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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Nr. 237 Dritter Blatt

Samstag, lO. Oktober 1931

AUS DEM PROGRAMM

450. Wiederkehr des Sallusmarkles

Wir laden hiermit zu recht zahlreichem Besuche ein! Oer diesjährige Gallusmarkt findet in stark erweitertem

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Umfange statt

Gxtrazüge verkehren nach Gießen, Alsfeld, Londorf und Lich

Kessifch« Nüvsevmeifteeei GvKnbevs in Ketten

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am 5. Oktober 1931.

Dr. Mildner.

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SeschiWches vom Srimberger Gallusmarkt

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Anziehungskraft auszuüben.

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Mittagessen im Saal 13.15 Uhr 14. Oktober, abends 8 Uhr:

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ZUM GALLUSMARKT

(Damen-Bedienung)

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Dazu kommt der Fahrtpreia.

Am Mittwoch und Donnerstag im Saale

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Tanzgeld RM. 1.00

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Eigene Hausschlächterei.

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Nachmittags gelbste Karten Selten auch abends I

um 10.14 Uhr in Gründer zug ab Burg-Nieder-

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Bahn gebaut war, fand der Markt an der ner Straße statt, zuerst links, wo heute

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18 KM.

20 RM.

den dortigen Bahnhof um 11 Uhr und kommt um 11.23 in Grünberg an. Beide Sonderzüge halten auf allen Stationen.

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Sonntag, den 11. Oktober, 20 Llhr:

Festakt in der Turnhalle und Aufführung des histo« rischen FestspielsGallusmarkt" von Dr. Karl Stein

Dienstag, den 13. Oktober, 20 Llhr:

Platzkonzert vor dem Rathaus, Ansprache desÄür- germeisters u.Hissung der Marktfahne,- anschließend Anfeiern des Marktes in allen Lokalen der Stadt

Mittwoch, den 14. Oktober:

Pferde-, Rindvieh-, Schweine-, Krämermarkt. Volks­belustigungen. Auftrieb morgens von 8-9 Llhr. Nach- mittags und abends in den meisten Lokalen Tanz

Donnerstag, den 15. Oktober:

Den ganzen Tag Krämermarkt u.Volkebelustigungen Nachmittags und abends Tanz. Nachm. 13.30 Llhr in der Turnhalle: Nochmalige Aufführung des Festspiels

Erinnerungen alter Grünberger.

Interessante Aufschlüsse über das Leben und Trei­ben auf dem Gallusmarkte in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bieten auch die nachfolgenden Angaben von zwei alten Grünbergern aus ihrer Jugendzeit:

Oer Markt in der Gegenwart.

Werfen wir zum Schluß nochmals einen kurzen Blut auf den Gallusmarkt in seiner heutigen Gestalt. Da ist zunächst die Feststellung zu machen, daß der Viehmarkt lange nicht mehr die Bedeutung ausweist wie früher; einzig der S ch w e i n e m a r k t ist noch von Bedeutung, er ist wohl einer der größten oberhessischen Ferkelmärkte, zählte man doch im vorigen Jahre einen Auftrieb von 116 0 Ferkeln. Auch der Krämermarkt spielt nicht mehr die Rolle wie in früheren Zeiten. Ganz anders ist es dagegen mit dem I u x m a r k t. Hier behauptet ei ungeschmälert seine alte Stellung. Für Grünberg und eine weite Umgebung ist er dadas große Fe st des Jahre s", das von Tausenden besucht und gefeiert wird, ähnlich wie in jedem Dorf die Kirmes. Die feste Verwurzelung, die er im Volks­leben einnimnck kennzeichnet nichts besser, als daß er sowohl in Grünberg als auch mehrere Stunden im Umkreis als Zeitangabe an Stelle des Herbstes tritt.Der'm Gallmährt"im de Gallmährt erim" undnooch'm Gallmährt, das sind hier im Volks­munde geläufige und allgemein angewandte Redens­arten.

So wird auch der diesjährige Gallusmarkt, der als Jubiläumsmarkt schon am Sonntag durch einen F e st a k t in der Turnhalle mit 'Auffüh­rung eines hi st arischen Festspiels und Ansprachen des Bürgermeisters und Vertreter der Behörden feierlich eingeleitet wird, sicherlich nicht verfehlen, trotz der Ungunst der Zeit seine altbekannte

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keyserthumbs im Rewnvndzwentzigisten vnd Hungerischen im Zweyvndzwentzigisten Jarenn.

Ad mandatum dm. Imperatoris

I. Waldeck prothonolarius.

(Daran hängt das große kaiserliche Majestätssie!

Graue zu Habspurg, zu Tyrol, zu Phyrt, vnd zu Kyburg, Marggrave zu Burgaw vnd Lanndtgraoe im Elsas, bekennen vnd tun kunt allermenicklich mit diesem brieve, daz wir vnsern vnd des Reichs Lieben getrewen Bürgermeister, rat Burger vnd Gemeinde der Stadt Grunemberg, vmb Jres verdienens, auch fleissiger bete willen durch vnsern vnd des Reichs lieben getrewen Wilhelmen von Bybra von iren wegen an ons bescheen, die sonder gnad getan vnd freiheit gegeben, auch gegonnet vnd erlaubt haben. Tun, geben, gönnen vnd erlauben Ine von Römischer keiserlicher macht, Vollkommenheit vnd Rechter Wissenn in craft dies brieves, also daz un hirfur ewiglich eins yeden Jars uff sant Calixten Abend in derselben Stat Grunemberg Ein gemeiner freyerJarmarkt sein vnd gehalten werden vnd die genanten Bürgermeister, Rat, Burger und Ge­meinde vnd Ihr nachkomen daselbs, auch alle die so solchen Jarmarkt mit Jrn kaufmannschatzen, waar, hab vnd gutten oder in ander wege besuchen, dcirtzu vnd davon ziehen, all vnd yeglich gnad, freiheit. Recht, freyung, frid. Gleit, Schirm vnd gut gewohn- heit haben, gebrauchen vnd geniessen sollen vnd mögen, als zu solchen Jarmerckten Recht, herkomen vnd gewohnheit ist vnd bey anndern Jarmerkten da­selbs vmb gebraucht werden, von allermenichlich vngehindert, doch anndern Stetten vnd Merckten, in zweyn meyl wcgs vmb die gemelt Stat Grunemberg gelegen, an Ihren Jarmerckten, freyheiten vnd gerech- tigkeiten vnvergriffenlich vnd vnschedlich. Vnd ge- bietten darauf Allenn vnd yeglichen Churfürsten, Fürsten, geistlichen vnd weltlichen, Graven, Freyen, Herren, Rittern, knechten, Haubtleutten, Ambtleutten, Vögten, Pflegern, Verwesern, Schultheissen, Bürger­meistern, Richtern, Reten, Burgern vnd Gemeinden vnd sunst allen anndern vnsern vnd des Reichs vndertanen vnd getrewen, in was wirden States oder wesens die sein, ernstlich mit diesem brieve, daz Sy die vorgenannten Bürgermeister, Rat, Burger vnd Gemeinde vnd all Ihr nachkomen der gemelten Stat Grunemberg, auch alle die so solhen Jarmarckt als oberurt ist besuchen, an diser vnnser keiserlichen gnad, freiheit, gegonnung vnd Erlaubung, auch Übung, Haltung vnd gebrauchung des gemelten Jar- marckts nit hindern noch Irren, sonder Sy der also in obberurtermassen gerulich gebrauchen, geniessen vnd dabey genüßlich beleiben lassen, vnd dawider nit tun, noch yemands Zutun gestatten in dieser weise, als lieb einem yeglichen sey zu vermeiden vnns vnd des Reichs swere ongnad vnd dartzu ein pene nemlich viertzig marck lötigs goldes, die ein yeder, so offt er frevenlich hiewider trette, halb in vnns vnd des Reichs Camer vnd den anndern Halbenteil den be- nanten von Grunemberg oder Iren nachkomen vnab- leßlich zu betzalen verfallen feyn soll. Mit Vrkund dis brifs besigelt mit vnserm keyserlichen Maiestet anhanngendem Jnsigel. Geben zu Wicnn am letzten tag des Monats Januari; nach Cristi geburde viertzehenhundert vnd im Ein vnd Achtzigsten, vnser Reiche des römischen im Ein vnd viertzigsten, des

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Leitung: Tanzlehrer Schneidt, Laubach. Eintritt: Herren M. 1.- Damen Mk. 1a Musik: Reichswehrkapelle, Int-Regt. Nr. 15 Im Restaurant erstklassige Stimmungs-Kapelle! Beste Humoristik!

Ein Einundachtziger erzählt folgendes:In den sechziger Jahren, als die Bahn noch nicht gebaut war, wurde der Gallmarkt an der Londorfer Straße ab­gehalten, und zwar abwechselnd zwei Jahre lang rechts der Straße (von der Stadt aus kommend), auf dem Gelände, das an die heutige Gallusftraße angrenzt, und ein Jahr lang gegenüber, links der Straße, wo heute die Geleise der Butzbach-Licher Eisenbahn sind. Die Grundstücksbesitzer waren von der Gemeindegrundsteuer befreit. Auf einem Acker, den sie daselbst hatten wurden nach dem Markte stets Kreuzer und Groschen gesunden.

Acht Tage vor Gallusmarkt und bis acht Tage nachher brannte die Jugend die Gallmarkts- feuer ab. Der Auf- und Abmarsch der Verkäufer und Schaubudenbesitzer dauerte damals einige Tage, viel länger als heute. Die Bauersleute kamen mit Z e u g s ch u h e n , die im Gallmarktsdreck öfters stecken blieben. Auf dem Markt selbst war beim Wirtszelt ein T a n z b o d e n , der besonders von den Fremden gern benutzt wurde. Später, als die

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Das Waldschwimmbad der Stadt Grünberg.

Seit einigen Wochen arbeiten die Wohlfahrts- erwerbslosen der Stadt Grünberg eifrig an dem Waldschwimmbad in den Hildmannswiesen. Das Schwimmbad liegt von zwei Seiten von schönem Wald umgeben. Das Schwimmerbecken hat eine Länge von 50 Meter und eine Breite von 18 Meter. Dos Nichtschwimmerbecken, das durch eine Beton­mauer vom Schwimmerbecken getrennt ist, ist 13 Meter lang und 18 Meter breit. Die tiefste Stelle des Schwimmerbeckens beträgt 3,50 Meter. Dadurch, daß das Schwimmbad lediglich mit Wasser aus dem städtischen Wasserreservoir gespeist wird, zeichnet es sich, was die Reinlichkeit des Wassers anbetrifft, von den meisten Sommerschwimmbädern aus.

Der Gallusmarkt in der kommenden Woche bietet den auswärtigen Gallmarktbesuchern schöne Gelegenheit, sich das im Bau begriffene Schwimmbad hinter der Alsfelder Brücke anzusehen. Die Beton­mauern des Schwimmerbeckens sind schon fast ganz aufgeführt. Bis zum Eintritt des Frostes wird der Bau so weit fertig sein, daß etwa im Februar oder März des kommenden Jahres der Bau der Kabinen sowie die Umzäunung vorgenommen werden können. Wahrscheinlich wird im Mai n. I. die Eröffnung des Schwimmbades stattfinden.

Sonderzüge der Reichsbahn zum Grünberger Gallusmarkt.

Anläßlich des Gallusmarktes in Grünberg läßt die Reichsbahn am Mittwoch, 14. Oktober, zwei Sonderzüge von Gießen bzw. Burg-Nieder- Gemünden nach Grünberg verkehren. Der Sonder­zug ab Gießen fährt um 9.35 Uhr und trifft

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tenstraße ist, dann rechts, auf der Käswiese. Die Buben liefen einige Tage vor dem Markt täglich an die Bahn, um zu sehen, wieviel Wagen fahrender Leute ankamen. Wer den Schaustellern aufschlagen half, bekam eine Freikarte. Nach 1900, im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts, war Fernandos Royal-Biograph eine Hauptsehenswllrdigkeit des Marktes.

Die Bauern aus dem Ebsdorfer Grund kauften auf dem Gallusmarkt ihre ganze Küchenausstattung zu­sammen. Hochbeladen mit Zubern, Waschbütten, Kroppen usw. rollten ihre Wagen nach Hause.

Schlägereien und vor allem Betrunkene gab's da­mals mehr als heute (wohl eine Folge des damals billigen Alkohols). Ganz verschwunden sind heutzu­tage die M o r i t a t e n s ä n g e r, die damals auf keinem Gallmarkt fehlten.

Ein Vierundsechzigjähriger weiß aus eigenen Er­innerungen und aus den Erzählungen seiner Mutter, deren Erinnerungen bis vor 1850 zurückreichten, folgendes zu berichten:

Die M a r k t w a ch e bestand aus sechs Mann, die mit Gewehren ausgerüstet waren, und einem Trommler. Die kaputte Trommel und ein oder zwei Gewehre befinden sich im Archiv. Die Wache hörte auf alte Kommandos, u. a.Gewehr hoch!", Gewehr in Arm!". Die Marktwache trug außer den Gewehren auch noch Säbel (umgehängt), aber keine Uniform. Es war üblich, daß die Kund­schaft bei den Grünberger Geschäftsleuten an Gallus- markt Kaffee und Kuchen erhielt. So buk meine Mutter zwanzig Kuchen. Die Kunden ließen sich gewöhnlich Schuhe anmessen oder machten sich sonst irgendeinen Grund zum Besuch.

Die Grünberger Schusterzunft bezog den Markt geschlossen. Keiner durfte sein Schild aus­hängen, ehe nicht der Zunftmeister mit einer Latte auf eine Kiste geklopft, zum Zeichen, daß alle ihre Stände aufgebaut. Der unterste war zuletzt fertig. Sehr gesucht waren auf dem Gallusmarkt die Schuhe der Alsfelder Schuster. Die Alsfelder machten die Schuhe etwas derber und fanden Absatz bei den Groß-Eichenern und anderen Vogelsbergern. Die Grünberger Schuhe waren netter, die Blätter bei den Frauenschuhen kürzer so daß der Strumpf mehr herausguckte! sie fanden Ab­satz bei den Rabenauern, die nicht um die Welt die Schuhe getragen hätten, welche die Groß-Eichener trugen."

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Wenn Grünberg in diesem Jahre das 450- jährige Bestehen des Gallusmarktes begeht, so ist es wohl von Interesse einiges aus der Geschichte dieses Marktes zu erfahren. Wert­volles Material hierüber findet sich in dem Buche Beiträge zur Geschichte der Stadt Grünberg" von Carl Glaser, Rektor der Stadtschule, ordentlichem Mitgliede des Historischen Vereins für das Groß- herzogtum Hessen. (Darmstadt 1846.) Glaser schreibt folgendes:

Das Recht, Jahrmärkte halten zu dürfen, war für den städtischen Verkehr ein überaus wichtiges. Man darf darum vermuthen, daß der Ursprung unserer meisten Jahrmärkte in die ersten Zeiten der Stadt hinüberreichen. Leider besitzen wir nur über einige urkundliche Nachrichten. Der ansehnlichste, wenn auch nicht der älteste, ist der Markt auf Calixti, der aber Gallusmarkt genannt wird, weil er in der Woche stattfindet, in welche der Tag des hl. Gallus fällt ein Tag, den die Stadt darum besonders auszeichnen zu müssen glaubte, weil an ihm jener Freiheitsbrief von 1272 ausgestellt worden. (Gemeint ist der Freiheitsbrief, der das Stadtrecht begründete, verliehen von Landgraf Heinrich I. und feiner Ge­mahlin Adelheid während ihrer Anwesenheit zu Grünberg am Tage des hl. Gallus am 16. Oktober des Jahres 1272.) Grünberg verdankt diesen Jahr­markt einem Privilegium von Kaiser Friedrich III., das ihr am 31. Januar 1481 durch Fürsprache Wil­helms von Bibra ertheilt wurde. (Wilhelm von Bibra stand in Diensten des Kurfürsten von Köln, eines Bruders des hessischen Landgrafen, und leistete dem Kaiser wichtige Dienste bei der Erwerbung der Königswürde für dessen Sohn Maximilian.)

Früher dauerte dieser Gallusmarkt acht volle Tage, daher die Sage, Grünberg habe sonst eine Messe gehabt: jedenfalls war er noch vor 200 Jahren sehr bedeutend, da zuverlässigen Nachrichten zufolge mit­unter tausend Stück Rindvieh zum Verkauf auf­getrieben wurden. Kein Wunder, daß die Stadt eifer­süchtig für seine Erhaltung wachte. Als im Jahre 1545 die Stadt Alsfeld einen Markt erhielt, der unserem Gallusmarkt Abtrag zu thun schien, mußte auf fürstlichen Bescheid Alsfeld seinen Markt drei Wochen zurücksetzen, weil der zu Grünbergein alt gefreiter Markt ist und pillig fürgehet". (Aus dem Nathsprotokoll zu jenem Jahre.) Da im Jahre 1654 Landgraf Georg II. die Jahrmärkte auf den Sonntag zu halten verbot, ging dies auch den Gallusmarkt an, der von jeher drei Tage vor drei Tage nach Gallus gehalten worden war, also gar wohl einen Sonntag einschließen konnte. Der Stadt wurde jedoch durch landgräfliche Verfügung d. d. 2. August 1654 ge­stattet, den Markt wie seither abzuhalten: jedoch sollten auf den Sonntag, wie immer, zwei Predigten gehalten und für die übrigen Stunden des Tages «lle Ueppigkeit abgestellt werden. Jetzt dauert er nur noch zwei Tage, steht aber an Bedeutung einem ge­wöhnlichen Jahrmarkt noch weit vor. Eine besondere Berechtigung war von jeher, daß auf dem Markte vor der Stadt jeder Bürger und Fremde frei Wein schenken durfte."

Oie Siifiungsurkunde.

Die im Staatsarchiv zu Darmstadt befindliche S t i f t u n g s u r k u n d e über den Gallus­markt von Kaiser Friedrich III. hat folgenden Wortlaut:

Wir Friderich von gottes gnaden, Römischer Reifer, zu allenn zeiten Merer des Reichs, zu Hun­gern Dalmacien, Croacien u. s. w. Kunig, Hertzog zu Österreich, zu Steier, zu Kerndten vnd zu Grain, herre auf. der Windischen March vnd zu Portenaw,

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Hessischer Hof,Grünberg

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