Ausgabe 
13.4.1931
 
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werde Proviant für die Zett von einem Jahr an Bord nehmen, ebenfalls ge­nügt nbe Wengen von Wo totöl. Hunde würden wegen Platzmangel- nicht mitgeiL.Tvnen werden können. 3n etwa 14 Tagen würde eS sich leben* fall- entscheiden, wann genau die Abfahrt von Spitzbergen angesetzt werden könne.

Groher Landsriedensbruchprojeh in Stralsund.

Aach viertägiger Berhandlungsdauer vor dem Drohen Schöffengericht wurde in dem Prozeß wegen politischer Ausschreitungen in R tchten - berg da- Urteil gesprochen. Am 20. Februar 1931 hatten die SL-Leute von Richtenberg und Umgcgech eine nationalsozialistisch« Der- sammlung in dem Dorfe Sleinhagen besucht. Sie waren von der Landjägerei auf Waf­fen durchsucht worden. Auf dem Heimwege wurde die 16 Wann starke Abteilung von einem Reichsbannertrupp jn Stärke von40Wannüberfallen und mit Dolchen. Messeim. Totschlägern und Knüppeln derartig schwer zugerichtet, dah bei den Rationalsozialisten vier Schwer- und zwölf Leichtver­letzte gezählt wurden. KkS handelte sich, wie die Untersuchung ergab, um einen planmäßig vor­bereiteten UeberfaU. Don dem Reichs'>annertrupp sahen 22 Mann auf der Anklagebank. Rach fast fünfstündiger Deratung sprach daS Gericht daS Urteil, daS auf Gefängnisstrafen von drei Mona­ten biS zur Höchststrafe von einem Jahr und einem Monat Gefängnis für die sieben Haupt- angeklagten lautete. Staatsanwalt und Richter aei stellen den Ueberfall als eine Tat gröhtrr Roheit.

Ein deutscher Oberkellner lm Kampf mll Banditen In Lhlkogo.

In Chikago ist die gesamte Presse des Lobes voll über den deutschen Oberkellner Franz Adler, der in den frühen Morgenstunden in dem Nachtlokal Aiglon allein drei Danditenentgegen- t r a t, die einen RaubüberfaU auf daS Lokal ver­suchten, zwei von ihnen niederschob und den dritten verwundete. GS befanden sich etwa 400 Männer und Frauen in dem eleganten Restau­rant, als in den frühen Morgenstunden drei maskierte Banditen eindrangen und die Anwesenden mit dem Revolver in der Hand auf­forderten, die Hände hochzuheben. Während zwei der Banditen da- Publikum in Schach hielten, «ging der dritte von Tisch zu Tisch unb be­raubte bie Anwesenden ihres Del- deS und ihrer Schmucksachen. Er war aber noch nicht weit gekommen. alS Abler, der in dem Lokal als Oberkellner tätig war, ihm mit einem Revolver in der Hand ent­gegentrat und ihn kurzerhand nie­der sch oh. Don den beiden anderen Räubern wurde der eine von Abler ebenfalls mit einem wohlgezielten Schuh niedergestreckt, drr andere schwer verwundet. Als die Polizei eintraf und Abler zu seinem tapferen Verhalten beglück- wünschte, erwiderte dieser, dah er mehr als $toci Jahre -lang mit einem Maschinengewehrzug im Schützengraben gelegen habe. Ein Gefecht mehr oder weniger bedeute für ihn nicht viel.

Ein großer Schlag der amerikanischen Prohibition.

Prohibitionsbeamte der Bundesregierung ka­men in Rew Orleans einem grohen Spirituosen- vcrtrieb auf die Spur, der mit Eilbooten und Flugzeugen arbeitete. Die Organisation der Al^oholschmuagler unterhielt sogar in einer Dorstadt von Rew-Orleans eine eigene Funkstation, durch die sie sich fortlaufend über die Bewegungen bet Küsten- Wachschiffe unterrichtete und mit ihren zahlreichen Agenten verkehrte. 15 Personen wur­den verhaftet. Weiteren 100 Personen droht Verhaftung.

Ein französischer Offizier al» Einbrecher erschossen.

Am Freitag wurde ein französischer Artillerie- Offizier während eines Einbruches bei einem rei chen GutSbesitzer über­rascht und erschossen. Der Besitzer des Gute-, ein über 70 Jahre alter Herr, hörte in der Rächt plötzlich ein Geräusch, das von einer Tür herzurühren schien. Er begab sich in daS Rebenzimmer und stand dort einem maskier­ten Einbrecher gegenüber, der sich auf ihn stürzte. Trotz seine- hohen AlterS gelang es ihm nach fast einstündigem Kampf, den Einbrecher bis in daS Schlafzimmer zu drängen und den dort auf einem Stuhl liegenden Revolver zu ergreifen. Während er seinen Angreifer mit der einen Hand festhielt, feuerte er mit der anderen zwei Re- v v l v e r s ch ü s s e auf ihn ab, von denen der eine den sofortigen Tod herbeiführte. Erst bei Eintref­fen der Gendarmerie stellte man bei der Unter­suchung der Papiere deS Einbrecher- fest, dah cS sich um den Sohn eines benachbarten Gutsbesitzer - handelte, der als Offizier in einem Artillerie-Regiment Dienst tat. Man ver­mutet, dah Schulden ihn zu diesem unüberleg­ten Schritt getrieben haben.

Schwerer verkehrsunsall.

Ein Derkehrsauto mit KommunionSkin- d e r n und deren Angehörigen ftthr von dem Hei­nen Dorfe Thum (Kreis Düren) zuriPfarr» kirche nach Berg. Auf der Rückfahrt geriet der Wagen unmittelbar vor Thum in einer Kurve in« Schleudern und stürzte um. Don den etwa 60 Insassen trugen ein Mann, vier Frauen und zwei Kinder sehr schwere Verletzun­gen davon. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt, doch scheint eS nicht ausgeschlossen, dah durch die zahlreichen im Wagen stehenden Perso­nen ein Schleude rn des Autos Herbri geführt wurde, so dah eS dem Wagenführer nicht mög­lich war, die Kurve zu nehmen.

Eine Wahnsinnstat.

3n dem llei ie.1 Dorfe Teufenoach bei Hör gen (Schweiz) er.choß der Dureauangestellte Barth offenbar in einem Anfall von Geistes­gestörtheit mit einem Revolver seine bei­den vier bzw. sechs 3ahre alten Buben und zwei Mädchen aus Zürich im Alter von fünf und acht 3ahren, die bei ihm nhre Ferien verbrachten. Barth verübte dann Selbstmord durch einen Kopfschuh aus einem Militärgewehr.

3m Alter von 127 Jahren gestorben.

3n der Gemeinde Prokuplje ist die älteste' Frau 3ugoslawiens, eine Bäuerin, im Alter von 127 3ahren gestorben.

Ein Todesopfer

des Schülcrunglücks in der Lübecker Kaserne.

Der vor etwa zwei Wochen bei einer Massen­besichtigung der Lübecker Reichswehrkaserne durch einen Maschinengewebrschuh schwer am Unterleib und Decken verwundete Untertertianer Glamann ist im Krankenhaus feinen Ver­letzungen erlegen. Glamann war das einzige Kind feiner Eltern. Sein Mitschüler Hauschildt, der an der Hand schwer verwundet wurde, befindet sich auf dem Wege der Besserung.

Gas aus Braunkohle!

Interessante Versuche in Kassel.

DemS-Uhr-Abendblatt" in Berlin wird aus Kassel solgende Meldung übermittelt:

Sensationelle Versuche, die für ganz Mittel­deutschland von geradezu epochaler wirtschaft- licher Bedeutung sind, wurden dieser Tage in Kassel abgeschlossen. 3n einer Versuchs­anlage der Brankohlen-GaS-Gm.b.H. auf dem Gelände des Gaswerks, der Stadt Kassel gelang eS, für die Zwecke der Stadt- g a s v e r s o r g u n g ein geeignetes Gas a-uS Braunkohle im Grobbetrieb herzu­stellen.

Eine Million Kubikmeter diese- Braunkohlen­gases sind bereit- in das Gasrohrnetz der Stadt Kassel geleitet worden, ohne dah für die Ver­braucher bei der Bedienung der Gasapparate irgendwelche Rachteile au'getretcn sind. 3n den letzten Jahren hat man sich bemüht, anstatt aus der Steinkohle aus der in riesigen Lagern zur Verfügung stehenden und immer schwer absatz­fähigen Braunkohle ein für die Zwecke der Stabt- ga^oersorgung verwendbares GaS herzustellen. Alle Experimente scheiterten jedoch an der tech­nischen Undurchsührbar'eit der Aufgabe. Die Braunkohlengaserzeugung blieb ein ungelöste- Problem.

Ohne dah man in Kastel an dem Projekt Intereste nahm, wurde im Januar 1929 auf dem Gelände deS GaswerleS jene Versuchsanstalt ge­baut, au- der unS nunmehr die Meldung erreicht, eine Million Kubikmeter Stadtgas wurde au- Braunkohle erzeugt und der städtischen Rohr­leitung zugeiuhrt. Die Versuchsanstalt wird für eine Jahresleistung von drei bi- vier Millionen Kubikmeter Gas ausgebaut. Technisch ist demnach da- Problem auch für große Betriebsverhält-

niste gelöst. Die Rentabilität der Kasteler An­stalt beruht auf den niedrigen Einkauf-- und Transportkosten de- Rohstoffes."

DaS Ergebnis dieser Versuche ist auch für un­sere Provinz Oberhessen mit ihrem Braun­kohlenvorkommen von besonderem 3ntvreffe. Be­kanntlich befindet sich der Wölfer-Heimer Betrieb der Hefrag, der auf der Verschwe­lung der Braunkohle aufgebaut ist, infolge der außerordentlich ungünstigen Preisgestaltung auf dem Teer- und Denzinmartt gegenwärtig in so großen Schwierigkeiten, daß er am 1. Juli still­gelegt werden soll. Wenn es gelänge, dieRuhr - g a s A G. und die Hekvga. die der Gasgewinnung auS Braunkohle nicht ohne.Interesse gegenüber­stehen dürften, für die Gasgewinnung an­der Wölfersheimer Braunkohle zu in­teressieren und vielleicht in diese- Untern eb- men einzuschalten, so würden sich für die Verwer­tung der Wölfersheimer Braunkohle neue Mög­lichkeiten bieten, die sowohl für die Fortführung dieses Unternehmen-, wie auch für unsere ganze Provinz sehr bedeutungsvoll werden könnten. Ra- turlich wäre eine gewisse Umstellung der BetriebS- einrichtungen in Wölfersheim nicht au vermei­den. Dann könnte dieser Betrieb vielleicht fort- geführt werden auch ohne Verkauf des UeberlandwerkS Oberhessen an die P r e a g , der, wie man hört, bri den gegenwär­tigen Verhandlungen um die Aufrechterhaltung des Wölfer-Heimer Betriebs angeblich die ent- scheidende Rolle spielen soll und die Preisgabe eines wichtigen gemeinwirtschgftlichen Betriebs der Provinz bedeuten würde.

Aus Oer provmzialdauptstavt

Gießen, den 13. April 1931.

Oer Tod auf der Straße.

Ss soll nicht von dem berüchtigten Ziegelstein die Rede fein, der vom Dache fällt und den harm­losen Spaziergänger tödlich trifft. Derartige Falle kommen so selten vor. daß von ihnen nicht groß geredet zu werden braucht. Aber dem Benutzer der Straße drohen genug andere Gefahren, und wer das Pech hat, in der Großstadt zu wohnen, oder doch feinem Berufe nachgeben zu müffen, kann von der stet- erklingenden Melodie deS Todes mit Recht sprechen. Es ist der Verkehr, den der Mensch beherrschen will. Anscheinend ist es jedoch so, als ob der Verkehr uns meistert.

Die Berliner Statistiker haben sich die Unfalt- ziffern ihrer Stadt au- dem Jahre 1930 borge* nommen und sie genau durchprüft nach dem Zeitpunkt ihres Geschehens. Stunde, Tag und Monat, dazu die Art der beteiligten Personen und Dinge, alles wurde erfaßt und in Tabellen und graphischen Darstellungen wiedergegeben. Es ist ein lehryafteS und eindringlich wiwndes Bild, das sich auS dieser statistischen Arbeit ergibt. 26 619 Straßenverkehr-Unfälle wurden im ver- ?iangenen Jahre in Berlin gezahlt, davon ber­iefen 466 tödlich, während 11213 Personen mit einer mehr oder minder leichten Verletzung davon- kamen. Zugegeben: es ist eine Abnahme der StraßenverkehrSunfälle gegen das 3ähr 1929 zu verzeichnen, aber ein Rückgang von nicht mehr als 2 d. H. Das klingt nicht sehr überzeugend für die Behauptung, die DerkehrSdisziplin der Groß­städter bessere sich.

Die wenigsten Unfälle ereignen sich im Januar, Februar und Dezember. Mit der besseren 3ahres- zeit schwillt der Verkehr an und seine Opfer mehren sich. 3m Mai, im Juni und im August werden Höchstzahlen erreicht. Unter den Wochen­tagen weisen oie höchsten Unfallzifsem der Frei­tag und der Samstag auf: Tage des gesteigerten Verkehr-, der Hetze, aber auch Lohntage, und daher wegen der immer noch nicht ausgerotteten Sucht mancher Menschen, sich bei dieser Gelegen­heit die Rase zu gründlich zu begießen, von be­sonderer Gefährlichkeit.

Sehr intereffant ist es, wie die einzelnen Tages­stunden von Bedeutung für die Zahl der Unfälle find. Von 1 bis 6 Uhr wird durchschnittlich alle Stunde ein Unfall registriert. Dann beginnt der harte Rhythmus de- Arbeitstage-, die Unfall­zahlen steigen sehr schnell bis auf sechs um die Mittagsstunde und erreichen in der Zeit bon 13 bis 17 Uhr ihren Höchststand mit sieben Un­fällen stündlich. Geht der Tag zur Reige, dann taffen auch die Unfallziffern nach. Um Mitter­nacht ist nur noch ein Unfall zu verzeichnen.

Viel läßt sich aus einer derartigen Statistik lernen, am meisten vielleicht aus der Beobachtung, daß ein Siebentel aller Verkehrsunfälle auf der Straße durch spielende Kinder verursacht worden sind!

Wohl werden sich auch durch die beste Ver­kehrserziehung Unfälle im engeren Sinne des Wortes, d. h. nicht durch das Verhallen der Be­teiligten verursachte Ereignisse, niemals ganz aus- schaften lassen. Dagegen ist e- sehr wohl möglich und es muß mit allen Mitteln angestrebt werden die Verkehrserziehung der 3 u g e n d so weit zu fördern, dah Unfälle, die lediglich auf mangelndes Verständnis für die Eigenarten des Verkehrs, auf ein verkehr-- widriges Verhalten zurückzuführen finb, au' ein Mindestmaß beschränkt werden.

Der Gedanke der Verkehrserziehung wird von der Deutschen Derkehrswacht und den ihr angeschlossenen, nahezu 100 örtlichen Ver­kehr sw achten vertreten. Die Bemühungen der Deutschen Derkehrswacht haben bereits den Er­folg gehabt, daß in fast allen deutschen Ländern Erlasse der beteiligten Ministerien ergangen sind, die es den unterstellten Behörden zur Pflicht machen, bei dem Unterricht auf die Verkehrs­erziehung bedacht zu fein. Aber mit Erlaffen ist es nicht getan, solange es offensichtlich noch an ihrer intensiven Durchführung fehlt. .An alle ergeht daher der Ruf: Dringt der Verkehrs­erziehung und den Trägem dieses Gedanken- in Elternhaus und Schule mehr Verständ­nis entgegen, unterstützt sie bei jeder sich bieten­den Gelegenheit!

Bornotizen.

TageSkalender für Montag. Stadttheater:Die tote Tante und andere Begebenheiten", 20 bis 22.30 Uhr. Gemeinde- Verein der Lukasgemeinde: Generalversammlung. 20 Uhr, SutadfaaL Odenwälder Heimatvereint- gung: Monatsvers ammlung. Ho tri Köhler.

F. G. F.: Monatsversammlung, 20.30 Uhr, bei Sieck. Zuschncide-Lehranstalt des ersten Frank­furter Zuschneider-Vereins: Versammlung, 20 Uhr, Hotel Hopseld, Friedrichstraße. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Ariane." Palast-Licht­spiele: Erdal-Film-Vorführungen, 15.30 Uhr, 18 Uhr, 20.15 Uhr.

Aus dem S t a dt the a t e r bu re a u wird uns geschrieben- Heute, 20 Uhr, einmaliges Gastspiel des SchauspiclerPchters Eurt Goetz mit seinem Berliner Ensemble. Zur Aufführung gelangen die drei EinakterDer Mörder", .DaS Märchen", .Die tote Tante" unter dem Ramen: .Die tote Tante und andere Begebenheiten". Die Vorstellung findet außer Abonnement statt, Ope­rettenpreise, für Abonnenten ermäßigte Operet­tenpreise. Dienstag, 14. April, 20 Uhr, .3m Spiel der Sommerlüfte", bon Arthur Schnitzler, Spielleitung Walter Bäuerle. Mittwoch, 15. April, das Lustspiel .Die Welt, in der man sich langweilt" bon Pailleron, unter der Spiel­leitung bon Peter Fassott. In der Rolle der Herzogin Frau Auguste Prasch-Grevenberg, Eh­renmitglied de- Meininger Landes-Theaters als Gast. Freitag 17. April, 20 Uhr, zum letz­ten Male: .Lady Windermere- Facher", von Oskar Wilde, Gastspiel der Frau Auguste Prasch- Grevenberg, Ehrenmitglied deS Meininger Lan­des-Theaters.

Der Goethe-Bund veranstaltet, wie man uns schrreibt, am kommenden Sonntagvormit- tag zusammen mit dem Stadttheater den vierten und letzten Tag im KarnmerspielzhkluS. Um mit einem frohen AuSklang den KarnrnerfpielzykluS für dieses Jahr zu beenden, bringt die Veranstal­tung HanS-Sachs-Schwänke. Aus der Fülle der Schwänke kommt zur Aufführung: Die junge Wittfrau Franciska. Das heiße Eisen. Sankt Peter auf Erden. Einführung und Regie Dr. Ritter. Eine anregende Veranstal­tung dürfte zu erwarten fein. (Siehe heutige Anzeige.)

Erdal-Filmvorführungen. In den Palast-Lichtspielen gelangen heute, Montag, morgen und übetmorgen einige Filme der Erdal-Gesellschaft zur Aufführung. Es finden täglich drei Dorftellun- gen statt, die um 15.30, um 18 und 20.15 Uhr be­ginnen. (Siehe Anzeige.)

Ein Siebzigjähriger. Daurat Fried­rich von Lernmers -Danforth wird morgen 70 Jahre alt. Der Jubilar hat sich in seinen alten Tagen noch auf die Reichskurzschrift um- geftellt und darin Hervorragendes geleistet. Hat er sich doch auch der Geschäftsftenographenprufuna an der Handelskammer im März unterzogen und die Prüfung mit Erfolg bestanden. Bei allen Wettschrelben geht der alte Herr der Jugend mit leuchtendem Beispiel voran.

* Evangelische Pfarrpersonalie. Durch die Kirchenregieruna wurde der Pfarrer Johannes Göbel zu Büdingen auf sein Nach­suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 16. Oktober 1931 in den Ruhestand versetzt.

' Die Dien st stunden des Polizei­amts für den Publilumsverkehr ab 15. April find von 7.30 bis 12 Ufjr, und von 15 bis 17 älfcr, Samstags von 7.30 bis 12 älhr. Für Samstagsnachmiuags ist in der Zeit von 16.30 bis 17.30 Uhr ein Eildienst eingeführt, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar finb, er­ledigt werden können.

" Zeitweise Sperre der Kirch- ft r aße. Da- Polizeiamt Gießen teilt un- mit: Wahrend der Dauer , der Frühjahrsmesse (von (Sonntag, 12. April, his einschließlich Sonntag, 19. April) wird die Kirch st raße zwischen Reustadt und Wetzsteingasse täglich von 11 älhr a5 für den gesamten Fährverkehr polizeilich ge­sperrt.

*e Sie ersten Schwalben. Wäbrend der letzten Tage konnten die ersten Schwalben beob­achtet werden, die diesmal früher zurückgekehrt sind, als das sonst der Fall zu fein pflegt.

" Seinen schweren Derletzungener- legen. Drr Arbeiter Wilhelm Mandler von Launsbach, der vor einigen Tagen beim Stroh­holen vom Scheunenbvden stürzte, schwere innere Verletzungen erlitt und' in bie Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht werden mußte, verstarb gestern mittag an den Folgen de- bedauerlichen Unfalls.

Abänderung der Fischschonzeit in Hessen. Das hessische Gesamtministerium hat die Ausführungsoerordnung des Gesetzes über die Aus­übung und den Schutz der Fischerei geändert. Danach wird die Frühjahrschonzeit auf die Zeit vom 20. April bis 31. Mai jedes Jahres (beide Tage ein­geschlossen) festgesetzt.

Amtsgericht Gießen.

Während in dem Katholischen DercinShaus Arbeitslosenunterstützungen ausbczahlt tmnten, hatten sich am AuSgang deS Lokals ein Arbiter und ein Krastwagenfübrer. die der K. B. D. ange­boren oder ihr mindesten- sehr nahe stehen, mtt einer Büchse ausgestellt, um freiwillige Gaben, angeblich zur Unterstützung streikender Bergleute im Ruhrgebiet, einzusammeln. Die vorgeschrie­bene behördliche Genehmigung zur Sammlung hatten sie nicht Al» da- Arbeitsamt von ihr er­fuhr, setzte es sofort die Polizei davon in Kennt­nis, um die Kollekte zu verhindern. AIS die Poli­zei erschien, waren die beiden Angeklagten ver­schwunden. Sine Sammeltätigkeit konnte ihnen aber trotzdem nachgewiesen werden Mit ihrer Verteidigung, nut die Veranstalter und Organi­satoren der Kollekten seien unter Strafe gestellt, vermochten sie nicht durchzudringen: da- Gericht war der Ansicht, daß auch die mit der unmittel­baren Sammlung Beauftragten ftrafbar finb. Auf Grund des Art. 99 des hessischen Polizeistrafge- setzes erhielten beide Geldstrafen von je 20 Mark. Strafmildernd wurde berücksichtigt, baß die Angeklagten geglaubt haben mögen, sie dienten einer guten Sache, sie auch* gleich Del Be­ginn ihrer Tätigkeit in deren weiteren Aus­übung gestört worden sind.

Tagung im Kerckhoff-Znstiiut.

---- Dad-Rauheim, 12. Llpril. Heule sand das feiner Vollendung entgegen gehende Ke rck- Hoff-Institut feine erste Verwendung im wifsenschafllichen Leben. 3n der großen Vvr- lesungshalle wurde in Anwesenheit von Zahl­reichen Vertretern der medizinischen Wissenschaft und in Gegenwart von Vertretern der hessi­schen Regierung das Wissenschaftliche Komitee zur Erforschung und Be­kämpfung der Kreislaufstörungen gebildet, das im Anschluß an seine Konstituierung seine erste Sitzung abhielt.

Oer Haushaltsplan der Stadt Mainz.

WSR. Mainz, 12. April. Die Stadtverwal­tung hat den Haushaltsplan der Stadt Mainz für das Jahr 1931 und die Rechnung für das Jahr 1930 fertiggestellt. Rach der Vorlage der Stadtverwaltung wäre für da- 3ahr 1931 nach Kürzung der sachlichen und personellen Ausgaben noch ein Betrag von 1,1 Mill. Mark z u decken. Dabei ist jedoch vorgesehen, daß die Bürger st euer auf das Drei­fache deS Landessatzes erhöht und eine fünf- prozentige Getränke steuer erhoben wird. Das Defizit erklärt sich in erster Linie aus den hohen Wvhlfahrtslasten, die für 1931 rund 10 Mill. Mark betragen, was gegenüber 1930 ein Mehr von 3 Mill. Mark bedeutet. Bei einer kommenden Reuregelung der WohlsahrtS- lasten zwischen Reich, Staat und Gemeinden würde der auf die Stadt Mainz entfallende Gnt- lastungSairteil in der Loge sein, den Etat völlig auSzugleichen und somit den Fehlbetrag von 1.1 Mill. Mark zu beseitigen. Da« Defizit für das Rechnungsjahr 1 930 in Höhe von 2,2 bis 2,4 Mill. Mark kann durch die bereits beschlossenen Steuererhöhungrn und durch Mittel aus Rücklagen vergangene. Jahre gedeckt werden.

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Wettervoraussage.

Erneute Kaltluft ist durch die nördliche Störung bis in unseren Bezirk eingedrungen und hat außer Temperaturrückgang etwas wecyselhafteS Wetter verursacht. Don Westen her steigt der Luftdruck wieder kräftig an, so dah wir in den Bereich einer abermaligen Hochdruckwetterlage gelangen. Rach anfänglicher Auswirkung der noch vorhan­denen Störungsreste an der Rückseite des ffanbl- navischen Zollgebietes werden wir wieder hei­teres und trockenes Wetter mit tagsüber anstei­genden Temperaturen zu erwarten haben.

Aussichten für Dienstag: Anfangs wechselnd wolkig, dann mehr aushritemd, trocken, kühl.

Lufttemperaturen am 12. April: mittags 14,9 Grad Celsius, abends 6,8 Grad: am 13. April: morgens 5,2 Grad. Maximum 15,8 Grad, Minimum 1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. April: abends 12,8 Grad; am 13. April: morgens 7 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 7% Stunden.

Schöne weiße Zähne

Luch ich möchte nicht verfehlen, Ihnen meine glühte Lnera Innung und vollste Zusriedenheil über dieChlorodont» Zahnpaste" zu Übermitteln. Ich gebrauche.CHIorodont" schon seit Jahren und werde vb meiner schönen weihen Zäbne oft be­neidet, die ich letzten Endes nur durch den röguchen gebrauch Ihrer Chlorodont-Zahnpaste erreicht habe. C. KeicheN, Sch.... Man verlange nur die echte Ehlorodont-Zahnpaste. Tube 54 Pf. und SO Pf., und weise jeden Ersatz dafür zurück.