Ausgabe 
10.12.1931
 
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Giftstoff, nämlich Blausäure, enthalten. Deshalb brauchen die Hausfrauen aber beim Kuchenback rn sich durchaus nicht vor der Verwendung von Mandeln zu ängstigen, oder gar ihren Ämbent da- doch fo gut schmeckende Marzipan vorzuent­halten. Die Menge Blausäure, die bei Derwen- dung von bitteren Mandeln in einem Stück Marzipan enthalten ist, darf als durchausharm- loS angesprochen werden. Sine bittere Mandel im Gewicht von etwa einem Gramm enthält ein tausendstel Gramm Blausäure! Man mühte also vom Marzipan, dessen Masse zu zwei Dritteln aus fein zerriebenen Mandeln besteht, schon sehr erhebliche Mengen geniesten, um durch den Blau- säureaehalt sich eine Vergiftung zuzuziehen. Auch der Magen schützt sich gegen solche Gefahr schon ganz von selbst. Marzipan sättigt nämlich auster­ordentlich rasch, und wenn man ein au großes Quantum davon au, sich nimmt, so streikt der Magen und gibt durch Erbrechen das wieder her, was man zu viel deS Guten oder des Bösen getan hat.

So mag also niemand sich die Freude und den Genuh am Weihnachtsteller verderben lassen, wenn er nur eines bedenkt:Allzuviel ist un­gesund!" Dr. K.

Gießener Wochenmarktpreise.

'Gtest en, 10. D z Heutige Wochrnmarktpreise: Butter 120 bis 130 Pf. lKochbutter von 100 Pf. an), Matte 25 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 7 bis 8 (pro Zentner 4 bis 5 Mk). Weihkrairt 5 bis 6 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk.), Rotkraut 7 bis 8 (pro Zentner 4 biS 5 Mk ), gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 15 bis 20,

Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60,

Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 35 bis 70,

Schwarzwurzeln 25 bis 35, Honig 40 bis 50, Kartoffeln 4 (pro Zentner 3 bis 3,50 Mk), Aepsel 8 bis 10 (pro Zentner 4 bis 7 Wk), Birnen 8 bis 10, Dörrobst 30 bis 35,

Russe 35 bis 40, junge Hähne 80 bis 90, Enten 80 biS 100, Gänse 70 bis 80,

Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfund, Tauben 50 bis 60, Eier 14 bis 15, Lauch 5 bis 10, Blumenkohl 20 bis 60, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 15 Pfennig pro Stück.

Bornotizen.

TageSkalender f ü r Donnerstag. Oberhessischer Kunstverein, Künstlerhilfe, Turm. Haus am Drandplah, 15 bis 17 Uhr. Gesell­schaft für Erd- und Völkerkunde, 20,15 Uhr. Reue Universitäisaula. Lichtbildervortrag .Eine bota­nische Forschungsreise in das Innere von Borneo". Gesellschaftsverein. 18 Uhr, ordentliche Mitglie­derversammlung. DHV., 20.30 Uhr, Grenzland­abend im Heim, Lonystraste. Gießener Radfah. rerverein 1885, 20.30 Uhr, Hessischer Hof, Ordent­liche Generalversammlung. Damenvereinigung 1877 78, 20 Uhr, Stadt Mainz, Monatsversamm- lung. Lichtspielhaus, Bahnhof st raste: .Ein Auto und kein Geld". Astorio-Lichtspiele, Seltersweg: Der Heldenritt im wilden Westen" und »Die letzte Warnung".

AuS dem S t a d t t h e a t e r b u re a u wird uns geschrieben: Der beliebte Altmeister süddeutschen HumorS, Konrad Dreher, wird am Freitag, 11. Dezember, mit seinem Ensemble zum letztenmal vor seinem endgültigen Abschied von der Bühne in Gießen zu Gast sein. Die Erinne­rungen an Stunden eines launigen Frohsinns, die Konrad Dreher in den sorgenvollen Tagen der letzten Jahre bescherte, werden noch einmal lebendig in der Titelrolle der Komödie »Der Schufternazi" von Ludwig Thoma. Mit dieser Aufführung wird sich Dreher von seinen zahl­reichen Freunden, die ihm auch in Giesten stets gerne Gesolgschast geleistet haben, für immer ver­abschieden. Sein Gastspiel in Diesten wird sein letztes Auftreten sein. Die Vorstellung ist im Freitag-Abonnement.

' Morgen keine Stadtratssitzung. Die auf morgen, Freitag, 17 Uhr, anberaumte öffentliche Sitzung des Stodtrats ist auf Dienstag, 15. Dezember, 17 Uhr, verlegt worden.

** M i n i st e r i a l - Personal! e. Der Vor­tragende Rat, Ministerialrat Dr. Albert G a d o w auS Darmstadt wurde auf sein Ansuchen, mit Wir­kung vom 16. Dezember, aus dem Staatsdienst entlassen.

' Die Hunde st euersähe der Stadt Gie- stcn für daS Jahr 1932 werden in einer Bekannt­machung im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Hundebesihcr seien besonders darauf aufmerksam gemacht.

" Sine Fünfundfiebzigjährige. Ähren 75. Geburtstag begeht morgen, Frcilag, 11. Dezember. Frau Elisabeth H i n k l e r Wwe.. geb. Wiestner. wohnhaft Südanlage 12.

UniversitätS-GotteSdienst. Am Sonntag. 13. Dezember, 11.15 Uhr, findet in der Reuen Aula Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Schumann.

' Hausfrauen- undKindernachmit- tag i in D H V. 3m Heim des Deutschnationalen Handlungsgchilfen-DcrbandeS fand wie man uns berichtet der erste Haussraucnnachmittag der Ortsgruppe Giesten in diesem Winterhalb­jahr statt. Rach cii lc.tenden Musikvorträgen 6c- g rußte KrcisgeschäftSlührer Lchroedcr die Da­men. Er wieS darauf hin, dast die Frau mit dem BerusSschicksal ihres ManneS eng verbunden sei. Deshalb würde der DHV. auch die Damen seiner Mitglieder von Zeit zu Zeit zusammenrusen. um so das Band zu festigen. daS iede DHV.-Familie mit dem Verbände verknüpse. Der Verband habe r^wustt seine Sigenbilfecinrichtungen auch aus die Familien seiner Mitglieder abgestellt. Die wei­tere Unterhaltung hatte der oberhessische Heimat- « » ®eotfl Hcst. Leihgestern, übernommen.

Herr Hcst trug seine Dichtungen auS jüngster Zeit vor Sr fand überaus reichen Beifall. Drostes Interesse und Aufmerksamkeit fanden Dorlesun- 9!n "US feinem demnächst erscheinenden Buch "77 --DaS Huttenberger Land', die einen Sin- blick in die Sitten und Gebräuche der Hütten- berger Bevölkerung gaben. DaS Kapitel über Volkstänze wurde dadurch, dast der Vortragende die Tänze aus einer Ziehharmonika meisterhaft vorspwltc besonders lebhaft gestaltet. Richt min- dcr Anklang fand e-.n Lichtdildervortrag über eine Italienrelse, den ebenfalls Herr H e st hielt. Sin später veranstalteter Kasperle-Rachmittaq für die Kinder hatte eine noch größere Beteiligung aufzuweisen. Die Herren Richter. AltdauS und Sauer verstanden es. das kleine Volk über zwei Stunden lang in Atem zu halten.

Wirtschaft.

lieber 300000 Arbeitslose in Hessen und Hessen-Nassau.

WSR. Frankfurt a. M., 8. Dez. 3n der letzten Rovemberhälfte ist in Hessen und Hessen- Rassau die Zahl der Arbeitsuchenden etwas langsamer gestiegen als im vori­gen Berichtsabschnitt, weil die Forstwirtschaft eine größere Anzahl Arbeitskräfte zum Holz- fallen eingestellt hat (allein durch die Vermittlung der Arbeitsämter über 3000 Arbeitslose). Immer­hin beträgt die Zunahme noch rund 6500 Personen da in fast allen übrigen Berufs­zweigen insbesondere aber in den Austenberufen, wie Landwirtschaft, Industrie der Steine und Erden, Baugewerbe und Lohnarbeit wechselnder Art, weitere Entlassungen erfolgt sind. Auch die Metallindustrie, das Bekleidungsgewerbe und die Lederindustrie haben wiederum eine größere An­zahl Arbeitskräfte freigeseht. Obwohl die Arbeits­ämter melden daß viele auS der Arbeitslosen­versicherung ausgesteuerte und wegen Richtbe­dürftigkeit m die Krisensürsorge oder Wohlfahrts­pflege nicht ausgenommene Arbeitslose dem Ar­beitsmarkt fernbleiben, hat die Zahl der verfüg­baren Arbeitsuchenden am 30. Rovember 300 000 überschritten, sie ist auf 301 93 1 (dar­unter 48 030 Frauen) angewachsen und übersteigt somit den Stand vom 30. Rovember des Vor­jahres (239 044) um fast 63 000, oder 25 v. H. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in

der Arbeitslosenversicherung ist im Laufe der Berichts zeit um 5152 auf 76 523 gestiegen: Haupt- Unterstützungsempfänger in der Ärifenfürforge sind gegenwärtig 80 523 vorhanden. 718 weniger als am vorigen Stichtag.

Der Großhandels-Index im Mo­natsdurchschnitt Rovr mb e r. Die vorn Statistischen Reichsamt berechnete Indexziffer der GrosthandelSpreise stellt sich für den Monats­durchschnitt Rovember mit 106.6 um 0.5 v. H. niedriger als im Vormonat. Die Inderziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 98.5 (un­verändert). Kolonialwaren 93.7 (minuS 1.1). in­dustrielle Rohstoffe und Halbwaren 99,1 (minus 0,3) und industrielle Fertigwaren 132,1 (minuS 1,0). Die Indexziffern für Produktionsmittel be­trug 129,3 (130,2 = minuS 0,7 v. H.) und für Konsumgüter 134,2 (135,8 minus IJZ v. H ).

Dergm ann - Elektrizitätswerke- AG., Berlin. In der AussichtsratSsihung der Bergmann-Elektrizitätswerke-AV., Der.in. berich­tete der Vorstand, daß die Bilanz über daS am 31. DcACmber 1931 ablaufende Geschäftsjahr vor­aussichtlich einen größeren Verlust ausweisen wird (1930 wurde der Verlust von 978 328 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen). Der AufsichtSrat geneh­migte eine Vorlage, in der weitere Reduktionen und Vereinfachungen der Betriebe vorgesehen werden.

Die Reichsmark sehr fest.

Umfangreiche Käufe für deutsche Rechnung. Amerikanische Pfundläuse.

An den internationalen Devisenmärkten lag gestern vormittag die Reichsmark sehr fest. In Amsterdam beobachtete man umfang­reiche Käufe f ü r deutsche Rechnung im Zusammenhang mit den neuen Kapitalflucht- Bestimmungen, durch die die Kapitalflüchtlinge veranlaßt werden, ihr Geld nach Deutschland wieder zurückzubringen. Die Gläubiger Deutsch­lands. die unter das Stillhalte-Abkommen fallen, sehen hierin ein sehr günstiges Moment. In Am­sterdam zog die Reichsmark auf 57,55 an, in Zürich auf 120, in Paris auf 595 und in London auf 13,90. Das englische Pfund konnte sich ebenfalls befestigen und zog auf 3,2825 gegen den Dollar, 8,14 gegen den Gulden, auf 16,90 gegen Zürich und 83,81 gegen Paris an. Der Dollar war gut behauptet, die Rord- devisen waren kaum verändert, der französische Frank tendierte fester.

Die Besserung der Reichsmark hat auch am Rachmittag angehalten, anscheinend fin­den weitere Käufe von deutscherSeite mit dem Zweck der Repartierung der Kapitalfluchtgelder statt. In London stellte sich die Reichsmark auf 13,9750, in Reuyork auf 23,60, in Amsterdam auf 58,50, in Zürich auf 121,50, in Paris auf 595. Das englische Pfundhat sich gleichfalls weiter befestigt, es zog bis auf 3,32 gegen den Dollar an, gab aber am Spätnachmittag wieder auf 3,2825 nach. Die Verkäufe für französische Rechnung scheinen aufgehört zu haben, Dagegen beobachtete man amerikanische Pfundkäufe. Gegen den Gulden zog das Pfund auf 8,15 an, gegen Zürich auf 16,9a und gegen Paris auf 84,06. Die Rord- devifen waren etwas fester, sonst ergaben sich kaum nennenswerte Veränderungen.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2TL

Banknoten.

9. Dezember

10 Dezember

Amillkbe Jlotitruna

Smllidw (selb

Notierung »riel

<*el"

»ritl

belflngfot« .

6.893

6.907

6.494

6 506

Wien

57.94

58,06

56.94

57.06

Prag . . .

®u6a»tf! . .

12.47

12.49

12.47

12.49

73-28

73,42

73.28

73.42

Sofia . . .

3.057

3,063

3-057

3.063

Holland . .

69.93

170,27

169.93

170.27

Celo . . . . ftopcnbaflei.

75.02

75,18

75.67

75.83

75.92

76,08

76.42

76.58

Stockholm .

75.67

75,83

76 22

76.38

London. . . iHurnoc 2llrti

13,74

13.78

13.84

13 88

1.008

1,012

1.023

1.027

Neunort . .

4.209

4,217

4.209

4.217

Brüifel . . .

58.49

58.61

58 49

58.61

Italien. . .

21,58

21,62 16.54

21.58

21.62

Tarte . . .

16,50

16.50

16.54

Eckwetz . .

81, 3

61.99

81.84

82.00

Spanien . .

34. 2

34.78

34.72

34.78

Tanjig. . .

81, 7

82.13

81.97

82.13

Japan . . .

2,0 8

2,062

2.058

2.062

Nw Be Ian..

0.2.

0,246

0.244

0.246

Iuaoflawte».

7, ?3

7,407

7.393

7.407

Lissabon . .

12,74

12.7

12.84

12.86

Berlin, 9 Dtymbtr Vlmeritanudie 'Jteten.......

IJteJflifrfie Noten.........

iänifdie Noten Cnglildie Not.».........

ittanjofildie Noten Holländische Note« ^talicnliche Noten Norwegische Noten Deutsch.Leslcrretch, 100<f|Ultng Rumänische Roten........

Schwedische Noten Schweizer Noten Svaniiche Noten Ungarische Noten ......

(selb

4,20

58.33 78,75 13.70 16.48

169.56 21,56 74,85

Bries

4,22 58,57 76.05 13,76

16.54

170,24 21.64 75,15

2.50

75,80 81.96 34,72

Reichsbankdiskont 7 o. h.. £ombarbjln#fnfj 8 v. h.

Oie deutschen Börsen.

Berlin unsicher.

Berlin, 10. Dez. (WTD. Funkspruch.) Ob­wohl zweifelsohne durch die Veröffentlichung der Rotverordnung politisch eine merkliche Beruhigung eingetreten ist, blieb die Grundstimmung des heu­tigen telephonischen Freiverkehrs unter dem Ein­druck der Baseler Besprechungen und dem bevor­stehenden Beginn der Stillhalteverhandlungen in Berlin doch recht unsicher. In einzelnen Werten immer wieder herauskommende Exeku- tionsware störte, ebenso drückte die anhaltende Schwäche der Reuporker Börse auf die Stimmung. Bor allem säht sich auch noch gar nicht übersehen, wie sich die deutsche Wirtschaft auf Grund dieser Rotverordnung in Zukunft gestalten wird, zumal erst die Durchführungsbestimmungen für eirc ganze Aeihe von Punkten abzuwarten find, ohne Die man sich überhaupt kein klares Bild machen könne. In Bankkreifen steht man jedenfalls dem Zinsfen - kungSproblem weiter ziemlich fkep- t i f ch gegenüber und befürchtet starke Rückwirkun- gen auf die gesamte Wirtschaft und evtl, auch auf die Haltung des Auslandes in bezug auf feine zu- künftige Kreditpolitik Deutschland gegenüber. So war da- Geschäft in den Vormittagsstunden ziem- lich klein, und die Spekulation zeigte wenig Olci- gung zu Reuengagements. Die Kursgestaltung muß als uneinheitlich bezeichnet werden. Farben lagen im Angebot, wobei man auf niedri­gere Schweizer Kurse hinwies, auch Reichsbank schwächten sich weiter ab, und Kaliwerte verloren bis zu 3 Prozent, während Siemens gut behauptet lagen und Schultheiß sich durch feste Haltung aus­zeichneten. Ebenso konnten Reichsbahnvorzüge we­gen der bestehenbleibenden 7prozentigen Verzin­sung um etwa 3 Proz. anzieben. Rcichsschuldbuch. forberungen lagen auf ähn iche ilcberle^ungen bis au 4 Proz. höher. Die Reichsanleihen lagen be­festigt. und der Pfandbriefmarkt war um etwa 1.5 Proz. erholt. Die Kursanomalie, die zeigte, daß 7proz. Pfandbriefe teilweise über den 8proz. liegen, bltcb auch heute bestehen, ist aber nur auf rein markttechnische Gründe zurück,uführen. Die llmsahtätigkeit in 6proz. Emissionen, die heute nach der Rotverordnung den 7- un* 8prozentigen gleich­wertig sind, war an und für sich immer recht klein, im Kurse unterscheiden sie sich nur noch unwesent­lich von den 7- und 8prozentigen Pfandbriefen.

Zurückhaltung in Frankfurt.

Frankfurt 0.27.. 9. Dez. Die Zurück- Haltung der letzten Tage blieb auch im heu­tigen telephonischen Verkehr bestehen, da man bic neue Rotverordnung mit sehr geteilter Mei- nung in den Bankbureau« ausgenommen hat. Die Beurteilung ging vor allem dahin, daß man erst die Auswirkungen ber Bestimmungen ab- warten müsse. Infolgedessen kam daS Geschält wieber nur sehr schleppend in Gang, und

Sprechstunden der Redaktion.

11-30 bis 12JO Uijr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

die Tendenz neigte für Aktien überwiegend zur Schwäche, nachdem noch heute vormittag ziemlich gut behauptete Kurse genannt worden waren. Bei dem herauskommenden Material vermutete man einige Zwangsliquidation. Die Rückgänge betrugen bei Spezialwerten bis zu 1,5 v. H., zum Teil wurden neue Tiefkurse erreicht.

Am Marktgebiet der festverzinslichen Papiere herrschte zunächst noch stärkere Un­sicherheit, die sich jedoch später etwas legte. Anfangs hörte man gegen die gestrigen Kurse 1- bis 2prozentige Rückgänge. Gegen Mittag stellte sich vereinzelt etwas Kaufneigung ein, fo daß ein Teil ber Verluste wieder ausgeholt wurde, und sich die Annäherung der 6-, 7- und 8pro;entigen Goldpfandbriese auf den in der Notverordnung vorgesehenen Zinssatz von 6 v. H. bereits fast vollzogen hat. Liquidationspfandbriefe waren bei unveränderten Kursen etwas lebhafter gefragt, ebenso Reichsschuldbuchforderungen und Altbesitzanleihe, die 3 bzw. 1 v. H. aruogen, da sie von ber beabsichtigten ZinSkonversion nicht betroffen werben. Stadtanleihen und Industrie- Obligationen lagen geschäftslos

Lchwc nemarkt in Nidda.

Ridda, 9. Dez. Auf dem heute hier abge- baltcnen Schweinemarkt (Ehr.stmarkt) waren 270 Ferkel und Läufer aufgetrieben. Die Preise zogen etwas an und betrugen für je ein Ferkel bi« sechs Wochen alt. durchschnittlich 7 bi« 8 Mk acht Wochen alt 10 Mark, zehn Wochen alt 11 Mk. Läufer von drei Monaten kosteten je Stück 15 Mk. Der Handel war lebhaft: c« blieb fast kein lieber- stand.

Frankfurter Lchlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M. 10. De; Austrieb: Rin­der 117 Stück, Kälber 954, Schafe 475. Schweine 963. Es wurden notiert: Kälber, beste Mast- und Saugkälber 4042, mittlere Mast- und Saug­kälber 36- 39, geringe Kälber 2835; Schafe, Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weide- mast. 2426, mittlere Mastlämmer, ältere Mast- bämmel und gut genährte Schafe 2023. fleischi­ges Schasvieh 1519; Schweine, vollfleischige Schweine von zirka 240 bi« 300 Psd. Lebendge­wicht 4143. be«gL von zirka 200240 Pfd Lebendgewicht 40 bi« 42, bc»gl von zirka 160 bi« 200 Pfd. Lebendgewicht 3840, fleischige Schweine von zirka 120160 Psd. Lebendge­wicht 3438. Marktverlaus: Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine schleppend, lieber- stand.

Büchertisch.

Verbotene Filme. Eine Streitschrift. Von Wollgang Petzet. 160 Seiten 8°. Preis kart. 2,50 Mk. Societäts-Vcrlag Frankfurt a. 21. 1931. (517.) Es entsprich, einem aktuellen Bedürfnis, einmal an Hand ber Quellen (ber DefeyeStcrte, Verordnungen und Entscheidungen in ihrer Ori­ginalfassung sowie ber in Zach- und Tagespreise verstreuten Artikel) darzustellen. welche Grund- sätze für Verbot und Zulassung eines Filme« maß­gebend sind und wie der schwerübersehbare Appa­rat von Prüfstellen, Oberprüfstelle, von Bei­sitzern, amtl'.chen Sachverständigen, Landesregie­rungen, OrtSpoll eeibeliörden usw. incinanberarcift. Die Darstellung de« geltenden Rechte« und feiner Handhabung fuhrt zur Kritik an den Methoden der Filmzensur, toomr sehr interessante Belege an­geführt werben. Durch Petzet, ber al« angesehe- ner Filmkritiker feit Jahren die Produktion ver­folgt, wirb ber Nachweis angetreten, daß die Zen- für gegenüber den schlimmsten Auswüchsen der Produktion versagt bat. Die temperamentvolle Streitschrift, die eine ebenso amüsante wie realisti­sche Lektüre darstellt, unterbreitet dem kulturpoli­tisch interessierten Filmfreunb ein reichhaltige« und wenig bekannte« Material.

Walther von Hollander. Komö­die der Liebe. Eine beinah tragische Obe- geschichte. In Leinen gebunden 5 Mk Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart. (477) Walther von Hollander ist ein Romanbichter. bei bem warmes Herz unb kühler Kopf im schönsten Ein­klang sind. Der Mensch unb daS menschliche Leben sind der Inhalt feiner Dichtung. Der Glaube an menschliche Düte führt die .Komödie der Liebe" zum guten Ende. Es find nur wenige Monate au« dem Leben von drei Menschen Mann, Frau und Freundin de« Manne«. Be» aller Heiterkeit ein ernsthafte« Spiel. Ss gebt um Sein und Richtfein einer Ehe von zwei klugen, vernünftigen Gatten; e« geht darum: wie au« Eifersucht und Mitleid eine Liebe werden kann.

Land im Schatten. Roman von Frieda H. K r a z e. (Verlag L. DertelSmann, GüterSlob. Gbd. 5.80 Mark. (409) Die Dichterin, die aus ber deutschen Ostmark stammt, bringt in diesem Buche einen Ostmarkenroman, ber ben Leser auf« tiefste packt. Die furchtbare deutsche Rot unter der Gewalt der polnischen Machthaber spricht hier in dem schweren LebenSschicksal einer deut­schen evangelischen Psarrersamilie. deutscher Guts­besitzer und deutscher Bauern zu un«. Aber auch das hohe Lied der unverbrüchlichen Treue \ur angestammten Scholle und zum deutschen Volks­tum inmitten eines feindlich gesinnten Volle« klingt uns au« dieser Erzählung entgegen. Die Verfasserin schrieb mit heißem Herzen und in bitterem Weh deutsche Schicksale nieder, die sie selbst sah, die sich aber durch polnische llnmensch- lichkeit hunderttausendfach in unserer früheren Ostmark abspielten. Möchte diese« Buch unserem Volke ein Mahner fein, da- Deutschtum auf an­gestammter Scholle im heutigen polnischen Staate nie zu vergeßen und alle« zu tun. um den deut­schen Brüdern und Schwestern jenseit« unserer Oftgreruc den Glauben an die unlösliche deutsche Verbundenheit zu erhalten. Diesem Roman, ber gar keinen solchen darstellt, sondern Tatsachen­schilderung in dichterischer Form ist. unsere beste Empfehlung, besonders auch für den Weihnachts­tisch!

. Lorenz, E. G Erich Schuld oder Schicksal Europas? 560 Seiten. Gehell'" 4 Mk., kart. 4.80, Leinw. 5,80 Verlag von Adott Bonz & Eomp.. Stuttgart. (478) Die diplom i tische Geschichte de- Vorkrieges und Kriege- auf Grund eines überreichen Aktenmaterials ist le­bendig und fcffelnb geschrieben. Da« Buch be­ginnt mit bem Brianntwerden de- Morde« von Serajewo in Paris unb führt bi« zu bem Zeit- Punkt, in dem es den feindlichen Kabinetten ge­lang, den Widerstand Deutschland« zu brechen Die Perion WilsonS, da« schwierige Verhältnis zu Oesterreich werden eingehend behandelt.

GingefanOt.

(tjür Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Stadtverwaltung muß das fein?

Jenseits des Aulwegs, im Zuge ber Wilhelm- ftrafce, liegt ein städtisches Grundstück von etwa 100 Meter Lange unb im Durchschnitt etwa 4 Meter Breite. Geht man am Rande desselben entlang, dann kommt man auf einen Feldweg, der auf den Ohle« bergsroeg führt. Von hier geht ein Weg durchs Feld, fast direkt auf die Bergschenke und zum Bergwerks- wald. Der Weg ist völlig staubfrei und ohne jede Steigung,lßegcn seiner Annehmlichkeiten wird er viel von Spaziergängern benutzt, hauptsächlich älte­ren Leuten, die dem Staub und den Autos ans dem Wege gehen wollen, (fr ist aber auch zugleich ein bequemer Zugang zu den städtischen ltzrabstücken in der Flur XII. Der Weg wird seit Jahren unbe heiligt begangen. Seit einigen lagen prangen an jedem Ende dieses Grundstückes je ein Schild mit der AufschriftDurchgang verboten!" Damit will man offenbar den geringen Schaden abwenden, ber durch den Fußpfad entsteht. Zm vergangenen Jahr war das Gras dieser kleinen Parzelle zu dem Betrag von 13 Mark ersteigert worden. Nimmt man an, daß durch den Pfad der Ertrag um etwa ein Viertel vermindert wird, so ist der Schaden etwas mehr als 3 Mark. Wegen dieser für die Stadtkafse nidjt ins Gewicht fallenden Geringfügigkeit mutet man den Spaziergängern zu, den bequemen Weg 3U meiden und dafür den stellen Aulweg unb die oon Autos belebte Ceihgefterner Chaussee einzu- tauschen, lind den Pächtern der städtischen Grab« stücke, die mit Handkarren zu ihren Pachtstücken ge­langen wollen, mutet man den dreimal so langen Weg um bas Umspannwerk-Ost zu, der bei Regen­weiter unpassierbar wird. Hinter der Heil und Pflege- anstatt hat man für die Spaziergänger einen be­quemen breiten Weg durch eine Wiese und den Wald geschaffen, um ihnen den Anblick ber Kranken ZU nehmen. Da hat man die Kosten offenbar nicht gefreut, um einen bequemen Weg anzulegen. Warum will man hier wegen 3 Mark den Spazier­gängern und Pachtern eine Bequemlichkeit und An­nehmlichkeit wegnehmen. Zn dem jetzigen Zu­stand ist der Weg auch eine Falle für Spazier- Sänger, die nach der Stabt zurück wollen. Wenn sie nämlich beim ersten Schild angekommen sind, dann haben sie keinen anderen Ausweg, als quer über die Wielen zu gehen. Eine Beobachtung zeigt, daß hier einJDlittel gefunden ist, den städtischen Finanzen durch Strofmanbote auhuhelfcn. In anderen Stabten schafft man ben Pächtern jede nur mögliche Erleichterung durch Derbesserung der Zufuhrwege, Entwässerung. Anlage von Wasserleitung, Einfriedi­gung u. a. m. Hier kennt man scheinbar derartiges nicht; hier schafft man noch Erschwerungen. Hoffent­lich genügen diese Zeilen, um eine Aendcrung her« beizuführen. H.

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