Ausgabe 
13.4.1931
 
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sei kein Ding an sich, und von einer Sanierung der Wirtschaft und Finanzen im Sinne des bekannten Regierungsprogramms könne solange nicht gespro­chen werden, solange den Gemeinden sprung­haft steigende, nicht übersehbare so- ziale Ausgaben auferlegt blieben, für die die Gemeinden einfach keine Mittel mehr aufbringen könnten.

Die in der Iuli-Rotverordnung des Reichs­präsidenten den Gemeinden neugegebenen ©teuer* quellen Dürgcrsteuer. Bier,teuer, Geyreinde- getränkesteuer reichten selbst bei völliger Aus­schöpfung nicht einmal annähernd aus, um auch nur die inzwischen gestiegenen sozialen Lasten zu decken. Dabei sei eine Steuer, wie gerade die Ge­meindegetränkesteuer, wegen ihrer Konjunktur­empfindlichkeit für die Landgemeinden besonders ungeeignet. Vielfach bestehe heute noch die Mei­nung, daß die Erwerbslosigkeit nur in den großen Städten, weniger oder gar nicht in den Land­gemeinden und kleineren Städten, hohe Ausgaben verursache. Das sei aber keineswegs der Fall. Ziffernmäßig belegte der Redner, daß in den Landgemeinden dürchschnittlich die doppelte Steigerung der Arbeitslosenzahl wie in den großen Städten vorhanden sei. Der gegenwärtige Zustand sei untragbar und müsse schleunigst beseitigt werden. Solange das Reich erhebliche Zuschüsse zur Arbeitslo-sen- versicherNng zahle zur Zeit sind es 420 Mil­lionen Mark jährlich, könne man nicht von einem reinen Dcrsicherungschc^akter der Reichs­anstalt für Arbeitslosenversicherung sprechen. Da das Reich seinerseits nicht über genügende Mittel verfügen könne, um die Gemeinden von ihren erdrückeirden Lasten zu befreien, so müsse im Interesse der Aufrechterhaltung des ganzen so­zialen Gesehwerkes der Gedanke der Prüfung der Bedürftigkeit, wie er jetzt in den Ge­meinden bei den Wohlfahrtserwerbslosen bereits bestehe, generell erwogen werden. Es müsse fer­ner eine angemessene Beteiligung nicht nur des Reichs, sondern auch der Länder an den zwangsläufigen sozialen Lasten der Gemeinden erreicht werden und mit der Reichsregierung eine Verständigung schleunigst herbeigeführt werden. Es erscheine angesichts der katastrophalen Fi­nanzlage der Gemeinden angemessen, wenn von den Kosten der Reichsarbeitslosenfürsorge das Reich 50 Prozent, die Länper 35 Pro­zent und die Gemeinden 15 Prozent trügen. Selbst die Aufbringung der 15 Pro­zent werde für die Landgemeinden angesichts des durch die Rotverordnung verkündeten Realsteuer- senkungsgesetzes und der geringen sonst zur Ver­fügung stehenden Steucrquellen außerordentlich schwer sein.

Oberheffen.

Doranschlagsberatung in Schlitz.

£ Schlitz, 11. April. Bürgermeister Dr. R i e p o t h teilte in der jüngsten Gemeinde­vertretersitzung zunächst mit, daß der Landtag vor kurzem eine Vorlage, an der er selbst nicht unbeteiligt gewesen sei, verabschiedet habe. 3n dieser Vorlage werde die Wände rx- lager st euer neu festgesetzt. Sie g?be den Ge­meinden das Recht, zu der staatlich festgesetzten Steuer einen Zuschlag bis zu 100 Prozent zu erheben. Auf Vorschlag der Finanzkommis'ion beschloß der Gemeinderat, von dieser gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch zu machen.

Der Voranschlag für das Rj. 19 31 schließt in Einnahme und Ausgabe im Betrieb und Vermögen mit 192 575,09 Mark, gegenüber 193 502,33 Mark im Vorjahre! der Voran­schlag des Elektrizitätswerkes mit 81 600 Mark, gegenüber 87 000 Mark im Vor­jahre, ab. Rach längeren Aussührungen des Vorsitzenden wurden beide Voranschläge in der vorgeschlagenen Fassung genehmigt. Der Hin» lagebedarf wird gegenüber dem Vorjahre bei der Grundsteuer um 6 Prozent, bei der Gewerbe­steuer um 12 Prozent gesenkt. Der dadurch ent­stehende Fehlbetrag wird aus Mitteln der staat­lichen Sondergebäudesteuer ersetzt. Zu dem Vor­anschlag des Elektrizitätswerkes führte der Vorsitzende ergänzend aus, daß die allge­meine wirtschaftliche Deprcs ion naturgemäß auch nicht ohne Einfluß auf den Betrieb des Elek­trizitätswerkes im abgelaufenen Jahre geblie­ben sei und daß für das Jahr 1931 mit einem weiteren Rückgang der Stromabnahme gerechnet werden mühte. Wenn es auch schwierig sei, bei einem wirtschaftlichen Betrieb überhaupt einen kameralistischen Voranschlag aufzustellen, so habe er doch, um der Entwicklung einigermaßen Rech­nung zu tragen, die Einnahmen aus Strom­

Wickschast.

gelt) um 8000 Mark senken müssen. Es sei in­folgedessen ein Ausgleich unter Beibehaltung der seitherigen Ablieferung an die Stadtkasse nur möglich gewesen in der Annahme, dah normale Witterungsverhältnisse die Ausnützung der ge­grämten Wasserkräfte im vorjährigen Umfang ermöglichen. Um dän Stromabsah weiter zu heben, wird nach den Vorschlägen der Elektri­zitätswerkkommission die Einführung eines Ta­rifs D beschlossen. Rach diesem Tarif wird der seitherige Höchstverbrauch als Grundgebühr er­hoben und die früher bezoame Strommenge nicht berechnet. Jede weitere -Stunde kostet 15 Pf.

In bezug auf den Voranschlag der Stadt teilte der Bürgermeister mit, dah nach dem bisherigen Ergebnis zu hoffen fei, dah das Rechnungsjahr 1930 ohne Fehlbe­trag abschließen werde. Für 1931 sei jedoch in­folge des Ausfalls an Reichssteuern der Aus­gleich nur durch Heranziehung der Reserven der Jahre 1928 und 1929 möglich gewesen. Don der Einführung einer Bürger st euer und der er­höhten Bier st euer könne zunächst noch ab­gesehen werden. Völlig verändern würde sich jedoch die finanzielle Lage, falls der Staat dazu überginge, seine gesetzlich sestgelegten Kosten- beteiligungen und die gesetzlich festgelegten Steuerüberweisungcn nach Grundsätzen zu ver­teilen. die praktisch eine Strafe für sparsame Wirtschaft bedeuten mühten.

Landkreis Gietzen.

k. Watzenborn-Steinberg, 13. April. Am Samstagabend fand imGrünen Dar m" eine Versammlung des Gewerbevereins statt, in welcher zunächst der Vorstand bestimmt wurde. Außer den in einer früheren Mitgliederversamm­lung für den vorbereitenden Ausschuß gewählten Mitgliedern wurden noch Schlossermeister Georg Schmandt VIII. und Gastwirt und Metzger- meister Phil. Georg II. als Vorstandsmitglie­der bestimmt. Rach der Festsetzung des Mit­gliederbeitrags wurde der Anschluß an den Be- zirksverband Gießen der Ortsgewerbevereine be­schlossen.. Die Beratung der Satzungen wurde dem Vorstand übertragen.

i Ettingshausen, 12. April. Gestern nach­mittag ereignete sich hier ein schwerer Un­fall Der Wagnermeister Phil. Pfeiffer I. war mit Spalten von altem Holz beschäftigt. Dabei sprang ein Scheit so unglücklich ab, daß es den Mann ins Gesicht traf und das rechte Auge verletzte. Der sofort herbei- gerufene Arzt, Dr. Claus von Lich, ordnete die unverzügliche Ueberführung des Verletzten in die Klinik an, wo man sofort zur Operation schritt. Allem Anschein nach dürfte das Augen­licht auf dem verletzten Auge verloren sein.

Kreis Schotten.

-^-Schotten, 11. April. Zur Förderung des heimischen Obstbaues sollen ver­suchsweise in den größeren Orten des Kreises Sprechtage abgehalten werden, an denen der zuständige Sachverständige, Obstbauinspekior E n k l e r (Gießen), Interessenten in allen Fra­gen des Obstbaues beraten wird. Sollte die Ein­richtung der Sprechtage bei der Kreisbevölke- rung Anklang finden, so ist beabsichtigt, sie in den kommenden Jahren regelmäßig im April, Juli und Oktober durchzuführen.

Brand im Hessischen Landesiheaier.

Darmstadt, 12. April. (WSN.) In einem Requisitenraum des Hessischen Lan­destheaters kam es am Sonntagfrüh gegen 4 Uhr aus bisher noch unaufgeklärte Weise zu einem kleinen Schadenfeuer. Durch die vor einiger Zeit eingeführte thermo-elektrische Feuersicherungs­anlage wurde die Feuerwehr alarmiert, die den Brand sofort löschen konnte und größeren Schaden verhütete. Der Theaterbetrieb wurde durch das Feuer nicht beeinträchtigt.

Taten für Dienstag, 14. April.

Sonnenaufgang 5.35 Uhr, Sonnenuntergang 19.16 Uhr. Mondaufgang 4.49 Uhr, Monduntergang 15.23 Uhr.

1831: der Afrikareisende Gerhard Rohlfs in Ve­gesack geboren; 1927: der Verlagsbuchhändler Johannes Klasing in Bielefeld gestorben.__________

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bi- 12.33 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen

Anzei., enaustrage sind lediglich an die Geschäftsstelle w richten

Tür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

D i e Indexziffer der Großhan­delspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 8. April berechnete Indexziffer der Groß­handelspreise ist mit 113,5 gegenüber der Vor­woche (113,6) nahezu unverändert geblieben. Die Indexzisf.m der Hauptgruppen lauten: Agrar­stoffe 103,9 ( 0,1 Proz.), Kolonialwaren 97,2 ( 0,4 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halb­waren 105,4 (0,1 Proz.) und industrielle Fertig­waren 137,8 ( 2 Prozent).

* Betriebsein st eltung in Oberhes- s e n. Die seit 70 Jahren bestehende Fabrik für photographische Papiere, Trapp & Münch A G. in Friedberg, wird ihren Betrieb ein- stellen. Der Stillegungsantrag ist bereits bei der Behörde eingereicht. Spätestens bis l.Iuli soll das Friedberger Unternehmen der Mimosa AG. in Dresden angegliedert werden. Letztere hat über 90 Prozent des AK. der Firma Trapp üc Münch AG. in Händen. Die steuerliche Belastung soll in erheblichem Maße zur Beschleunigung der Stillegung des Betriebes beigetragen haben. Vor dem Kriege waren Trapp & Münch in ihrer Branche führend.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 13. April. Tendenz: ruhig. Die Börse eröffnete zu Beginn der neuen Woche in sehr ruhiger und zum Teil schwacher Haltung. Trotzdem wieder einige kleine Kauforders Vor­gelegen Haven, neigte die Spekulation eher zu Abgaben. Das Geschäft war außerordentlich gering, zumal Aid) keine anregenden Momente vorgelegen haben. Eine Zurücksetzung und Ver­stimmung ging von den deutsch-russischen Ver­handlungen aus, da entgegen einigen Pressemel­dungen nicht über eine quotenmäßige Aufteilung der Aufträge auf die einzelnen Industriezweige oder gar auf einzelne Firmen gesprochen worden ift; was man besonders für AEG. geglaubt hatte. Die wenigen Kurse, die genannt wurden, lagen uneinheitlich und später meist schwächer. Don Chemiewerten eröffneten I.-G.-Farben und Rüt- gerswerke je 1 Prozent höher. Am Elektromarkt gewannen Schuckert auf unbestätigte Gerüchte, die von einer llprozentigen Dividende wissen woll­ten, 2 Prozent zurück. Mehr abgefchwächt lagen Berger mit minus 2,65 Prozent und Phönix, die 2 Prozent einbüßten. Schifsahrtswerte behauptet. Ebenso behauptet Iunghans und Wayß & Frey- tag. Sehr fest, jedoch ohne Geschäft, Deutsche Linoleum, die aus unbekannter Llrsache 6 Pro­zent fester notierten. Bankaktien uneinheitlich. Während Danatbank 1,5 Prozent verloren, ge­wannen Deutsche und Diskonto-Gesellschaft und Dresdener Bank je 1,5 Prozent. Karstadt setzten 2 Prozent höher ein, dagegen Konti Gummi zwei Prozent niedriger. Am Anleihemarkt lagen Schutzgebiete 0,35 Prozent schwächer. Don frem­den Werten Türken und Rumänen gehalten. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig und meist unverän­dert. Reichsfchuldbuchforderungen bis 0,5 Prozent schwächer. Bei sehr ruhigem Geschäft ergaben sich im Verlaufe neue kleine Kursrückgänge. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 4 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt lag Madrid auf den Verlauf der Wahlen schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,20, gegen Pfunde 20,4075, London gegen Reuhvrk 4,8592, gegen Paris 124,25, gegen Madrid 44,46, gegen Mailand 92,80, gegen Schweiz 25,2550, gegen Holland 12,1050.

Berliner Börse.

Berlin, 13. April. Rach sehr ruhigem Vor- mittagsverkchr zeigte die Börse wieder ein freundliches Bild, doch brachte im Verglich hier­zu der offizielle Beginn eine gewisse Enttäu­schung. Abgesehen von einigen Spezialwert_n, in denen das Geschäft lebhaft und KurZbes'erungen bis zu 3,5 Prozent zu verzeichnen waren, wies ein großer Teil der Rotirrungen Abschwä- ch u n g e n bis 1 Prozent, Oereiry.lt sogar bis 2 Prozent auf. Die Spekulation und auch die Provinzkundschast schritten in den Werten, die in den letzten Tagen stärker angeboten waren, zu Realisationen. Der Amsatzrückgang bei den Vereinigten Stahlwerken, der im zweiten Ge­schäftsquartal zu verzeichnen war, die unbe­friedigende Lage der Eisen- und Stahlwerke und des Schrottmarktes, sowie die unregelmäßige Haltung der Reuyorker Börse sind natürlich dazu anaetan, eher etwas zu v e r st i m m e n. Sehr lebhaft war das Geschäft in Deutsche Lino­leum, die bei Plus-Plus-Rotiz und bei einem Umsatz von 120 Millionen 6 Prozent anzogen. Man sprach von einer Dividende von 5 Prozent und Abschreibungen von etwa 12 Millionen

Schweizer Franken. Auch Karstadt waren weites gefragt, nachdem sie schon an der Samstagbörse bei größerer Rachfrage erschienen waren. Zu nennen waren noch Akkumulatoren, Berger, Eisenbahnverkehrsmiltel, Feldmühle und Bude­rus, die sehr fest lagen. Dagegen lagen Po­lyphon, Schubert & Salzer schwächer. Phönix tagen auf die 4,5prozentige Dividende (im Dor- jahre 6,5 Prozent) fast 2 Pvozent niedriger. Chade gingen auf den Ausfall der Wahlen in Spanien um 6 Mcrk zurück. Deutsche Anleihen erneut leicht anziehend. Ausländer zeigten ganz uneinheitliche Tendenz. Reichsschuldbuchsorderun- gen veränderten sich nur wenig. Der Pfandbrief- markt lag sehr ruhig und behauptet. Der Geld­markt zeigte in Anbetracht des bevorstehenden Medios steifere Haltung. Tagesgeld notierte 4,75 bis 6,75 Prozent, MonatSgeld 5 bis 7 Prozent. Warenwechsel etwa 5 Prozent. Am Devifen- mL.r.'t ging Madrid auf 43,85 am Samstag, heute auf 46,10 gegen Pfund zurück. Der Aus­gang der Wahlen wurde allgemrln-^eöbaft dis« futtert. Im Verlaufe gingen die Kurse, nachdem die vorliegenden Orders erledigt waren, bis 1,5 Prozent, bei Bernderg, Svenska, Deutsche Linoleum bis 2,5 Prozent zurück. Einzelne Mon- tanpaptere konnten sich leicht erholen.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 13. April. Auftrieb: 1366 Stück Kälber; darunter 346 Ochsen, 113 Bullen, 507 Kühe, 382 Färsen; ferner 524 Kälber, 39 Schafe, 5500 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 45 bis 49, ältere 40 bis 44, sonstige vollfleischige, jüngere 36 bis 39; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 41 bis 45, sonstige vollfleischige, oder »usgemästete 36 bis 40; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 37 bis 40, sonstige dollfleischige oder ausgemästete 32 bis 36, fleischige 27 bis 31, gering; genährte 23 bis 26; Färsen (Kalbinnen, Iung- rinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 45 bis 49, vollfleischige 40 bis 44, fleischige 36 bis 39; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 63 bis 67, mittlere Mast- und Saug­kälber 59 bis 62, geringe Kälber 50 bis 58; Schweine: vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 40 bis 43, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 41 bis 44, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 40 bis 43, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 40 bis 42. Marklverlauf: Rinder ruhig, geringer äleberstand, Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine schlecht, geringer Ueber- stand.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M, 13. April. Der Frankfur­ter Produktenmarkt eröffnete die neue Woche in fester Haltung. Das Angebot in Brotgetreide war weiter knapp. Das Dementi auf Zollermäßigunz ließ eine Belebung des Geschäftes jedoch nicht zu. Cs bestand immer noch starke Zurückhaltung. Wei­zen lag um 2 Mk., Roggen um 1 Mk., und Ha­fer um 2,50 Mk. fester. Das Mehlgeschäft war weiterhin recht gering, nur Roggenmehl halle einige Umsätze. Don Futtermitteln Weizen- und Roggenkleie weiter sest, Hafer und Gerste ruhip Kartoffeln schon recht fest. Es wurden notiert: Weizen 305307, Roggen 215, Sommergerste für Brauzwecke 235240, Hafer 192,50200, Weizen­mehl 43,5044,50, Roggenmehl 29,5031, Wei­zenkleie 12, Roggenkleie 12.75, Erbsen 2631, Linsen 2765, Weizen- und Aoggenstroh, draht- gepreßt, 2,90, Weizen- und Roggenstroh, gebün­delt, 2,752.80, Treber, getrocknet, 1010.50; Kartoffeln, Industrie, hiesiger Gegend per Zent­ner bei Waggonbezug 4,204,30 Mk. Tendenz: fester.

Frankfurter Eiermarkt.

Frankfurt a. M, 11. April. Infolge der mehrtägigen Unterbrechung durch die Osterfeier- tage ist eine wesentliche Veränderung in der Marktlage nicht eingetreten. Die Preise blieben im ganzen behauptet, nur die Balkansorten gaben erneut etwas nach. Die Umsätze waren sehr ge­ring. Es notierten in Pfennig per Stück ab Frankfurt a. M: italienische 81/» bis 9, bul­garische 7/2 bis 73/4, jugoslawische 7/« bis 8, rumänische 71/» bis 7V2, holländische V/2 bis IO1/,, dänische 71/, bis 11, belgisch-flanderische 81 /2 bis "8V4, schlesische 7V2 bis 8, bayerische 73/t bis 8. norddeutsche 71/, bis IO1/*.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die hohe den zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 o S)., Lornbardzinsfuß 6 d. S).

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Berlin

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t-Uhr- Kure

Schluß-: Anfang» für» Nurs'

Datum

11.4.

14.4.

11.4. | 14.4.

Dalum

114.

14.4

11.4.

14.4.

6% Deutsche Reichtamethe non 1927 .........

7% Deutsche ReichSanierh« Don 1929 ..........

Deutsche Slnl.-Ablös.-Schuld mit Sluslos.-Rcchten ......

DeSgl. ohne Auelos.-Rechte . .

8% Hell. VolUhaal von 1929 (rüd)ohlb. 102%)......

Cbftfxllcn Provinz Anleihe mii Auelos.-Rechten.......

Deutsche ftomm. GammelabL Anleihe Serie 1 . . .

8% firanlf. Hnp.-Bank Goldpse XIII unlünebnr bU 1991 . . . 7% Franks. Hov.-Aank Goldpse unlünobor bi» 1932 .....

Wi% Rdcinhche Hrw.-Bank fiiqu. (Dolopfe.........

84,75

100,5

95,7

58

58,9

101,5

97,5

93,5

100,5

96,5

23

18,6

16,5

4,55

4,55

4,55

7,13

's i i £ i i i 11 ii i i i i i i

85,1

100,7

. 59,5

6,65

95,9

58,8

100,5

96,5

2,5

18,6

16,13

4,4

59,9

6,7

2,6

18,65

16,5

4,4

4,4

4,4

8,5

15,4

7,1

Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Homo Dampfichtil .... 10

Norddeutscher Lloyd.....8

Allgemeine Deutsche Creditanft. 10

Barmer Bankverein ... 10

Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmstädt-r und Nationalbanl 12 Deutsche Bank und

Dlsconto-Gelellschaft, ... 10 Dresdner Bank......10

RetchSbank........12

AEG............8

Bergmann.........9

Eleitr. LieserungSgesellschoft. 10 Licht und Strati......10

Hellen & Guilleaume . . . IV* Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen .... lu Hamburger ElektrizitätS-Werle 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Lchleiische Elektrizität. ... 10 Schuckert L Co.......11

Siemen» S HalSie.....16

Traueradio.........8

rabmeyer 8 Co.......10

vuderu«..........k>

Deutsche ErdSl.......6

Essener Steinkohle ...... i Geilenkirchener.......8

Harpcner ........ 0 Hoelch Eisen........»Vi

Iisc Bergbau ....... 1< Klücknerwerke........7

tiöln.'Jieucllcn..... 7

Mannesmunn-Röhre» .... 7 Monvselder Bergbau . .... 7 Oberschlcl. Eiwnbcvarl . . . . 6

1 Oberschlcs. Koktwerle . .... 7 Phöntr Bergbau . . . x» 6% Rhetnilche Braunkohle» . . 10 Rheistahl...... 6

Rtebeck Montan......7L

76,5

77,9

132,25

122,5

151,5

115,75

115,25

118,75

141

135

95,5

134,5

126

146,25

190,75

135

58,5

85

87,5

79,5

206

76

83

38

67

186,5

90,5

77,75

123

150

117 116,75

118,25

133,5

134,25

148

85

65

89,5

76,5

95,9

78

131,25

123

150,9

116,5

115.75 274

118,75

98,5

140,5 133,65

96,25

134

124,9

146,4

189,75

135,5

54,25

85,4

88

80

74,75

202,25

76,13 31,75

83,25

38

84

66,25 186,5

90,4

76

77,65

130,5 123 151

117

116,5

11^,9

101,75

141,65 134

96

134,4

126

147,5

188,5

59,4 84

87

73

203,5 75,75

81,25 82,5

38,25

83,75 64,5

187 90

8% Br. LandeLvIondbriesansialt, Pfandbriefe 8i. t» . . . .

8% Pr Landespiandbriesanskalt, Romm^Cbl. 8L 20......

7% Pr. Landecvtandbrlefankalt, Pfandbriefe 81. tl......

A.E.G abg. BonriegS-Obligatio- ne«, rüthablbar 1933 .....

<% Oesterretchtsche Goldrente . . 1,20% Oeilerreichische Silberrente 4% Ocsterreichische Einheitliche

Rente .........

4% Ungarische Goldrente ....

4% Ungarische Slaatirente v. 1910

<%% oe<fll. non 1913

1% Ungarische Kronenrente . . .

1% Türlische Zollanleihe von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie 1 ...

4% Beifll. Serie II.......

6% Rumänische vereinh. Rente oon 1903 ......

V/i% Rumänische vereinh. Rente von 1913 ..........

4% Rumänische vereinh. Rente

AranNun a. DI.

Berlin

Banknoten.

tsdiliiD» luro

i-Uhr- Nur-

Schluß- tur.i

Änfo.g- Kurs

Berlin, 11 .April

Meld

Brief

Amerikanische Noten . . .

Belgische Noten ....

Tauiiche Noten ....

Englische Noten .....

TTTä 58,13 111,98 20,345

4,20 .58,37 112.42 20,425

Dalum

114

14 4.

14.4.

Bereinig re Stahlwerke

. . 16'/.

63

62,65

61

ivrnasüillche Noten . . .

16,3/6

16,436

Otavi Minen . .

33

33

33,25

Holländische Noten . . .

157,93

168.61

Kaliwerke Aschersleben

, . . 10

176,5

174,5

174,5

Zialienische Noien....

22,03

22,11

Kaliwerke Westeregeln

. . . \10

181

179,5

179,4

Norwegische Noten.......

Deutich-Oeslerreich, 1 100 Schilling Rumäniiche Noten.......

111,98

112,42

Kaliwerke Salzdetfurth

. . . 15

270

269

267,5

58,83

2,4/7

59,07

2,497

Schwedische Noten . . .

...

112,03

112,47

3. G. Warben Industrie Dynamit Nobel . . .

. . . 12

158,25

157

157,65

156,75

Schweizer ''loten ....

. - .

80,64

80,96

. . . . 6

--

Spanische Noten ....

46,46

46,64

Scheibeanstalt....

. . . . 9

138

139

T'chechoitowaliiche Noten.

12,39

12,45

Goldschmidt ....

. ... 6

56,13

56

56,4

Ungarische Noten

72,97

73,27

RütgerSwerke ....

. . . . 6

62

61,4

61,75

61,25

Melallgesellschaft. . .

. . . . 8

-

79,5

80

Dcvifenmarkl Berlin

- Frankfurt

a. M.

PWpp Holzmann . .

. . . . 7

102,75

102,5

102,7

103

11. April

14. April

Zementwerk Heidelberg

. 4 10

83

Amtliche JloUtruiw

Amtliche Notierung

Cementwerk Karlstadt. Watch 8t Nreytag

. . . 10 . . . . 8

38

38,25

37,5

("flO

Brie,

Geld

Briet

AmE.- >Rott.

168,29

168,63

168,41

168,75

EchullbeUl Patzenhofer

. . . 15

180

181

Bu n--AireS Brss. Anttv

1,451

58.32

1,455

58,44

1,444

58,31

1.448

58.43

Cftroerfe......

. . . 12

Christiaitia.

112.26

112,48

112,24

112.46

Aku ......

. . . 18

94,25

93

94,25

93

stop:nhag:n

112,25

112,47

112,22

112.44

Bembcrg......

. . . 14

106,65

104

105,5

104,5

112,32

112,54

112,29

112,51

Zellstoff Waldlwl .... 1B7,

Zellstoff Aschaffenburg ... 12

Charlottenburger Wasser ... 8

112,5

88,5

112

88,5

112,5

87

Helsiiigfors

Italien. . .

10,556

21,965

10,576

22,005

10,557

21,97

10,577

22,01

Bonbon. . ,

20,389

20,429

20,386

20.426

Dessauer Ma» . .

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143,4

142,75

s),eunnrf

4,1965

4,2045

4.1965

4,2045

Daimler «Rotoren . .

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34

34,75

34,75

35

Paris....

16.404

16,444

16,405

16,445

Deutsche Linoleum

97

103

98

103,25

Schwei)

80,825

80,985

80,83

80.99

Maschinenbau A.-G. .

. ... 0

L?vani'N . .

46,50

46,60

44,82

44,90

Nal. Automobll . .

. . . . 0

Japan .. .

2,073

2,077

2.073

2,077

Crcnfiein & Koppel .

. . . . 6

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*

56,75

57,75

-ttio de Jan-

0,307

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0,306

0,308

Leonhard Tietz z .

... 10

123

124,5

125,5

Wien in D-»

EvenSka

264

264

264

Ceft. abgest

58,98

59,10

58,995

59,115

Prag - - . Belirad . .

12.429

12,449

12,427

12,447

rtranffutlcr Malchinea

18,5

18,75

19,25

7,380

7,394

7.380

7.394

Griyner . . .

.... 6

40,5

Buouv'st. .

73,15

73,29

73,13

73,27

Heyligenltaedl . . .

. . . . 0

Bulgarien

3,047

3,053

3,042

3.048 ID, 89

Iungbans.....

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__

s'tssabon .

18,85

18,89

18,85

Lechwerke......

. . . . 8

Danzig. . .

81,53

81,69

31,51

81.67

Mainkrastwerte Höchst a. M.. . k

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1,784

1,789

1,784

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Miag ......

... 10

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Athen

5.44

5.45

5.41

5,49

Gebt. Roeder ....

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Lanaoa

4.193

4.200

4,193

4,201

Botgt & Haeffner . .

. . . . 0

Uru uan . .

2.827

2,833

2,827

2,833

Süddeutsche Zucker .

. . . 10

136,25

134,5

Lairo

20,91

20,95

20,91

20,95