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gen Charakter hat und auf dessen Wahrung entscheidendes Gewicht legt, hat sie zu der Frage des Vertrauens zu einem umgebildeten Kabinett Brüning in keiner Weise Stellung ge­nommen.

Oie Bayerische Volkspartei , wartet ab.

Berlin, 10. Oft. (Xil.) Die Reichstagsfrak- tion der Bayerischen Dolkspartei hat beschlossen. Abänderungsanträge von grundsätzlicher Bedeutung zu der Notverordnung zu stellen. Bon dem Schicksal dieser Anträge wird die endgültige Stellungnahme der Reichstagsfraktion zu der Notverordnung überhaupt abhängen. Dr. Schätzet, der sich am Freitag die Entscheidung bezüglich der lieber- nähme des Reichspostministeriums Vorbehal­ten hatte, hat sich nunmehr endgültig be­reit erklärt,, das Reichspostministerium zu übernehmen. Der Eintritt in die Reichsregierung ist jedoch unter der Boraussehung er­folgt, daß die grundsätzlichen Belange der Bayerischen Dolkspartei von der Reichsregierung gewahrt werden.

3n einem Artikel zur Regierungsumbildung schreibt die Bayerische Dolkspartei-Korrespon» denz u. a.: Wohl sei die Bayerische Dolkspartei durch die letzte Notverordnung in einen schweren innerpolitischen Gegensatz zur Regierung gedrängt worden, allein es wäre ein Irrtum, zu hoffen, daß die Bayerische Dolkspartei dadurch zum Bundesgenossen der grundsätzlichen Gegner des Kanzlers geworden sei. Der Fall liege ja nicht so, dah Brüning aufs rigoroseste an der jetzigen Gestalt der neuen Notverordnung festhalte. Die Bayerische Dolfs- Partei habe also vollkommenen Spielraum im Reichstage für eine solche Abänderung der Not­verordnung einzutreten, die den gefährdeten Länderinteressen gerecht wird. Don dem Erfolg dieser Bemühungen werde die endgültige Stel­lungnahme der Bayerischen Dolkspartei abhän­gen.

Oie Haltung der Wirtfchastspartei.

Berlin, 10. Oft. (DDZ.) Don der Partei­leitung der Wirtschaftspartei wird mitgeteilt: Wenn einzelne Tageszeitungen berichten, dah die Haltung der Wirtschaftspartei zur Frage der Bildung einer Rechtsregierung noch unklar sei, so muß darauf verwiesen werden, dah die Stel­lung der Partei schon seit der Zurück- z i e h u n g des Iustizministers Dr. D r e d t f e st l i e g t. Mit diesem Schritt sollte die 11 m- bildung d es Kabinetts Brüning nach rechts und die Loslösung von der So­zialdemokratie erzwungen werden. Leider fand sich nach dem Ausscheiden der Partei aus der Regierung immer eine parlamentarische Mehrheit, welche das Kabinett Brüning, stützte. Trotz des Zusammenbruchs der Wirtschafts- und Finanzpolitik unter dem Kabinett Brüning fand dieses die parlamentarische Mehrheit. Die Wirt­schaftspartei verlangt nach wie vor die Zusam­menfassung aller nationalenKräfte in Deutschland zur Bildung einer Regierungs­mehrheit."

Oie Stellung der Vo ksnationalen.

Berlin, 10. Oft. (XU.) Abgeordneter Bor­ne m a n n , Obmann der Dolksnationalen Reichs­lagsgruppe, übergab derTelegraphen-Union" folgende Erklärung: .Die Pressemeldungen, daß die R ichstag g uppe der D lksnationalen Reichs­vereinigung hinter der Regierung Brü­ning stehe, greife vor. Die jungdeutsche Bewe­gung und ihre Vertreter machen ihre Haltung gegenüber der Regierung abhängig von den Garantien, die sie für die Durchführung einer der Zeit entsprechenden Siedlung gibt."

Severing über die politische Lage.

Dortmund, 12. Oft. (XU.) In einet Kund­gebung der SPD. sprach der preußische Innen­minister Severing über die politische Lage. Er kam dabei auch auf die Harzburger Ta­gung der Opposition zu sprechen und führte u. a. aus: Dor vier Iahten wäre einer solchen Tagung noch keine Bedeutung beizumessen gewe­sen. Heute aber sei sie ein bedenkliches Vorzeichen kommender Ereignisse. Der Rücktritt des ersten Kabinetts Brüning sei neben dem Einfluh der DDP. auch demunheil­vollen Wirken der unverantwortlichen Ratgeber der Wilhelmstrahe" zuzuschreiben. Die Umbil­dung des Kabinetts bedeute eine schwere innen- und außenpolitische Erschütterung des Vertrauens. Das Rätselraten um den Kurs der neuen Regierung bewirke eine erheb­liche Nervosität in allen Dolksschichten und müsse eine allgemeine Unsicherheit im Gefolge haben. Die Herausbeschwörung dieser Regie­rungskrise sei Katastrophenpolitik. Deutschnatio­nale und nationalsozialistische Minister würden heute die Dinge in Deutschland nicht zum Besten wenden können. Wenn die Nationale Opposition ans Ruder komme, werde mehr zerschlagen, als der deutsche Dolkskörper ertragen könne. Es sei daher Ausgabe aller republikanischen Parteien, die Machtergreeifung durch die Nationale Opposition unter allen Umstanden zu verhindern. Nur die Zusammenfassung aller bewußt republikani­schen Kräfte könne gegenwärtig noch helfen. Die DeutscheDolkspartei wolle die NSDAP, in die Macht und damit in die Verantwortung ziehen. Das sei aber ein z u teueres E?- p c r > m ent. Do neincr Machtergreifung der Na­tionalen Opposition sei zu befürchten, daß die Bande, die zwischen den amtierenden Staatsmän­nern Deutschlands und Frankreichs ge­knüpft worden seien, zerschnitten würden. Ohne Derständigung mit Frankreich sei aber eine "Verlängerung des Stillhalteabkommens unmög­lich und der Friede in Europa nicht zu sichern.

Oie Kandidaten des Hessischen Landbundes.

WSN Friedberg 10. Oft. Der hessische Landbund hat für die kommenden Landtagswahlen für Oberhessen solgende Kandidaten ausge­stellt: 1. W. Fenchel (Ober-Hörgern): 2. Dr Leuchtgens 1 Friedberg): 3. F W. Stein (Stumpertenrod). 4. Rich. Wolf (Es.olderbach): 5. Bürgermeister Diehl (Hochweisel): 6. Friedt. Gunther (Steinfurth): 7. Ed Lutz iKleinfelda), 8. Bürgermeister Hofmann (Oucdb<'*> 9. K. Schwalb (Großen-Duseck), 10. Hy. Klein (31?^^); 11. Bürgermeister Hotmann (Ulfa); 12. Alb. Sehrt (Dadenrod). Der bis-

Die Volkspartei und Brüning.

Vorstand und Parteiausschuß billigen die ablehnende Haltung Oingeldeys.

Keine offizielle Beteiligung in Harzburg.

Abg von Eynern tritt aus.

Berlin, 10.Oktober. (CKB.) 3n der heutigen , Sitzung des Reichsausschusses der Deutschen Volkspartei betonte der Parteiführer Abgeordneter Dingeldey, dah die Beschlüsse der verantwort­lichen parteiinstanzen in voller Einheitlichkeit durch- gesuhrt werden mühten. Dem parlamentarischen Brauche folgend habe Dr. E u r l i u s aus dem Aus­gang des Kampfes um die Zollunion die sich für ihn ergebenden Konsequenzen gezogen; das könne ihn persönlich und politisch nur ehren. Nach eingehender Beratung wurde vom parteloor- stand und Reichsausschuh übereinstimmend mit star­ker Mehrheit ein Beschluh gefaßt, der die Erklärung des Parteiführers gegenüber dem Reichskanzler bil­ligt. Diese Erklärung ging dahin, dah die Deutsche Volkspartei ein Reichskabinelt auf der Grundlage der früheren Regierung nicht unter ft ühen könne.

wie das VDZ.-Büro erfährt, ist es zu einem heftigen Konflikt zwischen dem die Minderheit vertretenden preuhischen Landtagsabgeordneten von Eynern und der Mehrheit über die Unterstützung oder Nichlunterstühung des Kabinetts Brüning ge­kommen. Die Auseinandersetzungen hatten zur Folge, dah Abgeordneter v. Eynern den Austritt aus der Deutschen Volkspartei erklärte und gleichzeitig miltellte, dah er auch sein Landlags­mandat niederlegen werde. 3n den Beratungen hat auch die Frage der Beteiligung führender Volksparte i ler an der harzburger Tagung der nationalen Opposition eine Rolle gespielt. 3n der Sitzung kam als über­wiegende Auffassung zum Ausdruck, dah die Deut­sche Volkspartei auch weiterhin gegenüber der na­tionalen Opposition eine gewisse Dlstanz wahren müsse. Die Verhandlungen führten dazu, dah die von verschiedenen Abgeordneten geplante Reise größtenteils aufgegeben wurde, Reichs­tagsabgeordneter v. S e e ck t hat an der harzburger Tagung teilgenommen und dort diejenigen Vertreter

der Deutschen Volkspartei, die ihre Teilnahme zu­gesagt hatten, entschuldigt.

Oer Llebergang zur Oppofition

Eine Rede Dingeideys in Breslau.

Breslau, 11. Oft. (TU.) Der Abgeordnete Dingeldey sprach hier über die politische Lage. Der Kanzler sei immer stärker unter sozial­demokratischen Einfluß geraten. Die Reichsregie- rung habe in wachsendem Maße darauf verzichtet, Probleme anzutasten, wenn irgendwelche politi­schen Risiken damit verbunden gewesen feien. Die Folgen feien ein Willionenarbeitslofenheer, versiegende Steuerquellen und als letztes Glied das unaufhörliche Anwachsen der öffentlichen Lasten. Man müsse sich dagegen wenden, dah die Regierung schonungslos gegenüber allen An­sprüchen der Beamtenschaft, der Pensionäre und der Privatverträge der höheren Angestellten vor­gehe, dah. man aber gar nichts mache bei den 'Verträgen, hinter denen die Macht der Ge­werkschaften stehe. Diese Kritik sei nicht sozialreaktionär, sondern fordere, dah der Staat gleiches Recht walten lasse.

Die Nationale Opposition habe in ihrem Verzicht auf die Derantwortung schwere Fehler begangen. Aber stehe nicht hinter ihr das große Ideal des starken Nationalstaates? Des­halb sei es Pflicht der Staatsführung, diese Bewegung einzufangen in die Front der Derantwortung. Wenn die Partei heute einmütig Brüning d i e Gefolg­schaft verweigere, so erkläre sie sich be­reit zu einem Zusammenschluß mit der Nationalen Oppofition auf der Grundlage gegenseitiger Achtung vor dem Wesen derer, die den Bündnisvertrag schließen wollen, gegenseitiger Achtung auf dem Boden staatspoli­tischer Besonnenheit. Wirtschaftspolitisch sei als Grundlage die Anerkennung der Privat­wirtschaft zu betrachten. Auch außenpoli­tisch könnten die Dinge nur mit dem nüchternen Verstände gemeistert werden. Gr hoffe, daß die Nationale Oppofition diesen Tatsachen Rechnung tragen werde. Dann bestehe auch die Möglichkeit, die nationale Front und damit eine Regierung der nationalen Autorität zu schaffen. Die Volks­partei habe das Ihrige getan, um eine brei­tere Basis für die Regierung Brüning her­beizuführen. Der Reichskanzler habe sich dem versagt.

Scharfe Zuspitzung her Lage in her Mandschurei, (f in chinesisches Ultimatum fordert von Japan sofortige Räumung der besetzten Plätze. Japanische Flugzeuge bombardieren Kintschau. Was sagt der Völkerbundsrat?

Genf, 11.Ott. (XU.) Die chinesische Regie­rung hat dem Völkerbund mitgeteilt, daß der chinesische Gesandte in Xvkiv der japanischen Reg.erung eine Note ultimativen Cha­rakters übergeben hat. In dem Xelegramm der chinesischen Regierung wird darauf hin- getoiefen, dah die chinesische Regierung bereits am 6. Oktober der japan scheu Regierung d i e Ernennung von Vertretern mitgeteilt habe, die öie von den japanischen Xrup- pen geräumten Plätze übernehmen sollen. Auf diese Note habe die chinesische Re­gierung keinerlei Antwort erhalten. Der chinesische Gesandte in Tokio sei darauf von feiner Regierung beauftragt worden, der japanischen Regierung eine zweite Note mit dem Hinweis zu übermitteln, dah nach der Entscheidung des Dölkerbundsrates vom 30 September die lieber» gäbe der von den japanischen Truppen seit dem 18. September besetzten Plätze an die chinesischen Behörden vollzogen werden müsse, da die chinesische Regierung ihrerseits die Verpflichtung übernommen habe, für öle Sicherheit des Lebens und des Eigentums der japa­nischen Staatsangehörigen in den ©täöten zu sorgen, aus denen die japanischen Truppen zurückgezogen würden. Da bisher keine Antwort von der japanischen Regierung ein­gegangen sei, habe der chinesische Gesandte in Tokio nunmehr den Auftrag erhalten, die japa­nische Regierung zu ersuchen.

1. Die japanische Regierung möge sofort die­jenigen Plätze bezeichnen, die noch im taufe der kommenden Woche geräumt und den chinesischen Behörden übergeben werden.

2. Die japanische Regierung möge noch im Laufe des Samstags telegraphische A n w e i f u n g e n an die militärischen Komman­danten zur Einleitung der Räumung übcrmilldn, damit öie Räumung bereits am Sonn­tag eingeleitet werden könne.

Die chinesische Regierung hat sich am Sonntag­abend von neuem mit einem dringenden tele­graphischen Hilfegesuch an den Völkerbundsrat ge­wandt. In der neuen Note wird mitgeteilt, daß japanische Flugzeuge am Samstag das Hauptquartier der Provinzialrcgie» rung der Mandschurei bombardiert hätten. Die Lage sei außerordentlich ernst. Die chi­nesische Regierung ersucht den Dölkerbundsrat un­

serige Abgeordnete Dr. von Helmolt hat die Annahme einer Kandidatur abgelehnt. Für Starkenburg sind u. a. ausgestellt Glaser (Nordheim): Dr. Müller (Worms). Die Kandi­datenliste für Rheinhessen wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

Die Kandidaten der Volkspartei zur LandtagSwahi.

Frankfurt a. TI., 11. Oft. (WSN.) Der San- desausschuß der Deutschen Dolkspartei im Wahlkreis Hessen-Darmstadt stellte den Wahloorschlag für die Landtagswahl auf. Der Landcsvorsitzende, Bürger- meister Dr. N i e p o t h - Schlitz, legte dar, wie die DDP. in eincty über zehn Lahre währenden Kampf gegen die Regierung der Weimarer Koalition vieles gefordert hat, was heut« zwangsläufig von den Re­gierenden getan werden müsse. Der Fraktionsvor- fitzende Dr. Keller» Büdingen verlas den Wahl-

verzüglich Maßnahmen für die Sicherung des Frie­dens zu ergreifen und unverzüglich einen Unter­suchungsausschuß des Völkerbundes an Ort und Stelle zu entsenden. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat die Note sofort telegraphisch sämt­lichen Ratsmächten sowie der amerikanischen Regie­rung übermittelt. Die Lage wird auch in Genf jetzt als außerordentlich ernst angesehen. Es wird allgemein angenommen, daß Lord Reading, Briand unl^. Grandi am Dienstag zu der Sitzung des Völkerbundsrates «Intreffen werden. Man er­wartet, daß auch die deutsche Regierung eine maß­gebende Persönlichkeit entsendet und zwar den Staatssekretär von Bülow.

Dor Zusammentritt des Dölker­bundsrates wird eine wicht ge Erklärung über die japanische Politik abgegeben werden, über die sich das Kriegsministerium und das Außen­ministerium geeinigt haben. Sie wird besagen, daß Iapan keine neuen Rechte und Konzes­sionen sucht, Iapan besteht aber darauf, daß die existierenden Rechte geachtet und daß die wichtigsten schwebenden Differenzen ge­mäß denDerträgen geregelt werden.

3apan lehnt jede Einmischung ah.

Kem 'Abbruch der japanischen Operationen

Tokio, 11. Oft. (XII.) Arn Sonntag trat das japanische Kabinett zu einer Be­ratung über die politische Lage zusammen. An der Sitzung nahmen auch die Chefs des japanischen Generalstabes und deS Admiral stades teil. Der Kriegsminister er­stattete über die Lage in der Mandschurei Be­richt und erklärte, die militärischen Operationen könnten in diesem Augenblick unter keinen Umständen abgebrochen werden. Ia­pan lehnt das Eingreifen des Döl- kerbundes ab, weil es der Meinung ist, der Dölkerbund habe keine genügende Kenntnis der geschichtliche! Zusammenhänge der mandschuri­schen Frage. Ansche--"md stimmen Regierung und Heer in der Frage der Berechtigung der japani­schen Forderungen uuerein, sind aber hinsichtlich der Methoden verschiedener Ansicht. Der Regie­rung ist die Beschießung Kintschaus, des Hauptquartiers der chinesischen Provinzial­regierung und der Mandschurei, sehr ungelegen gekommen. Die japanischen Militärbehörden er­klärten, sie würden eine Wiedereinsetzung Tfchanghsueliangs nicht zulassen.

aufruf, der eine entschiedene Kampfparole gegen die hessische Regierung darstellt. Der W a h l v o r - schlag wird geführt von Dr. N i e p o t h, Bürger­meister in Schlitz, und Dr. Keller, Direktor des Gymnasiums in Tübingen. Es folgen die bisherigen Abgeordneten Bäckerobermeister Kunkel (Worms), Fabrikant Heyne (Offenbach), Lehrerin Fräulein Birnbaum (Gießen). Es folgen dann Rechts- anwalt Dr. Matter n (Darmstadt), Syndikus des Gastwirteverbandes Rhein - Main, Landgerichtsrat Dr. Speckhardt (Mainz), Landwirt Petri (Lamperzheim), Polizeiverwaltungssekretär A h l (Darmstadt) und zehn weitere Persönlichkeiten, worunter sich auch der Vertreter des Angestellten- ausschusies der DDP., H e n s o h n (Darmstadt), an elfter Stelle befindet. Die Einstellung der hessischen DDP. zur Reichspolitik fand ihren Niederschlag in einer Entschließung, die dem Parteiführer Dingel- dey das Vertrauen seines Wahlkreises zum Aus­druck bringt

Aus aller Wett.

Verhaftung

des Täters von Bia Torbagy?

Auf eine Anzeige der Budapester Oberstadt» hauptmannfchaft verhaftete die Wiener Polizei den in Wien wohnenden ungarischen Kaufmann M a t u f ch k a, da er im Verdacht steht, den Eisenbahnanschlag bei Bia Xorbagh verübt zu haben. Er befand sich in der llnglücksnacht unter den Xrümmcrn deS Schnellzuges und gab vor, einer der Passa­giere gewesen zu sein. Er meldete sich bei der Rettungsstation, wo man seinen Namen auf- zeichnete und feststellte, dah er lediglich Schür­fungen im Gesicht und im Nacken erlitten hatte. Man ließ ihn nach Wien fahren, beobachtete ihn jedoch und teilte der Wiener Polizei die Der- dachtsmomente mit. Er wohnte dann in Wien, wo er von österreichischen und ungarischen Ge­heimpolizisten beobachtet wurde. Man stellte fest, daß er sehr ausgedehnte Beziehungen zu Wiener kommuni st ischcn Kreisen unterhielt. Im Iuli hatte er Ekrasit und Zündschnüre gekauft und war mehrfach zwischen Wien und Budapest hin- und hergereist. In Budapest hatte er mehrere Wohnungen, wo er sich überall unter falschem Namen anmeldete. Auch seit der Katastrophe soll er in Budapest und sogar in Bia Torbagy gewesen fein. Er behauptet, sich das Ekrasit für die Sprengung eines FabrikfchornsteinS verschafft zu haben, konnte aber die Fragen, wo der Schornstein bzw. das Ekrasit sei, nicht be­antworten.

Das Attentat von 3üterbog.

Die Untersuchung gegen den Dienstknecht Bar­thel hat keinen Anhaltspunkt dafür er­geben daß B. in irgendeinem Zusammenhang mit dem Eisenbahnattentat in Iüterbog steht. Dom Amtsgericht in Görlitz ist aber gegen ihn Haft­befehl wegen schweren Diebstahls und Dergehens gegen das Sprengstoff- geseh erlassen. Die in Petershain gefundenen Sprengstoffe find nach dem Ergebnis der Ermitte- lungen in Iüterbog nicht verwendet worden.

Vetrugsfkandal in Koblenz.

Die Staatsanwaltschaft in Koblenz ist einem umfangreichen Detrugsfkandal auf die Spur ge­kommen. Ls handelt sick um Durchstechereien von Beamten der Reichsbahn auf Rechnungen einer hiesigen Speditionsfirma, die nach der Auflö­sung der Desatzungsämter Umzüge usw. für von Koblenz versetzte Beamte vornahm, und für ge­leistete Dienste willkürlich höhere Beträge -ein gefetzt wurden, die dann von den Betei­ligten bei den amtlichen Derrechnungsstellen ein­gezogen wurden. Ob die Ueberschüsfe verteilt tour» der, oder ob die Beamten in Frage kommen etwa 50 - diese für sich selbst kassierten, bedarf noch einer eingehenden Klärung. Der Inhaber der Speditionsfirma ist verhaftet worden.

Fünf Todesopfer eines Autounglücks In Südengland.

Cin mit vier Personen besetzter Kraft- Wagen und ein Motorrad, auf dem sich zwei Personen befanden, prallten bei Maid­stone (Kent) In voller Fahrt aufeinan­der, überschlugen sich und gerieten in Brand. Den Augenzeugen der Katastrophe gelang es, einen der Derunglückten mit lebens­gefährlichen Brandwunden zu bergen. Die an­deren fünf jungen Leute unter 21 Iahren kamen in den gl am men um.

Seiner Frau die Zunge abgefchnillen.

In Srebrnica (Südslawien) schnitt der Land­wirt Miloschewitfch seiner Frau die Zunge ab Er war mit ihr in Streit geraten und hatte sich jeden Widerspruch verbeten. Da die Frau nicht ge­horchte, band er sie an einen Baum im Hose, er­faßte mit einer Zange die Zung« und trennte sie mit einem Messer ab.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Unser Wetter steht weiter im Zeichen hohen Druckes. Wohl sind im Westen bereits Anzeichen einer neuen Störungswelle vorhanden, durch die wieder ozeanische Warmluft heranbefördert wird, jedoch durfte durch sie für unser Gebiet, abge­sehen von vorübergehend aufkommender Bewöl­kung, keine größere Beeinflussung zu befürchten fein. Vielmehr bleibt vorerst die herbstliche Hoch- druckwetterlage erhalten, die sich durch kühle Nacht mit verbreiteter Frühnebelbildung und am Tage durch Aufheiterung und Erwärmung kennzeichnet.

Dorhersage für Dienstag: Dunstig und leicht wolkig mit Aufheiterung, tagsüber warm und trocken.

Lufttemperaturen am 11. Oktober: mittags 16,8 ®rab Celsius abends 8.9 Grad: am 12. Oktober: morgens 3,8 Grad. Maximum 17 Grad. Minimum 3,2 Grad. Vrdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Oktober: abend» 8.1 Grad, am 12. Oktober: mor­gens 8,6 Grad Celsius.