wei- big, 2. Schriftführer; Steuerberater A. Jä­ger, stellvertretender Rechner; Heimatdichter ®g. Heß, Beisitzer. Weiter wurde beschlossen, einen Ausschuß zu bilden, zu welchem dem Vor­stand geeignet erscheinende Mitglieder herange­zogen werden sollen.

Zur Hebung der Schönheiten des Schiffenbergs sollen zwei Bänke an dem schönsten Ausblick aufgeftellt werden, außerdem wurde beschlossen, eine Orientierungstafel auf der Terrasse anzubringen. Weiter sollen eine Anzahl Bäume gefällt werden, um einen besseren Aus­blick zu ermöglichen. Falls die laufenden Mittel ausreichen, sollen weiter einige Brunnen- fassungen vorgenommen werden. Für den Mo­nat August ist eine größere gesellige Veranstal­tung auf dem Schiffenberg geplant, bei welcher ein von dem Heimatdichter Gg. Heß verfaßtes Heim a tsPiel zup Aufführung kommen soll. Außerdem sind während der Sommermonate re­gelmäßige monatliche Zusammenkünfte auf dem Schiffen berg vorgesehen. Weiter wurde die S t i f - tung von geeigneten Bildern für den im Seitenbau des Schiffenbergs befindlichen Saal, der einen besonders schönen Ausblick nach der Stadt ermöglicht, angeregt. Ein Photo-Wettbe­werb soll zur Herstellung schöner Aufnahmen des Schiffenbergs und seiner Umgebung anregen.

Anschließend an die Hauptversammlung fand eine Familienzusammenkunft statt, bei welcher neben musikalischen Darbietungen bei­fällig aufgenommenc Ges anasvor träge einer Sängerabteilung aus Watzenborn-Steinberg zu Gehör gebracht wurden. Konzertsängerin W i e t - tich, Dad-Rauheim, erfreute durch den Vortrag mehrerer Lieder, ebenso sanden die von Frau Pfarrer Steiner selbst verfaßten und zu Ge­hör gebrachten, von ihrem Gatten vertonten Lieder allgemeinen Beifall. Im übrigen trugen die Mit­glieder Gg. Heß und K. W e i d i g wesentlich 8U,r Verschönerung des Rachmittags bei.

Ein Gießener Autobus in Marburg verunglückt.

Aus Marburg wird uns von unserem UL-Mitarbeiter berichtet: Am gestrigen Dienstag kurz nach 21 Uhr wollte der mit etwa 12 Per­sonen besetzte Auto-Omnibus von Ernst Walldorf aus Gießen den sehx steilen, vom Steinweg aus nach der Rordseite des Marburger Schlosses abzweigenden Rotergraben hinauffah- ren. Als der schwere Wagen die Bergstraße Halbwegs erklommen hatte, kam er, an­scheinend durch Versagen der Umschaltein­richtung des Motors, in rückläufige Be­wegung, fuhr ein. Stück bergab und stürzte

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