Ausgabe 
12.3.1931
 
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Die preußische Gesandtschaft in München.

Bayern ist über ihre Aufhebung verstimmt

München. 10. März. (TU.) Zu der Auf- Hebung der Vertretung der Reichs- regierung und der preußischen sandtscha'ft in München bemerk, dieBay­erische DoUsPartei-Korrespondenz":

Man hätte erwarten müssen, daß die preu­ßische Zcntrumspartei Verständnis für die Zweckmäßigkeit wenigstens der Erhaltung der preußischen Gesandtschaft in München an den Tag legen würde. Die Erwartungen in dieser Angelegenheit haben sich aber nicht erfüllt. Pressemeldungen aus Berlin lassen erkennen, daß das preußische Zentrum in seiner Entscheidung wohl wankend gewesen sei, daß es sich schließlich aber für die endgültige Aufhebung entschlossen habe, und zwar dank des Ratschlages des Reichskanzlers Dr. Brüning, der sich sehr lebhaft für die Aufhebung der Gesandtschaft in München eingesetzt haben soll. Durch dieses Eingreifen des Reiches habe der ganze Fall erst richtig eine Färbung erhalten, die in Bayern gerade im gegenwärtigen Augen­blick schmerzlich und peinlich empfunden werden müsse, gerate doch der Reichskanzler Drünmg dadurch neuerdings in den Verdacht, daß er für eine föderalistische Staatsauf­fassung, an der Bayern nicht nur aus Tra­dition, sondern auch um der deutschen Zukunft tollten festhalte, nicht viel übrig habe.

Dazu wird von Preußen amtlich erklärt, daß Reichskanzler Dr. Brüning mit der Angelegenheit der Wiedereinstellung des umstrittenen Etats­postens in den Haushaltsplan gar nicht befaßt worden ist. Er hat sich in keiner Weise in dem Sinne verwandt oder gar einen politischen Druck ausgeübt, wie cs in der Münchener Presse be­hauptet toi-s Es ist völlig klar, daß hier kein unsreun'licher Akt" gegen Bauern begangen wer­den soll. Aufhebung der Münchener Gesandt­schaft Preußens stellt vielmehr ausschließlich eine reine Sparsam kcitsMaßnahme dar. Angesichts der in der Gesamtwirtschastslage urtb insbesondere in dem Rückgang der Reichs- steuerüberwcisungen begründeten Schwierigkeit, den preußischen Etat restlos zu balaniceren, muß unbedingt jede irgendwie nur entbehr­liche Ausgabe vermieden werden. Die Beziehungen zwischen Preußen und Bayern wer­den Lurch die Aufhebung der preußischen Gesandt­schaft in München ebensowenig berührt, wie die Beziehungen zwischen Reich und Bayern durch die Aufhebung der Reichsgesandtschaft in München. Es wird auch nicht daran gedacht, die Schack- Galerie, die berühmte Gemälde-Sammlung, die sich im Gebäude der preußischen Ge­sandtschaft befindet und Eigentum d?s preu­ßischen Staates ist, zurückzuziehen. Die Galerie soll in München bleiben, und es werden voraussichtlich noch Besprechungen eingeleitet wer­den, ob die Verwaltung der Galerie in die Hände der bayerischen Behörden übergeht o'ser ob ein be­sonderer preußischer Beamter zu diesem Zwecke in München bleiben soll.

Das Gefrierfteischkoniingent.

Am Freitag Entscheidung über den Einspruch des Rcichsrats.

Berlin, 11.März. (DdZ.) Die vereinigten Ausschüsse des Reichsrats haben am Mittwoch die Zollvorlage der Regierung und in Ver­bindung damit die Reichstagsbeschlüsse zum Brotgesetz und über die Gefrierfleisch- e i n f u h r in erster Lesung beraten. Die Ent­scheidung der Ausschüsse fällt erst am Freitag.

T" Wie die Fleischer-Verbandsze tung" von best- informierter Seite erfährt, hat sich das Preu- ßische Kabinett in seiner Sitzung am Diens­tagabend entschlossen, seine Reichsratsbevollmäch­tigten zu beauftrage, dem Gefrierfleisch- gesetz zuzu stimmen und keinen Einspruch cinzulegen. Dagegen habe sich das A u sw ar­tige Amt ganz entschieden gegen die Gcfrier- sleischeinfuhr ausgesprochen. Außer den Ländern Bayern, Württemberg, Thüringen und Braunschweig, die bereits erklärt haben, daß sie Einspruch einlegen wollen, ist auch damit zu rechnen, daß Sachsen, das unter älmständen den Ausschlag geben kann, der Ge- frierfteischeinsuhr widerspricht. Die Mehrheits­verhältnisse sind im Augenblick ganz unüber­sichtlich, da noch nicht feststeht, wievielpreu- ßische Provinzvertreter den Einspruch gegen die zollfreie Eesrierfleischeinsuhr unter­stützen und dadurch andere preußische Stimmen unwirksam machen werden. Bestimmt ist damit zu rechnen, daß die Vertreter der rein agrarischen Provinzen gegen das Gesetz stimmen werden.

Kleine politische Nachrichten.

Am Montag findet beim Reichsinnenminister eine Besprechung mit den Jnnenmintstern der Länder Preußen, Bayern, Baden, Sachsen, Württemberg und Hessen statt, die sich in erster Linie mit der Stellungnahme zu der k o m m u - nistischen Gottlosenpropaganda be­schäftigen wird. Da das Vereinsgesetz nicht aus­reicht, um vor allem die Gottlofen-Abende und ähnliche Veranstaltungen zu verbieten, sei eine Erweiterung der gesetzlichen Bestimmung ge­plant.

Die Massenklage, die die drei Eisenbahn er- gewerschasten gegen die Reichsbahngesellschaft wegen der F e i e r s ch l ch t e n angestrengt haben, ist vom Arbeitsgericht abgewiesen worden. Der Vorsitzende betonte, das Gericht sei zu der Auf- fassung gelangt, daß die Kürzung der Arbeitszeit aus Arbeitsmangel für eine gewisse Dauer zu­lässig sei. Die Eisenbahnergewerkschaften werden Berufung beim Landesarbeitsgericht einlegen.

Der. ehemalige Reichskanzler Hermann Müller - Franken (Soz.) ist vor einigen Tagen erneut an einer schweren Gallenblasen- entzündung erkrankt, die seine äleberfüh- rung in eine Klinik notwendig machte. Sein Zustand ist ernst.

Die Nachricht, daß dieK r e u z z e i t u n g" am 1. Juli ihr Erscheinen einstellen werde, ist nicht zutreffend, ebensowenig, daß Verhandlungen mit einem anderen Rechtsblatt über eine Druck- gcmeinschast unter Verzicht auf eine eigene Redaktion

Agrardebaiie im hessischen Finanzausschuß

Darmstadt, 11. März. (WHP.) 3m Finanz- ausschuh erklärte zum Kapitel 82 (Landwirtschaft­liches älnterrichts- und Versuchswesen und Land- wirtschastsp^lege) Minister Korell: Der Direk­tor der Lehr - und Versuchsan st alt für Wein - und Obstbau zu Oppenheim sei einer der drei bedeutendsten Fachmänner in Deutschland auf seinem Gebiet. Die Lehr­anstalt für Ob st - und Landwirtschaft in Friedberg müsse in weit höherem Maße den Zwecken des Obstbaues dienstbar gemacht werden. Bei den Landwirtschaftsämtern und -schulen seien etwa 40 000 Mk. eingespart. An den Grundsätzen der Staatlichkeit könne er aber nicht rütteln lassen. Es hätten zwar Ver­handlungen mit der Landwirtschaftskammer wegen älebernahme der Schulen stattgefunden; nach ernster äleberlegung habe er. sich aber entschlossen, von diesem Angebot keinen Gebrauch zu machen, insbesondere weil die Landwirtschafts- kammer keinen Organisationsplan vorgelegt habe. Solange es auf dem Lande so zugehe wie eben, könne der Staat die Schulen nicht aus der Hand geben. Das Nebeneinander der Landwirtschafts­kammer und der Landwirtschaftsämter müsse be­seitigt werden.-

3n der Aussprache lehnten die sozialdemo­kratischen Vertreter die Abgabe der Schulen an die Landwirtschaftskammer ab, während der Land- bund-Sprecher diese Neuorganisation, die aus­schließlich vom finanziellen Standpunkt aus be­trachtet werden müsse, forderte. Der Zentrums­redner bezweifelte, ob die Landwirtschastskammer bei Äebernahme der Schulen Ersparnisse durch­führen könne, ohne abzubauen. Die Landwirt­schaftsämter hätten durch die Veranstaltung von lokalen Landi irtschastswochen eine enge Verbin­dung mit der Bevölkerung erzielt. Minister Korell wies weiter darauf hin, daß die Land- wirtschaftskammer nicht immer die nötige Spar­samkeit habe walten lassen; sonst hätte sie nicht neben den bestehenden staatlichen B e i s Piel- Wirtschaften noch weitere solcher Wirtschaften selbst eingerichtet. 3n die Kritik über die Besol­dung der Kammerbeamten könne er nur bedingt einstimmen, da er nicht wünsche, daß die tüchtigen

Kammerbeamten schlechter gestellt werden als die staatlichen Beamtem Der Vertreter der Deut­schen Volkspartei sprach sich grundsätzlich f ü r Angliederung der Schulen an die Landwirtschaftskammer aus, en.h'.elt sich aber der Stimme, bis seine Fraktion die Im Aus­schuß erhaltenen Zahlenangaben habe nachprüfen können. Die Volksrechtpartei sprach sich gegen die ääeberführung an die Landwirtschaftskammer aus.

In der Abstimmung wurde der Angliederungs- antrag des Landbundes mit 7 gegen 2 Stimmen bei Stimmenthaltung der Deutschen Volkspartei a b - gelehnt. Das Kapitel selbst wurde einstimmig genehmigt.

Bei Kapitel 83 (Bodenverbesserung und Wasserversorgung) entspann sich eine län­gere Aussprache über das Feldbereinigungswesen. 2)er Minister begrüßte den Zentrumsantrag, die bei Regulierung von Bach- und Flußläufen und durch Errichtung und Inbetriebnahme von Entwässerungs­anlagen und Pumpwerken entstehenden Kosten a u f eine breitere Grundlage umzulegen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf stellte er in Aussicht. Er sei bereit, aus noch zu machenden Ersparnissen weitere 300 00 Mark für das Feld- bereinig ungswesen zur Verfügung zu stel­len. Die Zusammenlegung der Feldbereini- gunsämter und der Vermessungsämter in Oberhessen werde 45 000 Mark Ersparnisse einbringen. Bei Ausdehnung dieses Systems auf das ganze Land könne man mit 80000 Mark weniger Kosten rechnen.

Der Landbund forderte, den G e m c i n d e n zur Ausführung von Feldbereinigungen und Entwäs­serungen und Meliorationsarbeiten einen Betrag von 300 000 Ml. zur Verfügung zu stellen, die durch die Entstaatlichung des Lan­destheaters eingebracht werden sollen. Auherdenr sollte die aus der Aufwertung und Rückzahlung alter Ausleihungen der Landeskre­ditkasse der Landesbank zufliehende Summe von jährlich 100 000 Mk. zur Zinsverbilli­gung für FeldbereinigungSarbeiten verwandt werden.

Das Flöt enabtommen veröffentlicht.

London, 11. März. (TU.) Das französisch-ita­lienische Flottenabkommen ist heute in seinem Wort­laut veröffentächt worden. Es bestimmt u. a.:

Frankreich und Italien sind berechtigt, vor dem 31. Dezember 1936 je zwei Linienschiffe zu bauen, deren Wasserverdrängung 23 333 Tonnen nicht überschreiten soll und deren Geschützkaliber nicht über 28 cm betragen soll. Bei Fertigstellung jedes dieser Schiffe würde Frankreich ein Schiff der Diderot"-Klasse ab wracken. Sinngemäß ver­pflichtet sich Italien dazu, ungefähr 16 820 Tonnen der älteren großen Kreuzer abzuwracken. Frankreich und Italien dürfen ihre Linienschiffs-Ton­nage von 175000 Tonnen auf 181000 Ton­nen erhöhen.

Vor dem 31. Dezember 1936 sind Frankreich und Italien berechtigt, je 34000 Tonnen Flug­zeug. Mutterschiffe zu bauen. Die franzö­sische und die italienische Regierung werden einander von dem beabsichtigten Bau stets rechtzeitig vor dem Baubeschluß im Parlament ve. ständigen. Ferner wird sestgelegt, daß die Gliedstaaten des englischen Weltreiches, Frankreich und Italien nicht beabsichti­gen, vor dem 31. Dezember 1936 irgendwelche Tor- pedobootszerstörer zu ersetzen, die vor diesem Zeitpunkt noch keine 16 Jahre alt sind. Gleichzeitig stimmen die Beteiligten darin überein, daß diese Frage auf der allgemeinen Abrüstungs­konferenz im Jahre 1932 noch einmal erör­tert werden soll.

Es sollen keine Neubauten von A - Bootcn über das Programm des Jahres 1930 hinaus vorgenommen werden. Aeltere Boote sollen ab gewrackt werden, ausgenommen in den Fällen, wo durch das Abwracken die Unter* seeboot-Tonnage unter die in dem Artikel 16 des Londoner Vertrages festgelegte Zahl fallen würde. Vorbehaltlich einer allgemeinen B Hand­lung der Marinefrageir auf der Abrüstungs­konferenz im Jahre 1932 soll die Tonnage der im Dienst befindlichen f r a n z ö s i s ch e n Unter­seeboote bis zum 31.Dezember 1936 die Zahl von 8 1 989 Tonnen nicht überschrei­ten. Die Gliedstaaten des englischen Welt­reiches halten daran sest, daß die Zahl von 81989 Tonnen im Vergleich zur Tonnage der englischen Torpedoboots-Zerstörer in Höhe von 150 000 Tonnen zu hoch ist. Aber England ist bereit, die anderen Signatarmächte des Londoner Vertrages dahin zu verständigen, daß es von dem Artikel21 des Londoner Vertrages kei­nen Gebrauch machen wolle.

3m Augenblick der Unterzeichnung dieses Ab­kommens sollen die Gliedstaaten des englischen Weltreiches, sowie Frankreich und 3talien und die übrigen Unterzeichner des Londoner Ver­trages folgende Erklärung unterzeichnen: Das gegenwärtige Abkommen setzt kein dauern­des Verhältnis bei irgendeiner Schiffs­klasse zwischen den Gliedstaaten des englischen

Weltreiches, Frankreich und 3talien fest, ins­besondere soll dieses Abkommen der F^age nicht vorgreifen, ob und in welcher Weise Tonnage, die im Dezember 1936 veraltet ist, wieder erseht werden kann.

Amerika billigt den Pakt von Nom. Washington, 11. März. (WTB.) Staatssekre­tär S t i m f o n erklärte, er habe den Text des zwi­schen England, Frankreich und Italien vereinbarten Flottenabkommens erhalten und billige ihn vollinhaltlich. Er könne jedoch noch nicht fest- stellen, ob das Abkommen eine Revision des Washingtoner oder des Londoner Flottenpaktes dar- ftelle, denn der Text sei noch nicht endgültig formu- fiert. Es gebe mehrere Möglichkeiten: Getrennte Er­klärungen der drei beteiligten Mächte oder e i n dreiseitiges Abkommen, oder einen N o - tenaustausch zwischen allen fünf Seemächten, oder eine Revision des Londoner Ver­trages. Er hoffe, daß sich eine Revision des Lon­doner Paktes vermeiden lasse; denn die im franzö­sisch-italienischen Abkommen vorgesehene eisige Acnderung gegenüber den bisherigen Abma­chungen bestehe in einer geringfügigen Er- Höhung der französischen Grohkampf- f cf) i f f t ö n n a g e.

Japanische Bedenken.

Einwände gc;cit die Frankreich zugebilligtc N-Boot-Tonnage.

London, 11. März. (TU.) Die japanische Stellungnahme zu dem Flottenabkommen ist dem britischen Auswärtigen Amt übermittelt worden. Es verlautet, daß 3apan den Bau von neuen Linienschiffen durch Frankreich und 3talien nicht für willkommen hält, obwohl es das Recht der beiden Länder dazu gemäß der ihnen im Washingtoner Vertrag zustande- gekommenen Gesamttonnage anerkennt. Es erhebt ferner Einwände gegen die hohe Unterseebootstonnage von 82 000 Ton­nen, die man Frankreich zugestanden hat, wäh­rend 3apan in dem Londoner Abkommen auf 52 500 Tonnen beschränkt wurde. 3apan hofft, daß es nicht notwendig sein werde, die Sicher­heitsklausel des Londoner Flotten- vertrages in Kraft setzen zu müssen, wonach die drei Ozeanmächte das Recht haben, ihre Tonnage zu erhöhen, falls dies im Hin­blick auf die Bauten anderer Staaten gerecht­fertigt erscheine. Es wird die Hoffnung aus- gesvrochen, daß es auf der Abrüstungskonferenz gelingen werde, Frankreich zur Annahme einer niedrigeren Tonnage zu be­wegen.

geführt werden. Die .Ireuzzeitung" wird auch in Zukunft in gewohnter Weise und unter Wahrung ihrer vollkommenen politischen Selbständigkeit er­scheinen.

Die Stockholmer Kriminalpolizei verhaftete einen deutschen Kommunisten Bern­hard Kühl aus Königsberg, kurz bevor er nach Norwegen weiterfalhren wollte. Kühl, der sich als Kaufmann ausgab, hat im Auftrage von Moskau eine Revisionsreise zu den kom- munffstischen Zeitungen in Skandinavien gemacht, die Sowjetunterstützung beziehen. Aus den beschlagnahmten Papieren läßt sich beweisen, daß u. a. das neue Stockholmer Kommunisten­blattRy Dag" von Moskau aus fi­nanziert wurde. 3m vergangenen 3ahr er­hielt das Blatt 100 000 Kronen.

Der KönigvonSpanien wird am Sonntag, abend in London Eintreffen, um seine Schwieger­mutter, die Prinzessin Beatrice, zu besuchen. Die Tat­sache, daß der König sein Land verläßt, kann als Zeichen dafür betrachtet werden, daß die Krise, die vor einigen Wochen seinen Thron bedohte, end­gültig beseitigt ist.

Aus aller Welt.

Grundsteinlegung zum Schlageler-Denkmal.

3 n der Golzheimer Heide, am Düssel­dorfer Rordfriedhof, an der Stelle, an der am 26. Mai 1923 Albert Leo Schlageter von den Franzosen erschossen worden ist, wurde im Rähmen einer schlichten Feier der Grundstein zum Schlagetcr-Ehrenmal gelegt. Der Vorsitzende des Denkmalsausschusses, Dr. Schlenker, er­innerte an die schwere Zeit des Rührkampfes, die das deutsche Volk zum ersten Male wieder zu einer geschlossenen Abwehr front zusammen­geführt habe. Uebcr 180 000 Deutsche hätten damals Haus und Hof verlassen müssen. 141 Volksgenossen erlitten in Auswirkung der De- satzungsmaßnahmen den Tod. Das Denkmal solle der Erinnerung an diese schwerste Zeit der deutschen Geschichte gewidmet fein, gewidmet Al­bert Leo Schlageter und den anderen Deutschen, die im Ruhrkampf ihr Leben lassen mußten, gewidmet dem ganzen Volk an Nieder­rhein und Ruhr als ewiges Gedenken an seine unerschütterliche Treue zu Volk und Reich. Hierauf wurden verschiedene Urkunden, die sich auf das Leben und Sterben Schlageters und auf den Ruhrkampf beziehen, im Grundstein nieder­

gelegt. Das Denkmal ist nach dem Entwurf von Professor Dr. Holzmeister als Stätte der Er­innerung an Schlageter und die Opfer des Ruhr­kampfes gedacht. Es ist ein kreisförmiger Hof. Gegenüber der Eingangstreppe ist als Mittel- funft der Anlage ein Sarkophag mit einem 27 Meter hohen Kreuz angeordnet. Unter diesem liegt die Gruft, die drei Gedächtnissteine birgt. Dem Eingang gegenüber steht in einer Nische der Erinnerungsstein für Schlageter, während auf zwei in den Seitennischen angebrachten Tafeln die Namen sämtlicher Todesopfer des Ruhr­kampfes verzeichnet finb.

Zwischenfall bei der Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Massenlollerie.

Bei der Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie ereignete sich am Mittwochmittag ein unliebsamer Zwischenfall, der möglicherweise Reklamationen nach sich ziehen wird. Mit­ten in der Ziehung sprang plötzlich ein Röllchen aus der Trommel und fiel auf den Fußboden. Die an der Ziehung beteiligten! Beamten wurden erst vom Publikum darauf auf­merksam gemacht. Die Ziehung wurde unter­brochen und das Röllchen in die Trommel zu­rückgelegt. 3nzwischen waren aber 4 0 Num­mern gezogen worden. Die vorübergehend ausgeschaltete Nummer wurde nicht festgestellt, weil ein nicht gezogenes Röllchen Dähvend der Ziehung nicht geöffnet werden darf. Die Lotteriedirektion nahm ein Protokoll auf. Dann erst wurde die Ziehung fortgesetzt.

Der Fall Böß in Neuyork.

Während der Neuyorker Oberbürgermeister Walker sich auf einer Erholungsreise in Kalifornien befindet, hat aus den verschie­densten Kreisen der Bürgerschaft ein Gene­ralangriff gegen die Neuyorker Stadtverwaltung eingesetzt, ter völliges Versagen bei der Untersuchung der verschiedenen ungeheuerlichen Skandalaffären, die in letzter Zeit vorgekommen sind, vorgeworfen wird. Die Sensation ist die bestimmte Forderung der Neuyorker Handelskammer, von Staatswegen so­fort eine umfassende Untersuchung anzu- ordnen. Die Dürgerunion, eine einflußreiche Kör­perschaft, wird vermutlich das Verlangen der Handelskammer unterstützen. Die staatlichen Be­hörden werden wahrscheinlich gezwungen sein, eine Untersuchung einzuleiten. Mayor Wal­ker, der von den Vorgängen telegraphisch verständigt wurde, versucht, die Angelegen­heit ins Lächerliche zu ziehen.

Hochfchulnachnchren.

Geheimrat Professor Dr. Wilhelm Pinder in München hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Kunstgeschichte an der Universität Berlin als Nachfolger Ql. Goldschmidts abgelehnt; nun­mehr ist der Berliner Lehrstuhl dem Ordina­rius Dr. Albert Erich Brinckmann an der Universität Köln angeboten worden.

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Wettervoraussage.

Durch den Vorüberzug der Störung über Nord- deutschland und der Nordsee kam es durch den Vor­schub maritimer Warmluft zu Temperaturanstieg, der heute morgen bis über 0 Grad emporging. Die Störung ist bereits nach der Ostsee weitergezogen, so daß nunmehr di Wetterlage in den Bereich der Rückseite kommt. Wieder kältere Luft aus höheren Breiten strömt infolgedessen zu, die die Tempera­tur wieder zum Sinken bringen wird. Der Wit­terungscharakter bleibt vorerst wechselhaft, einzelne Schneeschauer treten weiter auf.

Aussichten für Freitag: Wechselnde Be­wölkung, vorübergehend aufheiternd, nur vereinzelte Schneeschauer, wieder Temperaturrückgang und leichter Nachtfrost.

Lufttemperaturen am 11. Marz: mittags 0 Grad Celsius, abends1,4 Grad: am 12. März: mor­gens 0,5 Grad. Maximum 0,5 Grad, Minimum 1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. März: abends0,7 Grad; am 12. März: morgens1,6 Grad Celsius. Niederschläge 4,4 mm. Sonnen­scheindauer 1 Stunde.

Amtliche Mntersportnachrichten.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Schneetreiben, 6 Grad, 50 bis 80 cm Schnee, davon 15 bis 20 cm Neuschnee, Pulverschnee; Sportmöglichkeit sehr gut. Herchenhainer Höhe: Schneetreiben, 3 Grad, 50 cm Schnee, 15 cm Neuschnee. Pul­verschnee; Spvrtmöglichkeit sehr gut.

Üblen Mundgeruch beseitigt man wie folgt: Drücken Sie einen Strang i£blotuDoiii-3al)iipa|lt oui tHe trockene Chlorovoni 3abn6ür(te (Spezialbürste mh gezahntem Borstenschnitt), bürsten Sie Ihr (BebiR nun nach allen Seiten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erst lefci Die Bürste in Wasser und spülen Eie mit itoloruöoni Mundwasser unter (Bürgeln gründlich nach Der trjolg wird Eie überraschenl Der mißfarbene Zahndelag ist verschwunden und ein herrliche« Gefühl der Frische bleibt zurück Versuchen Sie ee zunächst mit einer Tuve (khlorodoni Zahnpaste zu 81 Pf Verlangen Sie aber echt Chlorodonl und weisen Sie jeden Ersatz dafür zurück.