Ausgabe 
10.9.1931
 
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Aus Der Provinzialbauptfiadt.

Dtehen, den 10. September 1931.

Gn Aufruf der deutschen Krauen.

3m Hinblick auf die immer mehr anwachsende Arbeitslosigkeit und die (Böte de- kommenden Winter- erlösten die unterzeichneten Frauen, organtsationen folgenden Aufruf:

Schwerster wirtschaftlicher Druck, härteste menschliche Rot lasten auf dem deutschen Volk. Die Arbci t-los tgkeit wächst erschreckend. Unzäh- lige einzelne, die früher zur Linderung der Rot ihrer Mitmenschen beitrugen, sind heute seiber hilf-bedürflia. Den Einrichtungen der Gesund- heit-. unb xinderfürsorge droht der Zusammen- bruch.

Wir alle sehen mit größter Sorge dem kommen, den Winter entgegen. Wer wird die QEt Ilio» n e n von Hungernden und Frierenden die Alten und Ätanltn versorgen? Wer hilft den Kindern? Wer hilft den Verlassenen und Hofsnung-losen? Wer wird die ratlo- vor dem Leben stehenden Jugendlichen seelisch aufrecht, erhalten?

Die Maßnahmen von Staat und Gemeinden sind allein nicht imstande, der Hot wirksam zu beaeg. nen. Auch die Kraft der freien Wohl- fahrt-pflege reicht nicht au-, wenn ihr nicht neue Hilfskräfte in großer Zahl zur Seite treten.

Die unterzeichneten Verbände richten deshalb an alle deutschen Frauen den dringenden Rus:

versaget eure Mithilfe nichts Die Rothilfe leisten­den Organisationen warten daraus, daß ihr euch ihnen zur versügung stellt.

Jeder gebe und Helse nach seiner firaft, nach seinem vermögen; auch die kleinste (Babe, auch der geringste Hilfsdienst ist heute unentbehrlich. Laßt un, wieder lernen, von Mensch zu Mensch einander bei,ustehen und einer des anderen Last mitzutragen.

Arbeiterinnen Sekretariat der Freien Gewerk­schaften Deutschland, Bund Deutscher Frauenvereine, Deutscher Akademikerinnenbund, Deutsch-Evangeli­scher Frauenbund, Evangelische Frauenhilfe, Jüdi­scher Frauenbund, Katholische Frauen-Berussver- bände. Katholischer deutscher Frauenbund, Die deut­schen Frauenvereine vom Roten Kreuz, Verband der katholischen Jungfrauen- und Mütter-Dereine, Ver­einigung evangelischer Frauenoerbände Deutschlands.

3iegenmarff in Gießen.

Der gestern wieder eingeführte Ziegenmarkt in Gießen offenbarte lebhafte- Interesse für die Ziegenzucht. Die vom KreiSziegenzuchtvercin Gießen in Verbindung mit dem Landwirtschaft-- kammcrau-schuß für Oberhessen und dem Ziegen- -uchtverein Gießen mit Unterstützung der Stadt- Verwaltung Gießen durchgeführtc Veranstaltung konnte einen Austrieb von etwa 150 Tieren aller Klassen ausweisen. Durchweg war gute- Zucht- material, darunter zahlreiche schon von der D. L. D au-gezeichnete Tiere, aufgetriebem Auch die Zahl der Interessenten, besonders die der aus­wärtigen, war sehr groß. Der 1. Vorsitzende des Krci-ziegenzuchtvcrein- Gießen, LandtagSabge- ordncter Fenchel, Ober-Hörgern, und General­sekretär deS Landwirtschaftskammerausschusses, Dr. Wagner, waren erschienen. Für die mit dem Markt verbundene Prämiierung fungierten vom LandwirtschastSkammerauSschuh Gg. Büx- I e r, der Zuchtwart des Kreiszicgenzuchtvereins AlSscld, Iohs. Martin, Angenrod, und Ober- Sekretär Philipp, Steinberg. Prämiiert wur­den insgesamt 86 Tiere. GS wurden folgende Preise verteilt:

Klasse l: V öcke (2 Jahr und älter): 1. Preise: Gemeinde Hattenrod und Gemeinde Grohen-Vu- seck. 2. PreiS: Ziegenzuchtverein Dießen. An­erkennung: Dem. Burkhardsfelden. Klasse II: Vöcke (von 1 Jahr): 1. Preis: Gemeinde Rödgen. 2. PreiS: Ziegenzuchtverein Gießen. Klasse Ul: Ziegen (3 Jahr und älter): Ehrenpreise: H. Münster, Hattenrod; W. Dorr, Lich; T. Scheid VI., Großcn-Vuseck; H. Rau IV., Hattenrod; K. TrechSler, Gießen. 1. Preise: D. Philipp III., Steinberg; H Bernhardt, Großen-Lindcn; W- Wagner IX., Großcn-Vuseck. 2- Preise: H. Degen­hardt, Gießen; E. Philipp IV., Steinberg. An­erkennung: H. Vecker, Gießen. Klasse IV: Ziegen (2 Jahre alt): Ehrenpreis: H Münster, Hattenrod. 1. Preise: K Görlach, Grohen-Vuseck; W. Wagner, Großcn-Vuseck. 2. Preise: H. Decker. Gießen; H. Großer, Grohen-Vuseck. 3. PreiS: K Weiß!., Steinberg. - Klasse V: Einjäh­rige Ziegen: Ehrenpreis: H. Rau IV., Hatten­rod. 1. Preise: W. Dort, Grohen-Vuseck; L. Zink, Steinberg. 3. PreiS: A. Röhmig, Dießen Klasse VI: Zeitziegen: 1. Preis: H Münster, Hattenrod. 2. Preis H. Degenhardt, Gießen. 3- Preise: 6. Mohl, Holzheim; Witwe Römer, Gießen. Anerkennung: Witwe Römer, Gießen KlasseVII: Ziegenlämmer: 1. Preise: L. Scheid, Grohen-Vuseck; Ehr. Scheid VI., Grohen- Vuseck; H. Heß, Großen-Linden. 2. Preise: Ehr. Wagner Ul.. Grohen-Vuseck; K. Görlach. Sbcr- stadt. 3. Preise W- Wcdcmann, Eberstadt; I. Altensen, Giehen. Klasse VIII: Vocklämmer: 1. Preise: L Scheid, Grohen-Vuseck; E. Scheid VI., Grohen-Vuseck. 2. Preise: V. Philipp, Steinberg; W. Dort III., Grohen-Vuseck; K. Weiß l., Stein­berg. 3. PreiS: E. Geiger. Grohen-Linden.

Obwohl im allgemeinen Lämmer nicht prämiiert werden, hatte sich der OrtSziegenzuchtvcrein Gie­ßen infolge des großen Interesses an der Zie­genzucht veranlaßt gesehen, auch für die Läm­mer eine große Anzahl Preise in Gestalt von Gebrauch-gegenständen zur Verfügung zu stellen. Rach der Prämiierung setzte lebhafter Handel ein. SS wurden bezahlt für gute Ziegen 50 biS 70 Mark, junge Vöcke 40 bis 80 Mk., wobei auch Spitzenpreise von etwa 110 Mk. erzielt wurden.

Apotheker Th. Schwieder, Gießen, wurde in Anbetracht seiner Verdienste um die Entwicklung der Ziegenzucht vom Ortsziegenzuchtverein Gießen zum Ehrenmitglied ernannt.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: 168er, 20.30 älhr, Monats-Versammlung bei Ka­merad Zaulstich. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, -Rie wieder Liebe" (Dolkstaa). Astoria-Licht- spiele, Seltersweg, ,Die geheimnisvolle Insel".

Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Am Dienstag. 15. Sep­tember, gelangt die letzte Reueinstudierung der Eommerspielzett, ..Der Garten Eden", von Oesterreicher und Dernauer, als 11. Vorstellung im Sommer-Abonnement zur Ausführung. Die Spielleitung hat Peter F a f f o 11 Es gelten ge­wöhnliche Eommcrpreise. Deginn der Vorstellung 20 Llhr, Ende gegen 22.30 Ahr.

£>er6fffogung der DLS. in Darmstadt

Die Deutsche Landwirtschas ts-De» s e 11 s ch a f t veranstaltet ihre diesjährige Herbst­tagung in der Zeit vom 13. bis 18 September in Darmstadt. 3m Rahmen dieser Tagung findet eine Reihe ron Versammlungen und Vorträgen statt, in denen Fragen von allgemeiner und auch tnm spezieller Bedeutung erörtert werden. Sv ist eine Versammlung vorgesehen, in der die För­derung der Hauswirtschaft behandelt werden soll, eine weitere öffentliche Versammlung wird sich mit der Förderung der Land­arbeit befassen, der Förderung deS landwirtschaftlichen AbsatzwesenS ist ebenfalls eine besondere Versammlung ge­widmet. 3n der gemeinsamen Versammlung der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde und ber Allgemeinen Tierzuchtabteilung werden drei aktuelle Vorträge gehalten, die sicherlich viele 3ntsresscnten finden dürften.

Außerdem find Vorträge vorgesehen über die Themen: .Erfahrungen mit eigenen Düngungs- versuchen", .Der Stallmist und seine Pflege", .MechonisierunmSsragen im bäuerlichen Betrieb". -Wi» sich die Bauersfrau die Arbeit erleichtern kann",l>ie Rotwendigleit von Kolonialbesitz für bie beuttoe Wirtschaft, inSbesonbere die Land­wirtschaft" u. a. m. Prof. Dr. SessouS- Gicßen wird über .Saatguterzeugung und ^aatgutwechsel inHesfen" sprechen und Pros. Dr. Kraemer-Gießen referiert über .DaS Dogel-berger Rind einst und jetzt". .Der Ackerfutterbau in Südwcst- beutschland", (F i n g e r - Darmstadt) .Da- Zucht- ziel der deutschen Fleckviehzucht", .Die Bedeu­tung ber Krastsuttermittel in ber Gegenwart", »Die Kartoffelverwertung unter befonberer Be- rückfichtigung mittel- unb Neinbäucrlicher Be­triebe", »Die Pferdezucht in Westdeutschland", (Denker- Darmstadt) .Möglichkeiten ber Ver­besserung ber Bodenbearbeitung im bäuerlichen (Betrieb* .Der Stand unb bie Entwicklung des Zuckerrübenbaues in den mittel- unb kleinbäuer­lichen Betrieben Südbeutschlands", (Bauer- Darmstadt) .Sortenwahl im Obstbau nach be­trieb-wirtschaftlichen Gesichtspunkten" und noch manche- anbere mehr wird in ausführlichen Re­feraten behandelt werden.

3n ber Hauptversammlung, bie ben Abschluß der Vorträge und Versammlungen bilden soll, spricht Generaldirektor der LandwirtschaftS- kammcr Darmstadt Dr. Hamann- Darmstadt über da- Thema .Stand und Entwicklung ber landwirtschaftlichen Verhältnisse in Hessen inner­halb der letzten 25 3ahre". Für die einzelnen Vorträge sind namhafte Redner aus dem ganzen Reichsgebiete herangezogcn, so daß dem Landwirt Gelegenheit gegeben fern wird, au- berufenem Munde fein Wissen zu erweitern und zu ver­tiefen. 3n Verbindung mit dieser Tagung sollen auch einige Ausflüge mit Betriebs­besichtigungen veranstaltet werden. Re­ben dem Besuch des Weinbaugebietes und ver­schiedener Lehranstalten soll insbesondere dem Landwirtschaftlichen 3 n ft i t u t der Aniversität Gießen und dem Muster- und Versuch-gut Selgenhof bet Ulrich­stein ein Besuch abgestattet werden.

" Herbstkühle und «nobel. Rach einem Sommer des Mißvergnügens scheint nun auch ein frühzeitiger Herbst hereinbrechen zu wollen. Seit einigen Tagen sinken nachts die Temperaturen so tief, daß sie nicht mehr weit vom Gefrierpunkt entfernt sind. In den Riederungen der Flüsse herrscht morgen- auch schon starker Rebel, der au erheblichen Störungen der Schiffahrt führte. Während der Tagesstunden spendet die Sonne zwar noch etwas Wärme, aber ihre sommerliche Kraft scheint gebrochen zu sein. Wenn ber Herbst schon so früh seine Macht spüren läßt, wie mag bann erst ber Winter werden?

E i n Denkmal bürgerlichen Ge­rn einst nnS!" war eS so schreibt man un« aus dem Stadttheaterbureau, als vor fast 'einem Vterteljahrhundert euere Väter sich ihr Stadttheater erbauten, ein Zeichen bürgerlichen GemeinsinnS ist eS jetzt, wenn ihr an Der Er­haltung euere- Theaters mithelft, indem ihr euch dem großen Stamm der Abonnenten anschlieht. Anmeldungen schriftlich oder an der Tageskasse an allen Vorvcrkaufstagen während der Sorn- merspielzeit, ab 25. September täglich. Die Alt- Abonnenten sichern sich bis zum 11. September ihre Stammplätze.

" S A. - K u n b g e b u n g. Die Nationalsozia­listische Deutsche Arbeiterpartei, Ortsgruppe Gie­ßen, veranstaltete am Dienstagabend imLaf6 Leib" wieder eine SA.-Kundgebung. AIS erster Redner sprach Graf SolmS-Laubach (Arns­burg). Gr knüpfte an den Tod des kürzlich ver­storbenen nationalsozialistischen Gauleiters Ge - m e i n d e r an und schilderte den Toten als einen Menschen von hohem Pflichtgefühl, dem er einen herzlichen Rachruf widmete. Deutscher sein, heiße Kämpfer sein, so fuhr der Redner u. a. fort, wer zur deutschen Gemeinschaft gehöre, müsse sich ein­reihen in die Reihe der Kämpfenden. Das Be­wußtsein von ber Bedeutung des deutschen Geiste« in der Welt müsse uns ausrechterhalten und unS veranlassen, alle Kräfte einzuschen, um unser Geschick zu meistern. Die Politik, die in Deutsch­land nach dem Kriege gemacht wurde, sei mehr oder weniger im Sinne französischen Willen- gewesen; als der jüngste Ausdruck sei der frei­willige Verzicht auf die Verwirklichung der Zoll­union anzusehen. Hitler habe vor 3ahrcn vor dieser Entwicklung gewarnt und andere Vor­schläge gemacht, man habe seine Warnungen aber in den Wind geschlagen. 3etzt müsse baS Volk wissen, wen es zum Führer haben wolle; jene, die eine Kette des Mißerfolges hinter sich ge­bracht hätten, oder jenen, der mit klarem Blick feinen Weg gerade vorwärtsgehe 3n seinen ab­schließenden Worten kennzeichnete der Redner noch den Geist der SA., die stete Opferbereitschaft der Mannschaften, ihren steten Einsatz von Leben und Gesundheit für die deutsche Sache, und er forderte schließlich auf, sich einzureihen in die Front der Kämpfer um ein neues Deutschland. AIS zweiter Redner sprach stud. theol. Wend- nagel Er führte u. a. auS, daß wir al« Dcutsche aus heiligem Fanatismus für die deutsche Sache eintreten müßten, die unser aller Sache sei; es gelte, wenn es um Deutschland gehe, den Toten des Weltkriege- nachzusolgen. DeShall» sei es notwendig, die Bewegung der Rationalsozia­listen um die deutsche Sache nicht nut anzuer­kennen, sondern sich einzurethen und zum Kamps gegen Mammon und Knechtschaft anzutreten. Die 3ugcnd, die in der RLDAP. vereinigt sei, gebe den Glauben an Deutschlands Zukunft nicht auf. denn wenn sich dieser Glaube nicht halte, stehe sie vor dem RichtS. Deshalb gehe eS heute um

bie Wertung ber 3dce und nicht allein um wirt­schaftliche Belange. Die Rot müsse da« Volk zu einer Gemeinschaft -ufammenschwcchcn. Die SA fäe jetzt, unb wenn sie ben Ausgang der Saat auch nicht erlebe, bann werbe doch Gott die Saat wachsen lassen, denn der Opfertod der vielen au« ben Reihen ber SA. dürfe nicht umsonst ge­wesen fein. Die Feinde dcS deutschen Dolkes würden eine« Tages ein einige- Volk vorfinden, da- seine Rechte zu wahren wisse. Den größten Schädlingen im Volkskörper, ber Korruption und dem Gedanken be- Klasienkampfc-. werde ein (Snbe bereitet. Beide Redner sanden anhaltenden Beifall Sine Mufillapelle au« SA -Leuten füllte bie Pausen unb umrahmte die Ansprachen mit Mus»!.

Gesangverein .Heiterkeit". Man berichtet un«: Aus Anlaß ber 53. Wiederkehr de- Gründung-tage- versammelten sich die Mit­glieder dcS Gesangverein- .Heiterkeit" am SamS- tag in«stattlicher Zahl im wirkung-voll dekorierten Verein-lokal .Zum Schipkapah". Der Vorsitzende. Emil Koch, betonte in seiner Ansprache, daß e« nicht zeitgemäß sei, rauschende Feste zu veran­stalten, unbedingt notwendig sei aber ein Rück­blick auf die abwechselung-reiche Entwicklung dc- Verein- und ein Gedenken derer, die mit besten Krästen daran mitgewirkt haben. 3n Würdigung dessen sei cS Pflicht jedes Mitgliedes, nach bestem Können sich einzuschen für die Pflege unb För­derung de- schönsten aller deutscher Kulturgüter, dcS deutschen Liede-, das geeignet sei, alle« Gegensätzliche im Widerstreit der Meinungen, im Unterschied der sozialen Stellung und ber kon- sessionellcn Richtung der beutschen Staatsbürger zu überbrücken unb die Sorgen deS Alltages, wenn auch nur vorübergehend, vergessen zu lassen. AIS ein Beweis treuen Zusammenhaltens ist die Ehrung der Herren Karl D o r s e l d, Adolf D ö 11, Albin Klein, Earl Schmidt und Ludwig Wahl für 25jährige ununterbrochene passive Mitgliedschaft zu verzeichnen, die von den 3ubi- laren dankbar gewürdigt wurde. Sine zwanglose Familienzusammenkunst am Sonntag, bei Mit­glied Hormann in Wieseck, trug auch der tanz­lustigen 3ugcnd einigermaßen Rechnung.

3agdschonzeltetz im Kreise Wetz- I a r. Der Bezirksausschuß in Koblenz hat für ben KreiS Wetzlar für 1931 bestimmt: Die Schon- zeit für männliche Rehkälber wird auf baS ganze 3ahr ausgedehnt. Für weibliche R e h k ä l b e r verbleibt cS bei der geschlichen Schonzeit, so daß sie in den Monaten Ro- Dcmber und Dezember abgeschossen werden dürfen. Der Schluß ber Schonzeit für Fasancnbähne unb Fasan enhennen wird auf den 29. Sep­tember festgesetzt, so daß der 30. September der erste 3 a g b t a g ist.

Tierschutzverein für Hessen.

# Schotten, 9. Sept. Seine 50. ordentliche Hauptversammlung hielt der Tier­schutzverein für Hessen heute in der Turn­halle zu Schotten ab. Die Tagung war auS allen Teilen deS Landes sehr stark besucht.

Rach mehreren Liedcrvorträaen ber Klasse deS LehrcrS Blei begrüßte ber Vorsitzende, Mini­sterialrat 3 u n g ^Darmstadt) die vielen Gäste. Trotz der Rotzeit hatte man die Tagung abgehal- ten, um den Tierschuhgedanken immer fester und weiter zu verbreiten. Weitere passende Lieder- und Gedichtvorträge einer Klasse der Volksschule folg­ten. KreiSdirektor Dr. 3 a n n (Schotten) und Bür­germeister Mengel (Schotten) entboten Witt- kommensgruh und Dank deS Kreises und der Stadt Schotten. Dekan Widmann (Gedern) übermittelte Glückwünsche und betonte, daß auch die Kirche sich immer für den Tierschuhgedanken eingesetzt habe. Sin Sprechchor bet Dolk-schulklasse wurde schwungvoll vorgetragen.

Der Vorsitzende gedachte sodann der Un letzten 3ahre verstorbenen Mitglieder, dcS Bei­rats Direktor Dr. F r e n z e l, Alzey, unb 06er- forftrat (Blum, Langen, denen die übliche Eh­rung erwiesen wurde. Oberrechnungsrat Kräh erstattete alsdann den Geschäftsbericht. Die Finanzlage des Verein« ist gut. Für die Zeit­schrift des Verein« wurden etwa 12000 Mk. ver­ausgabt, für die Tierschutzkalender zirka 9100 Mk., an Prämien für Anzeigen u. bgl. 1500 Mk. An (Beiträgen wurden 2 Mk. pro Mitglied erhoben. An Vermögen sind zirka 20 030 Mk. vorhanden. Aus dem Tätigkeitsbericht ging weiter hervor, welche Anträge, Verbesserungen, Vorschläge zum Schutz der Tiere der Verein an den verschiedenen Stellen eingcreicht hat.

Herr Dr. Seliger, Darmstadt, sprach als­dann über Wesen unb Ziele dcS Tier­schutzes. Er berührte auch ben Tierschutz bei ben verschiedenen Religionen, Völkern und Zei­ten. Der 4. 011 o b e r (Todestag des Tierfreun­des Franz v. Assisi) wird alS Welttier- s ch u h t a g begangen. Der Redner gedachte beson­ders der großen Verdienste deS Oberrechnungs- rateS Kratz um ben Verein.

Heber Vogelschutz, Entfernung von Hecken, Be­kämpfung tollbernber Katzen entspann sich eine Debatte.

Dem Rechner würbe Entlastung erteilt unb die Rechnung genehmigt unter DankeSworten an ben Rechner. Der Voranschlagsürl931 wurde genehmigt; die Einnahmen sind mit 30 100 Mk. vorgesehen, die Ausgaben in gleicher Höhe. AuS den Zinsen deS Vermögen- von 20 000 Mk. wer­den viele Stellen (Polizei, Raturschutz, Tierpfle­ger, Bibliotheken u. bgl.) unterstützt. 36 Gendar­merie- und 5 Polizeibeamte, 70 Tierpfleger wur­den mit Diplomen und Geldgeschenken ausge­zeichnet.

Am Schluß ber Tagung hielt Lehrer Blei, Schotten, einen interessanten Vortrag über Tier­schutz auf dem Lande mit praktischen Vor­schlägen über den Schutz.

Ue6erfcfrreifungen beim Marburger Ortskranlenkaffen-Neubau.

][ Warburg, 9 Sept. Die hiesige Orts­krankenkasse ist nunmehr in ihr neues Geschäftsgebäude übcrgefiebelt, welches mit einem Kostenaufwand von rund 120 000 Mk. an der Wörthstrahe erbaut wurde. Daß der Voranschlag für den Reubau um rund 4 5 0 0 0 Mk. überschritten wurde, hat seinen Grund barin, daß man Keller und Inneneinrich­tung besser auSbaute, als ursprünglich vorge­sehen war. Auch hatte der Architekt sein eigene« Honorar in Höhe von rund 13 000 Mk. vergessen. DaS Grundstück, auf dem der Reubau errichtet wurde, kostet einschließlich eine« dort schon vorhan­denen großen Wohnhauses mehr alS 1 00 000 Mark. Die Heberschreitungen bei dem Reubau haben bei den Krankenkassenmitgliedern begreif­licherweise großen Llnwillen erregt

Sin 5elbt)üter von dvWeben trfdiofltn.

W§N. Frankfurt a. M, 9 StpL Heute kurz nach 16 Uhr überraschte ber Feldhüter Hattcmer au» Kaldach in der Gemarkung zwiichen Solbad) und Bonamc» mehrere Leute, die dem 6 b ft b i e b ft a h I nachgingen. Al» er zur Feststellung der Per­sonalien schreiten wollte, zog einer ber Diebe den Revolver und gab auf den Beamten einen Schuß ab, ber ben sofortigen Tod herbeiführte. Die Leiche de» Erschossenen wurde spater von Kindern ausgesunden, die die Polizei benachrichtigten. Bon den Tatern hat man noch keine Spur.

Große Strafkammer Gießen.

' G i c h c n, 8. Sept Vom erweiterten Bezirk«- Schöffengericht Gießen war ein Schuhmacher von Höchst a. b Ridder wegen Sittlichkeit-Verbrechen­zu einer Gefängnisstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. Er hatte sich an einem Kind vergangen. Der Angeklagte verfolgte dagegen (Berufung, um Freisprechung zu erzielen. Rach mehrstündiger Beweisaufnahme nahm er mit Zustimmung ber Staatsanwaltschaft, Wohl in ber Annahme, daß er auch strenger be­straft werben könne, seine aussichtslose Berufung zurück.

Auf bie gleiche Weise endete die Berufung eines wegen fahrlässiger Körperverletzung bereit- vorbestraften KrastwagenführerS, der vom Er­weiterten Bezirks-Schöffengericht Gießen wegen fahrlässiger Tötung zu einem 3ahr Ge- sängni - verurteilt worden war. Er hatte auf der Landstraße SichRieder - Bessingen beim Schneiden einer Kurve ein Motorrad überrannt, dessen Führer und Sozius mit grauenhaften Verstümmelungen um- Leben kamen. Er war, ohne sich um die Verunglückten zu kümmern, an­geblich ohne Kenntnis von dem Vorfall, weiter- gcfahrcn. Der Kraftwagenführer nahm am Schluß der Beweisaufnahme feine auSfichtSlofe (Berufung zurück.

Schöffengericht Gießen.

' G i c h c n . 9. Scpt. Ein Arbeiter vom Land« hatte eine Arbeitsbescheinigung feinet♦ (Bürger- meisteret verfälscht und unter ihrer Vorlage Un­terstützung zu erlangen versucht. Er wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Ein junger Mann hatte um Bewilligung der Kriscnunterstühung nachgcsncht und war abgcwic- fen worden. Dagegen legte er Einspruch ein und fälschte, um dessen RechtSgültigkeit nachzuweisen, daS Datum deS ihm zugestellten Bescheid«, den er bann durch seinen Vater in der Verhandlung vor dem SpruchauSschuß vorlcgcn ließ. Strafe: drei Monate Gefängnis.

Sin Frankfurter Kommunist hatte in einer Ver­sammlung in Lindenstruth von den Farben Schwarz-Rot-Senf gesprochen. Wegen Vergehen« gegen da« Rcpublikfchuhgesch erhielt er drei Monate Gefängnis.

Von der Anklage, sich gegen daS genannte Ge­setz vergangen zu haben, wurde ein Einwohner von Dad-Rauheim sreigesprochen. Die Beweis­aufnahme ergab zwar, daß er den Reichskanzler schwer beleidigt hatte; es konnte aber in tatsäch­licher unb rechtlicher Beziehung nicht sestgestellt werden, daß er dadurch die verfassungsmäßig fest- gestcllte republikanische StaatSform deS Reichs herabgewürdigt hatte.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Seit gestern zeigt die Luftdruckverteilung keine wesentliche Aenderung. 3mmer noch kommt für unser Gebiet der Hochdruck zur Geltung, unter dessen Einfluß trockenes Wetter vorherrscht. 3m nördlichen Deutschland dagegen verursacht kühle maritime Luft immer noch etwa- unbeständige- Wetter mit gelegentlichen Schauern. Da wir außer dem Störungsberich verbleiben werden, fo ist bei uns noch keine Witterungsänderung zu erwarten.

Vorhersage für Freitag: Reblig, wol­kige- Wetter mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, trocken.

Vorhersage für Samstag: Fortdauer des mäßig warmen, teil« neblig-wolkigen, teil- aufheiternden Wetters.

Lufttemperaturen am 9. September: mittag- 15,1 Grad Celsius, abends 8,4 Grad; am 10. Sept.: morgens 7,1 Grad. Maximum 15,4 Grad, Mini­mum 4,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe 9. September: abends 14,6 Grad, am 10. Sept.: morgens 10,6 Grad.

Immer weiße Zähne -s*

v Mitteilen, daß ww

ichon über 15 Jahr e die Zahnpaste Chlorodont benutzen. Noch nie hat sie uns ent­täuscht I Wir hatten immer weihe Zähne und einen angenehme« Ge^chmaa nn jüiunbe, umsomehr, Öa wir schon längere Zell da» ChlorodoM» Mundwasser benutzen. Auch benutzt die ganz» Familie nur Thlorodont.Zabnbürfteru" gez. T. Chudoba, Fr... Man verlange nur die echt« Chlorodont -Zahnpaste, Tuh» 64 Ps. unb 90 Pf., unb weise leben Ersatz bafür zurück.