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Nr. 9 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Montag, U. Zanuar 1931
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G.Jt.-fport
Fußball der Gießener Mannschaften.
Eine freudige LIeberraschung bereitete die Ligaelf des VfD. ihren Anhängern, indem sie dem gestrigen Deröondsspielgegner, dem Tabellenführer DfD. „Kurhessen" Marburg, mit 2:2 ein Unentschieden und damit einen wertvollen Punkt abrangeii. Auf Grund dieser und der letzten Leistungen möchte man vermuten, daß sich die DfBer wieder „im Kommen" befinden. Auch die Ligaveserve konnte sich gegen den Lokalgegner wider alles Erwarten behaupten und vermochte sogar einen 2:1-Sieg zu crri :gen.
Die 1900er Ligaelf zeigte gegen ihren Gast aus Frankfurt-Fechenheim eine achtbare Leistung, führte in der Halbzeit bereits 3:1, konnte jedoch nicht verhindern, daß die Fechenheimer bis Schluß den Ausgleich herbeiführten. Die III. Mannschaft verlor auf eigenem Platze gegen die III. Mannschaft des VfB. ebenfalls mit 2:1.
Fußball in Hessen-Hannover.
Ucbcrrafchende Ergebnisse.
Del den Spielen der Oberl ga in Hessen-Hannover brachte der Sonntag einige überraschende und für die weitere Tabelleugestoltung bedeutsame Ergebnisse. Der Spitzen sichrer der Südgruppe. Kurhessen Marburg, lieferte gegen den DsB. Gießen aub eigenem Platze ein schwaches Spiet und mußte sich mit einem glücklichen 2:2 unentschieden begnügen. Sport Kassel konnte vor 2000 Zuschauern Borussia Fulda 2:1 schlagen und dadurch mit den Fuldaern auf gleiche Punkte lonn.en. Der Dorsprung der Marburger Kurhes.en be.räat nunmehr nur noch zwei Punkte, so daß sowohl Sport Kassel als auch Dorus,ia Fulda noch gute Aus,ichten auf den Meistertitel ha^e.r. Germania Fulda besiegte Ockershausen sicher mit 2:0.
3n der Aordgruppe konnte Göt ingen 05 auf eigenem Platze gegen den FT. Gr.-Alrnerode nur ein 1:1 unent,chieden erzwingen. Der lachende Dritte ist der SC. 03 Kassel, der seine führende Po,ition dadurch befestigen konnte. Kurhessen Kassel steht allerdings relativ an zwei'er Stelle. Hessen 09 fertigte auf eigenem Platze Einbeck 05 sicher mit 5:0 ab.
Oer süddeutsche Sieg in Mannheim.
Süddeutschland — Westdeutschland 3:0 (3:0).
Es waren wirklich keine fiißballlechnische Offenbarungen, die die 15 000 Zuschauer am Sonntag im Zwischenrundenspiel zwischen dem Süden und Westen im Mannheimer Stadion erlebten. Dafür hatte der Süden seine beste Garnitur nicht zur Stelle. Aber trotzdem zeigte die süddeutsche Vertretung immer noch so viel, daß es zu einem klaren und eindeutigen Sieg gegen die westdeutsche Elf langte. Die besten Leute waren Heidkamp, Schütz, Knöpfte und der Torhüter Jakob. Die eigentliche Ueberraschung dieser Begegnung war das schwache Spiel der Westdeutschen, deren Sturm überhaupt nicht schießen konnte. Wirkliches repräsentatives Können sah man nur bei Weber, der unzweifelhaft der beste Mann auf der westdeutschen Seite war, und bei dem Aachener Mittelläufer Münzenberg. Westdeutschland wird wie in Mannheim auch in der Folgezeit noch sehr die disqualifizierten todjal» ker Spieler vermissen.
Das Spiel begann zuerst auf beiden Seiten ziemlich nervös. Dazu gab der hartgefrorene Boden keinen idealen Spielgrund ab und machte den Spielern viel zu schaffen. Bald hatte sich der Süden jedoch gefunden. In der 21. Minute brach der Linksaußen Hofmann durch, sein Lattenschuß wurde von Schalter ausgenommen und eingelenkt. Kurz dar-
auf gab es eine Ecke für den Süden. Buchloh verfehlte den Ball, der dann von Schmid über die Torlinie befördert wurde. Der dritte Treffer fiel nach einer ausgezeichneten Kombination in der 41. Minute durch den Frankfurter Mobs, der an dem herauslaufenden Buchloh vorbei einsandte. Nach dem Wechsel war der Kampf verteilter. Obwohl die Westdeutschen mit riesigem Eifer zeitweilig die Süddeutschen zurückdrängen konnten, blieb ihnen der Ehrentrefser versagt. Das Tressen stand unter der guten Leitung von Zander-Berlin.
Mitteldeutschland — Südastdeutschland 5:1 (3:0).
Eislauf.
Von schönstem Wetter begünstigt und unter den denkbar besten Eisverhällnissen entwickelte sich am Samstag und Sonntag auf der Eisbahn an den Eichgärten ein lebhafter Betrieb. Jung und alt tummelten sich bei schönstem Sonnenschein auf der großen spiegelglatten Fläche.
Der Eisverein hatte alles gut vorbereitet. An den Nachmittagen beherrschte die Jugend das Feld und die Erwachsenen freuten sich an dem bunten Gewimmel, das sich von der Straße aus dem Auge bot. Es ist zu begrüßen, daß sich besonders die Jugend dieser Sportart und der gesunden Bewegung in frischer Lust in so hohem Maße hingibt. Die Sicheren, die „Fortgeschrittenen" gaben sich ebenfalls mit allem Eifer dem Eislauf hin.
Wintersport vom Sonntag.
_ Zwelerbobreunen in Winkerberg.
Am Sonntag tarnen in Winterberg die Zweierbob-Meisterschaften der Gaue Rheinlands West* faken und Hessen zur Austragung. Den Titel errang Dob Racker (3ungbluth-Loddemann) mit einer Gesamtfahrzeit von 3,14 Minuten für 1500 Meter vor dem Dob Donzo. Auch auf der Zackel- fall-Bobbahn bei Schrciberhau wurden bei ausgezeichneten Dahnverhältni.sen Zweierbobrennen ausgetragen. Mit 3:33,5 für beide Fahrten auf der 1500-Meter-Dahn siegte der Dob „Kreuz 7“ mit den Gebrüdern Staeck.
Bobrennen in Friedrichroda.
Am Sonntag brachte der Wintersportverein Friedrichroda gutbesuchte Dierer-Bobrennen zur Durchführung. Gesamtfieger wurde der Dob „Eva" über eine Strecke von 2405 Meter mit 2:30,7 Minuten vor dem Dob „Friedrichroda".
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Skistaffellauf auf dem Brocken.
Der Harzer Ski°Derband veranstaltete am Sonntag im Drockengebiet seinen traditionellen Ski-Staffellauf über 45 Kilometer. Knapper Sie- §er wurden mit 3:25,45 Stunden die Goslarer lager vor dem WSD. Braunlage.
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Slalomlauf im Schwarzwald.
Am Sonntag gelangte auf dem Feldberg im Schwarzwald ein Slalomlauf zur Austragung, in dem der Freiburger Höfflin in 3:19 Minuten vor dem Freiburger Miggler und Sickinger (Freiburg) siegreich blieb.
Kurze Sportnotizen.
Die Dorbereitungen zum 3. Frankfurter Hallensportfest am 24. Januar in der Frankfurter Festhalle sind in vollem Gange. A unmehr sind auch der Turn er-Sprinter- meister Lammers und der deutsche 5000-m» Meister Helb er I verpflichtet worden.
Die kleine Mcoietie.
Vornan von Paul Hain.
16 Fortsetzung Nachdruck verboten
Manchmal auch fang Dicolette, und Kinna begleitete sic. Sie hatte eine kleine, zarte, aber außerordentlich kultivierte und beseelte Stimme, und Wördehosf war es ein besonderer, freudiger Genuß, ihr dann zuzuhören. Lind ihm schien, als finge sie nur für ihn.
Die Ros>e aber, die sie ihm am ersten Tage gegeben hatte, lag woh.verwahrt in einem kleinen Karton im Schrank. Und nicht selten geschah es. daß er sie aoends herausnahm und mit tändelnden Fingern über die verweilten Blätter hin- str.ch.
„3ch liebe dich, Dicolette" — flüsterte er dann, „ahct diese Liebe wird immer schmerzvoll fein. Ich darf mich nur an dir freuen, aber nie darfst du mir gehören."
Und doch — wie sehnte er sich jeden Morgen nach ihr, wie sehnte er sich nach der Berührung ihrer Hände zum Morgengruß. —
Und ging es Dicolette nicht ebenso?
3a — sehr fein, unendlich fein waren die Fäden, die gegenseitige Deigung hin- und her- woben.
Wollte man aber einmal einen teuflischen Fluch hören im grollenden Daß, s'o brauchte man nur zu Zacobrrs zu gehen und mit ihm ein Gespräch über ein aktuelles Zeitproblem zu beginnen. Dann hagelte es nur so!
Gr war wirklich eine groteske Figur, der „Schloßbär“. und er und Dicolette in ihrem dus- tigen Kleidchen neben ihm ergaben immer ein Bild, das an gegensätzlichen Farbenwcrkungen und in dcr Zusammenstellung der Figuren zum Lachen reizte.
Ucuer allem meinte es die Sonne Herz.ich gut.
Sie brannte nur so über die Wälder und Berge und Wiesen hin, und die Leute im Städtchen jammer.en, daß kein Regen käme, und daß die üonne ihnen Diehsutter und Korn verbrenne. —
Eines Dormittags saß Wördehosf an dem großen Tisch vor dem Hauseingang. Er las.
Professor Kinna hatte wieder einmal seine nervösen Tage und war kaum zu sehen. Dor lauter innerer Unruhe war er schon früh in die Stadt gelaufen/ilm die Mittagszeit wollte er zurück fein.
Dicvlette, die eine Weile mit am Tisch gesessen hatte, war vorhin ins Haus gegangen. Ganz still. Wördehofs hatte es kaum bemerkt. Erst nachher wurde er gewahr, daß er allein sah.
Er schlug das Buch zu.
Warum war sie weggegangen?
Seine Lippen verzogen sich wie im Schmerz. Ahnte er es nicht? Galt nicht das Leuchten ihrer Augen immer nur ihm? Und mußte nicht auch Schmerz in ihr sein — oder doch Bangigkeit — wenn er dieses Leuchten der Augen nicht endlich mit jubelnder Stimme beantwortete:
„Dicolette — ich hab' dich lieb —?"
Da klangen Töne aus dem Musikzimmer.
Gr horchte auf. Das muhte Dicolelte fein!
Sie spielte selten, und zumeist nur. wenn sie sich allein glaubte. Es war da eine seltsame Scheu in ihr.
Wördehosf trat leise in das Haus.
Ging durch die Räume und blieb auf der Schwelle zum Musllz rnmer stehen.
Dicvlette saß vor dem Flügel und spielte. Leicht glitten ihre Finger über die Tasten. Den Kopf hielt sie zurückgelegt. 3hre Augen waren geschlossen.
Sie spielte die zarte, träumerische Meu>die des ^s-Dur°3mpromptus von Chopin, jene leichte, fragende, zärtliche Melodie, die immer wieder das Schicksal fragt: „Liebt er mich denn? Was ist mit meinem Herzen? O sprich — was ist damit?"
Wördehosf wagte kaum zu atmen.
Unverwandt blickte er zum Flügel hinüber und sah das süße Profil Dicolettes. hörte ihre bittende, bange Musik und — verstand sie.
O — hin stürzen dürfen zu ihr! 3hr die Augen küssen! „Frage nicht mehr — Lieb — es ist ja alles gut!“
Aber da zuckte ein Gedanke durch fein Hirn. Dorma!
Gr war nicht frei! Und wenn er auch innerlich ganz losgelöst von ihr war. wenn sie auch gang andre, ihm fremde Wege ging, er durfte nicht handeln wie ein 3üngling.
Oder doch?
War er nicht vielleicht zu töricht? Hatte_ er nicht ein Anrecht auf wirlliches, reines Glück? Sollte er ewig eine Fessel tragen?
Ditterlcit quoll in ihm hoch. Verlangend hob er die Arme zu Dicolette hin. Ein Flüstern auf den Lippen.
Da verllang der letzte Ton auf dem Flügel.
Dicolette öffnete die Augen und blickte wie erwachend um sich.
Sie sah Wördehosf — und tiefe Röte stieg ihr ins Gesicht. Der ließ die Arme sinken. Er lä- chelte mühsam.
„Das — das war wunderschön", murmelte er.
Sie schwieg verstört.
Da hatte er sich wieder gefaßt.
„3ch — wollte Sie fragen, Fräulein Dico- lette, ob Sie mit in den Wald kommen — da ist es kühl —“
Sie blickte ihn mit glänzenden Augen an. Dickte.
„3a — o. ja — gerne- —"
Für das Frankfurter Sechstage - rennen sind bisher die fo'genden Fahrer verpflichtet worden: Piet van Kemprn. Pijncnburg, Willi Rieger, Dinale, Kroll, Miethe, Christ- mann und Dom.
Cillh Außem, die deutsche Tennis-Spitzenspielerin, hat sich beim Training eine Faßver- letzung zug zogen, die sie vorübergehend bindern wird, an den Tenniskämpfen an der Riviera teilzunehmen.
Colonia Köln befindet sich augenblicklich , mit feiner Meistermannschaft auf einer Gastspiel- |
reife in Frankreich. 3hren ersten Start in Soissons gegen eine dortige Städteboxstafsel konnten die Rheinländer unentschieden 8:8 gestalten.
3 m Endkampfe um den Goldpokal von Arosa wurde die Mannschaft von Brandenburg Berlin, die bisher alle Spiele gewonnen hatte, vom EHE. Davos mit 8:1 (3:1, 1:0, 4:0) geschlagen.
Der DerlinerSchlittschuhklub besieg e in Budapest den Budapester Eislauf-De.e.n mit 3:0 (0:0, 2:0, 1:0).
Ski-Rennen auf dem Soherodskopf.
Gau-Veranstaliung des
Der Ski-Gau Dogeisberg hielt am Sonntag, 11. 3anuar, fein diesjähriges Gau-Rennen aus dem Hohcrodskopf ab. Der Gau. dem alle ober- hessischen Ski-Vereine angeboren, leitet die Dogeisberger Ski-Wettkämpsc. die in früheren Jahren allein vom Ski-Klub Gießen durchgeführt worden sind. Diese Rennen, die früher lediglich einen internen Charakter trugen, sind nunmehr vom Deutschen Ski-Derband (DSD.) offiziell anerkannt.
Vorgesehen waren Lang-. Abfahrts- und Sprungläufe. Dur der Lang aus konnte abgehalten werden. Für Abfahr.s- und Sprunglauf reichte dcr Schnee nicht aus. Das war um so bedauerlicher, als der Absahrtslauf (Slalom) überall im DSD. vordringt. Er wird mit der Zeit sicherlich dem Langlauf dessen seitherige beherrschende Stellung streitig machen und dies mit Recht. Denn Technik, Gewandtheit. Haltung werden beim Slalom neben der Schnelligkeit gewertet, während dcr Long'auf nur eine Wertung nach der Zeit kennt und die robuste Kraft begünstigt, ohne Rücksicht auf die technische Fähigkeit dcs Läufers. Beim Sprunglauf war das seither schon anders.
Auch der Langlauf hatte unter der H n g u n ft der Schne.elage zu leiden. Der Schnee war zwar ausgezeichnet, aber zu wenig. 3n vielen Waldschneisen konnte man zwar unbekümmert dahinjagen, aber dann kamen immer wieder Stellen, die zu allem anderen als zum Skilauf geeignet waren.,.Das ist bei der Beurteilung der Zeiten zu berücksichtigen.
3m übrigen: herrlicher Winterwald, blauer Himmel, strahlende Sonne. Zwei Autoomnibusse aus Gießen und zwei aus Friedberg brachten die Sportler nach Breungeshain. Dazu kam die Menge der Privatautos und der Ski-Läufer, die von Hartmannshain her dem Hoherodskopf zu- strebten.
pünktlich um 9 Uhr begann der Start, so pünktlich, daß einige aussichtsreiche junge Ski- Läufer beim Aufruf nicht zur Stelle waren und nachher zurückgewiesen werden mußten.
Die Rennstrecke war auf 7 Kilometer abgesteckt, Start und Ziel beim Klubhaus. Sie war von den Herren zweimal, von den 3ungmannen (18 bis 20 3ahre) einmal zu durchlaufen. Der Start für die Damen lag in der Rahe des Taufsteins. Die Damenstrecke war in die Herrenstrecke eingeleitet und betrug 3 Kilometer. Altersklassen (über 32 3ahre) waren nicht vertreten. Die Läufe 3ugendlicher (bis 18 3ahre) sollen erst bei dem auf den Februar verschobenen 3ugendtag des Derbandes Mitteldeutscher Ski-Dereine (DMS.) ausgetragen werden.
Außer den oberhessischen Ski-Dereinen hatte auch der Ski-Klub Maingau (Frankfurt a. M.)
Langsam wich die Verwirrung auch von ihr.
„Aber da müssen wir wohl erst auf Papa warten, nicht wahr?"
„Gut, warten wir —"
Sie klappte den Deckel des Flügels herunter.
„Wollen S'.e nicht noch ein wenig spielen?"
„Dein — nein“, wehrte sie fast ängstlich ab. „Kommen Sie, wir gehen in den Garten —"
Sie hatte plötzlich Furcht, mit ihm allein im Zimmer zu sein. So närrisch schlug ihr das Hcrz. —
Professor Kinna kehrte nach einer Weile zurück- Es war bald Mittagszeit, und so wartete man denn noch auf die Mahlzeit. Kinna zeigte kerne Lust, mit in den Wald zu kommen. Er konnte nur schwer seine Dervositit unterdrücken. 3n ihm war wieder Schaffenslust — er mußte allein sein.
„Sie wollen arbeiten, Professor", sagte Wörde- Hoff.
„3a — ich muß! Cs drängt mich. Die Melodien im Kops machen mich noch verrückt —"
Dicolette strich ihm besorgt über den Kopf.
„Papa — wär' es nicht doch besser, du kämest mit ung?"
„Dein, nein — geht nur —“
Er stieß es hastig hervor. Dicolette seufzte und sah Kinna traurig an. Der zwang ein Lächeln hervor.
„Mir ist ja ganz wohl, Kind. Sei unbesorgt."
Wördehosf tounbertc sich ein wenig. Warum war Dicolette so besorgt um ihren Dater? Er war doch eigentlich nicht krank.
„Dun — viel Glück, Herr Professor", rief er dem schon aus dem Zimmer Gehenden nach.
„Danke, danke, Wördehosf —"
Dicolettes Gesicht wurde wieder Heller. 3hre Augen glänzten schon wieder, da sie neben Wörde- Hoff über den Hof ging. Er sah in ihr Gesicht, dessen Haut so matt und seidig war, und in dem ihr roter Kindermund so verlangend blühte. 3hm war, als hinge um sie der süße Duft junger weicher Früchte.
Sie schritten durch das Hofportal hindurch, und wenige Minuten später betraten sie den Wald.
Ganz von süßem, schwerem Zauber umhangen, standen die Bäume in der Stille.
Wördehosf kannte sich hier schon besser aüs al«; so mancher Einheimische, so oft war er schon hier entlang gestreift. Er liebte nicht die breiten Wege — er suchte die schmalen Fußpfade. Da genoß man die Romantik des Waldes besser.
„3ch glaube, Sie müssen etwas von der Seele des Waldes in sich tragen“, sagte Dicolette, „daß Sie sich immer wieder hier zurechtfinden. Mit 3hnen könnte man des Dachls durch die dichtesten Wälder laufen — Sie würden sich nicht verirren."
Wördehosf lachte.
„3ch liebe den Wald!"
Die die Erde hier überall blühte! Wie ein
Ski-Gaues Vogelsberg.
gemeldet, dessen Läufer Werner einen überlegenen Sieg davontrug. Auch der zweite Sieg blieb diesem Derein (Christ). Der Lauterbacher Fritz Schenk (von zu Hause aus ein Riesengebirgler) folgte ihm unmittelbar. Der Ski-Klub Gießen lag mit Schußler (102 Min. 47 Sek.) an achter und mit von ©rolmon (108 Min. 45 Set) an 9. Stelle, denen Althaus, der sich durch seine besonders gute Verfassung am Schluß dcs Laufes auszeichnete, mit 110 Minuten 13 Sekunden folgte. Zum erstenmal trug also Gießen im Vogelsberg in der Herrenklasse keinen Preis davon, wobei freilich zu berücksichtigen ilt, daß für von Grolmcnr, der im vorigen 3ahr einen schweren Beinbruch erlitten hatte, der Lauf mehr einen Probelauf bedeutete.
3m 3ungmannenlauf lag Gießen an zweiter Stelle. 3m Damenlaus gehörten alle Siege den Gießenern, was um so mehr hervor- zuheben ist, als Siegerinnen früherer 3 ah re, wie Frl. 3oeger und Frl. Brill, diesmal nicht starteten.
Eine sehr gute Zeit erzielte der Jugendliche Rudi Bender (Ski-Klub Blau-Weiß Schotten) mit SO Minuten 10 Sekunden auf 14 Kilometer, der jedoch außer Konkurrenz lediglich des Sportabzeichens halber mitiief.
Die Leitung des Rennens lag in der Hand des Gau-Laufwarts Dr. Möckelmann (Gießen). Es klappte alles aufs Beste. Die erschienene Sani- tätskolonne Schotten fand keine Arbeit vor. Der Gauvorsihende Dr. Wodaege verkündete nach dem Rennen vor dem Klubhaus die Damen der Sieger.
Die Ergebnisse.
Herrenklasse. Langlauf von 14 Kilometer (35 Teilnehmer): 1. Sieger: Hermann Werner, Frankfurt a. M. (Ski-Klub Maingau) 1 Stunde 22 Minuten 50 Sekunden: 2. Willi Christ, Frankfurt a. M. (Ski-Klub Maingau) 1 Stunde 30 Mirruten 20 Sekunden: 3. Fritz Schenk, (Ski-Klub Lauterbach), 1 Stunde 31 Minuten 30 Sekunden: 4. Siegfried Gattermann, Friedberg (Ski-Klub Wetterau) 1 Stunde 39 Minuten 37 Sekunden. 5. Hans Welker (Alsfelder Ski-Klub) 1 Stunde 40 Minuten 45 Sekunden: 6. Gustav Hermann (Alsfelder Ski-Klub) 1 Stunde 41 Minuten 17 Sekunden): 7. Heinrich Birkenstock (Alsfelder Ski- Klub) 1 Stunde 41 Minuten 55 Sekunden.
3ungmannen. Langlauf von 7 Kilometer: 1. Erwin Deuenhagen, Schotten (Ski-Klub Blau- Weiß) 44 Minuten 35 Sekunden: 2. Otto Bruchhäuser (Ski-Klub Gießen) 48 Minuten 45 Sek.
Damen. Langlauf von 3 Kilometer (8 Teilnehmer): 1. Ruth Heid (Ski-Klub Gießen) 26 Minuten 22 Sekunden: 2. Lenka Handrik (Ski- Klub Gießen) 27 Minuten 50 Sekunden: 3. Sigrid Lerch (Ski-Klub Gießen) 29 Minuten 21 Sekunden.
Wunder war das alles. Durch die hohen Wipfel fiel goldenes Licht rieselnd in die gedämpfte Tiefe. 3n den Zweigen rauschte es leise wie der ferne Klang von Orgeln, der Ruf eines Dogels schwang zuweilen hoch oben wie ein Glockenspiel durch die Luft.
„Der Wald ist auch mein Freund", sagte Dico- lette. „Das ist das schönste Gotteshaus “
Die Sonne stand hoch.
Ein herber Harzduft war überall. Verirrte Hummeln summten vorbei, so daß Dicolette manchmal erschrocken nach dem Arm ihres Begleiters griff. Dann lachten sie wie Kinder und rannten schnell ein Stück, um dem brummenden! Verfolger zu entgehen. Bunte Schmetterlinge, flatterten hier und da und wiegten sich auf den Waldblumen.
Sie sprachen nicht viel miteinander — die beiden, aber sie fühlten ihr Zusammensein in dieser süßen, duftenden Stille. Manchmal machten sie einander auf eine besonders eindrucksvolle Schönheit aufmerksam, auf einen verbogenen Baumstamm, einen moosbewachsenen Findling von besonderer Größe.
Dann wurde der Pfad enger.
Sie mußten hintereinander gehen. Zu beiden Seiten stand Buchendickicht, die Zweige verrannen sich über ihren Köpfen. Dazwischen wucherten Himbeeren und die Sonne warf zitternde Goldflecke über das dunkle Grün.
Wördehosf hörte das feine Rascheln des Kleides hinter sich.
3hm war unendlich froh zumute. Dur die schöne, golöne Gegenwart war um ihn.
Dann wurde der Pfad wieder weiter und sie schritten nebeneinander.
Wie lange sie schon so gewandert waren, sie wußten es nicht. Aber als sie nun einen beeilen, flachen Stein fanden, in dessen Dähe das schmale Rinnsal eines Baches dahinfloß, sagte Wördehofs:
„Hier wollen wir einmal Rast machen. 3st es 3hnen recht?"
„Aber ja — Sie sind doch der Waldläufer, und ich muß 3hnen gehorchen", antwortete Dicolette lachend.
„Also ruhen wir uns ein Weilchen aus."
Sie setzten sich nebeneinander auf den SteiiL Ließen sich zurückfallen und blickten in den Himmel. So lagen sie eine Welle.
„O — sehen Sie —" rief Dicvlette plötzlich aus und wies mit ausgestrecktem Arm nach oben, wo eine Gabelweih sich langsam gleitend in die Bäume fallen ließ.
Dcr kurze Aermel ihres Kleides war zurück- gefallen, und Wördehosf sah mit heißen Augen auf die schlanke, weiße Linie ihres Armes.
11 nb wieder rüttelte ihn der Wunsch: Den Arm zu küssen!
(Fortsetzung folgt)


