Ausgabe 
12.9.1931
 
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"egrophenbeamfeo. und Telegraphen. M oom 10. bi, n Bundeslag im Der erste Bundes- ^hrer Boigt-Bn. isonai. und Sian- Menschast. Lr be- ' tcntum als den- taates, der auch in es und Balkes un> ndhalte. Ein Unter* Entrechtung des?e- ung der wirtschaft- schäft durch sortge. 1 müsse zum Ufr- Ser Redner schloß Appell, trotz aller reu zu Ihrer Pflicht

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Hessischer Znduiirie- und Sandeiskammeriau

(BoIMtagV

3ftoria-Gi<l)lfptck, Seltersweg,

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KürbiS 5 bi« 6. Pilze 20 bi« 25,

all wurde urpfuscher

ctzt er* lhiungs*

Spinat 20 bis

Dohnen 15 bis

Tomaten 15 bis

Zwiebeln 8 bi« 10,

wird un« geschrieben Die Lommcrabonnement« bringt bicrung die Ausführung der ten Sven" non Oesterreicher der Spielleitung von Peter

11. Vorstellung des al« letzte Neueinstu- KomödieDer Dar­und Dernauer unter F a s s 0 11. Die Kv-

so der Oc­

to, 10, 10, 12, 10, 6, 90,

umspannende Organisation der Nächstenliebe bcn. Nähere« in der heutigen Anzeige.

ewigen Zeitverhältnisfe als zu hoch an cheinen. wodurch die Kassen mit in

chwierigkeiten geraten.

Aehnlich wie die Verhältnisse bei den Kranken-

Sine Stadt ohne Theater - schreibt man un«. ohne diesen Maststab QDertbcurteUung, eine Leere de« geistigen

Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Zentner 2,80 bis 3 Mk.), Frühäpfel 8 bis 10, Falläpsel 3 bis 4. Dirnen 8 bi« 15, Dörrobst 30 bi« 35. Nüsse 40 bis 50, ZWetschen 10 bis 15, Preiselbeeren 30 bis 35, Pfirsiche 40 bis 60, Drombeeren 30 bi« 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bi« 100, Suppenhühner 80 bi« 100 Pfennig pro Pfund: Tauben 50 bis 60, Eier 10 bis 11, Salat 5 bis 10, Dlumenkohl 30 bi« 70, Endivien 10 bi« 15, Salatgurten 10 bi« 20, Einmachgurten 2 bis 4, Obertohlrabi 8 bi« 10, Sellerie 10 bi« 40,

Dutter 140 bi« 150 Pfennig. Matte 30 bi« Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bi« Weisttraut 6 bis 7, Rotkraut 8 bis gelbe Rüben 8 bi« 10, rote Rüben 10 bi«

auftrat und das erkrankte Mädchen an) nackten Körper untersuchte. Es ist mit großer Wahrschein­lichkeit anzunehmen, daß Gruwe die Ausübung der Heilkunde nur als Mittel zum Zwecke benutzt. Die Kriminalabteilung erbittet Nachricht über weitere derartige Fälle.

modle führt den Untertitel:Tier Kapitel aus dem Leben eine«unanständigen" Mädchens". Deginn 20 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr

Die Heilsarmee Diesten veranstaltet am Samstag, 19. September, 20 Uhr, in der Turnhalle am Oswalbsgartcn einen Vortrags­abend. Der Leiter der Heilsarmee in Deutsch­land und Oesterreich, Kommandeur Friedrich, der wie man un« nuttcilt feil über 40 fah­ren im Dienste der Heilsarmee in Kanada, Amerika, Australien. Indien. China, Ungarn, der Tschechoslowakei wichtige Stellungen bekleidete, wird aus seinen Erfahrungen über den Sinn und daS Wesen der Heilsarmee sprechen und den Zu­hörern einen Einblick in diese große und Welt-

25, Römischkohl 8 bis

25, Unterkohlrabi 5 bi«

20, Meerrettich 40 bis

grobe Reihe neuer Vergünstigungen sind für die Abonnenten zum ersten Male eingesührt. An­meldungen schriftlich oder an der Tage-kasse allen VorverkausStagen während der Sommer spielzeit und ab 25. September täglich.

bcn«, wie sie die Viestener bisher nicht zu ken­nen brauchten, wollt ihr da-! Wollt ihr ver­nichten, der Kulturmittelpunkt der Provinz Ober« Hessen zu sein? Neinl Nein und abermals neinl Aber mit Worten allein ist'- nicht getan. Wir brauchen Taten. Zeichnet euch noch heute zum Abonnement eure« Stabttbcatcr« ein, da« so un­geheure Vorteile bietet. ES ist nicht allein, dast die Intendanz biS zur Grenze dcS Tragbaren einen Abbau der Preise vorgenommen hat, eine

-auch 5 bi« 10. Rettich 10 bi« 15 Pf pro Stück; RadreSchen 10 bi« 15 Pfennig pro Bund.

Vornotizen.

TageSkaiender für Samstag. Reichsbund der Zivildienstberechtigten, 20.30 Uhr, Monatsversammlung imAquarium". Gieße­ner Ruder-KlubHassia", 20.30 Uhr Mitglieder- Terfammlung tm Bootsbau«. 1881 1931, Ver­sammlung »m ..Postkeller" GDA. 20.30 Uhr, Monatöversammluna, Hotel Hopfeid Licht- lpielhau« Bahnhofstraße.Nie wieder Liebe"

ketten Ohrringen, Pralinen, Kölnischem Wasser usw. zum ÄNtgehen zu bewegen suchte. Ein fr ermittelt, wo er bei einer Familie als fti

Welche Hausfrau wäscht am besten? Danz entschieden di« Hausfrau, bi« rrinr Seife verwendet, statt durch Waschmittel mit fAarfen Zusätzen ihre wertvolle Wäsche vorzeitig zu vernichten. Doppelt gut wäscht die Hausfrau, die Naumann's weiße Kernseife verwendet. Mit bieler vollkommen reinen, milden und hoch* lchSumenden Seife schont sie ihre Wäsche und erleichtert sich Wascharbeit und Hausputz.

..Die geheimnisvolle Insel".

Tage«kalender für Sonntag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße, 11.15 Uhr.Die blaue Adria" <4 Kulturfilmi WaldcSlust am Flughafen, 15.30 älhr. Militärkonzert V H E., Wanderfahrt. Abfahrt 6.15 älhr am Stabttbcatcr. Dund der Lahnfreunde. Wanderung. Treff­punkt 8 Uhr am Iustizgebaudc Lichtspielhaus Bahnhofstraße. ..Da« lockende Ziel". - Astoria- Lichtspiele, Selter«®.,Die geheimnisvolle Insel".

Au« dem S t a b 11 b e a t c r b u r c a u

Der Hessische Industrie- und Han- delSkammertag hielt in Frankfurt a. UL unter dem Vorsitz von Herrn Ludwig Meyer. Mainz, eine Sitzung ab. SS sand eine eingehende AuSsprach e über bie gegenwärtige Wirtschaftslage statt, wobei insbesondere auf die Notwendigkeit einer vollkommenen Abkehr von der bisherigen Wirtschaft«- und Sozialpolitik hingewiesen wurde. Zur Weiterlei­tung an die zuständigen Stellen genehmigte die Versammlung die nachstehende

Entschließung:

»Der Verfall unserer Wirtschaft macht immer größere und raschere Fort­schritte: in seinem Gefolge droht die Not wei­tester Dolk«kreise übermächtig au werden und alle Bande staatlicher Ordnung und Gesittung zu zer­stören. Bei alledem ist. ungeachtet aller War­nungen der Wirtschaft und der klar vor aller Augen liegenden Tatsachen noch nicht«Durch- greifende« geschehen zur Beseitigung dc« verhängnisvollen System« unserer Wirtschaft«- und Finanzpolitik, das unsere Wirt­schaft jetzt der Auflösung nahegebracht hat. Ja. die Vertreter diese« System« sordem heute noch in unbegreiflicher Verblendung, ungeachtet der unausdenkbaren Folgen, eine weitere Bindung und Fesselung unserer Wirtschast.

Im Bewußtsein der Verantwortung, die auch sie der Gesamtheit gegenüber tragen, fühlen die hessischen Industrie- und Handelskammern sich verpslichtet, demgegenüber ihre Stimme zu erhe­ben und mit dem durch den äußersten Ernst der Lage gebotenen Nachdruck noch in zwölfter Stunde

an die Regierungen in Reich und Ländern die dringende Forderung zu richten, mit größter Beschleunigung die Rsirtschafl von den würgen­den Lasten und Fesseln zu befreien und ihr die Möglichkeit freier Betätigung im Rahmen un- abänderlicher wirtschaftsgesehe wiederzugeben.

In erster Linie ist die Beseitigung aller die Be­wegungsfreiheit der Wirtschast im in- und aus­ländischen Wettbewerb einengenben zwangSwirt- schastllchcn Fesseln ein Gebot der Stunde. Der Schematismus de« Tarif- und SchlichtungSAwan- geS und der Arbeit-zeitregelung, sowie dieWoh- nungSzwangSwirtschast haben den mannigfaltigen Lebensbedürfnissen der Wirtschaft nicht Rechnung getragen. Sie haben im Gegenteil Verkümme­rung und Absterben immer größerer Teile un­seres WirtschastslebenS mitverursacht.

Neben der unerläßlichen Einstellung der Re­parationsleistungen ist insbesondere eine durch­greifende Senkung der La st en erforder­lich, die der Wirtschaft weit über ihre Trag­fähigkeit hinaus in immer wachsendem Umfange an Steuern und sozialpolitischen Leistungen auf­erlegt worden sind. Dazu ist notwendig die ?röhte Vereinfachung und Sparsam- e i t in der öffentlichen Verwaltung, die Rückführung der Aufgaben der öffentlichen Hand auf ihre eigentlichen Zwecke, die Einschrän­kung ihrer Betätigung auf dem Gebiete der Pri­vatwirtschaft und ein Abbau der Sozialgesetzge­bung auf daS für die Wirtschaft in ihrer heu­tigen Notlage tragbare Maß.

Die hessischen Industrie- und Handelskammern richten darüber hinaus an alle Kreise der Wirt­schast die Aufforderung, durch strenge Erfüllung ihrer gegenseitigen Verpflichtungen zur Erhal­tung und Wiederaufrichtung unserer Wirtschaft nach Kräften beizutragen, insbesondere auch

allen Zersehungskräften und -erfcheinungen mit rücksichtsloser Entschlossenheit entgegenzutrelen,

die unter dem Einfluß der heutigen Wirtschafts- not die kaufmännische Moral, d. h. die An­schauungen des Kausmanns von Treu und Glau­ben, zu untergraben drohen."

Oie Gewerbesteuer.

Sodann führte Dr E h a r i f f 6 - Mainz au«, daß der Minister de« Innern den Provtnzial-

Aufgehobene Straßensperre, mit* geteilt oom Oberhessischcn Automobil-Club E. D. (A. v. D ), Gießen. Die Sperre der Provinzial* ftraßenstrecke Vaitshain Grebenhain wirb ab 13. September aufgehoben.

Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei ge* wöhnlichen Preisen geöffnet.

" Eine Fünfunbsiebziajährige. Frau Charlotte Schäfer, geb. Schwalb, wohnhaft Walltorstraße 32, begeht am Montag, 14. Septem­ber, ihren 75. Geburtstag in körperlicher und geisti* ger Frische.

"Impftermine. In einer Bekanntmachuna der Stadtverwaltung im beu tgen Anzeigentct sind die Impf- und Nachschautermine veröffentlicht. Interessenten seien besonder« darauf hingewiesen.

Die Aliceschule Gießen macht im heutigen Anzeigenteil daraus ausmerksam, daß die Anmeldungen für die Anfang Oktober beginnen­den Hausyaltung«. und Kochkurfe, sowie für die Näh- und Handarbeitskurse in diesen Tagen er­folgen müssen. Interessenten seien auf die Anzeige verwiesen.

" Schweinerotlauf. DaS Polizeiamt teilt mit: In den Schweinebeständen de« Heinrich Kipper in Gießen, Drandgasse 7. und de« Katholischen Schwesternhauses in Gie­ßen, Liebigstraße 24, ist Schweinerotlauf fest- gestellt. Gehöstsperre ist angeordnet.

Fe st nähme einestiebensrefor- m e r . Der heutige Polizeibericht meldet: Am Don­nerstag wurde Johann Gruwe geboren am 1. August 1890 zu Magdeburg, zur Zeit ohne festen Wohnsitz, von Berusßebensrejormer, feftgenom* men, da er sich in verdächtiger Weise an junge Mäd­chen heranmachte und sie durch Vorzeigen von Hals*

hirtfcioncn und Kreisämtern mitgetcilt habe, daß er für daS Rechnungsjahr 1931 von der ihm in Artikel 6 Abf. 1 de« SteuervorauSzahlungSgcsetze« vom 10. Dezember 1929 verliehenen Ermächtigung keinen Gebrauch mache. Hiernach falle für dae Rechnungsjahr 1931 da« seitherige System de« jährlich zweimaligen kommunalen SteuerauSschlag«, eines vorläufigen und eine« endgültigen, weg. und die Gemeinden Kreise und Provinzen würden ihre Gewerbe* steuer sofort endgültig nach den Besteuerung«* arunblagcn de« Vorjahre« erheben. Wiederhol« feien die hessischen Industrie» und HandelSkam* metrn gegen die vorgesehene endgültige Ver­anlagung bei dem Minister de« Innern vorstellig geworden, da in den meisten Fällen der Gewerbe­ertrag de« Jahre« 1930 erheblich geringer lei. wie Der de« Jahre« 1929. und die endgültige Veranlagung dadurch einer Vermögen«* ab gäbe gleichkomme E« sei unbedingt zu sor­dem, daß in allen Fällen, in denen sich da« Anlage- und Betriebskapital, oder der Ertrag um mehr al« 20 Prozent verringert habe, eine Herabsetzung der Steuer au« Billig- keit«gründen vorgenommen werde.

In der Au«sprache wurde eS für zweckmäßig gehalten, daß in persönlicher Rücksprache mit dem Minister de« Innern die Angelegenheit nochmals erörtert wird. Demgemäß wurde auch beschlossen.

Dr. Hager- WormS berichtete, daß nach den Bestimmungen der Notverordnung vom 1. De­zember 1930 die Gewerbesteuer in Zukunft lediglich als Gewerbeertrags- bezie­hungsweise Lohnsummensteuer er­hoben werden solle. DaS Gewerbekapital werde nur insofern berücksichtigt, als mindestens 6. v. H. deS Gewerbekapitals als steuerpflichtiger Ertrag anzusetzen feien. Daneben könnten die Länder die Lohnsummensteuer einführen, die jedoch für die hessische Wirtschaft überhaupt nicht geeignet sei, da die verhältnismäßig geringe Anzahl der ar­beitsintensiven Betriebe gegenüber den kapital­intensiven Industriezweigen unbilligerweise be­lastet würde. Die Abstellung der Gewerbesteuer auf den Ertrag allein gebe mit Rücksicht auf die hierdurch entstehende außerordentliche Be­lastung der Wirtschaft zu den größten Dedenken Anlaß. ES müßten deshalb bei der Reichs- regierung Schritte unternommen werden, damit in Hessen die seitherige Regelung, die Aus­schlagung nach Kapital und Ertrag, erhalten bleibe.

Der Vertreter deS Hessischen Finanzministe­rium-, Ministerialrat Doerr, bemerkte hierzu, daß ein Derartiger Antrag die Unterstützung der hessischen Regierung sände, zumal auch sie für die hessischen Verhältnisse Ertrag und Kapital als die geeignetste Desteuerungsgrundlage für die Gewerbesteuer ansehe. Endgültige Deschlüsse bezüglich der zukünftigen Gestaltung der Ge­werbesteuer, insbesondere der Einführung der Lohnsummensteuer, feien noch nicht gefaßt, da noch nicht bekannt sei, ob die Reichsregierung eine Aenderung der in der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 vorgesehenen Stcucrmcbbcträgc vornehme.

Oie (Semeindebiersteuer.

Zur Frage der Erhebung der Ge - meindebiersteucr, die die Gastwirte zu tragen haben, berichtete Dr. G i a r Offenbach, daß in Den meisten Gemeinden die Dierstcucr nach wie vor von denBrauereien erhoben werde, trotzdem der Minister deS Innern auf Vorstel­lungen der hessischen Handelskammern wiederholt Darauf hingewiesen habe. Daß in erster Linie Der Gastwirt steuerpflichtig und die Steuer in jedem Falle vom Gastwirt zu erheben sei. 3m Hinblick auf die außerordentlich verschlechterte Lage Der Drauindustrie sei eS ersorderlich, durch Abänderung des § 4 der Mustersahuny diese Erhebungsart den Gemeinden zur Pflicht zu machen. SS wurde beschlossen, in diesem Sinne bei dem Minister deS Innern vorstellig zu werden.

Aus der Provinzialdauptstadt.

D i e ß e n, den 12. September 1931.

Es kann am Abend anders werden ...

..E« kann am Abend anders werden, als eS am frühen Morgen war." , .

Unter den Troftfprüchen, die im Umlauf sind, ist die« einer der wenig gebräuchlichen. Zu- meist bringt man ihn mit dem Wetter in Ver­bindung. d. h. man meint: auch wenn der Mor­gen stürmisch und regnerisch ist, auch wenn schwere Wolken den Himmel bedecken, braucht man noch lange nicht zu verzagen. Schon die nächsten Stun­den können lachenden Sonnenschein zeigen und der Abend kann mild und schön sein. Oder um­gekehrt: der Morgen lacht un« an, lädt zu frohen Stimmungen ein und mit der untergehenden Sonne ziehen Gewitterwolken auf.

Wenden wir da« Sprichwort auf da« Geben an. so ist c« im Grunde genau so verwendbar. Will Der Morgen sich nicht lichten, brauen die Sorgen ihre schreckhaften Gestalten gleich den Nebelfrauen auf sumpfiger Wiefe, fürchten wir un« vor den kommenden Stunden deS Tage«, weil Krankheit im Haufe ist ober Treulosigkeit und Verrat ihre Zeichen al« Morgengruh brach­ten, bann will c« nicht mehr weiter gehen, bann brohen He» unb Derstanb zu verfügen. Der.Taa will un« eine Last dünken. bie un« unmöglich scheint abzuwälzen. In solcher Stimmung mag schon manch einer ba« Leben von sich geworfen haben ...

Man Zoll aber auch bcn herbsten Geschicken Spielraum geben, damit sie sich entwickeln, ja vielleicht entwirren können. Ist e« möglich, gegen ein ilntoetter anzukämpfen? Dei ihm soll man sich da« Stillesein angewöhnen. Sv wie sich die Wolken zerteilen, wie der Sturm fein Rasen einstellt und ein klarer Himmel die trüben Stun­den pergessen läßt, so bekommen auch die Sor­gen ein andere« Gesicht, je länger und genauer man sie betrachtet. Im ersten Sehen waren sie riesengroß, lagen schwer wie Steine aus der 33ruft und wollten un« schier erdrücken. Da ist e« mitunter gar schwer, sich von der Last zu befreien und Mutlosigkeit tritt an die Stelle der Tatkraft.

Denen, die so hart ringen, sei da« Sprichwort ein rechter Trost: ..S« kann am Abend ander« werden, al« e« am frühen Morgen war!" Wartet mit dem Verzagen noch. Die Sonne ist nicht vom Himmel verschwunden, sie ringt sich durch. Deim Zerteilen der Wolken müßt ihr aber helfen. Wie Da« möglich ist? Richt alle« OuälenDe aushäusen, fonhern au«einanDcrtcilen. sondieren: dadurch werden zwar viele Kleinigkeiten geschossen, aber es wird Heller. Denn Die kleinen Sachen lassen sich übersehen. Es lassen sich gegen sic besser Maß­nahmen treffen al« gegen ein Knäuel, Der toeDer Anfang noch Ende hat. Ist Dann alle« reiflich DurchDacht, sicht un« Der AbenD schon wieder lächeln. Sorgen werden sich nicht in berauschen­des Glück verwandeln in Der Spanne zwischen Morgen und Abend, aber ihre Bezwingung wird un- allmählich ein stille«, stolze« Glück gewäh­ren. ba« über Dem heißen Lebenstag wie goldenes Abendrot, wie kühler Abendfriedc liegt.

M. Gr.

Ein Notruf des Handwerks.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse Der jüngsten Zeit haben das Handwerk in eine Lage gebracht, deren Auswirkungen katastrophal werden, wenn nicht mit allen Kräften Dieser Rot entgegengewirkt wirb. Viele handwerkliche Betriebe liegen ft i 11. Ucberall herrscht Auftragsmangel: der Winter steht vor Der Tür und droht mit neuen Sorgen. Der Gewerbeverein Gießen wendet sich daher im heutigen Anzeigenteil mit einem Aufruf an Die Bürgerschaft, und bittet dringend, das notleidende Handwerk durch Auf­tragserteilung zu unter st Ütze n. Weiter bittet er, von den Handwerkern, die ihre Lieferanten kurzfristig bezahlen müssen, keine Kredite zu bean­spruchen und den Zahlungsverpflichtungen für ge­leistete Handwerksarbeit mit größter Pünktlichkeit nachzukommen. Der bcMchtigte Appell des schwer bedrohten Handwerkerstandes an den Gemeinsinn der Bürgerschaft sei der besonderen Aufmerksamkeit empfohlen.

MrischastSnoi und Krankenkassen.

Die schwere Wirtschaftskrise hat natürlich auch die Krankenkassen in außerordentlich ungünstiger Weise beeinflußt. Nach einer kurzen Senkung der

kaffen im Reiche liegen, sind sie auch bei der All­gemeinen Ortskrankenkasse Gießen (Stad t). In der Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli 1931 (sieben Monate!) betrug die Einnahme 617 855,63 Mark, die Ausgabe 704 603,66 Mark, so daß 86 748,03 Mark weniger verein- nahmt wurden. Gegen das Jahr 1930 betrug die Mindereinnahme pro Monat zwischen rund 14 500 und 26 000 Mark durchschnittlich also rund 20 000 Mark je Monat. Bei Vergleichen der einzel- nen Posten mit den Beträgen für das Jahr 1929 treten die Gegensätze noch schärfer in Erscheinung. An Aerzlehonorar wurden verausgabt 193 355,15 Mark Zahnärzte 39 201,35 Mark, Arznei und Heil­mittel'80 691,77 Mark, Krankenhauskosten 76 813,70 Mark, Wochenhilfe für Mitglieder 21 722 16 Mark, für Familienangehörige 42 395,26 Mark, Kuraufent­halt 19 391,55 Mark, Krankengeld 160 427,60 Mark, Verwaltungskosten (persönliche) 42 997,27 Mark, (sachliche) 14 071,08 Mark usw.

Der in Anbetracht der gegenwärtigen Zeitverhält- nisse ungünstige Kassenstand bat die Verwaltungs­organe (Vorstand und Ausschuß) veranlaßt, um einen Ausgleich zu schassen einer Beitragserhöhung um 0,5 0. H. (von 6,25 auf 6,75 0. H bzw. 5,5 und 5,75 v H) und dem Abbau der Mehrleistungen auf die gesetzlich vorgeschriebenen Rrgelleiftungen ab 1. September d. I. die Zustimmung zu geben. Es wird aber angenommen, daß der jetzt zutage ge­tretene ungünstige Kassenstand eine vorübergehende

Beitragssätze im Sommer 1930 war ein großer Teil Der Krankenkassen schon bald wieder gezwungen, die Beiträge über den Satz von 6 v. H. zu erhöhen, einzelne Kassen kamen sogar bis zu einem Satz von 7,4 0. H. Die bcn Versicherten burch Notver- orbnung auferlegte Krankenscheingebühr unb ber Arzneikostenbeitrag von je 0,50 RM. reichten bei weitem nicht aus zur Deckung ber burch bie Bot- verorbnung bestimmten Leistungen ber Kranken­kassen in Der Familienoersorgung unb ber Wochen- Hilfe. Hinzu kommt, daß die Beitragssummen durch Senkung der Arbeitslöhne, durch Kurzarbeit und Anschwellen der Erwerbslosenziffern einen außer- ordentlichen Abstieg erfuhren, so daß den M i n - dereinnahmen bedeutend vermehrte Ausgaben gegenüber ft eben. Mit der vor- anschresienden Jahreszeit verschlechtert sich die Lage der Kassen von Woche zu Woche. Von den Rfbnfcn- (affen wird Klage darüber geführt, daß die Pflege- (eldsätze ber Krankenhäuser usw. in Anbetracht ber

Erscheinung ist, unb baß nach Wieberkehr besserer Verhältnisse sich auch roieber ein Aufbau ber Mehr* leistungen ermöglichen lassen wirb.

Noch eine anbere Angelegenheit oerbient ber Er­wähnung: ber Krankenkassenneubau. Hier- über ist in letzter Zeit öfter gesprochen worben. In ber nächsten Zeit ist an bie Ausführung eines ein­fachen Zweckbaues wohl schwerlich zu benfen.

Gießener TLochenmarktpreise.

Es kosteten auf Dem heutigen Wochenmarkt:

iDieweH einer viel GfescfyreL ergebet, beweiset er noch nichts.

Worauf es allein ankömmt, ist:

Öute Ware! KUR MARK