Ausgabe 
11.5.1931
 
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Deutscher Tag der NSDAP, in Gießen.

Am gestrigen Sonntag veranstaltete die Ratio- nasozialistische Deutsche Arbeiterpartei SA.-Stan- barte 116 (Oberhessen) in (Ziehen einen Deut­schen Tag. Aus den verschiedensten Teilen der Provinz waren dazu etwa 1000 uniformierte SA.-Leute, daneben noch große Scharen der RSDAP.-Anhänger in Zivil erschienen. Dor- mittags fand in der Vollshalle eine

SA.-Kundgebung

der bis dahin bereits eingetroffenen etwa 600 SA.-Leute statt. Der Standarten ührer Dietzel, Frankfurt a. M., brachte dabei in einer An­sprache seine Anerkennung für das starke An­wachsen der Standarte Oderhessen im Laufe des ersten Jahres ihres Bestehens zum Ausdruck, teilte mit, daß der Standarte Oberhessen die Ar. 116 beigelegt worden sei, um dadurch das frühere ruhmreiche Infanterie-Regiment 116 in Gießen zu ehren, und gedachte zum Schluß der verstorbenen Kameraden, derer mit dem Spiel Ich halt einen Kameraden" stehend gedacht wurde. Der Standarten-Adjutant Graf Bern­hard zu Solms-Laubach betonte sodann in einer Ansprache, daß die SA. die großen ileberlie'ierungen der ruhmreichen und unbesiegten alten deutschen Armee bewahren und fortpflanzen wolle, weiter bekundete er die unverbrüchliche Treue zum Führer Adolf Hitler, nahm ent­schieden Stellung gegen Stenn es und dessen Gefolgschaft und forderte zum Schluß festes und einiges Zusammenstehen aller SA.-Leute. Don 15 Uhr ab bewegte sich ein

Werbemarsch der SA.-Leute

von der Dolkshalle aus durch zahlreiche Straßen der Stadt zur Dolkshalle zurück. Während dieses Llmzuges wurde von der SA-Führung am Ilker-Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Plätz als Gruß an die gefallenen Helden ein Kranz niedergelegt, gleichzeitig marschierten die 621.» Kolonnen grüßend an dem Denkmal vorüber. Während des Umzuges, der eine Menge Schau­lustiger auf die Deine gebracht hatte, bereiteten große Teile des Publikums den Marschkolonnen herzliche Begrüßungen. An der Ecke Seltersweg- Aeuenweg und bei der alten Bürgermeisterei wurden aus zwei Menschenhaufen heraus feind­liche Kundgebungen veranstaltet, die von_ den Marschierenden unbeachtet blieben, dagegen über­tönt wurden von den Sympathieäußerungen der SA.-Freunde. An beiden Straßenstellen kam es auch zu kurzen Rempeleien zwischen Linksgruppen und politisch andersdenkenden Zu­schauern, wobei es mehrere Verletzte gab und die eingreifende Polizei einige Verhaftungen vornehmen muhte. (Siehe untenstehenden Polizei­bericht.) Abgesehen von diesen beiden bedauer­lichen Zwischenfällen verlief d«r Umzug dank der guten Disziplin der Marschierenden und der um­fassenden Sicherungsmaßnahmen der in anerken­nenswerten Weise tätigen Polizei planmäßig, und er endete vor der Volkshalle mit einem Vorbei­marsch vor den Führern.

Anschließend fand in der vollbesetzten Volks- Halle, in der sich etwa 3500 Menschen befanden, eine

große öffentliche Kundgebung

statt. Rach dem Einmarsch der SA. und dem Ein­zug der Fahnengruppen, sowie nach kurzen Be- grühungsworten des Standartenführers Die­tzel, Frankfurt, sprach zunächst General Rit­ter von Epp, der von der Versammlung stür­misch begrüßt wurde. Der Redner erklärte ein­leitend, daß die großen politischen Fragen un­serer Zeit seien' in erster Linie die A b r ü st u n g, für uns Deutsche richtiger Aufrüstung und Wehrnot Deutschlands, in zweiter Linie die R e p a r a t i o n s f r a g e. Er wies dann dar­auf hin, daß die militärische Grund­lage für die SA. .keine Spielerei und Rarre- tei sei, sondern eine Frage, die heute die Weilt bewege. Zu dieser jungen Wehrkraft in der SA. müsse der Kontakt hergestellt werden, zumal un­ser Vaterland nach Westen und Osten wehrlos vor den Füßen schwerbewaffneter Gegner liege. Sodann behandelte der Redner die sittliche Kraft der Wehrhaftigkei t. Unter stür­mischer Zustimmung der Versammlung erklärte er u. a.:Ein Staat ist entweder wehrhaft und behauptet sich, oder er ist über­haupt nicht. Einen Staat ohne Wehrhaftig­keit gibt es nicht. Wir müssen uns endlich wie­der zu dem Grundsatz bekennen, daß die Wehr­haftigkeit eines Volkes eine seiner stärk- ft en sittlichen Seiten ist und daß man eine solche sittliche Kraft nicht beseitigen kann, ohne

das Volk selbst zu zerstören. Wenn eine Bewe­gung wie der Pazifismus den Gedanken der Wehrhaftigkeit des eigenen Volkes bekämpft, so irrt sich diese Bewegung, und sie muh entweder beseitigt werden oder sie richtet den Staat zu­grunde." Das. deutsche Volk dürfe nicht ver­gessen, daß die Frage des Wehrens eine Le­bensfrage fei, die es nicht verneinen dürfe, wenn es weiter leben wolle. Es sei selbstverständ­lich, daß ein solches Volk ein Heer haben muffe, ebenso selbstverständlich, daß wir für dieses Heer kein anderes Muster nehmen könnten als das, was wir hatten und zerstören ließen. Der Ge­danke eines solchen Heeres und seiner Wehr­haftigkeit habe seinen stärksten Vertreter und Schützer in der nationalsozialistischen Bewegung. Die Männer im Braunhemd seien die Vorkämp­fer für die Wiederherstellung unseres deutschen Volkstums, für die Wiederherstellung eines deutschen Staates, der sich zur Wehrhaftigkeit bekenne, ebenso auch zur Ehrlichkeit und zur Selbstlosigkeit tm Dienste des Ganzew Auf diesem Wege möge das deutsche Volk der SA. nachmarschieren zum Heil und Sieg der Wehr! (Langanhaltender, stürmischer Beifall.) Stehend wurde der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen.

Hierauf sprach Oberleutnant a. D. Weih­rauch, der dem gegenwärtigen System schärfsten Kampf ansagte und dabei u. a. betonte:Wir kämpfen loyal, ganz loyal, wenn wir aber oben sind, wird doch gehängt." Für die unnötigen deut­schen Totenopfer bei Langemarck usw. machte er die Sozialdemokratie verantwortlich, die vor dem Kriege die Mittel für eine genügende militärische Rüstung nicht bewilligt habe, weiter machte er die Sozialdemokratie für die Folgen des ihr zur Last zu legenden Munitionsarbeiterstreiks im Ianuar 1918 verantwortlich. Die Sozialdemo­kratie trage die Schuld daran, daß dem unbe­siegten deutschen Heere der Dolchstoß von hinten verseht worden sei. Er polemisierte sodann gegen den Pazifismus, und warf dabei u. a. die Frage auf, warum sich der internationale Pazi­fismus immer nur in Deutschland betätige, aber nicht bei den andern. Die RSDAP. wolle gewiß keinen Krieg provozieren, den sie nicht schätze, aber wenn der Pole in Ostpreußen einfalle und dort deutsche Volksgenossen unterdrücken wolle, dann seien die Rationalsozialisten die ersten, die das deutsche Volk zu den Waffen rufen und ihm sagen würden: haut den Polen aus dem Lande heraus! (Minutenlanger tosender Beifall). Der Redner forderte dann Abwehr einer Jugenderziehung im pazifistischen Sinne, polemisierte gegen die heu­tige Leitung der Reichswehr durch das Reichs­wehrministerium, unterstrich das Bekenntnis zur Legalität der RSDAP. und zum Wehrgedanken, forderte schärfsten Kampf gegen das Diktat von Versailles und betonte den ernsten Willen der RSDAP., alles einzusehen im Ringen für ein besseres und freies Deutschland. (Stürmischer Bei­fall).

Als letzter Redner sprach der Gau-Propa- ganbaleiter Trefz (Darmstadt) über die po­litische Lage. Er erklärte u. a., der politische Kredit des gegenwärtigen Systems sei erschüt­tert. Der nationalsozialistische Kampf gelte der Befreiung des deutschen Volkes, er gelte dem Marxismus, in dem die RSDAP. den Todfeind unseres Volkes erkannt habe. Der Redner prokla­mierte schärfsten Kampf gegen die Sozialdemo­kratie, aber auch gegen das Zentrum, und be­tonte u. a., wenn der Rationalsozialismus die Macht im Staate übernehme der Zeitpunkt dafür sei nicht mehr fern, dann mühten sich die herrschenden Parteien von heute mit dem Rationalsozialismus und seiner Diktatur ab­finden. (Stürmischer Beifall.) Jetzt gehe es um das Schicksal des deutschen Volkes. In diesem letzten Kampf müsse die RSDAP. trotz aller Verbote usw. die Rerven bewahren und sich nicht vom Wege der Loyalität abdrängen lassen, denn Sieg oder Untergang dieser Bewegung sei eine Schicksalsfrage für das deutsche Volk, für den deutschen Lebenswillen. (Stürmischer' Beifall.)

Am Abend fand noch ein Konzert der 621.» Kapelle in der Volkshalle statt. Damit erreichte der nationalsozialistische Tag in Gießen feinen Abschluß.

Oer Polizeibericht.

Wie wir auf Anfrage beim Polizeiamt hören, hatte die Polizeimannschaft gestern nachmittag während des nationalsozialistischen Umzuges bei der Rempelei an der Ecke Seltersweg-Reuenweg

nur noch die Aufgabe, die streitenden und schon im Auseinandergehen begriffenen Gruppen zu flottem Abzug zu bringen. Bei der vorhergehen­den Auseinandersetzung wurden einige junge Leute, und zwar ein Student und mehrere Hand­werker, verletzt. Wegen dieser Vorfälle sind bei der Polizei Strafanträge gestellt worden, das Ermittlungsverfahren ist noch im Gange. Bei der Unruhe an der alten Bürgermeisterei erwiesen sich drei Verhaftungen als notwendig. Ein vierter junger Mann hielt es für richtig, dem Polizei,- auto mit den drei Verhafteten zu folgen und vor dem Polizeiamt zu provozieren, so daß auch er schließlich festgenommen wurde. Bei sämtlichen vier Verhafteten handelt es sich um poli­

tisch linksstehende Personen. Die Verhafteten wurden gestern abend noch vernommen. Drei der jungen Leute haben sich der Deamtenbelei- d i g u n g schuldig gemacht und deswegen ein gerichtliches Rachspiel zu gewärtigen, die Polizei setzte diese Leute jedoch gestern abend wieder auf freien Fuß. Der vierte Verhaftete, der Arbeiter Wilhelm Keil aus der Weidengasse, hat sich des Widerstandes gegen die Staats­gewalt schuldig gemacht und wurde deswegen in Haft behalten. Er wird heute nachmittag dem Schnellrichter zur Aburteilung vorgeführt werden. Im übrigen hatte die Polizei keinen Anlaß zum Einschreiten.

Wirtschaft.

Arbeitsmarktentlastung nur durch die Außenberufe.

Ueber die Arbeitsmarktlage in H es- s e n undHessen-Rafsau berichtet das Lan­desarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Der Arbeitsmartt wurde auch im letzten Berichtszeit­raum fast ausschließlich durch die Olußen be­ruf e (Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gärt­nerei, Jndusttie der Steine und Erden, Bau­gewerbe und Ungelernte) entlastet, auf die von den insges amt 1 2000 abgegange­nen Arbei tsuchenden rund 7900 oder 66 Prozent entfielen. Hinzu kommen noch rund 1146 in der Tabakindustrie. In den übrigen Derufs- gruppen besserte sich die Beschäftigung nur wenig, oder überhaupt nicht. In der Papier- und in der Lederindustrie nahmen sogar die Arbeit­suchenden etwas zu. Raturgemäß hatten die Ar­beitsämter mit stärkerem landwirtschaftlichen Ein­schlag verhältnismäßig hoohere Rückgänge (Cor- bach um 40 Prozent, Treysa um 17, Fulda um 15, Gießen um 8,6 Prozent) als die überwiegend industriellen Bezirke (Frankfurt 1,4 Prozent, Offenbach 9,0 Prozent, Hanau sogar ein An­steigen der Arbeitsuchenden um 1,3 Prozent). Am 30. April zählten die Arbeitsämter insgesamt 268053 Arbeitsuchende, darunter waren 105 295 Hauptunterftühungsempfänger in der Ar­beitslosenunterstützung (zu Beginn der Derichts- zeit 116 163) und 49 152 Hauptunterstühungsemp- fänger in der Krisenfürsorge (47 973). Während die Zahl der Unterstützten in der Arbeitslosen­versicherung um 10 868 zurückging, stieg sie in der Krisenunterstützung um 1179 an. Im Vorjahr nahmen die Hauptunterstühungsempfänger von Ende April bis zum niedrigsten Stand (Mitte Juli) um rund 13 600 ab. Um in diesem Jahr denselben Tiefstand zu erreichen, mühte die Zahl der Unterstützungsempfänger noch um 42 000^ab- nehmen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M, 11. Mai. Tendenz: schwä­cher. Die Börse eröffnete zum Wochenbeginn in schwacher Haltung. Die gestrige Rede Brü­nings, in der er u. a. neue Sparmaß­nahmen auch unpopulären Charak­ters ankündigte, und die erneut schwache Börse in Wallstreet haben stark verstimmt. Man be­achtete überhaupt wieder alle In der letzten Zeit eingetretenen ungünstigen Momente; die falschen Gerüchte über eine große Reuyorker Bankfirma blieben ebenso wie die plötzlich verschärfte Si­tuation in Spanien nicht ganz ohne Einfluß. Bei sehr stillem Geschäft ergaben sich gegen die Schlußkurse vom Samstag z. T. recht starke Rückgänge, zumal auch die Spekulation im Zusammenhang mit den Derkaufsorders, die Vor­gelegen haben, zu Blankoabgaben schritt. Die wei­tere Erleichterung am Geldmarkt hatte kaum ir­gendwelchen Einfluß. Stark rückgängig waren vor allem J.-G.-Farben, A. E. G., . Siemens, Salz­detfurth, Kunstfeidewerte und Zement Heidel­berg, bei denen Verluste bis zu 3 Prozent ein­traten. An den übrigen Marktgebieten betrugen die Abschwächungen 1 bis 1,5 Prozent. Auch Bankaktien lagen bis 0,5 Prozent niedriger. Durch Widerstandsfähigkeit fielen nur Süddeutsche Zucker und Verein für Chemische Industrie auf. .Rach Festsetzung der ersten Kurse stagnierte das Geschäft fast vollkommen, doch blieben die Kurse auf dem ermäßigten Riveau behauptet. Am Anleihemarkt waren deutsche Renten vernachlässigt, während Ausländer nach- 1 gaben. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig und kaum verändert. Reichsschuldbuchforderungen nachge­bend. Der Verlauf blieb ohne jede m s ä he, da weder Verkäufe noch Käufe vorgenommen

wurden. J.-G.-Farben wurden etwa 0,5 Prozent hoher gesprochen. Anderseits tarnen Gelsenkirchen, Licht & Kraft, Gesfürel und Zellstoffwerte bis zu 2,5 Prozent niedriger zur Rotiz. Auch deut­sche Anleihen lagen bis 0,25 Prozent rückgängig.

Frankfurter Schlachtviechwsrkt.

Frankfurt a. M, 11.Mai. Auftrieb: Rin­der 1187 Stück; darunter 273 Ochsen. 98 Bullen, 444 Kühe, 335 Färsen; Kälber 699, Schafe 90, Schweine 6050 Stück. Es wurden notiert pro Zent­ner Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: vollflei­schige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jün­gere 46 bis 49, ältere 41 bis 45, sonstige voll­fleischige jüngere 37 bis 40; Dullen: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 40 bis 44, son­stige vollfleischige oder ausgemästete 36 bis 39; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht- Werts 36 bis 40, sonstige vollfleischige ober aus- gemästete 30 bis 35, fleischige 25 bis 29; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vvllsleischige, ausge­mästete, höchsten Schlachtwerts 46 bis 49, boll* fleischige 41 bis 45, fleischige 37 bis 40. Käl­ber. Beste Mast- und Saugkälber 64 bis 69, mitt­lere Mast- und Saugkälber 60 bis 63, geringe Kälber 53 bis 59. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 41 bis 44, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebend­gewicht 42 bis 45, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 43 bis 46, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 43 bis 46. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 40 bis 43 Mark. Marktverlauf: Rinder ruhig, ausverkauft; Kälber lebhaft, geräumt; Schafe ruhig, geräumt; Schweine mittelmäßig, geräumt.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 11. Mai. Der Frankfurter Getreidemarkt verkehrte zum Wochenbeginn sehr zurückhaltend. Die undurchsichtige agrarpolitische Lage hielt die Unternehmungslust stark zurück, auch die vielfach auseinandergehenden Forderungen am Mehlmarkt ließen die Kaufneigung stark vermindern. Am Mehlmarkt bestand billiges Angebot, doch waren die Umsätze sehr gering. Der Futtermittelmarkt zeigte für Mühlennachfabrikate auch heute stärkere Nach­frage. Oelhaltige Futtermittel, Kleie und Biertreber gingen im Preise etwas zurück. Hafer und Gerste bei kleinem Geschäft gut behauptet. Das Angebot hielt sich allgemein in engen Grenzen. Es wurden notiert: Weizen 305 Mark, Roggen 217,50, Hafer, inländischer 215 bis 220, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 42,50 bis 44,50, Roggenmehl 30 bis 32, Weizenkleie 13,75, Roggenkleie 14, Erbsen (je nach Qualität für Speifezwecke) 30 bis 36, Linsen (je nach Qualität für Speifezwecke) 25 bis 68, Heu (süddeut­sches, gut, gesund, ttocken) 6,25, Weizen- und Rpg- genstroh (drahtgepreßt) 4, Weizen, und Roggenstroh (gebündelt) 3,90, Treber (getrocknet) 10,75 bis 11,25 Mark. Tendenz abwartend.

Letzte Nachrichten.

Aiieniat auf Professor Hans Günther.

Jena, ll.THai. (DTB. Funkfpruch.) Am Sams­tag gegen 23.45 Uhr wurde, wie erst jetzt bekannt wird, auf den in Jena wohnenden Unioerfitäts- profeffor Dr. Hans Günther ein Mordanfchtag verübt. Der Täter, der dem Professor und dessen Jrau auf dem Nachhausewege unauffällig gefolgt war, gab vor der etwas abgelegenen Wohnung drei oder vier Schüsse ab, von denen einer den Professor am linken Oberarm traf. Die zur Tat benutzte Pistole ein spanisches Fabrikat wurde von dem Verbrecher in der Nähe des Tat­ortes weggeworfen: sie enthielt noch drei Patronen. Auf die (Ermittlung des Täters ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen, Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 v.H., Lombardzinsfuß 6 o.H.

$ranttun a. 2)1.

Berlin

Frankfurt a. 2)

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Frankfurt a. Bl.

Berlin

Bantnoten.

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Schluß­kurs

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Anfang- Kurs

Berlin, 9. .uiai

Belgische Noten. .......

Dänische Noten ........

Englische Noten ........ Yranzüsische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienisch» Noten........

Norwegische Noten.......

Deutsch-Oesterreich, i 100 Schlllintz Rumänische Noten.......

Schwedische Noten.......

Schweizer Noten........

Spanische Noten........

Tichechoslowakiiche Roten.....

Ungarische Noten .......

, Devisenmarkt Berlin

18610

4,179

58,18

111,98

20,367

16,37

168,16

21,98

111,98

58,95

2,48

112,18

80,66

42,71

12,41

73,00

Frankfurt

rrnes

4,199 58,42

112,42 20,447

16,43 168,84

22,06 112,42

59,19

2,50 112,62

80,98 42,89 12,47 73,30

a. M.

Datum

9.5.

11.5.

9.5.

11.5.

Datum

9.5

11.5.

11.5.

Datum

9.5.

11.5.

9.5.

115.

6% Deutsche Reichsanleihe von 1027 ......... -

7% Deutsche ReichSanleihe von 1929 ..........

teulidie Anl.-Ablöl.-Gchuld mi> Sluslof.dNcditen.......

Steel ohne Aullos.-Rechte . .

6% ML Bollkfiaat von 1929 (rüdmhlb. 102%)......

Obtkhnlon Provinz. Anleihe mit Aurios.-Rechien.......

tcuildic fiutnm. GammelabL Anlothe Gerte 1......

w8% firanlf. Hnp.-Bank Goldpfe XIII unlünbbar 6U 1934 . .

7% firanlf. Hup-Dank Goldpse unlönöbar bi> 1932 . . . #

4*4% Rheinische Hyp.-Bank Stau. Soivpse........

8% Pr. LanveSPfandbrtesansial $lanbbric|e IH. i®.....

6% Pr Landespsanebriefanflal Komm^Lvl. N. SV.....

7% Pr. Landesptandbrtefanllal

Psaudbnese R. 21.....

V.E.B. abg. BortriegS-Obllgatio- nen. rückzahlbar 1932....

4% vesterrelchtlche Goldrente . 4,20% Ocsterreichische Gilberten 4% ceiierreichilche Einheitliche Rente..........

4% Unearische Goldrente . . .

4% Ungarische Gtaatirente v. 191 4K% deSgl. von 1913 . . .

1% Ungarische Kronenrente . .

4% lürlifcbe Zollanleihe von 191

4% Lürttiche Bagdadbahn-Aul Gerte 1.....

4% desgl. Gerte 11......

6% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ....... .

4H% Rumänisch» vereinh. Ren von 1913 .........

1% Rumänische vereinh. Rente

84,75

100

55,9 6,2

54,5

101,25

97,5

91

100,5

£

18,75

15,8

4

4

4

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14,9

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85

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100,5

96,5

22,5

2,3

18,75

3,8

14,9

6,4

| | | | | | | | | | | I II 1 I 1 1 1 1 1 1 1

Hamburg-Amerika Pate! ... 7

Hamburg-Siidam. Dampfschiff. 8

»Hama Dampsschiss.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

Allgemeine Deutsche Crediianst. 10

Barmer Bankverein .... 10

Berliner Handelsgesellschaft . 12

Commerz- und Privat-Bank . 11

Darmstädter und Nationalbank 12

Deutsche Bank und

Disconto Gesellschaft, ... 10

Dretdner Bant......10

Reichsbank........12

56

57,4

119

106.75

132

103

103.5

148

101

113

118,5

81,5

112,5

112

138

162,5

125,5

46

69

75,5

65^

173

33,5

52,5

160

72

106,5

103

99

115

110,25

159,5

45

68,5

73,13

56

110,5

77,5

56,75

118,75

106,75

132,65

103

103,5

149

101,4

78

112

117,5

82,75

112

113,5

137

162

124,75

45

68,5

75,75

64,13

59,75

173

61

66,75

73

34,25

73,5

53,5

161,5

70,75

55,65 109,25

56

118

106,5

131,5

103

103

147,5

99,5

116

78,75

110,5

156,5

159,5

43,13

68,75

64,13

63

56

173

59

71,75

73,25

51,5

158,5

68,5

Bereinigte Stahlwerke .....

Olavi Minen......16'/,

Kaliwerke Aschersleben ... 10

Kaliwerke.Westeregeln ... 10

Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

I. ®. yarben.Indugrte... 12

Goldschmidt........5

RütgerSwerke........6

Metallgelellschast.......8

PhiliVV Hol,mann......7

50,13

28,5 140

143 216

144,25

129

43,5

49,5

69

85,5

78

88,5

27,75

1

86 79

28 79

105

243

14,5 35

63

117,25

50

213

141,5

75

27

79,65

92,65

84,5

77,4

127,25

51,13

28,25

141

144,5

215,5

143,5

42,5

50,4

69,5

82,5

28

149,25

81,13

95,5

85,75

79

12h,5

28,5

81

45,25

106,5

243

15

34,5

49,5

28

137

142 213,75

142,25

42,75

50

80,5

147,5

79,4

93,75

85

79

127,25 28,75

78,9

45 105 237

A.E.G............8

Bergmann.........9

(Sieht. LteserungSgetellschaft. 10

Licht und Kraft......10

Fellen & Guilleaume . . . 7% Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen .... 10 Hamburger (JieltrtjttätMBede 10 Rbetuliche Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Grtiuderi S Co.......11

Siemens S Halske . . 16 Transradio . ........ 8 Vabmeper L Co.......10

Buderus..... t

Deutsche Erdöl . ...... 6

Essener Steinkohle ...... 1 Gelsenkirchener ....... 8 Harpcuer. . ........ 0 Hoesch Eilen........6%

Ilie Bergbau ...... 10 klöcknenverke ...... ..7 Köln-Neuessen........ 7 ManneSmonn-Röhre» .... 7 ManSselder Bergbau . .... 7 Cber|d)lel. Ellenbodars .... b Lberschtet. ttolSwerke..... 7 Phönix Bergbau. . .... SA Rheinische Braunkohl« . . K

Riebeck Montan......7.2

9. Mai

11.anal

Zementwerk Heidelberg . . 10

Cemeniwerk Karlstadt. ... 10

Watch & fircotafl......8

Schultheis Patzenhofer ... 16

Ostwerke.........12

..............«

«emberg.........J«

Zellstoff Waldhos .... IS1/.

Zellstoff Aschaffenburg ... 12

Charlottenburger Wasser ... 8

Daimler Motoren . ..... V

Deutsche Linoleum- ......

Maschinenbau A.-G. ..... C

Orenslein & Koppel . .... 6 ............... . .

frankfurter Maschinen .... 4

Griyner..... .... 6

Heyllgensiaedt ....... 0

Iungnan»..... .... 6

Lechwerke..........8

Mainlraftwerke Höchst N.M.. .8

Miag...........10

Gebr. Roeder.......10

Boigt & Haessner ...... 9

Süddeutsche Zucker .... 10

Amtliche Notierung (Selb | Brief

Amtliche Geld

Notierung Bries

«mit.. Rott. Buen.-AireS Brff.-Alitw. Gbrifttania Kopenhagen Stockholm . HeiiingforS. Italien. . . London. .. J?cut)or! Paris.... Schwei, . Spanien . . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D-- £?eft adgest. Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . Dancig.. Konstantin. Athen. .

Lanada . . Urnuuay. Lad» ..

168,54 1,318

58,325

112,32

112,29

112,44

10,556

21,955

20,403

4,195

16,394

80,835 43,21

2,075 0,259

59,01

12,425

7,383

73,15

3,037

18,87

81,55

1,784

5,437

4,192

2,607

20,92

168,88 1,322

58,445

112,54 112,51

112,66

10,576

21,995

20,443

4,203

16,434

80,995

43,29 2,079 0,262

59,13

12,445 7,397

73,29

3,043

18,91

81,71

1,789

5,447 4,200

2,613

20,96

168,52 1,325 58,33

112,32 112,29 112,44 10,556

21,96 20,403

4,195 16,401

80,83 42,30 2,075 0,269

59,00 12,425

7,384 73,15 3,036 18,87 81,54 1.784

5,44 4,192 2,657

20,92

168,86 1,329

58,45 112,54 112,51 112,66 10,576

22,00 20,443

4,203 16,441

80,99 42,38 2,079 0,271

59,12 12,445

7,398 73,29 3,042 18,91

81,70 1,789

5,45 4,200 2,663 20,96