Ausgabe 
13.3.1931
 
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Nr. 61 Sweiles Blati

Lietzener Anzeiger tSeneral-Anzetger für ©berhefien)

greitag, P. März V)5l

Zum 150. Geburtstag Karl Friedrich Schinkels

Oie Rechtsverhältnisse

Der Kommuna angestellten.

Don der Gewerks chast hessischer ® c * meindebeamten wird uns geschrieben

Der Hessische Stä. tctag ha! sich m «einer letzten Sitzung mit ucm Antrag der Gewcrtschast hessi­scher Gemein, ebearnten aus Neuregelung der Rechtsverhältnisse der städti- schcn Angestellten besaht. Es wurde,de­ich. osscn eine Kommission cinzusetzen, die prüsen soll, ob die Regelung durch Ortssahung oder

Regierung ohne Machi.

Macdonalds Pakt mit den Liberalen. - Um e.ne zugkrästlge Vahlparole.

Don unterem g.-Derichterstatter

Abgang «orgen, muh m ossener FelDscylacht lallen und Parolen f ü r den Wahlkamps mit hinausnehmen. Und es gibt keine Parolen in die­ser zweideutigen Situa ion. die nicht durch den offenen Bruch zwilchen zwei Parteien entstand, sondern durch die allgemeine Auflockerung aller Parteien

Geht es Oo-q nicht nur um Gewerkichaftsgesetz und Wahlre,orm im heutigen England, sondern auch um welt^oliti che, reichspoii.ische und vor allem um toirtla>altäi>o iti che, reichspoii.ische und vor allem um wllllcha tspoli.i^che Fragen. Außen- politisch hat Macdonald den Mißerfolg dec vor­jährigen tonuDnct 5unfmäd)te-,,lotten o ferer.z, die nur zu einem Dreimächte-Flottenpaki führte, wettgemacht. Der Pakt von Rom und die vor­läufige Dertagung einet E.lNche.dung in der fran- zöllsch-italienischen Flöt e.irivalität runden den vorjährigen Dreimächte-> ak. a , und be rcien Eng­land von der sorge, von einem We.trüsten zwi­schen den la.einischen Schwestern in All L icensa-aft gezo.en zu werden Wobei freilich noch unklar bleib , wie weit «ich Eng.and in der allgemeinen Abrüslungsfrage bei die er Gelegenheit gebunden hat Aber es ist ja längst still geworden von jener auch von der Arbeiterpartei einst erhobenen For­derung, eine von F a 'krnh unabhängige auhen- pol ti.che ß nie cin^u, alten

Ein we.teret ^r«o>g wer Regierung Macdonalds ist die Beilegung der indischen U n b o i- mähigkeitsbewegung. Zwar ist dieser in-

zogen tühlt, ivndern mit den Konservativen eine Fühlung aufnimmt, die lehr viel dauerhajter zu werden venpricht, als es die Zu ammenarbeit zwi­schen ßibetalcn und Arbeiterpar feilem war

Kommt es zu einer vorzeitigen Neuwahl tn England, findet die Regierung Ma.douald einen günstigen Moment für den Deizicht au, die Macht, die sie nicht anzuaenden vermochte, dann haben die Kon ervativen zweifellos die gün­stigsten Ehancen. Baldwin hat alle Aus- fid) , die Folgen des Führerstreits in seiner Parier zu uverwinven und mit icr Forderung eines rück- sichtslo en Hochschut z lls glanzende Gesch. sie zu machen. Natürlich w.rd die er Hohschutzzoll nicht als olcher gekennz.ich -et. 3n E kennt ms dieser Gefahren vecuchi die Arbeiter.eg erung auf Umwegen die Zollmauern zu erhöhen und kam dabei aui den Gesanken eines «iskali chen Zolles aut alle importierten Waren Ader es dürst zu spät für olche Diahnahinen sein das Dolk at al zulange vergeblich aus durchgreifende Reso m- plune gewartet Die n ichste Re herung mag fie nun bald o. er f pater kommen hat kicher eine zuverläs.igere Mehrheit im Unterhaus jur Ber­ingung.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verbo enl London, Marz 1931

Als die Labourparty nach den letzten Wahlen die Regierung übernahm, ob oohl fie im Parlament m der Minderheit Iah, da glaubte man, dah dies Ekperiment in dem Augenblick ein Ende mit Schrecken nehmen würde, in dem di e Liberalen ihre schützende Hand von dieser Re­gierung Macdonald zurückziepen würden Cs ist ganz anders gekommene die nur halb lebens-. fähige Minderheitsregierung Mac v ald opfert sich und ihre Partei dafür auf, dah 'io ' Der Macht b.eib, die sie nicht anwenden kann. Es ist nach Aniich, mancher A bei erpaneiler ei - ei­len ohne Ende

Tie Hauptaufgabe einer arbeiterparteilicben britischen Regierung muhte die Schaffung eines neuen Gewerkschaftsgesetzes sein, das die von Baldwin erla lenen Einschrän­kungen der Gewerlschaftstätig eit beseitigte. Tie Derhandlungen um die Durchdringung dieses Gewerklchattsge eyes gingen manchen Radikalen in der Arbeiterpartei zunächst viel zu lang am, so dah im ersten Jahr der neuen Regierung Mac- donalds der linke Flügel der Arbeiterbewegung an Boden gewann aber diese Verhandlungen schienen doch aussichtsreich, weil eine feste Mehr­heit der Arbeiterpartei gewillt war, gegen die liberale Unterstützung des Gewerl.chaftsgeseyes ihre Zustimmung zu t>cn von den Liberalen ver­langten Wahlreformen einzuhandeln. An sich hatte die Arbeiterpartei eigentlich Irin Inter­esse an dem neuen Alternativ-Wahlsystem, das die beiden stärksten Parteien, die Konservativen und die Arbeiterpartei in gleicher Weise getoi ser Vorteile beraubte und das darüber hinaus doch

Jiiaje Friede von einem Konservativen, Dem Dtze- tönig für Indien, Lord Irwin, abge«chlo fen wor­den, aber d.e Kon eroative Partei will an diesen ihren früheren Abgeordneten nicht mehr gern er­innert werden und Dürfte an «einem Derk scharfe Kritik üben Um o me^r kann die 2Itb itcrregic- rung den Erfolg für ich buchen, der oyne Zweifel darin liegt, dah Die indi.che 1 o ilottbemegung gegen engliiche Waren prakti ch a u f h ö r_t und dah die Möglichkeit einer neuen Rornd-Table- Konferenz, an der «ich dann auch der indische Kon- greh beteiligt, auftaucht

Aber auch die er Er olg nimmt ja nicht die Haupt orge von England, nämlich die Wirt- schaf lsnot, die in der Ziffer der Arbei slolen nur eine ihrer vielen Erscheinungsformen bietet. Die Dirtscha ts.riie und i re Bekämpfung ist d a s Zentralproblem, an dem sich die Geister scheiden Da die Regierung nach dem F.hlsch.agen aller ihrer bis>er gen Mahnahmen zu: Bekäinp- sung Der Arbeitslo itzkeit ubrjaup; kein großes WirtschaitsProgramm vorgewiesen ha, da sie sich im Gegenteil durch den Zwang Der ®r j pxiffe nur in Gegen atz zu ihre n eigentlichen Programm zur Beibehaltung und D l igung > o i Zöl e.i e t chlie- hen muhte, herricht gerade in Der für England wichtigsten Fragei FreihandeloderSchuy- zoll- ein beilpielloses Durcheinander Es ist e.ne agitatori ch rechi ungünstige Position, wenn sich eine Regierung zu den von immer weiteren Krei­sen geforderten Schutzzöllen nur im Gegensatz zu ihrem eigenen Proiramm und deshalb nur in verschleierter Form entschlichen kann So erklären «ich auch Die für englische Verhältnisse überraschenden Anfangser olge Der .neuen Par­tei" Mosleys, der, von der Arbeiterpar ei her- kommend, Hochichutzzoll fordert. Solist es I vielleicht auch zu erklären, dah sich ein Teil der | Liberalen nicht mehr zur Arbeiterpartei hinge-

auch den von der Arbeiterpartei ab plittemDen Gruppen günstigere Möglichkei.en für parlamen­tarische Erfolge bot. Aber das Zugeständnis der Wahlreform kostete ja nicht so viel, weil zunächst einmal der schroffe Wider,pruch des Oberhauptes sicher war.

Der Pakt zwischen Liberalen und Arbeiterpartei schien gesichert zu sein, die Vertragstreue weder Lloyd Georges nach Macdonalds war anzuzwei­feln und so schien, wenn auch mit einigen Ver­zögerungen, die Labour-Regierung doch zu ihrem Ziel zu kommen. Da kam es zu einer regelrechten RevolteindenReihenderLiberalen. Wie bei den Konservativen und wie bei der Ar­beiterpartei zeigte sich nun auch bei den Liberalen, dah Die allzu grohe Belastung parteipolitischer Grundsätze durch führende Taktiker nicht ins Un­gemessene zu steigern war. Soweit ging die immer­hin beachtliche Beweglichkeit britischer Parteien Denn doch nicht, dah die Liberalen ge chlossen rinem Geiey zum Schutze unbedingter Streitfrei­heit zustimmten. Es kam zu dem liberalen Zusatz- antrag zur Gewerkschaftsnovelle, in welchem Streiks in lebenswichtigen Betrieben verbo en wurden Es leuchtet ein, dah die an sich schon weit gezogene Begrenzung des Begriffes Lebens­wichtige Betriebe'^ durch eine geschickte Auslegung der jeweiligen Regierung unbegrenzt auszudehnen gewesen wäre.

Damit hatte die Gewerkschaftsnovelle für die Arbeiterpartei jedes Interesse verlo en. Und wäh­rend Macdonald durch betont per ragstreues Ver­halten in der Frage der Waylrechtsresorm die abgerissenen Faden wieder zu knüpfen und dem Vertragspartner Lloyd George leine Anhänger­schaft wieder zuzuführen sucht, wird nun Die Opposition in den Reihen der Arbei­terpartei selbst immer kräftiger. Immer mehr Stimmen werden laut, die Die Gefahren eines so­fortigen Wahlkampfes nach dieser ergebnislo«en Regierungszeit noch für geringer halten als die Nachteile einer Fortsetzung dieses Regierungs- expenments. Aber es ist ja auch ein Verzicht auf Die Macht nicht so einfach durchzuführen. Wenn Macdonald, was vorläufig noch nicht der Fall ist, das Rennen aufgibt, dann muh er für einen guten

Karl Friedrich Schinkel, Der hervorragende Baumeister und Maler des Klassizismus, wurde vor 150 Jahren, am 13. März 1781, in Neuruppin ge­boren Er wies der Architektur, dem Kunstgewerbe und der Malerei seiner Zeit neue Wege und schmückte Berlin und seine Umgebung mit Bauwerken, die noch heute zu den Sehenswürdigkeiten der Reichs- Hauptstadt gehören Im heutigen Familienblatt bringen wir eine ausführliche Würdigung des be­rühmten Architekten.

Oben. Die Neue Wache in Berlin. Unten: Das Alte Museum in Berlin.

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Ländliche Erinnerung.

Von paui Ernst

Zum 65. Geburtstag des Dichters Paul Ernst erschien der 2. Band seiner Er- innci ö:n .Iünglingsjahre (Lw 9Mk.), dem mit Genehmigung des Verlage Georg Müller, München. Der folgende Abschnitt entnommen ist

Im Frühling war das Umbrechen des Ackers. Der Knecht führte mit beiden Händen Den Pflug, welcher mit glänzendem Strich Die Scholle ab- schnitt, die sich langsam umlegte, brach und brodelte, er hatte die Leine um den Hals gelegt, und die PierDe jrgen ruhig und gleichmäßig Eine Lerche stieg zum Himmel hoch und jubelte, Die Sonne blitzte und funkelte aus kleinen Tropfen Der Furche, eine frische Luft ging, und Die um­gebrochene Erde Duftete Weit ging Der Blick üoer das ebene Land Dann tourDen die Weiden vor­bereitet. die Bülten wurden glatt gehackt^ und gestrichen die Drähte angez gen. welche die Stücke umzäunten Der Hirt trieb Die Schafe aus und setzte sich draußen, neben ihm sah der Hund und merkte mit gespitzten Ohren eifrig auf Ich letzte mich zu dem Hirten, und er erzählte mir, von Schafen und Schäfern. Hoch war über uns der hellblaue Himmel, und Die Scha.e fraßen unD trappelten. Das Vieh wurde auf Die We.dc ge­bracht, lange wurde überlegt, wie man es mit dem Stier halten sollte, er war schlimm, man mußte ihn aus einer Tür führen, welche einer Wand gegenüber lag Der Verwalter und Der Kuhmeister führten ihn, als er auf die Schwelle trat, Da riß er den starken Männern die Ketten aus den Händen, nahm Den Kopf zwischen Die Beine und stürmte los. gerade gegen Die Mauer. Er prallte mit seinem mächtigen Schädel an und wurde einen Schritt zurückgeschleudert, daß er in Die Hinterbeine sank: aber er erholte sich, wich zurück und stürm.e mit gelenktem Kops Dumpf noch­mals gegen Dte Wand, kleine Kalkstückchen riefel­ten aus den Fugen, es war als ob die Wand wankte, und er prallte wieder zurück Roch ein­mal wiederholte er das, dann war er zahm, die beiden Männer nahmen die Ketten wieder in die Hände: plötzlich hatte er eine Kappe vor Den

Augen-, nun wandelte er schwer zwischen den beiden hin zur Weide. Weit hinter ihm läuteten und klingelten die Kühe, sie würden von den Mägden geleitet, welche Ruten in den Händen hatten und ihnen zuriefen, sie drängten sich und schoben sich, eine hockte sich einer anderen auf, dann setzten sie sich plötzlich in schnelleren Schritt und die Mädck>en mußten laufen, indem sie ärger­lich schimpften So tarn alles am Tor des Kn.cks an, die Herde wurde eingetrieben, das Vieh zer­streute sich, blieb stehen, blies und graste, und die Stangen wurden wieder vor das Tor ge­schoben. Cs mußte nach den Tieren gesehen wer­den Als ich sie daß erstemal besuchte, da hatte ich ein Hündchen mitgenommen, ist hatte nicht ge­wußt, daß das gefährlich ist. Ich kam mit ihm bis auf Die Mitte der Weide, Da liefen neu­gierig schwerfällig von allen Seiten Die Kühe her­bei. um das Hündchen zu betrachten. Daß Hünd­chen bekam Angst und rettete sich zwischen meine Beine und nun umstanden mich die Kühe mit ihrem Stier im Kreis, alle hatten den Kops ge­senkt und Iahen nach dem Tier zwischen meinen Beinen, das mit eingeklemmtem Schwanz zitterte. Die hinteren Kühe Drängten, der Krc s wurde im­mer enger Wäre nicht Der Stier Dabei gewesen. Dann hätte ich auf Die nächste Kuh los gehen können unD ihr einen leichten Schlag versetzen, sie wäre ausgewichen, und Da < hätte mir Den Weg frei- gemacht, Den ich bann vorsichtig bis zum lieber- stieg des Knick) hätte gehen können, immer auf Der Hut. daß sie nicht ungestüm hinter mir fjerrannten und mich unter Die Füße kriegten. Aber ich mußte fürchten, daß Der Stier gereizt wurde Cs fiel mir eine Rettung ein, ich ergriff den Hund am Kragen und verhaute ihn, er erhob ein jämmer­liches Geschrei, und als ich ihn losließ. Da war Die Angst vor meinen H eben größer, als Die Angst vor Den Kühen, er rannte mit gesträubtem Fell gerade zwischen Den Kühen durch fort, ehe die sich klar machen frnn en, was geschah, al ß es ihnen klar wurde da wendeten sie und im Galopp gings mit erhobenen Schwänzen hinter ihm her aber Da war Der HunD schon an Der Hecke hatte eine Lücke entDedt und kroch hindurch, indes en D:e Kühe stau­nend im Halbkreis um da' Loch standen und ich nach der a'.dem Seite, langsam gehend um nicht wieder ihre Aufmerksamkeit zu erregen, zum Ücberftieg ging.

Oer wortkarge König.

Von Richard Zoozmann

I.

Der Mann Der Königin Luise war wegen seiner überaus lakonischen Redeweise bekannt. Er hatte eine staunenswerte Geschicklichkeit darin, sich mit ganz wenigen Worten, ost nur mit einem einzigen, auszudrücken. Als er einmal uner­wartet in den Speisesaal trat, der zu einem kleinen Gastempfang hergerichtet wurde, über­raschte er einen Diener, der sich gerade über eine Flasche Rotwein hergemacht hatte. Der höchlichst Crschrodene setzte in Der Bestürzung das Glas so hastig vom Munde ab, daß Der Wein auf seiner weißen Weste bedenkliche Sieden hinterließ, die der Diener vor Den scharfen Augen des Königs umsonst mit der Serviette zu ver­decken suchte.

.Künftig Weißwein trint.nl sagte der König und schritt weiter.

II.

Als sich Generalleutnant von der Marwitz im Jahre 1827 vom König verabschiedete, sagte Friedrich Wilhelm IH. .Sehr leid getan, aus­gezeichneten General verlieren." Damit traf Der Monarch aber nichi die Wesensart des trefflichen Mannes, Der nun in ehrlicher Erwiderung sein früher gegensätzliches Verhä tnis zur Regierung berührte. Darauf schloß der König Die Unter­redung mit den Worten.Mir bekannt, immer nach Grundsätzen gehandelt zu haben." - Hier­durch wollte er Den märkischen Edelmann kenn­zeichnen. der sich 1811 von Hardenberg hatte auf die Festung Spandau schiden lassen, statt auf fein Recht zu verzichten, das auch erAuf Gottes Gnaden" zurüdführte.

III.

Alexander von Humboldt führte Dem König einst ein Chamäleon vor, das in allen Farben schillerte und sich immer Den Farbtönen der Umgebung anpaßte. Der Gelehrte machte Den König besonders daraus aufmerksam, Daß das Tier seine Augen fabelhaft verdreh ?n könne, so dah zum Beispiel eines gen Himmel und Das andere gleichzeitig zur Erde zu bilden vermöchte.

.Machen meine Konfistorialräte auch", sagte Friedrich Wilhelm.

IV.

Als Friedrich Wilhelm einmal zur Kur in Karlsbad weilte, erzählte ihm sein Adjutant, daß sich unter Den Kurgästen ein ungarischer Gutsbesitzer befände, der an Kürze der Aus- drudsweise mit ihm wetteifern solle.

Kennenlemen", sagte der König. - Mair zeigte ihm also auf der Brunnenpromenade den Gutsbesitzer, Den Der König freundlich begrüßte; worauf Friedrich Wilhelm folgendes Gespräch begann .Woher?" - Pest. -Baden?" Trinken. -fieber? - Galle.Erfolg?" - Abwarten!Militär?" Magnat. So!" - Polizei?König!" Gratuliere! -Adieu!"

V.

Minister von Kleewitz, ein arger Bureaukrat, gewissenhaft, ab.r immer schweifwedelnd, geist.os und Doch sich für witzig haltend, hatte zwei Scherzratsei erdacht, mit Denen er die Hofgesell­schaft seit Wochen langweilte. Das erste hieß: Was würden Sie tun, wenn Sie ein Taucher wären ?" - Antwort ,Ich würde mich ins Meer der Vergessenheit stürzen." Die zweite S erzfrage hieß:Was wurden Sie tun, trenn Sie ein Zahnarzt wären?' Antwort: ..Der Zeit Den Zahn ausziehen. Nun hatten Den Minister einige Herren überredet, diese beiden Rätsel bei Der nächsten Gelegenheit doch einmal dem König vorzulegen, was den hohen Herrn gewiß be­lustigen würde Der Minister lächelte geschmei­chelt. und bei einer bald daraus stattfmdenden Abendgesellschaft wandte sich Kleewitz an Den König mit Der untertänigsten Bitte, Majestät zwei Rätselfragen vorlegen zu Dürfen. Friedrich Wilhelm nick.e schweigend D r Minister begann: Was würden Ew. Majestät tun, wenn Sie ein Taucher wären?" ..Der Zeit Zahn ziehn", sagte Der König ernst, Dem Die beiDen Rätsel natürlich längst bekannt waren. Der Minister machte ein langes Gesicht, Die Hofgesellschaft brach in ein schallendes Gelächter aus. Run sagte der König zu ihm:Auch Rätsel aufgeben. Erste Silbe frißt Vieh, zweite Silbe find ich bei Ihnen nie!" Ietzt wurde das Gesicht des Ministers noch länger. unD die Hofgesell­schaft kicher.e boshaft, denn Die Lösung konnte doch nur ..Kleew tz sein. Der König aber sprach; »Lösung: Heuschreck!"