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mühte zwischen 431 bis 455 Stimmen auf sich vereinigen. _ __ ,

Matin" schreibt: Beide Kandidaten fmo starre Persönlichkeiten und können aus einer langen parlamentarischen Vergangenheit, die ihnen ent­schlossene Anhänger und treue Freunde un Paria- ment eingebracht hat, gewichtige Anrechte au baö Amt des Präsidenten herlecken. Der Kamps dürfte allerdings sehr scharf sein und jeder Zwischenfall, jedes kleinste Manöver, ja rede falsche Nachricht könnte die Lage ändern. Petit Parisien" schreibt: Es handelt sich nicht üm eine Schlacht wie bei den meisten früheren Wahlen, sondern um einen großen Kampf zwi­schen zwei hochstehenden Persönlichkeiten, die in verschiedener Hinsicht des Mandats, das dem Sieger auf sieben Jahre anvertraut wird, gleich würdig sind. Paul Do um er ist der alte be­herzte Kämpfer, der vier Söhne von acht Kindern verloren hat. Briand ist der Vorkämpfer der Friedenspolitik, wie sie oft durch das Parlament bestätigt worden ist.

Die Fraktionen der demokratisch- so jia* len Aktion (Gruppe Maginot) mit 30Mit­gliedern und die der sozialen und radikalen Linken (Gruppe Franklin-Douill on) mit 17 Mitgliedern scheinen die Kandidatur Doumer unterstützen zu wollen. Diese Absicht ist bei der Marin-Gruppe (85 Mitglieder) bereis deutlich zum Ausdruck gekommen. Die Senats- fraktion der Republikanis ch en V er er n i- gung (Millerand-Poincars, 72 Mitglieder) hat beschlossen, beim ersten Wahlgang geschlossen für Doumer zu stimmen. Die Senatsfraktion der De­mo k r a t i sch - R a di k a l e n Vereinigung, die 32 Mitglieder zählt und ter Gruppe Lau­ch o u r in der Kammer entspricht, hat ihren Mit­gliedern für den ersten Wahlgang Stimmsreihelt gelassen und wird im zweiten Wahlgang für den meistbegünstigten Linkskandidaten eintreten. Die Hälfte der Fraktion soll nach Havas für Briand, die andere Hälfte für Doumer sein. Man rechnet damit, daß höchstens noch ein zweiter, nicht aber ein dritter Wahlgang notwendig sein wird. Der Kandidat, der im ersten Wahlgang siegen soll,

Schwere Bankkrise in Oesterreich.

Oer Zusammenbruch der Oesterreichischen Kreditanstalt ein Symptom für die un­haltbare Lage Oesterreichs. - Wird man den Weg freigeben zur Zollunion?

Am Rande des Abgrunds.

Die größte österreichische Dank, die All­gemeine Kreditanstalt, hat einige Lage unmittelbar vor dem Bankrott ge­standen. Die Dllanzprüfung hat ergo een, daß sie Abschreibungen in Höhe von 14 0 Millionen Schilling vornehmen muhte, das war mehr als das ganze Aktienkapital, dah sie also eigentlich jeden soliden finanziellen Grund unter den Füßen verloren hatte. Welche Fol­gen ein solcher Zusammenbruch für die ganz« österreichische Wirtschaft gehabt hätte, das kann man nicht einmal ahnen, auch jetzt noch werden die Folgen des Erdbebens sich schwer genug bemerkbar machen. Immerhin ist es anzuerken­nen. daß die österreichische Regierung tatkräftig eingegriffen und in drei Tagen einen Ausgleich gefunden hat, der wenigstens das Schlimmste verhütet. Sie hat sich maß­gebend an der Bereitstellung neuer Geldmittel beteiligt und so den Stoß im Augenblick auf- gefangen.

Allerdings um den Preis, dah sich jetzt e i n Staatskapitalismus unerfreulich- sten älmfangs entwickelt, denn die Kredit­anstalt, die im vorigen Jahr die damals vor dem Zusammenbruch stehende Dodenkreditanstalt aussaijgte wobei sie sich zweifellos übernom­men hat kontrolliert jetzt fast alle bedeuten­den industriellen Unternehmungen des Landes, älnd nicht nur das: die Hälfte der älnternehmun- gen, an denen sie finanziell beteiligt ist. liegt in den Nachfolge st aalen, die Wirkung be­schränkt sich also nicht nur auf Oesterreich allein, sondern auch auf Ungarn und die Tschecho­slowakei, die mit Wien immer noch stark finan­ziell verflochten sind. Denn das Merkwürdige war, daß der politischen Auflösung die finanzielle Loslösung nicht ge­folgt ist. Wien blieb im wesentlichen der Fi- nanzplah aller Gebiete der ehemaligen öster­reichisch-ungarischen Monarchie, mit der notwen­digen Folge, dah diese Danken für das Staats­gebilde z u groß wurden und die Uebersicht ijber die von ihnen kontrollierten Unternehmun­gen verloren. Das wird kaum besser werden, wenn jetzt der Staat Oesterreich sich einschaltet, weil er mit sehr viel gröheren Schwierigkeiten 7 noch zu kämpfen haben wird als das Privat­kapital.

Vor allem aber und hier greift die Po­litik ein muh Oesterreich das Geld erst ein­mal haben. Gedacht ist wohl dabei an die Ba­seler Reparationsbank. aber die Gefahr besteht doch, daß diese unter dem Einfluß der Siegerstaaten stehende Tributbank sich nur zur Verfügung stellt gegen politische Kon­zessionen. Der Kampf um die Zollunion wird dadurch wesentlich erschwert, denn es kann sehr leicht eine Situation entstehen, wo Oesterreich

seine Handlungsfreiheit verliert, zum minteften die französische Gruppe Daumen­schrauben anzusetzen sucht, um mit Hilfe eines sol­chen finanziellen Drucks die werdende Zollunion zu sprengen. Das Ganze bleibt ein Beweis für die Stümperhaftigkeit, mit der in Varis dieFrie­densverträge'' zusammengestoppelt wurden: ein Beweis auch, wie leicht es ist, auf der Karte mit dem Lineal Grenzen zu ziehen, wie schwierig es aber bleibt, wirtschaftliche Zusammen­hänge zu lösen: ein Beweis endlich, daß dieses Oesterreich, dessen Existenz allein durch die Angst vor dem Anschluß bedingt bleibt, lebensun­fähig ist und eine Anlehnung an einen größeren Staat braucht. Wären also die politischen Bin­dungen mit dem Recht des Stärkeren nicht, dann würde allein aus dieser Finanzkatastroph« die volle Rechtfertigung für die Bemühungen um die Zollunion erbracht sein.

Oie Ganierungsaktion.

Die Regierung greift ein.

Wi*n, 12. Mai. (WTB.) Die Blatter be­schäftigen sich mit der durch Intervention der österreichischen Bundesregierung erfolgten Sa­nierung der Oesterreichischen Kreditanstalt für Handel und Gewerbe. Die Sanierung, die auf die Mitteilung der Kreditanstalt an die Bundes­regierung über Verluste in Höhe von 1 40 Millionen Schilling eingeleitet wurde, und die Herabsetzung des Aktienkapitals, so­wie die Zuführung von 160 Millionen Schilling 100 Millionen von der Bundesregie­rung, je 30 Millionen von der Nationalbank und dem Bankhaus Rothschild vorsieht, wird als wirtschaftspolitisches Symptom gewertet. Die Lage Oesterreichs, wie sie durch die Friedens­vertrage geschaffen wurde, sei immer unhaltbarer geworden. Die Neue Frei« Presse schreibt: Die ökonomische Kraft Oesterreichs bricht immer mehr zusammen. Das Land braucht einen Zuschuß an Kraft: wenn man ihm diesen Zuschuß jetzt verweigert, begeht man ein Ver­brechen, das nicht mehr gesühnt werden kann. In der Reichs Po st heißt es: Es ist sehr zu wünschen, daß gewisse Kreise, die Oesterreichs Drang nach einem erweiterten Wirtschaftsgebiet mit politischen Vorwürfen schlimmster Art beant­wortet haben sich das Ergebnis des heutigen Tages gründlich überlegen. Die Situation der Kreditanstalt ist ein von allem politischen Bei­werk freier Beweis dafür, daß die Zeit der wohlgemeinten Ratschläge endgül­tig vorüber ist. Die Wiener Neuesten Nachrichten fragen: Wird man unserem Außenminister in Genf nicht glauben, daß Oester­reich sich nicht entwickeln kann, wenn man ihm den Weg nicht frei gibt in ein Wirt­schaftsgebiet, das zwar auch von der Krise schwer betroffen ist, in dem ober doch immer der Blut­kreislauf der Wirtschaft pulsiert?

Korells Eiaisrede im Landtag.

WHP. Darmstadt, 12. Mai. Präsident Delp I eröffnet die Sitzung mit folgendem Nachruf für den verstorbenen Volk^partei­lichen Abg. Scholz: In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai ist der Landtagsabgeordnete Chri­stian Scholz aus Mainz nach einer Bruchope­ration verschieden. Herr Scholz erfreute sich im Landtag wie außerhalb desselben großer Wertschätzung. Seine ruhige Kampfesart, seine große Sachlichkit bei allen Beratungen und sein vornehmer, lauterer Charakter erwarben ihm stets die Hochachtung seiner politischen Gegner. Das Hessenland, dem er auch besonders währen d dex Besahungszeit in hervor­ragender Weise gedient hat, verliert in ihm einen großen Führer der hessischen Wirtschaft und das Parlament einen verdienstvollen Abgeordneten.

Die Einzelberatung des Zustizeiats.

Abg. Sturmfels (Soz.) nimmt den Vorwurf der Fälschungen gegen Ministerialdirektor Dr. Neurvth mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück.

Abg. Kaul (Soz.) erklärt, es sei unbestreit­bar, daß das Mißtrauen in der republikanischen Bevölkerung gegen die Rechtsprechung stark ge­wachsen fei. Die Vollstreckung der Todesstrafe widerspreche der Menschenwürde; Hessen möge an der seitherigen Praxis, Todesurteile nicht zu vollstrecken, festhalten.

Abg. W e s p (Z.) fordert schärfste Bestrafung der Arbeitgeber, die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer unterschlagen. Die bisherige Tätigkeit der Arbeitsgerichte wirke sich nament­lich durch die Bevorzugung des Vergleichsver­fahrens sehr segensreich aus. Die Zulassung von Rechtsanwälten zu den unteren Stufen der Ar­beitsgerichte lehnten die Gewerkschaften nach wie vor ab.

Abg. Böhm (Dn.) erklärt, er sei Anhänger der T o d e s st r a f e, weil er als Staatsanwalt zahllosen Ermordeten in die gebrochenen Augen gesehen habe. Wer Blut vergieße, dessen Blut müsse wieder vergossen werden. (Zuruf:Bar­barei I")

Abg. Dr. Wolf (parteilos) macht in vielen Fällen die Wirtschaftslage oder die Praxis der Kassen dafür verantwortlich, wenn Sozialbei­träge unterschlagen würden. In Fällen wie Kürten und Haarmann sei ein Schnellverfahren unter Ausschluß der Oeffentlichkeit durchaus am Platze.

Arbeitsminister Korell erwidert, daß in vielen Fällen die Schmuhkonkurrenz zur Unter- schlagung von Sozialbeiträgen geführt habe: hier sei schärfste Bestrafung am Platze.

Abg. Dr. Werner (Nat.-Soz.) meint, in vielen Fällen zeige der Strafvollzug in Hessen eine unverantwortliche Milde und Groß­zügigkeit, die zur Heuchelei der Sträflinge führe. Dah die Todesstrafe an Scheusalen wie Kürten und Haarmann zu vollstrecken sei, dar­über gebe es im gesunden Dolksernpfinden nur eine zustimmende Meinung.

Abg. Kunkel (D. Vp.) fordert Einschränkung der gewerblichen Arbeiten in den Straf­anstalten.

Abg. Donat (Dem.) wünscht Zusammenlegung der Strafanstalten Butzbach und Marienschloh.

Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft.

Minister Korell erklärte zum Etat seines Ministeriums: Die Aufhebung des Mini­steriums für Arbeit und Wirtschaft sei bean­tragt worden und man wisse wohl, daß er, der Minister, persönlich der Aufhebung nicht ent­gegenstehe. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft sei im letzten Jahre ein Wohl­fahrtsamt großen Stiles geworden. Der Minister verwies insbesondere auf die Hilferufe der Kleingewerbetreibenden, welche keinen Rechtsanspruch auf Unterstützung hätten. Mit dem Mittel der Zinsverbilligung habe er in manchen Fällen helfen können. Vom Personal des Ministeriums selbst sind auf Inhaber gesetzt 7 Stellen gleich 12,5 Prozent. Ab - gebaut wurden bereits 4 Beamte mit einer Ersparnis von 16 428 Mark. Von 474 Stellen

im Gesamtressort sind 62 gleich 12 Prozent auf den Inhaber gesetzt und 21 Stellen zum Ver­schwinden gebracht worden. Weitere 30 000 Mark werden an Personal- und Sachkosten abgesetzt und der Feldbereinigung zur Zinsverbilligung neu hinzugebracht. Wenn die Hauptabteilung 7 mit einem Mehrzuschuhbedarf von 127 747 Mark ab- schliehe, so sei daran schuld die Neuvorsehung von 250 000 Mark Zinszuschuß für Nvtstands- arteiten.

Landwirtschaft.

Die Feldbereinigung sei trotz der schwierigen Geldverhältnisse weiter geför­dert worden. Eine Verbilligung der Kosten werde konsequent durchgeführt. Für besonders wichtig bezeichnete der Minister die begonnene llm< stellung des Vogelsberges zurGrün- Landwirtschaft durch die Deispielswirtschaf- ten, welche sich befriedigend entwickelten. Die Glashauskulturen arbeiteten technisch in Hessen ausgezeichnet, aber sie litten unter auslän­discher Schleuderkonkurrenz und man­gelndem genossenschaftlichem Geiste unter den Landwirten. Der Minister sagte einigen Füh­rerinnen der Hausfrauenvereine in Hessen Dank für ihre Propaganda für bi« ein­heimische Produktion.

Handwerk und Gewerbe.

Die Preissenkungsaktion sei eine sehr schwierige Frage, welche die gröbsten Vorwürfe gegen bas Ministerium geboren habe. Der Minister habe immer anerkannt, daß bei den D^taillisten ent- prechende Preissenkunaen oorgenommen worden eien. Er habe anerkannt, daß die Fleischwaren ge- enkt worden seien. Aber ebenso sei es seine Pflicht gewesen, auf anderen Gebieten, wo der Abschlag nicht genügend oder zu langsam, dagegen der Auf- schlag sehr rasch und ohne Berücksichtigung der Wir­kung auf weite Kreise oorgenommen wurde, einzu­wirken. Der unbefriedigende Zustand in der Preis­spanne zwischen Mehl- und Brotpreis liege in der verschiedenartigen Gewinnspanne. Der Milchpreis schwanke zwischen 11 und 30 Pf. pro Liter. Gar manchem Handwerker und Gewerbetrei­benden seien unter Beiseitesckiebung aller bureau- kratischen Hemmungen Erleichterungen jeder Art gegeben worden. Die Gesandtschaft in Berlin habe sich für Aufträge an das hessische G e - werbe energisch und mit Erfolg eingesetzt.

Wohnungsbau. ,

Im Wohnungsbau sei in den vergangenen Jahren Hessen mit an der Spitze aller deutschen Länder mar­schiert. Der Reinzugang an Wohnungen auf 1000 der Bevölkerung betrage im Reich 31,5 v. H., in Hessen 38,8 v. H. Bei der B e r g e b u n g v o n B a u. arbeiten haben sich teilweise erhebliche Preis­senkungen ergeben. Vermutlich werden die neuen Bauten sich etwa um 15 bis 20 v. H. billiger stellen als bisher. Für 1931 find in Hessen nur fünf Millionen für den Wohnungsbau bis jetzt ver­fügbar. Davon werden vorweg für die Verzinsung und Tilgung der aufgenommenen Anleihen für die Landgemeinden 2 500 000 Mark und ebensoviel für die Stadtgemeinden beansprucht. Das bedeutet, daß für das Jahr 1931 in Hessen nur ein Betrag aus den Rückflüssen und den aufkommenden Zinsen in Hohe von 1 513 000 Mark zur Verfügung steht. Zieht man hiervon Kosten für Zusatzdarlehn für Kriegsbeschä- digte, Kinderreiche und Tuberkulosekranke, landwirt­schaftliche Siedlungen und eine Reserve von zu­sammen 513 000 Mark ab, so bleibt zur Verwendung für reine Baudarlehen ein Re st betrag von 1 Million Mark. Das sind keine erfreulichen Aussichten für den Baumarkt.

Soziale Kragen.

Die Herabsetzung der Arbeitszeit sei in Hessen in der großen Mehrzahl der Be­triebe durch die Not der Wirtschaft bereits er­zwungen worden. Wo noch Lieberstunden und Svnntagsarbeit geleistet werde, habe das Mini­sterium und die Gewerbeaufsicht eingegriffen: al­lerdings auch hier unter Berücksichtigung lebens­wichtiger Interessen der Industrie. Mit besonderer Genugtuung erwähnte der Minister sodann die Bereitstellung von Mitteln zur Zinsverbil­ligung von Arbeiten der Provinzen, Kreise und Gemeinden um ausgesteuerte Wchlsahriserwerbs- lose zu beschäftigen. Wohl 5000 Ausgesteuerte fanden auf diesem Wege Brot. Die immer wieder betonte freie Wirtschaft scheine der Sturmbock ge­gen die deutsche Sozialpolitik werden zu sollen. Die Senkung der Löhne und Gehälter habe ohne Zweifel zu einer Senkung des Reallohns geführt. Demgegenüber ist aber nach unserer Meinung an den sozialen Rechten der Arbeiter und Ange­stellten festeuhalten. Die hessische Regierung wird alle Bemühungen unterstützen, die eine Verstän­digung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erzielen sollen, aber sie wird dem Dogma der freien Wirtschaft zuliebe keine Zurückdrängung des staatlichen Einflusses und der Rechte der Arbeit­nehmer aller Kategorien mitmachen können.

Eine Richtigstellung.

Bei der Beratung des Inneüetats hat die Ab­geordnete Frl. Birnbaum (DVP.), wie uns soeben mitgeteilt wird, beim KapitelHe i l - u n d P f l e g e a n st a l t e n" die Errichtung eines Schwesternhauses für das Philipps-Ho­spital bei Goddelau gefordert, da dort die zur Unterbringung der Schwesternschaft einge­räumten Räume für die aufzunehmen den Kranken verloren gingen. Cs handelt sich also hierbei nicht, wie ausdrücklich festgestellt sei, um die Heil- und Pflegeanstalt in Gießen, wo über­haupt keineSch westernverwandt wer­den und infolgedessen auch kein Schwesternhaus oder etwas ähnliches existiert.

Oie Oeutschnationalen gegen jede

> Steuererhöhung.

In Frankfurt tagte der Geschäftsführende Aus­schuß der Deutschnativnalen Dolkspartei. Nach­dem eine Reihe organisatorischer Fragen behan­delt worden waren, wurde folgende Entschlie­ßung einstimmig angenommen:Den hessischen Abgeordneten wird der Dank für ihre Tätigkeit im Landtag ausgesprochen. Sie werden ersucht, die bisher beschrittenen Wege weiter zu gehen, sich insbesondere allen Maßnahmen zu widcrsetzen, die auf eine weitere steuer- liche Belastung der Bevölkerung, insbeson­dere des städtischen und ländlichen Grundbesitzes, hinauslaufen. Die DRVP. lehnt, wie schon seit Jahren, aus das entschiedenste jegliche Steuer­erhöhung ab. Sie sieht den Weg zur Sanierung der Finanzen in der Senkung der Ausga­ben."

Aus aller Well.

23om Frauenbund der Deutschen kolonialgefellschast.

Die Hauptversammlung des Frauen­bundes der Deutschen Kolonialgesellfchaft findet in diesem Jahre tyn 20. und 21.Mai in Eise­nach statt. Die Arbeiten und Ziele des, Frauen­bundes erwecken gerade in der heutigen schweren Zeit im Vaterlande in immer weiteren Kreisen Interesse und Verständnis, zeigen sie doch immer deutlicher, wie schwer wir darunter leiden, daß uns durch den Versailler Vertrag die Möglichkeit genommen wurde, unseren Volksgenossen im eigenen überseeischen Besitz Brot und Arbeit zu verschaffen, unsere Industrie mit den eigenen Rohprodukten ohne hohe Aus- landzölle zu versorgen. Die Arbeit des Bundes gibt aber auch Hinweis«, wie wir trotz alledem auch heute noch mit den in den Kolonien lebenden Teilen unseres Volkes in Verbindung blei­ben und wie z. B. durch die Stellenvermittlung des Frauenbundes der Weg für manche nach fvnifien offengehalten wird.

(Eine (Eleftrofagung in Frankfurt.

Der Verband Deutscher Elektrotech­niker und die Bereinigung ber (Eiet- trizitätswerke haben beschlossen, ähre Tagun­gen gemeinsam abzuhalten und sie zu elner^Elektro- tagung auszugestalten, die in (Erinnerung an die 40,ährige Wiederkehr der Elektrotechnischen Aus­stellung und des (Erinnerungstages des Internatio­nalen Elektriker-Kongresses, Der den Auftakt zu der glänzenden Entwicklung der Elektrotechnik in Deutschland bildet, in Frankfurt a. M. abgehalten werden wird. Sie beginnt am 21. Juni im Frank­furter Rathaus. Am 22. Juni hält Exzellenz von Miller, der gefeierte Pionier der Elektrotechnik, eine Rede, in der er, durch seine historische erste Kraft­übertragung von Elektrizität in Deutschland hierzu am ersten berufen, über die geschichtliche Entwick­lung der Kraftübertragung auf weite (Entfernung spricht. Am 23. Juni folgen weitere Vorträge von Professor Matthias und Professor Dr. Haas über die Probleme der Hochspannungs-Kraftübertragung und die 2(usroirfung der Lauffeuer Kraftübertragung auf die Elektrizitätswirtschaft.

75 Jahre Herein Deutscher Ingenieure.

Der Verein Deutscher Ingenieure feierte am 12. Mai sein 75jähriges Bestehen. Im Jahre 1856 ist der Verein in Alexisbad im Harz von 23 jugendlichen Mitgliedern des Akademischen Vereins Hütte, einer Vereinigung der Zöglinge der damals höchsten preußischen Gewerbeschule, gegründet worden. Zur Erinnerung an die Grün­dung des Vereins, der heute mit 31 000 Mit­gliedern und drei Auslandverbänden in Japan, China und Argentinien an der Spitze aller technisch-wissenschaftlichen Körper­schaften der Welt steht, versammelte sich der Vorstand und ein kleiner Kreis zu einer schlichten Gedenkfeier in Alexisbad, um ein von den Mit­gliedern der Gesellschaft gestiftetes Denkmal zu enthüllen. Der Schöpfer des Denkmals, Bild­hauer Encke, übergab das Denkmal General­direktor Dr. K ö 11 g e n, dem Vorsitzenden des VDI. Professor Dr. M a t s ch o ß feierte in einer Festrede die jugendliche Begeisterung und den Weitblick, mit dem seinerzeit die jungen Mitglieder des Vereins die Grundlage für den heutigen VDI. geschaffen hatten. Das Denkmal besteht aus einer vier Meter hohen Säule aus Muschelkalk, auf der die Figur eines jugendlichen Mannes im Alter der Gründer des VDI. und in der Erscheinung der damaligen Zeit steht.

(Eine Tagung reifender Kaufleute.

Am 15. Mai veranstaltet berVerbandreisen. ber Kaufleute Deutschlands im Rahmen seiner Reichstagung eine öffentliche Äunbgebung in Berlin. Zahlreiche Behörben unb Wirtschaftsver- bänbe haben ihre Beteiligung bereits zugesagt. U. a. wirb Verbanbsbirektor Günther überWirt­schaftsnot unb reifenber Kaufmann" sprechen.

Oie Wetterlage.

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Der hohe Druck über Mitteleuropa beherrscht bie Wetterlage und siihkt in unserem Bezirk zu meist heiterem unb warmem Wetter. Im Rorbwesten nähert sich eine Störung den britischen Inseln, die durch ihre Südseite später den hohen Druck ab­schwächen dürsten. Dabei besteht die Möglichkeit, daß mit der zunehmenden Erwärmung auf dem Festlands Gewitterstörungen entstehen. Zunächst bleibt jedoch das meist heitere Wetter erhalten.

Aussichten für Donnerstag: Meist hei­teres Wetter mit weiterer Erwärmung, später auf- kommende lokale Gewitterneigung.

Aussichten für Freitag: Gewitterstörun- gen ober einzelne gewitterartige Niederschläge wahr­scheinlich.

Lufttemperaturen am 12. Mai: mittags 21,6 Grad (Eelfius, abends 16,4 Grad: am 13. Mai: morgens 13,8 Brad. Maximum 22,5 Grad, Minimum 8,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Mai: abends 20,2 Grad: am 13. Mai: morgens 13,8 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer 7 Stunden,